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31.01.10

Das grosse Ploppen (DIY)

lupo-ksw.gifWas ist durchsichtig, ohne dass man direkt hindurchschauen könnte oder auch nur wollte? Was dämmt und isoliert, ohne dass nan etwas darin warmhalten könnte oder würde? Was kann man ordentlich krachen lassen - obwohl das eigentlich gar nicht seiner Bestimmung entspricht?

Nein, auch wenn das sowohl die Jahreszeit als auch die letzten Einträge vielleicht nahe legen könnten: Nach Eis ist hier nicht gefragt.

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Sondern nach, na? Richtig geraten: Luftpolsterfolie.
Allem Vernehmen nach 1957 von den amerikanischen Ingenieuren Alfred Fielding und Marc Chavannes erfunden, als sie eigentlich eine neue Tapete hatten entwickeln wollen, ging sie 1960 in die industrielle Produktion - wofür die beiden Erfinder eine eigene Firma namens Sealed Air (zu deutsch: Versiegete Luft) gründeten und das Ganze natürlich als Trademark schützen liessen. In diesem Jahr wird *die* (bzw. *das*) Bubblewrap also stolze 50 Jahre alt!

Indes wird die Luftpolsterfolie weltweit nicht allein wegen ihres unbestrittenen Nutzens geschätzt. Besonders erfinderisch ist der Mensch bekanntlich, wenn es um seinen Lustgewinn geht - und die Luftpolsterfolie hat da Einiges zu bieten. Erstmal taugt sie schon ästhetisch zu Fetisch, was ihre optischen und taktilen Reize betrifft. Und dann kann man die Nippel-Knubbel durch sanften Daumendruck eben auch noch zum Platzen bringen bzw. Ploppen lassen. Dass dieses Vergnügen zudem entweder als Höhepunkt auf das Auspacken eines begehrten Gegenstands folgt oder auch ganz einfach so zu haben ist sowie vor allem umsonst, als reines Surplus, setzt dem Ganzen natürlich das Krönchen auf.

Weil nun die gewöhnliche Luftpolsterfolie erstens nicht immer zuhanden ist und zweitens, was die zum Zerplatzen zu bringenden Bläschen betrifft, irgendwann ein Ende hat, alle Lust jedoch nicht nur nach Nietzsche Ewigkeit will, hat der Mensch mittlerweile auch eine Reihe adäquater Ersatzluftpolsterbefriedigungsobjekte erfunden.

lupo-g02.gifEs gibt also neben dem offiziell lancierten Bubblwrap-Vergnügen nicht nur Seiten wie "Virtual Bubblewrap" für NetznutzerInnen, die ihre Finger nicht wirklich von Tastatur und Maus bekommen, aber trotzdem nicht auf den grossen Plopp verzichten wollen. Sondern auch extra Gadgets für Luftpolsterlüsterne wie das PujiPuji bzw. PutiPuti von Bandai, mit denen man es (jedenfalls so lange die Batterie hält) tatsächlich auch händisch endlos Ploppen lassen kann (jenen, die des Japanischen nicht mächtig sind, sei für Details dieser schöne Artikel bei wired.com an Herz und Hand gelegt).

Gleichwohl: Das wahre Vergnügen sollte eigentich doch DIY im Umgang mit dem Original zu haben sein. In diesem Sinne...

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P.S.: Dass wir den Luftpolsterfoliengeburtstag heute feiern, hat schon auch seinen Grund. Eigentlich ist ja der letzte Montag im Monat Januar der offizielle Bubblewrap-Day. Aber den haben wir leider verploppt verschlafen. Und finden nun, dass sich der letzte Tag im Januar, zumal er auf einen Sonntag fällt, nicht weniger fürs Grosse Ploppen eignet...
[Bildchen: Wovor sich wer hier zu fürchten hat, braucht eigentlich keines weiteren Kommentars. Und ob die Tarnung wirklich weiterhilft, darf angesichts des zu erwarteneden Schicksals jeder LPF wohl mit Fug und Recht bezweifelt werden...]

Von miss.gunst am 31.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.01.10

DIY Superquizshow

tms1001-ksw.gifWas Mellonen sind, wird wohl keiner wissen. Aber danach fragt wahrscheinlich auch niemand - bekanntlich ist bei einer Quizshow die Show viel wichtiger als das Quiz.
Oder etwa nicht?

Jedenfalls klingt diese Ankündigung so nett, dass es eigentlich sehr verlocken sollte, sich am heutigen Freitag Abend (29.01.10) ins Dock18 in die Rote Fabrik zu begeben.

tms1001-g01.gifAuf dem Programm steht dort nämlich die Mellonen-Show, zu der in der Ankündigung folgendes verlautbart wird:

"Künstler, Autoren und Artisten stellen Fragen. Das Publikum gewinnt Südfrüchte statt Millionen. Globalisierungsnachwehen!

[...]*

JEDER KANN MITMACHEN
1. Auf den heissen Drehstuhl kommt wer eine Frage als schnellster beantwortet
2. Für eine richtige Frage gibts eine Südfrucht
3. Joker können nachgekauft werden."

*: Schnöd ausgelassen haben wir hier die lange Liste der angekündigten - Gäste? Themen? Beides? Das lässt sich natürlich am Besten in Erfahrung bringen, indem man sich selbst an den Ort des Geschehens begibt.

Falls letzteres für einmal nicht klappen kann: Gibt's, wie es sich für ein populäres Format gehört, natürlich auch die Möglichkeit, aus der Ferne mitzufiebern und der Show als Sofakartoffel beizuwohnen, denn das dock18-TV überträgt wie immer Live.**

Südfrüchte muss man sich allerdings selbst besorgen und sie allein verzehren. Was zwar auch DIY, aber sicher nicht ganz so vergnüglich ist.

