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30.08.09

ciao? ciao!

vmlt_ksw.gifTja, so schnell kann's gehen. Kaum ausgepackt, mussten die Kisten heute auch schon wieder eingeräumt und verladefertig gemacht werden.
Was ziemlich schwer fiel - obwohl, oder vielmehr: gerade weil die darin bevorrateten Bastelmaterialien deutlich dezimiert worden sind.

Insofern meint "Ciao" zwar einerseits - wie im (Schweizer-)Deutschen meist - "Tschüss". Und der Abschied von der Arbeitswoche wurde zuvor natürlich noch fleissig gefeiert:
Mit einem Tag der offenen (Garten-)Tür, Ausstellung und Fest.

Solange es noch hell war, konnte man im Grünen diverse seltsame Gebilde beäugen, die noch viel seltsamere Geräusche von sich gaben:

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Und als sich die Dunkelheit über den Garten gelegt hatte, wurden Lichter und Klänge in den gestirnten Nachthimmel gesandt. Schliesslich war in weiser Voraussicht auch einschlägiges Equipment mitgebracht sowie gebastelt worden...
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... um zünftig zum Tanz aufspielen zu können:
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Und geübte VJs hatten sich ebenfalls eingestellt...
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Was man da sieht? Ja, das sieht tatsächlich badenden Bärtierchen & Co. verdächtig ähnlich.

Und natürlich werden wir uns nicht lumpen lassen, die zahllosen zwitschernden, klingenden und blinkenden Exponate der Ausstellung noch etwas genauer vorzustellen. Wie auch die DJs und Vjs. Und und und...

Und deshalb meint "Ciao" andererseits - wie im Italienischen, in dessen Sprachraum diesmal schliesslich gebastelt wurde - auch in diesem Fall eben nicht nur "Tschüss". Sondern zugleich "Hallo".
Im Sinne von: Aber hallo - natürlich wird jetzt erst recht heiter weitergemacht...

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[P.S.: Das Fähnlein haben wir uns aus dem T-Shirt geschnitten, das Lab-Compagnon Jordi von den nuove propose culturali zum Abschlussfest trug. Mille grazie a lui!]

SGMK & HOME MADE - DIY LABOR TICINO 2009

Von miss.gunst am 30.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.08.09

DIY bärtierbeobachtung ff.

btb02-ksw.gifMit dem Thema Bärtierchenbeobachtung sind wir natürlich noch lange nicht fertig. Denn Marc Dusseiller hat tatsächlich einen Weg gefunden, den Tardigradien aus nächster Nähe auf ihre fusseligen Füsschen zu schauen.

Wie das genau geht, dass man sich nicht wie gestern noch mehr oder weniger ungenaue Vorstellungen machen muss, sondern Bilder wie beispielsweise diese hier sieht:

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... das wird in einem eigenen Eintrag verraten werden. Denn jetzt geht's erst einmal an die Vorbereitung der abendlichen Festivitäten, in deren Rahmen die sehens- und hörenswerten Ergebnisse der aktuellen Arbeitswoche vorgestellt werden sollen.


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Von miss.gunst am 29.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.08.09

DIY bärtierbeobachtung

btb01-ksw.gifBärtierchen - zu gut Lateinisch: Tardigrada - sind sicher nicht zu Unrecht unter den Menschen, die gern auf Kleines gucken, sehr beliebt. Obgleich zu den Raubsaugern zählend (und als ebensolche zum Behufe der Nahrungsaufnahme unbwehrten, noch kleineren Tierchen auf ziemlich gemeine Weise nachstellend) gelten sie gemeinhin als "süss".

