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29.04.10

Wie Pilze Klingen

wplzkl-ksw.gifOb nun aus dem eigenen Anbau, gesucht und gesammelt oder - wenn mal weder das eine noch das andere fruchtbringend ausgefallen ist - vielleicht doch einfach auf dem Markt erworben: Pilze können durchaus auch anderen Zwecken zugeführt werden als dem Verzehr.

Dass man Pilze porträtieren kann, haben wir ja kürzlich schon mit Blick auf Florian Haas' Malerei gesehen.
Aber sonst?

Aus HOME MADE-Perspektive würde es wohl nahe liegen, mal nach dem Klangpotential von Pilzen zu fragen.
Nun handelt es sich hier natürlich um wenig gesprächige Gesellen - und auch durch andere Lautäusserungen fallen Pilze gemeinhin weniger auf.

Immerhin gibt es einen denkbar prominenten Anhaltspunkt: John Cage hat sich bekanntlich intensiv mit Pilzen beschäftigt. Sein "The Mushroom Book" von 1972 macht sich leider rar und es braucht auch ein bisschen Glück, um eine der darin reproduzierten Grafiken seiner von Pilzen inspirierten Kompositionen mal in einer Ausstellung anschauen zu können (ein im New Yorker MoMa gelandetes Blatt der gleichnamigen Reihe kann man immerhin online betrachten).

Gern würden wir bei Gelegenheit auch das seinerzeit 2002 gesendete Feature "Erinnerungen an John Cage: Mushroom Talk - NachtCageTag" von Klaus Schönig lauschen. Da dort aber keine Wiederholung in Sicht ist, bleibt erst mal nur das Nachlesen an notorischer Stelle, allem voran in den Gesprächen mit Daniel Charles ("For the Birds", gibts beim Merve-Verlag auch in deutscher Übersetzung, die Erstausgabe von 1984 wird gerade wieder aufgelegt. In der New York Times erschien 1981 zur englischen Edition ein schöner Artikel von Edward Rothenstein dazu, der "Sounds and Mushrooms" betitelt und inwzischen auch online nachzulesen ist).
Ansonsten noch online: Zwei Pilzrezepte von Cage.

Tatsächlich ist Cage auch nicht der einzige Pilzfan unter den KlangkünstlerInnen. Fluxus Mitstreiter wie Dick Higgins oder Alvin Curran (u.a. mit getrockneten Pilzen in einer Hommage an Cage) und auch der Circuit Bending-Spezialist Reed Ghazala teil(t)en seine Leidenschaft.
Allein: Davon, dass dies zu einer intensiveren Beschäftigung mit Pilzklängen im engeren und eigentlichen Sinne geführt hätte, ist nichts bekannt.

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Also haben wir noch ein bisschen weiter nach klingenden Pilzen gesucht. Einziger Netzfund bislang: In Margaret Nobles "Sound is Art" Blog gibt es Champignons des in Köln beheimateten Musikers Michael Peters, den der eine oder die andere unter den geneigten LeserInnen vielleicht vor allem als engagierten Looping-Gitarristen kennt. Aber eben, er macht auch noch ganz andere lauschenswerte Sachen...

Vorläufige Bilanz: Klingende Pilze gesucht, ein spannendes Sound (is) Art-Blog und die Heimseite eines interessanten Klangforschers gefunden.
Auch schön. Indes, für sachdienliche Hinweise auf Spuren resp. Sporen musikalischer Myzelgewächse wären wir wirklich dankbar, auch fürderhin...

Von miss.gunst am 29.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.04.10

DIY Pilzbrut Praxis

pbhp-ksw.gifVon den Glühbirnen gleich wieder einen Sprung zurück zu denen, die tendenziell doch eher Dunkelheit zu schätzen wissen: den Pilzen.
Denn zur DIY Pilzzucht sollte es ja noch ein paar praktische Hinweise geben...

Um es geich vorweg zu sagen schreiben: Entsprechend des durchaus nicht nur in New York und zudem auch nicht erst seit gestern florierenden Trends zum Nutzpflanzenanbau auf (eigen-)heimischem Terrain sind entsprechende Informationen im Netz alles andere als rar.

