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30.06.10

Reste

rwrzwt-ksw.gifReste sind nicht jedermanns Sache. Es soll sogar Menschen geben, die sie einfach zurücklassen. Andere hingegen sagen sehr zu recht: Reste muss man feiern, wie sie fallen!

Zahlreiche VertreterInnen der letzteren Gruppe finden sich zu selbigem Behufe dieser Tage im Stadtbad Wedding zusammen. Und die Feier ist in diesem Fall nicht nur ein schlichtes Fest, sondern ein veritables Kunstfestival, das auf den passenden Namen Verwertung hört.

Über mehrere Tage hinweg - um genau zu sein: seit dem 28.06. und noch bis einschliesslich 04.07.10 - wird das Bekenntnis zur produktiven Resteverwertung dabei nicht nur in Form von Konzerten bzw. Performances vorgetragen. Freitag und Samstag (03./04.07) und damit als denkbar beste Alternative zum Zuschauen beim Bälletreten. Grossartiges Programm von Bending-Noise bis hin zu Generativem AV mit Sprache und Gesang.
Zum Gucken gibts ausserdem eine Ausstellung und ein Videoprogramm.

Vor allem anderen aber bieten auch mehrere Workshops die Gelegenheit, selbst aktiv zur kreativen Resteverwertung zu schreiten. Und siehe da: Neben verschiedenen Möglichkeiten, Resten ein bisschen Druck zu machen (sei es nun auf Stoff oder auf Papier), laden zwei gute Bekannte - nämlich Kaspar König und Simon Berz* - zur Sonifikation der heimischen Umgebung und wohlmöglich auch des Restes der Welt.
[* zum einen wie zum anderen mehr im hauseigenen Archiv...]

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Hinter der Unternehmung steht übrigens der Salon Bruit, der sich als ordentlich eingetragener Verein nicht allein um Reste, sondern allgemein um die Förderung audiovisueller Experimentalkultur bemüht - in Koop mit der DIENSTbar, die treuen LeserInnen dieses Log.Buchs u.a. auch schon aus dem einen oder anderen früheren Eintrag (sic, es sind grad drei) bekannt sein wird.

[Bildchen: Restchen. Ganz zufrieden mit sich und damit, den kreativen Schüben seiner Eignerin für einmal ungeschoren entronnen zu sein...]

Von miss.gunst am 30.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.06.10

Icecast (Eisklänge ff.)

awekstsi-ksw.gifAus aktuellem Anlass bzw. angesichts der nach wie vor vorherrschenden Aussentemperaturen bietet es sich an, weiter nach Erfrischungen auszulugen. Zumal nach solchen, die notfalls auch zur Kühlung am Schreibtisch taugen...

... und das sind (neben der klassischen Schüssel mit kaltem Wasser, die sich gegebenenfalls zur Erquickung von Füssen und Waden diskret unter dem Tisch platzieren lässt) allem voran natürlich akustische.

Wie beispielsweise auch der eisige Strom, den das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung dankenswerter Weise auf den Seiten seines PerenniAL Acoustic Observatory in the Antarctic Ocean (kurz: PALAOA) verfügbar macht: Ein Icecast im eigentlichen Wortsinn.

Tatsächlich dient das wissenschaftliche Erlauschen der arktischen Klanglandschaft im nicht nur kalten, sondern saisonal mitunter auch anhaltend finsteren Polar eine wichtige und stabile Quelle der Datenerhebung dar.

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Der Webstream dagegen ist leider nicht immer so ganz stabil - aber wer seinem Ohr konzentriert erquickenden Eisklänge darreichen möchte, findet diese auch in einer leckeren Auswahl auf einer Extra-Seite. Beeindruckend sind dort insbesondere die singenden Eisberge.

Begleitend dazu kann man sich dann auch noch Videos von den Polarexpeditionen des Instituts ansehen. Und: Mit so gut gekühlten Mütchen respektive klaren Kopf sollten sich FreundInnen des Polaren zudem überhaupt einmal genauer auf den gut gepflegten und äusserst NutzerInnenfreundlich angelegten Seiten umschauen. Die sind nämlich ingesamt dicht bestückt mit anschaulich aufbereiteten Informationen - beispielsweise auch zu brennenden Fragen der Klimaentwicklung. Wirklich toll!

