« | Hauptseite |
07.03.10
Durchdrehen mit Strotter und Floka
Dass sie gerne mal durchdrehen, dürften wohl die wenigsten Menschen von sich behaupten. Durchaus anders verhält sich das im Fall von zwei Künstlern, die offenkundig eine ziemliche Freude am Durchdrehen haben.
Und diese Freude auch weitergeben.
Und das geht so: Der eine, nämlich Strotter - den wir ja bereits als eingefleischten Dreher und Fräser kennen (s.a. die zahlreichen Einträge im hauseigenen Archiv) - spielt seine mit allerlei durchaus brachialen Eingriffen manipulierten Schallplatten.
Was für sich genommen ja schon eine grossartige Konzert-Performance ist.
Der andere, also Floka bzw. Florian Kaufmann - seines Zeichens versierter Bastler bzw. Bricoleur Universel, der auf den kunstsinnigen Umbau alter Maschinen und Geräte spezialisiert ist (s. ebenfalls so einige Einträge im hauseigenen Archiv) - zeichnet die Klänge von Strotters Konzert-Performance auf.
Aber nicht etwa mit irgendeinem schnöden digitalen Recorder.
Vielmehr nimmt Floka hierfür seine eigene, umgebaute Rillenfräse in Gebrauch: Eine echte Schneidemaschine, mit der ehedem Vinyl in tönende Form gebracht wurde und mit der nun die Klangrillen auch auf ganz andere Dinge aufzubringen sind, die dann zu veritablen Tonträgern werden. Wie zum Beispiel Bierdosen, die sich dann natürlich auch wieder auf Turntables spielen lassen.
Die erste Edition der bespielte und spielbaren Bierdosen wie auch das erste Durchdrehen gab es seinerzeit während der HOME MADE Projektwoche 2006 in Solothurn - heute (07.03.10) Abend ab 20:00 Uhr zeigen die beiden im Cabaret Voltaire (ja genau: dort, wo derzeit auch die leicht abgedrehten Haushaltsgerätschaften von Stefan Doepner ihr programmatisch unruhiges (Un)Wesen treiben), dass ihnen das gemeinsame Durchdrehen nach wie vor Freude macht - und diese sich auch bestens weitergeben lässt.

Fotos, weitere Informationen und sogar ein kleines Ohrzuckerl
[Bildchen: Weil Fotos vom durchdrehen sowohl im eigenen Log.Buch als auch in der Nachbarschaft schon sattsam vorhanden sind, hier der Versuch, ein Schema der Aufzeichnung aufzuzeichnen. Schwierig - stimmt so natürlich hinten wie vorne nicht. Aber wenigstens ein ganz klein wenig...]
Von miss.gunst am 07.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.03.10
Bewegliche Raumklänge (WRT)
Eigentlich sind sie ja eine Gemeinheit: Da sich das Tier Mensch zu guten Teilen über die Akustik im Raum orientiert, sollten Klänge und Geräusche idealerweise mehr oder weniger fest verortet sein, während man sich selbst bewegt. Der Presslufthammer links (Abrücken zum Ohrschutz, nicht in die Baustelle stolpern), das Auto von rechts (besser mal stehenbleiben, wenn's eine Kreuzung ist)...
... und Nase voraus klappert die Mühle am rauschenden Bach, in der wir gern unser Päuschen machen wollen. Oder so ähnlich.
War allerdings eigentlich nicht anders zu erwarten, dass sich das technisch begabte Tier Mensch mit diesen gegebenen Verhältnissen auf Dauer kaum begnügen würde. Historisches Beispiel aus der Popkultur: Die Einführung des Surround Sound Cinema - war schon beeindruckend, im weichen Polster zu sitzen, indes einem beim Krieg der Sterne die Teile des Schwarzen Planeten auf einmal direkt um die Ohren flogen.
Richtig spannend wird es aber, wenn KünstlerInnen dann die Schraube noch ein bisschen weiterdrehen und die Raumklänge in eher unerwarteter Weise in Bewegung bringen. Wie zum Beispiel Anthony Moore, der für seine "Moving Sounds" Flüsse aufwärts fliessen lässt und alltagsübliche Bahnhofsgeräusche in schlurfende, verzwirbelte Klangteppiche verwandelt, die sich im Innenohr verdröseln.
Heute Abend um 23:05 bringt das WDR 3 open Studio Akustische Kunst die 2000 entstandene Arbeit im Surround Sound ins Radio. Und wer keine Zeit hat, zu besagter Stunde einzutauchen, kann sich die Sendung hernach sogar auf ein Gerät seiner Wahl laden und das Klangerlebnis nach Belieben nach- und wiederholen. Klasse, das.

[Bildchen: Auch eine Art Surr-(a)round Sound.]
Von miss.gunst am 05.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.03.10
Gute Seiten Festival
Gute Seiten gehören eigentlich in den Zettelkasten. Wenn allerdings Gute Seiten noch mehr Seiten zusammenbringen, um die besten Seiten zu prämieren, dann ist das ein vermeldenswerter Anlass.
Daher ausnahmsweise wie so oft nicht der Reihe nach, sondern eben dem Anlass gemäss: Das von Alain "rebel art" Bieber begründete Kiosk-Projekt Gute Seiten - wahrlich ein Mekka exquisiter Club Doré für LiebhaberInnen von in Klein- und Kleinstauflagen vertriebenen, oft in Eigenproduktion hergestellten und im Selbstverlag erscheinenden Kunst- und Künstler-Magazinen - lädt ab heute (03.02.10) für drei Tage zum Gute Seiten Festival in den Hamburger Kunstverein.
Auf dem Programm sehen neben der obligaten Messe für Artzines und -Zinesters nicht nur die würdevolle Verleihung des Gute Seiten Awards, bei dem von einer Jury daie beste Erscheinung des Jahres erkiest werden soll.
Angekündigt ist auch die sensationelle Ersterscheinung von SiebenLeben 7Live - eines des ersten Live Magazins seiner Art:
"Kein Papier, kein Online-Content, kein Abo – dieses Magazin existiert nur für eine Nacht, nur an diesem Ort! Unterschiedliche Autoren aus den Bereichen Mode, Musik, Kultur, Kochen, Sex präsentieren eine Reportage, eine Kolumne oder ein Thema in jeweils 7 Minuten. Alles in einer 75-minütigen Live-Show."
Mit dabei zur bzw. zuständig für die Einlösung des Versprechens sind... na, einfach ins a href="http://www.kunstverein.de/veranstaltungen/aktuell/20100305-livemagazin.php" target="_blank">Inhaltsverzeichnis schauen und sofort schwach werden... Kurzum: Klarer Fall von: Nicht verpassen bzw. Hingehen, wenn man denn kann!

[Bildchen: Ersatzvergnügen. Mit Seiten. Seh-n-süchtig das Gute Seiten Festival im Sinn. *seufz*
Und: Dochdoch, das haarig ausschauende Zeug sind tatsächlich Seiten. Aus Papier.]
Von miss.gunst am 02.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
26.02.10
Klangkunde mit Kubin (WRT)
Gleich noch ein Webradio-Tipp, und zwar ein akuter - aber da es hier ja auch immer wieder mal um Basiswissen geht, sollten sich Klangkundler und -bastlerInnen diese Lektion wirklich nicht entgehen lassen...
Kein Geringerer als der von uns bekanntlich sehr geschätzte Felix Kubin (mehr im hauseigenen Archiv) bestreitet nämlich am heutigen Freitag in der ersten Morgenstunde (26.02. um 0:05 Uhr) die akuelle Sendung in der Klangkunst-Reihe von Deutschlandradio Kultur.
Unter den vielversprechenden Titel "Säugling, Duschkopf, Damenschritte" wird uns "eine polymorphe Klangbibliothek" kredenzt werden. Na, da sperren wir natürlich neugierig die Lauscher auf!

[Bildchen: Ein guter Grund mehr, sich in dieser Sendung schlau zu machen. Unsere kleine Klangenzyklopädie fällt, wie schon ein kleiner Auszug belegt, doch eher etwas langweilig aus.]
Von miss.gunst am 26.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.02.10
Natur ruft - Tiere antworten (WRT)
Bevor es weiter um wissenschaftliche Experimentalbastelkultur wie DIY Mikroskopie und die beflügelnde Beobachtung von kleineren Lebewesen geht, soll es zwischendurch auch wieder einmal einen Webradio-Tipp geben. Und zwar passender Weise einen, bei dem ebenfalls künstlerische Natur-Wissenschaft Thema ist...
Schon im vergangenen Sommer hat Rikke Hansen - die derzeit am Goldsmith College über den Blick auf das Tier in der Kunst und der visuellen des 20. Jahrhunderts foscht ('The Sublime Animal: Contemporary Art and the Animal Aesthetic' ist der Titel ihres Ph.D.-Projekts) - auf unserem Londoner Lieblingssender resonance fm eine wunderbare Sendereihe mit dem schönen Titel "Nature Calls: Animals in Visual Culture" bestritten.
Inzwischen hat sie unter diesem Titel sogar eine wöchentliche Sendung. Das Original wird freitags nachmittags ausgestrahlt; Londoner Zeit 16-16:30 Uhr, bei uns also eine Stunde später - damit leider leicht zu verpassen, wenn man noch bei der Arbeit oder schon anderweitig ins Wochenende unterwegs ist.
Beglückt haben wir jedoch kürzlich festgestellt: Mittwochs um 21:00 (London) bzw. 22:00 (MEZ) wird die Sendung jeweils wiederholt - und das wollen wir doch gleich weizergeben und empfehlen: Den resonance-Webstream anwerfen und mitlauschen, wenn es wieder heisst: "Nature calls..."
Wer oder was genau - die Natur selbst? Ein Tier? - in obig rechts eingefügtem Bildchen ruft?
Schauen wir doch einfach mal nach...

[Bildchen: Hier ruft laut und vernehmlich die zweite (dritte? vierte?) Natur: Weinlaubpieper, letzten Sommer bei der HOME MADE-SGMK-Woche im Ticino gesichtet...]
Von miss.gunst am 24.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
16.02.10
DIY Spektroskopie II (Dusjagr Labs @ ctm2010)
Mindestens eins der Instrumente, mit denen im Berliner Spectroscopy Workshop den Wellen auf den Leib gerückt wurde, können wir schon etwas genauer in Augenschein nehmen.
Und passender Weise sogar eines, bei dem es tatsächlich ums Sichtbarmachen geht.
Bei den BastlerInen waren nämlich auch Marc Dusseiller und Andy Gracie zu Gast.

Aus den hackteria-Workshops nach Berlin mitgebracht hatte Marc nicht nur sein mobiles Mini-Biolab, sondern das Prinzip, auf der Basis bzw. unter Verwendung einer kleinen, umgerüsteten Webcam nützliche Instrumente zu bauen (s.a. Bilder vom DIY Webcam-Mikroskop aus dem Tessin im Archiv der Dusjagr Labs sowie Bärtierchen-Bildchen der Cam im hauseigenen Archiv, wobei der Eintrag über das Mikroskop selbst in unserem Zettelkasten hier noch aussteht...).

In Berlin ist nun - passend zum Thema des Workshops und an die klassische optische Spektroskopie anknüpfend - der Prototyp für ein DIY Spektroskop entstanden, das man mit einfachsten Mitteln bzw. Materialien selber bauen kann. Die wichtisten Basis-Bauteile sind: Eine Webcam, eine (zerbrochene) CD, Pappe und Klebeband. Sowie natürlich ein wenig Elektronik, um das Ganze an den Rechner anzuschliessen, über den der Input auf dem Bildschirm betrachtet und dann auch wieder an einen Beamer ausgegeben werden kann...

Einige Fotos zu Aufbau, Innenleben und Ausgabe der Spektroskop-Cam sind im entsprechenden Eintrag bei den Dusjagr-Labs immerhin schon mal zu sehen - auf dem Wunschzettel der gespannten DIY-ForscherInnen-Gemeinde stünde nun natürlich idealerweise eine Step-by-Step-Anleitung zum Nachbauen (zwinker zwinker, stups stups ;))...

[Bildchen: Vom Workshop im CTM-Hinterzimmer. Das DIY Spektroskop in seiner ganzen Bastelpracht am Recher (der auf diesem Bildchen allerdings gerade noch an, na was wohl, das DIY Mikroskop angeschlossen ist - auf dem Schirm tummelten sich da wieder dekorative Tardigraden); die Ausgabe bei ruhendem Gerät (hier sieht man gut die CD im Inneren; das Spektroskop in Aktion (bekommt gerade ein bisschen Licht von der MT-Taschenlampe); dito und auf dem Schirm: ein schönes Spektrum...]
Von miss.gunst am 16.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
14.02.10
DIY Spektroskopie (@ ctm 2010)
Das elektromagnetische Spektrum hatten wir in diesem Log.Buch schon häufiger auf dem Radar.
In Berlin gab's nun wieder Gelegenheit, neuen Erkundungen nachzugehen.
Zu den Workshops, die dieses Jahr im Rahmen des club transmediale angeboten wurden, gehörte nämlich auch einer zur Spektroskopie, angeboten von Jo FRGMNT Grys und Martin Kuentz von NK (auch eine Adresse, die man sich merken muss, btw).
Tolles Programm über mehrere Tage, bei dem wir gern dabei gewesen wären - weil selber in einem Forschungsworkshop (dazu ein andermal mehr) ging leider nur vorbeischnuppern, -schauen, -lauschen. Aber zum Abschluss gab es dann noch eine zünftige Jam-Session, bei der die TeilnehmerInnen ihr Instrumentarium präsentierten. Anders als die Spektroskopie klassischer Schule ging der Workshop nämlich auch auf die auditive Erforschung der Wellen aus.
Nun ist das Eigentliche an einem Workshop die Teilnahme - das braucht keine Bühne und lässt sich auf der auch nur bedingt an Dritte vermitteln. Akustisch fiepen und knarzt es aus de elektromagnetischen Spektrum - angenehm noisig-chillig, aber was überspringt, ist schon mehr die Begeisterung der Beteiligten am/im Tun. Die sei hiermit augen- und ohrenbezeugt - und mit beistehenden Schnappschüsschen von leider eher mässiger Qualität ein wenig wenigstens illustriert. Ob wir es noch schaffen, das eine oder andere der sensationallen Instrumente einzeln vorzustellen? Mal sehen...


[Bildchen: Von der abendlichen Jam-Session am Samstag im .hbc. Scharfer Sendeturm (leider etwas unscharf aufgenommen); die AkteurInnen beim Aufbau (Jo Frgmnt Grys ganz rechts, Martin macht sich im Hintergrund gerade etwas unsichtbar - und auch sonst sind nicht mal alle mit im Bild); Jammin' (dito, links unten ausserhalb des Fokus wurde beispielsweise noch Wasser bespielt...)]
Von miss.gunst am 14.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
12.02.10
Ein-Bildungen (Esemplasticism @ ctm 2010)
Esem... wie bitte? Der Titel dieser Ausstellung scheint erst mal eins: Preiswürdig in der Kategorie "Fremdwortverliebter Kryptizismus". Hilfreich ist daher vielleicht als erster Hinweis: Das ganze hat mit Wahrnehmung zu tun...
Tatsächlich ist "Esemplasticism" auch im Englischen ein Kunstwort - allem voran, was den "ismus" am Ende betrifft. Zu "esemplastic" (steht zu lesen: aus dem Griechischen abgeleitet für "hineingeformt" - naja, eis, (h)en... da nimmt es das Wictionary wohl nicht so genau... aber bei Coleridge steht es dann tatsächlich in etwa dieser Bedeutung - genauer gesagt,es wurde von ihm erfunden, um die willentliche, schöpferische Einbildungskraft zu beschreiben.
Nehmen wir zum Beispiel ein Bild wie dieses hier, bei dem ein dickes schwarzes Rechteck den wohlgefälligen Anblick zweier sympathischer Gesellen gemein blockiert...

Direkt auf Coleridge bezieht sich die Schau, die Hicham Khalidi ursprünglich für den Kunstraum TAG in Den Haag zusammengestellt hat und die anlässlich des Club Transmediale nach Berlin gereist ist, allerdings auch nicht. Sondern mehr auf dessen weiterführenden Gebrauch im wahrnehmungs- und kognitionspsychologischem Sinne:
"Our brains are esemplastic, shaping disconnected elements – incomplete or ambiguous information from our senses – into the seamless whole of our experience. What we see, hear, touch and feel is folded into an amalgam of data, emotions and cultural baggage. [...]"
So weit, so erst einmal hilfreich und gut - richtig interessant wird es jedoch, so die These der Ausstellung, wenn wir uns zunehmend Wahrnehmungen als/in Erfahrungen einformen, die aus sinnlich-erfahrungstechnisch mehr oder weniger unkontrollierbarer Quelle stammen bzw. unseren primären Wahrnehmungskapazitäten eigentlich längst nicht mehr zugänglich sind.
... und dann stellen wir vor, wie schön die freie Sicht aufs Mittelmeer die beiden wär... von denen vermutlich viele vermuten, dass sie in ganzer Pracht etwa so aussehen:

Vor diesem Hintergrund will "Esemplasticism - The Truth is a Compromise" allerdings nicht in das gern angestimmte Klagelied von einer etwa nicht mehr zu bewältigenden Datenflut einstimmen. Und das konsequenter Weise, denn die Annahme einer "esemplastic capacity" besagt ja, das unser Hirn irgendwie schon zurecht kommt - die interessante Frage ist da eher schon die nach dem "wie".
Ergo soll es bei/mit den versammelten Arbeiten darum gehen, ein Stückchen zurückzurudern und erst einmal die (theoretisch: esemplastische) Kapazität bzw. Arbeitsweise des Gehirns selbst zu untersuchen. Den DIY-Anteil der Wahrnehmung-als-Einbildung sozuagen. Was schwer nach Versuchsanordnungen klingt. Aber in diesem Fall eben doch solchen, die dezidiert mit künstlerischen Mitteln forschen...
Die nun alle aufzuzählen, wäre wohl nicht so fruchtbringend - die Liste der beteiligten KünstlerInnen steht im Netz, Aram Bartholl hat sogar den Raumplan für das .spa.* digitalisiert und bei art in berlin gibt es einen prima Videoclip mit einer Einführung in die Ausstellung durch den Kurator und kurzen Gesprächen mit einigen der Beteiligen.
Oder aber doch vielleicht eher so?

Vor allem aber kann man sich die Ausstellung noch bis inklusive 28.02.10 selbst ansehen - und das sei hiermit wärmstens empfohlen.
*(Kein "Spa", sondern dasselbe Gebäude wie der ctm-Standort .hbc, aber der Eingang ist ums Eck in der Spandauer Strasse gelegen).
Im Log.Buch hätten wir dagegen idealer Weise gern ausgewählte Schauexperimente Arbeiten einzeln genauer angeschaut und vorgestellt. Mal seheh, ob das - weil dann natürlich gern auch mit Bild und das muss aus den üblichen Gründen eben angefragt werden - noch klappt...

Ja, da muss es grinsen. Das Bild. Wie war das doch gleich mit dem esemplastischen Vermögen?
[PS zum Bildchen: Kam in den Sinn, als a) über das esemplastische Vermögen und b) über Alternativen zur Einholung von Abildungsgenehmigungen nachgerübelt wurde. Schöne Bilder einer der Ausstellung hats aber natürlich auch. Zum Beispiel bei Flickr.]
Von miss.gunst am 12.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.02.10
A MAZE festival
Mit Blick zurück auf die transmediale-Tage in Berlin muss natürlich noch ein zweiter Anlass Erwähnung finden, den FreundInnen der Game-Kultur im Kalender stehen hatten: Das A MAZE Festival.
Mal ganz abgesehen davon, dass die 2008 gegründete Initiative über die wohl niedlichste Grafik-ID ever verfügt (siehe allein die A MAZE-timeline, den Festivaljingle kann man bei Youtube anschauen) und insgesamt sehr rege ist, hat A MAZE in diesem Jahr wieder eine mehrtägige Feier der Kreativität rund um die diversen Konvergenzen und inter/trans/crossmedialen Aspekte des Mediums Computerspiel auf die Beine gestellt - mit Ausstellung(en), Konferenz, Workshops, Panels und und und....
Wobei es das A MAZE Festival auszeichnet, dass bis auf die naturgemäss mehr auf Präsentation und Diskussion ausgerichteten Panel/Konferenz-Module fast alle diese Levels spielbar sind. Und das gilt nicht nur für die Installationen und die Ausstellung, deren Fokus diesmal - direkt ans club transmediale festivals andockend - auf Musik in Games bzw. Games steuerte, bei denen Musik ein zentrales Element ist (auch hier gibs einen kleinen Einblick im Bewegtbild bei Youtube und es gibt eine ganze Reihe lesenswerter Artikel dazu im A MAZE Journal).
Im Global Game Jam wiederum - seinerseits schon ein Festival-im-Festival - ging es darum, in gut 24 Stunden gemeinsam Spiele bzw. Gameplays zu entwickeln. Wer nicht glaubt, dass das geht: Ergebnisse stehen bereits im Netz.
Und dann gab es auch dieses Jahr wieder den A MAZE Jump'n'Run Bonus Cheat - die finalen Clubnächte mit Game-Performances und Installationen zum Mitspielen (wieso weshalb warum: siehe eine kleine Überschau bei A MAZE. Ist mittlerweile natürlich nurmehr just for the records, aber ein paar Beiträge wollen aus nahe liegenden Gründen in unseren Zettelkasten wandern:
Erstens, Wiijtimsky, der - wie weiland 2008 beim DIY Festival auch von Bruno Spoerri vorgeführt - die Wii-Interfaces bzw. Fernbedienungen für seine Musikperformances nutzt.
Zweitens, Fiju2 von Julian Oliver (der auf der transmediale u.a. mit dem "Artvertiser" vertreten war - weil hier gleich das ganze Game als Musikinstrument funktioniert.
Drittens, nicht nur aus Fantreue (s.a. im hauseigenen Archiv), sondern ebenfalls wegen kreativer Nutzung von Gameware: die Atari Live Pixel Bomb Performance von STU und Raquel Meyers.
[Bildchen: Ja, ganz schön anstrengend dauernd etwas passendes imaginieren zu müssen. Haben also unseren kleinen Knopf ins Maze geschickt. Springen und Rennen hilft in einem Labyrinth allerdings nicht sehr viel weiter... Grand Merci fürs Original-Maze (das sogenannte Kretische) geht übrigens an AnonMoos, der die Vorlage den Wikimedia Commons bzw. in die Public Domain gespendet hat. Dort fände sich übrigens auch die Hilfe für den Verirrten. Theoretisch. Denn wir waren ja ganz gemein und haben das Labyrinth in eines verwandelt, aus dem es definitiv kein Entrinnen gibt. Minos hätte seine Freude daran gehabt...]
Von miss.gunst am 10.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.02.10
Spiel mich!
Satelliten? Sind das nicht die Dinger, die im Orbit herumschweben und Signale gen Erde senden? Eigentlich schon. Mitunter lohnt es aber auch, selbst ein Shuttle flottzumachen und Richtung Satellit zu reisen. Wie im Fall der Ausstellung GaMe!, die zur transmediale auf der Liste der Satelliten stand...
... und die sich mindestens Game-EnthusiastInnen doch gleich auf die Liste "unbedingt ansehen gehen" setzen sollten. Zumal sie, anders als die transmediale selbst, noch bis 24.03.10 im DAM aufgesucht werden kann.
Mitspielen kann man vor Ort zwar nicht bei allen Games. Todd Deutschs Fotografien aus der Serie "Gamers" beispielsweise funktionieren vielleicht eher als Spiegel (oder Blick durch ihn hindurch, je nachdem). Unser DIY-Tipp dazu: Einfach mal eine Webcam installieren und testen, wie bedröppelt der Wetware-Avatar vor dem Rechner dreinschaut, während man als stolzer Nachtelf seine Raidschlachten schlägt.
Joan Leandre wiederum schubst in seinen Arbeiten mit manipulierter Software selbst routinierte GamerInnen in die Zuschauerposition.
Aber dann ist da noch Mark Essen, bekannt für seine surrealen Splatter-Games in 8bit- und Collageästhetik. Nach Berlin hat er "The Thrill of Combat" von 2009 mitgebracht, bei dem man mit dem Hubschrauber auf Organspender-Jagd gehen muss. Prädikat "spielbar" - neue Fand wie auch daheim Gebliebene können den Fleischfang übrigens direkt bei Essen für schlappe 4.99 Dollar auf den heimischen Rechner laden.
Einen ganz anderen Zugang findet man bei "Tale of Tales" von Auriea Harvey und Michaël Samyn - manchen vielleicht noch aus der net.art-Szene bekannt. Nach dem irgendwie schräg verzauberten, spielbaren Bildschirmschoner "The Endless Forest" haben sie 2009 "The Path" herausgebracht, eine grusig-poetische Variation auf Rotkäppchen (und seine fünf Schwestern, welche die Gebrüder Grimm schnöde unterschlagen haben).
Und schliesslich ist Jason Rohrer mit von der Partie, der sich vor einigen Jahren aus einer Blitzkarriere in der Spieleindustrie aufs Land zurückgezogen hat, um alternative Games zu entwickeln: Optisch mögen seine Spiele ziemlich schlicht daherkommen - dafür setzen sie auf emotionale Komplexität.
Keine Spiele, sondern Spielzeug hat France Cadet mitgebracht: "Gaude mihi" - also "Mach mir Freude!" heisst ihr Schaukel-Robodog. Kann man derzeit im DAM wirklich laut sagen. Weil die ganze Ausstellung Freude macht.
[Bildchen: Gehören natürlich nicht zur GaMe!-Ausstellung oder einer der dort gezeigten Arbeiten. Sollen ersatzweise einfach nur eine Basisformation imaginieren, die immer wieder aufs Neue "SpielMich!" ruft. Ja, die Welt ist eine Scheibe und der Keks ist rund. Und der Ball ist schön. Undsoweiter...]
Von miss.gunst am 08.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
04.02.10
Zukünfte (tm 2010)
Nicht nur Murmeltiere grüssen jedes Jahr Anfang Februar. Auch die transmediale steht um diese Zeit im wiederkehrenden Kalender - und heuer hat sie sogar ein Leitthema ausgerufen, das direkt zu dem des Murmeltiertags passt.
"Futurity Now!" - also "Zukünftigkeit" oder sogar ganz direkt: "Zukunft jetzt!" Letzteres scheint in der jeweils herrschenden Gegenwart etwas schwer zu realisieren zu sein, insofern sich erstere im Jetzt ja unweigerlich in letztere verwandelt. Zukünftiges im Blick zu haben oder in selbigen zu nehmen, das lässt sich schon eher machen.
Traditionsgemäss sind dafür (neben und noch vor den Murmeltieren) die Künste und die Medien zuständig - und so selbstredend auch auf der aktuellen transmediale.
Einen genaueren Begriff von der Zukünftigkeit kann man sich wie immer in einem denkbar breit angelegten Programm machen, das eine Ausstellung, eine Konferenz, Vorträge, Panels, Performances, Konzerte, dazu zahlreiche Salons und Workshops sowie diverse Satelliten-Veranstaltungen umfasst.
Etwas mehr als nur Satelliten sind der ebenfalls traditionsreiche club transmediale und das Computerspiel-Festival A MAZE Interact, die bereits vergangenes Wochenede begonnen bzw. (im Fall von A MAZE) stattgefunden haben.
Was bedeutet, dass es im Log.Buch noch so einige Nachträge regnen wird - erst aber will der Kulturbeutel ein bisschen Zukünftigkeit gefüllt werden. Und wenn die dann Gegenwart gewesen bzw. schon wieder Vergangenheit ist, kann man immer noch das auspacken, was etwas länger zu halten verspricht...
Von miss.gunst am 04.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
29.01.10
DIY Superquizshow
Was Mellonen sind, wird wohl keiner wissen. Aber danach fragt wahrscheinlich auch niemand - bekanntlich ist bei einer Quizshow die Show viel wichtiger als das Quiz.
Oder etwa nicht?
Jedenfalls klingt diese Ankündigung so nett, dass es eigentlich sehr verlocken sollte, sich am heutigen Freitag Abend (29.01.10) ins Dock18 in die Rote Fabrik zu begeben.
Auf dem Programm steht dort nämlich die Mellonen-Show, zu der in der Ankündigung folgendes verlautbart wird:
"Künstler, Autoren und Artisten stellen Fragen. Das Publikum gewinnt Südfrüchte statt Millionen. Globalisierungsnachwehen![...]*
JEDER KANN MITMACHEN
1. Auf den heissen Drehstuhl kommt wer eine Frage als schnellster beantwortet
2. Für eine richtige Frage gibts eine Südfrucht
3. Joker können nachgekauft werden."
*: Schnöd ausgelassen haben wir hier die lange Liste der angekündigten - Gäste? Themen? Beides? Das lässt sich natürlich am Besten in Erfahrung bringen, indem man sich selbst an den Ort des Geschehens begibt.
Falls letzteres für einmal nicht klappen kann: Gibt's, wie es sich für ein populäres Format gehört, natürlich auch die Möglichkeit, aus der Ferne mitzufiebern und der Show als Sofakartoffel beizuwohnen, denn das dock18-TV überträgt wie immer Live.**
Südfrüchte muss man sich allerdings selbst besorgen und sie allein verzehren. Was zwar auch DIY, aber sicher nicht ganz so vergnüglich ist.

