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29.11.08

kaleidophon @ reset

kkph_ksw.gifDa wir gerade dabei sind, gleich noch so ein Fall sträflich langer log.buchseitiger Vernachlässigung, die aus aktuellem Anlass wenigstens behelfsweise mit einem kleinen Konzert-Tipp kompensiert werden kann...

Am heutigen Samstag Abend (29.11.08) wird nämlich Michu Gianfreda aka Kaleidophon (sic) im Berner reset aufspielen.

Und zwar tatsächlich (so steht's betonter Massen in der Einladungsmail) ohne 'e' - was erstmal ja verwundern kann, weil man es anders kennt und sowohl im reset-Programm als auch auf der Heimseite des Projekt noch ein ebensolches prangt. Charles Wheatstone selig wird sich ja sicher nicht ob der Hommage an sein Instrument gleichen Namens beschwert haben. Ob also jemand anderes...?

Hoffentlich nicht. Im select wird Kaleidophon jedenfalls ein Orchester aus analogen Synthies und einem neuen selbstprogrammierten 'Cluster'-Polyrhythmik-Sequenzer präsentieren und zum Klingen bringen. Was wir wohl leiderleider verpassen werden. So müssen wir uns wohl mit einer Ersatz-Vorstellung trösten...:

kkph_g.gif

[Bildchen: Zeigt natürlich keinen 'Cluster'-Polyrhythmik-Sequenzer. Sondern - *ähm* - eher schon eine Sequenz kleiner Kaleidophone?]

Von miss.gunst am 29.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.11.08

anyma + bosshard in concert

apbvb_ksw.gifIst wirklich nicht um die Ecke, was Ort (Vevey) und Örtlichkeit (Le Bout du Monde) betrifft. Aber wir haben den phantastischen Instrumenten- und Interface-Bauern von anyma nun schon länger nicht mehr über die Schulter geschaut - und da soll es doch wenigstens zwischendurch mal eine Konzertempfehlung sein.

Am heutigen Mittwoch (26.11.08) um 21:00 Uhr gibt es am genannten Ort nämlich die Gelegenheit, zusammen mit Experimentalelektronik von Patricia Bosshard den legendären Videobass in Aktion zu erleben.
Insofern: Für heute Abend ist das Ende der Welt sicher einen Ausflug wert...

apbvb_gg.gif

[Bildchen: Nein, so sieht der Videobass von anyma natürlich nicht aus. Dafür haben wir diesen selbst gebaut - aus einem Bass und einem Videotape. Für die Einzelteile danken wir den Wikipedia Commons-Spender Andrewa (Bass) und grm_wnr (Tape) und sowieso dem grossen GNU.]

Von miss.gunst am 26.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.11.08

minimotion!

mmhzk_kswb.gifWie in jedem Jahr verlockt auch in diesem wieder ein sonntäglicher Anlass Freundinnen und Freunde des Kurz-Vilms dazu, bereits zur Matinee-Zeit das Zürcher RiffRaff-Kino aufzusuchen: Das MINIMOTION-Festival!

Da treue LeserInnen dieses Log.Buchs in der Vergangenheit schon mehrfach Haupt- und Seitenverweisen auf den längst legendären 10-Sekunden-Animations-Wettbewerb begegnen konnten (und im ersten unter diesen, dem Eintrag vom 07.09.05 auch Ausführlicheres zum Hintergrund der Initiative nachzulesen ist), kann es für heute fast bei der Ankündigung bleiben.

mmhzk_g.gif

Aber doch nur fast - denn ganz besonders freuen wir uns mal ganz unvoreingenommen dann doch, dass es gleich zwei Kurze in den Wettbewerb geschafft haben, für die Marc Dusseiller von der SGMK (und Co-Organisator des ebenfalls nahenden diy*-Festivals, mehr zu Letzterem auch im hauseigenen Archiv) verantwortlich zeichnet. Wer rasch noch vorgucken und jubeln üben will, findet in den duslabs sowohl "Hase z'Nacht" (gemeinsam mit Philipp Haunz fabriziert und im Februar diesen Jahres bereits bei agent provocateur von der Jury prämiert) als direkt darunter auch "Duell" (entsprechend bedacht bei der Ausgabe 2007 des 5-10-20-Kürzest-Stummfilmfestival) ins Netz gestellt.
Und auf grosser Leinwand dann, zum Bejubeln im grossen Stil, eben am heutigen Sonntag (23.11.08) ab 10:30 Uhr bzw. 11:30 Uhr bei MINIMOTION-Wettbewerbsschau im Zürcher RiffRaff...

