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28.11.10

Dev Camp & Sensorfest (@ Mediamatic)

mmdvc10-ksw.gifEigentlich sollte es ja längst mit den Berichten aus dem Kasseler interfiction-Lab weitergehen. Aber dann ist doch noch eine Veranstaltung andernorts in den Radar geraten, die derart interessant ist, dass sie unbedingt im Log.Buch notiert werden muss.

Bastelnd geforscht wird natürlich auch anderswo - und so gab es just in jenen Tagen, da sich in Frankfurt noch alles um die NODE10 drehte, bei Mediamatic in Amsterdam, die aktuelle Ausgabe des Medimatic Dev Camp.

Die Niederländer der umtriebigen Medienorganisation betreiben derlei auch bereits seit einigen Jahren und laden jeweils zu einem ausgewählten Thema passionierte esp. talentierte FreundInnen des kreativen Frickelns ein, die dann innert weniger Tage etwas präsentables entwerfen, löten und bauen sollen.

Diesmal drehte sich unter dem klangvollen Titel IkSentric alles um Sensoren und darum, was man hiermit in Sachen Interaktionsdesign so alles anstellen kann. Fünf Tage (und Nächte) lang legten sich die TeilnehmerInnen ins Zeug, um dann am Ende in einem dreitägigen Salon, dem Sensorfest, die Ergebnisse zu präsentieren.

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Schön und gut, aber leider Schnee von gestern? Nun: Diesmal wurde das Dev Camp von einem IkSentric Blog begleitet, der mit Berichten, Interviews, Fotos und Videos ausführlich Einblick gibt.

Dokumentiert sind ausserdem nicht nur die tollen Ideen, mit denen die beteiligten BastlerInnen in den Workshop gestartet sind, sondern auch die Werkzeuge bzw. Materialien sowie natürlich die Projekte, die dann anschliessend realisiert worden sind.

Kurzum: Es lohnt sich wirklich, auch im Nachhinein mal beim Mediamatic Dev Camp'10 hereinzuspitzen...

[Bildchen: Leider keins vom Dev Camp - denn auch wenn das Blog eine CC-Lizenz hat, sind die Fotos bei Flickr doch alle mit einem unmissverstaendlichen (c) versehen. Daher haben wir als Notlösung einfach einen unserer ifi-Camp-Arbeitstische in Mediamatic-Pink gefärbt. Passt schon, denn es ging ja ganz ähnlich zur Sache...]

Von miss.gunst am 28.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.11.10

Eine Frau mit ihrer Katze

mmh-fmk-ksw.gifWie wäre es zwischendurch mal wieder mit einem Projektchen, an dem sich jede/r, der oder die dazu lustig ist, beteiligen kann?
Aber sicher, da hätten wir eins.
Und keine Sorge: Dazu braucht es keine Katze, und auch eine Frau muss man weder haben noch sein.

Gefragt sind vielmehr ein Mann und sein Hund.
Die sollen gezeichnet und dann an Thomas Slater geschickt werden, der selbige für sein gleichnamiges Projekt sammelt und auf dessen Blogseite publiziert.

Also ganz einfach eigentlich - zumal handwerkliche Fertigkeiten oder besondere Begabungen nicht zur Voraussetzung für die Veröffentlichung gemacht werden, wie sich an den bereits vorhandenen Einreichungen erkennen lässt.

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Indes es selbstredend auch aus anderen Gründen schwerfallen kann, sich zu beteiligen. Beispielsweise wenn einem einfach nicht der Sinn danach steht, die Menge der Männer mit Hunden weiter zu mehren* resp. weil man die Äuglein lieber an Frauen und ihren Katzen oder Kaninchen oder oder weiden will.

* Warum? Nun, weils eh genug hat. Ein kluges Wort dazu gefällig? Auch da hätten wir eins parat: "you are you because your little dog knows you you cannot make a masterpiece and that is all of that." Gertrud Stein. In "Everybody's Autobiography". Sie hatte übrigens eine Frau und eine Katze. [Jaja, auch einen Hund. Aber darf heute mal woanders spielen.]

