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29.01.09

a maze jump'n'run

amjr_ksw.gifWie jedes Jahr Ende Januar locken die transmediale und der club transmediale nach Berlin. Da wir uns hier schon lange nicht mehr auf der Spielwiese getummelt haben, geht der heutige Tagestipp erst einmal nicht in Richtung eines der beiden Hauptprogramme, sondern ins weitere Feld des Anlasses.

In der c-base (s.a. im hauseigenen Archiv), die sich diesen Montag mit DORKBOT.BLN vs DORKBOT VIENNA bereits als zentraler Anlaufpunkt qualifizierte, steigt heute (29.01.09) Abend nämlich das von der gleichnamigen Intitiative organisierte A MAZE FETSIVAL mit einem leckeren Spezialprogramm namens Jump'n'Run Bonus Cheat - womit schon angedeutet wäre, auf welche Spielwiese es dabei geht. Nämlich die von Computerspielen und Kunst.

Bestritten von illustren Kombattanten, die teils in persona und/oder mit Projekten anwesend sein, teils aus Madrid von arsgames live zugeschaltet werden, wo eine Parallelveranstaltung einberufen worden ist.

Vor Ort mit dabei auf der musikalischen Seite unter anderem: goto80, Computadora, Pornologik, für die zünftige Gestaltung des Spieleabends sorgen u.a. die Tennisfreunde Berliin [sic, eben die mit den zwei i]. Ab 20:00 Uhr im Hauptquartiert der c-base (Rungestrasse 20 BLN). Das will man sich doch nicht entgehen lassen, oder?

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[Bildchen: Einfach auf die Schnelle, daher besonders naja... jump-ohne-run, immerhin mit 8bit. Geht aber, wie man sieht, rasch auf die Kondition, das Gewackel...]

Von miss.gunst am 29.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.01.09

DIY pollock?

jpdd_ksw.gifEigentlich hatten wir für heute einen ganz anderen Eintrag vorgesehen.
Aber dann stuppste uns eine grosse Suchmaschine darauf, dass sich heute der Geburtstag von Jackson Pollock jährt. Der als Vertreter des Abstrakten Expressionismus ja erst einmal nicht unebdingt der nächst liegende Kandidat fuer Notizen in diesem Log.Buch wäre. Aber...

... schon das zum putzigen Rechteck geschrumpfte Drip Painting anstelle des Logos besagter Suchmaschine warf die Neugier nährende Frage auf: Wie kann man nur? Pollocks Entgrenzung des Bildraums in eine von stumpfen Variablen bestimmte Suchergebnis-Sammlung von eher kleinen, mehr oder weniger schlecht aufgelösten und ganz sicher nicht immer ganz urheberrechtskonform ins Netz gestellten Bildchen übersetzen, die in den unendlichen weiten des WWW kursiert?

Da scheint eine konzeptuelle Übertragung der Idee des Drip Painting, wie sie der Künstler Miltos Manetas in seinem Projekt www.jacksonpollock.org vornimmt, als Hommage doch ein wenig passender. Natürlich auch für unser Log.Buch, denn bei Manetas kann man sich selbst als digitale/r Tropfenwerfer/in betätigen.

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[Bildchen: Da wir nicht grad die grössten Pinselschwinger sind, halten wir es in Sachen Drip Painting eher mit der Methode, der sich ax Ernst seinerzeit bediente und die man praktischer Weise auch schon im Kindergarten lernt: Einfach eine Dose mit Farbe füllen, unten ein Löchlein hinein und das Ganze dann an einem Henkelchen über dem Bildträger schwenken. Die schicke Dose ist eigentlich eine Milchkanne und wurde von Pearson Scott Foresman in die Public Domain gespendet. Grand Merci!!!]

