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03.08.10
Einfach ätzend
Einfach mal so richtig ätzend sein? Nicht ganz. Geht vielmehr darum, einfach mal die eigenen Platinen zu ätzen - denn die braucht es ja zum Basteln, wenn man zuvor auch schon eigene Schaltpläne entworfen hat.
Wie das Ganze funktioniert, führt uns Michael Egger von [anyma] vor (ja, zu [anyma] haben wir natürlich auch schon mehr im hauseigenen Archiv).
Also, am Anfang ist also der Masterplan für unsere Platine - erstellt am Rechner und testweise erst einmal auf schlichtes Papier ausgedruckt.

Schaut gut aus? Dann drucken wir als nächstes doch mal auf Folie:

Die wird mit der rauhen Seite nach unten auf den Platinen-Rohling geklebt - und damit das schön hält, zwischen zwei Glasplatten gepresst.

Ah, nicht vergessen: vorher werden dem Rohling die überstehenden Kanten abgeschliffen und natürlich die Schutzfolie abgezogen - was hier nochmal im Materialbeispiel festgehalten ist.

Zurück zu unserem Sandwich mit dem Rohling, das nun als nächstes im UV-Belichter belichtet wird (im Bild der cremefarbene Kasten):

Und damit auf zur Foto-Chemie. Zur Entwicklung braucht es ein Wannenbad in Natronlauge...

... plus Wasserbad zum Nachspülen ...

... und dann geht's ab in die auch optisch äusserst attraktive Anlage...

... zur Oxidation mit Natriumpersulfat.

Voilà:

Nun heisst es noch ein wenig warten. Das versammelte Publikum guckt und staunt...

... bis das nach vollendeter Prozedur die wunderschön geätzte Platine entnommen werden ...

Halt! Da fehlt doch noch etwas... genau:

- man sollte natürlich stets gut gerüstet ans Werk gehen! Also nochmal: ... so dass nun die glorios geätzte Platine dem Bade entnommen...

... nochmals gewässert ...

und dem versammelten Publikum präsentiert werden kann.

Vielleicht noch mal mit Aceton den restlichen Lack von der Platine wischen?

Das Ergebnis ist jedenfalls derart heiss begehrt...

... dass man um Nahsicht regelrecht ringen muss ...

... na also, geht doch:

Anschliessend lässt sich das Ganze dann noch in

Und so prächtig sieht eine fertige selbstgeätzte Platine aus der Nähe betrachtet aus:

Ja, das ist - wie am Branding zu sehen - keine aus dem obig dokumentierten Schauexperiment. Sondern eine aus der Mechatroniker-Kiste. Aber, eben: Der Möglichkeiten sind letztlich keine Grenzen gesetzt. Und nun geht's ans Löten, oder?
Von miss.gunst am 03.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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