Sic, so steht es - derzeit wenigstens - sogar im ihnen gewidmeten Eintrag in der Wikipedia nachzulesen.

btb01-gk.gifNun, da wir bekanntlich eine gewisse Vorliebe für Niedlichkeiten hegen: Warum nicht der Sache einmal auf den Grund gehen und einen Versuch starten, des gemeinen Bärtiers einmal mit eigenen Augen ansichtig zu werden!
Bilder hat es zwar im weitweiten Gewebe mehr als genug. Aber man liest ja immer wieder so viel über das böse, von Fälschungen und Listen nur so wimmelnde Internetz...

Allerdings ist es aufgrund der erwähnten, eher bescheidenen Grössenmasse, die das durchschnittliche Bärtierchen aufzuweisen hat (etwas genauer gesagt: bewegen sich selbige zwischen 50 Mikrometern und 1,5 Millimetern, wie die Wikipedia weiss) gar nicht so einfach, mit den Stammesmitgliedern Sichtkontakt aufzunehmen.

Deshalb haben wir erst einmal (sozusagen als Vorübung) unsere Imagination bemüht. Wobei wir uns schon mal sicher sind: So wie oben rechts schauen sie ganz bestimmt nicht aus. Eher vielleicht - um dem finsteren Raubsaugercharakter gerecht zu werden, haben wir sie mal etwas düsterer eingefärbt - so (???):

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Von miss.gunst am 28.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.08.09

ipunk (berz)

sbipk-ksw.gifIPUNK. Gesprochen wird's natürlich "I-PUNK". Und zu diesem Bekenntnis hat das kleine Ding auch allen Anlass. Denn es ist ein ziemlich überzeugender, weil entsprechend tönender Beweis dafür, dass Punk noch lange nicht tot ist.

Sondern vielmehr: Erstens zäh und überlebensfähig. Weil zweitens in der Lage, sich weiterzuentwickeln. Und dabei drittens sich an Orten neu zu formieren, wo man ihn nicht vermutet hätte.

Wie beispielsweise in einer kleinen Blechkiste, die dereinst der Aufbewahrung von Tabakwaren der (DDR-)Marke "DREIPUNKT" diente.

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Einem Exemplar dieser Gattung hat Simon Berz ein paar Innereien verpasst, welche sie nun eben als DREIPUNKT am musikalischen Leben teilnehmen lassen.

Und siehe da: Aus dem braven Tabak-Kistchen ist ein echter Punk geworden.

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Drinnen in seinen Eingeweiden hat es nämlich Lichtsensoren und Oszillatoren; erstere werden über die namensgebenden drei Punkte bzw. in diesen befindlichen Löcher angesteuert, indem man eine Lichtquelle annähert und - um's mal so zu sagen: ergebnisorientiert einen oder mehrere der (Loch-)Punkte mit den Fingern bedeckt. Im Pinzip wie bei einer Flöte. Nur dass es eben über "Signal IN" statt über "Signal OUT" und so gar nicht übers Anblasen funktioniert.*.
Und in jedem Fall schön punkig tönt.

* A propos "anblasen" - da hätten wir dann auch ein neues Instrument. Das aber wiederum nicht mit Tönen, sondern mit farbigem Licht reagiert. Doch das soll natürlich einen eigenen Eintrag bekommen...


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Von miss.gunst am 27.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.08.09

DIY instrumente

vmistr-ksw.gifWie schon gute Tradition bei den Sommerworkshops für ForscherInnen auf dem Feld der Experimentalelektronik: Sind selbstredend auch diesmal jede Menge selbstgebauter Instrumente mit von der Partie.

Einige davon steckten in den geheimnisvollen Kisten, von denen bereits die Rede war (nunja, vielleicht nicht gerade in diesen).
Diese hier beispielsweise haben Simon Berz und George Lazenbleep (bzw. Ben Maxwell Goldstone, s.a. den Eintrag zum Zürcher DIY-Festival 08) bereits seit längerem in Gebrauch:

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Oben links im Bild: Berz berühmte präparierte Drumstricks, die - wie im Eintrag vom 05.08.09 berichtet - gerade erst in Zürich bei den Stromereien zum Einsatz gekommen sind.

