« Januar 2010 | Hauptseite | März 2010 »

28.02.10

DIY Archiv für Digitale Kultur

wlyc-ksw.gifArchivprojekte, Sammlungen und Plattformen zur Digitalen Kultur gibt es viele - und meist werden sie (zumal, wenn's ums Archivieren geht) von grossen Institutionen und deren Zusammenschlüssen betrieben.
Aber es geht durchaus eine Nummer kleiner und von der vielleicht ja durchaus realen Utopie beflügelt, dass das Wachstum im Kollektiv befördert werden kann.

So im Fall von WE LOVE YOUR COMPUTER bzw., zu gut Dänisch: VIEL SKER DIN COMPUTER - es handelt sich nämlich um eine Koproduktion mit wesentlichem Anteil dänischer Initiativen.

Worum es genau geht? Wird in der dieser Tage verschickten Einladung erklärt [gab's auch in English, wir zitieren hier nur die deutschsprachige Fassung, dafür gleich mit den entsprechenden Ankern versehen]:

wlyc-g1.gif

"Liebe Künstler & Kunstexperten, endlich ist es fertiggestellt:
WE LOVE YOUR COMPUTER...
... ist ein kollektives, offenes Archiv und
Veranstaltungskalender für Medienkunst.
Stöbere, lese, steuere deinen Teil bei und
sag es deinen Freunden:
Es ist für euch gemacht und wird von euch kreiert."

Da das Projekt in dieser Form nun eben erst gestartet ist, findet sich in besagtem Veranstaltungskalender bis dato zwar noch kein Eintrag - und wieviele dem Aufruf Mitzutun folgen werden, bleibt sicher noch abzuwarten (kleiner Tipp: der Sache förderlich wäre es wahrscheinlich, auch die lieben Künstlerinnen und Kunstexpertinnen anzusprechen und das Ganze auch den Freundinnen weiterzusagen... aber das nur beiseit).

Fündig werden kann man allerdings schon in der Bibliothek, wo sich bereits eine stattliche Anzahl von Links zu Texten und weitere Einräge tummeln.

Wer sich einen zünftigen Feuilletonlesesonntag bescheren will, kann also gleich loslegen - und dabei die eine oder andere Inspiration bekommen, gegebenenfalls auch einen eigenen Eintrag einzuspeisen...

wlyc-g2.gif

[Bildchen: Also, We Love Our Computerchen auch - was ja schon mal eine gute Voraussetzung ist...]

Von miss.gunst am 28.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.02.10

Klangkunde mit Kubin (WRT)

fkklg-ksw.gifGleich noch ein Webradio-Tipp, und zwar ein akuter - aber da es hier ja auch immer wieder mal um Basiswissen geht, sollten sich Klangkundler und -bastlerInnen diese Lektion wirklich nicht entgehen lassen...

Kein Geringerer als der von uns bekanntlich sehr geschätzte Felix Kubin (mehr im hauseigenen Archiv) bestreitet nämlich am heutigen Freitag in der ersten Morgenstunde (26.02. um 0:05 Uhr) die akuelle Sendung in der Klangkunst-Reihe von Deutschlandradio Kultur.

Unter den vielversprechenden Titel "Säugling, Duschkopf, Damenschritte" wird uns "eine polymorphe Klangbibliothek" kredenzt werden. Na, da sperren wir natürlich neugierig die Lauscher auf!

fkklg-g.gif

[Bildchen: Ein guter Grund mehr, sich in dieser Sendung schlau zu machen. Unsere kleine Klangenzyklopädie fällt, wie schon ein kleiner Auszug belegt, doch eher etwas langweilig aus.]

Von miss.gunst am 26.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.02.10

Natur ruft - Tiere antworten (WRT)

ntrcr-ksw.gifBevor es weiter um wissenschaftliche Experimentalbastelkultur wie DIY Mikroskopie und die beflügelnde Beobachtung von kleineren Lebewesen geht, soll es zwischendurch auch wieder einmal einen Webradio-Tipp geben. Und zwar passender Weise einen, bei dem ebenfalls künstlerische Natur-Wissenschaft Thema ist...

ntrcr-01.gifSchon im vergangenen Sommer hat Rikke Hansen - die derzeit am Goldsmith College über den Blick auf das Tier in der Kunst und der visuellen des 20. Jahrhunderts foscht ('The Sublime Animal: Contemporary Art and the Animal Aesthetic' ist der Titel ihres Ph.D.-Projekts) - auf unserem Londoner Lieblingssender resonance fm eine wunderbare Sendereihe mit dem schönen Titel "Nature Calls: Animals in Visual Culture" bestritten.