Von miss.gunst am 28.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.01.09

DIY super sauna kino

skst_ksw.gifGleich eingangs zugegeben: Dieser Eintrag läuft nicht wirklich auf einen Tipp zum Selbermachen hinaus. Denn so ein Super Sauna Kino ist schon ein etwas komplexeres Projekt - und in diesem Fall geht es erst daher erst einmal um die Würdigung eines grossartigen Prototypen, dessen wir ansichtig werden konnten.

Und zwar in Frankfurt, wo dieser Tage ein ganzer Trupp is- bzw. nordländischer KünstlerInnen die Szene aufgemischt hat. Leider nur einen einzigen Abend lang gab es im und um den Bunker in der Schmickstrasse (wo auch das INM angesiedelt ist, aber eben auch Gastateliers der Stadt) Installationen, Videos, Performances, Konzerte.

Alles spannend und insgesamt ziemlich grossartig. Besonders aber besagtes Sauna Kino.
Eigentlich bzw. vor allem eine Installation der Gebrüder Seppo Renvall und Markus Renvall aus Finnland, im Gärtchen hinter dem Bunker und der benachbarten kleinen Gaststätte, die gewöhnlich Hafenarbeitern und Fernfahrern (sowie allen, die es bodenständig mögen) Atzung bietet.

Von Fern betrachtet sah das Ganze erstmal nach Gartenparty aus: Bunte Lichter auf Diskokugeln, die sich zu Elektro drehten. Mittendrin eine Apparatur, die einen (auch für sich schon feinen) Experimentalfilm auf einem kleinen Bildschirm zeigte sowie in beeindruckender Monumentalität an die Rückwand des Bunkers warf. Sowie eine zweite Projektion, ein im Schwimmbad aufgenommenes Unterwasservideo mit einem Pas de Deux, der von einer eleganten Badenixe und einem etwas korpulenteren Badenixerich (wie sich im Gespräch herausstellte: dem einen der beiden Künstler) bestritten wurde - auf der Wand einer ephemeren Konstruktion aus Latten und milchigweissen Plastikfolien, die erst einmal nach Gartenzelt aussah.
Dazu einige Gartenstühle, um sich zur Sichtung von Film und Video bequem niederzulassen. Theoretisch - praktisch wirkten dem die nächtens zunehmend frostigen Temperaturen tendenziell entgegen, indes die Sichtung der Filme dann doch so fesseln konnte, dass man bereitwillig an Ort und Stelle Mund auf Augen auf zum Eissäulchen erstarrte.

Aber eben Letzteres musste mitnichten sein. Denn das vermeintliche Gartenzelt entpuppte sich tatsächlich als: Sauna! Mittendrin der obligate Ofen mit glühenden Steinen, diese zünftig benetzt - und ergo ein Hort wohligster, zeitweise von Dampfschwaden durchzogener Wärme, wie es sich gehört. Flauschige Bademäntel und Handtücher fanden sich ebenso bereit gestellt wie Wasserbottiche für die Erfrischung danach. Wobei die angesichts der Aussentemperaturen natürlich auch einfach per Luftbad abzuholen war.
Und eben dazu drinnen wie draussen Kino. Toll.

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[Beiseit: Schade nur, dass es harte Konkurrenz gab - da gleich nebenan im Gasthaus ebenfalls eine Art Sauna-Kino geboten wurde. Dort tobte nämlich auf engstem Raum der sprichwörtliche Bär mit Performances und Live-Konzerten. Und just zur nächtlichen Stunde, da draussen ideale Bedingungen fürs eigentliche Sauna-Kino herrschten, drinnen Stimmung und Temperaturen drinnen ebenfalls einen Höhepunkt erreichten. Nunja, Polka-Punk-Bands, deren Lead-Sänger splitternackt aus Gorilla-Kostümen schlüpfen bzw. hüpfen, hat es halt auch nicht jeden Tag...
Das Bildchen hingegen widmen wir selbstredend nicht der letztgenannten Attraktion, sondern der grossartigsten Installation, die diese Wintersaison bislang zu bieten hatte. Allerdings in sträflicher Reduktion (es fehlt das Experimentalfilmkino ausserhalb der Sauna, den Disko-Glam konnten wir nur andeuten, etc. pp. Aber drinnen wird schwer geschwitzt!!! Im Übrigen wirklich nicht die schlechteste Anregung für das nächste DIY-Projekt...]