[Bildchen: w.z.b.w.]

Von miss.gunst am 25.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.11.10

Lichtmusik am eigenen Leib

msdbzh-ksw.gifWährend in Frankfurt bei der NODE10 die VVVV-Gemeinde in digitaler Klang-Bild-Generation schwelgte und sich von Ralf Schreiber und Christian Faubel zeigen liess, dass man mit Overheads AVJing auch analog und analogital betreiben kann, wurde in Basel und Zürich wiederum an Performance-Tools gebastelt, die nochmal ganz andere Möglichkeiten eröffnen.

msdbzh-g01.gifNämlich selbst als bewegliches Instrumemt den Raum zu erobern.

Mika Satomi, die zusammen mit ihrer kobakant-Kollegin Hannah Perner-Wilson schon 2008 im Rahmen des Zürcher diy*together-Festivals einen gut besuchten bzw. ausgebuchten Workshop zu Wearables angeboten hatte, war dieses Wochenende auf Einladung von digital brainstorming erneut in der Schweiz zu Gast. Im Basler [plug.in] und im Zürcher Walcheturm zeigte sie, wie man vergleichsweise einfach und mit geringstem finanziellen Aufwand selbst ein schickes Shirt kreiert, das bei hinreichender Licht- bzw. Energiezufuhr über Solarzellen mobile Musikproduktion ermöglicht.

msdbzh-g02.gifUm dann noch in Richtung Lichtmusik aufzurüsten, muss man an sich nur noch LEDs in den Stromkreis integrieren. Für ein veritables Vjing-Shirt bzw. ein Vjacket - das dann allerdings nicht blinkt und klingt, sondern Video bei der Performance steuert - hat kobakant-Kollegin Hannah Perner-Wilson sogar eine Anleitung bei instructables eingestellt. Die fällt natürlich doch schon etwas komplexer aus.

Wenn Bild un Ton indes nicht unbedingt snychronisiert werden müssen, tut's selbstredend auch ein schönes Kleinod zum Anstecken wie Perner Wilsons "Wearable Waste of Energy" (s.a. die Anleitung dazu bei instructables).

Bilder und mehr zu den beiden Schweizer Workshops gibt's nicht nur bei kobakant, sondern auch im digital brainstorming-Blog - wo sich zudem auch ein podcast-Interview mit Mika Satomi anhören bzw. herunterladen lässt.

[Bildchen: Pinkfarbenes Klangshirt frisch aus der Werkstatt, von Dominik Landwehr - von dem auch Bericht und Podcast bei digitalbrainstorming stammen - am Sonntag in Zürich aufgenommen. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 22.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.11.10

Overheads in Concert (@ NODE 10)

n10-sfoh-ksw.gifEigentlich hätte der Bewegungsmelder schon am vergangenen Samstag rappeln müssen, was das Zeug hält. Da gab es nämlich beim Kasseler Dokfest Gelegenheit, einem Konzert von Kunst und Musik mit dem Tageslichtprojektor beizuwohnen.

Tina Tonagel, Ralf Schreiber und Christian Faubel - des Tags bei interfiction fleißig am frickeln - gaben sich abends in der Dokfest-Lounge die Ehre.
Und der großen Dokfest-Party mit einer Variation auf das in Romainmôtier entwickelte Format - diesmal in neuer Konstellation, anstelle der Parallelprojektion mit im Raum verteilten Lichtinseln - einen denkbar zünftigen Auftakt.