**Update: Inzwischen ist die Show gelaufen - und die Aufzeichnung findet sich bei dock18-TV ins Netz gestellt. Falls also jemand wissen will, was es heisst, das Nachsehen zu haben...
[Bildchen für Mellonen: Für die Mutter von Kandidatin Ananas danken wir Alina Zienowicz aka Ala z, die ihre Aufnahme via Wikimedia Commons in die Public Domain gespendet hat. Kandidatin Melone ist ein Abkömmling dieser Cucumis Melo, deren Bild wir einer entsprechenden Spende von Piotr Kuczyński verdanken - und wie diese(s) sind nun auch unsere Bildchen unter cc-by-sa lizensiert. Grand Merci!]
Von miss.gunst am 29.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
27.01.10
Soziale Maschinen
Über soziale Mschinen nachzudenken, dürfte sich eigentlich immer lohnen. Für heute soll's allerdings nur ein kleiner Hinweis sein: Auf einen Anlass, der Gelegenheit bietet, sich soziale Maschinen anzuschauen.
Im Zürcher Hive Club wird am morgigen Donnerstag Abend (28.01.09) nämlich Effi Tanner mit einer kleinen Retrospektive ihrer gesammelten Werke zu Gast sein - und sie hat das Ganze sicher nicht von ungefähr unter obiges Motto gestellt.
Wenn man neugierig in die Werkdokumentationen auf ihrer Heimseite effi.me spitzt (den Bereich "Projects" bitte selbst anwählen, weil die Seite leider mit Rähmchen funktioniert), findet sich eine Vorschau auf das zu erwartende audiovisuelle Futter.
Besonders gut zum Thema passen sicher die "Arguing Toys": Zwei kleine gehackte Spielzeug-Robos, die über Sein und Nichtsein streiten. Und da Streitkultur zu jenen sozialen Künsten zählt, in denen es auch manchen Menschen an Übung fehlt: Wer weiss, was wir noch alles von sozialen Maschinen lernen können...

Von miss.gunst am 27.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.01.10
terra nullius, terra nova (WRT)
Wenn Grenzen unter Eis und Schnee verschwinden, kann manches Terrain mindestens in der Imagination zum Niemandsland mutieren.
Erst Recht gilt das für jene Zonen, die kaum besiedelt sind.
Wie aber klingt ein solches imaginäres Niemandsland?
Einen Vorschlag, der zudem nicht die politischen Dimensionen der terra nullius nicht aus den Augen verliert, hat kein Geringerer als Paul D. Miller a.k.a. DJ Spooky mit seinem Projekt "Terra Nova - Synphonia Antarctica" gemacht.
Am Anfang stand im Winter 2007/2008 eine Exkursion in die Antarktis, von der Miller Bilder und vor allem Töne mitbrachte, um ein akustisches Porträt der antarktischen Landschaft zu zeichnen. Zusammen mit dem eigenen, wissenschaftlichem und historischem Bildmaterial, ist daraus inzwischen nicht nur eine mehr als einstündige Bühnen-Performance, in der die ästhetische Erforschung des antarktischen Eises zugleich den menschengemachten ökologischen Wandel in den Blick nehmen will.
Einen kurzen Videoauszug kann man sich bei Youtube bzw. im kleinen Fensterchen auch gleich auf der Projektseite ansehen. Und dabei feststellen, dass das Ganze in der Tat nachgerade klassisch symphonisch angegangen wird - jedenfalls ist das der Eindruck, den der Trailer vermittelt.
Weiter hineinlauschen lässt sich in das Projekt heute Nacht bzw. in der ersten Stunde des morgigen Montags (25.01.10 um 0:05 Uhr) - dann wird bei Deutschlandradio Kultur in einer Sonder-Wiederholungssendung der Reihe Klangkunst eine einstündige Audio-Version ausgestrahlt, die nun tatsächlich unter dem Titel "terra nullius", also Niemandsland firmiert. Dann wird man hören, wie das Niemandsland klingt...

[Bildchen: Nachbilder einer wirklich sehr schönen Aufnahme antarktischen Eises, die Jerzy Strzelecki in 2000 aufgenommen und in die Wikimedia Commons gespendet hat -und zwar unter cc-by-sa, was hiermit natürlich auch für die Nachbilder gilt. Grand Merci!]/small>
Von miss.gunst am 24.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
19.01.10
Eis und Schnee von Oben
Nicht, dass es daran gerade einen Mangel hätte: Eis und Schnee, die einem aus dem Himmel direkt vor die Füsse fallen, gibt's derzeit ja sogar in bergfernen Regionen wortwörtlich zuhauf.
Aber vielleicht lohnt es gerade deshalb zu fragen, wie das Ganze von oben betrachtet ausschaut.
Das kann man tatsächlich - auch ohne selbst Satellit zu sein oder in einem Space Shuttle zu sitzen. Und zwar dank der NASA, die uns nzuvor ja bereits beim Lauschen in den Kosmos konstruktive Unterstützung angeboten hat (s. den Eintrag zu Radio Jove).
Bei archive.org findet sich nämlich eine stattliche Zahl eben jener Vilmchen eingestellt, welche die NASA aus besagter VogelSatellltitenpersektive produziert. So auch solche zum Thema Eis und Schnee. So viele, dass es vielleicht eine Empfehlung sein darf? Aber gern:
Für den Einstieg könnte es zum Beispiel "Global Snow Cover" oder "Global Rotation Showing Seasonal Landcover and Arctic Sea Ice" sein - Clips, die man einfach auch als stille Meditation über das Enstehen und Vergehen von Schneedecken ansehen kann. Was, von oben betrachtet, mitunter wie ein schöner Schimmelpilzbefall ausschauen mag... aber so ist das eben aus der VogelSatellitenperspektive: Da sieht man, was die Alten meinten, als sie von Mikro- und Makrokosmos sprachen...

Von miss.gunst am 19.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.01.10
Kunstgeburtstag 2010 (WRT)
Alljährlich wird im Januar weltweit Kunstgeburtstag gefeiert - und so versammeln sich auch heuer wieder in zahlreichen Städten die GratulantInnen, um der Jubilarin ein Fest auszurichten und/oder ein Ständchen zu geben.
Und weil traditionsgemäss nicht wenige der Feiern mit einer Radio-Übertragung einhergehen, lässt sich die Gratulation wie schon in den vergangenen Jahren mit einem Webradio-Tipp verbinden.
Einen idealen Überblick über das reichhaltige Programm bietet natürlich die bestens gepflegte Heimseite des Kunstgeburtstag-Netzwerks (die seit jüngstem praktischer Weise sogar, die Möglichkeit bietet, die eigene Zeitzone einzustellen - sodass man sich die Umrechnung der Termine spart).
Falls es jedoch eine Empfehlung sein darf, um die Qual der Wahl ein wenig zu lindern:
Schon ein echter Klassiker ist die vom österreichischen Kunstradio organisierte Festivität, zu deren Programm 2010 von 22:30 bis 24:00 Uhr eine Live-Übertragung der diesmal in Graz steigenden Geburtrstagsparty gehört - und wie schon in den Jahren zuvor waren die GratulantInnen aufgerufen, einen eigenes Audiostück zum grossen Geburtstagslied beizusteuern.
FreundInnen angewandter Medienarchäologie sollten unbedingt einmal im "Resonant Elf"-Stream von absolute value of noise vorbeilauschen, wo ganze zwölf Stunden lang Radio-Feedback zwischen zwei Magnetspulen schwingt.
Und weil aller guter Dinge wie Empfehlungen drei sind, sollten sich die RadioempfängerInnen schliesslich noch Richtung Mosel ausrichten: Aus Ürzig senden Sarah Washington und Knut Aufermann von mobile radio (mehr im hauseigenen Archiv) von 18:00 bis 24:00 Uhr eine Live-Feedback-Sendung, die den Kunstgeburtstag mit einer Doppel-Hommage an Alvin Luciers "I Am Sitting In Room" und an Alan Blumleins Erfindung der Stereo-Aufnahme-Technik kombiniert. Und: Wer möchte, kann auch aktiv mitfeiern und einen Radio-Stream zurück nach Ürzig schicken...

Von miss.gunst am 17.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
15.01.10
Beam Me Up!
Wir bleiben beim Blick nach oben und bei der (Welt-)Raumforschung.
Allerdings geht's nicht um Reisen mit dem Teleporter, wie Science Fiction-FreundInnen - den bekannten Aufruf an Scottie im Ohr - erst einmal vermuten könnten.
Vielmehr ist Beam Me Up "ein Projekt zum digitalen Welt-Raum und zu den wissenschaftlichen und künstlerischen Verkehrsmitteln, mit denen wir ihn erkunden": 2008 hat Reinhard Storz von xcult KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen dazu eingeladen, sich mit dem Raumbegiff zu beschäftigen - und speziell damit, ob und wie sich dieser aus ihrer Perspektive durch den Netzraum erweitert und verändert.
Inzwischen ist daraus eine Plattform geworden, von der aus sich zu den unterschiedlichsten Raumfahrten starten lässt. Die Projekte laden beispielsweise dazu ein, mit HOIO aka Samuel Herzog die Mission des Agenten Kaki zu verfolgen und nebenbei phantastische Kochrezepte einschliesslich der verwendeten Zutaten kennenzulernen (wobei am leckesten natürlich die garantiert kulinarisches Neuland erschliessenden Nationalgerichte der geheimnisvollen Insel Lemusa sind).
Man kann sich mit Agnes Meyer-Brandis' Pico direkt in einen ganz besonderen Teilchenbschleuniger beamen. Oder sogar unsichtbar machen.
Dafür bietet der von knowbotic research in die Welt gesetzte macghillie sein Geleit an. Oder man mulipliziert sich einfach selbst (ud was heisst schon: "selbst") mit Marc Lees etwas anderer (und an den guten alten Tracerouter aus den Zeiten der Netzkunst-Klassik... wo lag der doch gleich nochmal? .. erinnernden) Suchmaschine "pic-me" [unbedingt ausprobieren - liefert garantiert gruslige Ergebnisse, nach deren Sichtung man wirklich netzunsichtbar werden will: miss.gunst als Blondine - *brrr*...]
Für diejenigen, die sich nicht allein ins Space Shuttle trauen, bietet Beam Me Up sogar Führungen durch kundige KuratorInnen an.
Und um noch die letzten Hemmschwellen abzubauen, hat schliesslich gestern im [plug.in] eine Ausstellung eröffnet, die eine zeitlang als Basis im Realraum dienen kann.
Wobei der so genannte virtuelle Raum naürlich nicht weniger real ist. Aber da nicht wenige der Projekt sowieso nicht nur die Transfers zwischen Räumen, sondern auch zwischen Realitäten, macht diese zusätzliche Dimnsion gleich doppelt Sinn.
Und: "Beam Me Up!" heisst unter Netzkonditionen ja schliesslich nichts anderes als "plug in"...

[Bildchen: Wiewohl jedweder Waffengewalt wider Lebewesen abhold, hat miss.gunst als Zottelcamo-Fan und mental sniper natürlich auch einen Ghillie-Suit im Schrank, die sich als Tarnkappe bestens eignet...]
Von miss.gunst am 15.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.01.10
Sphärengesänge (Greg Fox)
Nicht nur mit Radio-Astronomie, sondern auch mit Planeten- und Sphärenmusik haben wir uns in diesem Log.Buch schon öfter befasst. Mit dieser lassen sich natürlich auch die Ohren versorgen...
... und das, obwohl sie sich eigentlich jenseits des menschlichen Gehörs abspielt. Wohl nicht zuletzt deshalb streiten sich die Geister darüber, wie sie wohl klingt. Günter Eich imaginierte sie in seinen Träumen als grausames Geräusch, Gustav Holst in seinen "Planeten" als wunderbare neue Musik.
Der britische Komponist Greg Fox wiederum hat sich 2006 daran gemacht, eine (wie er selbst schreibt) "naturalistische, astronomische Annäherung an die Sphärenharmonie" zu versuchen. Allerdings nicht so naturalistisch, dass er mit Field Recordings bzw. Mitschnitten von Radio-Teleskopen gearbeitet hätte.
Vielmehr handelt es sich bei seinem "Carmen of the Spheres" um eine Komposition für neun Sinuswellen, der Fox eine propotionale Umrechnung der für das menschliche Ohr unhörbaren Frequenzen zu Grunde gelegt hat, die sich aus einer Umrechnung der Umlaufzyklen der Planeten in Sekunden ergibt. Klingt erst mal umständlich, lässt sich aber auf eine einfache Formel bringen, deren Hintergrund er auch ausführlich erläutert:
"Take the orbital period in days and convert to seconds. Divide this number by two until such a time as it falls between 0.05 and 000067 seconds. Convert seconds to hertz by dividing one by your number, eg. 1/0.05 = 20hz."
Und dass sein Lied der Sphären ungeachtet oder vielmehr (darum geht es ja nun bei der Sphärenharmonie) gerade wegen seines präzis berechenbaren mathematischen Hintergrund den Ohren sinnliches Vergnügen bereitet, lässt sich auch ganz einfach überprüfen. Schliesslich hat Fox seine Komposition nicht nur vertont, sondern auch unter Creative Commons-Lizenz bei archive.org publiziert.
Dort gibt es mittlerweile sogar zwei Fassungen: Zum einen die ursprüngliche Version von 2006. Und dann noch einmal in einer "Anniversary Edition" von 2007, die seinem in jenem Jahr verstorbenen ehemaligen Lehrer Paul Caller gewidmet ist.
Der hatte ihn nämlich seinerzeit dazu angeregt, es einmal mit einem neuen Zugang zu den eingangs bereits erwähnten "Planeten" von Gustav Holst zu versuchen. Und damit natürlich auch jenen im Orbit. Womit wiederum auch der Kosmos der Musikgeschichte um einige Sphärenharmonien reicher geworden ist.

[Bildchen: Schaut nicht von ungefähr ganz ähnlich wie jenes aus, das den Eintrag zu Radio Astronomy ziert. Allerdings hat dieses hier nicht nur Platz für den Saturn und seine Umlaufbahn, sondern ist tatsächlich einer Illustration zur Sphärenharmonie und deren Umsetzung in Notation entlehnt, welche DasBee in Anlehnung an eine entsprechende Darstellung aus Johannes Keplers "Harmonices mundi" von (1619) erstellt und via Wikimedia Commons in die public domain gespendet hat. Grand Merci!]
Von miss.gunst am 10.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.01.10
Radio Astronomy (WRT)
Da wir uns gerade mit dem Sternenhimmel beschäftigt haben: Was könnte passender sein, als nach den Augen auch den Ohren eine entsprechende Exkursion anzubieten und zum Neujahrstag in den Weltraum zu lauschen?
Dazu lädt unser tagesaktueller Webradio-Tipp.
Ist natürlich nicht das erste Mal, dass wir den Radar gen Kosmos ausrichten. Schliesslich haben wir schon 2005 versucht, Radiowellen vom Saturn einzufangen. Mehrfach sind wir mit Sputnik in den Klangkunst-Äther aufgebrochen. Und treue LeserInnen dieses Log.Buchs werden sich vielleicht erinnern, dass es 2006 sogar die Gelegenheit gab, Sonnenradio zu hören.
Wie seinerzeit nur beiseit bemerkt, weil es eben vor allem um die temporär betriebene Sonnenradio-Station ging, sind deren Betreiber schon seit langen Jahren dabei, Wellen aus dem Weltraum einzufangen und radiophon weiterzureichen. Dabei verfolgen die Neuseeländer Honor Harger und Adam Hyde mit ihrem 1998 gegründeten Kollektiv radioqualia zwar auch immer wieder temporäre Einzelprojekte wie besagtes Sonnenradio oder das 2007 initiierte Polarradio.
Mit Radio Astronomy ist 2004 aber auch eine Station ans Netz gegangen, die - dank der Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern aus der Wissenschaft, die ihre Teleskope zur Verfügung stellen - seither kontinuierlich sendet. Als Basisstation im Realraum dient das ICC in Tokio - empfangen kann man den Sender jedoch weltweit übers Netz.
Wer den Radar seiner Lauscherchen also auf die unendlichen Weiten richten will, kann sich einfach in den Livestream von Radio Astromony werfen. Näher lässt sich den Sternen auf akustischem Wege kaum kommen...
[Bildchen: Mal versucht, ein Art Karte des Senders zu erstellen. Wobei das Schema natürlich nur eine grobe Überschau über die Anordnung der Stationen geben will - Grösse und Sendeleistung sind dabei nicht berücksichtigt worden, einigermassen proportional ist lediglich der Abstand zum Empfängerplaneten. Weshalb Saturn auch ausserhalb des Radius geraten ist (und, *autsch*, wir leider dann auch gleich die gleichwohl empfangbaren Emissionen einzuzeichnen vergessen haben.]
Von miss.gunst am 01.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
20.12.09
Insektenmusik im Ohrenhoch
Draussen vor der Tür machen sich die Insekten angesichts der winterlichen Temperaturen rar. Aber glücklicherweise ist für FreundInnen der Sechsbeiner dennoch gesorgt - besonders dann, wenn sie wie wir Insektenmusik mögen.
Im Berliner Geräuschladen Ohrenhoch - den wir diesen Sommer kennen- und umgehend lieben gelernt sowie selbstredend dann auch gleich im Log.Buch eingetragen haben (am 02.08.09) ist am heutigen Sonntag (20.12.09) sowie noch einmal in der kommenden Woche (27.12.09) die japanische Komponistin Hiromi Ishii mit zwei Stücken zu Gast.
Zu dem einen der beiden - "Summer Grasses" - schreibt Ishii:
"Die Ausgangsmaterialien sind Geräusche von Insekten und Metallgeräusche. Hiroshige Ando's Druck 'Ein Bild des Lauschens von Insekten', ein kurzes Haiku von Basho Matsuo und ein Sinn für japanische Schwerter, die als Kunsthandwerk produziert wurden, inspirierten mich, eine Phantasie von Insekten und dem Metall zu kreieren."
Das klingt spannend - und das Stück selbst sicher auch.
Zum zweiten Stück - "Ryum" - wiederum, das andere Quellen hat, gibt es auf den Heimseiten der Künstlerin ein kleines Video anzusehen. Der Musik dazu kann man aber natürlich auch mit geschlossenen Augen lauschen. Die im Kopf nämlich auch ganz eigene Bilder generieren kann - was wiederum erst recht für die Klänge insektotechnioder Kreuzungen gilt. In diesem Sinne: Auf zur Lauschimagination im Ohrenhoch...
[Bildchen: Oh, wie gern hätten wir jetzt mal eben ein schönes Origami-Insekt aus Metallfolie gefaltet. Allein, dafür war keine Zeit, weshalb da leider nur eine kleiner dicker Alukäfer hockt. *schäm*]
Von miss.gunst am 20.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
12.12.09
diy* night zürich
Zeit für's Zürcher diy* festival - das in diesem Jahr in hochkonzentrierter Dosis verabreicht wird. Nämlich als diy* night.
Wobei einerseits ganz sicher auch wieder die Nacht zum Tage gemacht werden wird, denn das Programm ab 22:00 Uhr mit mehreren DJs (darunter Carl von micromusic, Live Klangerzeugung und Echtzeitschaltung nach Taipeh, wo derzeit Marc Dusseiller mit der hackteria weilt, düfte kaum bis Mitternacht beendet sein.
Vorweg wird aber auch schon der (Nachmit)Tag Teil der diy* night sein. Schliesslich wäre ein diy* festival kein diy* festival, ohne weidlich in Workshops gebastelt zu haben. Die stehen diesmal ganz im Zeichen der Musikproduktion, von einer vergleichenden Einführung in Musikproduktionsprogramme über Ring Mods & Reverbs, Pure Data mit Arduino bis zum selbstgelöteten SMD Theremin. Ab 15:00 Uhr.
Also dann, bis dann: In der Roten Fabrik, wo seit einiger Zeit ja auch das dock18 zuhause ist, zu dem es kam von ungefähr schon so einige Einträge im Archiv dieses Log.Buchs hat...
PS: A propos dock18 - in Echtzeit mitgucken und -lauschen kann man von auswärts übrigens mittels des grossartigen dock18-TV!
[Bildchen: Eine diy-Nacht natürlich. Wie man die selbst macht, dazu demnächst mehr...]
Von miss.gunst am 12.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.12.09
Basteln im 21. Jahrhundert (WRT)
Klingt fast genauso wie Basteln 2.0? Ganz richtig - es geht ein weiteres Mal um die Potentiale kreativer Bastelkunst und einen aktuellen Blick auf die Entwicklungen in der Szene.
Diesmal in Form eines Webradio-Tipps...
Vor einigen Wochen waren nämlich Frank Rieger und Philip Steffan im Chaosradio Express - dem zentralen Sendeorgan des Chaos Computer Club Berlin - zu Gast, um sich mit Tim Pritlove über eben dieses Thema zu unterhalten.
Beide kennen sich in der Szene bestens aus - und Philipp Steffan betreibt mit "Robot Porn" auch ein Blog, welches entsprechenden Lieb- und Leidenschaften gewidmet ist. Und das deshalb an dieser Stelle nebenbei ebenfalls der geneigten Lektüre anempfohlen werden kann.
In besagter a href="http://chaosradio.ccc.de/cre138.html" target="_blank">Radiosendung wiederum dreht es sich um die kulturelle Produktivität, die sich der Liebe zum Technik-Basteln und dem Erfindungsreichtum einer kreativen Amateurkultur verdankt. Nicht zuletzt, indem sie in mehrfacher Hinsicht Alternativen zum stumpfen Konsum industriell gefertigter Markenprodukte schafft.
In diesem Zuge werden natürlich auch Neuigkeiten aus der "Nerdgerätebranche" vorgestellt [beiseit: toller Begriff, den wir gleich mal dankbar in unseren Wortschatz integrieren]. Wobei Nerdtum hier nicht als Exklusivvergnügen für Sonderbegabte verstanden, sondern die sympathische Aufassung vertreten wird, dass man auch Spezialwissen verständlich machen und teilen kann. Und zwar auch ganz praktisch - bis hin zur Linkliste mit Ankern zu Erklärungen von in der Sendung fallenden Sach- und Sachbegriffen und weiterführenden Quellen.
Letztere finden sich in einer kleinen Liste am Ende des Eintrags zur Sendung, den knapp zweistündigen Podcast "Basteln im 21. Jahrhundert" ebendort direkt zum online-Hören und bei Bedarf auch zum Herunterladen auf den heimischen Rechner oder ein mobiles Audiogerät.
[Bildchen: Will weniger den Gegenstand der Sendung als das Format an sich illustrieren. Denkbar frei dahinassoziiert. Das Gehackte haben wir in den Wikimedia Commons geborgt, lizensiert ist es unter cc-by-nc-sa, und unser Dank dafür gilt Rainer Zenz. Merci!]
Von miss.gunst am 10.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.12.09
make art 2009
FLOSS steht für Free/Libre/Open Source Software. Was an sich natürlich schon eine feine Sache ist. Aber noch nicht viel über konkrete Anwendungen sagt. Neigungsgemäss fragen wir doch gleich mal neugierig: Geht da was mit Kunst?
Kurze Antwort: Mais oui! Auch wenn die gerade im Feld der Künste so erbittert geführten Autorschafts- und Urheberrechtsdebatten erst mal eher Probleme wittern lassen: Da geht eine ganze Menge - und nicht erst seit gestern.
Eine gute Gelegenheit, sich auf den Stand zu bringen und mit Gleichgesinnten auszutauschen, bietet ab dem heutigen Dienstag im französischen Poitiers die aktuelle Ausgabe des "make art"-Festivals, also "make art 2009" - ein weiteres Mal organisiert von den rührigen Menschen von goto10 (mehr s.a. im hauseigenen Archiv).
Auf dem Programm stehen zahlreiche Präsentationen von KünstlerInnen und Kollektivprojekten, ein Workshop zu OS-Architektur sowie Konzerte - darunter auch als Mini-Festival im Festival eine Placard-Nacht am Donnerstag (10.12.09; mehr zu diesem speziellen Format, also den Placards bzw. Konzerten und Klangkunst für Kopfhörer, findet sich ebenfalls im hauseigenen Archiv abgelegt).
Nach der Vernissage am Donnerstag Abend leider nur für drei Tage geöffnet hat die Ausstellung des Festivals, die - was für manche, die sich derzeit an den eingangs erwähnten Debatten um Urhebberrechte vielleicht so etwas wie die Quadratur des Kreises darstellen mag - veritable Werke der Kunst präsentiert, die mit (Free/Libre/)Open Source Software entstanden sind. Die von Lafkon aka Christoph Haag und Benjamin Stephan entworfenen, schicken Poster des Festivals - von denen eines diesen Eintrag ziert - gehören übrigens dazu, sind auf der Basis von Codes der Processing-Gemeinde entstanden und mit GPL linzensiert.
Von miss.gunst am 08.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
03.12.09
Basteln 2.0
Mit der Versionsnummer "2.0" werden bekanntlich vorzugsweise die Errungenschaften des "Social Web", die ihnen zu Grunde liegende Software sowie die mit dieser realisierten Plattformen und Anwendungen assoziiert. Aber was haben wir uns wohl unter Basteln 2.0 vorzustellen?
Die eine oder andere Antwort auf diese Frage wird's heute Abend im Frankfurter Museum für Kommunikation geben, das wieder einmal zur KOMMbar lädt. Eben jener kleinen Reihe, bei der in der vorvergangenen Woche Gerrit Herlyn und die Kassettentanke zum Thema Mixtapes zu Gast gewesen sind (s. d. Eintrag vom 19.11.09).
Nun kann schon mal verraten werden, dass diesmal Ralf Schreiber (s. mehr im hauseigenen Archiv) mit seinen Living Particles, seinen Solar Sound Modules und den Overhead Bots mit von der Partie sein wird.
Woraus messerscharf geschlossen werden darf, dass "Basteln 2.0" nicht unbedingt mit Basteln am "Web 2.0" verwechselt werden sollte. Vielmehr wird es um Bastel-Netzwerke und um die Frage gehen, wie KünstlerInnen und andere Menschen mit Neigung zur analogen und digitalen Bastelei vom Austausch in solchen Netzwerken profitieren.
Zur Einführung wird daher die Autorin dieser Zeilen einen kleinen Vortrag mt Lichtbildern halten, in dem das Feld als solches sowie ausgewählte Plattformen und Projekte zur Vorstellung gelangen. Und ausserdem einen kleinen Koffer auspacken, in dem neben einem guten Buch zum Thema HOME MADE ELECTRONIC ARTS auch ein paar kleine feine Bastelprojekte und Objekte nur darauf warten, von Enthusiasten nachgebaut zu werden.
Keine Zeit heute Abend und/oder Frankfurt zu fern? Schade, aber: Na gut, dann überlegen wir doch mal, ob sich das eine oder andere Highlight früher oder später auch im Log.Buch vorstellen lässt.
[Bildchen: Geheimnisvolle 2.0-Bastelkiste. Wird heute Abend ausgebpackt...]
Von miss.gunst am 03.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
22.11.09
aufständige textile zeichen
Zeit, einen Faden wieder aufzunehmen, dessen Enden gelegentlich schon früher mal in diesem Log.Buch aufgetaucht sind. Beispielsweise, als es um revolutionäre Nadelarbeit ging (s. den Eintrag vom 20.12.05).
Diesmal ist der Aufstand der textilen Zeichen in München ausgebrochen.
Angestiftet von Stefanie Müller, die schon seit langem mit ihrem Projektlabel ragtreasure sowie ihrer Band Beisspony einschlägig aktiv ist, hat sich vor Ort eine Gruppe Gleichgeinnter zusammengeschlossen, Fäden verknüpft und Netze aufgespannt - um nun in der Färberei besagten Aufstand zu lancieren.
Mit dabei sind nun an die fünfzig KünstlerInnen, GestalterInnen und Initiativen, die gemeinsam eine Ausstellung und ein gut bestücktes Programm mit Performances, Konzerten, Filmen und Videos und und und bestreiten.
Aber warum und wie gehen textile Zeichen eigentlich auf die Barrikaden?
Nun, ganz einfach: Sie wollen zeigen, dass sich Genähtes, Gehäkeltes und Gestricktes heute längst nicht mehr in das Bild der braven Handarbeit sittsamer Frauenzimmer fügt, das viele nach wie vor mit ihm assoziieren. Und dass es sich allerdings gerade wegen dieser Assozationen bestens eignet, um tradierte und teils auch nach wie vor bestehende Wahrnehmungsmuster zu unterlaufen.
Indem Stiche anders gesetzt, Maschen fallen gelassen, Fäden entwirrt und neu verknotet - und vor allem anderen in den öffentlichen Raum gespannt werden. Beispielsweise.
Die ganze Vielfalt ist natürlich nur vor Ort zu haben - und zwar bis zum kommenden Wochenende (28./29.11.09).
Einen guten Ein- und Überblick in und über die Programmatik und das Programm des Projekts bietet übrigens ein zünftig gestaltetes Zine, das man sich als pdf herunterladen, ausdrucken und selbst zum Katalog zusammenheftennähen kann.
Von miss.gunst am 22.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
19.11.09
mixtapes @ KOMMbar
Speziell für in Frankfurt und Umgebung ansässige FreundInnen der Kassettenkultur im Allgemeinen und speziell von Mixtapes ein Ortstermin - alle anderen können leider nur die Daten zur Empfehlung einsammeln...
Im Frankfurter Museum für Kommunikation gibt es eine neue Veranstaltungsreihe namens KOMMbar, zu der jeweils Menschen aus Theorie und Praxis zu einem ausgewählten Thema der Medien- und Kommunikationskultur einen Barabend bestreiten. Mit- und unter die anwesenden Gäste gebracht werden Bilder, Worte und Musik.
Am heutigen Donnerstag (19.11.09) nun heisst das KOMMbar-Motto Mixtapes.
Zu Gast ist kein Geringerer als Gerrit Herlyn - Mitautor der in diesen Log.Buch bereits gefeierten Ausstellung "Kassettengeschichten" (siehe den Eintrag vom 01.03.06*
Auf der Audio-Ebene wird er zünftig unterstützt von der Darmstädter Kassettentanke.
Lecker.
* Achtung, die Anker zur Ausstellungswebseite bzw. die Seiten der online-Dokumentation des Projekts funktionieren derzeit nicht mehr. Sollen aber, so wurde uns verraten, in näherer Zukunft restauriert werden. Das gleichnamige Buch ist leider auch vegriffen. Nach wie vor gibt's aber die Basisinfos zur ersten Station in Hamburg als pdf.
Von miss.gunst am 19.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.11.09
wir sind der sender (open broadcast)
Leider noch kein Webradio-Tipp. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und vor allem soll es auch erst mal ganz klassisch On Air gehen. Oder besser gesagt: Auf Sendung - denn traditionell sind in diesem Fall weder der Sender noch das Sendekonzept.
Open Broadcast heisst das Projekt - und es hat sich viel vorgenommen, wie der Selbstdarstellung zu entnehmen ist:
"Open Broadcast ist das erste vollständig 'user-generierte Radio' der Schweiz. Open Broadcast sendet, was die Community auf der Internetplattform von Open Broadcast entwickelt. Die Hypothese dieses Experiments: Ein Schwarm an engagierten Usern (Prinzip Crowdsourcing) macht ein mindestens so gutes Programm wie eine herkömmliche Redaktion."
Das ist, könnte man zwar maulen, eine Menge Buzz auf wenigen Zeilen (user-generiert, Community, Schwarm, Crowdsourcing). Und einwerfen: Warum nicht einfach bereits zuhandene Begriffe wie Offener Kanal, freies Radio, Gemeinschaft und Gemeinschaftsarbeit, Mitbestimmung undsoweiter benutzen und von diesen ausgehend weiterdenken?
Teils wohl schon, weil Open Broadcast tatsächlich etwas anderes sein soll (als: ein freies Radio, als: ein Offener Kanal wie man sie kennt). Und teils, weil das Projekt tatsächlich auf Strategien setzt, die "User" (und nicht Producer) sowie "Croudsourcing" so meinen, wie andere Projekte in dieser Zeit auch, mit allen kleineren und grösseren Pros und Cons, die man damit nunmal assoziieren kann?
Wir werden es hören. Ab Januar 2010 - erst mal wohl in Zürich, Bern und anderen DAB-Gebieten. Und erst einmal, wenn Oliver Hagmann, Thomas und andere Mitstreiter des Projekts Open Broadcast der potentiellen künftigen User-Croud vorstellen. Im Zürcher Walcheturm und im Cabaret Voltaire. Im Basler Radio-Village Utengasse und sogar in London (bei deskspace).
Und ausserdem soll ab 15.11. auf den OB-hauseigenen Seiten ein Baustellenreport publiziert werden.
Ob und wie genau das alles funktioniert: Lässt sich theoretisch en detail auch den FAQ entnehmen. Und praktisch? Nunja, werden wir - soweit im DAB-Einzugsgebiet und entsprechend ausgestattet - hören...
Von miss.gunst am 10.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
04.11.09
neuromodulator @ walcheturm
Wie wäe es mit einem Konzerttipp? Für die Zürcher hätten wir da genau das Richtige: Selbstgebastelte elektronische Musik - aber keine Sorge, weder schnödes Geschrammel noch hilfloses Gequietsche. Es sind echte Profis am Werk.
Botenstoffe fürs Hirn, die in den neuronalen Netzen singen und elegant die Wellen reiten: Neuromodulatoren eben.
Genauer gesagt: Die gleichnamige Formation, bei der unter anderem Christoph Grab - treuen Log.Buch-LeserInnen als Spielzeugmusikexperte und Elektro-Jazzer bekannt - mit von der Partie ist.
Neugierige, die den Neuromodulator noch nicht kennen, können auf dessen Heimseite im Vorfeld akustische Appetithappen fassen.
Am besten aber, man begibt sich heute (04.11.) Abend um 21:00 Uhr in den Walcheturm. Da tanzt dann der Kongress der Nervenzellen. Bzw. eben wie die Neuronen nach Verabreichung eines Neuromodulators...

