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30.05.10

Stadt-Akustik (Urban Audio)

ftuau-ksw.gifDass Städte und Stadtlandschaften mitunter Appetit zeigen und Menschen verschlucken ist ein nicht weniger vertrautes Bild: Vom Moloch Stadt bis zum sogenannten Grossstadt-Dschungel findet es sich längst Literatur und Alltagssprache eingetragen.

Und wenn man sich einmal bewusst den Lärm vor Ohren führt, mit dem der urbane Raum in unterschiedlichen Intensitäten, aber doch durchgängig durchwirkt ist, fällt es auch überhaupt nicht schwer, Colin Blacks Vorstellung eines osmotischen Verschlingens von der Wildnis auf eine Stadtlandschaft zu übertragen.

Könnte man dann vielleicht sogar sagen: Der Enthusiasmus der Futuristen (und anderer) für das Klangspektrum des Stadtlärms stellt so gesehen das Äquivalent zum romantischen respektive romantisierenden Blick auf die Wildnis dar?

Durchaus ein guter Grund mehr, sich für Exkursionen in Stadtklanglandschaften entsprechend zu rüsten. Wie das beispielsweise auch Florian Tuercke macht, wenn er mit seinem Projekt URBAN AUDIO durch die Städte zieht.

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Das wichtigste Rüstzeug stellen dabei eigens für diese Zweck konstruierte Instrumente dar, die - wie etwa das AU1 - geeignet sind, den gierigen Lärm in harmonische Klänge zu transformieren.

Derart ausgestattet kann der Klangforscher seine systematischen Erkundungen des öffentlichen (Lärm-)Raums verfolgen - eben auch ohne Gefahr zu laufen, von Letzterem einfach verschluckt zu werden.

Wer nun neugierig geworden ist, wie das funktioniert. Nachdem Tuercke an diesem Wochenende mit seinem Tourfahrzeug im hessischen Wiesbaden unterwegs war, zieht er nun nach Stuttgart weiter.

Von miss.gunst am 30.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.05.10

Hungrige Landschaften (WRT)

grfsl-ksw.gifBislang ging es schon mehrfach um essbare Landschaften und darum, wie man diese beackern kann. Insofern kann es schon neugierig machen, wenn auf einmal der Spiess umgedreht werden soll.

Genau das verspricht nämlich die aktuelle Folge in der Reihe Klangkunst bei Deutschlandradio Kultur: Kunde von Hungrigen Landschaften zu geben.

Dass nicht nur die weite See, sondern auch Waldgebiete und Wüsten Menschen verschlingen, ist an sich natürlich nicht nur ein Topos in der Literatur. Es passiert. Und im Grunde lässt sich selbst unter gewöhnlichen Umständen mit Blick auf die menschliche Vergänglichkeit - Staub zu Staub bzw. Humansubstanz zu Humus - von einem Prozess der Einverleibung durchs Erdreich sprechen.

Für seine akustische Imagination eines solchen Verdauungsvorgangs hat sich der australische Komponist und Klangkünstler Colin Black von einem historischen Fall inspirieren lassen: Dem Verschwinden des deutschen Zoologen und Botanikers Ludwig Leichhardt, der im April 1848 zu einer Expedition in den australischen Busch aufbrach, die sozusagen mit Mann und Maus mehr oder weniger spurlos verschwand. Bis heute wurden ledigich ein paar von Leichhardt markierte Bäume und eine gravierte Kupferplatte gefunden, die wohl an einem seiner Gewehre angebracht gewesen war.

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Wie vom Erdboden verschluckt: Bei Black wird das schwarze Loch, welches das Nichtwissen um die Umstände hinterlässt, in einen mählichen Prozess transformiert, in dem eine Klanglandschaft osmotische Gefrässigkeit entwickelt.

Und das kann man hören? Mal hören. Heute auf morgen Nacht, ab 0:05 Uhr, bei Deutschlandradio Kultur...

Von miss.gunst am 27.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.05.10

DIY Bodenspekulation

kkabs-ksw.gifZugegeben, die Überschrift ist ein bisschen sensationsheischend. Aber es geht tatsächlich um Investitionen in urbanen Grund und Boden - so gesehen übrigens auch eine Möglichkeit, StadtLandwirtschaft zu betreiben.