Von Natur aus neugierige Menschen wie Ben haben allerdings auch gleich bei der ersten Erkundung des Geländes bereits vor Ort installierte Instrumente entdeckt - wie dieses Noise-Turntable beispielsweise:

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[Beiseit: Strotter, der diesmal leider nicht mit von der Partie ist, hätte als eingefleischter Turtableist mit Vorliebe für solche brachialsensiblen Stimungen sicher seine Freude daran gehabt!]

Ob darüber hinaus auch neue Instrumente ausgetüftelt und gebaut werden? Was für eine Frage! Aber zu selbigen dann an anderer Stelle mehr...

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Von miss.gunst am 26.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.08.09

basteln

kpapb-ksw.gifWar natürlich nicht anders zu erwarten...

... kaum sind die ersten Kisten ausgepackt...

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... wird gleich mit dem Basteln begonnen:
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Und was da gebastelt wird, schauen wir uns später natürlich dann doch auch noch etwas genauer an.

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Von miss.gunst am 25.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.08.09

material, material

masp-ksw.gifInzwischen hat sich der Sesam Berg der Kisten geöffnet.

Was zum Vorschein gekommen ist?

Schätze, Schätze.
Und nochmals Schätze.

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Schauen aus wie gewöhnliches Elektrobastelmaterial?
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Widerstände?
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Etc. pp.?

Der Eindruck ist nicht ganz falsch. Aber: Alles das und noch viel mehr wird in den kommenden Tagen zu allerlei tönenden und blinkenden Instrumenten verbastelt werden.

Wie? Wo? Welchen?
Werden wir sehen. Und hören. Ganz bestimmt...


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Von miss.gunst am 24.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.08.09

zeigt her eure...

kstkst-ksw.gifNein, nicht Füsse. Auch die Schuhe interessieren uns nicht so sehr.
Sondern: Die Kisten.

All die vielversprechenden, prall gefüllten Kisten, die von allen Seiten ins Labor getragen worden sind...

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... und gleich erst einmal ausgepackt werden wollen.

Was drin ist? Was draufsteht. Und noch einiges mehr...

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Von miss.gunst am 23.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.08.09

DIY eiskrem

sgek_ksw.gifAus gegebenem Anlass und zumal es zu später Stunde rund um den Schreibtisch noch immer Saunatemperaturen hat, so dass auch der Rechner laut und vernehmlich nach Kühlung bzw. Ruhe ruft röchelt: Ein paar Rezepte, die genussvolle Linderung versprechen.

Klar kann man Eiskrem auch käuflich erwerben. Aber mal ehrlich: Eingefleischte BastlerInnen wollen auch in diesem Feld Kompetenzen erwerben. Wenn sie ebensolche nicht schon längst besitzen.

Letzteres scheint doch auf so einige jener sympathischen ZeitgenossInnen zuzutreffen, die ihr Wissen gerne weitergeben. Bei unserem Lieblingsbastelrezeptbuch Instructables beispielsweise hat es zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits dreizehn Seiten mit jeweils 20 Einträgen (macht also 260 bzw. werden demnächst sicher so viele sein - momentan fehlen noch ein paar). Nunja, nicht alle führen zum cremigen Glück. Aber doch mehr als genug, um etwas Passendes zu finden, das dem individuellen Geschmack, den zuhandenen Werkzeugen, Aufwandsbereitschaft und so weiter entspricht.

Empfehlungen sind vor diesem Hintergrund eigentlich müssig. Falls es doch welche brauchen sollte: scoochmaroos "Five Minute Ice Cream" - kaum von Ungefähr hoch in der instructables-NutzerInnen-Gunst gelistet - ist wirklich schnell und einfach nachzumachen. So man einen guten Mixer hat (ansonsten wirds schon ein bisschen in die Arme gehen).

