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02.09.10

Das gute alte Radio (mit WRT)

brdcsc-ksw.gifKaum zu glauben, aber wahr: Nach wie vor wird die Altersfrage gestellt. Ohne mit der Wimper zu zucken vernehmen wir das Reden von "neuen" Medien (ja, was ist 2010 damit wohl gemeint?). Und klopfen solchen, die an sich längst nicht mehr dieselben sind wie Anno Dazumal leutselig auf die imaginäre Schulter: He. Du armes altes Medium. Lange wirst Du's aber nimmer machen...

Oder? Nunja. Indes nebenan in Linz die ars electronica - also ein altgedienter Hort besagter Rede vom Neuen und einer, an dem man sich tatsächlich jede Menge Neuigkeiten in Sachen Kunst mit neuen elektronischen Medien abholen kann - ihre Tore öffnet (in diesem Jahr sogar Fabriktore - die ars logiert nämlich in der ehemaligen Linzer Tabakfabrik), wird in Wien die Frage nach der "Zukunft der alten Medien" gestellt.

"THE FUTURE OF OLD MEDIA" ist die Abschlusskonferenz eines (EU-)Projekts betitelt, dessen Name an sich schon etwas seltsam anmuten kann: "BROADCAST MEDIA SCULPTURES". Und der mittelbar tatsächlich auch an einen mittlerweile schon klassischen Mediendiskurs anknüpft - als Video in der Kunst an den Start ging, war tatsächlich von "Videoskulptur" die Rede (ein kluger Schachzug von Wulf Herzogenrath, um einem Medientechnologien gegenüber tendenziell sträubsamen Publikum Arbeiten ans Herz zu legen, bei denen sich TV-Monitore stapelten etc pp - was heute schon fast nostalgische Gefühle hervorrufen kann, war damals nicht so ohne Weiteres als Kunst zu vermitteln).

Aber zurück zur Sache: Bei "BROADCAST MEDIA SCULPTURES" gings nicht um zu Stelen gestapelte Radiogeräte, sondern um künstlerische Ansätze, mit Medienfomaten zu arbeiten, die das Prinzip der Sendung in den Raum übertragen und damit auch in die dritte Dimension (und um alle möglichen Fragen, Potentiale und Probleme, die bei einem solchen Vorhaben entstehen - Ausführlicheres dazu ist der Projektbeschreibung zu entnehmen).
Und da die InitiatorInnen und MitstreiterInnen des Projekts aus der (Kultur- und Kunst-)Radio-Szene kommen - das wunderbare Wiener Radio orange94.0 Vienna ist Gastgeber und hochgeschätze KollegInnen aus dem radia.fm-Netzwerk wie resonance London sind mit von der Partie - spielt(e) Radio hierbei eine denkbar zentrale Rolle.

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So eben auch nun zur Abschlusskonferenz, die heute (02.03.10) und morgen im Wiener Werkstatt- und Kulturhaus WUK stattfindet. Wobei die eingeladenen KonferenzteilnehmerInnen und KünstlerInnen wohl vor allem anderen zeigen werden, dass (und wie) Radio nicht nur höchst präsent, sondern auch zukunftsfähig sein kann.
Insofern: Nachfragen darf man natürlich und dabei rrrrhetorisch Radio als olle Medientante bezeichnen. Besser jedoch, wenn man dazu auch gleich praktisch mit ein paar guten Debatten, Antworten und Perspektiven aufwarten kann. Weshalb es dann am Samstag, also dem 04.09. zu guter Letzt noch ein rauschendes Fest mit zahlreichen künstlerischen Beiträgen gibt. Schaut also nicht danach aus, als würden wir da zu einem Leichenschmaus geladen.

Und falls es noch einen guten Grund brauchen sollte, weshalb wir nicht auf Radio verzichten wollen: Bei der ISEA RUHR 2010 (s. auch die Einträge im hauseigenen Log.Buch) gab es vergangene Woche vor Ort in Essen, Dortmund und Duisburg jede Menge Klangkunst zu erleben. Weitgehend nur für jene, die sich an den entsprechenden Koordinaten befanden - Ausnahme war das Konzert von Mudboy und Fennesz donnerstags in Dortmund, das noch in derselben Nacht zur üblichen Klangkunst-Stunde bei Deutschlandradio Kultur über den Äther bzw. in den Webstream ging.

Da wir im Konzerthaus sassen, seinerzeit ohne den obligaten Webradio-Tipp - aber dafür sind wir heute zur rechten Zeit zur Stelle: Um 0:05 Uhr wird bei Deutschlandradio Kultur Klangkunst nun noch einmal mit "Ruhrtronics" eine Stunde Klangkunst von der ISEA ausgestrahlt. Also (zumal das ja sowohl von Linz als auch von Wien aus geht): Seid dabei!

Von miss.gunst am 02.09.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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