Allerdings nicht durch Ackerbau. Sondern auf monetärem Wege, also durch den Einsatz von Kapital.
Das ist sonst nun sicherlich so ganz und gar nicht unser Metier. In diesem speziellen Fall jedoch eine Sache, die durchaus ins Log.Buch von HOME MADE gehört.

Es geht nämlich um das bzw. den ARM, den ARTSPACE RONDEEL MASTRICHT, dessen Aktivitäten hier ja auch schon einmal ein Eintrag gewidmet wurde.

Da das ARM als freies Kulturproduktionszentrum Mittel braucht, hat sich Initiator Kaspar König, den wir ja sonst als Klangbastler und Slowbiker auf tönenden Fahrrädern kennen, nun ein interessantes Finanzierungsmodell ausgedacht:
Man kann mit einem Tagesbeitrag von 17 Cent in den Grund und Boden - und damit in dessen kulturelle Nutzung investieren. Und das führt in jedem Fall zu dessen Wertsteigerung. Wenn sich genug InvestorInnen finden, stehen die Chancen gut, dass auf jeden dieser Tagesbeiträge die städtische Förderung noch einmal stolze 5 Cent obenauf legen wird. Und sollte letzteres scheitern, ist das Geld eben in obigem Sinne immer noch produktiv investiert: Nach allen Regeln der Gentrifizierung mehrt ein Kulturzentrum den Wert doch deutlich im Vergeich zu einer Brache im Niemandsland, für die sich keiner interessiert.

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Vergangenes Wochenende startete das Projekt-fürs-Projekt - und noch bis Ende Juni können willige InvestorInnen ihr gutes Geld nutzbringend anlegen. Und mindestens eins kann man sicher jetzt schon sagen: Anstatt immer nur unfreiwillig den notorischen Gentrifizierungsprozessen zuzuarbeiten, ist so eine DIY Bodenspekulation doch mal ein interessantes Alternativmodell.

Von miss.gunst am 25.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.05.10

Maschinen, Insekten (WRT)

flmiim-ksw.gifOder eben: Maschinen als Insekten. Was in umgekehrter Folge erst einmal eine Überblendung mit langer kulturhistorischer Tradition ist - wobei wir in jüngerer Zeit die mähliche Transformation entsprechender Science Fiction-Phantasien in angewandte Robotik von realer Gegenwart beobachten konnten.
Für heute wird, von wegen "beobachten", aber mal nicht hingeschaut. Sondern gelauscht.

In der Nachtsendung des WDR3-Studios elektronische Musik wird nämlich eine aktuelle Produktion von Francisco Lopez vorgestellt, den die Insektenmusik-FreundInnen unter der geneigten LeserInnenschaft natürlich schon von älteren LogBuch-Einträgen kennen.

flmiim-gg.gifNun sammelt Lopez - der von Hause aus ja Biologe ist - eben nicht nur Insektenklänge, die er dann in Maschinenmusik transformiert. Sondern umgekehrt auch Maschinenklänge, welche dann unter seiner Bearbeitung mitunter etwas Organisches bekommen. Wobei das menschliche Gehör natürlich auch per se schon gewisse Tendenzen aufweist, Geräusche, die es nicht einordnen kann, als potentiell von anderen Lebewesen rührend zu interpretieren - was ganz und gar nichts mit lieböhrelndem Lauschen nach Wahlverwandschaften zu tun hat, sondern schlicht und ergreifend auf einen evolutionären Schutzmechanismus zurückzuführen ist. So gesehen bzw. gehört sind übrigens auch eindeutiger identifizierbare Klangmuster technischen Ursprungs wie etwa quietschende Bremsen lediglich eine Erweiterung des Sortiments von Signalen, die wir in der Kategorie "aggressiver Fressfeind nähert sich" abgespreichert haben.

Dass Lopez' Maschinenmusik ein wunderbares Exempel dafür ist, wie man kreativ auf solche anthropologischen Konstanten bauen kann, lässt sich ürbigens auch schon aus dem kleinen Ohrzuckerl auf der Seite mit der Ankündigung der Sendung heraushören.
Voll und ganz eintauchen werden wir dann zu gewohnter WDR3-Akustische-Kunst-Stunde ab 23:05 Uhr...