Nochmals schlichter und sogar MilchallergikerInnen-freundlich ist das "Quick'n'Easy"-Rezept von Labot2001 (sieht ehrlich gesagt nicht so lecker aus und wir habens persönlich auch nicht getestet - aber anderen hat's wohl geschmeckt, wie die Kommentare verraten).

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Vom bastlerischen *wow*-Effekt her schiesst in der Kategorie "erstaunlich einfach" aber sicher die Instruktion von compatta den Vogel ab: Mit einem Eiskremgerät, das aus einer Hamsterkugel gebastelt wird.
Vegetariern unter den Eiskrem-Fans empfiehlt es sich, den Hamster vorher aus der Kugel zu entnehmen. Und allen anderen - ja, war ein kleiner Scherz - selbstredend auch.

[Bildchen: Das wohl einfachste Rezept: Eine schmackhafte Flüssigkeit mit geeignetem Gefrierpunkt gen selbigem herunterkühlen. Vorher ein Stielchen in den Behälter stecken. Nach Verfestigung entnehmen. Schleck. Imaginiert haben wir das hier für Menthe à l'Eau - und danken Wikimedia Commons-Spender Editor at Large für den Eiswürfel, der die Vorlage lieferte. Wie dieser steht unser Eis unter cc-by-sa.]

Von miss.gunst am 19.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.08.09

sommercamp workstation

scwst09_ksw.gifDass sich der Sommer nicht nur zum Kuscheln mit Sandkörnern eignet, sondern gerade von bastelfreudigen Klang- und BildforscherInnen gern zum gemeinsamen Arbeiten genutzt wird, haben wir ja schon mehrfach feststellen können in dieser Saison.

Un so gab es in Berlin - wo just dieses Wochenende auch die interflugs summer academy zu Ende gegangen ist (s.a. den Eintrag vom 29.07.09) - über die laufende Woche schon die nächste einschlägige Fortbildungsangebot:

Das Projekt "sommer camp + workstation = 2009" - initiiert von Carsten Stabenow (ex-garage Stralsund und nun garage berlin) und Carsten Seiffarth (Hörgalerie Singuhr und ex-Tesla Berlin) - knüpft an den Strang an, der seinerzeit vom Tesla ausgelegt worden war (s. a. im hauseigenen Archiv) und aufgrund der Einstellung der Förderung nicht mehr im würdigen Rahmen einer eigenen Institution für künstlerische Experimentalelektronik weitergeführt werden konnte.

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Erst mal eben mit dem als erstem Baustein fungierenden "Sommercamp", das aus mehreren Workshops bestand. Erwartungsgemäss waren als WorkshopleiterInnen jede Menge spannender KünstlerInnen eingeladen - einige davon treuen LeserInnen auch aus einigen Log.Buch-Einträgen bekannt, andere aber noch nicht, sodass es eigentlich gleich eine Reihe neuer Zettelkästen-Einträge hageln müsste.
Für heute soll, weil eilig, erst mal der Hinweis auf die Abschlusspräsentationen genügen. Ab 16:30 Uhr im Haus der Kulturen der Welt (siehe dazu auch den detaillierten Stundenplan als pdf).

Wer keine Zeit hat und/oder nicht vor Ort in B. weilt: Könnte sich schon mal das "Diskursive Wochenende" vormerken, das als nächster Baustein dann für den 20. bis 22. November geplant ist.
Und/oder danach lugen, was sich im Bereich der projekteignenen Produktionen so bewegt.

Mit ein bisschen Glück und Spucke bzw. wenn denn die Signale dort gehört werden sollten, wo es auch längerfristig Mittel gibt, wird es hoffentlich nicht dabei bleiben. Und wir halten die Daumen und bleiben erstmal dran.

[Bildchen: Zeigen das Camp-im-Camp in Form der Summercamp-Zeltchen (standen auch drinnen im HKW). Stammen beide aus dem Summercamp 2009-Flickr-Pool und wurden von Carsten Stabenow dankenswerterweise unter cc-by-sa lizensiert, merci! - was natürlich weiterhin für die hier verwendeten Ausschnitte gilt.]