Von miss.gunst am 26.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.01.09

cc showcases @ walcheturm

ccsc09_ksw.gifEmpfehlungen für den heutigen Abend liessen sich so Einige geben. Klarer Fall von Qual der Wahl. In welchem dann das Band der Sympathie, das uns nicht nur mit dem Walcheturm, sondern auch mit der Sache verbindet, die Entscheidung für den definitiven Tagestipp erleichtert hat.

Der geht mithin in die Zürcher Kanonengasse 20, wo für heute (23.01.09) Abend ab 20:00 Uhr ein Creative Commons Showcase angekündigt ist, zu dem Creative Commons Schweiz und die von uns eh geschätzte Initiative Digitale Allmend einladen.

ccsc09_g.gifGenauer gesagt: Es gibt Creative Commons Showcases im Plural - also gleich ein ganzes Bündel Präsentationen von Projekten, die besagte Lizenz und ihren Gebrauch zu fördern und zu verbreiten angetreten sind.

Mit von der Partie sind unter anderem: Paul Gerhard vom britischen Creative Archive, das 2006 als Pilot-Projekt von der BBC gestartet worden war (GB only, leider!) sowie das CC-Pilotprojekt der Buma-Stemra, die in den Niederlanden die Musik-AutorInnenrechte vertritt; passend dazu wird Markus Beckedahl von netzpolitik.org die CC-Initiative des Norddeutschen Rundfunks vorstellen.

Besonders spannend für GestalterInnen dürfte die Präsentation des Open Design-Projekts von und durch Ronen Kadushin werden.

Und für die Augen gibt es ansonsten auch noch zwei echte Schmankerln: Nämlich die Vorstellung des polnischen "Enthusiast Archive", das der Sammlung und CC-Publikation von polnischen Amateurfilmen gewidmet ist, die in der Ära des Sozialismus entstanden sind. Sowie den Film "Lunch" von Ana Husman (deren nicht minder köstlichen Film "The Market" wir seinerzeit mal bei interfiction bzw. dem Kasseler dokfest im Programm hatten und von daher bei dieser Gelegenheit gleich noch mitempfehlen wollen).

Womit das Prädikat "Lecker", das wir natürlich für den gesamten Abend vergeben, besonders passend erscheint.

Von miss.gunst am 23.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.01.09

DIY Sprudel (Priestley)

Normalerweise ist schlichtes re-blogging nicht unsere Sache, aber in diesem Fall liegt es doch einfach zu nahe, mit einem weiteren wissenschaftsgeschichtlich interessanten Rezept direkt an den Eintrag zu Edgar Allan Poes DIY Kleber anzuschliessen.

In der netten Nachbarschaft bei BoingBoing gab es nämlich gerade vor ein paar Tagen erst einen schönen Artikel von Steven Johnson - der kürzlich ein (mutmasslich sehr spannendes) Buch über Joseph Priestly und seine Position in der Wissenschafts- und Kulturgeschichte publiziert hat ("The Invention of Air").

jpspr_g1.gifIn diesem Artikel, in dem es ebenfalls um Priestley geht, weist Johnson auf Passagen aus dessen "Experiments and Observations on Different Kinds of Air" (1774-1777; einen klitzekleinen Auszug aus dem zweiten Band gibt es hier) hin, in denen der Wissenschaftler erklärt, wie man - nunja, Sprudel herstellen kann.

Anders als bei Poe's Kleber ist es da allerdings nicht mit einem kleinen Rezeptchen getan, dass sich in zwei Zeilen weiterreichen liesse. Man muss schon geneigt sein, ein paar Seiten in den "Experiments" zu lesen, um Priestleys Anleitung "How To Impregnate Water With Air" folgen zu können. Und das eine oder andere Laborgerät braucht es auch.