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Für die NODE10 gab es nun wiederum ein ganz neues Set; allein schon, weil die Dritte im Bunde andernorts verpflichtet war und nicht mit nach Frankfurt kommen konnte.
Aber auch, weil der Abend selbst in direktem Anschluss an die NODE Patcher Kutcha-Sessions (und in schöner Forschungswochen-Tradition) als experimentelles Werkstatt-Konzert firmierte.
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Weil wie schon zuvor in Kassel auch in Frankfurt das Laboratorium derart summte und brummte (was erstmal als Bild gemeint ist, in medias res selbstredend aber auch beim Wort genommen werden kann), war für Extra-Annoncen im Log.Buch das eine wie das andere Mal leider keine Zeit. Dafür gibt's eben gleich ein paar Bildchen von Sause.

Obig kurz vor Beginn und der mit dezentem Schattenspiel die Spannung erhöhende Beginn. Sodann der eine....

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... wie der andere Overhead-Instrumentalist bei der Arbeit:
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Und schliesslich noch eine mitten aus dem Konzert gegriffene Impression - leiderleider ohne Ton ....
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Von miss.gunst am 19.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.11.10

NODE10 lädt ein...

nd10lg-ksw.gif... in den nächsten Tagen mit dabei zu sein, wenn sich Nerd, Newbies und Neugierige in Frankfurt am Main zu Workshops, Vorträgen, Ausstellungen und Performances zusammenfinden.

Ausgangspunkt für alle diese Aktivitäten ist VVVV, ein OS Toolkit für digitale Videoproduktion und -steuerung, das 1998 aus der Frankfurter Werkstatt von meso hervrgegangen ist. Zum zehnjährigen Jubiläum - also 2008 - beschloss die wachsende VVVV-Fan-Gemeinde, ihr Netzwerk zum Knoten zu vedichten. Und gab dem Vorhaben gleich einen passenden Namen: NODE.

Nachdem schon NODE08 mit einem ziemlich beeindruckenden Programm aufwarten konnte - fast eine ganze Woche Workshops rund um VVVV für die Aktiven, tägliche Vortrgs-Inserts und ein Symposium sowie Installationen von KünstlerInnen an verschiedenen Orten der Stadt - wird nun zur zweiten Ausgabe gleich noch mal draufgelegt.

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Zentraler Ort der NODE10 ist diesmal der Frankfurter Kunstverein. Dort finden nicht nur Teile der Workshops und das tägliche Abendprogramm mit Konzert-Performances und dem beliebten Patcher (sic!) Kucha statt, das den TeilnehmerInnen eine Bühne bietet, aus ihren aktuellen Projekten zu berichten.

Zudem gibt es eine Ausstellung zu sehen, für die NODE-Mitbegründer Eno Henze keinen Geringeren als Marius Watz (mehr im hauseigenen Archiv) als Ko-Kurator gewinnen konnte.

Das Thema "abstrakt Abstrakt - the systemized world" leitet sich zwar durchaus aus der Auseinandersetzung mit VVVV und dem ab, was VVVV leistet. Die Schau selbst aber greift sehr viel weiter und lotet einen Radius aus, in dem neben digital generierten Arbeiten beispielsweise auch deren Styroporblock um Styroporblock gefügtes Äquivalent analog 3D beeindrucken kann (s. John Powers' "Fat Bastard). Eine direkte Brücke zwischen beiden miteinander korrespondierenden Systemen bzw. Welten schlagen die kinetischen (Klang-)Installationen von Zimoun und Ralf Baecker (The Conversation , kongeniale Nachfolgerin des wunderbaren "Rechnenden Raums" - da wird es auch mal Zeit für eine eigene Ode resp. einen Eintrag in den Zettelkasten).

Und auch das ist noch nicht alles, denn es gibt mit der Diamantbörse bzw. NODE Deluxenoch einen weiteren Spielplatz, an dem wiederum nicht nur Workshops stattfinden, sondern auch noch eine zweite kleine Schau mit Arbeiten, die zuvor vom talentierten Nachwuchs eingereicht und dann von einer Jury ausgewählt worden sind.

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Plus, dann wieder im Kunstverein, am Samstag (20.11.10) noch einen ganzen Tag lang Vorträge und Symposium.