Inzwischen hat sie unter diesem Titel sogar eine wöchentliche Sendung. Das Original wird freitags nachmittags ausgestrahlt; Londoner Zeit 16-16:30 Uhr, bei uns also eine Stunde später - damit leider leicht zu verpassen, wenn man noch bei der Arbeit oder schon anderweitig ins Wochenende unterwegs ist.

Beglückt haben wir jedoch kürzlich festgestellt: Mittwochs um 21:00 (London) bzw. 22:00 (MEZ) wird die Sendung jeweils wiederholt - und das wollen wir doch gleich weizergeben und empfehlen: Den resonance-Webstream anwerfen und mitlauschen, wenn es wieder heisst: "Nature calls..."

Wer oder was genau - die Natur selbst? Ein Tier? - in obig rechts eingefügtem Bildchen ruft?

Schauen wir doch einfach mal nach...

ntrcr-02.gif

[Bildchen: Hier ruft laut und vernehmlich die zweite (dritte? vierte?) Natur: Weinlaubpieper, letzten Sommer bei der HOME MADE-SGMK-Woche im Ticino gesichtet...]

Von miss.gunst am 24.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.02.10

DOCKBOT Blinken & HighLights

dckbt-ksw.gifGleich noch ein DOCKBOT-Abend? Wäre natürlich auch eine feine Sache und wird es auch bald wieder geben - aber für heute heisst es erst einmal, einen glücklichen Blick zurück auf den gelungenen Anlass zu werfen...

Das machen wir mit Blick auf den noch immer überquellenden Kulturbeutel und brummende Baustellen drumherum für heute mal ein bisschen textbequem mit einer Reihe von Bildchen (und ganz ganz ganz kurzen Kommentaren zu diesen).
[Dunkel war's, die Kamera klein, der Blitz programmatisch ausgeschaltet und die Aufmerksamkeit natürlich bei den Anwesenden und dem, was sie zeigten - ergo das Fotografieren Neben-Nebensache. So sehen die Bildchen dann natürlich auch aus... und daher auch nur eine klitzekleine Auswahl...]

dckbt-01.gif
Es werde Licht: DIY Open Mobile Laser mit Con bzw. Con mit DIY Open Mobile Laser...
dckbt-0102.gif
... indes das versammelte Publikum den ganzen Abend über nicht aus dem Staunen kommt ...
dckbt-02.gif
Roboterliebe von und mit Effi...
dckbt-03.gif
.... und eins ihrer liebenswerten Robo-Monstertierchen...
dckbt-04.gif
... Kirstys phantastischer Robo-Wurm (wird gerade von seiner Kreateurin installiert) ...
dckbt-012.gif
... und weiter gebannte Blicke ...
dckbt-0506.gif
... geheimnisvolles Glosen im Hintergrund des Open Lab ...
dckbt-0405.gif
... we got the power! Michi mit SYNKIE (man beachte den Meeega-Bus...) ...
dckbt-05.gif
... kiilo, Pei-Wen Liu, Kirsty ...
dckbt-06.gif
... und grosse Freude wohin man schaut ...
dckbt-08.gif
Blinkten treu zu allen Highlights, einen ganzen Abend lang: die 20px im Fenster des Dock (es werde, war, wird Licht sein - klar!)

Von miss.gunst am 22.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.02.10

DOCKBOT @ dock18

dckbtfl-ksw.gifDorkbot Swiss macht sich ja nun schon seit einiger Zeit betrüblich rar - aber das heisst natürlich nicht, dass es in der Schweiz keine Menschen mehr gibt, die seltsame Dinge mit Elektrizät veranstalten.
Ganz im Gegenteil!