Angesichts dieser Umstände werden die meisten wohl doch eher beim Kauf von Sprudelwasser bleiben - oder eben die unten abgebildete Methode erproben.
Falls aber jemand wirklich loslegen möchte: Bei "Today in Science" hat es immerhin einen anschaulich aufbereiteten Auszug der entsprechenden Passagen aus den "Experiments..." zur Sprudelprodukion, Schautafel zur Experimentalanordnung inklusive.

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Und ansonsten können und wollen wir bei dieser Gelegenheit gleich noch Julian Rubins Sammlung zur Entdeckung des Sauerstoffs weiterempfehlen. Da hat es gleich eine ganze Reihe anregender Links, auch zu Anleitungen mit etwas einfacheren Experimenten...

Von miss.gunst am 21.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.01.09

DIY Kleber (E. A. Poe)

shsh_ksw.gifMag auf den ersten Blick etwas merkwürdig wirken. Aber es bietet sich tatsächlich an, Edgar Allan Poe zum 200. Geburtstag in diesem Log.Buch einen Zettelkasten-Eintrag zu widmen.
Und wie die Überschrift verrät, hat das nicht einmal (jedenfalls nicht primär) mit persönlichen Neigungen für sein literarisches Oeuvre zu tun...

Vielmehr gilt das spezielle Interesse einem Aspekt seines Werks, das meist nur randständig Beachtung findet - und den beispielsweise der sonst recht ausführliche Artikel zu Poe in der englischen Wikipedia bislang sogar gänzlich unterschlägt.

shsh_g1.gif1839 veröffentlichte Poe nämlich ein Buch zur Muschelkunde - mit dem stolzen Titel "The Conchologist's First Book: or, A system of Testaceous Malacology". Der E.A. Poe Society of Baltimore (der wir auch die hier verankerte Ansicht des Titels verdanken) ist diese Tatsache natürlich bekannt - und auch sonst hat sich der Coup, der Poe mit dieser Publikation gelang, schon länger herumgesprochen. Spätestens seit der ziemlich prominente Paläontologe Stephen Jay Gould in seinem Bestseller "Dinosaur in a Haystack" (1995) dem Buch ein ganzes Kapitel gewidmet hatte.

Im Anschluss an Gould widmete dann z. B. John H. Lienhard "Poe's Conchology" eine Folge der "Engines of Ingenuity"; entsprechende Notizen finden sich hier und dort in Blogs; kompakt informiert auch eine Seite zum Buch, die von der Library of Virginia zu dem in ihren Beständen befindlichen Exemplar ins Netz gestellt worden ist.

shsh_g2.gifUnd gerade dieser Tage ist (ebenfalls anlässlich des Jubiläums) unter dem schönen Titel "Es war die Schnecke und nicht der Rabe" ein lesenswerter Beitrag von Matthias Glaubrecht - Evolutionsbiologe, Kurator für Weichtierkunde und Leiter der Abteilung Forschung am Museum für Naturkunde in Berlin - in der Welt im Druck sowie online erschienen.

Poes Coup bestand darin, dass er zwei kurz zuvor erschienene Bücher zum Thema geschickt kompilierte - und die unter seinem Namen erschienene Ausgabe auf dem Markt erfolgreich genug war, um sein schmales Budget aufzubessern.
Wie Matthias Glaubrecht in seinem Artikel jedoch sehr zu Recht hervorhebt, steckt in der Kompilation durchaus einiges wissenschaftliches Innovationspotential, das sich dem Umstand verdankt, dass Poe aus verschiedenen Quellen schöpfte und diese teilweise auch bearbeitete.