Kurzum: Gibt viel zu sehen, viel zu hören. Und eben nicht nur für VVVV-Nerds, sondern für alle, die sich für die kreativen Potentiale der Arbeit mit Progammen, Platinen, Systemen und Maschinen interessieren. Ein echter Netzknoten, an den man prima anknüpfen kann.

[Bildchen: Aus dem Cover des Node-Katalogs, in dem es neben Programminfos u.a. auch Texte zur allen in den Ausstellungen gezeigten Arbeiten gibt. Und der Festival-Pass, heuer mit Bändchen in leuchtendem Orange.]

Von miss.gunst am 16.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.11.10

Bewegliches Basteln (@ interfiction 2010)

ifi10-bb-ksw.gifKaum sind die Tische aufgebaut, die Werkzeugkästen und Materialkisten, die Rechner und die Schatzkästlein mit den Projekten im Werden ausgepackt, beginnt es bereits zu fiepen und zu knistern. Meist eher dezent an den Tischen, schon bald aber auch durchaus vernehmlich von vorn...

... wo nun nämlich die Beteiligten aus ihren Laboratorien berichten.

Kaspar König (mehr im hauseigenen Archiv) beispielsweise, der gerade aus New Orleans wiedergekommen ist, wo er zusammen mit Simon Berz (dito) gerade eine neue Folge der hier im Log.Buch bereits bei anderer Gelegenheit bejubelten Reihe 10x10 realisiert hat.
Bei 10x10 laden die beiden dazu ein, sie Tag um Tag mit neuen Schrott-Spenden zu beglücken, aus denen sie dann spontan neue Instrumente basteln, mit denen jeweils Abends zusammen mit lokalen Musikern aufgespielt wird.

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Nun ist Kaspar König - man denke nur an sein Klangfahrrad und sein Klangtennis - sowieso ein Spezialist für mobile Instrumente. Nach Kassel mitgebracht hatte er indes ein echtes Gadget, das sich unter anderem auch für Aufrufe zur Beteiligung an kreativen Basteleien bestens nützlich machen kann: Ein manipuliertes Megaphon, das stimmschonend eigene Aktivitäten entfaltet.

Genauer gesagt: Gleich drei Varianten, die quiekend und fiepend Toy-BenderInnen und InstrumentebastlerInnen zur Aktion auffordern. Dabei sehen sie doch, siehe oben, ganz harmlos aus. Oder?

Indes die versammelte Gemeinde eines derartigen Anstosses an sich natürlich gar nicht mehr bedurfte - sondern bestens gerüstet bereits am frickeln ist.

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An was? Na, das werden wir selbstredend noch in eigenen Einträgen erlauschen beäugen.
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Nur soviel sei schon mal verraten: Ein jedes der Bildchen gehört zu einem eigenen DIY-Gadget-Projekt...
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Von miss.gunst am 14.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.11.10

GADGETS-A-GOGO

ggagg-ksw.gifAlle Jahre wieder? Genau. Doch keine Sorge, es weihnachtet noch nicht - wiewohl die saisonale Bestückung der Supermärkte mit einschlägigem Kleingebäck uns selbiges wohl schon suggerieren möchte. Vielmehr hat, wie immer um Mitte November, das Kasseler Dokfest seine Pforten geöffnet. Und in diesem Zuge lädt auch interfiction wieder zum Austausch über aktuelle Bewegungen an den Schnittstellen von Kunst, Medien- und Netzkultur ein.

Und die Sache mit den Bewegungen darf heuer sogar beim Wort genommen werden: Thema sind nämlich tatsächlich bewegliche Teile.

ggagg-g01.gifAllerdings weniger solche, die in die Rubrik "Kinetische Kunst" fallen würden (wie das seinerzeit bei der gleichnamigen Ausstellung im Tinguely Museum der Fall gewesen ist, s. den Eintrag vom 26.05.05).

