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03.05.09
AR scratching
Eigentlich eine klassische Tonträgermanipulations- und Soundgenerationstechnik aus der Vinyl-Ära: Das Scratching.
Und etwas, das man - Eingriff hin oder her - vielleicht nicht sofort mit kreativer Bastelkunst in Verbindung bringen würde.
Wie hiess das doch seinerzeit auf gut Hessisch, cf. the famous and talented Rodgau Monotones? "Eeeh, was machst'n Du da mit mei'm Pladdeespieler?" "... kabbuttt" - "Dreggsagg!!"
Nun haben Künstler wie Strotter (s.a. im hauseigenen Archiv), dass die richtige Mischung aus brachialem und sensiblem Umgang mit Material und Technik auf dem Feld des Turntableism durchaus einen innovativen Zug zeitigen kann. Aber an Scratching düften doch eigentlich die Wenigsten denken, wenn seine Nähnadeln beharrlich über mit Heftpfaster beklebte schwarze Scheiben schaben.
Tatsächlich sind jüngst jedoch auch Verfahren entwickelt worden, die das Scratchen im klassischen Sinne weiterbringen wollen - und zwar so, dass der Tonträger selbst dabei eine bislang unbekannte Überlebenschance erhält:
Zunächst einmal hat Todd Vanderlin eine einfache, aber effektive Methode entwickelt, bei der AR (= Augmented Reality)-Transfers mittels Markern eine zentrale Rolle spielen.*
Wie das ausschaut und (wie gut das) funktioniert, kann man in einem kleinen Lehrfilm bestaunen, den Vanderlin bei vimeo abgelegt hat.
[* Denjenigen, die sich zu diesem Thema noch ein wenig solides Basiswissen erwerben wollen, sei ein Aufsatz (pdf) von Markus Färber empfohlen, der auf den Seiten der Distributed Systems Research Group der ETH Zürich zu finden ist.]
Und um noch eins drauf zu setzen, hat dieser Tage Theodore Watson von F.A.T. (Free Art & Technology) mit einem kleinen Spezialanwendung für einen beliebten mp3-Player nachgelegt. Konzeptuell und technisch gesehen ist sein Plattendrehen auf dem iPod (und auch dazu gibts natürlich einen Clip) zwar doch nochmal etwas anderes.
Aber zweifelsohne auch sehr schick.

[Bildchen: Gemeine Krätze in Aktion - vielleicht hülfe da auch eine AR-Transformation, um die Haut der kleinen Scheibe zu retten? Seine Ahnin - echtes Vinyl - wurde den Wikipedia Commons unter GDFL spendiert, daher ist auch dieses Schreckensszenario entsprechend lizensiert.
Von miss.gunst am 03.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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