Auf eine der kuriostesten Eigenleistungen des Dichters in Sachen Muschelkunde hat Liliane Weissberg in einem Aufsatz aufmerksam gemacht, den sie 1994 zum Katalog der Ausstellung "Die Erfindung der Natur" beigesteuert hat.
Poe pflegte nämlich seine Lektüre-Notizen zu Büchern, die gern etwas umfangreicher ausfielen und deshalb nicht mehr in die Randspalten passten, auf Zetteln weiterzuführen, die er dann an die entsprechenden Seiten klebte. Und zwar mit Hilfe einer selbst angerührten Klebepaste.

shsh_g3.gifDeren Rezept hatte der Dichter, so Weissberg, wahrscheinlich während seiner Arbeit an "The Conchologist's First Book" und der Lektüre seines Kompilationsmaterials entdeckt - und zwar vermutlich in Thomas Browns "The Conchologist's Text-Book. Embracing the Arrangements of Lamarck and Linnaeus..." (Glasgow 1835). Brown schreibt dort sehr ausführlich über den Kleber und seine Verwendungsmöglichkeiten bei der Reparatur bzw. Restauration von Muscheln.

Und da es hier ja um DIY geht, wollen wir besagtes Rezept für die "Gummi Paste" natürlich nicht unterschlagen:

"Weisser Zucker-Süssstoff 2 0z. / Gewöhnlicher arabischer Gummi 4oz. / Oxengalle ein Teelöffel voll."

Klingt, als seien die Zutaten nicht an jeder Ecke zu haben? Es gab es auch noch ein alternatives Rezept für einen Kleber, das Poe selbst erwähnt und das wohl aus dem zweiten von ihm kompilierten Muschelkunde-Buch, nämlich Thomas Wyatts "A Manual of Conchology. According to the System laid down by Lamarck..." (New York 1938) stammt. Damit dürften es die meisten allerdings nicht wirklich einfacher haben - der Grundstoff ist hier nämlich ein Pulver aus Tragant...

[Bildchen: Haben wir eigentlich mal für einen ganz anderen Kontext gebastelt, als wir in einer Vortragsankündigung freudig von "shell life" anstatt von "shelf life" lasen (was eben ein Verleser war). Passen aber insofern, weil sie deshalb von Anfang an eine angeklebte Randnotiz waren. Gesammelt wurden die Muscheln - eine prächtige japanischen Auster, vom niederländischen Nutzer GeraldM unter GNU bereitgestellt, sowie von Akigka isländischer Miesmuscheln, ebenfalls unter GNU sowie cc-by-sa lizensiert - in den Commons der Wikipedia. Merci!]

Von miss.gunst am 19.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.01.09

kunstgeburtstag 2009 (WRT)

ab09_ksw.gifUnd schon ist es wieder so weit: Als treue Kunstgeburtstags-Fans wollen wir natürlich auch den diesjährigen nicht versäumen.
Ergo ergeht ein entsprechender Webradio-Tipp...

Gefeiert werden will der Kunstgeburtstag nämlich - so verlangt es die von Robert Filliou begründete Tradition - alljährlich am 17. Januar.

ab09_g.gifSo haben sich auch heuer wieder unter dem Dach des Art's Birthday Net zahlreiche Kunstradio-Initiativen versammelt, um den Feiertag aufs zünftigste zu begehen.

Bereits seit gestern und noch bis zum morgigen Sonntag wird fleissig gesendet. Unsere speziellen Empfehlungen für den heutigen Samstag:
Wer nicht nach Österreich pilgern kann, um in Wien und Hainburg den ausgedehnten Festivitäten beizuwohnen, die dort vom Kunstradio und dem IMA Institute für Medienarchäologie nicht nur im Äther, sondern auch live vor Ort ausgerichtet werden (Details des Party-Fahrplans hier, mag vielleicht statt dessen mal in die "Extremity Cassette" hineinlauschen, die Anna Friz (mehr im Archiv) aus gegebenem Anlass bei Absolute Value of Noise laufen lässt.
Oder aber in den Webradio-Klangstrom, den Knut Aufermann von Mobile Radio (mehr im Archiv) sendet.
Oder oder oder... einfach mal selbst ins Kunstgeburtstagsmenue 2009 des Art's Birthday Net schauen bzw. hören. Da sind wirklich jede Menge Leckereien dabei!