[Bildchen: Die Mutter unseres Maschinen-Insekts ist übrigens Japanerin; für die Einspeisung ihres Bildes in die Wikimedia Commons unter GNU resp. cc-by-sa-Lizenz danken wir Keyaki. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 21.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.05.10

StadtLandwirtschaft ff. (City Farmer)

slwsc-ksw.gifWeil wir uns ja nun nicht nur für die schicke Seite des selbständigen Säens und Erntens in Städten interessieren, wollen wir mal ein bisschen weiter nachlegen.
Schliesslich gibt es auch noch andere Stellen, an diesen sich anbaufreudige StädterInnen hilfreiche Hinweise, nützliche Tipps und bei Bedarf auch nahrhaftes Gedankenfutter für die Mittagsjause auf freiem Feld abholen können.

Wärmstens weiterempfehlen können wir in diesem Zusammenhang das kanadische Projekt "City Farmer" und sein Blog "City Farmer News".

Die in Vancouver angesiedelte Initiative ist bereits seit 1978 aktiv, kommt also aus der Gründerzeit des Community Gardening und hat in den Jahrzehnten ihres Bestehens einen entsprechend reichen Schatz an Erfahrung, Wissen und Ressourcen sammeln können.

So sind auf cityfarmer.org, ihrer alten und aus einer schlichte Sammlung sortierter Links zu internen und externen Seite, unter anderem diverse Tutorials zu finden; Schritt-für-Schritt mit Fotos illustriert kann man lernen, wie man einen Wurmkompost anlegt oder den Wasserverbrauch reduziert.

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Richtig spannend wird es dann aber auf der neuen Blogseite, eben den City Farmer News. Da kann man, blogstrukturbedingt, je nach Interesse aus dem Menü der Kategorien wählen - und so beispielsweise alle Beiträge zum Thema "Wild Food" durchforstern, wo es (Stichwort: Free Farming) unter anderem auch ums Wildgärtnern geht und leckere Rezepte für die Verarbeitung der Ernte gibt.

Und wer denkt: "Was haben uns hier in Europa kanadische respektive anglo-amerikanische Stadtlandwirtschaftsprojekte und -konzepte zu interessieren, da gibt es doch wirklich schon geographisch näher liegendes in der heimischen Nachbarschaft?", sollte sich getrost mal einen Beitrag wie den kürzlich erschienenen zu(m) "Agricultural Phenomenon in Philadelphia" (bzw. einem entsprechenden Artikel, der im uns denkbar fern gelegenen Philadelphia Cíty Paper erschienen ist) anschauen. Denn eine Frage wie: "What happens when idealists, entrepreneurs and bureaucrats all latch onto the same trend?" kann man ja durchaus auch andernorts stellen... Oder etwa nicht?

[Bildchen: Nunja, mehr oder weniger passend zur Illustration der speziellen Lektüre-Empfehlung - in diesem Fall aber dann doch an ein europäisches Vor-Bild angelehnt...]

Von miss.gunst am 19.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.05.10

DIY StadtLandwirtschaft (@ FutureEverything)

gtffa-ksw.gifUnter den Projekten, die bei FutureEverything vorgestellt wurden, passt eines derart gut in den aktuellen Strang zum DIY Gärtnern und Ackern, dass wir es doch mal gleich mal in unseren Zettelkasten aufnehmen wollen: The Guide to Free Farming.

Wie der Titel bereits erahnen lässt, handelt es sich um einen Leitfaden, welcher jenen in die tatfreudigen Hände gegeben werden soll, die sich für das Bestellen von Allmende-Grund interessieren.
Und zwar - was wiederum nicht so direkt aus dem Titel abzuleiten ist, aber beim näheren Beäugen des Projekts schnell klar wird - speziell solchem, der sich in Städten findet.

Ausgedacht hat sich das Ganze ein in Paris beheimatetes Designbüro namens 5.5 designers, auf dessen Heimseiten sich - mindestens nach dem aktuellen Stand der Dinge - bislang allerdings (noch) keine weiterführenden Informationen finden.