[Bildchen: Kleine Hommage an den "Hasen z'Nacht" - im Prinzip auch animiert gedacht...]

Von miss.gunst am 23.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.11.08

DIY im white cube

pwc1sf_ksw.gifLiegt normalerweise ja nicht im bevorzugten Aktionsradius von DIY-EnthusiastInnen: Endlich mal einen Galerieraum zu bespielen, der zudem die klassischen Dimensionen eines White Cube besitzt. Oder vielleicht doch?

Schliesslich funktioniert der 1st Public White Cube, wie es sein Name schon ahnen lässt, ein bisschen anders. Seit seiner Gründung in 2001 hat es nämlich immer wieder Projekte mit Optionen zur Eigenbeteiligung gegeben.

Nun ist der 1st Public White Cube für einige Wochen in San Francisco zu Gast. Und zwar an einem Ort, der auch in Sachen netzbasierter Kunst schon häufiger mal auf den Schirm gerückt ist: Am San Francisco Museum of Modern Art, kurz SFMOMA.

pwc1sf_g.gifKlingt zwar ebenfalls nicht gerade nach einer Adresse, die zum Mitmischen einlädt - aber genau das macht der 1st Public White Cube möglich. Aus nahe liegenden Gründen, denn in der aktuellen SFMOMA-Sonderausstellung "The Art of Participation - 1950 to Now" geht's natürlich um nichts anderes.

Während man sich in früheren Projektphasen (wenn uns jetzt nicht die Erinnerung im Stich lässt) per Internet mit Vorschlägen für die Transformation von im 1st Public White Cube eingerichteten Installationen bewerben bzw. beteiligen konnte, gilt es diesmal bei eBay eine Lizenz zum Eingriff zu ersteigern.
Die nächste Chance hierfür winkt am heutigen Donnerstag (20.11.08) um 12.00 Uhr (PST) bzw. 21.00 Uhr (MEZ).

Besonders schick wäre es ja eigentlich, bei erfolgreichem Gebot auch dessen Umsetzung quasi via Fernbedienung zu realisieren. Dementsprechend wäre dann allerdings auch das obligate sektnippende Vernissagenpublikum zu ordern, so man solches hernach via Webcam beobachten möchte.
Erst ein bisschen DIY mitmischen und dann zurücklehnen, um gepflegt dem durchaus noch nicht ganz abgefeierten Dauertrend zur Interpassivität zu frönen: das dürfte doch eine angesagte Mischung sein...

[Bildchen: Imagination zur Fernsteuerung des weissen Würfels, wobei das Vorbild für Letzteren aus den Wikipedia Commons entlehnt wurde, wir danken dem Ersteller des Hexaeders sowie dem grossen GNU.]

Von miss.gunst am 20.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.11.08

ruf vom hz journal

hzbs_ksw.gifKann nebenbei gut und gern auch als Zettelkasten-Tipp zur geneigten Lektüre fungieren, ist allem voran aber ein Ruf, der weitergegeben werden will: Das Hz-Journal lädt zur Einreichung von Beiträgen aus Theorie und Praxis ein.

An welche Theorie und Praxis dabei gedacht ist, kann bei näherer Sichtung bereits das Namenskürzel des Journals verraten:
Hz steht für Hertz, denn das Ganze ist das Zentralorgan des schwedischen Fylkingen - also jener Organisation, die in Skandinavien zu den ersten zählte, die sich für "ny musik och medienkonst", also "Neue Musik und Medienkunst" engagieren.

hzbs_g.gifDie Gründung von Fylkingen geht tatsächlich auf das Jahr 1933 zurück (just in diesem Winter feiert Fylkingen ergo seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag - mit einem entsprechenden Jubiläumsprogramm). Damals hatte man sich erst einmal zeitgenössische Kammermusik auf die Fahnen geschrieben - aber schon Anfang der 1950er richtete Fylkingen Konzerte im Feld der elektro-akustischen Musik aus und bewegte sich dann konsequent in Richtung Experimente, wie in der Selbstauskunft der Gesellschaft nachzulesen ist.