Allerdings verhält es sich selbst mit einschlägigen Artikeln, die in Garten- und Heimwerkermagazinen erscheinen, naturgemäss eher so, dass es (kaum anders als im jüngst verankerten Artikel der New York Times) eher allgemein um die Sache geht. Und die praktischen Anleitungen entsprechend zu kurz kommen.

Daher an dieser Stelle gleich ans Eingemachte - und da lässt sich im deutschen Sprachraum allem voran ein Projekt weiterempfehlen, bei dem sowohl AnfängerInnen bzw. prospektive PilzzüchterInnen als auch Profis so ziemlich alles finden können sollten, was das Herz begehrt: pilzzucht.eu.

Wer dann zu den dort versammelten Informationen, Anleitungen und Tipps noch gerne die eine oder andere Alternative testen möchte:
Wird vielleicht als geeignete Ergänzung die einschlägigen Angebote unserer Lieblings-HowTo-Plattform instructables.com zu schätzen wissen. Zumal die Foren zu den Beiträgen immer noch ein Surplus an bzw. für den Erfahrungsaustausch bieten.

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Da hätte es beispielsweise: Eine sehr schöne, reich illustrierte Schritt-für-Schritt-Anleitung zu den Grundtechniken der Pilzzucht von nak, dann nochmals eine einfache Anleitung von shesparticular, die mindestens für Shitake-Pilze die Praxisprobe bestanden hat.

Und wenn man am Ende dann reichere Ernte einfährt, als man verzehren kann? Hätte es noch ein Rezept zum Pilze Einkochen von Robyntheslug.
Wobei, beiseit: einen sonnigen Balkon o.ä. vorausgesetzt, kann man viele Pilzsorten auch prima trocknen. In Scheiben schneiden, auf Zeitungen auslegen, warten. Und später fädeln und an ein trockenes Plätzchen verbringen. Klappt vielleicht nicht immer. Wurde aber auch schon getestet und für gut befunden.

[Bildchen: Naja. Ein schwacher Versuch, von den Glühbirnen die Kurve zurück zu den Pilzen zu bekommen. Und die Bruthege mit Nestwärme zu assoziieren (gut behütet im kuscheligen Nestchen eben). Pilzbrut heisst das übrigens wirklich.]

Von miss.gunst am 26.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.04.10

Glühlampenmusik

glhxl-ksw.gifWessen Herz für Glühlampen glüht, leidet seit einiger Zeit schwere Not. Aus den Regalen sind die klassischen Birnen mit dem glosenden Faden bereits verschwunden - und wer weiss schon, wie lange man sich noch am wohligen Licht der in den Fassungen verbliebenen Restexemplare wärmen kann.

Vom heutigen Abend (24.04.10) allerdings dürfen sich mindestens die Zürcher unter den GlühlampenfreundInnen einen temporären Trost versprechen:
Für 20:30 Uhr lädt die Werkstatt für improvisierte Musik im Rahmen der der Reihe "WiM dezentral" in den Walcheturm zum Konzert mit Glühlampenmusik.

Dass sich Lampen bestens als Instrument eignen, wissen treue LeserInnen schon aus frühe(re)n Log.Buch-Einträgen zu singenden Lichtbögen und jenem zu Norbert Möslangs Lampenkonzert in Romainmotier 2005.

Der Glühlampenmusiker des heutigen Abends, begleitet von Hans Koch an der Bassklarinette, heisst Michael Vorfeld, ist Bildender Künstler und Musiker - und kommt als solcher eigentlich von der Percussion her. Aber keine Sorge: Wer nun an auf und mit den Häuptern der Birnchen als Schlagwerk ausgetragende Aktionskunst denkt, liegt falsch.

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Zwar wird das Konzert zweifellos auch den Augen etwas bieten - aber es geht wirklich um Glühlampenmusik, bei der Licht(energie) direkt in Klang transformiert wird. Also elektroakustische Expermimentalmusik:

"Aus den Veränderungen der Lichtintensität, dem rhythmischen Flackern der Glühbirnen oder dem Leuchten und Glimmen der Glühelemente entwickelt sich ein feingliedriges und vielschichtiges akustisches Geschehen."

