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30.08.10

Schöner Warten (Shift Basel @ ISEA2010)

ismksh-ksw.gifWas es beim DIY Makeaway auf der ISEA nebenbei auch noch gab: Einen kleinen Mini-Workshop im Wolkenkuckucksheim- bzw. Kartenhausbauen.
Mit dem sich nämlich gleich zwei Übungen aufs schönste verküpfen liessen.

Zum einen ist das natürlich die perfekte Lockerungsübung für vom Löten gebeugte Rücken, indes die Motorik sich ganz auf die Gesamtbalance konzentrieren kann.
Zum anderen aber und eben obendrein hilft es auch, die quälende Wartezeit bis zum nächsten Festival zu überbrücken [oder zum über(überüber)nächsten, aber so genau wollen wir an dieser Stelle mal nicht sein).

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Besonders gut gelingt derlei jedenfalls dann, wenn man dem leuchtenden Beispiel von PEI folgt ...
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... die ihr Kartenhaus vorbildlich aus den hübschen Einladungskarten ...
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... zum nächsten Shift Festival im Oktober baut, welches sich dem schönen Thema Lost & Found widmen wird.
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Das merken wir uns doch gleich mal vor, oder?
Die Daten:
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Von miss.gunst am 30.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.08.10

DIY Makeaway und DIY Panel @ ISEA2010

issmgk-ksa.gifDo It Yourself gab's auf der ISEA in Dortmund nicht nur in Sachen Bärtierbeobachtung, sondern auch mit dem DIY Makeaway der Schweizer MechatronikerInnen. Und zudem wurde ein paar Räume weiter im Rahmen eines eigenen ISEA-Konferenz-Panels über Nutz und Lust von DIY Workshops nachgedacht.

[Beiseit und gleich vorab: Der fiesen Lichtverhältnisse im Hause wegen gibts im Folgenden keine Bildchen vom Panel, sondern optisch steigen wir gleich aufs Machen beim Makeaway ein... wobei übrigens von den notorischen SGMK-Noisemakern auch in der Runde die Rede war und davon, dass wir den selbstgemachten Lärm mitunter mehr lieben als die Stradivariklänge von nebenan...]

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Zusammen mit HOME MADE-Kollegen und Digital Brainstorming-Blogger Dominik Landwehr als Moderator sassen um den runden am Sprechertisch: Antti Ahonen (Künstler und Experimentalelektroniker aus Finnland sowie Mitbegründer des pixelache-Festivals), Escher Tsai (Kunsthistoriker aus Taiwan, der das ADAC ACER Digital Art Center in Taipei leitet und die experimentelle Plattform "dimension" sowie das DIY DIWO-Festival "playaraound" mit ins Leben gerufen hat), PEI (Musikerin und Künstlerin, die ihre Zeit zwischen Basel und Taipei teilt, wo sie ebenfalls playaround mitorganisiert und die nebenan zusammen mit kiilo, Effi, Marc und Stahl den SGMK makeaway betreute), Ricardo Peach (aus Südafrika stammender Australier, der das experimentelle Kunstformen fördernde Inter-Arts Office at the Australia Council for the Arts leitet) und der uns natürlich eh bestens bekannte SGMK- und hackteriaktivist Marc Dusseiller.
[ ... dessen PDMS-bioelectronix-Baustelle im Dortmunder hackteria-Lab hier flink nochmal eingeschmuggelt wird - passt doppelt, denn es sind ja auch die attraktiven makeaway-Sticker mit im Bild ...]
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Um die Debatte rund um Medien, Kunst und DIY-Workshops anzuwerfen, gabs eine kleine Sammlung von Thesen und Fragen: Zum DIY-Boom in der Kunst- und Medienszene sowie dazu, welche Rolle Workshops in diesem Zusammenhang spielen; dazu, welches besondere Potential DIY-Workshops haben und ob das vielleicht auch ausserhalb des Kunst- und des Amateurkontexts interessant sein kann. Besonders spannend: diese Fragen mal im internationalen und interkulturellen Vergleich zu diskutieren, wo neben unterschiedlichen Ökonomien auch unterschiedliche Traditionen des Selbermachens im Hintergrund stehen.
[... wobei speziell die Ökonomien gern dafür sorgen, dass DIY süss und zugleich autsch sein kann, beim makeaway gabs beides gleich in Tüten ...]
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Schade nur, dass die anderthalb Stunden viel zu schnell verflogen sind und man schon wieder in die nächsten Panels huschen musste, wo es gerade erst so richtig spannend zu werden versprach. Aber das ist natürlich eine klassische Konferenzmalaise (und war auch bei anderen Panels so).
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Umso besser daher, dass es auch die Möglichkeit gab, sich nebenan beim DIY Makeaway-Workshop gleich wieder in die Praxis zu stürzen - an der sich am Ende jede Theorie bewähren muss.
[... und hier haben wir sie denn auch mal brav ins Bild gebannt, die Theorie ...]
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[... von da aus aber wieder auf zur Praxis, denn ...]
Und wie man letztendlich immer wieder sieht: Im Tun liegt ganz offentsichtlich ein eigenes Glück ...
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Von miss.gunst am 28.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.08.10

hackteria @ ISEA2010

hcktis-ksw.gifDa wir mit Blick auf die e.culture fair gerade bei den Laboratorien sind, in denen sich künstlerische Forschung auf bio(techno)logisches Terrain begibt: Auch die hackteria ist war bei der ISEA2010 RUHR mit von der Partie.