Das Journal Hz wiederum erschien erstmals 2000 als online-Magazin - und ruft nun eben, wie einleitend schon vermerkt, nach Beiträgen:

On-line journal Hz (www.hz-journal.org) is looking for articles on New Media, Net Art, Sound Art and Electro-Acoustic Music. We accept earlier published and unpublished articles in English. Please send your submissions to hz-journal@telia.com

Hz is also looking for Net Art works to be included in its virtual gallery (www.hz-journal.org/netg). Please send your URL to hz-journal@telia.com

Deadline: 25 November, 2008

In diesem Sinne: Einfach mal die eigenen Bestände sichten oder direkt zum Griffel greifen - wer jedoch nicht selbst aktiv werden will, sollte ruhig mal in den Archiven des Hz-Journal gründeln gehen, wo so einiges Lesenswerte der geneigten Lektüre harrt.

[Bildchen: Mit Blick auf die formative Zeit von Fylkingen in den 1950ern dachten wir spontan beispielsweise an einen Beitrag zur künstlerischen Medienarchäologie der experimentellen Tape Music bzw. Kassettenmusikkompositionen und deren Enden im digitalen Raum. Den leckeren Bandsalat spendete Norbert Schnitzler unter Copyleft in die Wikipedia Commons - dafür danken wir sehr!]

Von miss.gunst am 08.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.11.08

singende festplatten ff.

hddsko_ksw.gifAuch nicht wirklich neu - muss aber einfach auf den Eintrag zu Valentina Vuksics Harddisko folgen.
Denn aus nahe liegenden Gründen haben sich auch schon andere Menschen damit beschäftigt, woher denn das fiese Ticken, Schaben oder Simmern aus dem Türmchen unter dem Schreibtisch rührt...

Eine schöne kleine Sammlung potentieller Chorstimmen hat beispielsweise Oliver Feiler seit 2004 aufgebaut, zu jeder seiner Dying Hard Disks gibt's dabei ein kleines Porträt in Wort und Bild.

hddsko_g.gifDie ihrerzeit mal als erste Adresse geltende Kollektion Schwanengesänge fiepender Festplatten bei Hitachi gibt es wohl leider nicht mehr (von ihr zeugen nurmehr diverse begeisterte Blog-Einträge - ja, auch Webseiten vergehen - und dies meistens in aller Stille...).

Aber dafür stehen die Greatest Hits des 2006 von Gizmodo auf deren Basis lancierten Dance Track-Contest nach wie vor für Hartgesottene TänzerInnen am Rande des Vulkans zur Verfügung; eine Auswahl der entsprechend gekürten lässt sich u.a. über einen entsprechenden (und seinerseits bereits vom digitalen Verfall gezeichneten) Eintrag bei Gizmodo anspielen - und wer die gesamte Sammlung von immerin 96 Eingängen durchhören durchgrooven möchte, kann das ebenfalls tun.

[Bildchen: Die Imagination von vorgestern weitergeführt und, wenn es doch schon die passenden Dance-Tracks hat, gleich einmal ein paar bewegungsreudige Gestalten auf die Tanzfläche der Harddisco (ok, mit c) geschickt. Selbige verdanken wir einer wunderbaren Aufnahme von Alpha six, die via Flickr unter cc-by-nc-sa in den Wikipedia Commmons landete. Grand Merci! Your pictures *are* great! 8)]

Von miss.gunst am 05.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.11.08

harddisko

hdscr_ksw.gifIn der Ausstellung des SHIFT Festival gab es auch Gelegenheit zum Wiedersehen (und -Hören) mit einer ganz wunderbaren Arbeit, die nun auch endlich einmal ihren gebührenden Platz im Zettelkasten bekommen soll: Harddisko von Valentina Vuksic.