Insofern war es wirklich höchste Zeit, dass die Community ein neues Forum für den Austausch untereinander und mit dem Rest der Welt eröffnet. Und heute ist es dann endlich soweit:
Die SGMK und dock18 laden zum ersten DOCKBOT-Abend ein.

dckbfl-01.gifAb 20:30 Uhr lockt ein reiches Porgramm mit Präsentationen, Bar, Musik und kleinen Spezereien. Mit von der Partie sind unter anderem:
Kirsty Boyle und Effi Tanner, die jeweils ihre Projekte zwischen Robotik und Kunst vorstellen werden. Michi Egger von anyma gibt Einblicke in die Entwicklung von SYNKIE, einer modularen Experimentierplattform für Analog-Video auf OS Hardware-Basis.
Pei-Wen Liu und kiilo präsentieren die Projekte playaround und Technomads, eine Reihe von Workshops zu DIY und FLOSS in der digitalen Kultur in Taiwan. Und der Zürcher Tüftler Urs Gaudenz zeigt, was er unter "Sound2Light" versteht.

Drumherum und nebenbei wird der Umtrunk der Schweizer Mechatroniker begangen - und natürlich viel Zeit und Raum für den Austausch untereiander sein.
Kleines Trostpflästerchen noch für all jene, die nicht mit dabei sein können: Aller Voraussicht nach wird dock18TV für die Live-Übertragung sorgen.

Von miss.gunst am 19.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.02.10

DIY Spektroskopie II (Dusjagr Labs @ ctm2010)

spccam-ksw.gifMindestens eins der Instrumente, mit denen im Berliner Spectroscopy Workshop den Wellen auf den Leib gerückt wurde, können wir schon etwas genauer in Augenschein nehmen.
Und passender Weise sogar eines, bei dem es tatsächlich ums Sichtbarmachen geht.

Bei den BastlerInen waren nämlich auch Marc Dusseiller und Andy Gracie zu Gast.

spccam-01.gif

Aus den hackteria-Workshops nach Berlin mitgebracht hatte Marc nicht nur sein mobiles Mini-Biolab, sondern das Prinzip, auf der Basis bzw. unter Verwendung einer kleinen, umgerüsteten Webcam nützliche Instrumente zu bauen (s.a. Bilder vom DIY Webcam-Mikroskop aus dem Tessin im Archiv der Dusjagr Labs sowie Bärtierchen-Bildchen der Cam im hauseigenen Archiv, wobei der Eintrag über das Mikroskop selbst in unserem Zettelkasten hier noch aussteht...).

spccam-02.gif

In Berlin ist nun - passend zum Thema des Workshops und an die klassische optische Spektroskopie anknüpfend - der Prototyp für ein DIY Spektroskop entstanden, das man mit einfachsten Mitteln bzw. Materialien selber bauen kann. Die wichtisten Basis-Bauteile sind: Eine Webcam, eine (zerbrochene) CD, Pappe und Klebeband. Sowie natürlich ein wenig Elektronik, um das Ganze an den Rechner anzuschliessen, über den der Input auf dem Bildschirm betrachtet und dann auch wieder an einen Beamer ausgegeben werden kann...

spccam-03.gif

Einige Fotos zu Aufbau, Innenleben und Ausgabe der Spektroskop-Cam sind im entsprechenden Eintrag bei den Dusjagr-Labs immerhin schon mal zu sehen - auf dem Wunschzettel der gespannten DIY-ForscherInnen-Gemeinde stünde nun natürlich idealerweise eine Step-by-Step-Anleitung zum Nachbauen (zwinker zwinker, stups stups ;))...

spccam-04.gif

[Bildchen: Vom Workshop im CTM-Hinterzimmer. Das DIY Spektroskop in seiner ganzen Bastelpracht am Recher (der auf diesem Bildchen allerdings gerade noch an, na was wohl, das DIY Mikroskop angeschlossen ist - auf dem Schirm tummelten sich da wieder dekorative Tardigraden); die Ausgabe bei ruhendem Gerät (hier sieht man gut die CD im Inneren; das Spektroskop in Aktion (bekommt gerade ein bisschen Licht von der MT-Taschenlampe); dito und auf dem Schirm: ein schönes Spektrum...]

Von miss.gunst am 16.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.02.10

DIY Spektroskopie (@ ctm 2010)

spctrsk-ksw.gifDas elektromagnetische Spektrum hatten wir in diesem Log.Buch schon häufiger auf dem Radar.
In Berlin gab's nun wieder Gelegenheit, neuen Erkundungen nachzugehen.

spctrsk-01.gifZu den Workshops, die dieses Jahr im Rahmen des club transmediale angeboten wurden, gehörte nämlich auch einer zur Spektroskopie, angeboten von Jo FRGMNT Grys und Martin Kuentz von NK (auch eine Adresse, die man sich merken muss, btw).