[Bildchen: Zeigt tatsächlich ein Stückchen Ekstroem-Schelfeis - also just jene Gegend, aus der auch die Klänge von PALAOA stammen. Dass unser Ohrling hier unterwegs sein kann, verdankt er Hannes Grobe vomAlfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven, der das Originalbild unter cc-by-sa 2.5 den Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt hat. Letzterer schliessen wir uns an und sagen: Grand Merci!]

Von miss.gunst am 28.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.06.10

Nach dem Kalender (WRT)

drkgdm-ksw.gifNach dem Kalender kann man nicht nur säen, ackern und ernten. Sondern auch Radio hören. Klingt erst einmal nicht besonders vermeldenswert - wenngleich sich vermutlich mittlerweile nurmehr wenige Menschen auf diese Wege des aktuellen Tagesdatums versichern.

Tatsächlich soll hier auch nur die Gelegenheit beim schütteren Schopfe egriffen werden, auf eine ständige Einrichtung des Deutschlandradio Kultur hinzuweisen, die als eher klangkünstlerisches Kalenderblatt funktioniert: Das Geräusch des Monats.

Jedes Jahr wird ein/e KünstlerIn eingeladen, zwölf kurze Hörstückchen zu kreieren, die dann - sic, aber immerhin erhöht das an manchen Tagen den Klangkunstquotienten um 100% - als Lückenfüller eingesetzt werden, wenn die programmierte Hauptsendung das vorgesehene Formatfenster nicht ganz ausschöpft.

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In diesem Jahr ist es Lasse-Marc Riek (mehr im hauseigenen Archiv), dem eine entsprechende Einladung zuging und der für jeden Monat ein solches Hörstück beugesteuert hat.

Es sind wirklich Kalenderstücke im eigentlichen Wortsinn geworden, denn Riek hat ein jedes aus Geräuschen bzw. Field Recordings des jeweiligen Monats komponiert. Ergo lässt sich derzeit in den Nischen zwischen den Programmstücken in verdichteter Zeit erlauschen, wie der Juni klingt.

Ein guter Grund mehr, sich häufiger in die Wellen von Deutschlandradio Kultur zu werfen. Was wir bekanntlich ja auch sonst immer wieder ganz erfrischend finden...

[Bildchen: Den Kalender für den Kalender im Kalender (usw.) verdanken wir einer Spende von Alocamilo für die Wikimedia Commons. Lizenz wie beim Vorbild: cc-by-sa 2.5. Merci!]

Von miss.gunst am 25.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.06.10

Eisgeflüster

icbo-ksw.gifKam doch gerade richtig, dass uns kürzlich über die radiophone Chronostasis die Kompositionen von Andreas Bick wieder in den Radar geraten sind. Denn so lässt sich der Sommer doch erst richtig geniessen!

Des Sommers das Öhrchen zur Kühlung an Eis und Schnee zu legen, haben wir ja auch schon früher immer wieder gern empfohlen - und nun eben zu unserer übergrossen Freude entdeckt, dass Andreas Bick unter den zahlreichen Field Recording-Downloads auf seinen Seiten auch zwei einschlägig geeignete anbietet:
"Dispersion von Schallwellen in Eisflächen" und eben auch "Eisgeflüster".
Welchselbiges man sich also sogar auf einem geeigneten Abspielgerät zum Sonnenbaden mitnehmen kann. Toll.

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[Bildchen: Öhrchen auf der Suche nach Kühlung. Den wunderschönen Eisblock, den es gefunden hat, hatten wir schon mal für einen erfrischenden Eintrag aufgesucht (Welcher wars doch gleich? Ah, dieser hier) - fotografiert hat ihn Andreas Tille. Und dankenswerter Weise unter cc-by-sa-Lizenz den Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt - welche ergo auch für das erfrischte Öhrchen gilt. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 23.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.06.10

DIY Stadtlandwirtschaft (Fukuoka)

sdbnf-k.gifMan kann es ja, à propos Eigenzeit, auch mal im Tun enstprechend angehen lassen. Daraus ergibt sich nämlich gleich eine gute Gelegenheit, an den jüngst aufgemachten Faden zur urbanen Landwirtschaft anzuknüpfen.

Unter den vielfältigen Möglichkeiten, die sich für städtisches Ackern bieten, gibt es ja noch einige - und eine davon ist das Anlegen sogenannter Fukuoka-Felder bzw. das Fukuoka-Gärtnern.