Tatsächlich ist, am Strang der sterbenden und noch einmal wiederbelebten Speichermedien weitergedacht, auch der Weg vom Tape (s. "The Loop" im Eintrag von vorgestern) zur Platte nicht weit.

hdscr_g.gifDenn Vuksic hat - wie schon der Name "Harddisko" ahnen lassen mag - für ihre Installation dahingeschiedene Festplatten gesammelt, geöffnet, mit einem Tonabnehmer versehen und zum Orchester vereint. Das spielt nun für uns auf.
Und siehe da, eben jene letzten Seufzer, die man sonst nun wirklich nicht hören mag, das leise Wimmern und klägliche Klicken, welches sonst Computernutzer in Angst und Schrecken versetzen kann (wenn sie es denn vernehmen), erklingen mit einem Mal wohl in den Ohren: Minimal Music, fast schon meditativ.
Oder eben doch ein bisschen unheimlich, sobald man realisiert, was man da eigentlich hört...

A propos 'hört': Den Klängen der Harddisko nachlauschen (und Bilder verschiedener Installationen der Arbeit seit ihrem Entstehungsjahr 2004 anschauen) kann, wer die Dokumentationsseite zum Projekt besucht; frische Bilder von Harddisko beim SHIFT Festival gibt es wiederum im Pool der fleissigen SHIFT-Festival-BloggerInnen.

[Bildchen: Aus nahe liegenden Gründen keine Nahaufnahme der Harddisko, sondern schlicht die - nachmalig leicht zerkratzte - Aufnahme einer geöffneten Harddisk, die Dave Indech unter GDFL in die Wikipedia Commons gespendet hat. Hier die Platte, dort die Hand an der Nadel... erinnerte uns an... *yeah*, Scratching!]

Von miss.gunst am 03.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.11.08

the loop

dwtll_ksw.gifZettelkastenkandidaten in der Ausstellung zur diesjährigen Ausgabe des SHIFT Festivals zu finden, legte schon das Thema Record Record nahe - unter anderem, weil die künstlerische Auseinandersetzung mit Aufzeichnung und Speicherung erfahrungsgemäss gern mit einem Umbau von Datenträgern, Medien und Apparaten operiert.

Mehrere einschlägige Beiträge gab es denn auch in der Sonderschau "SHIFT IN PROGRESS" - die von Studierenden der Schweizer Kunsthochschulen bespielt wurde und erstmal eigentlich nicht besagtem Thema verpflichtet war.

dwtll_g.gifGleich gegenüber dem Haupteingang beispielsweise lockte ein Container mit merkwürdig murmelnden Innereien: Auf einer fast raumfüllenden Tischplatte ausgebreitet mehrere zerlegte Rekorder, vom einfachen Plaste-Kassettenblaster bis zum Tape-Deck, zierlich eingefasst von einer stummen Schlaufe Magnetband - indes eine zweite eben ihre gewundene Spur von Gerät zu Gerät zog, um sich mählich transformierende Klänge zu transportieren. Die Essenz der gerade noch bestehenden, aber mählich vergehenden Kassettenkultur gleichsam für alle Sinne be-greifbar gemacht: Aufnahme und Wiedergabe in unaugfhörlichem Wechsel zwischen bespieltem und überspieltem Band - eine kleine Feier auf die Vergänglichkeit eines instablilen Kulturspeichers, Last und Lust zugleich.

Soweit die Installation "The Loop" von Daniel Werder und Timo Loos*, von der wir hier aus nahe liegenden Gründen kein Bildchen zeigen können. Das unter anderem auch fleissig fotografierende Team des SHIFT Festival Blog hat immerhin nächtens mal in den Container geschaut und ein besonders charismatisch glimmendes Eckchen der Arbeit abgelichtet. Worum sich das Ganze eigentlich dreht, geht aus der Aufnahme freilich nicht hervor.

[* Beiseit: Die beiden haben als Künstler leider keine eigenen Heimseiten; insofern kann man allenfalls auf jene ihrer gemeinsamen Band namens monorev verweisen. Die wiederum ist allerdings nicht sehr experimentell unterwegs...]

[Bildchen: Tja, so sah es natürlich auch nicht aus...]

Von miss.gunst am 01.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)