Verspricht jedenfalls die Ankündigung. Und das tönt doch ganz nach einer Veranstaltung, die man auf keinen Fall verpassen will, oder?

[Bildchen: Ja, so eben gerade nicht. Aber wir geben gern zu: Das war die erste Assoziation...]

Von miss.gunst am 24.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.04.10

Pilzfreundpostille

mrchch-ksw.gifIn direktem Anschluss an den letzten Eintrag gleich noch eine Lektüreempfehlung für PilzfreundInnen und solche, die es dem Trend entsprechend noch werden wollen...

... nämlich ein nettes Weblog namens FUNGI-Insider, das zum auch in gedruckter Form erscheinenden FUNGI Magazine gehört. Dato prangt hier natürlich ebenfalls ein Verweis auf den auch in unseren Zettelkasten gewanderten Artikel zu "DIY Mushrooms" in der New York Times.

Gleich in der nächsten Nachbarschaft tummeln sich jedoch auch mehrere aktuelle Einträge, die sich dem (Wild-)Pilz der Saison widmen: Nämlich der Morchel.

Tatsächlich spriesst auch hierzulande die Speisemorchel (Morchella esculenta) ab April aus dem Boden - und dazu hätten wir für Menschen, die in oder um Frankfurt herum wohnen, auch noch einen schönen Tagestipp.

Derzeit sind im Frankfurter Kunstverein im Rahmen der sowieso sehr sehenswerten Ausstellung Das Wesen im Ding (siehe dazu auch hier) einige von Florian Haas' wunderbaren Pilz-Porträts versammelt.

Passend dazu bietet Florian Haas nun am kommenden Samstag (24.04.) einen Ausflug gemeinsam mit dem Pilzexperten Dieter Gewalt zum Naturreservat Kühkopf an, wo man dann in freier Wildbahn nach Morcheln auslugen kann. Morcheln, höret die Signale...

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[Bildchen: Dass man die niedlichen Morchelchen zum Fressen gern haben kann, ist an sich schon ein Problem. Mindestens für die Morcheln.]

Von miss.gunst am 22.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.04.10

DIY Pilzzucht

plzchn-ksw.gifEin bisschen ausser Saison? Aber mitnichten. Ans Pilze sammeln dürften die meisten zwar erst bei herbstlicher Witterung denken. Doch einmal ganz abgesehen davon, dass auch in der freien Natur zahlreiche Arten im Frühjahr und im Sommer spiessen: Wer selbst sät, kann mitunter alle Tage ernten.

Und wenn man der New York Times glaubt, frönen in jüngerer Zeit immer mehr PilzfreundInnen der Aufzucht ihres Lieblingsgemüses: Wie im kürzlich erschienenen Artikel von Michael Tortorello mit dem schönen Titel "Do It Yourself Mushrooms" nachzulesen, werden auf dem Terrain des Big Apple allenthalben Sporen gestreut beziehungsweise in nahrhafte Holzscheite gepflanzt.

Unter anderem im Secret Garden, einem Gemeinschaftsgarten, der von der New Yorker Eco Station betrieben wird - aber offenbar zunehmend auch in privaten Gärten.

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So gesehen ist die DIY-Pilzzucht natürlich ein Ableger des aktuellen Trends zum Urban Farming, das von all jenen, die nicht auf entsprechende Stadtumbaukonzepte warten wollen, inzwischen einfach selbst in die Hand genommen wird. Aber schon ein ganz spezieller, nicht nur was die Art des Anbaus betrifft. Wohl nicht ganz zufällig wird auch in Tortorellos Text gemutmasst, dass die fremde und seltsame Welt der Pilzgewächse per se schon eine grosse Faszination auf Menschen ausübt.

Für heute wollen wir darüber nicht weiter spekulieren - sondern eben einfach nur den netten Artikel zur geneigten Lektüre empfehlen. How-Tos gibt es dann auch ein andermal...