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**Update: Inzwischen ist die Show gelaufen - und die Aufzeichnung findet sich bei dock18-TV ins Netz gestellt. Falls also jemand wissen will, was es heisst, das Nachsehen zu haben...

[Bildchen für Mellonen: Für die Mutter von Kandidatin Ananas danken wir Alina Zienowicz aka Ala z, die ihre Aufnahme via Wikimedia Commons in die Public Domain gespendet hat. Kandidatin Melone ist ein Abkömmling dieser Cucumis Melo, deren Bild wir einer entsprechenden Spende von Piotr Kuczyński verdanken - und wie diese(s) sind nun auch unsere Bildchen unter cc-by-sa lizensiert. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 29.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.01.10

Soziale Maschinen

rsms-ksw.gifÜber soziale Mschinen nachzudenken, dürfte sich eigentlich immer lohnen. Für heute soll's allerdings nur ein kleiner Hinweis sein: Auf einen Anlass, der Gelegenheit bietet, sich soziale Maschinen anzuschauen.

Im Zürcher Hive Club wird am morgigen Donnerstag Abend (28.01.09) nämlich Effi Tanner mit einer kleinen Retrospektive ihrer gesammelten Werke zu Gast sein - und sie hat das Ganze sicher nicht von ungefähr unter obiges Motto gestellt.

rsms-g01.gifWenn man neugierig in die Werkdokumentationen auf ihrer Heimseite effi.me spitzt (den Bereich "Projects" bitte selbst anwählen, weil die Seite leider mit Rähmchen funktioniert), findet sich eine Vorschau auf das zu erwartende audiovisuelle Futter.

Besonders gut zum Thema passen sicher die "Arguing Toys": Zwei kleine gehackte Spielzeug-Robos, die über Sein und Nichtsein streiten. Und da Streitkultur zu jenen sozialen Künsten zählt, in denen es auch manchen Menschen an Übung fehlt: Wer weiss, was wir noch alles von sozialen Maschinen lernen können...

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Von miss.gunst am 27.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.01.10

terra nullius, terra nova (WRT)

aey-ksw.gifWenn Grenzen unter Eis und Schnee verschwinden, kann manches Terrain mindestens in der Imagination zum Niemandsland mutieren.
Erst Recht gilt das für jene Zonen, die kaum besiedelt sind.
Wie aber klingt ein solches imaginäres Niemandsland?

Einen Vorschlag, der zudem nicht die politischen Dimensionen der terra nullius nicht aus den Augen verliert, hat kein Geringerer als Paul D. Miller a.k.a. DJ Spooky mit seinem Projekt "Terra Nova - Synphonia Antarctica" gemacht.

aey-g01.gifAm Anfang stand im Winter 2007/2008 eine Exkursion in die Antarktis, von der Miller Bilder und vor allem Töne mitbrachte, um ein akustisches Porträt der antarktischen Landschaft zu zeichnen. Zusammen mit dem eigenen, wissenschaftlichem und historischem Bildmaterial, ist daraus inzwischen nicht nur eine mehr als einstündige Bühnen-Performance, in der die ästhetische Erforschung des antarktischen Eises zugleich den menschengemachten ökologischen Wandel in den Blick nehmen will.

Einen kurzen Videoauszug kann man sich bei Youtube bzw. im kleinen Fensterchen auch gleich auf der Projektseite ansehen. Und dabei feststellen, dass das Ganze in der Tat nachgerade klassisch symphonisch angegangen wird - jedenfalls ist das der Eindruck, den der Trailer vermittelt.

Weiter hineinlauschen lässt sich in das Projekt heute Nacht bzw. in der ersten Stunde des morgigen Montags (25.01.10 um 0:05 Uhr) - dann wird bei Deutschlandradio Kultur in einer Sonder-Wiederholungssendung der Reihe Klangkunst eine einstündige Audio-Version ausgestrahlt, die nun tatsächlich unter dem Titel "terra nullius", also Niemandsland firmiert. Dann wird man hören, wie das Niemandsland klingt...

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[Bildchen: Nachbilder einer wirklich sehr schönen Aufnahme antarktischen Eises, die Jerzy Strzelecki in 2000 aufgenommen und in die Wikimedia Commons gespendet hat -und zwar unter cc-by-sa, was hiermit natürlich auch für die Nachbilder gilt. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 24.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.01.10

Ruf vom platform:no budget Festival

stsg-ksw.gifFestivals für elektronische Medien, auf denen KünstlerInnen ihre Produktionen präsentieren können, gibt es mittlerweile zuhauf - und nicht nur die grossen und grosszügig ausgestatteten unter ihnen wie transmediale, EMAF oder ars electronica rufen.

Viele der kleineren Festivals verfügen zwar oft über ein entsprechend kleineres Bugdet - dafür haben sie aber mitunter einen umso interessanteren Konext zu bieten.
Ein solches Festival ist die plattform, die sich selbst sogar zu den no budget-Untenehmungen zählt und dieses Jahr immerhin schon in die siebte Runde geht.

Ogranisiert von einem Kollektiv und angesiedelt im Tübinger Leibnizhaus2, einem altenativen Wohnprojekt, wird hier ganz auf DIY und die gemeinsame Arbeit an der Sache gesetzt. Zudem gibt es in jedem Jahr ein Thema, mit dem man sich gemeinsam beschäftigen will. Heuer ist es der doch ziemlich interessante Bgeriff "Sozialgefüge", der Denkanstoss sein soll.