Unter kundiger Leitung von Andy Gracie und Marc Dusseiller wurde wieder weiter an Prototypen für DIY-Mikroskope gebastelt und mit diesen dann Bärtierchen und anderen Klein- und Kleinstorganismen optisch auf den Pelz bzw. auf die Zellwand gerückt.
Spannend genug, um das gleiche in etwas grösserem Massstab zu tun und die Kamera zu zücken...

... um erst einmal lustvoll den Blick über das kreative Chaos auf den Arbeitstischen schweifen zu lassen ...

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... und dann das eine oder andere etwas näher in Augenschein zu nehmen. Darunter allem voran natürlich die Mikroskope, von denen gleich mehrere und auch neue Modelle entstanden sind. Wie dieses ...
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... jenes ...
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... oder auch das (sic, das ist auch ein Mikroskop):
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Ausserdem wurde an den "Deep Data Retrieval Devices", also den Anschlüssen zwischen Bio- und Technologie gebastelt (wofür Andy Garcie übrigens eine sehr schöne Schritt-für-Schritt-Anleitung geschrieben hat, s. den Eintrag zum deep data prototype bei hackteria.org).

Neben den bereits seit längerem verwendeten Silikonplatten, in die sowohl kleine "Aquarien" eingeimpft als auch die notwendigen Elektronikbausteine eingelassen werden können (dazu wiederum die bioelectronix-Basisanleitung im hackteria-Wiki) ...

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... hat es hierfür inwzischen auch einen eigenen, extrem attraktiv gestalteten (Arduino-)Chip mit Platine im Einzeller-Format ...
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... der dann entsprechend verdrahtet werden kann:
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Kurzum: In Dortmund kamen Bärtierchen & Co wieder einmal ganz gross raus...

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... ok, *so* gross natürlich auch wieder nicht, weshalb zum Anfassen obiger Ersatz gestaltet wurde.

In jedem Fall waren am Ende nicht nur die Workshop-Leiter zufrieden ...

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... und bei den TeilnehmerInnen gab's von neuen Erkenntnissen erhellte, glückliche Gesichter...
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Von miss.gunst am 26.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.08.10

Kulturelle Elektronikmesse (@ ISEA2010)

isrdoec-ksw.gifElektronikfachmessen sind, kaum anders als Baumärkte, prinzipiell ideale Fundgruben für BastlerInnen. Um so besser allerdings, wenn mal eine speziell für diejenigen angeboten wird, die sich insbesondere für die künstlerische und kulturelle Bastelei am Draht interessieren.

Das gibt es derzeit im Rahmen der ISEA2010 RUHR - der aktuellen Ausgabe des alljährlichen Zusammentreffens der gleichnamigen Vereinigung, deren Kürzel für Inter(national) Society for the Electronic Arts steht.

Wo es stattfindet, verrät schon der Name, der denkbar deutlich auf die Kulturhauptstadt bzw. Kulturhauptstädte von RUHR.2010 verweist.
Dem entsprechend umfasst die ISEA2010 RUHR jede Menge Veranstaltungen in Essen, Duisburg und Dortmund. Und an letzterem Ort, im gerade erst (und noch als Baustelle) eröffneten U wird seit Montag die e.culture fair 2010 ausgerichtet.

Wie es Messen so an sich haben, dient auch diese als Präsentationforum - nur eben nicht für Firmen und ihre Produkte, sondern für im Feld der elektronischen Medien engagierte Kultur- bzw. Künstlerinitiativen und ihre Produktionen.

Was bei aller Vielfalt der eingeladenen e-Labs sofort ins Auge sticht: Neben den schon von der Lokation und Ausrichtung her nahe liegenden Bezügen zur Stadt, zu Strategien und Werkzeugen für Intervention und Partizipation steht derzeit die Arbeit an und mit dem, was man im weitesten Sinne als Ökomedien und Bio-Technologien bezeichnen könnte, auch hier derzeit ziemlich hoch im Kurs.

"Auch hier" meint zum einen, dass dieser Bereich insgesamt in der elektronischen Kultur weiter an Bedeutung gewonnen hat und zum anderen, dass er dementsprechend auf der ISEA2010 RUHR ebenfalls an allen Ecken und Enden begegnet - aber dazu noch mehr, wenn nach der Exkursion-Kulturbeutel weiter ausgepackt wird.