Von miss.gunst am 04.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
31.10.09
interessante zeiten (DIY)
Vom Termin her leider genau parallel zum heurigen Shiftfestival gab es im fernen Cardiff eine Veranstaltung, die aufgrund ihrer denkbar einschlägigen Ausrichtung im Radar dieses Logs gelandet ist: "May You Live in Interesting Times" - ein Festival, das sich in diesem Jahr ganzdem Thema DIY verschrieben hat.
Ausgangspunkt sind dabei schon erst einmal die üblichen Verdächtigen, d.h. die Optionen des Selbst- und Miteinander-Tätig-Werdens, die sich über die technologischen Enwicklungen (Netzwerke und Software-Applikationen, "Web 2.0", Open Sorce etc pp) ergeben.
Aber es geht eben auch explizit um deren Verschränkung mit anderen Sozial- und Realräumen. So war beispielsweise auch der "Analog-Blogger" Alfred Sirleaf aus Liberia zu Gast [sowieso eine schöne Sache, das analoge Bloggen - uns käme da auch heimatnah mindestens ein Kandidat in den Sinn, der eben nicht nur online bloggt und vernetzt...]
Sehr schönes und anregendes Programm jedenfalls, inklusive einer Maker Faire. Über das übrigens auch ausführlich online gebloggt wurde - allerdings auf gälisch, was es mindestens Menschen, die selbiger Sprache nicht mächtig sind, das Mitlesen leider etwas erschwert. Aber es kann schliesslich auch nicht darauf hinauslaufen, dass alle immer nur noch in Inglisch schreiben. Eine lingua franca als Zwang wär ja auch so (be)frei(end) nicht mehr...
Von miss.gunst am 31.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.10.09
shiftfestival basel
Und schon ist wieder Zeit fürs Shiftfestival - das diesmal für FreundInnen des Selbstgebastelten ganz eigene Anknüfungspunkte bietet.
Thema sind diesmal nämlich: Magie, Übersinnlichkeitsvermutungen und Technologiebeschwörungen. Was zunächst vielleicht nicht gerade nach Handfestem für HeimwerkerInnen klingt.
Aber einmal ganz abgesehen davon, dass auch in diesem Jahr wieder die BastlerInnen von der SGMK ihre Tische für's traditionelle DIY Makeaway aufschlagen: Magie mag eine hohe Kunst sein - doch sowohl Apparate, die sich spukhaft selbständig machen als auch Technologien, die zauberhafte Artefakte produzieren, sind ebenso einschlägige Materie wie selbstgestrickte Verschwörungstheorien. Und schliesslich tickt auch in magischen Tricks meist der gute Geist des DIY...
Wer's nicht glaubt: Nach Basel fahren und selbst schauen und staunen.
Und, mal sehen: Vielleicht wird ja der eine oder andere Beitrag hernach auch in diesem Log.Buch vorgestellt. Bis dahin bzw. überhaupt und generell sei Neugierigen, wie schon im letzten Jahr, die Lektüre des Festival-Blogs ans Herz gelegt.
Von miss.gunst am 23.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.10.09
tiny noise
Nicht nur Noise-FreundInnen sollten da die Ohren spitzen: Für heute werden uns satte zweiundzwanzig (in Zahlen: 22) Stunden genussvolles Eintauchen in klangvolle Geräuschsphären angekündigt - und wer seiner Neigung auch aktiv nachgehen will, kann sich sogar selbst an entsprechenden Kreationen versuchen.
Nachdem am Mittwoch bereits im Kölner KunstWerk ein kleines tiny noise festival begangen worden ist, laden die Beteiligten zum heutigen Samstag nach Moers ins Bollwerk107, wo ab 14:00 Uhr bis ultimo ein veritables noise camp veranstaltet wird.
Den Nachmittag über gibt es einen Workshop nach dem anderen - und abends geht das Ganze dann nahtlos in eine Reihe von Konzerten und Performances über.
Mit von der Partie sind Lucas Abela aka Justice Yeldham - seines Zeichens gemeinsam mit Antonio Dimitrov aka every kid on speed aus Mazedonien Begründer von tiny noise; Derek Holzer, der ebenso wie auch Tina Tonagel treuen LeserInnen diese Logs längst kein Unbekannter mehr ist (mehr über Holzer wie auch über Tonagel im hauseigenen Archiv), die RaumZeitPiraten Tobias Daemgen und Moritz Ellerich (*yay* Overheads!!!)und viele andere mehr.
Und möglicherweise auch der/die LeserIn dieser Zeilen? Warum nicht - schliessslich lockt nicht nur das namhafte Aufgebot. Sondern auch das Motto der Veranstaltung: "tiny noise is for YOU"!
Von miss.gunst am 17.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
12.10.09
move in/nach halle
Hätte eigentlich schon eine Exkursionsempfehlung für das vergangene Wochenende sein können. Denn vergangenen Freitag hat die in Halle an der Saale .move eröffnet - eine Ausstellung mit Bildern in Bewegung, die auch ihre BesucherInnen in Bewegung bringt.
Im Hintergrund steht das von der in Halle beheimateten Werkleitz-Gesellschaft initiierte und dem European Media Art Network organisierte Stipendien-Programm EMARE (European Media Artists in Residence Exchange), das es in den vergangenen Jahren sechzehn KünstlerInnen (und Künstlerpaaren bzw- gruppen) ermöglicht hat, an unterschiedlichen Orten in ganz Europa neue Arbeiten zu produzieren.
Als erste Bilanz dieser schönen Einrichtung gibt es nun eben .move - und dazu wiederum gab es am Wochenende ein besonderes Programm mit zahlreichen KünstlerInnengesprächen, Vorträgen, Performances und Konzerten der Beteiligten. Letzteres ist jetzt natürlich schon gelaufen.
Aber damit stehen bei Werkleitz in Halle die Bänder keineswegs still.
Denn die Ausstellung mit zahlreichen Stationen an mehreren Orten der Stadt ist noch bis 25. Oktober anzusehen - und die Sache mit der Bewegung funkioniert nach wie vor, nicht nur auf Seiten der Bilder.
Denn abgesehen davon, dass man sich (als Extra, ist keine Installation, sondern einfach eine gute Idee der KuratorInnen gewesen:) im zentralen Intecta-Gebäude - einem ehemaligen Jugendstil-Kaufhaus, das zu DDR-Zeiten Möbelhaus war und dann über 15 Jahre lang im Leerstand rottete - auf zwei Schaukeln setzen und in den bröselnden Deckenhimmel schwingen kann, geht auch an und zwischen den Ausstellungsorten jede Menge.

Mit das eindrücklichste Erlebnis ist es vielleicht überhaupt, von Station zu Station zu gehen. Denn hierfür haben Bertram Weisshaar und Ralf Wendt sechs "Audiowalks" erstellt - Klangspaziergänge, die auf ganz eigene Weise die Stadt erschliessen: Geschichten in Schichten und in Bewegung, die Gehen und Sehen, Geschichte und Gegenwart, Realitäten und Träume in und über Halle miteinander verflechten. Kino für den Kopf, in dem gleichzeitig Spiel- und Dokumentarfilme laufen - und bei denen man im Gehen und Mitgehen unversehens (bzw. -hörens) zum Protagnisten wird.
Hingehen bzw. hinfahren und mitgehen sei hiermit wärmstens empfohlen...
Von miss.gunst am 12.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.10.09
netaudio hören sehen lesen
In Berlin wird heute das Netaudio Festival '09 eingeläutet.
Für netlabel-Fans und -BetreiberInnen eh ein Anlass vor Ort zu sein - aber netter Weise und ganz netzgerecht lässt sich ein Stück vom Glück auch am heimischen Rechner erhaschen.
Mit Hilfe von Herbstradio wurde nämlich ein Livestream(ing) organisiert, unter anderem zu erhaschen über das Berlin Mitte Institut.
Netter ist's natürlich, selbst ins Maria zu gehen, um die Konzerte des Nachtprogramms nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Gleiches gilt für das Tagesprogramm, zu dem neben Vorträgen und Panels auch eine Netzlabelmesse gehört - die sich nun wirklich schwer in einen Stream packen lässt.

Dafür können sich Daheimgebliebene in der Zeit, in der die ansonsten sicher glücklich(er)en Kollegen in B. an den Tages- und Nachtprogrammspezereien weiden, schon mal schmökernder Weise einen Wissensvorsprung verschaffen: Antina Michels Buch "Netlabels: Soziale Netze On- und Offline" - das demnächst auch (mit Seiten) im Druck erscheinen wird - lässt sich im Bereich "Publikationen" als pdf herunterladen. Und im Anschluss lesen selbstredend auch.
Und ansonsten tröstet uns: Der Festivalsampler. Ebenfalls 4Free. Merci!
Von miss.gunst am 08.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.10.09
gespenstergeräusche (WRT)
Gemeinhin werden Gespenster gern als bewegte Bettücher mit hohlen Augenlöchern imaginiert. Obwohl man doch eher davon ausgehen sollte, dass sie vorzugsweise unsichtbar ihr Unwesen treiben.
Wie sie sich dann bemerkbar machen?
Na klar: Durch Geräusche. Oder auch Klänge?
Werden wir hören. Und zwar - in direkter (und bereits angekündigter) Folge des letzten Webradio-Tipps, der dem Paranoise galt.
Am kommenden Freitag (09.10.) früh (bzw. Donnerstag Nacht) wird nämlich wieder die Klangkunst-Stunde von Deutschlandradio Kultur zur Geisterstunde.
Diesmal ist kein Geringerer als Frieder Butzmann an der Reihe, den körpelosen Wesen klanglich Gestalt zu verleihen.
"Alethes Soundbeams" heisst sein Hörstück, in Anlehnung an Friedrich de la Motte Fouqués Schauerroman "Die wunderbaren Begebenheiten des Grafen Alethes von Lindenstein".

Warum diese Empfehlung diesmal nicht erst zunm Donnerstag erscheint? Nunja, für den und die darauffolgenden Tage haben wir schon einen anderen heissen (Hör-)Tipp vorgemerkt...
[Bildchen: Drei Geistlein aus weissem Rauschen. Gelegenheitshalber selbst erlauscht.]
Von miss.gunst am 05.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.10.09
paranoise (WRT)
Und da komnt er schon, der gestern noch vermisste Webradio-Tipp der Woche: Bekanntermassen der Paralektronoia zugeneigt, können wir endlich wieder einmal etwas Einschlägiges empfehlen.
Bei Deutschlandradio Kultur ist in der Reihe Klangkunst nämlich eine dreiteilige Serie zu Geisterstimmen angesetzt, deren erste Folge - die den vielversprechenden Titel "paranoise" trägt - wir morgen frühfrühfrüh bzw. heute Nacht zur Geisterstunde zwischen 0:05 und 1:00 Uhr lauschen können.
Das paranoise-Stethoskop legen Dirk Specht (s. Nook Audio) und Svann Langguth an, die Geräte der Transkommunikationsforschung (mehr dazu auf den Heimseiten des gleichnamigen Vereins) als Musikinstrumente einsetzen werden.
Also dann: Stellen wir unsere Sensoren doch gespannt auf Empfang.

[Bildchen: Wie unschwer zu erkennen, der Geist eines Tonbandgeräts - dessen diesseitigen Präsenz ursprünglich von Hannes Grobe fotografiert und in die Wikimedia Commons gespendet wurde. Wir danken und übernehmen auch für den Geist die Lizenz: cc-by-sa]
Von miss.gunst am 01.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.09.09
BASICODE radio
Leider kein Webradio-Tipp. Aber man kann ja nicht immer alles haben. So wird's wenigstens eine Empfehlung für jene, die gelegenheitshalber heute Abend (30.09.09) in Berlin zu einer Veranstaltung zu pilgern in der Lage sind.
Dort wird nämlich - passend zum deutsch-deutschen Feierjahr - im Rahmen der Reihe "DT 64"ein kundiger Rückblick auf ein spannendes Stück Radiogeschichtegeworfen. Und zwar, wie der Titel verrät - speziell auf das Jugendprogramm des Rundfunks der DDR.
Dass es da so einige spannende Entdeckungen zu machen gibt, dürfte wohl auch der heutige Abend belegen. Da geht es nämlich unter dem vielversprechenden Titel "Familie Völz und die Computer" um die Nutzung von BASICODE - also jene auf BASIC aufsetzende Programmiersprache, die in den 1970ern als "Esperanto für Computer" die frühen Heimcomputer-Fans begeisterte.
In der DDR hat sich seinerzeit der Physiker und Informationswissenschaftler Horst Völz um die Verbreitung von BASICODE verdient gemacht - unter anderem, indem er Kurse für den Computer-Club entwickelte und für deren Ausstrahlung, inklusive Code, im Jugendradio sorgte.
Horst Völz wird beim heutigen Abend in der DT 64-Reihe (die übrigens von Dunja Funke und Moritz von Rappard, der schon im seligen Tesla Berlin Radio-aktiv war - ersonnen und organisiert worden ist) anwesend sein. Mit von der Partie sind ausserdem Joachim Bauman, seines Zeichens zu DDR-Zeiten Redakteur des REM-Computermagazins und Ralf Homann, der unter anderem das Experimentalradiostudio der Bauhaus Universität Weimar aufgebaut und lange Zeit geleitet hat. Kurzum: Es werden sicher spannende Stunden werden...
[Bildchen: Schaut vielleicht etwas komisch aus, schemenhaft und verpixelt-verschwommen? Liegt daran, dass es ein passendes DDR-Radioempfangsgerät zu imaginieren galt. Und das ist ohne Kenntnisse der Materie bekanntlich eher schwer.]
Von miss.gunst am 30.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
26.09.09
atoms & bits
Klein Klein aufs Ganze gehen? Analog und digital? Klingt ja fast nach den kürzlich umschwärmten "Little Bits".
In Berlin ist unter obigem Namen und mit dem sprechenden Untertitel "Making Thinking Doing" nun ein Festival ausgerufen worden, das "Visionäre, Baustler, Aktivisten, Geeks, Kreative - eben alle, die eine neue Kultur des Selbermachens zelebrieren" versammeln will.
Das müssen wir natürlich näher beäugen.
Auf den Heimseiten von "atoms & bits" blinkt denn auch gleich eine ganze Liste von Themen, denen HeimwerkerInnen (i.u.S.) denkbar zugeneigt sein dürften: Um die "Lust am Bausteln (DIY)" und um "Neue [sic} Formen der Arbeit (Coworking)", um eine "Kultur der Offenheit (OpenEverything / Creative Commons)" und um "Neue und offene Formen der Politik" sowie nicht zuletzt um "Aktuelle Formen des Kunst- und Kulturschaffens (Art of Production of Art)" soll es gehen.
Alles das während stolzer zehn Tage (a&b festival) sowie an diesem Wochenende (26./27.09.09) auch auf einer in BarCamp-Form veranstalteten Konferenz.
Mehr Einblick in Pläne, Pojekte und Perspektiven ist im begleitenden Blog zu erhalten - wobei der ebenso wie die Seiten selbst ein kleinwenig unübersichtlich ist (was wohl ein bisschen mit der programmatische Offenheit der Organisation zu tun hat, in welcher sich insbesondere kleinste Teilchen wie Atome und Bits gern mal verlieren).
Aber wie auch immer. Grundsätzlich schaut das nach einer ganz sympathischen Sache aus. Sollte, wer die Gelegenheit dazu hat, beschnuppern und womöglich eben auch aktiv einen Beitrag anbieten.

Nur: Wenngeich wir ja ahnen, wo der gute Gedanke mit den a und b herkommt (Hallo Donna Haraway) - ob atoms&bits wirklich "die kleinsten Elemente unserer modernen Gesellschaft" sind, zumal wir ja doch niemals modern gewesen sind, nunja. Das wagen wir mal zu bezweifeln.
[Bildchen: Kleinste Teile. Ganz gross.]
Von miss.gunst am 26.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
19.09.09
la soirée des bricoleurs
So, nun braucht es aber doch noch einmal einen ganz speziellen Wink in Richtung Fribourg - wo nach wie vor das Festival zum zehnten Geburtstag von [anyma] steigt. Denn, a propos steigt: Die Grande Fête des Festivals findet am heutigen Samstag (19.09.) Abend statt.
Auf dem Programm steht nämlich eine Soirée des Bricoleurs - also ein Abend der Bastler. Und natürlich sind dabei eine ganze Reihe hochgeschätzter KünstlerInnen aus dem Radius von HOME MADE mit von der Partie:
Beispielsweise Florian Kaufmann (mehr im hauseigenen Archiv) und Michael Gianfreda (dito), Bernhard Wagner (dito).
Markus Haselbach und seine Mitstreiter von der Schweizerischen Gesellschaft für Mechatronische Kunst, die über die Woche diy makeaway-Workshops veranstaltet haben, werden sich zum diy kamikaze orchestra formieren und ein kleines Ständchen geben eine rauschende Lötperformance mit musikalischem Mehrwert veranstalten.

Und ausserdem gibts - was auch immer das genau sein mag - einen Cosmic Gluntsch mit Maya Leibundgut und Claude Winterberg.
Wann und wo? Beim Festival 10 ans von [anyma] - und in diesem Fall im guten alten Belluard ab 20:00 Uhr.
[Bildchen: Stammt von einem früheren Auftritt des diy kamikaze orchestra - und von Herrn Sternenjäger, der selbigen fotografierte und dem unser Dank gebührt. Merci!]
Von miss.gunst am 19.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
14.09.09
anyma festival
[anyma] ist in der vergangenen Woche zehn Jahre alt geworden. Dem in Fribourg ansässigen Kunst-Kollektiv - aus dessen Werkstatt der Videobass und zahlreiche andere spannende Entwicklungen stammen - zum Geburtstag zu gratulieren: Das allein wäre schon Grund genug, in die schöne Stadt an der Saane zu reisen.
Nun wären umgekehrt [anyma] aber nicht [anyma], wenn sie sich nicht selbst schon etwas Passendes einfallen lassen hätten, um das Geburtstagsfest zünftig zu begehen. Das haben sie natürlich.
Sie laden zu einem "festival 10 ans" - bei dem es, wie's sich für eine dem kreativen Basteln zugeneigte Vereinigung gehört - nicht nur Kaffee und Kuchen gibt. Sondern genau jene Spezereien, die auch dem Freundeskreis am Besten munden: Ausstellungen, Konzerte und Workshops satt!

Das ganze phantastische - und von den Jubilaren selbst gestemmte - Programm lässt sich den eigens hierfür eingerichteten Heimseiten des Festivals entnehmen.
Und wir ziehen da erstmal den Hut, werfen Blumen und empfehlen wärmstens: Wer kann, fahre hin!
Von miss.gunst am 14.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.09.09
DIY @ ars electronica ... (ff)
Weidlich sondiert und vieles eigenhändig ausprobiert. Und siehe da: Die zum Start des diesjährigen Festivals gestellte Frage lässt sich - kaum anders als erwartet - tatsächlich mit einem entschiedenen JA beantworten.
Zwar setzt die ars electronica, zumal was ihre Aushängeschilder - allen voran den Prix und das in diesem Jahr wieder neu eröffnete ars electronica center - betrifft, im Grossen und Ganzen nach wie vor auf High End Technologie und deren möglichst glanzvolle Repräsentation.
Aber es gibt eben doch auch jede Menge spannender Arbeiten und Ansätze zu entdecken, die sehr viel näher am medialen Alltag und dessen potentieller Mitgestaltung operieren.
Erwartungsgemäss in besonders hoher Dichte dort, wo sich der Nachwuchs vorstellt - also in den Ausstellungen des diesjährigen Campus. Wobei die eine der beiden Campus-Ausstellungen - "The Royal Interface Culture Masquerade Ball" mit Projekten von Studierenden des an der Kunstuniversität Linz angesiedelten Studiengangs Interface Cultures - DIY sogar ziemlich prominent zum Claim erklärte. Indes die versammelten Arbeiten grossenteils DIY-Kulturen eher auf einer Meta-Ebene adressier(t)en.
Die zweite Campus-Schau wiederum wurde vom MIT Media Lab bestritten - was bei manchen vorweg vielleicht erst einmal High End in jeglicher Hinsicht assoziiert. Doch just hier reihten sich dann regelrecht die Perlen kreativer Bastelkultur.
Und auch in den übrigen Ausstellungen bzw. an den übrigen Ausstellungsorten der ars - der "Human Nature Exhibition" im Brucknerhaus, "Cyberarts 09" [sic] im Offenen Kulturhaus und sogar im glitzernden ars electronica center, wo es gleich mehrere Themenausstellungen sowie Highlights aus der ständigen Präsentation bzw. den sogenannten "Labs" zu sehen gab, liessen sich einige einschlägige Projekte entdecken.
Ganz zu schweigen von den vielen Speziallokationen und -präsentationen, darunter auch Wohnmobil und Zelt der Migrating Art Academies, die - wie dereinst Courbet vis-à-vis der Akademieausstellung - gegenüber dem AEC campierten.

[Bildchen: Für einmal noch eine Fortsetzung einer Variation von DIY-Hybridnatur. Wie bereits beschrieben der Versuch einer Kreuzung des diesjährigen ars-Themas (das in den nächsten Einträgen, soviel kann man schon verraten, tendenziell zu kurz kommen wird) mit der von uns so hoch geschätzten Low Tech-Bastelei...]
Von miss.gunst am 08.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
04.09.09
DIY @ ars electronica ...?
Wie jedes Jahr im September lockt Linz zur ars electronica - und heuer vielleicht sogar noch etwas mehr, weil speziell zum Kulturhauptstadtjahr auch sonst vor Ort so noch so Einiges aufgeboten wird.
Da sollte sich doch auch für BastlerInnen etwas finden lassen!
Das aktuelle Motto "Human Nature" durch die DIY- bzw. Bastel-Brille zu betachten, dürfte zwar tendenziell in eher problematische Gefilde führen (wenn man sich nicht aufs Philosophieren beschränken will - und selbst dort ist die alte Frage nach dem Sich-Selbst-Machen ja schon komplex genug).
Andererseits haben Vorstellungen entsprechender Vorstösse seitens der KünstlerInnen auf der ars längst Tradition - geballt gab es sie beispielsweise auf der Ausgabe 1993 ("Genetische Kunst - Künstliches Leben"), zu der Peter Weibel seinerzeit den "Achten Tag der Schöpfung" ausgerufen hatte.

Und zudem wäre die ars nicht die ars, wenn es nicht jenseits des Hauptthemas unzählige spannende Dinge zu entdecken gäbe. So eben auch zur DIY-Kultur und anderen im hauseigenen Einzugsgebiet liegenden Themenfeldern - mehr dazu dann in den nächsten Tagen ff., will ja alles erst einmal erkundet werden...
[Bildchen: Nicht unbedingt menschlicher Natur? Nunja. Ein veritables Plantimal bzw. eine genseitig menschelnde Pflanze stellt beispielsweise Genkanin-Vater Eduardo Kac auf der ars vor - und ist dafür auch mit der Goldenen Nica in der Kategorie Hybrid Art bedacht worden. Unsere Pflanzentierchen hier hingegen sind ganz schlicht der traditonellen Herbstbastelei entlehnt. Wobei letztere, im Licht der aktuellen ars betrachtet, vielleicht ja schon immer... aber solche Spekulationen stehen wohl trotzdem erstmal auf einem *ähm* anderen Blatt...]
Von miss.gunst am 04.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
16.08.09
sommercamp workstation
Dass sich der Sommer nicht nur zum Kuscheln mit Sandkörnern eignet, sondern gerade von bastelfreudigen Klang- und BildforscherInnen gern zum gemeinsamen Arbeiten genutzt wird, haben wir ja schon mehrfach feststellen können in dieser Saison.
Un so gab es in Berlin - wo just dieses Wochenende auch die interflugs summer academy zu Ende gegangen ist (s.a. den Eintrag vom 29.07.09) - über die laufende Woche schon die nächste einschlägige Fortbildungsangebot:
Das Projekt "sommer camp + workstation = 2009" - initiiert von Carsten Stabenow (ex-garage Stralsund und nun garage berlin) und Carsten Seiffarth (Hörgalerie Singuhr und ex-Tesla Berlin) - knüpft an den Strang an, der seinerzeit vom Tesla ausgelegt worden war (s. a. im hauseigenen Archiv) und aufgrund der Einstellung der Förderung nicht mehr im würdigen Rahmen einer eigenen Institution für künstlerische Experimentalelektronik weitergeführt werden konnte.

Erst mal eben mit dem als erstem Baustein fungierenden "Sommercamp", das aus mehreren Workshops bestand. Erwartungsgemäss waren als WorkshopleiterInnen jede Menge spannender KünstlerInnen eingeladen - einige davon treuen LeserInnen auch aus einigen Log.Buch-Einträgen bekannt, andere aber noch nicht, sodass es eigentlich gleich eine Reihe neuer Zettelkästen-Einträge hageln müsste.
Für heute soll, weil eilig, erst mal der Hinweis auf die Abschlusspräsentationen genügen. Ab 16:30 Uhr im Haus der Kulturen der Welt (siehe dazu auch den detaillierten Stundenplan als pdf).
Wer keine Zeit hat und/oder nicht vor Ort in B. weilt: Könnte sich schon mal das "Diskursive Wochenende" vormerken, das als nächster Baustein dann für den 20. bis 22. November geplant ist.
Und/oder danach lugen, was sich im Bereich der projekteignenen Produktionen so bewegt.
Mit ein bisschen Glück und Spucke bzw. wenn denn die Signale dort gehört werden sollten, wo es auch längerfristig Mittel gibt, wird es hoffentlich nicht dabei bleiben. Und wir halten die Daumen und bleiben erstmal dran.
[Bildchen: Zeigen das Camp-im-Camp in Form der Summercamp-Zeltchen (standen auch drinnen im HKW). Stammen beide aus dem Summercamp 2009-Flickr-Pool und wurden von Carsten Stabenow dankenswerterweise unter cc-by-sa lizensiert, merci! - was natürlich weiterhin für die hier verwendeten Ausschnitte gilt.]
Von miss.gunst am 16.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
07.08.09
séance mit vogelstimmen (WRT)
Vogelstimmen aus dem Jenseits? Ja genau. War ja sicher sowieso kein Zufall, dass Friedrich Jürgenson selig seinerzeit Kontakt aufnahm, als er im Garten Tonbandaufnahmen von unseren gefiederten Freunden machen wollte.
Allerdings waren es in Jürgensons Fall bekanntlich die Stimmen dahingeschiedener Menschen, die er dann beim Abhören der Bänder vernahm.
Wolfgang Müller hingegen, als Elfenexperte mit der Welt des Übersinnlichen bestens vertraut, lauscht nicht nur in diesseitigen Gefilden vorzugsweise Vögeln nach.
Vergangenes Jahr hat er daher eine "Séance Vocibus Avium" - also eine spiristsche Sitzung mit (bzw. durch) Vogelstimmen - einberufen. Und welche Vogelgeister wären für eine solche Anrufung wohl geeigneter als jene von Federtieren, die bereits ausgestorben sind?