Name und Prinzip gehen auf den japanischen Permakultur-Experten Fukuoka Masanobu zurück. Der vertrat im Sinne einer entsprechend auf eine möglichst weitgehend vor menschlichem Übereifer bewahrten Naturkultur bzw. Kulturnatur setzenden Bewirtschaftung die Auffassung, dass die beste Landwirtschaft eine sei, die sich sozusagen selbst beackert.

Im Deutschen gibt es dafür auch den schönen Begriff "Nichts-Tun-Landwirtschaft" (s.a. den englischen Wikipedia-Eintrag zu "Do-Nothing-Farming") - aber so ganz und gar nichts wird bei resp. nach Fukuoka natürlich auch nicht getan.

Um ernten zu können, darf nämlich durchaus auch gesät werden - was insbesondere in urbanen Umgebungen, wo vielleicht doch erst mal ein Boden abgesteckt und renaturiert werden muss, schwer zu vermeiden ist. Doch schon die Bodenaufbereitung wird dann idealer Weise von den Pflanzen und den ihre Ansiedelung begleitenden Lebewesen brav selbst erledigt.

Und wie soll das nun genau funktionieren?
Schaut man sich sicher am allerbesten direkt bei denen ab, welche die Fukuoka-Gärtnerei bereits erfolgreich praktizieren.

In Berlin, das in Deutschland zu den Pioniergebieten in Sachen "Nichts-Tun-Landschwirtschaft" gehört (nein, das ist ausnahmsweise mal nicht doppeldeutig gemeint) und wo an diesem Wochenende der Lange Tag der Stadtnatur steigt, werden aus diesem Anlass sowie auch sonst regelmässig Lehrtouren zu und auf Fukuoka-Feldern angeboten. Winfried Schiffer, der seit acht Jahren Fukuoka-Landbau betreibt und damit seinerzeit schon beim Wettbewerb "Evolutionäre Zellen" punktete, hat vor Ort zahlreiche solche Demo-Felder angelegt, die allem Vernehmen nach in der Tat aufs prächtigste gedeihen.

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Noch etwas praktischer, zumal für jene, die gerade nicht in Berlin weilen? Aber sicher doch. Auf Fukuoka sollen nämlich auch jene kleinen Bällchen zurückgehen, die in jüngerer Zeit über das allgemein beliebte Guerilla-Gärtnern gerade schwer in Mode gekommen sind: Seed Balls (zu Deutsch: Samenbällchen), also spezielle Samenmischungen, die in eine zu Aussatz- resp. Wurfzwecken mit einer Papiergaze umhüllte Lehr-Erdkugel eingeknetet worden sind, von der sie sich auf welchem Boden auch immer sie landen, zum Auskeimen erstmal prima ernähren können.

Anschauen und Nachlesen kann man das auf grob geschätzt 10.000 von Google mal eben in 0,20 Sekunden gefundenen 28.9000 Webseiten - schön kompakt und mit Fukuoka-Bezug z.B. bei milkwood, "Seedballs: from Fukuoka to Green Guerillas"

Wer's ganz genau wissen will, sollte aber getrost auch mal in einer Bibliothek oder Buchhandlung nach Fukuokas zahlreichen Schriften schauen - von denen es auch einige online zu finden gibt. Weiter führt hier das dem Fukuoka-Gärtnern gewidmete Blog naturalfarming.org.

[Bildchen: In Berlin werden bekanntlich nicht nur Samenbällchen geworfen - ob das hier welche waren resp. sind, würde zudem auch die Zeit noch weiter weisen müssen. Kuscheln sich jedenfalls auf dem Rasengrund vor dem Bethanien. Angelegentlich also vielleicht noch mal vorbeischauen, um zu gucken, was da wächst...]

Von miss.gunst am 20.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.06.10

Zeitstau und Eigenzeit (WRT)

chrnsts-ksw.gifZu Zeitmessern und dazu, welches Feld sich hier für DIY-Konstruktionen eröffnet, haben wir im Hintergrund längst ein eigenes Fach im Zettelkasten angelegt - dazu demnächst mehr. Für heute sind sie erst einmal willkommener Anlass für einen Webradio-Tipp.