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Auf der e.culture fair 2010 - wo das Thema auch auf mehreren Panels vorgestellt und diskutiert wird - sind Künstlerorganisationen wie foam oder okno vertreten, die seit langem das Feld beackern. Und mit ihnen jede Menge aktueller Projekte, von Botanoadopt aus Köln und Münster, das die Adoption vernachlässigter und misshandelter Topf- und Zierpflanzen organisiert über das von okno mit initiierte Time Inventors' Kabinet, wo unter anderem auch Open Greens und Stadtbienen eine zentrale Rolle spielen bis hin zu den von Angelo Vermeulen und Biomodd-Laboratorien und Agnes Meyer-Brandis' (bei HOME MADE bekanntlich hoch geschätzten) Forschungsfloss.

Wer jetzt flunscht, weil zu weit weg oder alles schon vorbei: Hintergrundinformationen und Links zu allen Ausstellern der e.culture fair 2010 sind nach wie vor auf deren Heimseiten zu finden. Ist natürlich nicht dasselbe, wie dabei zu sein, alles ansehen und sich austauschen zu können. Aber immerhin.
Und: Sowohl die ISEA2010 RUHR als auch einige Projekte schauen wir uns auch im Log.Buch noch genauer an...

[Bildchen: Naja, mangels eigener Aufnahmen frei dazuphantasiert. Bei FlickR hat es ganze Fotoalben zur e.culture fair wie das von FlandersDC. Aber selbst auf Aufnahmen, die unter cc publiziert sind, kann es jede Menge Bilder und Sachen haben, auf denen irgendjemandes Copyright liegt. Da basteln wir lieber unsere kleine Hommage selbst..]

Von miss.gunst am 24.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.08.10

Es lebt, es lebt (Jurassic Lab @ Luzern)

jrsll-ksw.gifUnd weil der guten Zahl auch bei Empfehlungen drei sind, gleich noch eine: "Jurassic Laboratory" klingt zwar erst einmal direkt nach einer Fortsetzung der diesjährigen HOME MADE-Woche im Jura. Diesmal geht's aber um ein Labor in Luzern.

jrsll-g.gifUnd "Jurassic" heisst es wohl, weil der Titel eines bekannten Spielfilms antönen soll, in dem per Kloning-Technik Kreaturen aus der Jura-Zeit zu neuem Leben erwachen. Tatsächlich steht da auf dem Flyer:

"We reanimate forgotten creatures! JURASSIC LABORATORY!!! Some things are still not alive..."

Doch keine Sorge: Reptile Wadenbeisser sollen an diesem Samstag (21.08.10) in der Luzerner Gewerbehalle nicht gezüchtet werden - auch wenn das prima zum schönen Wappen des Hauses gepasst hätte, das ein schaurig züngelndes Schuppentier mitsamt Genist schmückt.
Vielmehr wird in der Tat fleissig und ganz nach HOME MADE-Art gebastelt werden - unter anderem an einem Projekt, das tatsächlich auch schon in Romainmôtier mit von der Partie war sowie von und mit zahlreichen Aktiven.

Schon ab dem frühen Morgen (08:00 Uhr, sic!) sollen - teils auf Basis von Bausätzen aus dem SGMK-Makeaway - Lötbausätze entwickelt werden, aus denen dann eine "Uhr" als spezielles Luzerner Souvenir entstehen kann.

Und nach des Tages süssen Mühen winkt dann noch am Abend (20:00 Uhr ff) ein reichhaltiges Programm zum allgemeinen Plaisir. Zunächst mit einer Performance von Eveline Blum. Und im Anschluss spielen dann noch mehrere Bands und BastlerInnen auf: Klink (http://www.myspace.com/klinkmuziek),
Äntli Bier & Ärger, Flo Kaufmann und The Fabulous Dance Machine sowie als DJs: FlipFloater (Acid Elektro mit selbstgebauten Synths und Toys), Oli und Luc Fischer.
*yay*

Von miss.gunst am 21.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.08.10

Mit Essen

ipybwe-ksw.gifDa wir die Reihe der Log.Buch-Einträge zur HOME MADE-Woche 2010 eh gerade für aktuelle Exkursions-Tipps unterbrochen haben: Auch vom I PUSH YOU BUTTON in Zug gibt es Neuigkeiten zu vermelden.

Und zwar besonders Leckere: Es geht nämlich um kunstvolle Arten und Weisen der Aneignung durch Inkorporation.

ipyybwe-g.gifIn der Vorankündigung des Programms namens "WE PASTE YOU TASTE" steht zwar auch etwas davon, dass "parasitäre Aspekte und andere Interventionen in Bezug zum Kunstgeschäft" gestellt werden sollen - was eher nach gefressen werden denn nach lecker Essen klingt.

Das konkrete Angebot lässt dann aber doch das Wasser im Munde zusammenlaufen. Allein schon das Einladungsbild!

Und erst recht natürlich die Aussicht auf die offerierten Weisen der Speisung, die am kommenden Samstag (21.08.) zur Zuger Kunstnacht in einem Show Down bzw. Eat Down aufeinandertreffen sollen: Dann wird Lauren Wildbolz, die in den nächsten Tagen erst mal recht entspannt einen Kurs namens "MAKE YOGA EVERYDAY, EAT(ING), READ(ING), DRINK(ING) AND SLEEP(ING" offeriert, ein "Veganokiches Spektakel" auf dem Kolinplatz auffühten - indes Merlin Zuni mit Supergrill kontert und das frfr-Team dem Ganzen auf ihre Weise Würze verleiht.