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Bis zum 15. Februar 2010 kann man Vorschläge für Beiträge einreichen (die übrigens weder ausschliesslich mit elektronischen Medien generiert noch strikt besagtem Thema gewidmet sein müssen) - Einzelheiten dazu stehen ebenfalls im Netz nachzulesen.
Wie eingangs schon angedeutet: Mit Honoraren oder Produktionsbudgets ist nicht zu rechnen. Dass sich no budget trotzdem einiges auf die Beine stellen lässt, wenn alle miteinander anpacken, zeigt aber nicht zuletzt ein Blick ins Festivalarchiv.

[Bildchen, bei dem wir quasi in jenem unseres aktuellen Neigungsstrangs zur DIY-Astronomie bleiben: Gemeinsam in die Röhre zu gucken kann schon Einiges bringen, nicht nur bei der Beobachtung himmlischer Sozialgefüge am nächtlichen Firmament...]

Von miss.gunst am 21.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.01.10

Eis und Schnee von Oben

esvo-ksw.gifNicht, dass es daran gerade einen Mangel hätte: Eis und Schnee, die einem aus dem Himmel direkt vor die Füsse fallen, gibt's derzeit ja sogar in bergfernen Regionen wortwörtlich zuhauf.
Aber vielleicht lohnt es gerade deshalb zu fragen, wie das Ganze von oben betrachtet ausschaut.

Das kann man tatsächlich - auch ohne selbst Satellit zu sein oder in einem Space Shuttle zu sitzen. Und zwar dank der NASA, die uns nzuvor ja bereits beim Lauschen in den Kosmos konstruktive Unterstützung angeboten hat (s. den Eintrag zu Radio Jove).

Bei archive.org findet sich nämlich eine stattliche Zahl eben jener Vilmchen eingestellt, welche die NASA aus besagter VogelSatellltitenpersektive produziert. So auch solche zum Thema Eis und Schnee. So viele, dass es vielleicht eine Empfehlung sein darf? Aber gern:

Für den Einstieg könnte es zum Beispiel "Global Snow Cover" oder "Global Rotation Showing Seasonal Landcover and Arctic Sea Ice" sein - Clips, die man einfach auch als stille Meditation über das Enstehen und Vergehen von Schneedecken ansehen kann. Was, von oben betrachtet, mitunter wie ein schöner Schimmelpilzbefall ausschauen mag... aber so ist das eben aus der VogelSatellitenperspektive: Da sieht man, was die Alten meinten, als sie von Mikro- und Makrokosmos sprachen...

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Von miss.gunst am 19.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.01.10

Kunstgeburtstag 2010 (WRT)

ab2010-ksw.gifAlljährlich wird im Januar weltweit Kunstgeburtstag gefeiert - und so versammeln sich auch heuer wieder in zahlreichen Städten die GratulantInnen, um der Jubilarin ein Fest auszurichten und/oder ein Ständchen zu geben.

Und weil traditionsgemäss nicht wenige der Feiern mit einer Radio-Übertragung einhergehen, lässt sich die Gratulation wie schon in den vergangenen Jahren mit einem Webradio-Tipp verbinden.

ab2010-g01.gifEinen idealen Überblick über das reichhaltige Programm bietet natürlich die bestens gepflegte Heimseite des Kunstgeburtstag-Netzwerks (die seit jüngstem praktischer Weise sogar, die Möglichkeit bietet, die eigene Zeitzone einzustellen - sodass man sich die Umrechnung der Termine spart).

Falls es jedoch eine Empfehlung sein darf, um die Qual der Wahl ein wenig zu lindern:

Schon ein echter Klassiker ist die vom österreichischen Kunstradio organisierte Festivität, zu deren Programm 2010 von 22:30 bis 24:00 Uhr eine Live-Übertragung der diesmal in Graz steigenden Geburtrstagsparty gehört - und wie schon in den Jahren zuvor waren die GratulantInnen aufgerufen, einen eigenes Audiostück zum grossen Geburtstagslied beizusteuern.

ab2010-g03.gifFreundInnen angewandter Medienarchäologie sollten unbedingt einmal im "Resonant Elf"-Stream von absolute value of noise vorbeilauschen, wo ganze zwölf Stunden lang Radio-Feedback zwischen zwei Magnetspulen schwingt.

Und weil aller guter Dinge wie Empfehlungen drei sind, sollten sich die RadioempfängerInnen schliesslich noch Richtung Mosel ausrichten: Aus Ürzig senden Sarah Washington und Knut Aufermann von mobile radio (mehr im hauseigenen Archiv) von 18:00 bis 24:00 Uhr eine Live-Feedback-Sendung, die den Kunstgeburtstag mit einer Doppel-Hommage an Alvin Luciers "I Am Sitting In Room" und an Alan Blumleins Erfindung der Stereo-Aufnahme-Technik kombiniert. Und: Wer möchte, kann auch aktiv mitfeiern und einen Radio-Stream zurück nach Ürzig schicken...

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Von miss.gunst am 17.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (1)

15.01.10

Beam Me Up!

mggm-ksw.gifWir bleiben beim Blick nach oben und bei der (Welt-)Raumforschung.
Allerdings geht's nicht um Reisen mit dem Teleporter, wie Science Fiction-FreundInnen - den bekannten Aufruf an Scottie im Ohr - erst einmal vermuten könnten.