Für die von Müller eingeladenenen Medien - allesamt begabte KollegInnen (von Francoise Cactus und Brezel Göring über Frieder Butzmann bis Justus Köhncke) - eine denkbar anspruchsvolle Aufgabe. Mogeln und aus der Tasche zuvor aufgenommene O-Töne abspielen kann man bei ausgestorbenen Arten schliesslich nicht.
Aber es ist allen Beteiligte gelungen, ihre medialen Talente zu aktivieren. Und zwat derart überzeugend, dass "Séance Vocibus Avium" kürzlich den Karl-Szuka-Hörspielpreis 2009 gewonnen hat.
Gratulation! Und um so größere Begeisterung (in doppeltem Wortsinn), als sich jederzeit an der Séance teilhaben lässt. Denn der Bayerische Rundfunk hat sie - und wir haben damit einen besonders schönen Webradio-Tipp - tatsächlich als Podcast zum Mitlauschen und -singen ins Netz gestellt.
[Bildchen: Eigene freie Assoziation zu bzw. von traurigen Vogelgeistern. Von Wolfgang Müller selbst gab es Visuelles zu "Séance Vocibus Avium" vor einiger Zeit im Neuen Aachener Kunstverein sowie ab 29.09. in der Galerie Crystall Ball in Berlin zu sehen.]
Von miss.gunst am 07.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.08.09
elektromagnetische stromereien
Der Elektromagnetische Sommer 2009, den wir kürzlich noch freudig begrüsst haben, ist ja eigentlich schon wieder zuende gegangen. Leider.
Aber vielleicht lassen sich doch noch ein paar Schwingungen nachfassen?
Gleich vorab für jene, die es tatsächlich noch nicht kennen sollten: Die Zürcher Stromereien haben, ungeachtet ihres scheinbar einschlägigen Titels, eigentlich nichts oder nur wenig mit Elektrizität zu tun. Für ein Performance-Festival gibt's einfach andere Prioritäten.
Bei genauerer Sichtung des Programms kann man dann aber doch das eine oder andere Bizzeln ausmachen: So beispielsweise vergangenen Sonntag, als Simon Berz mit -STROM+ sein einschlägig aufgerüstetes Schlagwerk zum Einsatz brachte (leider verpasst, aber es hat ein nettes Foto dazu im Stromereien-Archiv. Hoffe, die Stäbchen waren, + hin, - her, gut isoliert...).
Für den heutigen Mittwoch ist nun eine Performance von Jordan McKenzie angekündigt, zu der es - etwas versteckt, nämlich im Text zu den begleitenden Denkströmen - heisst:
"Übrigens: Der Paradeplatz als elektromagnetischer Raum wird während der Performance von Jordan McKenzie am Mittwoch 5. August, 12.30 - 14.30 Uhr besetzt."
Hoppla. In der Beschreibung von McKenzies Projekt ist eigentlich nichts zu lesen, was auf entsprechende Bezüge schliessen lässt. Oder ist damit etwa nur die zeitgleiche (Radio-)Ausstrahlung der Denkräume-Gespräche gemeint? Oooch. Also da hätte unsere wilde Phantasie vielleicht noch eine andere Option vorzuschlagen:

Auf einem der Fotos, die McKenzies bisherige Interventionen (es gab schon solche am Montag) dokumentieren, schaut es doch ein wenig so aus, als habe der Künstler mit Hilfe eines speziellen Instruments Kontakt aufgenommen. Schliesslich soll es darum gehen, "in diesen dunklen Tagen der finanziellen Unsicherheit Hinwendung und Zuspruch durch eine Reihe öffentlicher Interventionen in und um grosse finanzielle Institutionen in der Stadt Zürich" zu suchen. Ganz sicher handelt es sich hier also um veritable Transkommunikation, die bekanntlich ja gut über elektromagnetische Felder funktioniert. Vermutlich tuschelt McKenzie da mit den Seelen nicht wirklich friedlich verstorbener Anlagen... Und was sagen sie wohl zum Stand der Dinge? Hui? Oder Buh?
[Bildchen: Illustriert die wilde Phantasie. Oder so ähnlich. Für die wunderschöne elektromagnetische Welle danken wir Wikimedia Commons-Spender SuperManu. Lizensiert ist das Bildchen wie diese cc-by -sa. Merci!]
Von miss.gunst am 05.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.08.09
ameisen, hörbar (ohrenhoch)
A propos Neues aus bzw. in Neukölln. Ein bisschen umgeschaut haben wir uns natürlich auch im Zuge unserer Berlin-Exkursion - und in den Strassen rund um den Campus der interflugs summer academy gab da Einiges zu sehen. Und: Zu hören.
Gleich ums Eck bzw. in der Weichselstrasse, die parallel zur Ruetlistrasse verläuft, führen nämlich Knut Remond und Katharina Moos seit Anfang 2008 den Geräuschladen "Ohrenhoch".
Was das ist, so ein Geräuschladen bzw. was es dort gibt? Wie der Name schon sagt: Geräusche.
Dazu - wenn man will - an der kleinen Ladenbar auch leckere Getränke. Aber sonst kein Drumrum. Einfach Sitzgelegenheiten. Lautsprecher. Sound.
Mit wechselndem Programm - und just am vergangenen Sonntag, als wir im Laden und ganz Ohr waren: Insektenmusik!
Nach Berlin gebracht hat sie der Schweizer Komponist Pierre Thoma, der in einem Genfer Labor Ameisen belauscht und daraus ein in der Tat ohrenbeeindruckendes Stück gezimmert hat. Minimal Art für Myrmekophile und solche, die es werden wollen.
Für BerlinerInnen und Zugereiste (wie zum Beispiel die SommerakademikerInnen) besteht auch am heutigen Sonntag noch einmal Gelegenheit dazu. Bis 21:00 Uhr.
In diesem Sinne: Ohren hoch!

[Wobei, beiseit: So ein um einige Dezibel verstärkter, behende mahlender Ameisenkiefer einem sofort die Lust vergehen lässt, dereinst als potentielle Leibspeise dieser niedlichen Tierchen wiedergeboren zu werden... also, schön brav sein, oder? Das Bildchen ist trotzdem ein bisschen arg daherfantasiert. Im Ohrenhoch wird den Ameisen nämlich ohne Kopfhörer gelauscht.](small>
Von miss.gunst am 02.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.07.09
es wird (nicht) gestreikt
Uneindeutige Ansage? Das ist natürlich Absicht. Denn auch mit der programmatischen Absage, die man gemeinhin mit dem Begriff "Streik" assoziiert, verhält es sich ja keineswegs so einfach. Beispielsweise, weil eine Arbeitsniederlegung ganz schön viel Arbeit machen kann.
Gibt also schon ganz grundsätzlich so Einiges zu klären in Sachen Streik(en). Richtig kompliziert wird es dann, wenn man sich auf das Feld der Kultur und der Künste begibt, auf dem sich die Arbeitsverhältnisse noch einmal etwas anders gestalten als in jenen Sektoren, in denen für gewöhnlich zum Streik aufgerufen wird.
Das an sich ist nicht ganz neu - tatsächlich hat es in der Geschiche der Kunst insbesondere seit den 1960er Jahren diverse Streikbewegungen gegeben; so beispielsweise den legendären Art Strike.
Im aktuellen thealit laboratorium in Bremen, wo heute die Streik Academy (bzw. die Strike Akademie ;)) beginnt - den zugehörigen Aufruf haben wir vor einiger Zeit ja auch in diesem Log.Buch weitergereicht - lässt sich nun jedoch eine ganze Palette möglicher Perspektiven aufs Thema erkunden.
Auf dem dreitägigen Programm stehen nicht nur Vorträge und Workshops, sondern auch Konzerte und Performances - von Streikenden und Streiks Bestreikenden, für Streikende und solche die es (nicht) werden wollen.

Von miss.gunst am 17.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
15.07.09
camp 09
Vorgestern gestartet ist nicht nur der Elektromagnetische Sommer, sondern auch ein anderes Festival, das wir kennen und schätzen. Bei(m) camp in Stuttgart geht es allerdings nicht um Radiowellen, sondern um Klangkunst und Visuelle Musik.
Wie immer hat die Stuttgarter Initiative internationale KünstlerInnen eingeladen, die nun seit Montag zunächst einmal mit Workshop-TeilnehmerInnen arbeiten und sich untereinander austauschen.
Freitag und Samstag geht es dann erst recht zur Sache, wenn alle Beteiligten dann mit AV-Performances und Konzerten die Bühne bespielen.
Bereits heute gibt es jedoch einen Anlass, sich als Festival-BesucherIn in den Württembergischen Kunstverein zu begeben:
Um 19:00 Uhr hält Martin Koeppl - selbst AV-Künstler und Professor an der FH Metzingen/Schwäbisch-Hall - einen Vortrag zum Thema und anschliessend eröffnet eine Ausstellung, welche Arbeiten von KünstlerInnen versammelt, die in den vergangenen zehn Jahren beim camp Festival mit von der Partie waren.
Zumal wir das Ganze auch schon selbst getestet und für gut befunden haben: Können wir einen Besuch nur allerwärmstens empfehlen!

Von miss.gunst am 15.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
13.07.09
lauter inseln (WRT)
Letztes Jahr ist er uns glatt durch die Lappen gegangen, aber diesmal sind wir wieder ganz Ohr und können den Webradio-Tipp der Saison ausgeben: Heute startet LoRa Zürich in den Elektromagnetischen Sommer 2009!
Der Klangkünstler Jörg Köppl (der erst kürzlich auch ein ganz wunderbares Programm für unser Lieblings-Kunstradio-Netzwerk radia.fm beigesteuert hat) verspricht in Kooperation mit dem Kunsthof - wo vor zwei Jahren Marold Langer-Philippsen mit seinen Jurten campierte - "Lauter Inseln" (und wohl auch die eine oder andere laute Insel) in den Radiowellen-Ozean zu entlassen.
Wer sich nun wundern mag, zugleich in der Ankündigung zu lesen, dass es dabei um "Dialoge" gehen soll: Vielleicht ist ja doch jeder Mensch eine Insel - aber eben die Vorstellung, dass einsame Eiländer nicht miteinander kommunizieren können, schlicht und ergreifend falsch.

Neugierig geworden? Einfach einen Blick aufs Programm und die Hintergrundinfos zu den Beteiligten und dann sich mit Schwung in die Wellen des Webstreams werfen... wo heute Mittag ab 12:15 Uhr übrigens erst einmal Lachyoga angeboten wird. Na dann!
Von miss.gunst am 13.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.07.09
eisenwind (WRT)
FreundInnen der Brückenmusik aufgemerkt: Heute gibt es nicht nur endlich wieder einmal einen Webradio-Tipp, sondern sogar einen, in dem denkbar massive Saiten angeschlagen werden.
Schnöd geklampft wird selbstredend nicht. Vielmehr hat sich der dänische Klangkünstler Jacob Kirkegaard - treuen LeserInnen auch aus mehreren Einträgen in unserem Log.Buch bekannt - vor drei Jahren auf eine akustische Forschungsreise am Kölner Rheinufer gemacht und dort mit Kontaktmikrofonen jene Konzerte aufgenommen, die Wind und Wetter, Regen- und anderes Wasser auf den metallenen Uferbezäunungen und -geländern geben. Unter dem Titel Iron Wind bzw. Eisenwind hat er anschliessend ein Radiokunst-Stück für den WDR Köln daraus gemacht.

Ist natürlich streng genommen nicht lupenreine Brückenmusik, wie sie beisielsweise Jodi Rose in bzw. bei ihren "Singing Bridges" sammelt (s. dazu auch den Eintrag vom 15.03.07 im hauseigenen Archiv). Wobei Jacob Kirkegaard seinerseits übrigens auch einmal eine von Jodi Roses Brückenmusikaufnahmen in eine eigene Komposition transformiert hat (gabs mal bei GUNSTradio zu hören, wo im vergangenen Jahr mit Autophones zudem ein weiteres Brückenmusik-Projekt an den Start gegangen ist).
Jedenfalls: Heute Nacht um 23:05 Uhr wird im WDR Studio Akustische Kunst Kirkeggards Eisenwind noch einmal zu Gehör gebracht. Nicht vepassen!
[Bildchen: Ist tatsächlich ein Stück Geländer vom Rheinufer - extrahiert aus einer fast schon zu schönen Panoramafotografie, die Ahgee ASR688in die Wikimedia Commons gespendet hat. Lizenz: cc-by-sa. Merci!
Von miss.gunst am 10.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.07.09
pool loop
Das Ereignis dieses Wochenende in Zürich braucht man eigentlich nicht gross anzukündigen. Aber mindestens ein kleines Fähnchen hissen müssen wir natürlich doch...
Heute startet nämlich das POOL/LOOP/ Festival - das ja allein schon aufgrund seiner bestechend logischen und logotechnisch schlicht bestechenden Benamsung einen Extra-Punkt verdient.
Die angesichts der hochsommerlichen Temperaturen natürlich nochmals verlockender tönt. [Auch wenn es, beiseit bemerkt, eigentlich am Austragungsort keinen Pool wie den auf der Heimseite präsentierten hat - sondern, was umso schöner ist, schlicht und einfach der Zürisee zum Sprung in die Fluten lockt...]
Aber zur Sache, und da können und müssen wir, weil wir's grad etwas eilig haben, einfach zitieren:
"POOL/LOOP/ ist ein audiovisuelles Sound- und Medienfestival in der Roten Fabrik Zürich und Nachfolger von COPY! und Netlabelfestival. Ziel von POOL/LOOP ist die lustvolle und aktive Auseinandersetzung mit zeitgenössischer elektronischer Kunst und Musik. Es wird Krachen, Klicken, Wummern, Dröhnen, Säuseln, Quietschen und Fiepen. Es darf gebastelt, geschnitten, gesägt, gelötet, getanzt, gefeiert und gebadet werden."
Na also - wenn das nicht höchst verlockend klingt. Nix wie hin!

[Bildchen: Von der Wasserfarbe her kommt unser imaginierter Loop-Pool fast hin - seine Füllung aben wir freilich nicht aus dem Zuerisee, sondern aus dem legendären Emerald Pool entwendet. Dank gilt dem Wikimedia Commons Spender Mav - und wie das Original ist auch dieses Bildchen cc-by-sa lizensiert.]
Von miss.gunst am 02.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.06.09
licht, blicke (camera obscura)
Zwischendurch, zumal's mindestens atmosphärisch auch zum materialisierten Dunststreif auf der Aughölzli-Waldlichtung passt, ein Ausflugs-Tipp für die im Log.Buch leider schon länger vernachlässigten FreundInnen der Lochkamera.
Im Landesmuseum Niedersachsen Oldenburg läuft schon seit Ende Mai und noch bis zum 09.08.09 eine Ausstellung namens "Licht · Blicke. Aktuelle Positionen & ästhetische Experimente mit der Camera obscura".
Haben wir bislang auch selbst noch nicht in Augenschein nehmen können - die Ankündigung tönt aber durchaus interessant. Wer vorab nach Arbeiten der beteiligten KünstlerInnen auslugen will (in der eher wortkargen Begleitinformation zur Schau hat es leider nur eine "Künstler wie"-Aufzählung, an die wir uns halten konnnten):
Fündig kann man beispielsweise bei Thomas Bachler werden, der in seinem (schön angerichteten) Archiv sogar eine eigene Abteilung für seine Camera Obscura-Arbeiten unterhält (unbedingt aber auch die Fotogramme und dort die Grammgramme anschauen!).
Ähnlich gibt es auch auf den Heimseiten von Volker Herre ein reich bestückten Bereich mit seinen Camera Obscura-Photographien. Günter Derleth hat überhaupt seinen Fokus ganz auf die Arbeit mit der Lochkamera ausgerichtet.

Schaut von daher alles in allem recht klassisch aus. Aber wer weiss, was vor Ort vielleicht noch an Experimenten gesichtet werden kann. Schliesslich werden auch Workshops für den Nachuchs angeboten - und Kinder sind bekanntlich die Künstler von morgen.
Zudem ist Oldenburg immer eine Visite wert: Müsste nämlich schon ein dummer Zufall sein, wenn nebenan im Edith-Russ-Haus nicht gerade eine spannende Ausstellung zu sehen ist...
[Bildchen: Keins von/aus der Ausstellung - wir haben einfach mal eine imaginaere Lochkamera vor dem Zwinger am Oldenburger Pulverturm aufgebaut. Herzlichster Dank für das Original geht an Wikimedia Commons-Spender Jürgen Howaldt - und wie dieses ist auch unsere Imagination mit der cc-by-sa lizensiert.]
Von miss.gunst am 30.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.06.09
stadtwaldeslust aughölzli
Schön ist es sowieso, im Frühsommer durch den Wald zu wandern: Flirrendes Licht auf frischem Grün... Und was, wenn es solche Waldeslust mitten in Zürich hätte - direkt im vierten Quartier?
Lässt sich seit Freitag und noch bis zum heutigen Sonntagabend (28.06.) ganz einfach ausprobieren.
Und zwar in der Müllerstrasse 47. Dort im Hinterhof residiert die Galerie Mü - und dieser Tage ist der wunderbare PopUpShop zu Gast.
Wie Fans dieser wirklich in jeder Hinsicht liebens- und schätzenswerten Kreativgemeinschaft wissen werden, ist ein Gründugsmitglied, nämlich Corinna Mattner, seit einiger Zeit an der Limmat ansässig. Nun hat sie endlich auch ihre - in der Zusammensetzung zwar immer wieder wechselnde, aber ganz offensichtlich wachsende - Familie zum Einstand geladen.
Traditionsgemäss hat der PopUpShop auch diesmal ein Thema, unter dessen (Laub-)Dach sich die Produktionen der Beitragenden vereinen, die diesmal zusammengefunden haben:
Eben die Waldeslust - womit, beiseit bemerkt, dem Anlass eines Einstands entsprechend nebenbei elegant an den überhaupt ersten PopUpShop namens Augenwald angeknüpft wird.
In zauberhaftes grünes Licht getaucht, wachsen dort Pilze und Kobolde an den Wänden... fleissige Feen haben aus Seidenpyjamas und -Krawatten gewirkte duftige Kleider und zünftige Schürzen für Förstertöchter hinterlassen... in der Mitte des Raums hat sich der weiche Frühnebel auf einer Waldlichtung materialisiert und bietet als heimelige Höhle Unterschlupf... rundum ranken zu zarten Ornamenten geformte Zweige.
Und Bilder gibt es in diesem Reum-Bild selbstredend auch zu sehen.
Da streift man doch gern mit frfr durchs Gehölz Aughölzli!
PopUpShop
frfr äugelt im wald
von und mit: Helena Adler / Shlomit Avishai / Karin Dürr/ Ana J. Haugwitz/ Samuel Kaufmann / Dina Keller / Maka Mamporia / Corinna Mattner / Suse Richter / Carolin Röckelein / Irina Zikuschka
26. bis 28. Juni 2009
Freitag ab 18 Uhr - Samatsg und Sonntag ab 12 Uhr
Galerie MÜ - Müllerstr. 47 (HH) - Zürich
[Bildchen: frfr äugelt im Wald - und herzigwieimmer von Karte und Plakat...]
Von miss.gunst am 28.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.06.09
hamster!
Wie gerne ergreifen wir die Gelegenheit beim Schopfe, die geneigte LeserInnenschaft endlich wieder einmal auf einen veritablen Webcomic zu verweisen - zumal in diesem Fall Hamster die Helden des Geschehens sind. Hamster haben wir - neben diversen anderen Getieren - bekanntlich ebenfalls sehr gern. Und überhaupt...
... handelt es sich in diesem Fall sogar um eine besonders gewitzte, weil nämlich Strategien des interactive storytelling nutzende Umsetzung. Die ausserdem besondere Beachtung verdient, weil sie von vielversprechendem Nachwuchs stammt.
Gefunden haben wir das Ganze nämlich bei den Einreichungen zum Schweizer JuniorWebAward bzw. eine Meldung, mit welcher die für den heutigen Dienstag in Zürich angesetzte Prämierung der aktuellen Runde angekündigt wird.
Wie es aussieht, sind die hurtigen Hamster, welche eine Gruppe von Schülern der P1m des regionalen Gymnasiums Laufental–Thierstein ins Rennen geschickt hat, zwar nicht mehr ganz unter den ersten Vorentscheidungsfavoriten des Wettbewerbs. Aber doch hoffentlich nicht gänzlich chancenlos - schliesslich fahren die kleinen Nager doch einen erheblichen Einsatz!
Ergo rufen wir doch gleich mal eine kleine Soligruppe auf den Plan und mit dieser Verstärkung umso vernehmlicher "Hamsteralarm!"
Und fiebern, zumal man auf diese Weise ja vielleicht noch einen Publikumspreis anregen könnte, weiter mit... Viel Glück!

Von miss.gunst am 23.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
13.06.09
open broadcast open
Hätten wir, weil ganz woanders unterwegs, beinahe verpasst mindestens anzukündigen für jene, die dieser Tage in Basel vorbeischauen können.
Open Broadcast - derzeit noch im Aufbau, wenn alles funkt wie geplant aber demnächst als offene Plattform für NutzerInnengeneriertes Radio on Air, feiert schon einmal ein bisschen voraus.
Und zwar bereits seit Wochenbeginn, wie sich im Nachhinein allerdings nurmehr im zugehörigen Team-Weblog nachlesen lässt.
Am heutigen Samstag (13.06.09) hat es aber noch Gelegenheit, der Abschlussparty beizuwohnen. Programm im Tageseintrag des oben bereits verankerten Blogs, ab 21:00 bis nächtens bzw. Sonntag morgen früh im radio village (dem Hauptquartier von Open Broadcast in der Basler Utengasse 15).

Da wünschen wir erst mal den Open Broadcastern frohes Feiern. Uns aber doch noch mehr - und nicht nur, weil von Ort des Geschehens denkbar weit entfernt - alsbald dann auch mal richtiges Open Broadcast Radio.
Oh, und: Wenns denn mal sendet, darfs sogar wie UKW rauschen. Digital hin oder her.
Von miss.gunst am 13.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.06.09
wellenbad, radiokonzert (WRT)
Wäre eigentlich schon ein kombinierter Konzert- und Webradio-Tipp für den vergangenen Sonntag gewesen. Aber mindestens lasuchen kann man dem Wellenbad auch heute Nacht noch einmal.
Dann wird nämlich die gleichnamige Sendung wiederholt (und zwar auf Radio Lora Zürich bzw. dessen Webstream ab 0:15 Uhr).
Im Walcheturm hatte sich auf Einladung von so21 wieder einmal (s. mehr im hauseigenen Archiv) eine muntere Runde von (Klang-)KünstlerInnen versammelt.
Zu nicht geringen Teilen in ähnlicher Besetzung wie vor gut einem Jahr schon in einem entsprechenden Konzert/Radio/Konzert - aus dem unmittelbaren Umfeld der HOME MADE-Gemeinde sind u.a. Simon Berz und Simon Grab dabei. Und Jörg Köppl, der nicht nur an der ZHDK spannende Radio-Projekte realisiert, sondern gerade erst für unser geliebtes internationales Kunstradio-Netzwerk radia.fm eine schöne Sendung gespendet hat. Undundund.
Ab ins Wellenbad!
[Bildchen: Hachja, Wellenbaden. Die Sinuswellen - aus einer kitschnasigen Stimmung heraus musste es auch die farbige Fassung sein - haben wir uns aus den Wikipedia Commons geliehen. Dem Spender Kieff gebührt unser herzlichster Dank!]
Von miss.gunst am 10.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.05.09
psychedelische torschlussparty (AOH)
Keine Sorge: Da wir ja nun gerade erst Schwung genommen haben, soll die Berichterstattung vom diesjährigen "Art of the Overhead" schon noch ein Stückchen weitergehen.
Das Festival selbst freilich und die zugehörige Ausstellung feiern heute (30.05.09) bereits in Richtung Finale.
Übrigens, da wir gerade bei der österreichisch-japanischen Freundschaft im Zeichen von Coded Cultures waren bzw. sind:
Auch bei AOH ist Japan dieses Jahr gut vertreten - und das gilt insbesondere auch nochmal für das Programm der Psychedelic Closing Party (pdf).
Freuen können sich Finnissage-BesucherInnen auf und an: OHPia mit Mickey Guitar aka Ken Matsutani, Mako Ishizuka mit DJ Kristian Nihlén, Junichi Okuyama - ergo einer starken Besetzung aus dem Land der Kirschblüte von Maywa Denki (s. a. den Eintrag vom 02.07.06) - sowie den/dem residenten DJ Projector. Und einer perfomativen Entfaltung der in der Ausstellung selbst zum DIY-Teach-In verfügbaren Mappen mit den Folien zur Geschichte der Overheadprojektoren (und -patente) durch die beiden Kuratoren, also Linda Hilfling und Kristoffer Gansing.
In jedem Fall dürfte garantiert sein, dass die zu Hochzeiten der psychedelischen Partykultur gepflegte Neigung zum Multi-Media-Experiment auf Low Tech-Basis mit gutem Schwung weitergeführt wird. Da wären wir natürlich gern dabei gewesen - aber da wir ja nun einige Kilometer Luftlinie entfernt bei Coded Cultures weilen, wird's diesmal keinen Bericht geben können bzw. muss es bei der Empfehlung bleiben...
Von miss.gunst am 30.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.05.09
coded cultures
Kaum angesetzt, müssen wir unsere kleine Reihe zur Art of the Overhead kurz unterbrechen - aber natürlich aus gegebenem Anlass, denn gestern ist in Wien ein nicht weniger einschlägiger Anlass an den Start gegangen: Die zweite Coded Cultures Conference.
Dass das eines spannende Sache wird, mag bereits ein flüchtiger Blick aufs Programm nahe legen.
Was aber wohl weder der Titel noch der sowohl in Konferenz und Künstler-Panels als auch in der Ausstellung angelegte Austausch mit Japan vorweg ahnen lassen (nunja - dafür muss man ganz einfach wissen, was dem Team von 5uper.net schon seit je am Herzen bzw. im Aktivitätsradius gelegen ist): Für FreundInnen der DIY-Kultur ist so Einiges dabei.
Mehr dazu (so stehts jedenfalls auf der hauseigenen Agenda bzw. in der imaginiären Liste der zehn besten guten Vorsätze) im Anschluss - denn erst einmal werden wir uns vor Ort tummeln.
Für heute erst einmal die Empehlung: Wer am Pfingstwochenende seine Ausflugskutsche in Richtung Wien lenken kann, sollte am besten gleich selbst am Ort des Geschehens vorbeischauen...
Von miss.gunst am 28.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.05.09
videoex 09
Eigentllich hatten wir ja eine Bastel- und Baustellen bedingte Sendepause einlegen wollen... aber nicht allein der Treue wegen muss auch ein Päuschen mal pausieren, wenn in Zürich wieder Zeit für videoex ist.
Gibt dieses Jahr nämlich unter anderem (oder vielleicht besser: allem voran) ein Spezialprogramm mit finnischen Gästen - und auf diesem Wege auch ein Wiedersehen mit einigen treuen Log.Buch-LeserInnen aus einschlägigen Einträgen bekannten Künstlern zu feiern.
Beispielsweise mit Mika Taanila (s.a. im hauseigenen Archiv) - noch sensationeller aber vielleicht, dass man im Programm "Pioneers I" sogar eine Arbeit von Erkki Kureniemmi (s. a. im hauseigenen Archiv) daselbst zu sehen bekommt.
Und sogar das kürzlich an dieser Stelle aus gutem Grund bejubelte finnische Sauna-Kino der Brüder Renvall ist mit von der Partie!
*yay*
Da wünschen wir natürlich frohes Schwitzen und Schauen - auf nach Zürich zum videoex!
Von miss.gunst am 24.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
22.05.09
art of the overhead rules again (AOH)
Heiss ersehnt und freudigst erwartet: Heute (22.04.09) startet im schwedischen Malmö das Hauptprogramm des zweiten internationalen Festival für FreundInnen der Kunst und Musik mit dem Tageslichtprojektor.*
"OHPen Surface" ist diesjährige Ausgabe von "The Art of the Overhead" überschrieben - und nicht umsonst zwischerts da zwischen den Zeilen "oooOHhhhhhh! OooHhhlala oooOHhhhhhh!"
Nachdem die Premiere von/mit AOH 2005 bekanntlich in Kopenhagen stattgefunden hat, sind Linda Hilfling und Kristoffer Gansing diesmal über den Öresund nach Malmö gezogen, wo der in den Docks gelegene Stapelbäddsparken dem AOH temporäre Bleibe bietet.
Auch diesmal lockt wieder ein reiches Programm mit einer grossen Ausstellung, in der neben zahlreichen neuen Arbeiten auch das festivaleigene Recherche-Archiv zur Technik- und Mediengeschichte der Overhead-Projektion sowie die wachsende Sammlung von Folien mit künstlerischen und wissenschaftlichen Präsentationen gesichtet werden können.
Damit nicht genug, gibts sowohl an diesem Wochenende als auch eine Woche später zur Finissage Konzerte, Performances, Performance-Lectures und Vorträge mit dem und rund um den Overhead.
Wer kurz entschlossen noch nordwärts aufbrechen will (was wir nur allerwärmstens empfehlen können) und schon mal vorfreudig einen Blick auf die versammelten Highlights werfen möchte, mag vielleicht in der pdf-Broschüre blättern, in der alle Beteiligten kurz vorgestellt werden.
Ansonsten und für alle Daheimgebliebenen wirds dann demnächst an dieser Stelle, also im Log.Buch, den einen oder anderen Eintrag geben. Denn (grosse Freude, die sich nur schwer verhehlen lässt:) Wir fahren hin!
* Ja, die gleichnamige Arbeitsgemeinschaft - also Kunst & Musik mit dem Tageslichtprojektor (mehr auch im hauseigenen Archiv) - sind natürlich ebenfalls mit von der Partie und haben in den vergangenen Tagen sogar mit anderen KünstlerInnen fleissig in eben jenem Workshop gewerkelt, für den vor einiger Zeit an dieser Stelle ein Aufruf zu lesen war. Die Ergebnisse werden uns selbstredend nicht vorenthalten, sondern ebenfalls in der Ausstellung präsentiert.
Von miss.gunst am 22.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
15.05.09
seid gemeinschaft
Wie es aussieht, hat der vor einiger Zeit auch an dieser Stelle verbreitete Ruf nach kollaborativen Initiativen Gehör gefunden: Die daraus erwachsene Reihe "be community" geht nämlich bereits in die dritte Runde.
Das Dock18 lädt heute (15.05.09) wieder zu einem entsprechenden Abend in die Rote Fabrik.
Nach einem Apéro(ab 19:00Uhr) gehört das Feld erst einmal Roman Bleichenbacher von codecheck.info (s.a. mehr im hauseigenen Archiv).

