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29.07.09

DIY sommerakademie (interflugs)

iffa09_ksw.gifFortbildung kann so eine schöne Sache sein. Auch zur Sommer- und damit tendenziell Ferienzeit? Aber sicher doch. Jedenfalls, wenn es sich um die interflugs summer academy handelt.

Selbige findet derzeit (und noch bis zum 13.08.09) in Berlin statt, wo interflugs beheimatet ist. Die interdisziplinäre Organisation der Freie Klasse der Universität der Künste (UdK) wird dieses Jahr stolze zwanzig Jahre alt. 1989 gegründet, um durch die Organisation autonomer Seminare, Workshops und Gastvortragsreihen für mehr Selbstbestimmung im Kunststudium zu sorgen, hat sich interflugs immer wieder erfolgreich von Innen verjüngt und ist inzwischen fast schon selbst eine Institution geworden.

Das Jubiläum wird nun in bester interflugs-Tradition durch ein geballtes Programm mit Workshops, Vorträgen, Filmen - kurzum: in Form besagter Sommerakademie gefeiert.

"... a Do It Yourself -art-academy organised by students, free and for all, a platform for creative and independent thinking about the circumstances of artistic work and education."
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Und zwar extra muros der UdK: Im lange Zeit eher etwas verrufenen, seit jüngstem allerdings tendenziell ultrahippen Neukölln (sic, südlich vom Maybachufer eröffnet derzeit im gefühlten Fünf-Minuten-Takt Kunsträume, Ateliers, Szeneläden und -lädchen, Bars) wurde die Manege, ein auf dem Campus Ruetli gelegenes Jugendzentrum bezogen. Bei "Jugendzentrum" denkt manche/r vielleicht an trostlose Keller mit Kickern und Flippern und einem Boxbeutel in der Ecke. Von wegen. Die Manege wird nämlich von einer Künstler-Initiative namens Fusion betreut, die mit den Jugendlichen offenbar ständig wilde Plastiken basteln (die dann nebenbei noch als Hollywoodschaukeln, Bänke oder was auch immer dienen) - das Ganze sieht jedenfalls wie ein bewohnbares Fantasy-Game aus. Und funktioniert tatsächlich grossartig. Jedenfalls als Ort für die interflugs academy.

Können wir hier mal eben so behaupten, weil nämlich gerade mehrere Tage lang getestet. Und für rundum, aber wirklich rundum für grossartig befunden. Grossartiges Programm an einenm grossartigen Ort, von einem grossartigen Team organisiert. Von den aus Italien, Russland, Grossbritannien, Belgien, den Niederlanden, sogar Korea eigens angereisten TeilnehmerInnen ganz zu schweigen.

Kurzum: *wow*.

Etwas längere Version: (inter-)Flugs nach Berlin fahren. Mitmachen, so lange es bzw. die interflugs summeracademy noch geht...

Von miss.gunst am 29.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.07.09

es wird (nicht) gestreikt

tlsa09_ksw.gifUneindeutige Ansage? Das ist natürlich Absicht. Denn auch mit der programmatischen Absage, die man gemeinhin mit dem Begriff "Streik" assoziiert, verhält es sich ja keineswegs so einfach. Beispielsweise, weil eine Arbeitsniederlegung ganz schön viel Arbeit machen kann.

tlsa09_g1.gifGibt also schon ganz grundsätzlich so Einiges zu klären in Sachen Streik(en). Richtig kompliziert wird es dann, wenn man sich auf das Feld der Kultur und der Künste begibt, auf dem sich die Arbeitsverhältnisse noch einmal etwas anders gestalten als in jenen Sektoren, in denen für gewöhnlich zum Streik aufgerufen wird.

Das an sich ist nicht ganz neu - tatsächlich hat es in der Geschiche der Kunst insbesondere seit den 1960er Jahren diverse Streikbewegungen gegeben; so beispielsweise den legendären Art Strike.