Von miss.gunst am 17.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.01.09

milieux sonores

mskr_ksw.gifWas heisst es, Klangräume zu imaginieren und mit diesen Imaginiationen im Realraum zu experimentieren?
Solchen Fragen verspricht die Ausstellung "Milieux Sonores" nachzugehen, die heute (16.01.09) Abend im Walcheturm eröffnet wird.

"Das Verhältnis zwischen Raum und Ton ist eine zentrale Komponente vieler künstlerischer Werke. Über den Ton wird der Raum erfahrbar, imaginativer Raum wird durch ihn zeitlich wie räumlich strukturiert. Doch dieser Umstand wird selten bewusst erlebt, und genau hier setzt die Ausstellung 'Milieux Sonores' an."
So steht's im Konzepttext zur Schau, die von Patrick Huber und Markus Maeder (Walcheturm in Koop mit dem Institute for Computer Music and Sound Technology) kuratiert wird.
mskr_g.gif
... und wir sind schon jetzt sehr neugierig, was die beteiligten Künstler daraus machen werden. Mit dabei sind unter anderem Jason Kahn, Yves Netzhammer und Bernd Schurer, Rob van Rijswijk und Jeroen Strijbos (mit Soundspots, allem Vernehmen nach)... und noch Einige mehr...

[Bildchen: Selbstgebasteltes milieu sonore - wobei wir uns die Mutter des Würfels dankenswerter Weise in den Wikipedia Commons borgen konnten. Sie untersteht, wie auch der kleine Klangraum, dem grossen GNU.]

Von miss.gunst am 16.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.01.09

stadt-sinfonien (WRT)

gssi_ksw.gifZur Abwechslung ein regelrechtes Klassik-Programm. Aber natürlich nichts, was ein verzweifelter Pianist spätnachmittags in einem Caféhaus klimpern würde, um der Buttercrème zu noch ein wenig mehr Schmelz zu verhelfen. Ist ja schliesslich einer unserer Mittwochs-Webradio-Tipps und geht in Richtung WDR open: Studio Elektronische Musik.

Dort stehen nämlich heute (Gross-)Stadt-Sinfonien auf dem Programm, mit drei - eben längst zu den Klassikern zählenden - Hommagen auf New York:

gssi_g.gifEdgard Varèses "Poème eléctronique" (1957-1958) ist dabei (ja genau, demhaben wir vor gut drei Jahren bereits einen Eintrag gewidmet, s. den Archivzettel vom 28.01.06), dann Steve Reich mit "City Life" (1995; allerdings nur in einem Ausschnitt) sowie zu guter Letzt Bruno Maderna mit seiner "Juilliard Serenade (tempo libero II)" (1971).

Alles zur gewohnten Stunde, also ab 23:05 Uhr und per Webstream mitzulauschen. Machen wir natürlich und können bei dieser Gelegenheit ja mal überlegen, wie sich eine solche (Gross-)Stadt-Sinfonie heute anhören würde...

[Bildchen: Nunja, auch eine (Gross-)Stadt-Sinfonie. Das von uns neu interpretierte Original wurde von B. Kerr kompiniert und dankenswerter Weise unter cc-by-sa den Wikipedia Commons zur Verfügung gestellt.]

Von miss.gunst am 14.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.01.09

kalender

kl09_ksw.gifNoch ist das Jahr recht jung und insofern schaut sich vielleicht der eine oder die andere nach wie vor nach einem passenden Kalender um.
Da die Omnipräsenz digitaler Organizer der schon immer eher relativen Vielfalt und Bandbreite gestalteter Wand- und Tischkalender nicht eben zuträglich gewesen ist, kann sich die Suche nämlich durchaus schwierig gestalten.