Im Anschluss gibt sich (und uns) Ubergeek Amy Alexander die Ehre mit einemlive aus San Diego ein "CyberBroadband-Konzert".
Weitere Highlights: Eine Nacht-und-Nebel-Lecture von Stfan Kluge vom Open Surce FilmNetzlabel VEB Film Leipzig. Sowie ein Remote-Konzert von und mit Church of Noise (*äh* - welcher eigentlich?) aus Stuttgart.
Wie immer wird alles dies live über das tolle DOCK18-TV übertragen. Also: Seid Gemeinschaft und seid dabei!
[Bildchen: Haben wir einfach mal in die DOCK18-TV-Seite hineinimaginiert, was hier später passiert. Vom einsamen Bad des Solitärs in einem See von Selbstmitleid - hin zur glücklichen Glaubensgemeinschaft der Church of Noise...]
Von miss.gunst am 15.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
13.05.09
videoman @ mapping festival
In Genf läuft bereits seit vergangenem Wochenende (und noch bis zum kommenden) das mapping festival 2009, das wir natürlich wie je allen an AV-Experimenten Interessierten wärmstens empfehlen wollen. Und zwar nicht zuletzt, weil es auch für Fans selbst gebastelter Gadgets etwas zu sehen gibt.
Am heutigen Mittwoch eröffnet(e) nämlich in der Galerie Labo - in der auch einige der Workshops des Festivals stattfinden - eine Ausstellung des mexikanischen Künstlers Fernando Llanos, der als "Videoman" einfallsreiche Lösungen für mobile Projektionen bzw. Projektionsperformances entwickelt (einige Zeichnungen dazu kann man online auch auf seinen Heimseiten bewundern).
Während des Festivals wird er zudem zusammen mit seinem Chihuahua - den er für diese Zwecke bereits einschlägig ausgestattet hat - die Genfer Strassen unsicher machen.
Nebenbei, aber nicht zuletzt: Unbedingt lohnt es sich auch, auf den überhaupt sehr schönen Heimseiten des Künstlers weiter zu gründeln. Da gibt es viele leckere Sachen zu bestaunen, und wiederum so Einiges, was direkt im Interessenradius von HOME MADE liegt. Wie es der Zufall so will, hat er - zugänglich über den Anker zum Flug FVIDEO 737 - unter anderem 2004 ein Projekt namens "Hand Made" (bzw. "hecho al mano") realisiert, für das er wunderschöne kleine Kameras, Kassetten und andere Medien-Apparate gebastelt hat. Das Katalogzine dazu kann man nach wie vor als pdf herunterladen!
[Bildchen: Einen mobilprojezierenden Chichuahua können wir nicht bieten. Dafür haben wir ein eigens gezüchtetes Beamertier. Seine Mama wurde Wikipedia Commons-Spender Marke freundlicher Weise unter GFDL publiziert - was nun auch für unser Beamertierchen gilt.]
Von miss.gunst am 13.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
07.05.09
diy e-tronic freaks @ bern
FreundInnen der DIY-Elektrobastelei mit besonderer Neigung zur Robotern sollten sich schleunigst nach Bern begeben: Dort findet nämlich ab dem heutigen Donnerstag (07.05.) bis einschliesslich Samstag wieder einmal eine Zusammenkunft einschlägig orientierter Aktiver statt.
Zwar gibt es nebenbei die erst einmal traurig tönende Botschaft zu vermelden, dass das eigentlich dieser Tage vor Ort geplante "roboloco - Festival für Maschinenkunst und Robotik" aus organisatorischen Gründen abgesagt werden musste.
Gleichwohl wird in der Reitschule so Einiges geboten: Jeden Abend ab 21:00 Uhr laden rozzobianca ("and friends") mit Performances und bzw. in Installationen zum "Musik Roboter Objekt Theater Spektakel" mit dem viel versprechenden Titel "Six Freaks Under" ein (kleine Anspielung wohl nicht nur auf die gleichnamige TV-Serie, sondern auch auf die entsprechend benamste Ausstellung, die vor einiger Zeit in der Berner Kunsthalle stattgefunden hat).
Und wenngleich sie nun eben kein ganzes Festival auf die Beine stellen konnten, werden die fleissigen Mechatroniker von der SGMK doch immerhin - und unterstützt von FreundInnen - mit einigen diy*-makeaway-Workshops zugegen sein.
Und schliesslich lädt auch noch die !Mediengruppe Bitnik (mehr auch im hauseigenen Archiv) zu CCTV-Stadtspaziergängen ein. Klingt doch fein!
Von miss.gunst am 07.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.04.09
klangirrgarten (WRT)
Klanggärten haben wir im HOME MADE log.buch ja schon häufiger beackert. Da kann man ja auch mal einen Schritt weiter wagen und sich in einem ebensolchen absichtsvoll verirren, oder?
Um so besser, wenn sich das Ganze zudem mit einem Webradio-Tipp kombinieren lässt.
Heute Nacht - also zur gewohnten (Geister-)Stunde um 0:05 Uhr, zu der Deutschandradio Kultur seine Klangkunstwellen sendet - wollen uns Rilo Chmielorz und Pedro López in einen ebensolchen locken:
"Eine fiktive Person bewegt sich durch einen Klangraum, der das Wagnis des Wandels und die Ambivalenzen des Lebens akustisch erfahrbar macht."
Verspricht jedenfalls die Ankündigung des Programms. Wir legen jedenfalls schon mal die Batterien für unsere Audiotaschentampe zurecht. Und sind sehr gespannt...
[Bildchen: Hier wird im/dem Labyrinth gelauscht. Ein denkbar grosses Merci gilt Wikipedia Commons-Spender AnonMoos (sic), der die Steilvorlage für ersteres in die Public Domain entliess.]
Von miss.gunst am 30.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.04.09
steine spielen
Genau. Mit Steinen spielen im doppelten Sinn. Also auch auf, insofern sie zum Klangkörper und Instrument werden. Angesichts der Materialqualitäten naheliegend, können dabei kräftigere Töne angeschlagen werden.
Aber natürlich nicht nur. Simon Berz - im Umfeld von HOME MADE bestens bekannter und ziemlich aktiver Schlagwerker - hat sein Lithophon nun für den konzertanten Einsatz präpariert und gleich ein passendes Projekt gegründet: IGE TIMER.
Bei diesem wird er von Klaus Janek am Bass kongenial unterstützt.
Zu Erlauschen sind die von IGE TIMER unternommenen Erkundungen der Potentiale des Gesteins als Klangkunst-Instrument am heutigen Dienstag Abend (28.04.09) um 20:30 Uhr in Zürich, genauer gesagt im WIM (Magnusstrasse 5) - und dann zwei Tage später noch einmal in Zug (Donnerstag 30.04.09 um 20:00 Uhr im Burgkeller).

[Bildchen: Lithophon. Soso. Da wollen wir aber doch mal nebenbei mit Nachdruck fragen: Würden Sie diese niedlichen Steine schlagen???]
Von miss.gunst am 28.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
11.04.09
DIY diplomatische niederlassung
Eigentlich haben wir es ja gar nicht so mit der Monarchie, ob es sich nun um eine konstitutionelle oder eine künstlerische handelt.
Aber für diese eine machen wir doch immer wieder gern eine Ausnahme und erstatten Hofbericht.
Elgaland-Vargaland, die das von Leif Elgren und Carl Michael von Hausswolff (s. sowohl zu Erstererm als auch zu Letzterem mehr im hauseigenen Archiv) regierte Mikronation Königreich eröffnet am heutigen Samstag (11.04.09) ein weiteres Konsulat - und zwar ganz in der Nähe von Frankfurt, im beschaulichen Karben.
Dort hat es ein kleines Schlösschen mit anrainendem Park, und in diesem wiederum steht eine Freimaurerkapelle - die fraglos einen passenden Ort für die neue Repräsentanz des Reiches vorstellt.
Eingeweiht wird diese um 15:00 Uhr mit einer zünftigen Feier, zu der Leonhardi Kulturprojekte einladen und bei der Taslima Ahmed, Marc Behrens featuring Yôko Higashi (hamaYôko), Nikolas Ceccaldi, Eric D. Clark, Guillermo Faivovich, Sam Forsythe, Maria von Hausswolff, Oliver Heinzenberger, Ilja Karilampi, Klaus Kamptner, Michele di Menna, Ayaka Okutsu, René Schohe, Stephen Suckale, Joe Walsh und Immediate Memory internationale Variationen der Nationalhymne von Elgaland-Vargaland vortragen werden. Und anschliessend gibt's noch ein Festbankett.
[Bildchen: Vielleicht noch ein angemessenes Ornat fürs Konsulat? Ist jedenfalls von der Örtlichkeit inspiriert - wobei betont werden sollte, dass es dort mitnichten düster ist. Aber es ist ja auch kein Lichtstrahl auf rasenbewachsenem Parkgelände, den wir hier flaggen. Wir danken Wikipedia-Commons-Spender Tiernvael und dem grossen GNU dafuer, dass wir Winkel und Zirkel nicht selbst zeichnen mussten, das Weisse Rauschen ist allerdings eigengeneriert.
Von miss.gunst am 11.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.04.09
intimacy & distance (WRT)
Intimität und Distanz: Sowieso ein spannendes Thema, wenn man über Gegenwart und Zukunft von Radio unter Netzkonditionen nachdenkt. Für diesmal geht es aber um Radio-Kunst-Praxis: Ein Festival, das zeitgleich in (mindestens) zwei Städten stattfindende Live-Performances übers Netz verknüpft - und das Ergebnis in die Welt sendet.
Am heutigen (Kar-)Freitag Abend ab 21:00 Uhr geht "Intimacy & Distance" an den Start, wenn Jan Zimmermann und Michael Fischer per Telefon via Feedbackschleifen Berlin und Wien verbinden.
Und in den kommenden Monaten werden wir dann an einer ganzen Reihe von Abenden radiophon erlauschen können, was die eingeladenen KünstlerInnen in bzw. zwischen Berlin, Bukarest, Budapest, Lissabon, London, Marseille, Tbilisi und Wien miteinander (und dem Medium) anfangen können.

Gesendet wird das Programm von den beteiligten (Kunst-)Radiostationen sowie - weshalb dieser Eintrag ins Log.Buch denn auch als Webradio-Tipp taugt - wwweltweit per Stream. Also heisst es nicht nur für die Ortsansässigen, ganz zum Motto des Festivals passend: Wo auch immer Ihr seid - seid dabei!
[Bildchen: Distanz und Nähe, arg flink frei dahin fantasiert gefunkt. PS: Passt aber ganz gut zum Kruscheln und Fiepen der Feedackschleifen, finden wir.]
Von miss.gunst am 10.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
09.04.09
insekten, musik ff.
Nachdem es gestern erst einen Konzert-Tipp für Frankfurter FreundInnen der Insektenmusik gab, lässt sich heute gleich nochmal nachlegen - allerdings kommen diesmal diejenigen auf ihre Kosten, die flink nach Aarau fahren können.
Im Rahmen der vom Kunstraum Aarau organisierten Reihe "Musikzimmer" spielt nämlich heute Abend ab 21:00 Uhr (im Barracuda, Metzgergasse 14) nicht nur Helena Gough auf (genau, eben jene Künstlerin, auf deren Auftritt im Walcheturm wir gestern ebenfalls hingewiesen haben).
Sondern - geschickt getarnt als flozki3000 - auch der Bricoleur Universel Florian Kaufmann (s. a. mehr im hauseigenen Archiv). Und in der (leider etwas spät eingetrudelten) Einladung verspricht er was? "Satelliten und Insekten" aufzulegen.

[Bildchen: Tja. Sieht ganz so aus, als seien angesichts dieser Einladung nicht alle Gäste gleichermassen gut aufgelegt... Wir danken in jedem Fall Sebastian Ritter, der sein Foto der Mutter unserer nicht wirklich gutgelaunten Konzertbesucherin grosszügig unter cc-by-nc-sa den Wikipedia Commons zur Verfügung gestellt hat. Selbige Lizenz gilt auch für diese kleine Szene.]
Von miss.gunst am 09.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.04.09
assembling (lópez) / segmente (gough, schurer)
Insektenmusikfreundinnen und -freunde aufgemerkt: Francisco López ist zu einem Konzert in der Stadt...
... und zwar gerechter Weise mal in Frankfurt am Main - wobei wir für die ZürcherInnen ebenfalls einen Tages-Tipp in der Tasche haben.
Doch zunächst zu López und damit in die Mittelhessen-Metropole. Selbige hat in diesem Jahr nämlich eine Veranstaltungsreihe namens "Mind The Gap!" zu bieten, in der sich Konzert- und Vortrags/Gesprächsabende verschiedenen Fragen zum Verhältnis von Klang und Bild bei künstlerischen Produktionen auf dem Feld der elektronischen Medien widmen.
Und im Rahmen ebendieser Reihe ist am heutigen Mittwoch Abend (um 20:00 Uhr im Haus am Dom) nun also Francisco López zu Gast.
Sein Konzert ist - dem thematischen Leitfaden der Reihe entsprechend - zwar nicht als Feier der Insektenmusik angekündigt, sondern soll unter den Vorzeichen von "Assembling" stehen. Aber wer López Werk und seine Arbeitsweise kennt (s. a. die Einträge im hauseigenen Archiv) wird wissen: Letzteres schliesst Ersteres keineswegs aus - ganz im Gegenteil.
Ergo dürfen eben auch Insektenmusikfreundinnen und -freunde dem heutigen Abend erwartungsfroh entgegensummen.
Bevor sich nun die Zürcherinnen und Zürcher Fans Neuer und experimenteller Musikpraxis in neidvoller Gram haltlos schluchzend auf dem Boden winden: Gemach, Gemach. Auch sie werden heute bestens versorgt:
Im Walcheturm findet (fast) zur gleichen Zeit - um 21:00 Uhr - ein Konzert der Konzertreihe für experimentelle elektronische Hörmusik "segment| e" statt, zu dem sich Helena Gough und Bernd Schurer ein Stelldichein bzw. die Ehre geben.
Und damit umgekehrt auch den in/um Frankfurt Weilenden, mit einer Träne im Augenwinkel Richtung Limmat zu zwinkern.
Wirklich höchst bedauerlich, dass es auch im Zeitalter elektronisch beflügelter multipler Identitäten und Präsenzen - Mind The Gap! - mit dem Hin- und Herbeamen zwischen distanten Lokalitäten immer noch nicht ganz so schnell klappt...
[Bildchen: Um imaginär ein paar passende Musiker auf die Bühne zu schicken, haben wir haben flugs ein wenig Insekten-Assembling betrieben. Ihre Ahnen - um genau zu sein, von rechts nach links: Eine männliche Skorpionsfliege (Panorpa germanica), eine Diaphora Mendica sowie eine kleine Fliege der Art Aleyrodes proletella leben auf der grossartigen belgischen Insektenbilder-Seite "Entomart". Welche es gestattet, ihre Bilder für Zwecke wie diesen, also auch die Züchtung neuer Spezies, frei zu verwenden! Phantastisch, Grand Merci!/vielen Dank!]
Von miss.gunst am 08.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
29.03.09
wart mal! (WRT)
Zum schönen Sonntag eine Kombination aus Konzert- und Webradio-Tipp.
Zusammen mit seinem Kollegen Urs Leimgruber wird Simon Berz heute nachmittag an einem für ersteren Zweck vielleicht ungewöhnlich anmutenden, aufgrund seiner Architektur jedoch eine ideale Akustik bietenden Ort aufspielen: Dem Wartesaal des Bahnhofs Enge.
Die Einladung zu diesem Ereignis ist derart nett formuliert, dass wir gar nicht anders können, als sie im Wortlaut wiederzugeben:
Liebes Ohrenpaar!Warten lohnt sich, speziell am kommenden Sonntag.
WARTESAALKONZERT
Bahnhof Enge Zürich
Urs Leimgruber; sax
Simon Berz; manipulated instruments
Sonntag, 29. März 2009 17 Uhr
WARTESAAL ENGE
Der einzigartige Wartesaal im Bahnhof Enge besticht durch seine kreisrunde Form und eine ausserordentlichen Akustik. Die zwei Musiker Urs Leimgruber und Simon Berz treffen musikalisch im Wartesaal mit unterschiedlichsten Instrumenten aufeinander. Die Passanten und Wartenden werden zu Klangzeugen zweier Musiker, die mit sich und dem Raum in Kontakt treten. Es entstehen Klangwolken, die sich zögerlich aufbauen und sich mit den Bahnhofsklängen vermischen. Die Musiker suchen akustische Überraschungen und gehen mit Ihren Instrumenten lustvoll und feinfühlig auf sich und ihre klangliche Umwelt ein.
Das Konzert wird aufgezeichnet und am selben Abend auf Radio LoRa Zürich in der Sendung SO21 BADABUM um 21.45 Uhr ausgestrahlt.Herzlichst
Simon
Ohrenpaare, die sich nicht zur Tea Time (Achtung, Sommerzeit!) im Wartesaal einfinden können, bekommen also noch einmal heute Abend beim ja auch prima via LoRa-Webradio zu belauschenden SO21 (mehr dazu auch im hauseigenen Archiv).
[Bildchen: Der Flyer zur Veranstaltung. Das vorfreudig dem Konzert entgegenlauschende Ohrenpaar schaut ihn grad an und ist deswegen nicht mit im Bild.]
Von miss.gunst am 29.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.03.09
fumetto nullneun
Rauchzeichen über Luzern? Die aber vielleicht ein wenig wie Sprechblasen ausschauen? Ganz genau, es ist wieder soweit: Fumetto-Zeit!
Nachdem rings in der Stadt schon seit einigen Tagen die Satelliten blinken, gehen nun auch im Festivalzentrum die Lichter an.
Eine ganze Woche lang wird die Stadt am See im Zeichen gezeichneter Bilder und Geschichten, auch bekannt unter dem Codenamen Comics stehen.
Mit Inter- und nationalen Ausstellungen, Mini-Messe, Lesungen Signierstunden, Vilm-Programmen, Workshops, Bar und Party. Undundund.
Da gucken wir als treue Fans ab morgen schon noch etwas genauer hin. Und wünschen für heute erstmal einen guten Start!

[Bildchen: Dem Eintrag entsprechend einfach als Einstiegsgruss gedacht. Wobei wir uns wie weiland schon mal wieder vom schönen Namen des Festivals inspieren liessen und dann ganz fest ans Fumettowunderland dachten. Ob uns da wohl etwas durcheinander geraten ist? ]
Von miss.gunst am 28.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.03.09
noise im rondell
Mit denkbar schlechtem Gewissen, weil es idealerweise einen entsprechenden Hinweis schon vergangenen Freitag und in jedem Fall früher hätte geben sollen, weil auch heute auf den letzten Drücker:
Für Noise-FreundInnen, die sich in der Nähe von Maastricht aufhalten, hätten wir da nämlich noch einen prima Tipp...
Kaspar König veranstaltet derzeit in seinem Projektraum "Het Rondeel" eine kleine Konzertreihe.
Den ersten Abend - mit Adam Leb, Kim Laugs und Rinus van Alebeek (s.a. im hauseigenen Archiv) sowie den enfants bendibles, die uns schon beim Zürcher diy*-Festival beglückten - haben wir eben schnöderweise anzukündigen verpasst (obwohl eine gute Entschuldigung dafür - dazu demnächst dann noch mehr...).
Umso wärmer wollen wir nun den zweiten Abend der Reihe empfehlen: Heute ab 21:030 Uhr sind mit Marc Chia aka one man nation aus Singapur, Dave Philipps aus Zürich und Juan Mota aka c-utter aus Barcelona (hat eine ganze Menge EPs auf archive.org, falls jemand mal vorlauschen will) nun veritable Noise-Prominenz zu Gast.
Der dritte Teil der Reihe wird dann kommenden Freitag (27.03.09) folgen - einfach schon mal vormerken. Und wenn wir's nicht verschusseln, gibt's an dieser Stelle den passenden Kalendereintrag dazu...
[Bildchen: Ausser, dass uns Kaspar "the darkest and most brutal sonic explorations in human emotions transmitted through physical performance" verspricht und wir deshalb Noize-Band zum Porrät bitten wollten, hats eigentlich nix mit obig besungenem Konzertabend zu tun. Angeschlurft gekommen ist nämlich nur ein Schlagwerker, der offenkundig eher unplugged arbeitet. Aus Mitleid haben wir dann dem armen genervten Schädelchen noch einen mp3-Player geschenkt. Nunja. Bessere Musik hat das wohl auch nicht ins Bildchen gebracht.]
Von miss.gunst am 23.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
07.03.09
kompressionsartefakte
Kompressionsartefakten begegnet man für gewöhnlich eher unverhofft. Allerdings immer öfter in einer Zeit, da eigentlich ständig Daten durch Kanäle geschoben werden müssen, die zuvor nach einer entsprechenden Verdichtung verlangen. Mit Kunst hat das zwar erst einmal nichts zu tun.
Gleichwohl spricht doch nichts dagegen (um nicht zu sagen: angesichts ihrer Unvermeidlichkeit nachgerade viel dafür) Kompressionsartefakten etwas abzugewinnen und den ästhetischen Wert schätzen zu lernen, den sie für sich genommen zweifellos besitzen.
Da wir diese Auffassung schon etwas länger vertreten, haben wir selbtredend gleich freudig aufgemerkt, als uns die folgende Einladung erreichte:
"Hochverehrte Damen, schwer geschätzte Herren, es sei in diesen bösen Zeiten die Stunde gekommen, da ich allem Widrigen zum Trotze neuerlich verschwurbelte Wunderworte in den Äther pumpe. Sowieso schon wieder fett spät, jedoch haben sowohl mein Rechenknecht wie auch ich vor einiger Zeit diverse schändliche Mikroben eingekörpert, worunter sowohl die beiderseitige Leistungsbereitschaft ebenso wie die Kommunikation untereinander litt. Dass der Weltschmerz aufgrund dieser und anderer Gegebenheiten, deren Erörterung ich dem Leserling/ der Leserline zu ersparen gedenke, aus seinen verwitterten Verstecken kriecht und ab und an mal böse zupetzt, ist wohl nicht weiter verwunderlich. Doch genug mit dem Geflenne.
Der Zweck der Botschaft liegt in froher Kunde:
Am Samstag, den 7.3. findet ab 20:00 Uhr die Vernissage meiner Ausstellung 'Kompressionsartefakte' im Hafen 2 in Offenbach statt.
Zu diesem Anlass werde ich es mir nicht nehmen lassen, vor Ort und Stelle audiovisuell Live zu performen.Es fühle sich also hiermit bitte die komplette kunterbunte Warstletter-Empfängerschar aufs allerherzlichste zu diesem Anlass und Termin eingeladen. Bringt alle eure Leute mit. Randalierende Stinkmolche werden jedoch nur unter Vorbehalt wilkommen geheissen.
Hust,
Simon Schäfer"
Ja genau, ganz richtig: Der wunderbare Warst (s.a. im hauseigenen Archiv) lädt ein. Mit leckersten Kompressionsartefakten! Da lohnt es sich in jedem Fall dabei zu sein.
[Ausser für randalierende Stinkmolche natürlich. Liebe randalierende Stinkmolche: Ist ja alles gelogen, was da oben steht. Kompressionsartefakte sind eigentlich ganz langweilig und doof und man muss auch nicht nach Offenbach fahren, um sich welche anzugucken. Hat es auch im Fernsehen und auf dem PehZeh. Bleibt also mal schön zuhause, legt die Füsse Flossen hoch und lasst die Stinkdrüsen lüften.]

[Bildchen: Ja logo. Des Warsts Kompressionsartefakte schauen ganz anders aus und hören sich auch ganz anders an. Aber hier hatten wir nun mal diese im Gehege. Das rechts ist übrigens in liebevoller Handarbeit komprimiert.]
Von miss.gunst am 07.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
06.03.09
syndrome wpw in concert
Wie oft Richtung Wochenende muss man tatsächlich würfeln, welche Abendveranstaltung der geneigten Log.Buch-LeserInnenschaft ans Herz gelegt werden soll.
Haben wir gemacht und die Augen sind für Zürich gefallen.
Dort lädt das dock18 für die heutige Nacht zu einem Remote-Concert mit Syndrome WPW aus Lausanne.
Wem diese Ankündigung so gar nichts sagt, sei zum einen ein Besuch auf den Heimseiten von Syndrome WPW aka Serge Teuscher ans Herz gelegt. Dort kann man dank eines mit ausgewählten Live-Konzert-Clips und Muzik bestückten Buffets schon mal ein wenig Suppe fassen, um den Appetit aufs anstehende Supper noch ein bisschen zu steigern.
Zum anderen muss man sich - und zwar zumal dann, wenn man dummerweise gar nicht in Zürich weilt - auf der Zunge zergehen lassen, was "Remote Concert" bedeutet: Syndrome PWP kommt nämlich gar nicht in Persona an die Limmat, sondern sendet aus dem Lausanner Radiostudio von Fréquence Banane live in die Rote Fabrik.
Und eben deshalb wird, wo ja sowieso schon mal eine flinke Verbindung zwischen A und B L und Z stehen muss, das Ganze obendrein direkt noch über dock18-tv in die grosse wwweite WWWelt ausgestrahlt.
Heisst also: Auch anderswo kann man des Syndrome WPW-Konzerts teilhaftig werden. Und wenn es einen HotSpot hat, im Prinzip sogar beim Konzert oder im Club der alternativen Wahl.
Ist ja nicht wirklich so, dass uns der Sinn nach einem solchen Multi-Tasking stünde. Aber die Option an sich ist schon phänomenal - obwohl wir am Ende dann wohl doch wieder würfeln werden...
Falls es jenseits des Zufalls und des Augenauszählens aber noch eine Entscheidungshilfte brauchen sollte: Michaelmusic, Ohrstrom und max dunkelrot sind nicht nur per Remote mit dabei, sondern tatsächlich live vor Ort.
Von miss.gunst am 06.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.03.09
canbots
A propos Falten falten. Es muss natürlich nicht immer von Pappe sein, was sich da mit wenigen oder mehr mal mehr mal weniger geschickten Kniffen fabrizieren lässt.
Da hätten wir doch glatt noch eine passende Alternative.
Zwar nicht mit Anleitung zum Nach- bzw. Eigenbau. Aber manchmal macht es ja auch einfach Spass, die Dinge anzusehen, die andere gebastelt haben.
Wie beispielsweise im Fall der Canbots, die sage12888 in seinem Etsy-Shop anbietet.
Einer schöner als der andere. Recycling-Origami von Feinsten. *hach*

[Bildchen: Ist natürlich kein Canbot. Waren zu ungeduldig, eine Anfrage in Sachen Abbildungsgenehmigung zu starten. Und weil wir leider auch nicht so gut Falten falten können, ist netterweise Fuddel, der Vetter von Kuddel eingesprungen. Wobei: Ist auch ohne Schere, Kleber oder Schweissnaht gestaltet. Immerhin.]
Von miss.gunst am 02.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
25.02.09
scelsi (WRT)
Wieder mal Zeit für einen Webradio-Tipp. Und der geht, wie gerne an einem Mittwoch, wieder mal ans WDR open: Studio elektronische Musik.
Dort steht heute das Porträt eines Komponisten aus dem vergangenen Jahrhundert auf dem Programm. Klingt irgendwie verstaubt?
Ist es aber mitnichten - und kaum allein deshalb, weil das aktuelle Saeculum gerade mal neun Lenze zählt.
Es soll nämlich um Giacinto Scelsi gehen, eine ziemlich exzentrische Erscheinung der jüngeren Musikgeschichte. Selbst elektronische Musik komponiert hat er zwar nicht. Doch über seinen Kompositionsprozess war er diesem Feld doch verbunden:
Zum Einen fand er seine Töne gern, indem er auf einer Ondiola bzw. Ondioline improvisierte (weiteres zu diesem Instrument in der Chronologie von 120years; ausführlichere Informationen inklusive Bildchen gibts beim tollen RétroTSF).
Zum anderen war er Notationssystemen derart abhold, dass er seine Improvisationen auf Tonband aufzeichnete und dann von anderen für die vorgesehene Besetzung transformieren liess.
Aber weiter wollen wir hier gar nicht ausholen, insofern sich lässig auf einen Lexikon-Artikel von Markus Bandur zu Scelsi, eine kleine Werkmonografie von Frank Perry sowie auf einen sehr schönen Artikel von WMS.Nemo (im Soundslumberland, sympathisches Alias, oder?) zu den Streichquartetten in der Kammermusikkammer (mit vielen weiterführenden Ankern) verweisen lässt.
Sowie selbstredend auf die Fondazione Isabella Scelsi, die in Rom das Erbe des Komponisten pflegt. Auf deren Heimseiten kann man im Bereich des Museums übrigens auch einen Blick in Scelsis Arbeitszimmer werfen, wo seine Instrumente inklusive der Ondioline zu bewundern sind.
Dürfen wir dann über all der Schmökerei nur nicht vergessen, um 23:05 Uhr den Webradiostream des WDR open: Studio elektronische Musik anzuwerfen...
[Bildchen: Imaginiert nicht Scelsi - der sich allem Vernehmen nach sowieso nicht so gern porträtieren liess. Eher vielleicht, wie es ist, aus den Wellen einen einzigen Ton zu greifen....]
Von miss.gunst am 25.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.02.09
post-computational instruments
Ist wirklich ein bisschen weiter weg, so man nicht zufällig gerade in Spanien Urlaub macht. Aber da dort an spannenden Sachen gebastelt wird und sich zudem auch - post-computational hin oder her - der eine oder andere Blick auf diese übers Netz werfen lässt, ist uns dieser Workshop in den Radar gegangen.
Im Kunst-und Kulturzentrum arteleku im schönen San Sebastian findet morgen und übermorgen (25./26.02.) der erste Teil eines Workshops-Doppels statt, das den vielversprechenden Titel "Post-Computational Instruments" trägt.
Wobei "post-computational" nicht ganz so beimm Wort zu nehmen ist. Denn Servando Barreiro, der diesen Part bestreiten wird, lädt dazu ein, das von ihm entwickelte Minia open hardware sensor board kennenzulernen und dann mit verschiedenen elektrischen und elektronischen Gerätschaften zu experimentieren, wobei als Musik/Steuerungssoftware Pure Data zum Einsatz kommen wird.
Also durchaus computational - aber wenn es so reiche respektive munter tönende Früchte trägt, wie sie in den Einträgen von Barreiros minitronics-Blog zu bewundern sind, soll das doch nicht weiter stören...