Gleichwohl wurde der Guide bzw. das gleichnamige Projekt bereits im vergangenen Jahr auf verschiedenen internationalen (Design-)Ausstellungen präsentiert - und dieser Tatsache wiederum verdankt sich, dass es bei designboom einen reichhaltig illustrierten Artikel dazu gibt, der entsprechenden Einblick in das bietet, was wir von der geplanten Publikation erwarten dürfen.

Wie es aussieht, wird es sich dabei um eine Art Katalog handeln, in dem uns eine Reihe elegant gestalteter Werkzeuge und Accessoires für die urbane Landwirtschaft vorgestellt werden. Schön sind die schon. Aber doch sehr dezidiert auf Menschen zugeschnitten, die entsprechende Aktivitäten nahtlos in den durchgestylten LOHA-Alltag einzufügen gedenken.

Um mal bei den Beispielen zu bleiben, welche die Vorschau bietet - und in denen "Farming" übrigens weniger in Richtung Anbau verstanden wird als recht direkt auf's Ernten des Zuhandenen im weitesten Sinne geht:
Da wäre etwa ein elegantes Halbmond-förmiges Handtäschchen aus geschnittenem Metall, das sich zum Netzbeutel erweitern lässt, damit man auf Märkten übrig gebliebenes Obst und Gemüse einsammeln kann. Eine aus nicht minder schnittigem Aluknauf ausfahrbare Teleskop-Angel für's spontane Fischen in Kanälen und anderen Gewässern. Ein schicker Aktenkoffer, in dem sich eine Rattenfalle verbirgt. Ein Camo-Cape, das ebenso wie eine Taubenfalle für den Balkon (und analog zu besagter Rattenfalle) dazu dienen soll, die Fleischzulage zum Abendessen zu besorgen.

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Wie schon gesagt geschrieben: Sehr schön anzusehen - und, vermuten wir mal wohlwollend: zudem zweckdienlich. Was man von gutem Design jedenfalls erwarten würde. Und vielleicht auch ein wenig augenzwinkernd in Richtung besagter Öko-Lifestyler winkend?

Schliesslich mögen urbane Landwirtschaft und auch das, was hier mit "Free Farming" angesprochen íst - nämlich die Nutzung lokaler Ressourcen - in unseren Gefilden im Trend liegen. In anderen Regionen des Erdballs ist die eine wie das andere für viele Menschen eine Überlebensnotwendigkeit.

Mal ganz unabhängig davon, dass man nie wissen kann, wie sich die heimischen Ökonomien perspektivisch entwickeln, dürfte sich freilich auch unabhängig von Lifestyle-Trends und stylischen Accessoires ein Nachdenken über Sinn und Nutzen urbanen Farmens lohnen.
Nur sollte man sich dann auch - und das ist sicher notwendiger als schickes Design - mit hinreichendem Wissen beispielsweise in Bakteriologie (bevor man die Taube brät, will sie ja nicht nur gefangen, sondern auch gerupft und ausgenommen werden) und hierfür geeigneten Instrumenten rüsten. Also doch lieber vegetarisch Ackern?
Hackteriaktivisten, übernehmen Sie!

Von miss.gunst am 17.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.05.10

Alles Zukunft (Jetzt)

ftrv10-ksw.gifUnter den zahlreichen die Schnittstellen von Medien und Künsten bearbeitenden Festivals, die in jüngerer Zeit mit Blick auf ihre sich ständig erweiternden Zuständigkeitsgebiete auch ihren Namen abgeändert haben, gebührt ihm allemal der erste Preis: FutureEverything!

Jenes Festival also, das alljährlich in Manchester stattfindet und früher einmal (um genau zu sein: bis vor zwei Jahren) "FutureSonic" hiess.
Seit Mittwoch (12.05.) und noch bis einschliesslich morgen läuft die aktuelle Ausgabe mit Ausstellungen, Konferenz(en), Präsentationen und jeder Menge weiterer Aktivitäten.

Anders als kürzlich das electrosmog festival for sustainable immobility (s. den Eintrag vom 20.03.10) setzt FutureEverything zwar durchaus darauf, dass Interessierte persönlich anreisen - aber es gibt auch für die Daheimgebliebenen diverse Optionen, am Programm zu partizipieren. Beispielsweise kann man via Lifestream der Konferenzvorträge bzw. -panels teilhaftig werden, von denen auch heute noch einige stattfinden.