An Uhren oder genauer gesagt: beim Blick auf die Uhr lässt sich nämlich ein Phänomen erfahren, das auf den schönen griechischen Namen Chronostasis - vulgo: Zeitstau hört. Will man am Zeiger der Zeit beim vergehen zusehen, dann scheint die erste beobachtete Sekunde länger als jene, die ihr folgt.

Eine Täuschung, die weniger im Sehorgan selbst liegt, als vielmehr im Gehirn. Welches vernehmlich "Verweile doch!" ruft, weil ihm dessen Schnelligkeit den Augenblick zu rasch gehen lässt. So entsteht, ausgerechnet Aug' in Auge mit dem geeichten Taktgeber ein Stückenchen Eigenzeit.

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Andreas Bick - der uns vor gut drei Jahren schon mal im Zuge eines Kleinen Field Recordings Festival in den Radar gegangen ist - hat 2009 aus dieser Steilvorlage eine Komposition fürs Radio gemacht. Seine Chronostasis will dem Geräusch der Zeit nachgehen - und legt zu diesem Behufe das Ohr an die tickenden und tackenden Chronometer. Das macht Sinn, denn auch das Ohr kennt die in Richtung Êigennzeit verschleppte Sekunde.

Wie sie sich in den Transformationen des Berliner Komponisten anhört? Lässt sich in der Nacht von heute auf morgen, also am 18.06.10 um 0:05 Uhr bei Deutschlandradio Klangkunst erlauschen.
Dann wird nämlich die ursprünglich für das WDR3 Studio Akustische Kunst produzierte Sendung noch einmal ausgestrahlt.
Warum haben wir sie eigentlich vergangenes Jahr verpasst? Da gab es wohl just so eine Sekunde..

[Bildchen: Wäre vielleicht auch ein Weg, der Chronostasis auf die Schliche zu kommen - wenn man sich in der entscheidenden Sekunde auf diese Weise an die Nase fassen könnte. Die Mutter unseres kleinen Eigenzeitmessers ist übrigens ein handelsüblicher Wecker, den Fastily fotografiert und unter cc-by-sa-Lizenz den Wikimedia Commons gespendet hat, welche ergo auch für dieses Bildchen gilt. Merci!]

Von miss.gunst am 17.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.06.10

THREAD THERAPY ff.

ttzak-ksw.gifIn diesem Fall ist es natürlich erste und zugleich süsse Pflicht, den Faden gleich weiterzuführen. Schliesslich gehört es zum Alltag einer THREAD THERAPY-Ambulanz, die therapeutischen Tätigkeiten zu protokollieren...

... was, der speziellen Form dieser Therapie angemessen, in Form einer visuellen Dokumentation geschehen soll. Im Folgenden also auszugsweise einige Aufnahmen aus der Zuger Klinik, beginnend mit der Vorstellung derselben.

Zunächst einmal von aussen (recht einladend, oder etwa nicht?):

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Sodann wagen wir einmal einen Blick aus dem Inneren auf die Strasse (wo sich die Probleme und die prospektiven Patienten nur so tummeln):

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Unsere Therapeutin Steffi Müller bei der Vorbereitung eines Therapeutikums:

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Und Herr Dr. Dietl beim Präparieren der Rezepte:

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Unsere freundlichen Gastgeberinnen Corinna Mattner und Suse Richter als die besten Assistenzklinikerinnen der Welt:

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Bis hierher vielleicht erst einmal zur Vorstellung der Klinik und ihres Personals (nicht im Bild naturgemäss die Autorin der Aufnahmen). Als nächstes werden dann - soweit es die Diskretion resp. der Patientenschutz gestattet - Impressionen aus den Sitzungen folgen...

Von miss.gunst am 15.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.06.10

Ambulante Textil-Therapie

ttkvrb-ksw.gifKlingt erst einmal nach Änderungsschneiderei? Knapp vorbei - aber doch nicht ganz daneben. Tatsächlich ist eine THREAD THERAPY ein Service, der ganz spontan in Anspruch genommen werden kann - und es wird mit Schere, Nadel und Faden operiert.