Im aktuellen thealit laboratorium in Bremen, wo heute die Streik Academy (bzw. die Strike Akademie ;)) beginnt - den zugehörigen Aufruf haben wir vor einiger Zeit ja auch in diesem Log.Buch weitergereicht - lässt sich nun jedoch eine ganze Palette möglicher Perspektiven aufs Thema erkunden.

Auf dem dreitägigen Programm stehen nicht nur Vorträge und Workshops, sondern auch Konzerte und Performances - von Streikenden und Streiks Bestreikenden, für Streikende und solche die es (nicht) werden wollen.

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Von miss.gunst am 17.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.07.09

camp 09

cf09_ksw.gifVorgestern gestartet ist nicht nur der Elektromagnetische Sommer, sondern auch ein anderes Festival, das wir kennen und schätzen. Bei(m) camp in Stuttgart geht es allerdings nicht um Radiowellen, sondern um Klangkunst und Visuelle Musik.

Wie immer hat die Stuttgarter Initiative internationale KünstlerInnen eingeladen, die nun seit Montag zunächst einmal mit Workshop-TeilnehmerInnen arbeiten und sich untereinander austauschen.
Freitag und Samstag geht es dann erst recht zur Sache, wenn alle Beteiligten dann mit AV-Performances und Konzerten die Bühne bespielen.

Bereits heute gibt es jedoch einen Anlass, sich als Festival-BesucherIn in den Württembergischen Kunstverein zu begeben:
Um 19:00 Uhr hält Martin Koeppl - selbst AV-Künstler und Professor an der FH Metzingen/Schwäbisch-Hall - einen Vortrag zum Thema und anschliessend eröffnet eine Ausstellung, welche Arbeiten von KünstlerInnen versammelt, die in den vergangenen zehn Jahren beim camp Festival mit von der Partie waren.

Zumal wir das Ganze auch schon selbst getestet und für gut befunden haben: Können wir einen Besuch nur allerwärmstens empfehlen!

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Von miss.gunst am 15.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.07.09

lauter inseln (WRT)

ems09_ksw.gifLetztes Jahr ist er uns glatt durch die Lappen gegangen, aber diesmal sind wir wieder ganz Ohr und können den Webradio-Tipp der Saison ausgeben: Heute startet LoRa Zürich in den Elektromagnetischen Sommer 2009!

Der Klangkünstler Jörg Köppl (der erst kürzlich auch ein ganz wunderbares Programm für unser Lieblings-Kunstradio-Netzwerk radia.fm beigesteuert hat) verspricht in Kooperation mit dem Kunsthof - wo vor zwei Jahren Marold Langer-Philippsen mit seinen Jurten campierte - "Lauter Inseln" (und wohl auch die eine oder andere laute Insel) in den Radiowellen-Ozean zu entlassen.

Wer sich nun wundern mag, zugleich in der Ankündigung zu lesen, dass es dabei um "Dialoge" gehen soll: Vielleicht ist ja doch jeder Mensch eine Insel - aber eben die Vorstellung, dass einsame Eiländer nicht miteinander kommunizieren können, schlicht und ergreifend falsch.

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Neugierig geworden? Einfach einen Blick aufs Programm und die Hintergrundinfos zu den Beteiligten und dann sich mit Schwung in die Wellen des Webstreams werfen... wo heute Mittag ab 12:15 Uhr übrigens erst einmal Lachyoga angeboten wird. Na dann!

Von miss.gunst am 13.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.07.09

eisenwind (WRT)

iwif_ksw.gifFreundInnen der Brückenmusik aufgemerkt: Heute gibt es nicht nur endlich wieder einmal einen Webradio-Tipp, sondern sogar einen, in dem denkbar massive Saiten angeschlagen werden.

Schnöd geklampft wird selbstredend nicht. Vielmehr hat sich der dänische Klangkünstler Jacob Kirkegaard - treuen LeserInnen auch aus mehreren Einträgen in unserem Log.Buch bekannt - vor drei Jahren auf eine akustische Forschungsreise am Kölner Rheinufer gemacht und dort mit Kontaktmikrofonen jene Konzerte aufgenommen, die Wind und Wetter, Regen- und anderes Wasser auf den metallenen Uferbezäunungen und -geländern geben. Unter dem Titel Iron Wind bzw. Eisenwind hat er anschliessend ein Radiokunst-Stück für den WDR Köln daraus gemacht.