Jedenfalls, wenn's nicht gerade Katzenkinder in allen nur denkbaren Variationen sein sollen. Kein Wunder, dass Menschen mit Neigung zum DIY dann tendenziell auf mehr oder weniger schlichte selbstgestrickte Lösungen des Kalenderproblems verfallen.

kl09_g.gifWer nun weder das eine noch das andere mag (also weder Katzenkinder noch eingeklebte ausgedruckte Fotos - oder gar so ein ganz archaisches Design wie jenes, auf das unsere kleine Kandidatin nebenstehend verfallen ist):
Wie wäre es denn mit einem echten Künstlerkalender, den man entweder als signiertes Exemplar frei Haus geliefert bekommt - oder aber kostenlos herunterladen und dann selbst ausdrucken kann?

Andy Deck hat nämlich auch in diesem Jahr wieder einen wunderschönen Comic-Kalender fabriziert. Das Exemplar für 2009 trägt den Titel "Wildlife Refuse" und erzählt Monat für Monat in wenigen Worten und vielen liebevoll gezeichneten Bildern Geschichten von widerständigen Wild- und anderen Tieren. Offensive Niedlichkeit im Kampf gegen die omnipräsente Stumpfheit in Sachen Ökopolitik - ganz sicher nicht der schlechteste Begleiter durch ein Jahr, das gleich mal eben mit Rettungsmassnahmen nicht etwa für von Klimaveränderungen gefährdete Spezies, sondern für die Autoindustrie begonnen hat...

Von miss.gunst am 13.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.01.09

tapedeck

mgsk_ksw.gifDa wir gerade beim Thema "Die Kassette als Objekt" waren, können wir doch gleich noch einen weiteren Zettel dazu in unseren -kasten legen.
Zugegeben: Unser eigenes Herz hat zwar vor allem für die liebevoll zusammengestellten Mixtapes und deren meist kongenial selbstgebastelte Hüllen geschlagen...

... aber ein wenig Sachkunde ist natürlich auch nicht schlecht.Zumal dann, wenn sie zum Erhalt des Wissens um eine im Verfall begriffene Kultur beiträgt.

Sehr verdienstvoll auf diesem Gebiet ist zweifelsohne das Projekt tapedeck.org. Es hat mittlerweile 355 (verschiedene!) Exemplare gesammelt, die einst den Aufnahmefreudigen zur Verfügung standen.
Nun kann man wenigstens ihre äusserliche Erscheinung andachtsvoll beäugen. Gerne auch sortiert nach Marke, Spieldauer oder Beschichtungsqualität...

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[Bildchen: So sah unsere Vorstellung von gut sortierter Sachkunde vor tapedeck aus. Nein, nicht nach Farben. Natürlich alphabetisch. Wobei wohl selbst die Imagination der ehrenrettenden Anmerkung bedarf: Die Mixtape-Titel in dieser Zeichnung sind der Logik der Sache geschuldet. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Kassetten des eigenen Bestands sind ausgeschlossen.]

Von miss.gunst am 10.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.01.09

basteln mit kassetten

jlc_ksw.gifMal wieder etwas für Tape-Fans bzw. FreundInnen von Kassettengeschichten. Bislang haben wir uns - wann immer es einen Eintrag zum Thema gab - ja mehr mit Projekten befasst, die sich den Magnetbändern im Inneren der Gehäuse widmen und dem, was auf diesen gespeichert war oder nicht.
Zur Abwechslung gibt's nun mal einen Basteltipp, der das Objekt als solches in den Mittelpunkt stellt.

Bei instructables (wo sonst?) sind wir nämlich kürzlich auf eine Anleitung für ein nettes kleines Spielzeug gestossen, das die meisten zwar schon kennen werden - und wohlmöglich auch schon einmal selbst gebastelt haben: Eine Jakosbleiter.