[Bildchen: Unsere Früchte Schoten sind definitiv prä- bzw. pre-computational. Und tönen erstmal auch nur in der Imagination (zudem offenbar weder ganz freiwillig noch wirklich gern...). Nicht dass es keine tollen Abbildungen von tollen Instrumenten bei minitronics hätte. Aber die sind leider alle mit einem (c) markiert.]
Von miss.gunst am 24.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
21.02.09
magnetbandgesichter
Zwischendurch einfach mal ein kleines amuse-oeil (oder hiesse das dann amuse-yeux?) für FreundInnen der aussterbenden Tape- bzw. Magnetbandkultur.
Und zwar in Form einer Empfehlung, bei Gelegenheit einmal im FlickR-Album "Monkey Boy" von Rosa Menkman zu blättern. Die Niederländerin hat nämlich alten Tonbandgeräten in die Augen geschaut. Und was blickte zurück?

[Bildchen: Ist natürlich noch nicht das amuese-oeil, denn das ist leiderleider mit einem dicken (c) versehen und kann ergo hier nicht wiedergegeben werden. Ersatzweise mussten wir also selbst zum Griffel greifen... Tja, wie kamen die Affen in mein Schaffen? Eben, zwangsläufig so...]
Von miss.gunst am 21.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
14.02.09
köstlichkeiten für parasiten
Nicht der Philosophie, noch der Biologie verdankt sich dieser Eintragstitel. Sondern, wer hätte das gedacht, die !Mediengruppe Bitnik - die sich auf diese Weise fröhlich eine Diskreditierung aneignet, mit der sie vor einiger Zeit mal anlässlich seiner Aktion "Opera Calling" bedacht worden war.
Bekanntermassen ist Letztere ein derartiger Erfolg gewesen, dass über Erstere (abgesehen mal davon, dass sie rhetorikhistorisch als ziemlich ungeschickt bezeichnet werden muss) eigentlich schon das Gras gnädigen Vergessens hätte gewachsen sein können. Aber anlässlich einer Retrospektive packt man eben alles aus der Kiste, was dazu gehört.
Retrospektive insofern, als Bitnik mit Parasite's Delight beziehungsweise der gleichnamigen Ausstellung bei Binz39 die Zeit ihres zweijährigen Atelierstipendiums beschliessen, das sie von der Stiftung erhalten hatten. Und in der haben sie ja auch in der Tat so einiges auf die Beine gestellt (mehr dazu nicht nur auf der Heimseite der Bitniks, sondern auch im hauseigenen Archiv).
Daher zeigen sie vor Ort auch nicht nur die wichtigsten Projekte der letzten Jahre - neben "Opera Calling" und "Download Finished" (2007) sind das "Our Man in India" (2008) und, ganz frisch, "CCTV: A Trail of Images. Die unsichtbare Stadt – Tools für Sousveillance" (2009).
Da zum Rückblick eigentlich auch die Serie "A Hack A Day" gehört, die sie in Zürich und andernorts veranstaltet haben, sich Aktionstage aber noch schwerer ausstellen lassen als die ebenfalls auf Interaktionen setzenden Projekte, gibt es heute (14.02.09) Abend Nacht zudem eine A HACK A NIGHT #11: OUR OWN PRIVATE PIRATE TV SESSION: "An evening of vicious audio, fierce visuals, elated air waves and flickering tv sets", wie die Ankündingung bei Binz39 verspricht.
Mit dabei: Serhat Köksal, Alexander Tuchacek von Knowbotic Research, Raffael Dörig, Adnan Hadzi und natürlich die !Mediengruppe Bitnik höchstpersönlich.
Ab 20:00 Uhr in der Binz39 und allem Vernehmen nach auch mit einiger Ausstrahlungskapazität über diesen Ort hinaus...

[Bildchen: In Ermangelung anderweitigen Illustrationsmaterials haben wir versucht, auf unsere Weise einen sinnfälligen Zusammenhang zwischen Köstlichkeiten für Parasiten und (potentiellen) Überwachungstechnologien herzustellen. In diesem Fall in der Hauptrolle: Familie Pediculus humanus var. capitis, beim Sonntagsausflug mit Picknick sozusagen selbst ein Teil der Aussicht, die sie geniesst. Oder wie sagte doch gleich Novalis...]
Von miss.gunst am 14.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
12.02.09
umgestürzter baum
Eine seltsame Überschrift für einen Eintrag? Ist eigentlich nur die Übersetzung von "Albero Rovesciato". Und warum das gleichnamige Projekt von Franceso Cavaliere so heisst, können wir allenfalls erraten.
Entsprechende Anhaltspunkte lassen sich in einer aktuellen Selbstdarstellung finden, in der es heisst, man habe nach der Zertrümmerung aller vor Ort vorhandener Instrumente aus de heimischen Italien nach Berlin ziehen müssen.
Doch so nahe die Assoziation mit dem Geräusch berstenden Holzes auch liegen mag: Eigentlich dominieren bei dieser Art von Noise weniger wuchtige denn feingranulare Töne. Einschlägige Lauschproben, wie sie in besagter Selbstdarstellung kredenzt werden, bestätigen das ebenso wie ein Besuch auf der obligaten MySpace-Seite, wo weitere Stücke erklingen.
Vor allem aber ist es aus HOME MADE-Perspektive interessant, mal einen Blick auf die Instrumente zu werfen, die Cavaliere auf seiner Heimseite zeigt. Ob er die als Ersatz für jene gebastelt hat, die besagter Zertrümmerung zum Opfer fielen? Schauen jedenfalls vielversprechend aus.
Und möglicherweise wird ja auch das eine oder andere davon in Aktion zu sehen und zu hören sein, wenn Cavaliere am kommenden Samstag Abend (14.02.09) ein Konzert im Frankfurter multi.trudi gibt...
[Bildchen: Unsere Gummi-Harfe fällt zugegebener Massen um Einiges schlichter aus. Aber noisig Schnarren kann sie durchaus -wenn man jetzt noch einen Verstärker hätte und vielleicht Verstärkung durch einen Kollegen an der Basssaite vorn...]
Von miss.gunst am 12.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
29.01.09
a maze jump'n'run
Wie jedes Jahr Ende Januar locken die transmediale und der club transmediale nach Berlin. Da wir uns hier schon lange nicht mehr auf der Spielwiese getummelt haben, geht der heutige Tagestipp erst einmal nicht in Richtung eines der beiden Hauptprogramme, sondern ins weitere Feld des Anlasses.
In der c-base (s.a. im hauseigenen Archiv), die sich diesen Montag mit DORKBOT.BLN vs DORKBOT VIENNA bereits als zentraler Anlaufpunkt qualifizierte, steigt heute (29.01.09) Abend nämlich das von der gleichnamigen Intitiative organisierte A MAZE FETSIVAL mit einem leckeren Spezialprogramm namens Jump'n'Run Bonus Cheat - womit schon angedeutet wäre, auf welche Spielwiese es dabei geht. Nämlich die von Computerspielen und Kunst.
Bestritten von illustren Kombattanten, die teils in persona und/oder mit Projekten anwesend sein, teils aus Madrid von arsgames live zugeschaltet werden, wo eine Parallelveranstaltung einberufen worden ist.
Vor Ort mit dabei auf der musikalischen Seite unter anderem: goto80, Computadora, Pornologik, für die zünftige Gestaltung des Spieleabends sorgen u.a. die Tennisfreunde Berliin [sic, eben die mit den zwei i]. Ab 20:00 Uhr im Hauptquartiert der c-base (Rungestrasse 20 BLN). Das will man sich doch nicht entgehen lassen, oder?

[Bildchen: Einfach auf die Schnelle, daher besonders naja... jump-ohne-run, immerhin mit 8bit. Geht aber, wie man sieht, rasch auf die Kondition, das Gewackel...]
Von miss.gunst am 29.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
26.01.09
DIY super sauna kino
Gleich eingangs zugegeben: Dieser Eintrag läuft nicht wirklich auf einen Tipp zum Selbermachen hinaus. Denn so ein Super Sauna Kino ist schon ein etwas komplexeres Projekt - und in diesem Fall geht es erst daher erst einmal um die Würdigung eines grossartigen Prototypen, dessen wir ansichtig werden konnten.
Und zwar in Frankfurt, wo dieser Tage ein ganzer Trupp is- bzw. nordländischer KünstlerInnen die Szene aufgemischt hat. Leider nur einen einzigen Abend lang gab es im und um den Bunker in der Schmickstrasse (wo auch das INM angesiedelt ist, aber eben auch Gastateliers der Stadt) Installationen, Videos, Performances, Konzerte.
Alles spannend und insgesamt ziemlich grossartig. Besonders aber besagtes Sauna Kino.
Eigentlich bzw. vor allem eine Installation der Gebrüder Seppo Renvall und Markus Renvall aus Finnland, im Gärtchen hinter dem Bunker und der benachbarten kleinen Gaststätte, die gewöhnlich Hafenarbeitern und Fernfahrern (sowie allen, die es bodenständig mögen) Atzung bietet.
Von Fern betrachtet sah das Ganze erstmal nach Gartenparty aus: Bunte Lichter auf Diskokugeln, die sich zu Elektro drehten. Mittendrin eine Apparatur, die einen (auch für sich schon feinen) Experimentalfilm auf einem kleinen Bildschirm zeigte sowie in beeindruckender Monumentalität an die Rückwand des Bunkers warf. Sowie eine zweite Projektion, ein im Schwimmbad aufgenommenes Unterwasservideo mit einem Pas de Deux, der von einer eleganten Badenixe und einem etwas korpulenteren Badenixerich (wie sich im Gespräch herausstellte: dem einen der beiden Künstler) bestritten wurde - auf der Wand einer ephemeren Konstruktion aus Latten und milchigweissen Plastikfolien, die erst einmal nach Gartenzelt aussah.
Dazu einige Gartenstühle, um sich zur Sichtung von Film und Video bequem niederzulassen. Theoretisch - praktisch wirkten dem die nächtens zunehmend frostigen Temperaturen tendenziell entgegen, indes die Sichtung der Filme dann doch so fesseln konnte, dass man bereitwillig an Ort und Stelle Mund auf Augen auf zum Eissäulchen erstarrte.
Aber eben Letzteres musste mitnichten sein. Denn das vermeintliche Gartenzelt entpuppte sich tatsächlich als: Sauna! Mittendrin der obligate Ofen mit glühenden Steinen, diese zünftig benetzt - und ergo ein Hort wohligster, zeitweise von Dampfschwaden durchzogener Wärme, wie es sich gehört. Flauschige Bademäntel und Handtücher fanden sich ebenso bereit gestellt wie Wasserbottiche für die Erfrischung danach. Wobei die angesichts der Aussentemperaturen natürlich auch einfach per Luftbad abzuholen war.
Und eben dazu drinnen wie draussen Kino. Toll.

[Beiseit: Schade nur, dass es harte Konkurrenz gab - da gleich nebenan im Gasthaus ebenfalls eine Art Sauna-Kino geboten wurde. Dort tobte nämlich auf engstem Raum der sprichwörtliche Bär mit Performances und Live-Konzerten. Und just zur nächtlichen Stunde, da draussen ideale Bedingungen fürs eigentliche Sauna-Kino herrschten, drinnen Stimmung und Temperaturen drinnen ebenfalls einen Höhepunkt erreichten. Nunja, Polka-Punk-Bands, deren Lead-Sänger splitternackt aus Gorilla-Kostümen schlüpfen bzw. hüpfen, hat es halt auch nicht jeden Tag...
Das Bildchen hingegen widmen wir selbstredend nicht der letztgenannten Attraktion, sondern der grossartigsten Installation, die diese Wintersaison bislang zu bieten hatte. Allerdings in sträflicher Reduktion (es fehlt das Experimentalfilmkino ausserhalb der Sauna, den Disko-Glam konnten wir nur andeuten, etc. pp. Aber drinnen wird schwer geschwitzt!!! Im Übrigen wirklich nicht die schlechteste Anregung für das nächste DIY-Projekt...]
Von miss.gunst am 26.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.01.09
cc showcases @ walcheturm
Empfehlungen für den heutigen Abend liessen sich so Einige geben. Klarer Fall von Qual der Wahl. In welchem dann das Band der Sympathie, das uns nicht nur mit dem Walcheturm, sondern auch mit der Sache verbindet, die Entscheidung für den definitiven Tagestipp erleichtert hat.
Der geht mithin in die Zürcher Kanonengasse 20, wo für heute (23.01.09) Abend ab 20:00 Uhr ein Creative Commons Showcase angekündigt ist, zu dem Creative Commons Schweiz und die von uns eh geschätzte Initiative Digitale Allmend einladen.
Genauer gesagt: Es gibt Creative Commons Showcases im Plural - also gleich ein ganzes Bündel Präsentationen von Projekten, die besagte Lizenz und ihren Gebrauch zu fördern und zu verbreiten angetreten sind.
Mit von der Partie sind unter anderem: Paul Gerhard vom britischen Creative Archive, das 2006 als Pilot-Projekt von der BBC gestartet worden war (GB only, leider!) sowie das CC-Pilotprojekt der Buma-Stemra, die in den Niederlanden die Musik-AutorInnenrechte vertritt; passend dazu wird Markus Beckedahl von netzpolitik.org die CC-Initiative des Norddeutschen Rundfunks vorstellen.
Besonders spannend für GestalterInnen dürfte die Präsentation des Open Design-Projekts von und durch Ronen Kadushin werden.
Und für die Augen gibt es ansonsten auch noch zwei echte Schmankerln: Nämlich die Vorstellung des polnischen "Enthusiast Archive", das der Sammlung und CC-Publikation von polnischen Amateurfilmen gewidmet ist, die in der Ära des Sozialismus entstanden sind. Sowie den Film "Lunch" von Ana Husman (deren nicht minder köstlichen Film "The Market" wir seinerzeit mal bei interfiction bzw. dem Kasseler dokfest im Programm hatten und von daher bei dieser Gelegenheit gleich noch mitempfehlen wollen).
Womit das Prädikat "Lecker", das wir natürlich für den gesamten Abend vergeben, besonders passend erscheint.
Von miss.gunst am 23.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.01.09
kunstgeburtstag 2009 (WRT)
Und schon ist es wieder so weit: Als treue Kunstgeburtstags-Fans wollen wir natürlich auch den diesjährigen nicht versäumen.
Ergo ergeht ein entsprechender Webradio-Tipp...
Gefeiert werden will der Kunstgeburtstag nämlich - so verlangt es die von Robert Filliou begründete Tradition - alljährlich am 17. Januar.
So haben sich auch heuer wieder unter dem Dach des Art's Birthday Net zahlreiche Kunstradio-Initiativen versammelt, um den Feiertag aufs zünftigste zu begehen.
Bereits seit gestern und noch bis zum morgigen Sonntag wird fleissig gesendet. Unsere speziellen Empfehlungen für den heutigen Samstag:
Wer nicht nach Österreich pilgern kann, um in Wien und Hainburg den ausgedehnten Festivitäten beizuwohnen, die dort vom Kunstradio und dem IMA Institute für Medienarchäologie nicht nur im Äther, sondern auch live vor Ort ausgerichtet werden (Details des Party-Fahrplans hier, mag vielleicht statt dessen mal in die "Extremity Cassette" hineinlauschen, die Anna Friz (mehr im Archiv) aus gegebenem Anlass bei Absolute Value of Noise laufen lässt.
Oder aber in den Webradio-Klangstrom, den Knut Aufermann von Mobile Radio (mehr im Archiv) sendet.
Oder oder oder... einfach mal selbst ins Kunstgeburtstagsmenue 2009 des Art's Birthday Net schauen bzw. hören. Da sind wirklich jede Menge Leckereien dabei!
Von miss.gunst am 17.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
16.01.09
milieux sonores
Was heisst es, Klangräume zu imaginieren und mit diesen Imaginiationen im Realraum zu experimentieren?
Solchen Fragen verspricht die Ausstellung "Milieux Sonores" nachzugehen, die heute (16.01.09) Abend im Walcheturm eröffnet wird.
"Das Verhältnis zwischen Raum und Ton ist eine zentrale Komponente vieler künstlerischer Werke. Über den Ton wird der Raum erfahrbar, imaginativer Raum wird durch ihn zeitlich wie räumlich strukturiert. Doch dieser Umstand wird selten bewusst erlebt, und genau hier setzt die Ausstellung 'Milieux Sonores' an."So steht's im Konzepttext zur Schau, die von Patrick Huber und Markus Maeder (Walcheturm in Koop mit dem Institute for Computer Music and Sound Technology) kuratiert wird.

[Bildchen: Selbstgebasteltes milieu sonore - wobei wir uns die Mutter des Würfels dankenswerter Weise in den Wikipedia Commons borgen konnten. Sie untersteht, wie auch der kleine Klangraum, dem grossen GNU.]
Von miss.gunst am 16.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
14.01.09
stadt-sinfonien (WRT)
Zur Abwechslung ein regelrechtes Klassik-Programm. Aber natürlich nichts, was ein verzweifelter Pianist spätnachmittags in einem Caféhaus klimpern würde, um der Buttercrème zu noch ein wenig mehr Schmelz zu verhelfen. Ist ja schliesslich einer unserer Mittwochs-Webradio-Tipps und geht in Richtung WDR open: Studio Elektronische Musik.
Dort stehen nämlich heute (Gross-)Stadt-Sinfonien auf dem Programm, mit drei - eben längst zu den Klassikern zählenden - Hommagen auf New York:
Edgard Varèses "Poème eléctronique" (1957-1958) ist dabei (ja genau, demhaben wir vor gut drei Jahren bereits einen Eintrag gewidmet, s. den Archivzettel vom 28.01.06), dann Steve Reich mit "City Life" (1995; allerdings nur in einem Ausschnitt) sowie zu guter Letzt Bruno Maderna mit seiner "Juilliard Serenade (tempo libero II)" (1971).
Alles zur gewohnten Stunde, also ab 23:05 Uhr und per Webstream mitzulauschen. Machen wir natürlich und können bei dieser Gelegenheit ja mal überlegen, wie sich eine solche (Gross-)Stadt-Sinfonie heute anhören würde...
[Bildchen: Nunja, auch eine (Gross-)Stadt-Sinfonie. Das von uns neu interpretierte Original wurde von B. Kerr kompiniert und dankenswerter Weise unter cc-by-sa den Wikipedia Commons zur Verfügung gestellt.]
Von miss.gunst am 14.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
13.01.09
kalender
Noch ist das Jahr recht jung und insofern schaut sich vielleicht der eine oder die andere nach wie vor nach einem passenden Kalender um.
Da die Omnipräsenz digitaler Organizer der schon immer eher relativen Vielfalt und Bandbreite gestalteter Wand- und Tischkalender nicht eben zuträglich gewesen ist, kann sich die Suche nämlich durchaus schwierig gestalten.
Jedenfalls, wenn's nicht gerade Katzenkinder in allen nur denkbaren Variationen sein sollen. Kein Wunder, dass Menschen mit Neigung zum DIY dann tendenziell auf mehr oder weniger schlichte selbstgestrickte Lösungen des Kalenderproblems verfallen.
Wer nun weder das eine noch das andere mag (also weder Katzenkinder noch eingeklebte ausgedruckte Fotos - oder gar so ein ganz archaisches Design wie jenes, auf das unsere kleine Kandidatin nebenstehend verfallen ist):
Wie wäre es denn mit einem echten Künstlerkalender, den man entweder als signiertes Exemplar frei Haus geliefert bekommt - oder aber kostenlos herunterladen und dann selbst ausdrucken kann?
Andy Deck hat nämlich auch in diesem Jahr wieder einen wunderschönen Comic-Kalender fabriziert. Das Exemplar für 2009 trägt den Titel "Wildlife Refuse" und erzählt Monat für Monat in wenigen Worten und vielen liebevoll gezeichneten Bildern Geschichten von widerständigen Wild- und anderen Tieren. Offensive Niedlichkeit im Kampf gegen die omnipräsente Stumpfheit in Sachen Ökopolitik - ganz sicher nicht der schlechteste Begleiter durch ein Jahr, das gleich mal eben mit Rettungsmassnahmen nicht etwa für von Klimaveränderungen gefährdete Spezies, sondern für die Autoindustrie begonnen hat...
Von miss.gunst am 13.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.01.09
kunst in der luft (WRT)
Eigentlich hätten wir schwören können, dass dies eher die Wiedervorlage eines älteren Webradio-Tipps mit neuer Verbindung wird. Aber der Blick in die hauseigenen Archive hat uns gerade eines Besseren belehrt - und so können wir das neue Jahr tatsächlich mit einer Premiere in doppelter Hinsicht beginnen.
Das Kunstradio des PS1 in New York - ursprünglich auf den nahe liegenden Namen WPS1 getauft - gibt es nämlich schon lange. Und mit seinem Programm - zu dem zahlreiche von KünstlerInnen bestrittene Themen- und Musiksendungen ebenso gehören wie Debatten um aktuelle Ausstellungen und die Wiederausstrahlung historischer Audio-Kunst - dürfte es auch eine denkbar grosse Fangemeinde unter Kunst- und KunstradiofreundInnen haben.
Kürzlich sind nun die Webseiten des bereits vor längerem dem MoMa angegliederten PS1 renoviert worden, und damit verschwand erst einmal die angestammte Webseite des Radios (www.wps1.org) von der Bildfläche - einschliesslich der Archive und des Ankers zum Stream.
Angesichts der Finanzkrise, die mittelbar auch die von privaten Förderern abhängigen Kulturinstitutionen erreicht, liess das natürlich erst einmal nichts Gutes vermuten.
Aber unter den Neuigkeiten entdeckten wir dann freudig die Meldung, dass lediglich der Umzug auf eine neue Seite mit dem schönen Titel "ARTonAIR.org" geplant ist.
Das sollte eigentlich am heutigen 01.01.09 auf Sendung gehen. Also haben wir brav die der Zeitzonen-Differenz geschuldeten Stunden abgewartet, neugierig und erwartungsfroh nachgelugt.
Bislang steht unter der angegebenen Adresse jedoch nach wie vor lediglich die Ankündigung zu lesen.
Nunja. Wir werden uns wohl noch ein bisschen gedulden müssen. Und sind umso gespannter, was der Relaunch bringen wird.
In jedem Fall: Wieder ein bisschen mehr Kunst in der Luft Art on Air...
[Bildchen: Als es eben ans Illustrieren ging, fiel uns auch wieder ein, warum es noch keinen WRT zu WPS1 gegeben hat. Genauer gesagt: Warum er nie online ging, den skizziert hatten wir ihn schon vor mehr als drei Jahren. Damals fanden wir nämlich partout kein unter CC publiziertes Foto des Uhrturms, aus dem WPS1 sendete und der sozusagen dessen Wahrzeichen war. Und trauten uns nicht, dasjenige von der PS1-Seite zu nehmen. In den Wikipedia Commons hatte es immer noch keins. Aber diesmal haben wir ein so wunderbar zum Anlass des Textes passendes vom Lackawana Terminal Clocktower in New Jersey gefunden, das wir unser Radio gleich dort eingerichtet haben. Dem Autor und Spender des unter cc-by-sa publizierten Originals sei herzlichst gedankt!]
Von miss.gunst am 01.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
27.12.08
resonance resonanzen (WRT)
Bastelzeit ist im Prinzip immer - aber so richtig gemütlich geht's dabei doch insbesondere zwischen den Jahren zu. Um so schöner, wenn man dazu dann das (Web-)Radio anwerfen kann. Allerdings muss es ja nicht unbedingt etwas allzu Besinnliches sein.
Wie gut, dass es da auch Alternativen gibt...
Auf der Suche nach ebensolchen sind wir im Kreis der üblichen Verdächtigen schnell fündig geworden: Unser sowieso heissgeliebter und hochschätzter radia-Partnersender resonance fm lässt seine Fans natürlich nicht auf dem Trockenen sitzen und bietet mit seinem "Seasonal Adjustment" über die gesamten Fest-, Feier- und eben all jene Tage, die zwischen diesen liegen ein ganz wunderbares, abwechslungsreiches und mit lauter Leckereien gefülltes Programm.
Darunter eine ganze Reihe von Sendungen, die im laufenden Jahr und/oder sonst einmal an dieser Stelle bereits in Webradio-Tipps gepriesen wurden (wie z.B. die Essbaren Landschaften oder der Sound Projector). Aber auch solche, die wir verpasst haben und denen wir nun um so gespannter entgegenlauschen. Etwa die Optical Sound Show (wie konnten wir die nur bislang übersehenhört haben???) oder eine Sendung mit dem vielversprechenden Titel "The Complete Works Of William Blake In No Particular Order"...Huh? Werfen wir doch gleich mal unser Webradio an und lassen ein paar resonance-Resonanzen schwingen!