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Insofern wollen wir das Ganze einfach mal wärmstens weiterempfehlen - und jenen, die vor Ort sein können, vielleicht noch insbesondere die Teilnahme an den Veranstaltungen des morgigen Festivaltags ans Herz legen, welcher den schönen Titel PlayEverything trägt. Da hätte es dann sogar noch eine UnConference, die zur aktiven Beteiligung ruft, natürlich Spiele zum Mitspielen sowie einen Dirty Electronics Workshop, bei dem nach Lust und Laune in den Eingeweiden eketronischer Gerätschaften gewühlt werden kann - was bekannter Massen ganz nach dem Geschmack von HOME MADE verbundenen HeimwerkerInnen ist...

Von miss.gunst am 14.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.05.10

Ruf von Les Digitales

ldgtls-ksw.gifZwischendurch wieder einmal ein Aufruf - dieser ist an MusikerInnen gerichtet, die auf dem Feld der elektronischen Klanggeneration säen, ackern und ernten.
Und gewillt sind, die Früchte ihrer Arbeit diesen Sommer dann im Grünen mit anderen zu teilen.

Insofern passt der Aufruf eigentlich auch ganz prima zu den Streifzügen durch diverse Biotope, die wir aktuell im Log.Buch unternehmen - wengleich es schlicht und ergreifend um ein Festival geht, das saisonbedingt und mittlerweile bereits seit einer halben Dekade jeden Sommer durch verschiedene Schweizer Städte respektive deren Parkanlagen tourt: Les Digitales.

ldgtls-gg.gifDerzeit ruft Les Digitales also nach beitragenden KünstlerInnen, und zwar mit folgenden Worten:

"Les Digitales ist ein Festival für elektronische und experimentelle Musik, welches seit 2005 jedes Jahr auf den Wiesen verschiedener Pärke der Schweiz stattfindet. Das Festival ist auf der Suche nach frischen und überraschenden, musikalischen Performances für die Ausgabe 2010.

Rahmen und Bedingungen
- Konzert von 30 Minuten, zwischen 16h und 22h
- Musik, welche sich dazu eignet in einem Park auf einem Liegestuhl liegend angehört zu werden
- Keine zu aufwändigen technischen Bedürfnisse (Auf-/Abbauzeit max. 25 Minuten)
- Das Festival stellt keine Back-Line, nur ein Stereo PA zur Verfügung (keine Mehrkanaldiffusion)
- Alle Gruppen erhalten eine Aufzeichnung des Konzerts und eine kleine Spesenentschädigung

Schickt eure Eingabe (Musikdemo-Link, Projektbeschrieb, CV,Links etc.) an: candidatures2010_lesdigitales_ch*
Einsendeschluss : 6. Juni 2010

Dieses Jahr werden «les Digitales» in 3 Städten stattfinden:
Samstag 21. August – Porrentruy (JU)
Sonntag 22. August – Biel/Bienne (BE)
Samstag 28. August – Bern (BE)"

* Die Unterstriche sind selbstredend durch sinnstiftende Sonderzeichen zu ergänzen...

Von miss.gunst am 11.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.05.10

Die Kassette(n) - Geteiltes Glück ff.

dkstl-ksw.gifIn Leipzig bei den ArtZines unzählige Seiten geblättert. Lustvoll in Bergen von kleinen, feinen Publikationen gewühlt. Spannenden Vorträgen gelauscht. Und natürlich auch weidlich diskutiert.
Aber, a propos geteiltes Glück: Gleich nebenan gab es auch noch andere Seiten zu entdecken...

... und zwar solche, die das Herz von FreundInnen der Kassettenkultur höher schlagen lassen.

Gleich in der netten Nachbarschaft des Kunstraums D21, wo derzeit "Thanks for Sharing!" gross geschrieben wird, wohnt derzeit nämlich - noch - Die Kassette.

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Und die (bzw. Die) wird ebenso gross geschrieben wie sie ihrerseits eigentlich auch das Motto der aktuellen D21-Schau an ihre Wand schreiben könnte. Gäbe es da nicht schon eine passende Übersetzung in Glück, das sich direkt zum Tausch anbietet. Denn im ersten der beiden Räume wird man gleich von Kassetten begrüsst, die rundum auf schmalen Regalen gereiht sind und mit liebevoll selbst gestalteten Schatullen locken.
Und im zweiten Raum, der als lauschiges Wohnzimmer mit Kassetten- und Zeitschriftenregalen sowie bequemen Sitzgelegenheiten zum Verweilen einlädt, hat es zudem eine zünftig gestaltete Tapete.