[Bildchen: Diese Pilzchen sind in der Tat ebenfalls Stadtgewächse - allerdings aus freien Stücken im Gebüsch auf einem Grünstreifen an einer ziemlich dicht befahrenen Strasse gewachsen. Was sie seinerzeit glücklicherweise auch vor der Ernte durch gierige Gärtner bewahrte...]

Von miss.gunst am 19.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.04.10

Konk Pack (WRT)

mkrrd-ksw.gifWeil auch HackteriaktivistInnen und DIY-BiolaborantInnen mal ein Päuschen machen müssen, gibt es zwischendurch einen Webradio-Tipp - bei dem man ausnahmsweise weder Insekten zirpen, Kröten quaken noch Mikroben singen hört.

Sondern schlicht spannende Experimentalimprovisation. Vom Trio Konk Pack, zu dem sich Thomas Lehn, Tim Hodgkinson und Roger Turner seit 1997 regelmässig zusammenfinden.

Vergangenes Jahr spielten sie auf Einladung von Christoph Korn (s.im hauseigenen Archiv) und Hermann Kretzschmar (vom Ensemble Modern) beim Frankfurter ROT-Festival für Neue Musik und Klangkunst, heute (17.04.10) Abend um 23:05 Uhr gibt es das Ganze als Ursendung in der Artist's Corner von hr2 - weshalb wir einen Sprung in den Webradio-Stream wärmstens empfehlen wollen.

Falls Bedarf bestehen sollte: V-Ohrkosten kann man auf der MeinRaum-Seite von Konk Pack.

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[Bildchen: Mit den Musikvorlieben der Bazillen sind wir eigentlich noch nicht vertraut. Aber imaginieren kann man's ja mal...]

Von miss.gunst am 17.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.04.10

OpenWetWare

mamkww-ksw.gifSchon klar, dass nicht nur die Hackteria-LaborantInnen gern an und in feuchter Biomasse herumfingern - und zudem auch nicht die einzigen sind, die sich dabei für einen DIY-Ansatz und offenen Austausch von Wissen interessieren. Allein im direkten Umfeld des gerade erst vorgestellten DIYbio-Projekts hätten wir da gleich noch ein best practice-Beispiel weiterzuempfehlen.

Nämlich das grossartige OpenWetWare-Wiki, dessen Name wirklich nicht zu viel verspricht (es sei denn vielleicht, man nimmt ihn zu wörtlich und denkt an einen Foto-Pool für allzu offenherzig präsentierte Zellverbände).

Wer sich vernetzen möchte, wird auch hier mit einem breiten Angebot an Kontakten bedient. Der grosse Schatz des Wikis ist jedoch, was die in der entsprechenden Sektion (Labs & Groups) vorgestellten Initiativen ins WetWare-Wiki einspeisen: Jede Menge Tutorials - wie beispielsweise die von John Christopher Anderson zur Synthetischen Biologie.

Dazu gibt gibt es informative Versuchsprotokolle und eine bestens bestückte Seite zur Materialkunde sowie eine Sammlung mit fuderweise nützlichen Ressourcen. Und sowohl dort wie auch in einem eigenen Bereich tummeln sich zudem auch Links zu Blogs. Und wer noch ein besonderes Bonbon testen möchte: Sicher nicht zuletzt, um den Einstieg in die gemeinschaftliche Bestückung des Wiki zu erleichtern, bietet OpenWetware auch Unterstützung bei der Einrichtung eines Lab-Notebooks an.

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Last but not least - oder mindestens beiseit à propos Blogs: Wie der/die geneigte LeserIn fast schon vermuten wird, sind bei OpenWetWare auch die DIYbiologisten aktiv, weshalb sich an dieser Stelle noch als Ergänzung zum letzten LogBuch-Eintrag noch das DIYbio FAQ empfehlen lässt.

[Bildchen: Ein weiteres aus dem eigenen Labor. Diesmal natürlich zum Thema Wetware... und inspiriert vom Zürcher Hackteria Lab-Panel am Freitag, wo es eingangs ja auch um eine Definition derselben ging.]