Tolles Programm über mehrere Tage, bei dem wir gern dabei gewesen wären - weil selber in einem Forschungsworkshop (dazu ein andermal mehr) ging leider nur vorbeischnuppern, -schauen, -lauschen. Aber zum Abschluss gab es dann noch eine zünftige Jam-Session, bei der die TeilnehmerInnen ihr Instrumentarium präsentierten. Anders als die Spektroskopie klassischer Schule ging der Workshop nämlich auch auf die auditive Erforschung der Wellen aus.

Nun ist das Eigentliche an einem Workshop die Teilnahme - das braucht keine Bühne und lässt sich auf der auch nur bedingt an Dritte vermitteln. Akustisch fiepen und knarzt es aus de elektromagnetischen Spektrum - angenehm noisig-chillig, aber was überspringt, ist schon mehr die Begeisterung der Beteiligten am/im Tun. Die sei hiermit augen- und ohrenbezeugt - und mit beistehenden Schnappschüsschen von leider eher mässiger Qualität ein wenig wenigstens illustriert. Ob wir es noch schaffen, das eine oder andere der sensationallen Instrumente einzeln vorzustellen? Mal sehen...

spctrsk-03.gif
spctrsk-04.gif

[Bildchen: Von der abendlichen Jam-Session am Samstag im .hbc. Scharfer Sendeturm (leider etwas unscharf aufgenommen); die AkteurInnen beim Aufbau (Jo Frgmnt Grys ganz rechts, Martin macht sich im Hintergrund gerade etwas unsichtbar - und auch sonst sind nicht mal alle mit im Bild); Jammin' (dito, links unten ausserhalb des Fokus wurde beispielsweise noch Wasser bespielt...)]

Von miss.gunst am 14.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.02.10

Ein-Bildungen (Esemplasticism @ ctm 2010)

esem-ksw.gifEsem... wie bitte? Der Titel dieser Ausstellung scheint erst mal eins: Preiswürdig in der Kategorie "Fremdwortverliebter Kryptizismus". Hilfreich ist daher vielleicht als erster Hinweis: Das ganze hat mit Wahrnehmung zu tun...

Tatsächlich ist "Esemplasticism" auch im Englischen ein Kunstwort - allem voran, was den "ismus" am Ende betrifft. Zu "esemplastic" (steht zu lesen: aus dem Griechischen abgeleitet für "hineingeformt" - naja, eis, (h)en... da nimmt es das Wictionary wohl nicht so genau... aber bei Coleridge steht es dann tatsächlich in etwa dieser Bedeutung - genauer gesagt,es wurde von ihm erfunden, um die willentliche, schöpferische Einbildungskraft zu beschreiben.

Nehmen wir zum Beispiel ein Bild wie dieses hier, bei dem ein dickes schwarzes Rechteck den wohlgefälligen Anblick zweier sympathischer Gesellen gemein blockiert...

esem-01n.gif

Direkt auf Coleridge bezieht sich die Schau, die Hicham Khalidi ursprünglich für den Kunstraum TAG in Den Haag zusammengestellt hat und die anlässlich des Club Transmediale nach Berlin gereist ist, allerdings auch nicht. Sondern mehr auf dessen weiterführenden Gebrauch im wahrnehmungs- und kognitionspsychologischem Sinne:

"Our brains are esemplastic, shaping disconnected elements – incomplete or ambiguous information from our senses – into the seamless whole of our experience. What we see, hear, touch and feel is folded into an amalgam of data, emotions and cultural baggage. [...]"

So weit, so erst einmal hilfreich und gut - richtig interessant wird es jedoch, so die These der Ausstellung, wenn wir uns zunehmend Wahrnehmungen als/in Erfahrungen einformen, die aus sinnlich-erfahrungstechnisch mehr oder weniger unkontrollierbarer Quelle stammen bzw. unseren primären Wahrnehmungskapazitäten eigentlich längst nicht mehr zugänglich sind.

... und dann stellen wir vor, wie schön die freie Sicht aufs Mittelmeer die beiden wär... von denen vermutlich viele vermuten, dass sie in ganzer Pracht etwa so aussehen:

esem-02n.gif

Vor diesem Hintergrund will "Esemplasticism - The Truth is a Compromise" allerdings nicht in das gern angestimmte Klagelied von einer etwa nicht mehr zu bewältigenden Datenflut einstimmen. Und das konsequenter Weise, denn die Annahme einer "esemplastic capacity" besagt ja, das unser Hirn irgendwie schon zurecht kommt - die interessante Frage ist da eher schon die nach dem "wie".