Von miss.gunst am 27.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
12.12.08
electroscape @ mehrspur
Zwischendurch wieder eine Konzertempfehlung für FreundInnen elektronischer Klangräume und -landschaften.
Aufgemerkt, denn es geht gleich um den heutigen Freitagabend (12.12.08).
In Zürich - aber, was andernorts Angesiedelte erreuen dürfte: Durchaus auch aus der Ferne zu kosten...
Und zwar werden sich und uns im mehrspur music club Robert Korizek und Robert Alexander, gemeinsam als electroscape unterwegs (und kürzlich auch beim diy* festival mit von der Partie), die Ehre geben.
Ab 21:00 Uhr vor Ort (Waldmannstrasse 12, Zh) - oder (natürlich nur die halbe Miete, gleichwohl ein Trostpflaster für Nicht-ZürcherInnen ohne Chance, sich an selbigen zu begeben) via Live-Audiostream dank dbc.
Wer die Konzertperformance im dynamo verpasst hat und folglich nicht weiss, was es zu verpassen gibt: Die beiden Electroscapisten haben auf ihrer Webseite jede Menge leckere Musik (und Videos) bereitgestellt. Übrigens unter Creative Commons. *yay*
[Bildchen: Studiofoto von Robert & Robert, zeigt eins der Instrumente, die bei electroscape zum Einsatz kommen. Foto wie die Musik und die Videos unter cc -und Merci an Robert für den Tipp! :)]
Von miss.gunst am 12.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
09.12.08
profiler @ museum für kommunikation
Bevor es mit einer Vorstellung der vielen Leckereien losgehen kann, die es beim rundum grossartigen diy* festival Zürich 2008 zu kosten gab, meldet sich eilig die Registratur der Abt. Zeichenmaschinen.
Bei anderer Gelegenheit hatten wir vor mehr als einem Jahr (s. d. Eintrag vom 12.01.07) anlässlich eines Auftritts der jukebots in Wolfsburg von den Kreationen des Karlsruher robotlab geschwärmt.
Dann aus welchen Gründen auch immer, als im Oktober die Ausstellung "Die Roboter kommen" im Frankfurter Museum für Kommunikation gastierte, im entsprechenden Eintrag (03.10.07) allerdings gemeiner Weise unterschlagen, dass eines der Highlight jener Ausstellung eine Zeichenmaschine aus dem Hause robotlab gewesen war. Nämlich "autoportait" (2002) - ein per Reprogrammierung und Zusatzausstattung tatsächlich zur Porträtzeichnung befähigter Indstrieroboter(arm).
Da unserer obig erwähnten Zeichenmaschinen-Registratur deshalb schwer das Gewissen schlägt, müssen wir natürlich jetzt unbedingt darauf hinweisen, dass derzeit im Schweizer Museum für Kommunikation in Bern eine weitere Zeichenmaschine des robotlab in Aktion bestaunt werden kann, und zwar im Rahmen der Dauerausstellung "As Time Goes Byte".
Hier ist seit dem 05. Dezember (und noch bis 29. März 2009) der "profiler" (2004) tätig. Anders als seine berühmten Kollegen aus der Kriminalistik erstellt er keine Fallanalysen oder gar Täterprofile, wie es in der gleichnamigen Fernsehserie im Mittelpunkt steht. Vielmehr nimmt er (ist sozusagen drin, was drauf steht), in guter Tradition der Silhouetten-Zeichnung, den Schattenriss jener ab, die ihm ins Visier kommen. Und kombiniert sie dann zu den unterschiedlichsten Kompositionen.
[Bildchen: Silhouetten-Profiling, allerdings vom hauseigenen Zeichenmaschinchen ins Bild gesetzt - das zwar von der Digitalisierung profitiert hat, aber in der Produktion dann doch nicht industriell funktioniert....]
Von miss.gunst am 09.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.12.08
diy* together
Genau. Selber machen - aber zusammen. Wie das funktioniert, lässt sich ab heute (05.12.08) Abend bis einschliesslich Sonntag auf dem Festival des Jahres erkunden: Dem Zürcher diy* Festival!
Eigentlich sowieso klar, dass man das auf keinen Fall verpassen darf.
Sollte es jedoch tatsächlich noch den einen oder anderen Wink brauchen:
Ab 19:00 Öffnen sich im dynamo die Tore, und man kann sich gleich in der reich bestückten Ausstellung tummeln - wo es unter anderem die grossartigen Overhead-Bots von Ralf Schreiber und derstrudel zu bestaunen gibt (ja, da sind wir echte Fans, s.a. den Eintrag vom 14.03.07 und Weiteres im Archiv).
Weil es bei einem diy Festival nun schwerlich nur ums Anschauen und Zugucken gehen kann, gibt es aber bereits ab Freitag und dann ausführlich am Samstag und Sonntag natürlich noch zahlreiche Workshops, in denen man unter anderem auch selbst lernen kann, wie solche schÖnen OverheadBots gebastelt werden.
Um die Praxis dann mit einer angemessenen Portion Theorie zu unterfüttern und das Fenster auf die Welt der diy (together!)-Projekte noch ein bisschen weiter aufzumachen, werden am Samstag nachmittag bis in den späten Abend hinein zudem zahlreiche Vorträge angeboten.
Und wem nach so viel Hören und Sehen dann der Kopf raucht, kann diesen dann noch an den beiden Konzertabenden (Freitag und Samstag) bei den Konzerten lüften. Schliesslich geht's ja auch darum, die Dinge und das Denken in Bewegung zu bringen...
Alle Details auf den liebevoll gestalteten Seiten des diy* Festival - und vor allem anderen natürlich vor Ort!
Von miss.gunst am 05.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
03.12.08
schwärmen mit murmer (WRT)
Höchste Zeit, wieder einmal einen Webradio-Tipp loszuwerden. In diesem Fall gilt er zwei alten, längst lieb gewonnenen Bekannten. Dass sie in einer bekanntermassen kleinen Welt früher oder später zusammenfinden mussten, ist eigentlich kein Wunder.
Aber nichts desto weniger wunderbar:
Auf die akustischen Kleinodien, die das französische SilenceRadio auf seinen liebevoll gestalteten Webseiten zu Gehör bringt, haben wir schon vor mehr als als zwei Jahren in einem Webradio-Tipp verwiesen (s. den Eintrag vom 26.08.06).
Und die radiophonen Murmerings bzw. die sonntäglichen Radiokunst-Ausflüge von Murmer aka Patrick McGinley im Rahmen seiner "frameworks" auf resonance104fm waren erst dieses Frühjahr Gegenstand einer entsprechenden Empfehlung (s. den Eintrag vom 18.04.08).
Aktuell hat nun SilenceRadio zusammen mit dem Wiener kunstradio ein Kooperationsprojekt namens "Soundscape forever" realisiert, das Erkundungen in Klanglandschaften unternimmt, die allein aus den Aktivitäten der Lebewesen entstehen,die sie bewohnen.
Den jüngsten Beitrag zu diesem Projekt hat Murmer mit einem "Schwarm" beigesteuert, den man - so der charmante Text zum Hörstück - gleichsam durch ein "microscope auriculaire" oder eine "lorgnette acoustique" betrachtet belauscht.
Eigentlich gar nicht so schwer, mit den Ohren zu sehen, im Land der akustischen Imagination. Schliesslich lautet das Motto von "Soundscape forever": "Nous habitons les sons".
[Bildchen: Ja, ein Schwarm (für dessen unter Copyleft publiziertem Vor-Bild wir Wikipedia Commons-Spender Temtem herzlichst danken!). Ausgewählt in Hommage ans schöne Puschelrund-Design von SilenceRadio.]
Von miss.gunst am 03.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
29.11.08
kaleidophon @ reset
Da wir gerade dabei sind, gleich noch so ein Fall sträflich langer log.buchseitiger Vernachlässigung, die aus aktuellem Anlass wenigstens behelfsweise mit einem kleinen Konzert-Tipp kompensiert werden kann...
Am heutigen Samstag Abend (29.11.08) wird nämlich Michu Gianfreda aka Kaleidophon (sic) im Berner reset aufspielen.
Und zwar tatsächlich (so steht's betonter Massen in der Einladungsmail) ohne 'e' - was erstmal ja verwundern kann, weil man es anders kennt und sowohl im reset-Programm als auch auf der Heimseite des Projekt noch ein ebensolches prangt. Charles Wheatstone selig wird sich ja sicher nicht ob der Hommage an sein Instrument gleichen Namens beschwert haben. Ob also jemand anderes...?
Hoffentlich nicht. Im select wird Kaleidophon jedenfalls ein Orchester aus analogen Synthies und einem neuen selbstprogrammierten 'Cluster'-Polyrhythmik-Sequenzer präsentieren und zum Klingen bringen. Was wir wohl leiderleider verpassen werden. So müssen wir uns wohl mit einer Ersatz-Vorstellung trösten...:

[Bildchen: Zeigt natürlich keinen 'Cluster'-Polyrhythmik-Sequenzer. Sondern - *ähm* - eher schon eine Sequenz kleiner Kaleidophone?]
Von miss.gunst am 29.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
26.11.08
anyma + bosshard in concert
Ist wirklich nicht um die Ecke, was Ort (Vevey) und Örtlichkeit (Le Bout du Monde) betrifft. Aber wir haben den phantastischen Instrumenten- und Interface-Bauern von anyma nun schon länger nicht mehr über die Schulter geschaut - und da soll es doch wenigstens zwischendurch mal eine Konzertempfehlung sein.
Am heutigen Mittwoch (26.11.08) um 21:00 Uhr gibt es am genannten Ort nämlich die Gelegenheit, zusammen mit Experimentalelektronik von Patricia Bosshard den legendären Videobass in Aktion zu erleben.
Insofern: Für heute Abend ist das Ende der Welt sicher einen Ausflug wert...

[Bildchen: Nein, so sieht der Videobass von anyma natürlich nicht aus. Dafür haben wir diesen selbst gebaut - aus einem Bass und einem Videotape. Für die Einzelteile danken wir den Wikipedia Commons-Spender Andrewa (Bass) und grm_wnr (Tape) und sowieso dem grossen GNU.]
Von miss.gunst am 26.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.11.08
minimotion!
Wie in jedem Jahr verlockt auch in diesem wieder ein sonntäglicher Anlass Freundinnen und Freunde des Kurz-Vilms dazu, bereits zur Matinee-Zeit das Zürcher RiffRaff-Kino aufzusuchen: Das MINIMOTION-Festival!
Da treue LeserInnen dieses Log.Buchs in der Vergangenheit schon mehrfach Haupt- und Seitenverweisen auf den längst legendären 10-Sekunden-Animations-Wettbewerb begegnen konnten (und im ersten unter diesen, dem Eintrag vom 07.09.05 auch Ausführlicheres zum Hintergrund der Initiative nachzulesen ist), kann es für heute fast bei der Ankündigung bleiben.

Aber doch nur fast - denn ganz besonders freuen wir uns mal ganz unvoreingenommen dann doch, dass es gleich zwei Kurze in den Wettbewerb geschafft haben, für die Marc Dusseiller von der SGMK (und Co-Organisator des ebenfalls nahenden diy*-Festivals, mehr zu Letzterem auch im hauseigenen Archiv) verantwortlich zeichnet. Wer rasch noch vorgucken und jubeln üben will, findet in den duslabs sowohl "Hase z'Nacht" (gemeinsam mit Philipp Haunz fabriziert und im Februar diesen Jahres bereits bei agent provocateur von der Jury prämiert) als direkt darunter auch "Duell" (entsprechend bedacht bei der Ausgabe 2007 des 5-10-20-Kürzest-Stummfilmfestival) ins Netz gestellt.
Und auf grosser Leinwand dann, zum Bejubeln im grossen Stil, eben am heutigen Sonntag (23.11.08) ab 10:30 Uhr bzw. 11:30 Uhr bei MINIMOTION-Wettbewerbsschau im Zürcher RiffRaff...
[Bildchen: Kleine Hommage an den "Hasen z'Nacht" - im Prinzip auch animiert gedacht...]
Von miss.gunst am 23.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
20.11.08
DIY im white cube
Liegt normalerweise ja nicht im bevorzugten Aktionsradius von DIY-EnthusiastInnen: Endlich mal einen Galerieraum zu bespielen, der zudem die klassischen Dimensionen eines White Cube besitzt. Oder vielleicht doch?
Schliesslich funktioniert der 1st Public White Cube, wie es sein Name schon ahnen lässt, ein bisschen anders. Seit seiner Gründung in 2001 hat es nämlich immer wieder Projekte mit Optionen zur Eigenbeteiligung gegeben.
Nun ist der 1st Public White Cube für einige Wochen in San Francisco zu Gast. Und zwar an einem Ort, der auch in Sachen netzbasierter Kunst schon häufiger mal auf den Schirm gerückt ist: Am San Francisco Museum of Modern Art, kurz SFMOMA.
Klingt zwar ebenfalls nicht gerade nach einer Adresse, die zum Mitmischen einlädt - aber genau das macht der 1st Public White Cube möglich. Aus nahe liegenden Gründen, denn in der aktuellen SFMOMA-Sonderausstellung "The Art of Participation - 1950 to Now" geht's natürlich um nichts anderes.
Während man sich in früheren Projektphasen (wenn uns jetzt nicht die Erinnerung im Stich lässt) per Internet mit Vorschlägen für die Transformation von im 1st Public White Cube eingerichteten Installationen bewerben bzw. beteiligen konnte, gilt es diesmal bei eBay eine Lizenz zum Eingriff zu ersteigern.
Die nächste Chance hierfür winkt am heutigen Donnerstag (20.11.08) um 12.00 Uhr (PST) bzw. 21.00 Uhr (MEZ).
Besonders schick wäre es ja eigentlich, bei erfolgreichem Gebot auch dessen Umsetzung quasi via Fernbedienung zu realisieren. Dementsprechend wäre dann allerdings auch das obligate sektnippende Vernissagenpublikum zu ordern, so man solches hernach via Webcam beobachten möchte.
Erst ein bisschen DIY mitmischen und dann zurücklehnen, um gepflegt dem durchaus noch nicht ganz abgefeierten Dauertrend zur Interpassivität zu frönen: das dürfte doch eine angesagte Mischung sein...
[Bildchen: Imagination zur Fernsteuerung des weissen Würfels, wobei das Vorbild für Letzteren aus den Wikipedia Commons entlehnt wurde, wir danken dem Ersteller des Hexaeders sowie dem grossen GNU.]
Von miss.gunst am 20.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.10.08
shiftfestival
Genau: das ist der Anlass, von dem gestern bereits durch die Blume die Rede war. In Basel eröffnet heute Abend die zweite Ausgabe des SHIFT Festivals!
Und zwar gleich mit randvollem Programm: Ab 18:00 Uhr kann man in die Ausstellung spitzen, ab 20:00 Uhr schon an einem DIY-Makeaway-Workshop teilnehmen; alternativ gibt's die obligaten Eröffnungsfestivitäten; ab 21:00 Uhr ein garantiert grossartiges Special Screening von und mit People Like Us aka Vicky Bennett - und ab 22:00 Uhr laden Fennesz und Lillevan zur audiovisuellen Konzert-Perfomance.
Alles das sozusagen zum Aufwärmen, denn ab Freitag geht es erst richtig rund, dann kommen nämlich noch eine Konferenz, zahlreiche Vilmprogramme und natürlich allnächtlich Konzerte hinzu - Tanzvergnügen nach ausgiebigem Tummeln in Theorie und Kunstpraxis eingeschlossen...
PS: Weil Wiedersehen und wieder mehrfach täglich Neues vom SHIFT Festivals lesen selbstredend Freude macht, übergeben wir an dieser Stelle an den SHIFT Festival Blog!
Von miss.gunst am 23.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
22.10.08
hybrides spielzeug
Vom Hinweis auf Monkey Up! mal abgesehen gab es hier in letzter Zeit kaum etwas für die FreundInnen und Fans gehackten Spielzeugs zu lesen.
Für die nächsten Tage hätten wir da immerhin mal wieder einen einschlägigen Tipp.
Allerdings geht der in Richtung Niederlande, genauer gesagt: nach Amsterdam, wo am morgigen Donnerstag (23.10.08) - organisiert von Mediamatic - ein dreitägiger Workshop mit dem vielversprechenden Titel "Hybrid Toys" beginnt.
Dabei soll es - was eben besonders spannend tönt - nun nicht mehr einfach ums Aufschrauben und Umbauen, Umcodieren und Reprogrammieren von ursprünglich für die Kinderstube vorgesehener Einfachstunterhaltungselektronik gehen (derlei stand im Mittelpunkt eines ersten Workshops gleichen Titels, der bereits im Januar diesen Jahres vor Ort stattgefunden hat):
"To go beyond the obvious LEDs, Tickle-me Elmos and talking dolls, we have to dive into what it means to play. We have to find out where toys are positioned in the realm of everyday objects and how technologies like the web and the Wii start to redefine their positions between the physical and the completely virtual."
Welche Optionen sich hierfür ergeben können, wird Alexandra Deschamps-Sonsino - Mitbegründerin von Tinker, der Heimat der legendären Arduino-Boards - gemeinsam mit den TeilnehmerInnen erforschen.
Ein anschauliches Beispiel dafür, was Dechamps-Sosino unter hybridem Spielzeug versteht, findet sich im designswarm ihrer Heimseiten: "The Hungries", untereinander interagierende Kuschelmonster, die sie zusammen mit Dana Gordon und Alejandro Zamudio entwickelt hat (mehr und noch schönere Bilder in der Heimat der Hungries).
Haben Wollen? Selber machen! Wobei es natürlich dummerweise just in diesen Tagen andernorts eine mindestens ebenso lockende Konkurrenzveranstaltung gibt... Genau, da war doch was? Eben...
[Bildchen: Die phantastischen Hungries müssen aus den üblichen Gründen leider zuhause bleiben; wir sind daher dem Hinweis bzw. dem Bildchen auf den Workshop-Seiten von mediamatic zum "Baby Hack" von Todd Vanderlin gefolgt. Dessen Doku-Fotos, wenngleich das Projekt vielleicht eher unter die klassische Kategorie der Hacked Toys fällt, stehen netterweise unter cc-by-nc-sa. Merci!]
Von miss.gunst am 22.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
18.10.08
Illustrative @ Zürich
Indes in Frankfurt derzeit noch die Buchmesse tobt, in deren Zuge natürlich auch so Einiges in den Kulturbeutel fürs Log.Buch wandert, muss der Tages-Tipp für heute natürlich nach Zürich gehen:
Auf zur Illustrative!
Für diejenigen, die diesem Ereignis nicht sowieso schon seit Wochen entgegenfiebern und sich dementsprechend bereits gestern beim Grand Opening getummelt haben: Wie es die Benamsung erahnen lässt, dreht sich bei diesem eine Woche währenden Anlass alles um die schöne Kunst der Illustration beziehungsweise der graphischen Gestaltung. Ergo im Prinzip um ein denkbar weites und vielfältiges Feld - wobei die Illustrative als internationales Festival natürlich für Highlights und Neuigkeiten zuständig ist.
In diesem Jahr und zur vierten Ausgabe (die ersten beiden fanden 2006 und 2007 in Berlin statt, dazu gab es 2007 auch noch eine Station in Paris) ist die Illustrative weiter gewachsen und wartet neben der Hauptausstellung noch mit mehreren thematischen Präsentationen, Workshops und anderen Sonderveranstaltungen auf.
So gibt es beispielsweise ab heute Abend eine Schau des Vice Magazins, Vice Illustrated (die, Achtung, nur bis Sonntag 18.10. geht, s.a. Vice Events) und ab Montag eine ebensolche zu Street Art in der Schweiz, zu der auch ein von lay up organisierter Projektraum gehört, in dem - dann den Umständen entsprechend etwas strassenferner - täglich gearbeitet wird. Und vor allem werden die Nominationen und Gewinner der diesjährigen "Young Illustrator Awards" in den Kategorien "Illustration", "Buchkunst" und "Amination" vorgestellt.
Und wen es dann gleich in den Fingerspitzen juckt: Eigene kreative Aktivitäten kann man selbstredend ebenfalls entfalten: Das Magazin IDPURE veranstaltet einen Cover Contest, am Samstag (20.10.) wird ein Worksop mit dem phantastischen Gary Taxali angeboten - und wer mag, tummelt sich sogar täglich auf dem eigens eingerichteten "Drawground".
Aber ja: Selbst das ist längst nicht alles, was das diesjährige Illustrative-Programm zu bieten hat. Eine Woche lang, mit täglich wechselnden Specials - im, um und um das Festivalzentrum Messe Zürich herum...
Von daher, wie schon einleitend gerufen: Auf zur Illustrative!
[Bildchen: Nunja. Drei Buntstiftlein balancieren zu können hat natürlich nicht ganz für eine Bewerbung um den YIA gereicht. Lieber noch ein bisschen üben...]
Von miss.gunst am 18.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
11.10.08
mitternachts-lunch (WRT)
Ist nicht so, dass es ab sofort jeden Samstag einen Webradio-Tipp in Richtung resonance geben soll. Doch wer in der vergangenen Woche das Oscillatomium-Konzert bis zum Ende (oder besonders dessen letze Stunden) mit- und dann noch ein wenig weitergelauscht hat, wird vielleicht schon ahnen, welche Sendung heute angepriesen werden soll.
Selbige gibt es nämlich in schöner Regelmässigkeit in den Nächten von Samstag auf Sonntag zu hören. Dass sie "Late Lunch with Out to Lunch" heisst, mag mit Blick auf die Sendezeit (London Time ab 23:00 Uhr, in unseren Breitengraden also mit Beginn zur Geistestunde) ein wenig irritieren.
Aber das lässt sich leicht erklären, denn das sehr sehr spät angesetze Mitternachtsmahl resultiert daraus, dass es sich eigentlich um die Wiederholung der Sendung handelt (das Original wird Mittwochs ab 14:00 Uhr bzw. CET 15:00 Uhr ausgestrahlt).
Indes wir den Wiederholungstermin gerade richtig und sehr viel passender für die Sendung finden. Was Ben Watson aus seiner schier unerschöpflichen Vorrratskammer an wunderbaren, schrägen und oftmals raren Köstlichkeiten hervorzaubert und zum "Late Lunch" kredenzt, ist nämlich genau das Richtige für nächtliche Radiostunden.
Zum Aperitif können wir vorweg einen kleinen Rundgang auf den Heimseiten von Watson empfehlen, die er zusammen mit seiner Partnerin Esther Lesie betreibt und die auf den etwas martialischen Namen "Militant Esthetix" hören. Dort gibt es unter "Audio Esemplasm" sogar zwei Hörproben mit Sendungen von diesem Jahr zu kosten.
Und ansonsten wünschen wir einfach, so ab 0:00 Uhr heute (oder an einem der folgenden Sams- bzw. Sonntage) der Webradio-Stream von resonance angeworfen wird: Guten Appetit!
[Bildchen: Tja, da waren wir wieder etwas eilig und faul - aber die eigentlich für die Ankündigung der Essbaren Landschaften gefertigte Zeichnung passte, fürs Mitternachts-Lunch natürlich leicht variiert, aus nahe liegenden Gründen einfach zu gut...]
Von miss.gunst am 11.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
09.10.08
on the road(s) mit alvin curran (WRT)
Genauer gesagt: von und mit Alvin Curran. Denn natürlich ist es der Klangkünstler höchstselbst, der uns heute Nacht zu einem "road movie" für die Ohren beziehugsweise zu einem "road audio" oder vielleicht noch treffender zu einer "road art radio hour" - kurzum: einer Radiokunststunde einlädt, die auf ferne Wege führt.
Als sein Stück "On the Roads" (2007) vor ziemlich genau einem Jahr zum ersten Mal im Rahmen der Klangkunst-Stunde von Deutschlandradio Kultur zur Aufführung (und tatsächlich Ursendug) kam, haben wir aus ziemlich unerfindlichen Gründen leider verpasst, darauf zu verweisen.
Dabei klingt schon die Ankündigung ziemlich vielversprechend: Basis der Klangreise sind Field Recordings, die Curran entlang der Via Appia aufgenommen hat - wer Rom kennt und diese Gegend mit eigenen Augen und Ohren erlebt hat, wird wissen, dass eine solche Audio-Tour zugleich das Zeug zur Zeitreise hat. Zwar schreibt Curran selbst von einem "unmöglichen Versuch, die illusionäre Gegenwart des alten Roms zu erfassen" und natürlich geht es um Vergegenwärtigung - aber wer weiss schon, welche Bilder dann das Innere Auge hervorholt, wenn man sich erst einmal auf dem antiken Pflaster akustisch "on the road" begegben hat?
Vorweg schon einmal hineinhören (und vielleicht auch mit dem Träumen beginnen) kann man übrigens auf Currans Heimseiten, wo sich in der Werkliste drei Hörproben zu "On the Road" eingestellt finden.
Das Hauptgericht gibt es dann über die Welle oder den Webradiostream von Deutschlandradio Kultur, zur gewohnten Klangkunst-Radiostunde, also in der Nacht zum Freitag um 0:05 Uhr.
[Bildchen: Tatsächlich die Via Appia nahe Rom (leicht transformiert) - das Originalfoto stammt von Lora Beebe und wurde netter Weise unter GNU in die Wikipedia Commons transferiert - Merci!]
Von miss.gunst am 09.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
04.10.08
oscillatomium (WRT)
Radiokunst-FreundInnen haben allen Anlass, heute Abend den Webstream unseres Londoner Lieblingssenders resonance.fm anzuwerfen - und im Anschluss bis in den jungen Morgen dabeizubleiben.
Jedenfalls so sie geneigt sind, sich auf Schwingungen einzuschwingen.
Sarah Washington und Knut Aufermann a.k.a. mobile radio ist es zu verdanken, dass wir uns für mehrere Stunden ins Oscillatomium begeben können: Im Rahmen der Brüsseler Nuit Blanche werden sie mehrere Stunden lang live aus dem Atomium Radiokunst-Stücke senden, die sich rund um Oszillationen ranken, mit Oszillationen arbeiten und natürlich selbst Oszillationen sind.
Mit von der Partie sind mehrere Stationen, die sich wie resonance.fm im Kunstradio-Netzwerk radia.fm engagieren (welchselbiges wiederum treuen LeserInnen dieses Log.Buchs aus zahlreichen vorauf gegangenen Einträgen bekannt ist): Rádio Zero aus Lissabon (wo kürzlich erst das RadiaLx-Festival stattgefunden hat), Radio Campus aus Brüssel und free103point9 aus New York.
Sowie als KünstlerInnen neben den beiden InitiatorInnen (die eine wie der andere Log-LeserInnen aus zahlreichen Einträgen und den Zürcher Radiokunstfans auch live vom Elektromagnetischen Sommer '07 sowie aus dem Walchturm bekannt) unter anderem Gívan Belá, Jacqcues Foschia, Ian Helliwell, martiensgohome, Wendy Van Wynsberghe, DinahBird und Jean-Philippe Renoult.
In diesem Sinne: Unbedingt dabei sein und den Webstream von resonance anwerfen, wenn heute Abend ab 19:30 Uhr (CEST, also unserer Zeitrechnung nach) aus der Ilya Prigogine gewidmeten Kugel des Atomium gesendet wird...
[Bildchen: Imaginiert, wie offenkundig zu erkennen, nichts weiter als eine schwingende, Schwingungen sendene Kugel. Und warum keins vom wunderschönen, grossen A.? Tja... ist nachzulesen in der Wikipedia.]
Von miss.gunst am 04.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
03.10.08
dock18 zurück an deck
Frohe Botschaft aus Zürich: Das dock18 ist zurück an Deck - mit neuen Räumen in der Roten Fabrik, so dass man dann künftig allfällige Pilgerfahrten prima mit einem Besuch in der shedhalle und/oder im Fabrik-Café am See verbinden kann.
Das Programm zur Feier der Wiedereröffnung will dabei - auch wenn es eine "Präsentation der Herbst/Winter Kollektion 08/09" verspricht - wohl weniger als Modenschau wahrgenommen werden denn als Menü.
Schliesslich hat sich das Team um Mario Purkathofer unter anderem die Einrichtung eines neuen Veranstaltungsformats vorgenommen: In Zukunft wird es im Dock18 regelmässig "Dinnershows" geben - bei denen allerdings nicht wie in den derzeit so beliebten TV-Sendungen mit Fernsehköchen kulinarische Leckereien bereitet und kredenzt werden sollen, sondern solche aus dem Metier der Elektrobastelkunst und der Medienkultur.
Dem entsprechend sind beispielsweise für die erste Dinner Show am 24. Oktober denn auch Aktive aus dem Kreis der (treuen LeserInnen dieses Log.Buchs aus zahlreichen Einträgen bekannten) Digitalen Allmend als Studio-Publikum eingeladen, um das Menü zu kosten.
Vorab aber bietet der heutige Abend - unter anderem mit einem VJ Slam zur Themenreihe "Don't/Eat", einer Performance mit Andres Wanners Kunstautomaten (vergangenen Winter ebenfalls bereits im Log.Buch vorgestellt), einer ebensolchen von Urs Dubacher sowie weiteren AkteurInnen aus dem Umfeld des Atelier Anorg und der SGMK - Gelegenheit zur Feier des Einstands. Und wird sicher auch - das Motto "Don't/Eat" sachte unterlaufend - Appetit machen auf das, was in den kommenden Monaten folgt...
PS: Um nochmal auf die potentiellen Synergien der neuen Lokalität zurückzukommen: Auch in der shedhalle wird heute Abend eröffnet. Das Motto für die vierte Phase der Projektreihe, Paradoxien und Missverständnisse, mag für sich genommen erst mal ziemlich schwierig und ergo wenig einladend klingen - aber eben die Frage, wie sich Paradoxien und Missverständnisse konstruktiv aufdröseln lassen, ist dabei ja der Punkt. In diesem Sinne: Sicher gut als Apéro für die obig empfohlene Feier geeignet...
[Bildchen mittig rechts: Demonstriert mit dem Balneum Mariae die moderne kulinarische Variation auf eine Technik, der sich schon die alten Alchemisten bedienten - bei denen es ebenfalls weniger um Essbares denn ums Erfinden ging. Insofern passt's vielleicht zu "Don't/Eat" - und in jedem Fall sei Wikipedia-Commons-Spender Antoinel für das zugrunde liegende Foto gedankt und dieses dem grossen GNU gewidmet.]
Von miss.gunst am 03.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.10.08
olaf val, monkey up!
Hoch den Affen! Aber nicht auf die Bäume. Denn der Aufruf ist in diesem Fall ein Ausstellungstitel - der uns am bzw. ab dem heutigen Abend ins Basler [plug.in] locken soll.
Dort eröffnet nämlich eine Einzelschau mit mehreren Arbeiten von Olaf Val.
FreundInnen elektronischer Basteleien dürfte er vielleicht noch über die Mignon GameKit-Workshops in Erinnerung sein, zu denen es vergangenes Jahr ja auch einen Log.Buch-Eintrag gab.
Ebensolche wird man auch wieder in den kommenden Wochen besuchen können - und dabei gleich mit der jüngsten Entwicklungstufe, dem Mignon GameKit 2.0 basteln dürfen.
Vor allem aber bietet die Ausstellung selbst natürlich Gelegenheit, Olaf Val endlich auch als Künstler kennenzulernen.
Dass es dabei in Sachen Elektrobastelei nicht weniger "hands on" zugeht als in den Workshops, kann ein Blick ins Werkarchiv verraten, wo schöne Sachen wie eine aus grossen, blinkenden "Pixeln" bestehende Kletterwand namens DIGIGRIPPER oder die swingUPgames schon mal Appetit auf die Bekanntschaft mit neuen Arbeiten machen.
Und schliesslich heisst das Ganze ja auch "monkey up!" - was eben nichts mit behaarten Primaten zu tun hat, sondern im Elektrobastler-Jargon schlicht das rasche, aber patente Zusammenlöten von Zuhandenem meint.
[Bildchen: Monkey(s) up!, insofern auch mal wieder auf die ziemlich schnelle Schnelle zusammengefrickelt. An Hardware haben wir aber dann doch nur die Rückseite eines AMD Sempron Prozessors verwendet, die darkone dankenswerter Weise der Wikipedia unter cc-by-sa-Lizenz zur Verfügung gestellt hat. Merci!]
Von miss.gunst am 02.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.09.08
auf wiederhören tony coulter (WRT)
Eigentlich sollten ja mal ein paar Tage Sendepause angesagt sein - also ganz freiwillige, ohne Serverschwächeleien oder ähnliches im Hintergrund.
Und eigentlich war schon der vor einiger Zeit mal in Richtung WFMU ergangene Webradio-Tipp ein so klarer Fall von Eulen-nach-Athen bzw. Bären-nach-Bern-Schicken gewesen, dass man bei Wiederholungstaten erst recht beschämt erröten müsste.
Heute allerdings gibt es doch einen ganz besonderen Grund, eine Wiederholungstat zu wagen, wenngleich das Ganze diesmal in mehrfacher Hinsicht ins Retrospektive (und -auditive) neigt.
Als wir nämlich am frühen Abend, wie - jedenfalls soweit Zeit und Gelegenheit - bereits süsse Gewohnheit geworden, den Webradio-Stream gen WFMU dirigierten, um Tony Coulters stets Perle an Perle reihender Sendung teilhaftig zu werden, erwartete uns dort einerseits ein besonders leckeres Überraschungsrogramm. Fast zu schon zu schön um wahr zu sein: Drei Stunden lang die wahren grossen Anti-Hits eben jener Zeit, die bei manchen Mitmenschen grausamer Weise eher über Titel im akustischen Gedächtnis geblieben ist, welche z.B. von einer grösseren Anzahl elastischer gasgefüllter Hohlkörper handeln oder von Freuden, die sich bei der Beschleunigung des Automobils einstellen...
Wer das nun verpasst hat, möge sich bei Gelegenheit mal die zugehörige Playlist zu Gemüte führen und dann tränenblind im hauseigenen Plattenarchiv wühlen, ob da wenigstens das eine oder andere entsprechende Stück Trost spenden kann. Wäre aber auch möglich, dass nicht alles auf Rille zuhanden, sondern nur auf längst Richtung ewige Jagdgründe aufgebrochenen bzw. abgeschilferten Magnetbändern... Tja, eben.
Wirklich zum Heulen ist allerdings, dass Tony Coulter wegen eines anstehenden Umzugs nach Portland mit dieser schönen Show vorerst seinen Abschied von den regelmässigen Sendungen bei WFMU mit uns gefeiert hat. Von daher auch noch einmal an dieser Stelle und zum Mitschluchzen: Thank You For The Music - und (hoffentlich, trotzdem, und sei es nur gelegentlich:) Auf Wiederhören!
Vielleicht hilft's ja, hin und wieder Richtung Portland in freier Anlehunung an die geschätzte kleine Hymne von Nichts zu singen: "Lieber Gott / Ich wünsch mir so / die TC Show im Radio..."
[Bildchen: Weil sich tränenblind eben so schlecht zeichnen lässt, haben wir nochmal unsere Radiohasen aus dem Archiv gepackt. Die natürlich sowieso mit uns leiden...]
Von miss.gunst am 30.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
26.09.08
kreativität 2.0 @ HMKV
Um den Exkursionstipp der Woche bzw. des Wochenendes konkurrieren eigentlich mehrere Veranstaltungen - aber für BastlerInnen und BricoleurInnen, die ihre Materialen aus den Speichern der digitalen Kultur beziehen, sollte es wohl jene sein, zu welcher der Hartware MedienKunstVerein in die Dortmunder PHOENIX Halle lädt.
Für einen Ausflug nach Dortmund spricht nebenbei bzw. vorweg bemerkt übrigens auch, dass man sich dort zur Zeit auch die spannende Ausstellung "Anna Kournikova Deleted By Memeright Trusted System" ansehen kann, die sich mit Kunst im Zeitalter des Geistigen Eigentums beschäftigt
Was nach Massgabe der jüngsten Entwicklungen in diesem Feld eine ziemlich trübsinnig stimmende Schau hätte werden können - aber dafür, das dem nicht so ist, sorgen schon die eingeladenen KünstlerInnen und -gruppen von Daniel Garcia Andújar (von Technologies to the People, ursprünglich auch in der Hausgemeinschaft von irational zu finden) über monochrom und Cornelia Sollfrank bis ubermorgen.
Ab dem heutigen Freitag (26.09.) bis einschliesslich Sonntag (28.09.) kann man sich aber nun in Vorträgen und Panels auch vertiefend mit Fragen rund um den Komplex "Kreative Arbeit und Urheberrecht" auseinandersetzen. Dass diese derzeit so einigen Menschen auf den Nägeln brennen und es gerade für KulturproduzentInnen Handlungsbedarf gibt, muss an dieser Stelle wohl nicht weiter erläutert werden. Zumal treue LeserInnen dieses Log.Buchs diverse Stränge zum Thema unter anderem an den Einträgen zu den Aktivitäten der Digitalen Allmend, zu Projekten wie kunstfreiheit.ch, der letzten interfiction-Tagung usw. usf. verfolgen konnten. Und natürlich haben wir vor langem auch schon die Mitveranstalterin iRights, die gemeinsam mit dem HMKV das die Tagung verantwortende Projekt arbeit 2.0 ins Leben gerufen hat, vorgestellt.
Kurzum: Gute Gründe, an diesem Wochenende nach Dortmund zu fahren und dabei zu sein! Wir können das jedenfalls nur wärmstens empfehlen...
[Bildchen: Ja, ein Gespenst geht um - nicht nur in Europa. Wobei sich in Dortmund dieses Wochendende allerdings gerade jene versammeln, die sich von ihm nicht schrecken lassen wollen. Insofern passt's nur bedingt. Aber es musste mal wieder schnell gehen mit der Imagination...]
Von miss.gunst am 26.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
22.09.08
radiokunst satt mit RadiaLx (WRT)
Soll ja Menschen geben, die hin und wieder akustische Fastentage schwören. Keine schlechte Idee in Zeiten omnipräsenter Dauerbeschallung. Aber für den heutigen Montag wollen wir doch eher das Gegenteil empfehlen.
In Lissabon läuft nämlich seit dem vergangenen Samstag ein wunderbares Radiokunst-Festival, organisiert von Radio Zero - einer äussert regen Partnerstation im Kunstradio-Netzwerk radia.fm (welchselbiges mindestens treuen LeserInnen dieses Log.Buchs aus früheren Einträgen noch bestens bekannt sein dürfte).
Im Zuge dieses Festivals, das auf´den schönen Namen RadiaLx hört, gibt es natürlich neben Workshops, Performances und Konzerten vor Ort auch Radiokunst-Sendungen satt.
So eben auch heute, wo tatsächlich bereits ab 07:00 Uhr morgens (sic!) bis in die tiefe Nacht ein regelrechtes Schlemmermahl für unsere Ohren bereitet ist, die gewöhnlich mit solchen Spezereien ja nur in dietätischen Dosen rechnen dürfen.
Auf dem Speiseplan stehen unter anderem süsse Radiokunst-Stunden mit Produktionen von Harold Schellinx (den treue LeserInnen bereits aus unserem Log.Buch kennen und sicher längst zu Soundblog-Fans geworden sind) und Aymeric de Tapol (der kürzlich noch beim hier ebenfalls mit Einträgen bedachten European Sound Delta-Projekt Klänge gesammelt hat). Und und und...
... ergo: nicht länger Log.Buch lesen, sondern den Webstream von Radio Zero anwerfen. Wir wünschen: Guten Appetit!
Von miss.gunst am 22.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
21.09.08
errare
Vom Offenbacher Hafen in die Schweiz - wo in der Moränenlandschaft rund um Menzingen für den heutigen Sonntag eine ganz besondere Klangkunst-Performance angekündigt ist.
Erklingen soll von und zwischen den sanften Hügeln nämlich ein Duett, das sich zwischen einem präparierten Alphorn und einem Steinxylophon entspinnt. Beides ja nun nicht gerade Instrumente, auf denen man bereits im Vorschulunterricht musizieren lernt oder die einem sonst an jeder Ecke begegnen würden, aus der es schallt.
Umso mehr sollte diejenigen, für die Menzingen und die Moränen in erreichbarer Nähe liegen, die Neugierde treiben, dieses besonderen Hörereignisses teilhaftig zu werden, das der treuen LeserInnen dieses Log.Buchs bereits bestens bekannte Schlagwerker und Klangbastler Simon Berz aka Badabum zusammen mit dem Komponisten und Alphornisten Roland Dahinden (sowie als unterstützenden Mitstreitern: Andrew Phillip und Michelle Ettlin) allen jenen bereiten wird, die sich zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr an Ort und Stelle einfinden...
Von miss.gunst am 21.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.09.08
how to stockhausen (WRT)
Ist natürlich keine Bastelanleitung im eigentlichen Sinne, die hier zum Besten gegeben werden soll. Sondern der längst mal wieder fällige Webradio-Tipp - der einfallsreicher Weise (und/oder weil's gerade mal wieder Mittwoch ist?) an das WDR3 open: Studio elektronische Musik geht.
Dort läuft derzeit nämlich gerade eine Reihe, die nach der Praxis namhafter Komponisten fragt - "how (to)" ist also im Sinne von "Wie haben die das eigentlich gemacht?" gemeint.
Und heute Abend wird diese Frage an den im vergangenen Jahr verstorbenen Karlheinz Stockhausen gestellt.
Vorgesehen ist aber kein Geisterspräch, sondern eine Verständigung über das Werk, wobei besonders das von Stockhausen bevorzugt zur Anwendung gebrachte Prinzip der Autointerpretation (nein, um Fahrzeuge gehts dabei nicht) unter die Lupe genommen werden soll. In diesem Zuge wird es Ausschnitte unter anderem aus Mikrophonie und aus Kurzwellen geben - kurzum: Fast schon ein Pflichtprogramm für alle die sich ein bisschen für die Geschichte des kreativen kompositorischen Umgangs mit Sende- und Empfangstechniken interessieren.
Das Ganze zur gewohnten Stunde, also ab 23:05 Uhr.
Aber ansonsten ist so Einiges anders geworden beim Studio elektronische Musik bzw. genauer gesagt: auf den Webseiten des WDR. Die Seiten werden jetzt nämlich mit einer statischen Adresszeile versehen (was gegenüber dem alten Generationsverfahren mit den ewig langen Zeiten ziemlich elegant ist, denn dahinter steht natürlich nach wie vor ein dynamisches CMS).
Nur: Abgesehen davon, dass wir uns jetzt still in die Tasche heulen, weil leider keine Weiterleitungen seitens der alten Adressen eingebaut worden ist, ergo keiner der ehedem so gern gesetzten Anker mehr funktioniert, haben wir noch keine Archivadressen für die einzelnen Beiträge ausmachen können. Was natürlich nicht so schön ist, wenn man mit Einträgen wie diesem nebenbei auch ein bisschen Kulturspeicher spielen will...
[Bildchen: Hat als schematische Darstellung mikrophonen Stereoprinzips, die von Galak76 dankenswerter Weise unter GNU in die Wikipedia Commons gespendet wurde, eigentlich nichts mit Stockhausens Komposition von 1966 zu tun. Aber schön ist sie und lässt sich wie fern auch immer mit einigen der oben angeführten Prinzipien assoziieren,...]
Von miss.gunst am 17.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.09.08
dorkbot swiss @ walcheturm
Mindestens für die Annalen: Am heutigen Abend (10.09.) findet fand das September-Treffen der ansehnlichen und stets wachsenden Schweizer dorkbot-Gemeinde im Zürcher Walcheturm statt.
A propos stets wachsend: Das Programm der Veranstaltung bricht durchaus den Jahresrekord - und bei den meisten der illustren Gäste sind entweder direkt über die Ankündigung interne Seiten mit ausführlichen Informationen zu erreichen oder es ist ein Anker zu den jeweiligen Heimseiten der KünstlerInnen gesetzt, auf denen sich dann mehr über die Projekte erstöbern lässt.
Braucht daher an dieser Stelle eigentlich keine weiteren Details. Nicht verkneifen können wir uns als treue Fans allerdings den Wink, dass unter anderem bzw. unter anderen Flo Kaufmann (s. a. im hauseigenen Archiv) seine grossartige Einrichtung zur phonotechnisch abspielbaren Gravur von Bierdosen vorstellen wird. Dass und wir gut die funktioniert, haben wir schon vor mehr als einem Jahr im Rahmen der Workshop-Tage in Solothurn heftigst bewundert.
Und abschliessend vielleicht noch der Verweis auf Chun Lee nicht minder spannendes open lab-Projekt, das zudem auch am folgenden - also dem Donners- - Tag (11.09.) gleich nochmals im Rahmen des Ubuntu-Treffens vorgestellt werden soll.
Von miss.gunst am 10.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.09.08
eine neue... ?
Nebenbei bemerkt hat gestern, als wir - mindestens im Geiste - noch bei den Vögeln waren, auch die ars electronica ihre Tore geöffnet.
Was unter elektronischen Künsten zugeneigten natürlich per se schon vermeldenswert sein mag.
Erwartungsfroh kann diesmal zudem das gewählte Thema stimmen, das an sich zwar nicht neu ist (denkt man etwa allein an den einen oder anderen kleineren Anlass des letzten Jahres)- aber eines, das unter den gegebenen Umständen eher an Relevanz gewinnt denn verliert:
Gehen soll es - insbesondere auf der heute beginnenden Konferenz - um die Frage nach den schönen neuen Ökonomien kultureller Produktion in der umkämpften Zone zwischen Informationsfreiheit und Urheberrechtsbestimmungen.
Dazu und zu all den anderen Dingen, die in den nächsten Tagen in Linz geboten werden, gelegentlich noch mehr.
Vorher gilt es aber noch über die Spielwiese hinweg zu kommen, welche die Gestalter der Webseiten und des (Corporate) Graphic Design angelegt haben.