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Vermutlich aber nicht aus Kassetten, oder? Und überhaupt frischt man doch gern hin und wieder seine Kenntnisse auf. Zumal, wenn es dafür so eine schöne Steilvorlage wie in besagter Anleitung gibt, nämlich diesem Clip.
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Logisch, dass man das unbedingt mal selbst ausprobieren will.
Allerdings braucht es dafür, genau...
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... die entscheidene Ingredienz.
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Und zwar nicht nur in einfacher Ausführung. Sondern sechs Mal.
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Wenn sich eben dies freilich - was bei einem vergehenden Medium ja durchaus der Fall sein könnte - als schwierig bis unmöglich erweisen sollte (zumal die Anleitung nicht ganz zu Unrecht das Basteln mit noch verpackte Kassetten nahe legt)... nun... dann raten wir zu einer kleinen Variation:
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Von miss.gunst am 03.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.01.09

kunst in der luft (WRT)

ct_rwp_ksw.gifEigentlich hätten wir schwören können, dass dies eher die Wiedervorlage eines älteren Webradio-Tipps mit neuer Verbindung wird. Aber der Blick in die hauseigenen Archive hat uns gerade eines Besseren belehrt - und so können wir das neue Jahr tatsächlich mit einer Premiere in doppelter Hinsicht beginnen.

ct_rwp_g01b.gifDas Kunstradio des PS1 in New York - ursprünglich auf den nahe liegenden Namen WPS1 getauft - gibt es nämlich schon lange. Und mit seinem Programm - zu dem zahlreiche von KünstlerInnen bestrittene Themen- und Musiksendungen ebenso gehören wie Debatten um aktuelle Ausstellungen und die Wiederausstrahlung historischer Audio-Kunst - dürfte es auch eine denkbar grosse Fangemeinde unter Kunst- und KunstradiofreundInnen haben.

Kürzlich sind nun die Webseiten des bereits vor längerem dem MoMa angegliederten PS1 renoviert worden, und damit verschwand erst einmal die angestammte Webseite des Radios (www.wps1.org) von der Bildfläche - einschliesslich der Archive und des Ankers zum Stream.
Angesichts der Finanzkrise, die mittelbar auch die von privaten Förderern abhängigen Kulturinstitutionen erreicht, liess das natürlich erst einmal nichts Gutes vermuten.

ct_rwp_g2.gifAber unter den Neuigkeiten entdeckten wir dann freudig die Meldung, dass lediglich der Umzug auf eine neue Seite mit dem schönen Titel "ARTonAIR.org" geplant ist.

Das sollte eigentlich am heutigen 01.01.09 auf Sendung gehen. Also haben wir brav die der Zeitzonen-Differenz geschuldeten Stunden abgewartet, neugierig und erwartungsfroh nachgelugt.
Bislang steht unter der angegebenen Adresse jedoch nach wie vor lediglich die Ankündigung zu lesen.
Nunja. Wir werden uns wohl noch ein bisschen gedulden müssen. Und sind umso gespannter, was der Relaunch bringen wird.
In jedem Fall: Wieder ein bisschen mehr Kunst in der Luft Art on Air...

[Bildchen: Als es eben ans Illustrieren ging, fiel uns auch wieder ein, warum es noch keinen WRT zu WPS1 gegeben hat. Genauer gesagt: Warum er nie online ging, den skizziert hatten wir ihn schon vor mehr als drei Jahren. Damals fanden wir nämlich partout kein unter CC publiziertes Foto des Uhrturms, aus dem WPS1 sendete und der sozusagen dessen Wahrzeichen war. Und trauten uns nicht, dasjenige von der PS1-Seite zu nehmen. In den Wikipedia Commons hatte es immer noch keins. Aber diesmal haben wir ein so wunderbar zum Anlass des Textes passendes vom Lackawana Terminal Clocktower in New Jersey gefunden, das wir unser Radio gleich dort eingerichtet haben. Dem Autor und Spender des unter cc-by-sa publizierten Originals sei herzlichst gedankt!]

Von miss.gunst am 01.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)