Ergo soll es bei/mit den versammelten Arbeiten darum gehen, ein Stückchen zurückzurudern und erst einmal die (theoretisch: esemplastische) Kapazität bzw. Arbeitsweise des Gehirns selbst zu untersuchen. Den DIY-Anteil der Wahrnehmung-als-Einbildung sozuagen. Was schwer nach Versuchsanordnungen klingt. Aber in diesem Fall eben doch solchen, die dezidiert mit künstlerischen Mitteln forschen...

Die nun alle aufzuzählen, wäre wohl nicht so fruchtbringend - die Liste der beteiligten KünstlerInnen steht im Netz, Aram Bartholl hat sogar den Raumplan für das .spa.* digitalisiert und bei art in berlin gibt es einen prima Videoclip mit einer Einführung in die Ausstellung durch den Kurator und kurzen Gesprächen mit einigen der Beteiligen.

Oder aber doch vielleicht eher so?

esem-03n.gif

Vor allem aber kann man sich die Ausstellung noch bis inklusive 28.02.10 selbst ansehen - und das sei hiermit wärmstens empfohlen.
*(Kein "Spa", sondern dasselbe Gebäude wie der ctm-Standort .hbc, aber der Eingang ist ums Eck in der Spandauer Strasse gelegen).

Im Log.Buch hätten wir dagegen idealer Weise gern ausgewählte Schauexperimente Arbeiten einzeln genauer angeschaut und vorgestellt. Mal seheh, ob das - weil dann natürlich gern auch mit Bild und das muss aus den üblichen Gründen eben angefragt werden - noch klappt...

esem-04n.gif

Ja, da muss es grinsen. Das Bild. Wie war das doch gleich mit dem esemplastischen Vermögen?

[PS zum Bildchen: Kam in den Sinn, als a) über das esemplastische Vermögen und b) über Alternativen zur Einholung von Abildungsgenehmigungen nachgerübelt wurde. Schöne Bilder einer der Ausstellung hats aber natürlich auch. Zum Beispiel bei Flickr.]

Von miss.gunst am 12.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.02.10

A MAZE festival

amzsp-ksw.gifMit Blick zurück auf die transmediale-Tage in Berlin muss natürlich noch ein zweiter Anlass Erwähnung finden, den FreundInnen der Game-Kultur im Kalender stehen hatten: Das A MAZE Festival.

amzsp-02.gifMal ganz abgesehen davon, dass die 2008 gegründete Initiative über die wohl niedlichste Grafik-ID ever verfügt (siehe allein die A MAZE-timeline, den Festivaljingle kann man bei Youtube anschauen) und insgesamt sehr rege ist, hat A MAZE in diesem Jahr wieder eine mehrtägige Feier der Kreativität rund um die diversen Konvergenzen und inter/trans/crossmedialen Aspekte des Mediums Computerspiel auf die Beine gestellt - mit Ausstellung(en), Konferenz, Workshops, Panels und und und....

Wobei es das A MAZE Festival auszeichnet, dass bis auf die naturgemäss mehr auf Präsentation und Diskussion ausgerichteten Panel/Konferenz-Module fast alle diese Levels spielbar sind. Und das gilt nicht nur für die Installationen und die Ausstellung, deren Fokus diesmal - direkt ans club transmediale festivals andockend - auf Musik in Games bzw. Games steuerte, bei denen Musik ein zentrales Element ist (auch hier gibs einen kleinen Einblick im Bewegtbild bei Youtube und es gibt eine ganze Reihe lesenswerter Artikel dazu im A MAZE Journal).

amzsp-01.gifIm Global Game Jam wiederum - seinerseits schon ein Festival-im-Festival - ging es darum, in gut 24 Stunden gemeinsam Spiele bzw. Gameplays zu entwickeln. Wer nicht glaubt, dass das geht: Ergebnisse stehen bereits im Netz.