Vielmehr gehts um die ziemlich obsessive Beziehung, die wir zu jenen Objekten unterhalten, welche man in bestem Denglisch als "Gadgets" zu benamsen pflegt - kleinen beweglichen Teilen eben, die durch Technik, Design, Lust und Nutz bestechen und deshalb ganz offenkundig dazu prädestiniert sind, zu individuellen wie kollektiven Objekten des Begehrens zu werden.

Nämlicher Beziehung wollen wir nun anhand von Fragen wie den folgenden weiter auf den Grund gehen (bequemerweise mal als Eigenzitat direkt aus dem Basiskonzept kopiert):

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"Wen und was machen Gadgets mobil? Unter welchen Voraussetzungen, zu welchen Zwecken und – was nicht nur eine ökomomische Frage ist – um welchen Preis finden in ihnen unterschiedliche Konfigurationen von Hard- und Software zusammen? Wie wurden und wie werden Interfaces von und für Gadgets gestaltet – und wann bzw. inwiefern lässt sich sagen, das Gadgets selbst als Interfaces funktionieren?

In welcher Relation stehen dabei Funktionen und Design? Wie verhalten sich 'Nutz und Lust' bzw. Werkzeug- und Spielzeugcharakter zueinander? Welche Entwicklungen gibt es jenseits der von großen Herstellern dominierten Märkte? Welche Bedeutung besitzen Open Source-Technologien, Do-It-Yourself und 'Hacks' im weitesten Sinne in diesem Zusammenhang?

ggagg-g03.gifWelche Rolle spielen Gadgets in unterschiedliche soziokulturellen Kontexten und Gemeinschaften? Wie haben sich die Relationen zwischen Nerd- und Popkultur, Konsum und prosumer culture entwickelt? Welche Potentiale besitzen Gadgets für kreative Anwendungen – und welche speziell für die Kunst?"

Undsoweiter. Gegründelt wird wie immer bei interfiction nicht nur theoretisch, sondern vorzugsweise direkt aus der Praxis heraus. Weshalb es auch wieder ein DIY-Lab gibt - das in diesem Jahr, da fast alle Beteiligten mit Werkzeugkisten und Materialien anreisen, auch dezidiert dazu einlädt, nach dem Prinzip des DIY makeaway (ja, die SGMK ist auch wieder dabei) an einem GADGET-A-GOGO Marke Eigenbau zu basteln.

Von miss.gunst am 12.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.11.10

Schöne Schlaufen (@ Shift Festival 2010)

hrs-sss-ksw.gifUnd gleich noch ein Eintrag in unserer Rubrik "WieErfinden-und-Wiedersehen machen-gleichermassen-Freude".
Beides in Kombination war nämlich noch an einer weiteren Station der Ausstellung zum SHIFT-Festival zu erfahren.

Der ausgesprochen attraktive Schattenwurf, dessen man im untestehend wiedergegebenen Bildchen ansichtig werden kann, gehört nämlich zu - na, was wohl?

Genau: Einem Ensemble aus Kassetten - und zwar nicht irgendwelchen, sondern solchen, die Harold Schellinx (mehr im hauseigenen Archiv) für sein "Found Tapes"-Projekt gesammelt hat (s. a. den Eintrag vom 11.02.07).

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In Basel gab es dabei nicht nur die kleine Installation zu sehen, sondern am Samstag abend auch eine Konzert-Performance (s.a. den Kurzbericht dazu im SHIFTfestivalBlog - und obendrein stand Schellinx dann auch noch im Rahmen eines Lounge-Talks Rede und Antwort.

Im SHIFTfestival-Blog, dessen fleissige SchreiberInnen ihrerseits nochmal ein kleines Interview mit dem Kassettengeschichte(n)-Sammler und Tape-Komponisten geführt haben, verrät Schellinx übrigens nebenbei, dass er in Basel noch keine einzige verstossene Magnetbandschlaufe gefunden habe.