Von miss.gunst am 15.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.04.10

DIYbio

mamkkp-ksw.gifIndes die Dokumentation des aktuellen Zürcher Hackteria Lab noch in Arbeit ist, lässt sich gut nach einschlägigen Ressourcen grasen. Und da hätte es doch auch gleich ein verwandtes Projekt, das in diesem Zusammenhang unbedingt vorgestellt werden muss...

... nämlich DIYbio, was für "Do-it-Yourself Biologie" steht und sich in der Tat ganz ähnliche Ziele gesetzt hat wie die Hackteria:

"DIYbio is an organization dedicated to making biology an accessible pursuit for citizen scientists, amateur biologists, and DIY biological engineers who value openness and safety. This will require mechanisms for amateurs to increase their knowledge and skills, access to a community of experts, the development of a code of ethics, responsible oversight, and leadership on issues that are unique to doing biology outside of traditional professional settings."

Soweit und so sprechend die komprimierte Selbstdarstellung aus der obligaten "about"-Sektion, wo es zudem auch ein schönes kleines Vilmchen hat für diejenigen, die lieber schauen und hören als lesen.

An sich steht bei den DIYbiotikern - nicht anders als bei der Hackteria - die konkrete gemeinsame Entwicklung von bzw. Arbeit an Projekten im Vordergrund, für die man sich in lokalen Gruppen vor Ort zusammenfindet. Während im gleichnamigen Bereich der Seite einzelne Spezialprojekte aus dem Netzwerk gelistet sind, die es im Logbuch dann eher angelegentlich in eigenen Einträgen vorzustellen lohnt.

Die Heimseite selbst funktioniert von daher vor allem als Vernetzungs- und Informationsplattform, wobei das eingebundene Blog zwischen den Ankündigungen der Treffen schon auch Berichte, Hinweise auf verwandte Aktivitäten Anderer und auf einschlägige Ressourcen enthält.

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In dem Blog haben wir derweil ein bisschen herumgemust und sind dabei wirklich auf einige spannende Dinge gestossen, die sich an Do-it-Yourself in Sachen Biowissenschaften Interessierte unebdingt mal anschauen sollten.
Weshalb ihnen denn auch die nachfolgenden Logbuch-Einträge gewidmet werden sollen - und die geammelten Links stellen wir dann natürlich auch auf unserer kleinen Baustelle fürs BookOfHackteria ein...

[Bildchen: Mal eine andere Perspektive auf die DIY-Biologie - genauer gesagt: die DIY Mikroskopie, zu der es am Wochenende in Zürich ja auch noch einen Workshop gab... ]

Von miss.gunst am 12.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.04.10

Nacht der Offenen Tür beim Hackteria Lab

lctbc-ksw.gifSo schnell kann's gehen: Da hat man gerade die Inkubatoren ein- und die Mikroskope ausgerichtet, die Bakterien testhalber von A nach B geschubst - und schon neigt sie sich wieder ihrem Ende zu, die schöne Zeit im Zürcher Hackteria Lab.

Damit sich aber nun auch die interessierte Öffentlichkeit live und vor Ort einen Einblick ins Laborgeschehen verschaffen kann, laden die Hackteria-LaborantInnen für heute (09.04.10) ab 20:00 Uhr ins Dock18 zur Nacht des offnen Labors.

Wie die PR-Massnahmen, so werden auch die Details des Programms wohl erst in letzter Minute vorbereitet - aber dass es ein kurzweiliger Abend wird, kann man wohl in jedem Fall vorweg versprechen.
Denn wie heisst es doch in einschlägigen Verlautbarungen immer so schön: Wir - und damit ist die versammelte Wetware gemeint - sind ganz sicher gut, um nicht zu sagen bestens aufgestellt...

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Von miss.gunst am 09.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.04.10

Hackteria @ Dock18

mgntb-ksw.gifEs gibt Gelegenheit, die Bekanntschaft mit den Bärtierchen aufzufrischen! Diese Woche hat sich nämlich das mobile Hackteria-Labor temporär im Zürcher Dock18 eingerichtet, um sich vor Ort der gemeinschaftlichen Forschung zu widmen.