Und dann gab es auch dieses Jahr wieder den A MAZE Jump'n'Run Bonus Cheat - die finalen Clubnächte mit Game-Performances und Installationen zum Mitspielen (wieso weshalb warum: siehe eine kleine Überschau bei A MAZE. Ist mittlerweile natürlich nurmehr just for the records, aber ein paar Beiträge wollen aus nahe liegenden Gründen in unseren Zettelkasten wandern:

Erstens, Wiijtimsky, der - wie weiland 2008 beim DIY Festival auch von Bruno Spoerri vorgeführt - die Wii-Interfaces bzw. Fernbedienungen für seine Musikperformances nutzt.

amzsp-03.gifZweitens, Fiju2 von Julian Oliver (der auf der transmediale u.a. mit dem "Artvertiser" vertreten war - weil hier gleich das ganze Game als Musikinstrument funktioniert.

Drittens, nicht nur aus Fantreue (s.a. im hauseigenen Archiv), sondern ebenfalls wegen kreativer Nutzung von Gameware: die Atari Live Pixel Bomb Performance von STU und Raquel Meyers.

[Bildchen: Ja, ganz schön anstrengend dauernd etwas passendes imaginieren zu müssen. Haben also unseren kleinen Knopf ins Maze geschickt. Springen und Rennen hilft in einem Labyrinth allerdings nicht sehr viel weiter... Grand Merci fürs Original-Maze (das sogenannte Kretische) geht übrigens an AnonMoos, der die Vorlage den Wikimedia Commons bzw. in die Public Domain gespendet hat. Dort fände sich übrigens auch die Hilfe für den Verirrten. Theoretisch. Denn wir waren ja ganz gemein und haben das Labyrinth in eines verwandelt, aus dem es definitiv kein Entrinnen gibt. Minos hätte seine Freude daran gehabt...]

Von miss.gunst am 10.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.02.10

Spiel mich!

spmch-ksw.gifSatelliten? Sind das nicht die Dinger, die im Orbit herumschweben und Signale gen Erde senden? Eigentlich schon. Mitunter lohnt es aber auch, selbst ein Shuttle flottzumachen und Richtung Satellit zu reisen. Wie im Fall der Ausstellung GaMe!, die zur transmediale auf der Liste der Satelliten stand...

spmch-01.gif... und die sich mindestens Game-EnthusiastInnen doch gleich auf die Liste "unbedingt ansehen gehen" setzen sollten. Zumal sie, anders als die transmediale selbst, noch bis 24.03.10 im DAM aufgesucht werden kann.

Mitspielen kann man vor Ort zwar nicht bei allen Games. Todd Deutschs Fotografien aus der Serie "Gamers" beispielsweise funktionieren vielleicht eher als Spiegel (oder Blick durch ihn hindurch, je nachdem). Unser DIY-Tipp dazu: Einfach mal eine Webcam installieren und testen, wie bedröppelt der Wetware-Avatar vor dem Rechner dreinschaut, während man als stolzer Nachtelf seine Raidschlachten schlägt.
Joan Leandre wiederum schubst in seinen Arbeiten mit manipulierter Software selbst routinierte GamerInnen in die Zuschauerposition.

spmch-02.gifAber dann ist da noch Mark Essen, bekannt für seine surrealen Splatter-Games in 8bit- und Collageästhetik. Nach Berlin hat er "The Thrill of Combat" von 2009 mitgebracht, bei dem man mit dem Hubschrauber auf Organspender-Jagd gehen muss. Prädikat "spielbar" - neue Fand wie auch daheim Gebliebene können den Fleischfang übrigens direkt bei Essen für schlappe 4.99 Dollar auf den heimischen Rechner laden.

spmch-3.gifEinen ganz anderen Zugang findet man bei "Tale of Tales" von Auriea Harvey und Michaël Samyn - manchen vielleicht noch aus der net.art-Szene bekannt. Nach dem irgendwie schräg verzauberten, spielbaren Bildschirmschoner "The Endless Forest" haben sie 2009 "The Path" herausgebracht, eine grusig-poetische Variation auf Rotkäppchen (und seine fünf Schwestern, welche die Gebrüder Grimm schnöde unterschlagen haben).

Und schliesslich ist Jason Rohrer mit von der Partie, der sich vor einigen Jahren aus einer Blitzkarriere in der Spieleindustrie aufs Land zurückgezogen hat, um alternative Games zu entwickeln: Optisch mögen seine Spiele ziemlich schlicht daherkommen - dafür setzen sie auf emotionale Komplexität.

Keine Spiele, sondern Spielzeug hat France Cadet mitgebracht: "Gaude mihi" - also "Mach mir Freude!" heisst ihr Schaukel-Robodog. Kann man derzeit im DAM wirklich laut sagen. Weil die ganze Ausstellung Freude macht.