Vielmehr ist Beam Me Up "ein Projekt zum digitalen Welt-Raum und zu den wissenschaftlichen und künstlerischen Verkehrsmitteln, mit denen wir ihn erkunden": 2008 hat Reinhard Storz von xcult KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen dazu eingeladen, sich mit dem Raumbegiff zu beschäftigen - und speziell damit, ob und wie sich dieser aus ihrer Perspektive durch den Netzraum erweitert und verändert.

mggm-01.gifInzwischen ist daraus eine Plattform geworden, von der aus sich zu den unterschiedlichsten Raumfahrten starten lässt. Die Projekte laden beispielsweise dazu ein, mit HOIO aka Samuel Herzog die Mission des Agenten Kaki zu verfolgen und nebenbei phantastische Kochrezepte einschliesslich der verwendeten Zutaten kennenzulernen (wobei am leckesten natürlich die garantiert kulinarisches Neuland erschliessenden Nationalgerichte der geheimnisvollen Insel Lemusa sind).
Man kann sich mit Agnes Meyer-Brandis' Pico direkt in einen ganz besonderen Teilchenbschleuniger beamen. Oder sogar unsichtbar machen.

Dafür bietet der von knowbotic research in die Welt gesetzte macghillie sein Geleit an. Oder man mulipliziert sich einfach selbst (ud was heisst schon: "selbst") mit Marc Lees etwas anderer (und an den guten alten Tracerouter aus den Zeiten der Netzkunst-Klassik... wo lag der doch gleich nochmal? .. erinnernden) Suchmaschine "pic-me" [unbedingt ausprobieren - liefert garantiert gruslige Ergebnisse, nach deren Sichtung man wirklich netzunsichtbar werden will: miss.gunst als Blondine - *brrr*...]

mggm-02.gifFür diejenigen, die sich nicht allein ins Space Shuttle trauen, bietet Beam Me Up sogar Führungen durch kundige KuratorInnen an.

Und um noch die letzten Hemmschwellen abzubauen, hat schliesslich gestern im [plug.in] eine Ausstellung eröffnet, die eine zeitlang als Basis im Realraum dienen kann.

Wobei der so genannte virtuelle Raum naürlich nicht weniger real ist. Aber da nicht wenige der Projekt sowieso nicht nur die Transfers zwischen Räumen, sondern auch zwischen Realitäten, macht diese zusätzliche Dimnsion gleich doppelt Sinn.

Und: "Beam Me Up!" heisst unter Netzkonditionen ja schliesslich nichts anderes als "plug in"...

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[Bildchen: Wiewohl jedweder Waffengewalt wider Lebewesen abhold, hat miss.gunst als Zottelcamo-Fan und mental sniper natürlich auch einen Ghillie-Suit im Schrank, die sich als Tarnkappe bestens eignet...]

Von miss.gunst am 15.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.01.10

Acoustic Spacelab

rtsk-ksw.gifWeiter geht's mit der akustischen Weltraumforschung - und zwar mit dem Projekt einer Organisation die sich schon seit langen Jahren auf diesem Gebiet tummelt.

Vor einiger Zeit - nämlich im Zusammenhang mit einem kleinen Eintrag zur Ausstellung WAVES, die 2008 im HMKV Dortmund Station gemacht hat - gab es in diesem Log.Buch einen Hinweis auf das RIXC Center for New Media Culture in Riga, wo die Welle ursprünglich entwickelt worden war.

Und das war eben weder die erste noch die letzte Aktivität, die das RIXC dem elektromagnetischen Spektrum gewidmet hat. Zuvor gab es bereits ein Festival zur Spektrographie, als Teil von Waves eine Solar-Radiostation in Zusammenarbeit mit Radio Astronomy (siehe auch den Eintrag vom 21.05.2006), 2008 wurde noch einmal ganz gross zur Spectropia aufgerufen.

rtsk-g01.gifDie Initialzündung kam jedoch bereits 2001 mit dem Acoustic.Space.Lab, aus der dann als Langzeit-Kooperation von RIXC mit Derek Holzer (mehr im hauseigenen Archiv), RadioQualia (s.o./dito), dem Projekt Atol aus Ljubljana und der Initiative L'audible aus Sydney das gross angelegte Acoustic.Space.Research.Lab-Projekt und die genannten Veranstaltungen hervorgehen sollten.

Leider sind diese beiden Plattformen inzwischen Ruinen Geisterhäuser, insofern zwar die Fassaden noch stehen - aber nurmehr wenige Zimmer eingerichtet sind bzw. viele der internen Lnks ins Leere führen. Aber immerhin lassen sich der Zusammenfassung die Basisdaten zum Programm, zu den beteiligten Akteure und den Publikationen entnehmen - was so gesehen ja auch schon weiterführt.

Einzelne Texte aus den RIXC-Readern sind online auf den gleichnamigen Archiv-Seiten des Zentrums zu finden. Und die seinerzeit aus der Projektarbeit im Acoustic.Space.Lab hervorgegangene CD "Radio Astronomy" (2004) wurde inzwischen bei archive.org hinterlegt. Insofern gibt es für FreundInnen der akustischen Weltraumforschung bzw. Welt-Raum-Forschung also Einiges zum Nachhören und -lesen. Was hiermit wärmstens empfohlen sei.

[Bildchen: Ist eine Hommage ans erste Acoustic.Space.Lab - das Originalfoto, welches nicht ganz unpassender Weise das Radio-Teleskop des Mount Pleasant Radio Observatory von Tasmania in Australien zeigt, verdanken wir der Wikimedia Commons-Spende von Noodle snacks - und wie dieses ist die Variation unter cc-by-sa lizensiert. Grand Merci!