Mindestens eines bleibt den Gästen gleichwohl noch selbst zu tun - schliesslich ist DIY bei I PUSH YOU BUTTON programmatisch und in diesem Fall wohl wirklich süsse Pflicht: Sie müssen wählen, was und wie sie speisen wollen -"YOU DECIDE"!

Von miss.gunst am 19.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.08.10

X-O-Mat und DISK-O-MAT

bskam-ksw.gifUnsere Zuneigung zu Kunstmaschinen und -automaten ist hinreichend bekannt - und für all jene, welche sie teilen, hätten wir zwischendurch einen Ausflugstipp, bei dem sich gleich zwei Kunstautomaten in Aktion besuchen und bestaunen lassen.

Dieser Tage steigt nämlich in Bern wieder einmal das Buskers Festival mit seinem Bizaar Aktionsmarkt auf dem Münsterplatz (s.a. den Eintrag vom 09.08.07). Und dort sind eben auch die beiden Automaten zu Gast.

Den einen von beiden, für den der bricoleur universel Flo Kaufmann (mehr im hauseigenen Archiv) verantwortlich zeichnet, kennen die meisten sicher schon: Es ist der DISK-O-MAT, in dem man sich selbst 7inch-Schallplatten aufnehmen kann. Eine wirklich extrem charmante Glamourschmiede im Kompaktformat, die man eigentlich nurmehr mit Bernhard Martins "Single Disco"-Schranktanzdiele als kongenialem Abspielort kombinieren müsste. Dann wäre die DIY-Starmaschine wirklich perfekt.

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Und den anderen kennen mindestens jene, die in den vergangenen Jahren bereits den Bizaar Aktionsmarkt besucht haben. Denn das Berner KünstlerInnen-Kollektiv 000x (s.a. den Eintrag vom 13.08.07) war mit seinem X-OMAT - einer analogen Kunstmaschine, die handgezeichnete Porträts ausgibt - schon 2007 und 2008 dabei.

Insofern können Fans in beiden Fällen ein Wiedersehen feiern - und all jenen, die den einen oder den anderen oder gar beide Kunstautomaten noch nicht kennen, sei ein Besuch beim Buskers Festival wärmstens ans Herz gelegt.

Von miss.gunst am 15.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.08.10

Honigtöne(r) und singende Sägen

cjgg-ksw.gifWie versprochen geht's nun weiter mit der Vorstellung der geheimnisvollen Objekte und Apparate, die uns beim Rundgang durch die Teile der Gartenschau entgegenblinkten. Wie beispielsweise jenes seltsame Kästchen mit der Aufschrift, die auf eine Schimpfmaschine schliessen liess...

Zu allererst einmal ist festzustellen: So ein Kästchen kommt selten allein. Entsprechend war auch besagtes Exemplar im Garten im Familienverband anzutreffen:

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Und den schauen wir uns natürlich nun noch etwas genauer an. Die Füss, die oben links ins Bildchen geraten sind, gehören übrigens auch zur Familie - genauer gesagt: Der einen Hälfte der ErzeugerInnengemeinschaft, die für Aufzucht und Hege der kleinen Kästchen verantwortlich ist.
Das sind Connie und John von fotosis, deren Motto "we like to make stuff" wirklich beim Wort genommen werden darf. [Da wir es diesmal tatsächlich verbeutelt haben, die beiden zusammen fotografisch einzufangen (daran ist vermutlich die Faszination ihrer Kreationen schuld, die mühelos alle Aufmerksamkeit auf sich zogen), gibts ersatzweise einen Schnappschuss vom SGMK HOMEMADE Camp im Tessin aus 2009, auf dem wir die beiden mit Oli Jäggi, dem Sequencer- und Drummachine-Spezialisten sehen]]:

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In ihrer Werkstatt entstehen - geleitet von Expermentierfreude, Erfindergeist und sichtlich grosser Liebe zum Detail - eben jene wunderbaren Apparate, von denen diesmal gleich mehrere mit von der Partie waren.

Hier kredenzt als Schachtel tönender Pralinés (Selektion "Sweet Noise") mit modularen Mini-Synthies ...

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... und Oszillator, über dessen Bau man sich - wie übrigens über (fast) alle fotosis-Kreationen, ausführlich im fotosis-Blog informieren kann. In diesem Fall sogar mit Anker zu einem Ohrzuckerl als Kostprobe (entweder direkt über den Blog-Eintrag oder bei archive-org):
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Nicht fehlen durfte natürlich der Honigtöner...

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... der ursprünglich mal mit etwas gepaart war, das nach singender Säge ausschaut und so gesehen auch eine ist, nämlich ein Sägen-Theremin. Das ist mittlerweile andernorts als Instrument im Einsatz und konnte deshalb nur als Visitenkarten-Bildchen dabei sein (sieht man oben neben den Synthies liegen). In ihrem Blog haben Connie und John aber eine ausführliche Dokumentation seiner Entstehung publiziert - und in einem eigenen Clip bei Youtube kann man nicht nur sehen, wie es funktioniert, sondern auch hören wie es tönt.