[Bildchen: Gehören natürlich nicht zur GaMe!-Ausstellung oder einer der dort gezeigten Arbeiten. Sollen ersatzweise einfach nur eine Basisformation imaginieren, die immer wieder aufs Neue "SpielMich!" ruft. Ja, die Welt ist eine Scheibe und der Keks ist rund. Und der Ball ist schön. Undsoweiter...]

Von miss.gunst am 08.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.02.10

Zukünfte (tm 2010)

tm2010-ksw.gifNicht nur Murmeltiere grüssen jedes Jahr Anfang Februar. Auch die transmediale steht um diese Zeit im wiederkehrenden Kalender - und heuer hat sie sogar ein Leitthema ausgerufen, das direkt zu dem des Murmeltiertags passt.

"Futurity Now!" - also "Zukünftigkeit" oder sogar ganz direkt: "Zukunft jetzt!" Letzteres scheint in der jeweils herrschenden Gegenwart etwas schwer zu realisieren zu sein, insofern sich erstere im Jetzt ja unweigerlich in letztere verwandelt. Zukünftiges im Blick zu haben oder in selbigen zu nehmen, das lässt sich schon eher machen.

tm2010-g.gifTraditionsgemäss sind dafür (neben und noch vor den Murmeltieren) die Künste und die Medien zuständig - und so selbstredend auch auf der aktuellen transmediale.

Einen genaueren Begriff von der Zukünftigkeit kann man sich wie immer in einem denkbar breit angelegten Programm machen, das eine Ausstellung, eine Konferenz, Vorträge, Panels, Performances, Konzerte, dazu zahlreiche Salons und Workshops sowie diverse Satelliten-Veranstaltungen umfasst.

Etwas mehr als nur Satelliten sind der ebenfalls traditionsreiche club transmediale und das Computerspiel-Festival A MAZE Interact, die bereits vergangenes Wochenede begonnen bzw. (im Fall von A MAZE) stattgefunden haben.

Was bedeutet, dass es im Log.Buch noch so einige Nachträge regnen wird - erst aber will der Kulturbeutel ein bisschen Zukünftigkeit gefüllt werden. Und wenn die dann Gegenwart gewesen bzw. schon wieder Vergangenheit ist, kann man immer noch das auspacken, was etwas länger zu halten verspricht...

Von miss.gunst am 04.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.02.10

Tag des Murmeltiers

ghd10-ksw.gifZwar grüsst es uns mitnichten täglich (und wer würde behaupten wollen: "schön wär's"?). Aber wenigstens an einem Tag im Jahr wollen wir es grüssen: Das Murmeltier.

Hierfür eignet sich der 2. Februar besonders gut, zumal wir uns wenn nicht welt- so doch sozusagen murmeltiervorkommensweiter Solidarität versichert sein können.

ghd10-g.gifMindestens in Nordamerika und Kanada wird alljährlich an diesem Datum nämlich der "Tag des Murmeltiers" bzw. genauer gesagt: "The Groundhog Day" begangen. Genau, ganz so, wie er in dem Streifen "Und täglich grüsst das Murmeltier" seinerzeit ganz gross resp. gleich mehrfach hintereinander gefeiert werden durfte.

Dabei handelt es sich freilich nicht wirklich um eine Form selbstloser Huldigung des Nagers. Vielmehr wird dieser aus seinem Bau gelockt, um anhand des Schattenwurfs Wetterprognosen zu erstellen. Klingt plausibel und mindestens für eine Deutung können wir uns aktuell eine gute Trefferquote vostellen:
Wenn man den Schatten deshalb nicht sieht, weil er ebenso wie das Murmeltier selbst in einer Schneewehe steckt, dann dürfte es nach wie vor Winter sein. Wie es ja auch bis ca. 20.03. dem Kalender entspricht.

Nun funktioniert das Ganze allerdings wohl nur mit einem Waldmurmeltier, wie es in unseren Breiten eher selten ist. Will heissen: Das bei uns beheimatete Alpenmurmeltier darf sich durchaus ebenfalls herzlich gegrüsst fühlen - aber auch in seinem Bau verbleiben. Und es mitsamt seinem Schatten sowie allen Angehörigen noch ein wenig warm haben. Indes uns zur Winterwetterprognose wohl auch der eine oder andere eingeschneite Berg genügen kann...

Von miss.gunst am 02.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)