Aber eben nicht mit dem Ziel, Löcher in Socken zu stopfen. Sondern eher schon, um die Löcher mit einer schönen Borte zu versehen. Allenfalls solche zu füllen, die sonst wohlmöglich mit Zwangs- und Übersprungshandlungen gefüllt werden würden. Mit gemeiner Arbeitssucht bis zum Burnout. Oder aber quälender Langeweile.
Um etwaiges Leiden am kreativen Imperativ zu lindern. Wo nötig, Erste DIY-Hilfe zu leisten. Und und und...

So lautet jedenfalls die Ankündigung:

THREAD THERAPY KLINIK (TT AMBULANCE ZUG)
Ambulanter Workshop mit:
Steffi Müller (ragtreasure), Klaus Dietl und Verena Kuni
sowie dem frfr-Team von I PUSH YOU BUTTON.
Samstag, 12.06.10 von 11-16 Uhr
YWAO Kolinplatz Zug

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Verstrickt und Zugenäht? Wir helfen weiter...
... mit textilen Operationen und Lektionen.
Im Angebot: Heilmittelkunde & Erste Hilfe - Sticheln, Hakeln und Häkeln - Problem-Patches - Soft Strategies - Einwickeln & Netze Werken - Produktive Verwirrung (für Anfänger und Fortgeschrittene)

Stephanie Müller lädt ein, Luxuspilze für Hirn und Gebiss, Kreuzbandrisse am Stück und weitere Krankheitsbilder zu erfinden und zum Plüschparsiten zu transformieren.
Klaus Dietl produziert Heilmittelverordnungen am laufenden Band und verschreibt handgestrickte Bandagen für Telefonzellen sowie weiteres Mobiliar im öffentlichen Raum.
Und die Verfasserin dieser Zeilen wird individuell buchbare Sitzungen zur Problemproduktion anbieten.

Damit nicht genug, gibt es am Abend noch eine Extra-Offerte. Nämlich eine
THREAD THERAPY Abend-Ambulanz in Zürich
bei Emma & Urban
Kanonengasse 35 (Ecke Militärstrasse)
20-22 Uhr

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Von miss.gunst am 12.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.06.10

Roboterträume

wvtres-ksw.gifEigentlich wollen wir uns in dieser Saison ja möglichst viel im Grünen aufhalten. Aber wie das so ist: Elektrische Schafe träumen beim Grasen eben auch gern. Und wovon? Von Androiden?

Sicher auch. Aber möglicherweise ist das viel zu anthropozentrisch angesetzt und elektrische Schafe träumen eher von Robotern, die sie auf fliegenden Teppichen zu besonders leckeren Weiden tragen und lästige Schäferhunde mitsamt Schäfer ins Bockshorn scheuchen?

Schwer zu sagen. Wie ja auch ganz generell schwer zu sagen ist, wovon Artefakte träumen - ob man sie nun unter "Künstliches Leben", Künstliche Intelligenzen", "Androiden" oder eben "Roboter" rubriziert.

Auf's Philosophieren über diese komplizierten Fragen hat uns aus nahe liegenden Gründen die Ausstellung "Roboterträume" gebracht, die gerade im Museum Tinguely ihre Tore geöffnet hat.
Sie hat ihren Titel nämlich der mindestens unter Science Fiction- und Robo-Fans unter der geneigten LeserInnenschaft sicherlich bekannten, weil zu den Klassikern des Genres zählenden Kurzgeschichte von Isaac Asimov aus dem Jahr 1986 entlehnt, in der ein Roboter bei weniger romantischen Träumen ertappt wird.

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Sehenswert ist eine solche Ausstellung selbstredend in jedem Fall - ganz besonders aber, weil einige der potentiellen Robo-Revolutionäre aus den Werkstätten hochgeschätzter KünstlerInnen aus dem Umfeld von HOME MADE stammen.


Sibylle Hauert und Daniel Reichmuth
beispielsweise rollen mit V.O.C.A.L. den Turing Test neu auf und fragen "HABEN SIE ANGST ALS MASCHINE ENTLARVT ZU WERDEN?"
Und Kirsty Boyle ist mit ihren phantastischen Karakuri-Robotern mit von der Partie (mehr zur Kakuri-Tradition auf Kirstys Kakuri-Seiten) - von denen, um am Ende doch mal etwas zu verraten, das als Anwort auf die einleitende Frage taugt: elektrische Schafe gern träumen. Also jedenfalls das elektrische Schaf, das diese Zeilen gerade verfasst...