Auf Einladung von Marc Dusseiller und Andy Gracie (Hackteria) sowie Mario Purkathofer (Dock18) werkelt seit Dienstag ein bunter Trupp von KünstlerInnen und BastlerInnen an verschiedenen Projekten, die sich allesamt um die Arbeit an und mit lebenden Organismen bzw. Kleinstlebewesen und Zellkulturen - eben vulgo: wetware - drehen.

Die einzelnen Projekte sind dabei so unterschiedlich wie die Forschungsfragen - und es müssen eben auch nicht immer die zweifelsohne ebenso beliebten wie attraktiven Tardigraden sein, die sich in der Petrischale tummeln.

Stefan Doepner beispielsweise, der sonst ja auch gern unbelebte Materie in Bewegung bringt, hat sich diesmal sogenannte Magnetotaktische Bakterien vorgenommen: Bakterien mit sogenannten Magnetosomen in ihrem Inneren - Zellen mit kristallinen Kernen, die magnetische Eigenschaften besitzen (mehr dazu im Wikipedia-Eintrag zum Thema Magnetotaxis - und wie die kleinen munteren Gesellen ausschauen, kann man zum Beispiel auf dieser australischen Seite sehen, die der Erforschung von magnetotaktischen Bakterien gewidmet ist.

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Mehr zum Zürcher Hackteria Lab ist auf den sich derzeit mählich weiter füllenden Hackteria-Seiten des WetPong-Wiki (die,Obacht, demnächst nochmals umziehen könnten - nämlich dorthin, wo sie eigentlich hingehören, ins Hackteria Wiki, das derzeit serverseitig leider etwas schwächelt).

Gucken kommen kann man übrigens nicht nur direkt vor Ort, sondern auch übers Dock18-TV, das hin und wieder ein Live Cam-Fenster öffnet.
Und schliesslich wird es Freitag auch einen Tag eine Nacht der offenen Lab-Tür geben. Aber dazu dann zu gegebener Zeit mehr - denn wir müssen uns jetzt auch über unsere Versuchsanordnung beugen...

[Bildchen: Ja, leicht hat man's nicht als magnetotaktisches Bakterium...]

Von miss.gunst am 07.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.04.10

FeldForschungsNotizen (Field Notes)

fffn-ksw.gifUnter "Field Notes" versteht man gemeinhin die schriftlichen Aufzeichnungen, die EthnologInnen bei der Feldforschung vornehmen. Protokolle auf dem Weg vom Rohen zum Gekochten sozusagen...

... bzw. in - historisch nicht ganz korrekter - Anlehnung an den gleichnamigen Titel von Claude Lévi-Strauss, insofern eben die Feldforschung und folglich auch die Feldnotizen ursprünglich mal eine Sache Anthropologen waren.
Welche, so liesse sich ergänzen, diesen Begriff vermutlich von den Feldstudien der Biologen abgeleitet haben.

Indes können inzwischen mit einem erweiterten Feldforschungs-Begriff auch andere Menschen etwas anfangen, die sich nicht im stillen Kämmerlein, sondern sozusagen auf freier Wildbahn mit der Beobachtung von Gegenständen und Lebewesen ihres Interesses beschäftigen.

So nämlich auch jene, die sich der künstlerischen Klangforschung widmen, die ja ohnehin das Field Recording (das wiederum in unserem Log.Buch nicht von ungefähr des Öfteren begegnet) als bewährte Methode kennt.

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Für all diejenigen, die sich für diesen Ansatz interessieren, gibt es nun auch ein Magazin, das den denkbar passenden Namen "Field Notes" trägt. Herausgegeben wird es von Lasse-Mark Riek, der sich auf diesem Feld bestens auskennt (und dessen Label Grünrekorder treuen LeserInnen dieses Logs ebenfalls bekannt sein dürfte) und seinem Kollegen Daniel Knef.

