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09.09.10

Schwarze Kiste (@ ISEA2010)

vfndbb-ksw.gifEigentlich ist das, was man eine Black Box nennt, für FreundInnen der DIY-Kultur und des Selberbastelns ja eher am anderen Ende der Fahnenstange angesiedelt.
Aber genau das macht geheimnisvolle schwarze Kisten eben trotzdem interessant.

Einmal ganz abgesehen davon, dass man sich ganz generell fragen kann, wie eine Black Box vom Prinzip her funktioniert (und möglichen Antworten aus systemtheoretischer Perspektive nachgehen kann), ist es doch immer wieder erquicklich, solchen Fragen Aug in Auge mit einem Anschaungsobjekt nachzugehengrübeln.

Dazu gab's auch bei der ISEA2010 RUHR eine schöne Gelegenheit. Zu den Exponaten der Ausstellung "Trust" im Dortmunder HMKV zählte nämlich auch eine ebensolche: Verena Friedrichs 2007 begonnenes Langzeitprojekt ENDO.

Schon der ersten Anmutung her wirkt ENDO dabei wir die perfekte Black-Box für eine digitale Kultur, die digitale Technologien zum einen vorzugsweise mit slickem Hardware-Design assoziiert und zum anderen mit allen Vor- und Nachteilen einer potentiell ubiquitären Datenerfassung sowie -speicherung zu tun hat.

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Nachzudenken gilt es mit Blick auf Letzteres natürlich vor allem über die realen Enden lang tradierter Allmachtsphantasien und -phantasmen. Und dazu gibt uns Friedrichs Black Box allen Anlass.

Denn: Im Paket mit dem ästhetisch an sich hocherfreulichen Anblick wird die Information geliefert, das handliche Kistchen sei im Inneren bis an den Rand mit Technologie vollgepackt: Mit einem Mainboard und einem Terabytes fassenden Speicher, dazu Sensoren satt, die kontinuierlich alle möglichen Daten von Lumen über Luftfeuchtigkeit, Bewegung und Akustik bis zur GPS-Positionierung erfassen. Locker formuliert: Dem Motto folgend "Immer rein damit und Klappe zu". Nur dass sich das eben schlecht überprüfen lässt - denn aus der Box dringt weder ein Mucks noch sonst etwas heraus, hineinschauen kann man naturgemäss auch nicht. Und ob sie denn jemals geöffnet wird, um das eine oder andere Datum aus dem Speicher auszulesen...

Tja. Fast wie im wirklich Leben (man möchte fast ergänzen: im Allgemeinen und insbesondere, wenn man an die Politik denkt, wie sie mancherorts betrieben wird): Es wird uns weder Einblick gegeben noch sind uns irgendwelche Gewissheiten vergönnt. Und das soll man mit Vertrauen würdigen? Eben.

Von miss.gunst am 09.09.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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