Von miss.gunst am 16.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.08.09

DIY helden des alltags

khr_ksw.gifManchen mag es unwahrscheinlich erscheinen, aber es ist eine schlichte Tatsache: Den wahren Helden begegnet man doch im Alltag.
Höchste Zeit, das einmal zu würdigen...

Eine wunderbare DIY-Anleitung, wie man sich diese bzw. jegliche Art von Helden des Alltags höchst anschaulich vor Augen führen kann, gibt es bei Olie Bollen, einem amerikanischen Designerladen für Kindersachen.

Margaret Schankler, die ihn als "stay-at-home mom with a stubborn addiction to childish living" gegründet hat und seither erfolgreich führt, hat sich das Ganze ausgedacht. Sie gibt das Motto "be a nicer kinda heroe" (also: "sei eine nettere Art von Held/in" - gleichlautend mit: "sei ein/e nettere Kinderheld/in") aus. Und zeigt netter Weise eben auch gleich, wie das Schritt für Schritt geht.

Man bnötigt eigentlich nur Schere, Stift, Papier - und natürlich einen scharfen Blick für den Alltag, in dem es sich auch an den unwahrscheinlichsten Orten nur so von wahren Helden tummelt...

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[Bildchen: Voilà! Auch wir haben einen echten Superhelden des Alltags an einem höchst alltäglichen Ort entdeckt.]

Von miss.gunst am 13.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.08.09

what you really need (mit WRT)

wyrn_ksw.gifWas man wirklich braucht: Das tönt definitiv nach nützlichem Wissen!
Um so besser, wenn das Ganze zudem einen Do-It-Yourself-Aspekt hat.
Und zudem noch mit Kunst zu tun.

Das Projekt an sich ist zwar schon gelaufen, aber eigentlich* so lecker dokumentiert, dass es fraglos lohnt, es aus den von der berühmt-berüchtigten Warteschlange bewachten Sedimentschichten unseres Kulturbeutels in den Zettelkasten hinüberzuschaufeln.
*[Oh malheur! Just wo dieser Eintrag puliziert werden soll, gibts auf den im Folgenden so weidlich verankerten Webseiten des Projjektarchivs nur eine Fehlermeldung. Müssen mal eruieren, ob die nur temporär ist...]

wyrn_g1.gif"What you really need"*[autsch, s.o.] lautete jedenfalls die Frage, die das Welser Medienkulturhaus anlässlich des im benachbarten Linz ausgerufenen Kulturhauptstadt-Jahres dieses Frühjahr an Kulturschaffende ausgegeben hat*[autsch, s.o.].

Die Anwtorten wurden natürlich aus guten Gründen primär vor Ort eingesammelt, wo es dann Ausstellungen*[autsch, s.o.] und diverse Sonderveranstaltungen*[autsch, s.o.] gab.

Im Folgenden jetzt nurmehr mit den Ankern, die auch aktuell zielführend sind: Aber parallel sind auf den Heimseiten des Projekts auch einige der Aktivitäten dokumentiert worden: In Form einer Reihe von pdf-Zines, die während der Laufzeit als Wochenschriften erschienen sind und nun auch über die Laufzeit hinaus Wissenswertes zum Thema What You Really Need in Wort und Bild bieten. Und "Bild" inkludiert in diesem Fall beispielsweise auch jede Menge wunderbarer Comix, insofern als Hauszeichner Thomas Krienbaum eingeladen war.

Sowie eine Reihe von Radiosendungen (darum auch: Webradio-Tipp) von Ingo Leindecker, die man - was in angesichts der aktuellen Lage natürlich besonders praktisch ist - sehr bequem auch über die Heimseiten des Künstlers im Bereich "Audio" (das erste Kasterl links, Player unten) anhören kann.
Freudige Ergänzung, denn so ist wenigstens eins der Hefte zu erlangen: Dort gibts quasi als Programmheft auch eins der "What You Really Need"-Breviere (No. 6, pdf) - also einfach mal lauschen, lesen... und hernach wirklich wissen, was man wirklich braucht...