A propos: Tatsächlich wurde auch die Forschungswoche fleissig zu Basteln genutzt, sodass die Familie bereits neuen Zuwachs erhalten hat:

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Und wie es sich gehört, wurden die Instrumente auch gespielt:

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Wer nun mehr von diesen leckeren Dingen hören und sehen möchte, kann nicht nur im fotosis-Blog fündig werden - wo neben dem Saw Theremin zahlreiche weitere originelle Kreationen der Entdeckung harren. Beispielsweise ein wunderschönes Set mit Keyboard und Verstärker aus Karton oder ein anderes mit sensationellem Schneebesen-Theremin. Von vielen der grossartigen Geräte gibt es Klangproben und Konzertmitschnitte bei archive.org sowie Videos bei Youtube, welche höchst anschaulich den Gebrauch demonstrieren. Einfach toll!

SGMK & HOME MADE - DIY LABOR ROMAINMOTIER 2010

Von miss.gunst am 12.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.08.10

Gartenschau (ff.)

rmarg2-ksw.gifAn sich soll es ja nun wieder an die Vorstellung einzelner Projekte gehen - und zumal jener, die so rätselhaft aus dem Laub lugten respektive im Dunkel von Schuppen und Keller blinkten. Weil wir beim ersten Rundgang durch die Gartenschau noch längst nicht alles gesichtet haben, steht zuvor noch eine kleine Fortsetzung an...

Zum Beispiel gab es da etwas, das von Fern wie ein Freiluft-TV-Studio ausschaut (war bereits im Hintergrund der fleissigen Fräsmaschine zu sehen)...

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... beim näheren Hinsehen allerdings eher merkwürdige Bilder in die Welt entlässt (nein, das ist eben keine Störung, sondern durchaus Absicht so :):
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Dann wurde im Garten auch noch weiter gebastelt, etwa an diesen kleinen Gesellen...
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... die auf einer Schieferplatte zu Hause sind ...
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... und (auf dem Bildchen leider schwerlich zu sehen) tönen.

Und natürlich hatte es auch - gehört sich schiesslich so für eine Ausstellung mit elektronischer Kunst - eine veritable interaktive Installation:

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Wie die funktioniert und wer dahintersteckt, wird dann ebenfalls demnächst in einem eigenen Beitrag verraten...*

*[Wobei, mindestens eins muss doch schon an dieser Stelle preisgegeben werden: Für die prächtige Aufnahme des - nunja: nicht ohne Hintersinn der Peinigung preisgegebenen Hausgeräts hat in diesem Fall dessen Kontrukteur selbst gesorgt, was dementsprechend mit einem Extra-Dankeschön kreditiert werden soll!]

SGMK & HOME MADE - DIY LABOR ROMAINMOTIER 2010

Von miss.gunst am 09.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.08.10

Gartenschau

rma-aslg-ksw.gifNach einer guten Woche mit der Muse und dem Geist des Ortes, frohem Frickeln, Löten, Schrauben, Biegen und Bauen lässt sich doch so einiges Vorzeigen, was derweil entstanden ist.
Also laden die BastlerInnen für einen Nachmittag zur grossen Gartenschau...

... durch die wir für heute erst einmal zwecks Einnahme einer möglichst authentischen BesucherInnenperspektive in (zugegeben: simulierter) heiliger Ahnungslosigkeit schlendern, um den einen oder anderen neugierigen Blick auf das zu werfen, was sich nun beispielsweise schüchtern im Laub verbirgt... dabei allerdings - im stummen Standbild leider nicht zu hören - recht forsche Klopfgeräusche von sich gibt:

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Ein paar Schritte weiter eine nur auf den ersten Blick diskretere Botschaft (klar, dieser attraktive Apparat hat auch mit Klang zu tun - aber anders als mancher nun vielleicht meinen mag: es handelt sich nicht um eine kleine Schimpfmaschine...):
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Ah, alte Bekannte: Das sind natürlich Bötchen aus dem Hause Drawe/Schüler (und wie man sehen kann, wächst die kleine Schar noch weiter)...
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Aber was das wohl ist? Mindestens eins können wir schon mal verraten: Das Licht, das Licht, das braucht es eigentlich nicht...:
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... wo es indes gebraucht wird, schummert, blinkt und glitzert es selbstredend ebenfalls ...
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... aber meist doch viel intensiver in der Finsternis:
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Dies wiederum leuchtet im Dunkeln musterhaft mit Tageslicht:
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Hier geht es eher um unsichtbare Kräfte...
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Hier hingegen...
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...wird Unsichtbares sichtbar und Sichtbares unsichtbar gemacht:
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Nicht weniger rätselhaft, was derweil draussen spriesst:
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Soviel wollen wir aber doch verraten: Das geheimnisvolle Gewaschel gehört zu einer grösseren Maschine...
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... die schöne Schildchen machen kann:
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Und wie das (und alles andere, was wir für heute erst mal nur als Bildchen begucken) im Sinne des/der jeweiligen ErfinderIn funktioniert, das schauen wir uns dann - ebenso wie weitere Projekte - in den nächsten Tagen noch genauer an...