Von miss.gunst am 12.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.01.10

Sphärengesänge (Greg Fox)

sphh-ksw.gifNicht nur mit Radio-Astronomie, sondern auch mit Planeten- und Sphärenmusik haben wir uns in diesem Log.Buch schon öfter befasst. Mit dieser lassen sich natürlich auch die Ohren versorgen...

... und das, obwohl sie sich eigentlich jenseits des menschlichen Gehörs abspielt. Wohl nicht zuletzt deshalb streiten sich die Geister darüber, wie sie wohl klingt. Günter Eich imaginierte sie in seinen Träumen als grausames Geräusch, Gustav Holst in seinen "Planeten" als wunderbare neue Musik.

sphh-g01.gifDer britische Komponist Greg Fox wiederum hat sich 2006 daran gemacht, eine (wie er selbst schreibt) "naturalistische, astronomische Annäherung an die Sphärenharmonie" zu versuchen. Allerdings nicht so naturalistisch, dass er mit Field Recordings bzw. Mitschnitten von Radio-Teleskopen gearbeitet hätte.

Vielmehr handelt es sich bei seinem "Carmen of the Spheres" um eine Komposition für neun Sinuswellen, der Fox eine propotionale Umrechnung der für das menschliche Ohr unhörbaren Frequenzen zu Grunde gelegt hat, die sich aus einer Umrechnung der Umlaufzyklen der Planeten in Sekunden ergibt. Klingt erst mal umständlich, lässt sich aber auf eine einfache Formel bringen, deren Hintergrund er auch ausführlich erläutert:

"Take the orbital period in days and convert to seconds. Divide this number by two until such a time as it falls between 0.05 and 000067 seconds. Convert seconds to hertz by dividing one by your number, eg. 1/0.05 = 20hz."

sphh-g02.gifUnd dass sein Lied der Sphären ungeachtet oder vielmehr (darum geht es ja nun bei der Sphärenharmonie) gerade wegen seines präzis berechenbaren mathematischen Hintergrund den Ohren sinnliches Vergnügen bereitet, lässt sich auch ganz einfach überprüfen. Schliesslich hat Fox seine Komposition nicht nur vertont, sondern auch unter Creative Commons-Lizenz bei archive.org publiziert.

Dort gibt es mittlerweile sogar zwei Fassungen: Zum einen die ursprüngliche Version von 2006. Und dann noch einmal in einer "Anniversary Edition" von 2007, die seinem in jenem Jahr verstorbenen ehemaligen Lehrer Paul Caller gewidmet ist.
Der hatte ihn nämlich seinerzeit dazu angeregt, es einmal mit einem neuen Zugang zu den eingangs bereits erwähnten "Planeten" von Gustav Holst zu versuchen. Und damit natürlich auch jenen im Orbit. Womit wiederum auch der Kosmos der Musikgeschichte um einige Sphärenharmonien reicher geworden ist.

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[Bildchen: Schaut nicht von ungefähr ganz ähnlich wie jenes aus, das den Eintrag zu Radio Astronomy ziert. Allerdings hat dieses hier nicht nur Platz für den Saturn und seine Umlaufbahn, sondern ist tatsächlich einer Illustration zur Sphärenharmonie und deren Umsetzung in Notation entlehnt, welche DasBee in Anlehnung an eine entsprechende Darstellung aus Johannes Keplers "Harmonices mundi" von (1619) erstellt und via Wikimedia Commons in die public domain gespendet hat. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 10.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.01.10

Amateur-Radio-Astronomie

ara-ksw.gifAllen denjenigen, die sich noch intensiver mit der Radioastronomie beschäfigten wollen, lassen sich im Anschluss an Radio Jove noch weitere Plattformen ans Herz legen, auf denen nützliches Wissen und Anregungen vermittelt werden, wie man selbst aktiv werden kann.

Vorab kann zur Anreicherung des Basiswissens zum einen die Lektüre jeweils des deutschen und des englischen Wikipedia-Eintrags zum Thema empfohlen werden.

ara-g01.gifBeide enthalten natürlich auch Verweise auf jede Menge weiterer Ressourcen - und der deutschsprachige hat sogar einen Anker zu einem kleinen Extra-Eintrag zur Amateur-Radioastronomie. Der wiederum führt zu den Projektseiten von Antares e.V., der entprechend engagierten Volkssternwarte im (nord-)österreichischen Michelbach. Hier haben die Michelbacher nicht nur die Einrichtung des eigenen Teleskops dokumentiert, sondern auch eine anschauliche illustrierte Einführung zu Radioteleskopen bereit gestellt.

Aus unerfindlichen Gründen (noch) nicht unter den Wikipedia-Verweisen zu finden sind die Heimseiten des ERAC - The European Radio Astronomy Club. Als Dachvereinigung vereint die ERAC nämlich zahlreiche Vereinigungen und Initiativen aus verschiedenen Ländern - und bietet über ihre Heimseiten den Zugang zu einem denkbar breiten Spektrum an Informationen und Ressourcen rund um die Radioastronomie. Zudem oganisiert sie regelmässig Workshops und Konferenzen, zu denen Enagierte zusammenkommen, um sich über ihre Projekte, Forschungsergebnisse und natürlich über praktisches Wissen auszutauschen.

ara-g02n.gifNicht weniger rührig ist der Schwesterverband in der Heimat von Radio Jove, also jenseits des grossen Teichs: The Society of Amateur Radio Astronomers (SARA). Am Spannendsten ist natürlich die Sektion, in der die Projekte aus allen Bereichen der Radioastronomie vorgestellt werden.

Und wenn wir schon mal auf den Wellen so weit gereist sind, sollte schliesslich auch ein Besuch bei Radio Sky Publishing nicht fehlen.