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Von miss.gunst am 09.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.08.09

séance mit vogelstimmen (WRT)

sva_ksw.gifVogelstimmen aus dem Jenseits? Ja genau. War ja sicher sowieso kein Zufall, dass Friedrich Jürgenson selig seinerzeit Kontakt aufnahm, als er im Garten Tonbandaufnahmen von unseren gefiederten Freunden machen wollte.

Allerdings waren es in Jürgensons Fall bekanntlich die Stimmen dahingeschiedener Menschen, die er dann beim Abhören der Bänder vernahm.

Wolfgang Müller hingegen, als Elfenexperte mit der Welt des Übersinnlichen bestens vertraut, lauscht nicht nur in diesseitigen Gefilden vorzugsweise Vögeln nach.

Vergangenes Jahr hat er daher eine "Séance Vocibus Avium" - also eine spiristsche Sitzung mit (bzw. durch) Vogelstimmen - einberufen. Und welche Vogelgeister wären für eine solche Anrufung wohl geeigneter als jene von Federtieren, die bereits ausgestorben sind?

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Für die von Müller eingeladenenen Medien - allesamt begabte KollegInnen (von Francoise Cactus und Brezel Göring über Frieder Butzmann bis Justus Köhncke) - eine denkbar anspruchsvolle Aufgabe. Mogeln und aus der Tasche zuvor aufgenommene O-Töne abspielen kann man bei ausgestorbenen Arten schliesslich nicht.

Aber es ist allen Beteiligte gelungen, ihre medialen Talente zu aktivieren. Und zwat derart überzeugend, dass "Séance Vocibus Avium" kürzlich den Karl-Szuka-Hörspielpreis 2009 gewonnen hat.

Gratulation! Und um so größere Begeisterung (in doppeltem Wortsinn), als sich jederzeit an der Séance teilhaben lässt. Denn der Bayerische Rundfunk hat sie - und wir haben damit einen besonders schönen Webradio-Tipp - tatsächlich als Podcast zum Mitlauschen und -singen ins Netz gestellt.

[Bildchen: Eigene freie Assoziation zu bzw. von traurigen Vogelgeistern. Von Wolfgang Müller selbst gab es Visuelles zu "Séance Vocibus Avium" vor einiger Zeit im Neuen Aachener Kunstverein sowie ab 29.09. in der Galerie Crystall Ball in Berlin zu sehen.]

Von miss.gunst am 07.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.08.09

elektromagnetische stromereien

emst09_ksw.gifDer Elektromagnetische Sommer 2009, den wir kürzlich noch freudig begrüsst haben, ist ja eigentlich schon wieder zuende gegangen. Leider.
Aber vielleicht lassen sich doch noch ein paar Schwingungen nachfassen?

Gleich vorab für jene, die es tatsächlich noch nicht kennen sollten: Die Zürcher Stromereien haben, ungeachtet ihres scheinbar einschlägigen Titels, eigentlich nichts oder nur wenig mit Elektrizität zu tun. Für ein Performance-Festival gibt's einfach andere Prioritäten.

Bei genauerer Sichtung des Programms kann man dann aber doch das eine oder andere Bizzeln ausmachen: So beispielsweise vergangenen Sonntag, als Simon Berz mit -STROM+ sein einschlägig aufgerüstetes Schlagwerk zum Einsatz brachte (leider verpasst, aber es hat ein nettes Foto dazu im Stromereien-Archiv. Hoffe, die Stäbchen waren, + hin, - her, gut isoliert...).