SGMK & HOME MADE - DIY LABOR ROMAINMOTIER 2010

Von miss.gunst am 06.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.08.10

Bötchen basteln

usjdbt-ksw.gifSolar Bewegtes funktioniert selbstredend nicht nur auf dem Festland - gerade im Sommer lockt schliesslich auch der Wassersport. Dazu haben Jördis Drawe und Uwe Schüler diesmal ein Gemeinschaftsprojekt ausgeschrieben: Kleine Paddelbötchen basteln.

Grosses Vorbild für die Bötchen sind jene kleinen Insekten, die man Wasserläufer sind. Gedacht ist also nicht an einen kontinuierlich tuckernden Aussenborder, sondern eher schon an eine Bewegung, die unstet erfolgt - genau das Richtige für eine Variation der nach dem Prinzip der Sonnenesser gelöteten Klang- und Jammermaschinchen, wie sie bereits während der ersten HOME MADE Laborwoche 2005 in Romainmotier entstanden sind!

Die Basis stellen just jene kleinen Platinen, die im Workshop mit Michael Egger entstanden sind:

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Ebenso essentiell: Ein kleiner Motor, welcher dann die Dreh- (und spätere Paddel)bewegung vollführt. Auf diesem Bild gibt es ihn sogar in zwei Varianten zu sehen:
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Auf die Achse des favorisierten Zylindermodells wurde hier zu Test- und Demonstrationszwecken ein Fähnlein gesetzt, das - sobald man dem Motor Energie liefert - winkt. Hin...
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... und her ...
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... und her und hin (usw.).
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Damit's dann wirklich etwas wird mit der Bewegung, braucht es natürlich noch ein paar Teile mehr: Neben der Platine und dem Motor eben auch Drähte, einen Kondensator und das kleine Solarpanel, das für die Energiezufuhr sorgt:
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Und so schaut ein fertig zusammengelöteter Basisbaustatz für den kleinen Wasserkrabbler bzw. Paddler aus (war übrigens gar nicht so einfach zu fotografieren, weil sich das Ganze wirklich gleich fleissig bewegt):
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Fehlt nun noch der Unterbau, da der Krabbler ja eben nicht krabbeln, sondern auf dem Wasser paddeln bzw. schwimmen soll. Dafür eigenet sich sehr gut Styropor.
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Und dann muss der kleine Motor mit wasserantriebstauglichen Extensionen versehen werden. Da sind der Phantasie an sich nur die Grenzen der Physik gesetzt - hier wird zum Beispiel eine Art Propeller aus Plastiktrinkbecher ausprobiert:
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Stück...
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... um Stück ...
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... entsteht so ...
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... in denkbar liebevoller Handarbeit: Boot ...
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... für Boot.
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Bzw. Bötchen für Bötchen. Wobei eines niedlicher als das andere ist.

Klein sind die Kleinen aber vor allem anderen aus einem Grund - demselben, nach dem sich auch das Bauprinzip mit einfachen Haushalts- und Abfallmaterialien bemisst: Sie sollen - mit Platine, Mini-Solarpanel und alter Mobiltelefonsummer plus Schnellkurs im Paketchen - für Kinder nachbaubar sein. Am einen oder anderen Detail muss zwar noch gefeilt werden. Aber ansonsten sieht man doch jetzt schon: Das funkt und wird fein!


SGMK & HOME MADE - DIY LABOR ROMAINMOTIER 2010

Von miss.gunst am 05.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.08.10

Sequencer mit ...

ojsqr-ksw.gifDen ersten Prototypen von Oliver Jäggis Sequencer gab es vergangenes Jahr im Tessiner HOME MADE-SGMK-Lab zu beäugen.
Wie man nun sehen kann (und auch schon in praktischer Anwendung bei abendlichen Jams hören) konnte, hat sich inzwischen Einiges getan...

Während man sich letztes Jahr um diese Zeit noch auf wenige Regler bescheiden musste, glänzt die aktuelle Version im eleganten Zweireiher:

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Ein bisschen Verstärkung braucht es natürlich auch. Schliesslich soll die Musik, die dem schicken Retro-Synthie entlockt wird...
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...ordentlich wuppen. Aber dazu kommen wir gleich noch, denn erst gilt es einen Blick auf's Innenleben zu werfen, welches sich von Aussen im halbtransparenten Gewande einer Frischhaltedose noch recht geheimnisvoll präsentiert:
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Aber was ist das?
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Was dort durch die Plaste schimmert, gehört doch ganz sicher nicht in einen Sequencer hinein. Wie auch die Inspektion seiner Innereien belegt:
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Ja da schau her: Es gibt nun auch eine passende Box, welche die zünftige Beschallung der Umgebung sichert...
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... und zu der auch besagtes das eben beschaute zweite Innereien-Ensemble passt:
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Noch viel rätselhafter scheint freilich, was dort droben kess auf der Schallmembran hockt - und, was fotografisch leider schwer festzuhalten ist (bzw. einfach nur unscharf wird), fröhlich mitwippt, sobald diese schwingt:
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Die Vogelperspektive mag Übersicht suggerieren, trägt aber wohl nicht wirklich zur weiteren Aufklärung bei...
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... indes die Nahansicht zeigt: Es handelt sich um ein Fähnlein mit einer Spiegelscherbe, die auf einer Feder sitzt.
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Und gern erläutert uns auch der Erbauer selbst, wie dieses schöne Surplus seines Sequencers funktioniert (am liebsten natürlich des Abends beim Konzert in der Praxis, aber da wir hier das Ganze nun im Tageslicht betrachten, auch mal so):
Lenkt man ein Laserlicht auf die Scherbe, sorgt das Spiegelfähnlein für die Lightshow. Selbstredend perfekt im Takt!
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SGMK & HOME MADE - DIY LABOR ROMAINMOTIER 2010

Von miss.gunst am 04.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.08.10

Einfach ätzend

mepla-ksw.gifEinfach mal so richtig ätzend sein? Nicht ganz. Geht vielmehr darum, einfach mal die eigenen Platinen zu ätzen - denn die braucht es ja zum Basteln, wenn man zuvor auch schon eigene Schaltpläne entworfen hat.

Wie das Ganze funktioniert, führt uns Michael Egger von [anyma] vor (ja, zu [anyma] haben wir natürlich auch schon mehr im hauseigenen Archiv).

Also, am Anfang ist also der Masterplan für unsere Platine - erstellt am Rechner und testweise erst einmal auf schlichtes Papier ausgedruckt.

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Schaut gut aus? Dann drucken wir als nächstes doch mal auf Folie:
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Die wird mit der rauhen Seite nach unten auf den Platinen-Rohling geklebt - und damit das schön hält, zwischen zwei Glasplatten gepresst.
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Ah, nicht vergessen: vorher werden dem Rohling die überstehenden Kanten abgeschliffen und natürlich die Schutzfolie abgezogen - was hier nochmal im Materialbeispiel festgehalten ist.
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Zurück zu unserem Sandwich mit dem Rohling, das nun als nächstes im UV-Belichter belichtet wird (im Bild der cremefarbene Kasten):
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Und damit auf zur Foto-Chemie. Zur Entwicklung braucht es ein Wannenbad in Natronlauge...
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... plus Wasserbad zum Nachspülen ...
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... und dann geht's ab in die auch optisch äusserst attraktive Anlage...
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... zur Oxidation mit Natriumpersulfat.
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Voilà:
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Nun heisst es noch ein wenig warten. Das versammelte Publikum guckt und staunt...
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... bis das nach vollendeter Prozedur die wunderschön geätzte Platine entnommen werden ...
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Halt! Da fehlt doch noch etwas... genau:
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- man sollte natürlich stets gut gerüstet ans Werk gehen! Also nochmal: ... so dass nun die glorios geätzte Platine dem Bade entnommen...
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... nochmals gewässert ...
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und dem versammelten Publikum präsentiert werden kann.
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Vielleicht noch mal mit Aceton den restlichen Lack von der Platine wischen?
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Das Ergebnis ist jedenfalls derart heiss begehrt...
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... dass man um Nahsicht regelrecht ringen muss ...
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... na also, geht doch:
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Anschliessend lässt sich das Ganze dann noch in mundlötgerechte Portionen schneiden, klar. Lecker:
mepla-18a.gif

Und so prächtig sieht eine fertige selbstgeätzte Platine aus der Nähe betrachtet aus:
mepla-18b.gif

Ja, das ist - wie am Branding zu sehen - keine aus dem obig dokumentierten Schauexperiment. Sondern eine aus der Mechatroniker-Kiste. Aber, eben: Der Möglichkeiten sind letztlich keine Grenzen gesetzt. Und nun geht's ans Löten, oder?


SGMK & HOME MADE - DIY LABOR ROMAINMOTIER 2010

Von miss.gunst am 03.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.08.10

Schöner Zwitschern

rsbcb-ksw.gifVon Vogelstimmen und von Zwitschermaschinen war an dieser Stelle schon öfter zu lesen. Nach dem Motto "(Noch) Schöner Zwitschern" hätten wir heute nun einen Vorschlag zum Selberbauen, mit dem sich nicht nur die Herzen von BastlerInnen gewinnen lassen. Sondern im Anschluss sicher auch die ganzer Vogelscharen.

Wie das geht, kann man bei Ralf Schreiber lernen - den treue LeserInnen erst einmal als passionierten Scheinwerfer mit dem Overheadprojektor (bzw. zusammen mit Christian Faubel von derstrudel als Erbauer der quirligen Overhead-Bots) sowie ansonsten als erfolgreichen Züchter kleiner, Sonnenlicht verspeisender Teile namens living particles kennen.