Bis dato sind bereits zwei Ausgaben erschienen, die man wunderbarer Weise auch im pdf-Format direkt bei Grünrekorder herunterladen und lesen kann (wahlweise auf Englisch oder auf Deutsch). Was wir hiermit wärmstens empfehlen wollen.

Von miss.gunst am 05.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.04.10

Weitersegeln im Sound Delta

sdws-ksw.gifGut zwei Jahre ist es her, dass zwei Schiffe Rhein und Donau aufwärts fuhren - und dabei jede Menge Klänge als Fracht von Hafen zu Hafen trugen. Nun sieht es ganz danach aus, als würden im Sound Delta wieder neue Segel gesetzt.

Das Klangkunst-Reiseprojekt als solches, das seinerzeit - wir berichteten - unter dem Titel "European Sound Delta" firmierte (und dessen Grand Tour de Bateau auf den Spuren der beiden grossen Ströme übrigens, einschliesslich der unzähligen Klangtagebucheinträge der mitreisenden KünstlerInnen, nach wie vor online navigierbar ist), wird zwar nicht fortgesetzt.

Aber die Organisatoren von der Pariser Association MU haben sich offenbar etwas Neues ausgedacht - ein Sound Delta Netz, in bzw. aus dem jede/r zu eigenen Klangreisen aufbrechen kann, der oder die über ein smartes Mobiltelephon des bekannten Herstellers mit dem Äpfelchen im Logo verfügt.

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Leider also eine spezifische Besitzstände voraussetzende und sich mit proprietären Praktiken arrangierende Angelegenheit. Was wir eigentlich nicht wirklich gut finden können. Vom konzeptuellen Basisansatz her, die mobile Gerätschaft für Klangkunstsegeltouren zu nutzen, bei denen man in der Tat nie in den selben Fluss steigen ins selbe Boot steigen und auf den selben Gewässern segeln wird, aber eine durchaus sympathische Idee.

Von miss.gunst am 03.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.04.10

HOME MADE Electronic Music

hmb1tb-ksw.gif... strikes again! Und das ist natürlich kein Aprilscherz. Pünktlich zum HOME MADE Jubiläumsjahr gibt es endlich wieder das erste HOME MADE Buch, HOME MADE Sound Electronics - dessen erste Auflage sich so grossen Zuspruchs erfreut hatte, dass sie bereits ratzeputz vergriffen war.

hmb1tb-gk.gifNun lassen sich also gegebenenfalls - dem allgemeinen Trend zum Zweitbuch folgend - die Bestände im eigenen Bücherregal auffüllen und/oder jene Bastelwilligen im Freundeskreis versorgen, bei denen an entsprechender Stelle überhaupt noch eine beschämende Lücke klafft.

Aber ganz abgesehen davon, dass sich das Buch dort natürlich nicht nur optisch gut macht, wenn es zB seinen Platz zwischen Nic Collins' Handmade Electronic Music und HOME MADE Electronic Arts findet (das wären, Obacht, allerdings schon drei Bücher), bietet es eben doch auch ein anregendes Innenleben.

Neben Interview mit bekannten Protagonisten der Szene - darunter Nic Collins (mehr im hauseigenen Archiv) und Bruno Spoerri (dito) - gehören dazu vor allem praktische Bastelanleitungen, die dank entsprechender Bildstrecken mit Fotos und Schaltplänen von der Wahl des Ausgangsmaterial und Werkzeugs übers Löten bis zum fertigen Projekt anchaulich zum Nachbau einladen.
Und zwar so, dass man das Prinzip verstehen und gegebenfalls weiter entwicklen kann - also auch eigene Projekte aufsetzen.

So erklärt Flo Kaufmann (mehr im hauseigenen Archiv) beispielsweise, wie man mit CMOS-Chips kleine Klangeneratoren bauen kann und Iris Rennert (ebenfalls mehr im hauseigenen Archiv) führt in die Kunst des Toy Bending ein.

Alle weiteren Details zu HOME MADE Sound Electronics plus Option zur Direktbestellung gibts auch auf der HOME MADE Electronic Music-Seite des Christoph Merian Verlags.

Von miss.gunst am 01.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)