Für den heutigen Mittwoch ist nun eine Performance von Jordan McKenzie angekündigt, zu der es - etwas versteckt, nämlich im Text zu den begleitenden Denkströmen - heisst:

"Übrigens: Der Paradeplatz als elektromagnetischer Raum wird während der Performance von Jordan McKenzie am Mittwoch 5. August, 12.30 - 14.30 Uhr besetzt."

Hoppla. In der Beschreibung von McKenzies Projekt ist eigentlich nichts zu lesen, was auf entsprechende Bezüge schliessen lässt. Oder ist damit etwa nur die zeitgleiche (Radio-)Ausstrahlung der Denkräume-Gespräche gemeint? Oooch. Also da hätte unsere wilde Phantasie vielleicht noch eine andere Option vorzuschlagen:

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Auf einem der Fotos, die McKenzies bisherige Interventionen (es gab schon solche am Montag) dokumentieren, schaut es doch ein wenig so aus, als habe der Künstler mit Hilfe eines speziellen Instruments Kontakt aufgenommen. Schliesslich soll es darum gehen, "in diesen dunklen Tagen der finanziellen Unsicherheit Hinwendung und Zuspruch durch eine Reihe öffentlicher Interventionen in und um grosse finanzielle Institutionen in der Stadt Zürich" zu suchen. Ganz sicher handelt es sich hier also um veritable Transkommunikation, die bekanntlich ja gut über elektromagnetische Felder funktioniert. Vermutlich tuschelt McKenzie da mit den Seelen nicht wirklich friedlich verstorbener Anlagen... Und was sagen sie wohl zum Stand der Dinge? Hui? Oder Buh?

[Bildchen: Illustriert die wilde Phantasie. Oder so ähnlich. Für die wunderschöne elektromagnetische Welle danken wir Wikimedia Commons-Spender SuperManu. Lizensiert ist das Bildchen wie diese cc-by -sa. Merci!]

Von miss.gunst am 05.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.08.09

ameisen, hörbar (ohrenhoch)

ohglpt_ksw.gifA propos Neues aus bzw. in Neukölln. Ein bisschen umgeschaut haben wir uns natürlich auch im Zuge unserer Berlin-Exkursion - und in den Strassen rund um den Campus der interflugs summer academy gab da Einiges zu sehen. Und: Zu hören.

Gleich ums Eck bzw. in der Weichselstrasse, die parallel zur Ruetlistrasse verläuft, führen nämlich Knut Remond und Katharina Moos seit Anfang 2008 den Geräuschladen "Ohrenhoch".

Was das ist, so ein Geräuschladen bzw. was es dort gibt? Wie der Name schon sagt: Geräusche.
Dazu - wenn man will - an der kleinen Ladenbar auch leckere Getränke. Aber sonst kein Drumrum. Einfach Sitzgelegenheiten. Lautsprecher. Sound.

Mit wechselndem Programm - und just am vergangenen Sonntag, als wir im Laden und ganz Ohr waren: Insektenmusik!
Nach Berlin gebracht hat sie der Schweizer Komponist Pierre Thoma, der in einem Genfer Labor Ameisen belauscht und daraus ein in der Tat ohrenbeeindruckendes Stück gezimmert hat. Minimal Art für Myrmekophile und solche, die es werden wollen.

Für BerlinerInnen und Zugereiste (wie zum Beispiel die SommerakademikerInnen) besteht auch am heutigen Sonntag noch einmal Gelegenheit dazu. Bis 21:00 Uhr.

In diesem Sinne: Ohren hoch!

ohglpt_g.gif

[Wobei, beiseit: So ein um einige Dezibel verstärkter, behende mahlender Ameisenkiefer einem sofort die Lust vergehen lässt, dereinst als potentielle Leibspeise dieser niedlichen Tierchen wiedergeboren zu werden... also, schön brav sein, oder? Das Bildchen ist trotzdem ein bisschen arg daherfantasiert. Im Ohrenhoch wird den Ameisen nämlich ohne Kopfhörer gelauscht.]

Von miss.gunst am 02.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)