Vom lässig über FAQ vermitteltem Basiswissen über ein gut sortiertes Spezialangebot zu den Radioemissionen der verschiedenen Planeten und anschaulich dokumentierten Projekten bis hin zu einer feinen kleinen Sektion namens "Fun Stuff", in der sich Juwelen der Amateur-Radiostronomie-Geschichte finden.

Bleibt am Ende vielleicht allenfalls noch die Frage, ob nicht sogar Kosmos mal einen Kasten namens "Der kleine Radio-Amateur-Astronomicus" entwickelt hat...


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Von miss.gunst am 08.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.01.10

Netzlabel-Lieblinge 2009

wooz-ksw.gifWie schon gute Tradition bei HOME MADE gibt's wieder an Dreikönig zum schwungvollen Einstieg ins Neue Jahr eine kleine Auswahl aktueller Netzlabelproduktionen...

... diesmal als buntes Bouquet, zusammengestellt aus einigen besonders schönen Blüten schmackhaften Früchten der Saison 2009, wobei die Selektion von munterer 8-Bit- und Spielzeugmusik über elegische Experimentalelektronik und Field Recordings bis in die harscheren Gefilde zünftigen Noise reicht.

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nll-01.gifSupergalactic
von IAYD
erschienen 2009 als 8BP098 bei 8bitpeoples

Für FreundInnen der 8bit-Musik nach wie vor ein fester Anlaufpunkt, haben sich die 8bitpeoples natürlich auch in 2009 in Sachen Releases nicht lumpen lassen. Ergo ist es nicht ganz einfach, unter den zahlreichen Veröffentlichungen einen einzigen Favoriten zu picken. Diese hier ist schlicht supergalaktisch.

nll-02.gifGaming Sessions
von L'homme Manete
erschienen im Oktober 2009 als enrmp232 bei we are enoughrecords

Als Label keineswegs allein für die FreundInnen der 8-Bit-Musik zuständig, hat we are enoughrecords gleichwohl einige Perlen aus diesem Produktionsfeld im Kästchen. Wie zum Beispiel die Gaming Sessions. Da ist drin, was draufsteht. Full Score.

nll-03.gifCompuriddims EP
von Tapes
erschienen im März 2009 als JTREP 06 bei Jahtari

Jahtari ist gewissermassen das Synonym für Laptop-Reggae mit 8bit-Charme und damit sowieso eins unserer Lieblingslabels. Mit den Compuriddims von Tapes ist ihm jedoch zusätzliche Zuneigung gewiss: Angewandte Medienarchäologie zum Mitwippen. Festplatten-Dub forever!

nll-04.gifAnzali EP
von Sushidread
erschienen im September 2009 als ADR.COM46 bei Al Dente Records [auch via archive.org]

A propos Dub, da lässt sich sozusagen gleich im Takt respektive Rhythmus bleiben: Bei Sushidread kann man das Nonplusultra des Genres abholen. Im Allgemeinen. Wie auch speziell mit dieser EP.

nll-05.gifExotic Animals in the Scrub
von Arogalla
erschienen im Juni 2009 als lcl17 bei LibreCommeLair [auch via archive.org]

Ist auf der musikalischen Reise ein guter Anschluss - vor allem aber ein animalisch gute Veröffentlichung. Muss man gar nicht mehr zu sagen. Grossartig.

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nll-06.gifAllusion To Dance EP
von Myoptik
erschienen im Mai 2009 als CF023 bei The Centrifuge

Ganz andere Tiere tummeln sich in Grossbritannien bei den Myoptikern. Radioaktive Quallen zum Beispiel. Aber die können tatsächlich auch quietschen und zwitschern, auf ihre Weise. Stereo Elektro.

nll-07.gifCommunity Service
von Professor Kliq
erschienen im August 2009 bei Jamendo

Damit sind wir reif für die Disco des Jahres mit Potential zum Klassiker. Professor Kliq hat in den vergangenen Jahren einige echte Hits produziert. Und nun konsequenter Weise das dazu gehörige Album mit den Best-of ... das denn auch den treffenden Titel "Community Service" trägt. Dienst an der Gemeinschaft. Genau.
[Beiseit, wen es interessiert: Most Beautiful Day ist nicht das schönste Stück für den schönsten Tag. Einfach als vorletztes "I'll go Rhythm" hören und dann zum guten Schluss "Fractal Jesus" so ungefähr...]

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nll-20.gifNet.Control
von Monopole
erschienen im November 2009 als rec72-027 bei rec72

Zum fraktalen Jesus raten wir auch, damit der Übergang nicht so hart ausfällt. Richard Sudney schaut auch in den Himmel resp. in den Äther. In interessieren aber ganz andere Schwingungen, Ströme und Strahlen. Sechs summende, knisternde, aber sehr melodische Variationen auf ein Thema: Elektromagnetische Wellen.

nll-08.gifWegwerpwee
von Bas van Huizen
erschienen im August 2009 als rb066 bei Resting Bell

Beim niederländischen Klangkünstler Bas van Huizen wird es dann nochmals atmosphärischer bzw. wortwörtlich ambient. Klang wird Raum und Zeit zum Flug.