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Ist natürlich streng genommen nicht lupenreine Brückenmusik, wie sie beisielsweise Jodi Rose in bzw. bei ihren "Singing Bridges" sammelt (s. dazu auch den Eintrag vom 15.03.07 im hauseigenen Archiv). Wobei Jacob Kirkegaard seinerseits übrigens auch einmal eine von Jodi Roses Brückenmusikaufnahmen in eine eigene Komposition transformiert hat (gabs mal bei GUNSTradio zu hören, wo im vergangenen Jahr mit Autophones zudem ein weiteres Brückenmusik-Projekt an den Start gegangen ist).

Jedenfalls: Heute Nacht um 23:05 Uhr wird im WDR Studio Akustische Kunst Kirkeggards Eisenwind noch einmal zu Gehör gebracht. Nicht vepassen!

[Bildchen: Ist tatsächlich ein Stück Geländer vom Rheinufer - extrahiert aus einer fast schon zu schönen Panoramafotografie, die Ahgee ASR688in die Wikimedia Commons gespendet hat. Lizenz: cc-by-sa. Merci!

Von miss.gunst am 10.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.07.09

mundgeblasen

bfbl_ksw.gifNein, nicht venezianische Vasen. Mundgeblasen geht auch mit bzw. auf Bierflaschen. Klingt eher nach spontaner Musikeinlage zu später Partystunde?
Als solche könnte das Ganze natürlich theoretisch durchaus taugen.
Erst einmal handelt es sich jedoch um einen Zettelkasten-Eintrag zum Thema: Instrumente.

bfbl_g.gifDen endlich einmal nachzuholen gibt nicht zuletzt jener zu Mamoru Okunos Etuden einen idealen Anlass - denn auch hier geht es um einen Künstler aus Japan, der seine Klangkunst-Experimente aus schlichtem Alltagsgut heraus entwickelt.

Tetsuya Hori lebt momentan zwar in Berlin, kennengelernt haben wir ihn und seine Bierflaschen aber in Frankfurt im Rahmen des diesjährigen Nipponn Connection-Festivals.

Wenn sich Testuya Hori auf seinen Heimseiten selbst als "composer, object-player, pianist" bezeichnet (wobei er durchaus auch noch weitere akustische, elektroakustische und elektronische Instrumente spielt), dann deutet sich erstens schon mal an, in welche Kategorie Flaschen und Flaschenspiel fallen. Und zweitens lässt sich erahnen, dass es noch andere Gegenstände gibt, die von ihm zu Instrumenten umfunktioniert werden.

Mal kurz reinschauen und -hören, was das konkret meint, lässt sich anhand der Clips, die Testuya Hori unter "Videos" eingestellt hat. Und ansonsten empfehlen wir wärmstens, sich bei Gelegenheit zu einem der Live-Konzerte des Künstlers zu begeben.

[Bildchen: Zeigt natürlich nicht den Künstler. Wohl aber eine der Techniken, die bei seinen Konzerten zum Einsatz kommt. Die Mutter der musizierenden Flasche hat Sönke Kraft aka Arnulf zu Linden für die Wikimedia Commons fotografiert und unter GNU FDL 1.2 lizensiert. Was dito auch für die Tochter gilt.]

Von miss.gunst am 07.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.07.09

ruf vom open source festival

osf09_ksw.gifSommerpause? Von wegen. Weder bei HOME MADE, noch überhaupt. Und so gibt es auch wieder einmal einen Aufruf zum Mittun weiterzureichen.
Er kommt vom Düsseldorfer Open Source Festival - was doch schon allein vom Titel her einladend tönt.

Gerufen wird nach bewegten Bildern, mit denen das Kuratorenteam (von) Elektronentoto [schickes Label, btw.] dann mutmasslich AV-Programme und möglicherweise auch Installationen einrichten wird.