Allerdings war zu vernehmen, dass dieses teilbare Glück leider nicht mehr lange währen wird: Noch in diesem Monat muss Die Kassette ihr trautes Heim verlassen.

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Dass deshalb - wie (nunja, anzunehmender Weise wohl doch eher augenzwinkernd:) auf der der Heimseite der Kassette nachzulesen ist - gleich die gesamte Kassettenkultur zu Grabe getragen werden müsste, ist natürlich nicht zu befürchten. Und das gilt hoffentlich auch für die Leipziger Kassetten(tausch)kultur.

Kurzum: Wir drücken heftig alle verfügbaren Daumen, dass Die Kassette schon bald in neuen Räumen eine Heimstatt findet. Und empfehlen bis dahin - was sich besonders für Nicht-LeipzigerInnen ja ganz prima mit einem Besuch der ArtZine-Ausstellung nebenan verbinden lässt - das rauschende Abschiedsprogramm.

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Von miss.gunst am 09.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.05.10

Geteiltes Glück

thfsh-ksw.gif... ist doppeltes Glück? Mindestens. Denn: Wenn man Glück mit mehreren oder gar vielen Menschen teilt, dann multipliziert es sich natürlich dementsprechend.
Einen anschaulichen Beweis für dieses Prinzip gibt's ab heute Abend in Leipzig.

"Thanks for Sharing" heisst die Ausstellung, die uns der Kunstraum D21 in Leipig kredenzt. Um welches geteiltes Glück es dabei eigentlich geht?

thfsh-g.gifJa, schon auch um Kunst. Vor allem aber um jene beweglichen Güter, die erst kürzlich in Hamburg von der trefflich benamsten Plattform "Gute Seiten" mit einem kleinen Festival bedacht wurden (siehe auch den Eintrag vom 02.03.10).

"Thanks for Sharing" versammelt über 300 Kunst-(Fan)Zines aus 24 Ländern, deren MacherInnen sich auf den Aufruf des Kunstraums gemeldet und gute Seiten eingereicht haben. Eine Projektgruppe der HGB Leipzig hat sich um die Entwicklung des Ausstellungsdesigns gekümmert. Und nun warten die Zines darauf, ganz nach Neugier, Lust und Laune entdeckt, angeschaut und - soweit sich Texte zu Bildern gesellen - gelesen zu werden.

Genau darum geht es nämlich: Anders als sonst in Museen und Kunsthallen, wo KünstlerInnen-Publikationen grösstenteils in Vitrinen präsentiert und damit dem Zugriff entzogen werden, sind sie hier zum Anfassen und Blättern da. Anders als bei den unzähligen Präsentationen und Messen für dieses in jüngerer Zeit wieder heftig boomende Genre gibt es aber auch nichts zu kaufen. Man muss schon die Gunst der Stunde nutzen und den genius loci würdigen, um des geteilten Glücks teilhaftig zu werden.

Dafür gibt's dann noch ein paar Specials - wie am heutigen Eröffnungsabend (07.05.10), wo die genialen Ladies of the Press aus London ein Life Zine performen und fabrizieren werden. Und am morgigen Samstag dann einen ganzen Tag mit Präsentationen und Vorträgen von Menschen, die ArtZines und andere selbst hergestellte Blätter machen und/oder lieben.

Von miss.gunst am 07.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.05.10

Vögel Hören (WRT)

dvuz-ksw2.gifEigentlich hatten bzw. haben wir ja gerade mehr die Flora auf dem Schirm. Aber aus gegebenem Anlass heisst es heute, den Radar in Richtung einer anderen Klasse, nämlich jener der flugfähigen Wirbeltiere - vulgo: Vögel auszufahren.

Dass sich selbige nicht allein optisch bemerkbar machen und man dementsprechend auch bei der Bestimmung von Vögeln die Lauscher einsetzen kann, dürfte selbst der Ornithologie abgeneigten Menschen bekannt sein - und für alle anderen, also VogelfreundInnen und -interessierte gab es in diesem Log.Buch ja auch schon diverse einschlägige Einträge.