Letztere zwitschern natürlich auch - aber in diesem Fall kommt's grad nochmal besser, weil einfacher, denn: Die Konstruktion der Zwitschermachinchen, die heute vorzustellen sind, erfordert keinerlei Elektronik- oder gar Programmier-Kenntnisse. Und eignet sich insofern bestens als fruchtbringende Beschäftgung für all jene, die gerade mal des Bildschirms und/oder des Lötzinngeruchs müde sind.

Nehmen wir also - ja genau: Ein Stück gut Holz. Bewährt hat sich Buche von der Stange.

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Das wird (wie oben bereits im Ergebnis zu sehen) erstens zurechtgesägt auf ein Stück von ca. 5 cm Länge...
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... und hernach mittig durchgebohrt. Und zwar muss das Loch genau so gross sein, dass eine dieser schönen Messingschrauben hindurchgeführt werden kann.
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Schaut dann so aus:
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Und weil's so schön war, setzen wir den Bohrer dann gleich nochmal an:
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Aber Obacht, diesmal darf es nur an einem Ende eine zylinderförmige Mulde werden - wie's am Ende ausschauen soll, erahnt man übrigens auch schon mit Blick auf's allererste dem Bild. Passen soll die Mulde nämlich für die Messingkugeln mit Sackgewinde, welche man oben zusammen mit den Schrauben sieht.
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Die Kugeln werden nun ebenfalls mit einem Loch versehen, durch welches dann noch ein Drahtring zum Zweck des Zugriffs und der Befestigung geführt wird (Tipp von Ralf: beidseitig anbohren statt durchbohren ist noch einfacher und taugt auch):
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Hernach wird alles - Schraube zu Mutter - so zusammengefügt, dass unsere kleine Zwitschermaschine fast fertig ist.
Zwitschern kann sie jedenfalls schon.
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Aber es klingt noch nicht so schön?
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Füttern wir unser Ersatzvögelchen doch mit ein bisschen Kolophonium. Und weil's nun wirklich ziemlich echt tönt, bekommt es noch einen Ring, damit es nicht davonfliegen resp. nicht so einfach verschütt gehen kann (dafür biegen wir den Draht zurecht und führen ihn durchs vorhin schon mit Vorbedacht gebohrte Loch ;))
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Fertig!
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Ja, man mag gar nicht aufhören mit dem Zwitschern, so gut liegt das Maschinchen in der Hand.
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Das Allerbeste aber: Dieses schlichte schöne und schön schlichte Prinzip lässt sich selbstredend weiter verfeinern und variieren. Mit Messingkugeln und schmalem Holz:
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... oder dickem Zapfen und dafür teilverzinkten Schrauben ...
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... oder mit Hubmutter, Gegengewinde und Feder ...
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... oder einer echten Aufziehschraube...
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... oder ... oder ... oder. Kurzum: Hölzchen hier und Schraube da - fertig ist die Zwitschermaschinchenschar:
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Oben rechts im Bild übrigens die Mutter des den modernen Vogelrufholzes: das legendäre Audobon Bird Call. Das natürlich jede/r Zwitschermaschinen-FreundIn in jedem Fall in der heimischen Voliere haben sollte, sowieso...


SGMK & HOME MADE - DIY LABOR ROMAINMOTIER 2010

Von miss.gunst am 02.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.08.10

Zukunftsmusik

mdagh-ksw.gifZukunftsmusik? Was darunter zu verstehen ist, mag eine Definitionssache sein. Ebenso, wo und wie sie gespielt wird.
Eine ganze Sammlung konkreter Vorschläge gibt's tatsächlich gerade an einem dafür denkbar geeigneten Ort zu bestaunen.

Nämlich in der Maison d'Ailleur - dem wenn nicht sogar weltweit, dann sicher aber schweizweit einzigen Museum, das der Geschichte und Gegenwart der künstlerischen und literarischen Zukunftsvisionen gewidmet ist.

mdagh-g.gifDort läuft derzeit (und, tja: leider nur noch bis einschliesslich des heutigen Sonntag, 01.08.10) die Ausstellung "Galactic Hits - Musique et Science Fiction", die sich nicht nur auf anschauliche, sondern - dem Thema angemessen - auch auf anhörbare Weise mit Zukunftsmusik(en) befasst. Also all dem, was musiktechnisch bzw. -technologisch und musikalisch bzw. kompositorisch einst nach Zukunft geklungen hat oder klingen sollte.

Als Zukunftsmusik transportierende UFOs fungieren dabei ausgerechnet jene Tonträger, die heute bereits eine Aura von Nostalgie umflort: Schallplatten. 324 Stück an der Zahl (nicht, dass wir sie gezählt hätten, da verlassen wir uns ganz auf die offiziellen Verlautbarungen des Hauses), Rille um Rille ein Archiv der Klänge, die Bilder ferner Welten in die Köpfe zaubern sollten.

Und das im Grunde nach wie vor können.
Denn gerade KlangbastlerInnen stimmen sicher jederzeit in das Motto ein, das wir an sich aus der netten Nachbarschaft der Radiozukunftsforschung kennen:
Was ist (und sein wird), werden wir hören...

Von miss.gunst am 01.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)