Hier jedenfalls der (Auf-)Ruf im Original:

Aufruf zu [sic] Video- und Animationsarbeiten!

Das Open Source Festival ist eine Plattform für Zustände und Perspektiven der aktuellen Club- und Popkultur, die am 25.Juli mit lokalen und internationalen KünstlerInnen in Düsseldorf vertreten sein werden.

Dieses Jahr hat das Musikfestival nicht nur seine Location
zur Düsseldorfer Galopprennbahn gewechselt, sondern widmet sich in diesem Jahr auch erstmalig der visuellen Kunst.
Das Kuratorenteam Elektronentoto zeigt neben ortsspezifischen
Installationen Kölner KünstlerInnen auch Videoexperimente zum Thema:

(fat)chance operations
[zufallsoperationen und glücksspiel]

freuen sich
auf weitere Beitraege!

Wir laden euch dazu ein mit uns und dem Open Source Festival die
Eroberung dieses Ortes zu feiern und eure Videoexperimente an uns zu schicken. Die besten Beiträge werden dann am Tag des Festivals
in der Elektronentoto-Kabinenschau ausgestellt und an den Aussenmonitoren des Festivals ausgestrahlt.

Schickt uns bitte eine Email(direkt mit einem Video-Link und Screenshot mit einer Breite von 600 Pixeln) an elektronentoto@open-source-festival.de.

Einsendeschluss: 15.Juli 2009.

Die Beiträge sollten jeweils nicht länger als 3 Minuten lang sein!

Mehr Infos unter www.elektronentoto.mobi/fatchance/
www.open-source-festival.de


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Hm. Der Aufruf ist nett und vor allem die Elektronentoto-Heimseiten schauen durchaus ansprechend aus. Nur: Herausbekommen, was das Open Source Festival denn eigentlich mit Open Source, also Quelloffenheit im weitesten Sinne zu schaffen hat, Haben wir nicht. Muss man halt mal nachfragen/hören/schauen gehen vor Ort.

Von miss.gunst am 04.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.07.09

pool loop

plpl09_ksw.gifDas Ereignis dieses Wochenende in Zürich braucht man eigentlich nicht gross anzukündigen. Aber mindestens ein kleines Fähnchen hissen müssen wir natürlich doch...

Heute startet nämlich das POOL/LOOP/ Festival - das ja allein schon aufgrund seiner bestechend logischen und logotechnisch schlicht bestechenden Benamsung einen Extra-Punkt verdient.
Die angesichts der hochsommerlichen Temperaturen natürlich nochmals verlockender tönt. [Auch wenn es, beiseit bemerkt, eigentlich am Austragungsort keinen Pool wie den auf der Heimseite präsentierten hat - sondern, was umso schöner ist, schlicht und einfach der Zürisee zum Sprung in die Fluten lockt...]

Aber zur Sache, und da können und müssen wir, weil wir's grad etwas eilig haben, einfach zitieren:

"POOL/LOOP/ ist ein audiovisuelles Sound- und Medienfestival in der Roten Fabrik Zürich und Nachfolger von COPY! und Netlabelfestival. Ziel von POOL/LOOP ist die lustvolle und aktive Auseinandersetzung mit zeitgenössischer elektronischer Kunst und Musik. Es wird Krachen, Klicken, Wummern, Dröhnen, Säuseln, Quietschen und Fiepen. Es darf gebastelt, geschnitten, gesägt, gelötet, getanzt, gefeiert und gebadet werden."

Na also - wenn das nicht höchst verlockend klingt. Nix wie hin!

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[Bildchen: Von der Wasserfarbe her kommt unser imaginierter Loop-Pool fast hin - seine Füllung aben wir freilich nicht aus dem Zuerisee, sondern aus dem legendären Emerald Pool entwendet. Dank gilt dem Wikimedia Commons Spender Mav - und wie das Original ist auch dieses Bildchen cc-by-sa lizensiert.]

Von miss.gunst am 02.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)