Letztere (also nicht die Einträge, sondern die FreundInnen gefiederten Getiers) haben vielleicht sowieso schon mitbekommen, dass seit diesem Montag und noch bis inklusive Samstag auf Deutschlandradio Kultur eine ornithologische Themenwoche mit dem schönen Titel "Da fliegen sie wieder!" läuft.

Die in Gänze mitzunehmen muss man schon sehr sehr viel Zeit zum Radiohören haben. Aber mindestens eine Stunde sollten sich wohl all diejenigen reservieren, deren Herz zugleich für die Klangkunst schlägt.
Zu gewohnter nächtlicher Klangkunststunde, nämlich am kommenden Freitag (06.05.) bzw. in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 0:05 Uhr lädt Marcus Gammel zu einer Spezialsendung über "Die Vögel".
Allem Vernehmen nach steht dann aber nicht subtiler Horror ins Haus, sondern eine Radiovolière über Luftbewohner und ihre Hörer.

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Wobei: Wer weiss - vielleicht hören wir dan ja auch Unzertrennliche schnäbeln, Spatzen tschilpen und Krähenvögel (k)rähen?

PS: Heute (05.05.10) um 21:33 Uhr wird übrigens nch einmal die Séance Vocibus Avium ausgestrahlt

Von miss.gunst am 05.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.05.10

Stadtgrün Selbst Bestimmen

gbids-ksw.gifSelbstbestimmung ist natürlich auch ganz allgemein eine feine Sache - hier soll es aber nun, wie versprochen, erst mal ums Bestimmen des Bewuchses gehen, der an Haus- und Gehsteigrändern, Mäuerchen und so weiter in Nischen und aus Ritzen lugt.

Glücklicherweise ist das Netz reich an Seiten, die entsprechende Ressourcen bieten. Viele davon werden von Institutionen und Initiativen bereit gestellt, die sich um die Dokumentation und (soweit möglich) den Erhalt der Artenvielfalt bemühen und/oder mit der Kartierung von Biotopen beschäftigen - und dazu gehören natürlich auch Biotope im urbanen Raum.

Dabei wiederum spielen mitnichten nur Pflanzen eine Rolle, sondern auch alles, was kreucht und fleucht. Kreaturen auf allen Fluren sozusagen. Indes uns für heute aber erstmal nur die Botanik interessiert und auf diesem denkbar weiten Feld jene Arten, die ohne absichtsvolles menschliches Bemühen und Ackern im Stadtraum gedeihen.

Je nach Betrachtungsperspektive werden solche Pflanzen unter unterschiedlichen Namen geführt. Stadtmenschen, die daheim ein kleines Gärtlein hegen, werden die meisten von ihnen vermutlich eher als "Unkraut" bzw. "Unkräuter" bezeichnen (was für ein Unwort, beinah schon mindestens so schlimm wie das Wort "Unwort" selbst). Aber immerhin verdanken wir dieser Sicht eine wirklich schöne und vorbildlich gestaltete Plattforum zur "Unkrautbestimmung" mit bestens ausgestatteter Datenbank, bereitgestellt vom "Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe". Die ist - wie der Name des Verbandes schon ahnen lässt - zwar primär auf ländlichen Ackerbau ausgerichtet, funktioniert aber auch für die Bestimmung entsprechender Gewächse auf urbanem Terrain.

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Für viele der als Unkräuter verunglimpften Stadtpflanzen gibt es aber ein sehr viel schöneres, treffenderes Wort. Nein, nicht "Trümmerblume" - das haben wir tatsächlich auch erst kürzlich beim Recherchieren kennen gelernt. Sondern: Ruderalflora. So nennt man alles, was (auch ausserhalb der Stadt) auf Brachen grünt und blüht.

Auch hier hat es eine deutsprachige Seite, die wir wärmstens weiterempfehlen können: Dietmar Brandes, Professor für Pflanzenbiologie an der TU Braunschweig, hat eine kleine Plattform zur Ruderal-Vegetation aufgebaut. Sie enthält zwar keinen Bestimmungsschlüssel, dafür aber Überblicksdarstellungen und Hintergrundinformationen, die ja auch als Augenöffner funktionieren können.