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nll-09.gifRural Sound Narratives
von Luís Antero
erschienen im Oktober 2009 als we11 bei Wandering Ear

Der nächste Schritt führt konsequenter Weise direkt ins Ambiente, ohne Klangfilter und doppelten Resonanzboden. Nachdem letztes Jahr beim Field Recordings-Label Wandering Ear mit Scott Sherks Icelandic Air eine Lieblingslandschaft adäuqat bedacht wurde, geht es diesmal nicht nur geographisch in eine andere Richtung. Als würden einem an anderen Orten dann auch andere Ohren wachsen...

nll-10.gifMugla
von Foundsound Travel Agency
erschienen im November 2009 bei konkretourist

... weshalb wir gleich noch mal nachlegen und mit der FoundSound Travel Agency ins türkische Mugla weiterreisen. Und da einfach mal ein Weilchen bleiben und lauschen. Wieder eine ganze Welt.

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nll-11.gifBerlin Time
von Tham Duo
erschienen im Dezember 2009 als AA23 bei Audioactivity

Audioactivity aus Genf - ein Kollektiv, das LiebhaberInnen elektronischer Musik (und treuen LeserInnen dieses Logbuchs) auch über d'incise bekannt sein dürfte - liefert mit dieser Veröffentlichung seinen Beitrag zu den interessantesten Releases im Feld der Klangexperimente: Anton Mobin und Thomas Thiery lauschen live am Material, Apparaten und Insrumenten.

nll-12.gifcosmic microwave background radiation
von Trap & Zoid
erschienen im Oktober 2009 als ca323 bei clinical archives

Clinical Archives gehört sowieso nach wie vor zu den produktivsten Netzlabels - und bleibt mit Tap & Zoids Bearbeitung der kosmischen Mikrowellen seinem (und unserem) Herz für feinste Knisterklänge treu. Definitiv die bessere Alternative zum Kaminfeuer!

nll-13.gifLabyrinth Of Phantoms
von EugeneKha
erschienen im Oktober 2009 als BP049 bei bypass

Wenn man mal auf Evgenij V. Kharitonov gestossen ist, kommt man nicht mehr so schnell von ihm los. Zum Anfixen für diejenigen, die den produktiven Künstler, Dichter, Musiker und Klangbastler noch nicht kennen, eine besonders schöne Soundmaterialdichtung aus der aktuellen Saison - mehr auf seinen Heimseiten...
Auch einen Besuch wert: Kharitivs Lautdichtungs-Label "Another Hemisphere Records" [inkl. dessen Nebenstelle bei mySpace

nll-14.gifInside and between a dot
von kuz.b
erschienen im Dezember 2009 als JNN067 bei Just Not Normal

So schön kann Noise sein. In und zwischen einem Punkt.

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nll-15.gifSeven (+1)
von Entertainment For The Braindead
erschienen im März 2009 als aaahh.005 bei aaahh records

"Music for the Braindead" hört sich vielleicht nicht gerade nach Genre-Wechsel an. Aber, Überraschung: Um vom Noise-Trip wieder herunter zu kommen, gibt's als Radikalkur nun das (scheinbare) Gegenteil, eben eine andere Auffassung von Schönheit: Ziemlich zarte, verträumte Töne von Julia Kotowski aus Köln.
Könnte ja sein, dass man so etwas auch mal braucht.

nll-16.gifThe Caterpillar
von Ödland
erschienen im Juni 2009 als aer018 bei AEROTONE

Nun, wenn es denn etwas richtig Zauberhaftes sein soll: Dann auf mit Alice und der Raupe ins Wunder-Ödland. AEROTONE hat indes angekündigt, eine Denkpause einlegen zu wollen. Weil uns so schöne Veröffentlichungen wirklich fehlen würden: Hoffentlich hält die Denkpause nicht zu lange an...

nll-17.gifChuchumuchu
von Chapi Chapo et les petites musiques de pluie
erschienen im März 2009 bei Chapimusic Records
und in Auszügen unter cc bei ccllct

Zum guten Schluss geht's dann noch mal ab in Richtung heiterer Stimmung mit einer guten Portion leckerer Spielzeugmusik... *yummie*

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Soweit einige unserer Lieblinge aus 2009. Zumal es zum vergangenen Dreikönigstag aus im Nachhinein nicht mehr rekonstruierbaren Gründen leider kein Mixtape zum Jahresbeginn gegeben hat, seien dieser Liste als Bonus-Tracks noch zwei Hinweise auf Veröffentlichungen zur Seite gestellt, die bereits 2008 erschienen sind - die wir der geneigten LeserInenschaft aber unbedingt noch ans Herz respektive die Lauscher legen wollen:

nll-18.gifFamily Album
von La Rainbow Toy Orchestra
erschienen im November 2008 als lofi027 bei Error! Lo-Fi Recordings

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nll-19.gifThe Box
von und mit verschiedenen KünstlerInnen
erschienen im Oktober 2008 als pm010 bei Peppermill Records

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Sonst noch etwas? Ja, schon.

Kann man verwunderlich finden oder eben auch gerade nicht - aber dicht gefolgt von 8-Bit sind es definitiv die Cover zur Musik mit Spieltrieb, die in der Kategorie "sieht auch gut aus" das Rennen machen. Könnte natürlich sein, dass uns hier die Neigunng blendet. Mit dem Knick in der Optik und im Öhrchen leben wir aber gern....

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Von miss.gunst am 06.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.01.10

Radio Jove

jrtsk-ksw.gifWann immer man lustig ist, ein bisschen Planetenradio hören zu können, ist für sich schon einigermassen sensationell. Und mindestens für FreundInnen von Noise-Musik ein idealer Zeitvertreib.
Da könnte natürlich durchaus der Ehrgeiz keimen, selbst eine kleine Empfangsstation zu errichten.