Was mehrere mögliche Interpretationen gestattet. Ist es nun so, dass sich die BaslerInnen schon derart lang von ihren Bändern verabschiedet haben, dass nicht einmal mehr der Abfall auf die vergangene Kassettenkultur verweist? Oder schätzen sie ihre Bänder im Gegenteil nach wie vor so hoch, dass keines weggeworfen wird?

Wäre vielleicht angelegentlich herauszufinden. Wir empfehlen eine Aktion, wie sie seinerzeit Christian Philipp Müller mit seinem Aufruf startete, alte Rechner im plug.in abzuliefern. Voraussetzung wäre, dass eben ähnlich auch Harold Schellinx mal mit einer Einzelausstellung zu Gast sein kann. Uns Fans der medienarchäologisch inspirierten Kassettenkultur würde das - zumal als zünftige Fortsetzung des Formats "WiedErfinden/Wiedersehen" - ganz sicher freuen!

[Ja, natürlich haben wir das Bildchen aus rein formatästhetischen Gründen gedreht. Die Schlaufen hingen bzw. hangen da, wie weiland der unselige Fallada...]

Von miss.gunst am 08.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.11.10

Analog Visuals Laboratory( @ Shift Festival 2010)

scshf-ksw.gifGerade nochmal nachgeschaut, aber tatsächlich: Eins der echten Highights der Ausstellung des diesjährigen SHIFT Festivals war gar nicht offizieller Teil derselben.
Nun, zu übersehen war es jedenfalls nicht...

Schliesslich hatten Michael Egger von anyma und Flo Kaufmann (mehr im hauseigenen Archiv) ihr Analog Visuals Laboratory direkt im Eingangsbereich zur grossen Ausstellungshalle aufgebaut - wo ihm in Sachen Anziehungskraft allenfalls noch die wie immer intensiv frequentierten Tische des DIY Makeway der SGMK den Rang ablaufen konnten.

scshf-g01.gifWenn überhaupt. Denn nachdem es im Sommer während der HOME MADE-Forschungswoche schon ziemlich spannend gewesen war, den beiden beim Basteln über die Schultern zu schauen, gibt es mittlerweile doch ziemlich sensationelle Forschritte in Sachen Synkies zu verzeichenen.

Worum es geht? Ja, tatsächlich um an- und natürlich auch nach vorn gewandte Medienarchäologie: Nämlich die Idee des analogen Echtzeit-Videosynthesizers, wie sie unter Pionieren auf dem Feld der elektronischen Kunst ab Mitte/Ende der 1960er Jahre kursierte.

Damals frickelten beispielsweise Nam Jun Paik und Shuya Abe am legendären Paik-Abe-Videosynthesizer. Aber dieses in der Kunstszene wohl prominenteste Projekt war mitnichten das einzige, wie uns die lange Liste der Videosynthesizer lehren kann, die David Eagan auf seinen phantastisch materialreichen Audiovisualizers-Seiten zusammengestellt hat.

Auf einige der auf dieser Strecke gesetzten Marksteine kann auch das Synkie-Projekt bauen. So beispielsweise auf die seinerzeit schon im Geist von OS-publizierten Dokumente zu Dan Sandins Sandine Image Processor oder die Funktionen des Spectre Colour Video Synthesizers.

Wie sich das Synkie-Projekt entwickelt, kann man nebenbei bemerkt auch ganz wunderbar über das Forschungs-Blog verfolgen, das Michael Egger auf den anyma-Seiten führt. Indes die beim SHIFT-Festival geschossenen Fotos, so bescheiden sie in ihrer Qualitaet auch sein mögen (ja, *seufz*), vielleicht schon einen kleinen Eindruck davon vermitteln können, wie gut das Ganze bereits funktioniert!

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P.S. Oh, Entschuldigung. Nach einigem Kramen haben wir dann doch noch den Ort entdeckt, an dem das Analog Visuals Laboratory im Programm Erwähnung findet: Ah, bei den Konzerten. Wer hätte das gedacht...


Von miss.gunst am 04.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)