Von miss.gunst am 09.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.06.10

Wolken Machen (Meyer-Brandis)

wsmcs-ksw.gifAn Wolken wissenschaftliches und zugleich ästhetisches Vergnügen zu finden: Das hat eine lange Tradition, in deren Linie sich manche grossen Namen reihen. Goethe beispielsweise, der mit "Howards Ehrengedächtnis" eine regelrechte Ode auf die Wolkenkunde schrieb.

Allerdings blieb er dabei als Dichter und Forscher ganz in seinem Metier. Das Wolkenmachen überliess er Luftdruck und -feuchtigkeit.

Agnes Meyer-Brandis dagegen kennen wir schon länger als Künstlerin, die mit ihrem Forschungsfloss gern zum Kern resp. den Kernen der Materie vorstösst.

Und da sie sich in jüngerer Zeit mit verschiedenen Projekten immer wieder und immer weiter in luftige Höhen begeben hat, lag es vermutlich fast schon nahe, sich endlich auch den Wolken zuzuwenden. Und eben dem Wolkenmachen.

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2008 ist sie mit ihrem Cloud Core Scanner buchstäblich in die Luft gegangen und hat als stolze Teilnehmerin des zehnten Parabelflugs am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter Bedingungen der Schwerelosigkeit mit selbst konstruierter Spezialgerätschaft die ersten Tröpfchen einer eigenen Wolke in Form gebracht (mehr zu diesem sensationellen Experiment ist im zugehörigen Cloud Scanner Blog nachzulesen).

Derzeit tourt sie nun mit den in ein anschauliches Vortrags-Performance-plus-Film-Format gebrachten Ergebnissen - und nachdem sie am Donnerstag dem Basler plug.in die Ehre gab, ist sie am heutigen Samstag (05.06.10) um 20:00 Uhr im Zürcher Walcheturm zu Gast. Einen Besuch ebendort wollen wir hiermit - nicht nur, aber natürlich insbesondere jenen, die sich vielleicht einmal selbst ans Wolken selber machen machen wollen - wärmstens empfehlen!

[Bildchen: W.z.b.w., es funktioniert. Wobei: Wenn wir Wolken machen scannen, fällt das Ganze noch nicht wirklich so überzeugend aus. Oder?]

Von miss.gunst am 05.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.06.10

Referat für Stadtklang (WRT)

rfrfstk-ksw.gifWie wäre es denn, ein städtisches Büro zu haben, in dem ein/e spezielle/r ReferentIn für Stadtklänge sitzt? Also nicht etwa eine Behörde, die über den Pegel wacht - sondern eine offizielle Stelle, die generell ein offenes Ohr für das urbane Geräusch- und Klangspektrum hat und entsprechend kompetente Auskünfte geben kann.

"Schön wär's!", wird da mutmasslich der eine oder die andere seufzen. "Gibt's nur leider nicht..."

Tja. Von Wegen. London hat ein solches Amt. "Jedenfalls eine Stunde lang", denkt man als nächstes, wenn man die Ankündigung der aktuellen Ausstrahlung von "London Calling" bei Deutschlandradio Kultur liest (nein, mit dem gleichnamigen Klassiker von The Clash hat das Ganze übrigens nichts zu tun). Denn erst einmal klingt das ja doch wie eine gut ausgedachte Hörspiel-Fiktion.

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Aber Max Dixon gibt es wirklich (wie unter anderem auch ein Eintrag zum 'Sound of London' in Julian Treasures "Sound Business"-Blog belegen kann) und die Stadt hat ihn wohl tatsächlich damit beauftragt, sich als Experte um die Klänge der Stadt zu kümmern. Unter anderem, weil dem urbanen Raum zunehmend akustische Verödung droht.

Ob wegen der Dominanz bestimmter Geräuschquellen gegenüber anderen, etwa wenn man an die tagein tagaus fliessenden und in den vergangenen Jahren stetig anschwellenden Verkehrsströme denkt, oder weil bestimmte Geräusche wie jene der berühmten Doppeldecker-Busse, die abgeschafft werden sollen (oder, *huch*, schon abgeschafft worden sind?) verschwinden - nun, das werden wir wohl in der Nacht von heute (01.06.) auf den morgigen Mittwoch (02.06.) ab 0:05 Uhr erfahren.

Von miss.gunst am 01.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)