Wer jetzt meint, das sei nur etwas für professionelle WeltraumforscherInnen, indes sich alle anderen eher darauf bescheiden sollten, im heimischen Studio selbst Sounds from Outer Space zu generieren (geht natürlich, s. etwa die Musik von Mars), irrt.

Mit Radio Jove - nicht umsonst auch eine der Partnerorganisationen von Radio Astronomy - gibt es nämlich ein von denkbar berufener Stelle: der Nasa betriebenes Projekt, das angehenden Planetenradio-AmateurInnen auf die Sprünge helfen will.

jrtsk-g1.gifErst einmal bevorratet die Webseite von Radio Jove reichlich didaktisch gut aufbereitetes Unterrichtsmaterial, das bestens in die an sich ja ziemlich komplexe Materie einzuführen geeignet ist. So sind die eigentlich für den Unterricht gedachten "Student questions with answers" im Zweifelsfall auch ganz prima, um längst in eher abgelegene Gedächtnischubladen weggerutschtes Basiswissen wieder aufzurufen und in der Sektion "Library" gibt es nicht nur eine gut sortierte Liste mit online-Publikationen, sondern auch die kompakten "Science Briefs" und das über die aktuellen Aktivitäten in Sachen Weltraumradiowellenforschung informierende Jove Bulletin. Kurzum, wer verstehen will, was man eigentlich so hört, wenn man dem Planetenradio lauscht, ist schon mal an der richtigen Adresse.

Darüber hinaus ermuntert die Organisation aber tatsächlich auch dazu, selbst aktiv zu werden und ganz praktisch in die Radio-Astronomie einzusteigen. Erklärt wird nicht nur, wie ein Radioteleskop funtioniert, sondern auch, wie man eines selbst bauen kann - und damit das gelingt und das Gerät dann auch tatsächlich genutzt werden kann, gibts neben Hardware-Kits auch gleich die geeignete Software, um die empfangenen Daten auszuwerten.

Wer freilich in einer einigermassen belebten Stadt wohnt, wird einige Mühe haben, eine taugliche Empfangsstation zu errichten. Oder besser gesagt: Aufbauen lässt sich so ein Teleskop, ein wenig Platz auf der Wiese vorausgesetzt, selbstredend überall. Nur was es dann alles so empfängt und wieviel davon tatsächlich Emissionen aus den unendlichen Weiten des Weltraums sind, das ist wieder eine andere Frage...

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[Bildchen: Ja eben, so kann's gehen, wenn man sein Amateurteleskop in einem Zürcher Hinterhofgärtlein installiert. Wobei eingestanden werden sollte: Die störenden Frequenzen, die sich unters Planetenradio mischen, sind eher als Rauschen im Rauschen zu vernehmen. Aber möglicher Weise hat unser Lauscher ja an eine Sendung mit zünftigem Noise gedacht. Das imaginierte Teleskop-Modell wiederum ist zwar ein bei Backyard-Astronomen gebräuliches, entpricht allerdings nicht jenem, welches man aus dem Jove-Kit basteln kann. Letzteres hat keinen Schirm - was Freihand gezeichnet leider eher nach Wäschespinne ausgeschaut hätte...]

Von miss.gunst am 03.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.01.10

Radio Astronomy (WRT)

rapss-ksw.gifDa wir uns gerade mit dem Sternenhimmel beschäftigt haben: Was könnte passender sein, als nach den Augen auch den Ohren eine entsprechende Exkursion anzubieten und zum Neujahrstag in den Weltraum zu lauschen?
Dazu lädt unser tagesaktueller Webradio-Tipp.

Ist natürlich nicht das erste Mal, dass wir den Radar gen Kosmos ausrichten. Schliesslich haben wir schon 2005 versucht, Radiowellen vom Saturn einzufangen. Mehrfach sind wir mit Sputnik in den Klangkunst-Äther aufgebrochen. Und treue LeserInnen dieses Log.Buchs werden sich vielleicht erinnern, dass es 2006 sogar die Gelegenheit gab, Sonnenradio zu hören.

rapss-g.gifWie seinerzeit nur beiseit bemerkt, weil es eben vor allem um die temporär betriebene Sonnenradio-Station ging, sind deren Betreiber schon seit langen Jahren dabei, Wellen aus dem Weltraum einzufangen und radiophon weiterzureichen. Dabei verfolgen die Neuseeländer Honor Harger und Adam Hyde mit ihrem 1998 gegründeten Kollektiv radioqualia zwar auch immer wieder temporäre Einzelprojekte wie besagtes Sonnenradio oder das 2007 initiierte Polarradio.

Mit Radio Astronomy ist 2004 aber auch eine Station ans Netz gegangen, die - dank der Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern aus der Wissenschaft, die ihre Teleskope zur Verfügung stellen - seither kontinuierlich sendet. Als Basisstation im Realraum dient das ICC in Tokio - empfangen kann man den Sender jedoch weltweit übers Netz.

Wer den Radar seiner Lauscherchen also auf die unendlichen Weiten richten will, kann sich einfach in den Livestream von Radio Astromony werfen. Näher lässt sich den Sternen auf akustischem Wege kaum kommen...

[Bildchen: Mal versucht, ein Art Karte des Senders zu erstellen. Wobei das Schema natürlich nur eine grobe Überschau über die Anordnung der Stationen geben will - Grösse und Sendeleistung sind dabei nicht berücksichtigt worden, einigermassen proportional ist lediglich der Abstand zum Empfängerplaneten. Weshalb Saturn auch ausserhalb des Radius geraten ist (und, *autsch*, wir leider dann auch gleich die gleichwohl empfangbaren Emissionen einzuzeichnen vergessen haben.]

Von miss.gunst am 01.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)