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05.03.11
Geliebte Geräusche, Sound der Stadt
A propos Londoner Stadtklänge: Vor einigen Monaten hatten wir das Londoner Büro für Stadtklang vorgestellt, das sich als Behörde mit diesem Feld befasst. Es gibnt indes aber auch künstlerische Initiativen, die sich auf ihre Weise für das aurale Wohlbefinden der Bürger interessieren.
Anders als Behörden, die im Hinblick auf die Akustik des urbanen Raums traditionell eher die Aufgaben haben wie die, Messungen vorzunehmen und etwaigen Schaden vom Bürger abzuwenden oder zu begrenzen*, geht ein weiteres Projekt des im letzten Eintrag mit seiner "Sound Data Base" vorgestellten britischen Klangforschers Peter Cusack von der positiven Seite aus.
"Favourite London Sounds" will - wie der Name schon sagt - eben jene Klänge sammeln, welche die Bewohner der Metropole an der Themse positiv wahrnehmen bzw. nicht missen mögen.
Eine recht erkleckliche Auswahl dieser Lieblingsklänge lässt sich im Audio-Archiv der Seite erlauschen. Wer nun meint, es fänden sich dort vorzugsweise Vogelgezwitscher, Blätterrauschen im Hyde Park oder Themsewellengeplätscher: Nein, die Londoner pflegen ganz offenbar keine übermässige Neigung zum Klangidyll. Vielmehr sind es mehrheitlich ganz aus dem Stadtleben gegriffene Alltagsgeräusche, die hier versammelt sind. Und das entspricht sicher auch dem Charakter einer so vielfältig pulsenden Stadt sehr viel besser.
Als Klangporträt wurde 2001 denn auch mit ausgewählten Klängen eine CD produziert.

Kein Wunder, dass es inzwischen nicht nur von Cusack selbst initiierte Folgeprojekte in anderen Städten gibt, sondern auch KlangforscherInnen, die in seine Fussstapfen treten.
Wie beispielsweise das Projekt "My favourite Brussels Sound", das im vergangenen Jahr von Studierenden des RITS begründet wurde.
Auf den Webseiten selbst ist allerdings bis auf den Call und die Ankündigung einer kleinen Veranstaltungsreihe bislang nichts publiziert worden. Was die Frage aufwirft, ob die Brüsseler tatsächlich keine Lieblingsklänge haben - oder ob sie diese möglicherweise nicht so gern mit anderen teilen?
* Beiseit: Genau genommen müsse man das allerdings relativieren, wie ja nicht zuletzt das eingangs erwähnte Beispiel aus London belegt. Zwar können sich Städte dauerhafte Einrichtungen von Büros für Stadtklang selten leisten. Aber immerhin tragen doch viele Städte mit kommunalen Mitteln dazu bei, dass KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen Klangforschung betreiben können.
[Bildchen: Zugegeben - wir, die wir nicht in London gebürtig sind, hätten durchaus auch den Glockenschlag des Big Ben auf unserer lokalen Lieblingsklangliste. Für das wunderschöne Foto mit Nahansicht der Uhr zur vollen Stunde, das unserem Bildchen als Grundlage dient, danken wir herzlichst Wikimedia-Spender Robin Heymans, der sein Bild sogar der Public Domain überantwortet hat. Grand Merci!]
Von miss.gunst am 05.03.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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