Und wer dann kein Bestimmungsbüchlein dabei hat, sondern - wie auch in unserer kleinen Ausschreibung angeregt - die digitale Botanisiertrommel in Form (s)einer Kamera oder eines entsprechend ausgestatteten tragbaren Telefons, kann eben daheim mit besagten online-Bestimmungshilfen nachbereiten.

Sollte sich das fotogene Gewächs nun nicht unter den Unkräuten (s.o.) finden, dann hilft hoffentlich pflanzenbestimmung.de weiter. Falls nicht: Vielleicht noch mal genauer hinschauen, ob die Pflanze nicht doch Augen und Beine hat?

[Bildchen: Nun gut. Campanula zählt man gemeinhin nicht zu den Unkräuern, auch wenn sie den Boden recht gut bedecken kann. Aber wenn man ihr sagen würde, dass sie nicht in die Stadt gehört - sie würde sicherlich ihr Recht auf Selbstbestimmung behaupten.]

Von miss.gunst am 03.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.05.10

DIY Gärtnern Grünen Blühen (Wettbewerb)

stgrtl-ksw.gifDie Gartensaison ist natürlich längst eröffnet - zugleich zieht inzwischen aber auch das frei wuchernde Grün kräftig nach und die Frühlingsblüher winken allenthalben: Was willst Du mit Spaten und Hacke?
Leg' doch getrost die Hände in den Schoss, wir sorgen schon selbst dafür, dass der Garten grünt und blüht...

Insofern wollen wir zwar einerseits gerne den Hinweis weitergeben, dass aktuell bei instructables.com ein kleiner Wettbewerb läuft, bei dem BastlerInnen mit grünem Daumen und GärtnerInnen mit Neigung zur Bastelkultur noch bis Ende des gerade angebrochenen Monats - genauer gesagt: bis zum 30. Mai - Projekte einreichen können.

Andererseits ist der Maifeiertag ja nun auch traditionsgemäss ein Tag der Arbeit, an dem man selbige niederlegt, um etwas weiterführender über Arbeitsbegriffe und -verhältnisse nachzudenken. Und dazu haben fleissige SelbermacherInnen sicher ebenfalls einen guten Grund. Schliesslich machen sie sich freiwillig Arbeit, und das nicht zu knapp.

Daher gibt's an dieser Stelle eben noch einen kleinen Alternativwettbewerb für GartenfreundInnen, die das Prinzip des Feiertags für ausbaufähig halten:
Einfach mal nachschauen, wie es um die selbsttätig grünenden und blühenden Gärtlein vor der eigenen Haustür steht.
Da hat es ja auch direkt im städtischen Umfeld mitunter Kleinbiotope, die so schön sind, dass sie eigene Bemühungen um Begrünung eigentlich überflüssig machen.
Wie zum Beispiel dieses hier:

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Sollte nun der eine oder die andere unter den geneigten LeserInnen ebenfalls einen solchen prächtigen Garten auf der Strasse liegen am Strassenrand wachsen und gedeihen sehen: Einfach mal mit der Kamera draufhalten und das Foto schicken.

Damit es aber nicht ganz so einfach wird Weil gute GärtnerInnen natürlich wissen sollten, was da so vor ihrer Nase wächst, grünt, blüht und Früchte trägt: Sollte vor oder nach dem Fotografieren noch das Bestimmungsbuch gezückt und nachgeschlagen werden, welche Artenvielfalt im ausgewählten Gartenstück zusammenkommt. In obigem Beispiel wäre da etwa, ziemlich offenkundig: Taraxacum sect. Ruderalia (vulgo: Gewöhnlicher Löwenzahn). Plus vertrocknetes Laub (woher eigentlich?), Hustenbonbon- und Zellophanpapier.

Jedenfalls: Alle Einsendungen werden wir natürlich auf einer eigenen HOME MADE-Kleingartenseite vorstellen. Und die schönsten Gärtlein werden selbstredend dann auch mit einer ehrenvollen Auszeichnung (welcher? Hoppla, da müssen wir uns selbst noch etwas Geeignetes ausdenken...) prämiert.

Von miss.gunst am 01.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)