Da gibt es nämlich nicht nur ein kleines, von PacMan - ja, wie sagt man am besten: inspiriertes Vilmchen auf der Startseite, das einen vor dem Hintergrund des Themas richtig ins Sinnieren bringen kann.
Auch mit dem Titel der Veranstaltung wird munter gespielt: "A new cultural ... - a new scientific economy ... a new ..." - ja, was denn nun eigentlich? Hoffen wir doch mal, dass die Standpunkte auf den Podien etwas entschiedener vertreten werden...
[Bildchen: Ist mehr vom Thema der ars als von irgendetwas anderem inspiriert. Oder?]
Von miss.gunst am 05.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.09.08
upgrade! international lockt (chain reaction)
Zwar kein Aufruf zur Einreichung, aber eine Einladung zur Teilnahme, die gerne weitergereicht werden will. Upgrade! ist ein Format, das die meisten von lokalen Veranstaltungen kennen dürften, die zu denen der dorkbots eine gewisse Verwandtschaft aufweisen - denn sie werden von Menschen organisiert, die ideenreich an diversen Schnittstellen von Künsten, Technologien, Kultur und Gesellschaft agieren.
Weil Upgrade! aber zudem ein internationales Netzwerk ist, gibt es mehr oder weniger regelmässig aber auch grössere Anlässe, die eigentlich mit Fug und Recht Festival genannt werden können.
Anfang kommender Woche findet nun ein ebensolches im mazedonischen Skopje statt, organisiert von gleich mehreren lokalen Upgrade!-Initiativen (Upgrade! Belgrade, Upgrade! Berlin - Public Art Lab, Upgrade! Sofia – InterSpace, Upgrade! Istanbul – NOMAD, Upgrade! Skopje) sowie der Inititiative Line. Und was dort unter dem schönen Titel "Chain Reaction" geboten wird, klingt liest sich wirklich verlockend.
Das Programm umfasst neben einer Ausstellung, diversen Aufführungen für Augen und Ohren wie Performances und Video-Screenings eine lange Reihe mit ziemlicher Sicherheit ganz und gar nicht langweiliger Vorträge und Workshops.
Könnte sich also - a propos "Kettenreaktion" und soweit es der Kalender gestattet - anbieten, gleich vom einen Festival zum nächsten weiterzureisen...
Von miss.gunst am 01.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
31.08.08
grosse vögel, kleine vögel
... sind gestern (30.08.) in der Rotunde der Schirn Kunsthalle in Franfurt gelandet. Und werden dort wohl noch ein Weilchen nisten
Eine unerwartete Oase aus Klang mitten in der Stadt, in farbiges Licht getaucht, die allabendlich wie eine Fata Morgana für ein paar Stunden erscheint und dann wieder vergeht.
Angelockt hat die Vögel, zwei Zwergohreulen übrigens, Bernhard Schreiner (feld, Archiv). Eingefangen hat er aber nur ihre Stimmen. Schnäbelndes Gurren, das sich bestens mit dem körperlosen Schnarren der Schaltungen versteht. Das heisst: Im Grunde will man gar nicht unterscheiden zwischen dem Gesang aus Gefieder und dem, der von Impuls zu Impuls hüpft. Oder genauer gesagt, hingehört, im Puls selbst ist.
Bevor es dämmerte und dann, Schein geworfen, gleich wieder blauer Morgen werden konnte in der Lichtung gab es - allerdings nur für einmal - noch ein Konzert. Olivier Messiaen, dessen hundertsten Geburtstag es in diesem Jahr zu begehen gilt, und Martin Schmalz, der gerade mit einem Kompositionsstipendium in Frankfurt weilt - gespielt von MusikerInnen der Jungen Deutschen Philharmonie, die dem Franzosen mit ihrem diesjährigen Freispiel eine besonders schöne Hommage kredenzt.
Was im übrigen auch für Schreiners o.T. (presque rien n°2, blau) gilt. Allem voran der Vögel wegen, und nicht nur, weil es ursprünglich Messiaens Schüler Luc Ferrari war, der einer der beiden Zwergohreulen seinerzeit zärtlich die Stimme stahl.
Die Oase (presque rien) noch bis um 05.09. jeden Abend ab 20:00 Uhr in der Rotunde der Schirn; das Freispiel der Jungen Deutschen Philharmonie für Olivier Messiaen ebenfalls, aber an anderen und welchselnden Orten (Programm als pdf).
[Bildchen: Nun, was wohl anderes als zwei Zwergohreulchen, ein wenig wenigstens in Blau getaucht. In ganzer Gefiederpracht sind sie auf einem Foto zu bewundern, das Antonio De Lorenzo und Marina Ventayol machten und dessen hier verwendete und weiter transformierte Bearbeitung von Dysmorodrepanis dankenswerter unter cc-by-sa lizensiert und in die Wikipedia Commons gestellt worden ist.]
Von miss.gunst am 31.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.08.08
kunstgeburtstag ff. (WRT)
Sieht fast so aus, als würden sich diesen Sommer sämtliche Sender bzw. -formate mit Neigung zur Radiokunst aufs Feiern eingeschworen haben.
Aufs Kunstgeburtstag(s)-Feiern, um genau zu sein.
Denn nachdem wir Anfang des Monats schon einen entsprechenden Webradio-Tipp für den reDeSigning the future ... remix bei SWR2 ars acustica abgeben konnten, steckt in der Nacht zum morgigen Freitag (wie immer ab 0:05 Uhr) nun auch Deutschlandradio Kultur in seiner Klangkunst-Reihe die Kerzen auf dem Kuchen an.
Und wie der Titel "Young and Restless - Art's Birthday 2008 (2)" verrät, sogar schon zum zweiten Mal in kurzer Folge. Letzte Woche gab's nämlich bereits "Young and Wild - Art's Birthday 2008 (1)".
Beide Sendungen sollen eine Nachlese zu jener bieten, die pünktlich zur eigentlichen Festivität am 18.01.08 ausgestrahlt wurde ("Forever Young"). Wie das am 22.08. klang, ist uns leider entgangen, heute Nacht bietet sich also eine neue Chance. Wobei das Ganze - anders als beim SWR - wohl eher auf ein Wiederhören hinauslaufen wird.
Nun, aus treuer Kunstgeburtstagsfan-Perspektive sagen wir da doch: Immer gern - warum auch nicht?
[Bildchen: Indes die Ankündigung beider Geburtstagsprogramme bei Deutschlandradio Kultur ein Schwamm ziert, finden wir das Motto "Schwamm drüber" etwas schnöd und bleiben lieber bei der traditionellen Torte. Das mehr als lecker ausschauende Vorbild danken wir Joey Gannon und stellen auch unsere Mutante unter cc-by-sa.]
Von miss.gunst am 28.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
25.08.08
Essbare Landschaften (WRT)
Freundinnen und Freunde von Field Recordings aufgemerkt: Auf resonance fm London beginnt heute eine Reihe mit Sendungen, die auf diesem Terrain schwelgen und schwelgen lassen - was in diesem Fall sogar wörtlich zu nehmen ist.
Edible Landscapes heisst das Projekt, in dessen Rahmen Reisen in die unterschiedlichsten Gefilde unternommen werden, in denen Hören einen umfassenden sinnlichen Genuss bedeuten kann.
Zwar dürfte wohl nicht alles, was dabei zu erlauschen sein wird, den Verdauungsapparat im engeren Sinne betreffen:

"Gloucester cathedral, Elephant & Castle, Romanian sheep and sheperds. The horns of Napoli, vile weather in north London, lightning storms in southern Italy, fireworks in Lewes, carnivals in Mexico. Food being prepared and food being eaten. The sounds of a crop circle being constructed, rural rambles and urban yomping; domestic nothingness and somethingness. The truth about super markets, meat markets, cattle markets, and fruit markets and plenty of action and inaction on buses, trains, planes and tubes and many places inbetween."
Aber wie die hier zitierte Ankündigung und natürlich auch der Titel der von Richard Thomas editierten Serie mit Beiträgen zahlreicher KünstlerInnen, RadiomacherInnen und anderer Kulturschaffender versprechen, nehmen Nahrungsmittel - vom Rohstoff über die Ware und deren Handel bis zur Zubereitung und Konsumption - hierbei einen zentralen Stellenwert ein.
Kurzum: Das klingt schon vorweg sehr lecker und wird es auch sicher werden. Akustische Mitesser können sich vom heutigen Montag (25.08.) bis einschliesslich Freitag (29.08.) täglich zu Tisch einfinden - und zwar, so sie nicht sowieso in London weilen und resonance auf fm empfangen könne, per Webstream jeweils um 12:00 Uhr zum Mittags- und um 0:00 Uhr zum Nachtmahl (wobei, notabene, in der kontinentalen Zeitzone jeweils eine Stunde zuzugeben ist).
Von miss.gunst am 25.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
22.08.08
kurz, aber herzlich
Wie schon gute Tradition, wollen wir auch in diesem Jahr wieder den Hut vor jenen ziehen, die es wirklich schaffen, sich kurz zu fassen. Und wie KurzfilmfreundInnen ahnen werden: Mit "kurz" ist im Grunde "kürzest" - und mit dieser Einleitung das One Minute Festival in Aarau gemeint.
Heute (22.08.) Abend beginnt nämlich die diejsährige Ausgabe des intnationalen Film & Videofestivals für die kompakte Würze - und startet gleich durch mit einer langen Nacht des kurzen Vilms. Wieviel es da zu gucken gibt in mehreren Stunden, die ausschliesslich aus Videos und Filmen bestehen, welche höchstens (!) sechzig Sekunden währen, mag sich jede/r selbst ausrechnen.
Ab morgen gibt es dann wie gewohnt ein Ganztages-Programm (Überschau als pdf), zu dem neben den zahlreichen Wettbewerbs- und Spezialschienen mit Spiel-, Experimental- und Animationsvilmen auch zwei Installationen gehören, die ab morgen Nachmittag im Kunstraum Aarau zu sehen sind:
Zum einen "Tempo Fugato" von Marianne Büttiker, ein poetischer Bild-Transfer, mit dem - so verspricht es die Künstlerin - Fragmente aus dem Tagebuch ihres Genueser Atelierstipendien-Aufenthalts in Form einer (Video-)Raumzeichnung wiedererstehen sollen.
Zum anderen lädt Terry Schaufelberger zum "Grossen Duell", bei dem die Zuschauer aktiv eingreifen und per Zeichenstift das Geschehen (und wohlmöglich auch den Ausgang der Auseinandersetzung) mitbestimmen können. Wer seine eigenen gezeichneten Charaktere ins Rennen schicken will, ist dazu herzlich eingeladen - es steht nämlich auch ein Scanner bereit.

Ob es dann wohl auch gestattet ist, einander allenfalls mit Kuchen oder Seifenblasen zu bewerfen oder Blumen zu tauschen?
Wird sich sicher weisen. In jedem Fall eine grossartige Idee!
[Bildchen: Von Schaufelbergers Einladung inspiriert, haben wir in einer Einminutenskizze mal schnell eine potentielle Duellantin imaginiert. Die Kampfseifenblase sieht harmlos aus? Wer das meint, hat sie noch nicht im Einsatz gesehen. Nur so viel sei verraten: Wie es sich für eine mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Geheimwaffe gehört, wird sie auch nicht so mirnichs, dirnichts platzen. Vielmehr wird die Gegenseite freundschaftlichst eingeseift...]
Von miss.gunst am 22.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
20.08.08
dhomont (WRT)
Wie oft geht unser Webradio-Tipp für den Mittwoch an das WDR Studio Elektronische Musik - wird heute aber zudem noch mit einem internationalen Extra verknüpft.
Im Mittelpunkt der aktuellen Sendung, die heute zur gewohnten Stunde ab 23:05 Uhr ausgestrahlt wird, sollen nämlich Werke von Francis Dhomont stehen.
Die Ankündigung verspricht mit Ausschnitten aus verschiedenen Werken des Pioniers und Doyens der akusmatischen Musik einen "Blick hinter die Kulissen und ein(en) Werkstattbericht" zu bieten, was ja allemal ziemlich spannend klingt.
Denjenigen, die vorab und/oder hernach noch weiter in Dhomonts Klangwelten einsteigen möchten, können wir wunderbarer Weise bei dieser Gelegenheit gleich noch einen weiteren Webradio-Tipp mit ans Herz legen.

Im kanadischen Montréal - Dhomonts zweiter Heimat, wo der Franzose über zwanzig Jahre gelebt und gelehrt sowie unter anderem auch die Communauté électroacoustique canadienne (bzw. englisch: The Canadian Electroacoustic Community, kurz CEC) mitbegründet hat - gibt es nämlich den Vertrieb DIFFUSION i MéDIA / electrocd bzw. ÉlectrO-CD, der auf die gleichnamige Initiative von Mitgliedern der Groupe de recherches musicales (GRM) in Paris zurückgeht und entsprechend auf CD-Publikationen aus dem Feld der elektro-akustischen Musik spezialisiert ist.
Bei DIFFUSION i MéDIA / electrocd kann man nun aber nicht nur Werke von Francis Dhomont erstehen, sondern sie (wie diejenigen zahlreicher anderer KünstlerInnen, die der Vertrieb vertritt) auch über das hauseigene Webradio hören. Womit sich dann natürlich weit mehr als eine nächtliche Radiostunde bestreiten lässt...
[Bildchen: Dhomonts Musik will natürlich mit dem Inneren Auge gesehen werden. Insofern eher entfernt ein lichter Gruss an seine zweite Heimat, die uns auch sonst und sowieso ans Herz gewachsen ist. Vor-Bild war in diesem Fall ein Foto von Montréal bei Nacht, das MinhCuongTran grosszügiger Weise unter cc-by-sa in die Commons gegeben hat. Merci!]
Von miss.gunst am 20.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
16.08.08
radio MACBA (WRT)
Darf es zum Wochenende vielleicht wieder ein Webradio-Tipp sein?
Da hätte es doch einen - sogar mit allem Vernehmen nach kontinuierlich ausgebautem und zudem für Klangkunst-FreundInnen jederzeit erreichbarem Programm.
Nachdem wir gerade gestern (primär auf FM, aber im Übrigen natürlich auch per Webradio zu vernehmen:) in unserer GUNSTradio-Sendung auf dem Frankfurter radio x eines der aktuellen Projekte von Radio MACBA vorgestellt haben, sollte es eigentlich auch im Log.Buch nicht länger fehlen.
Radio MACBA, im Hause des Museums für Zeitgenössische Kunst in Barcelona (Museu d’Art Contemporani de Barcelona) angesiedelt, sendet zwar nicht on air, sondern ausschließlich übers WWW. Das heisst: Genau genommen handelt es sich auch um gar kein Radio, sondern um Podcasts, die man sich entweder online anhören oder auch herunterladen bzw. per iTunes abonnieren kann. Aber das tut der guten Sache eigentlich keinen Abbruch.
Nicht nur steht dort in der von Barbara Held und Pilar Subirà betreuten Klangkunst-Reihe "Curatorial" geradet ein Special namens "Radioaction III" auf dem Programm, das gemeinsam mit dem treuen LeserInnen dieses Logs aus mehreren Einträgen bereits bestens bekanntenNew Yorker Kunstradio free103point9 entstanden ist. Es versammelt zwölf Stücke, die konzeptionell an die Idee von Radio als Medium, Instrument, Material und/oder Thema anknüpfen (mehr dazu und zu den beteiligten KünstlerInnen bei free103point9).
Auch sonst hat Radio MACBA so einiges Spannende zu bieten. So gibt es aktuell etwa in der Reihe "Research" zwei Sendungen, die dem klangkünstlerischen Werk von Francisco López (s. auch im Log.Buch-Archiv) gewidmet sind, unter den "Specials" ein ebensolches zu Juan Muñoz' Radioarbeiten und in der das Ausstellungsprogramm des Museums begleitenden Serie "Son(i)a" (leider die einzige, die unter cc lizensiert ist) eine Sendung zur Schau "Possibilitat d'acció. La vida de la partitura"("Possibility of Action: the Life of the Score"), welche sich den Formen der zeitgenössischen musikalischen Notation widmet.
In Summa hat Radio MACBA bereits jetzt mehr im Kasten, als sich an einem einzigen Sommerwochenende nachlauschen lässt. Und sicher wird das Archiv noch weiter wachsen - wir bleiben also dran...
[Bildchen: Zeigt eigentlich einen Sendemast bei Königs Wusterhausen - also denkbar weit von Radio MACBA entfernt. Aber es gibt tatsächlich einen Konnex. Das schöne Foto, das Wikipedianer Marcus T. Jaschen unter cc-by-sa den Commmons übergab, erinnerte uns fern nämlich an jenes, welches das Cover der von free103point9 herausgegebenen CD zu Radioaction III ziert.]
Von miss.gunst am 16.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
13.08.08
mobiles kino video
Gleich noch ein kleiner Nachschlag für die 8bit-FreundInnen - aber nicht nur für diese. Es gibt nämlich wieder etwas von MOBILESKINO zu vermelden (ja genau, das sind die Macher der wunderbaren Game Arcade und anderer spannender Projekte, die analoge und digitale Medienkultur auf unterschiedliche Weise ineinander übersetzen).
Daniel Bossart aka bossART hat vor einigen Monaten schon für telebasel mash tv ein schönes kleines Porträt über das Elektrobricoleur-Kollektiv gedreht - und auch im Wildpark von polylog.tv eingeheht, wo es nun eben zu bewundern ist.
Fanden wir grad dieser Tage per Zufall. Und stecken wir natürlich gleich zu den Einträgen unserer kleinen Sammlung mit MOBILESKINO im hauseigenen Archiv.
[Bildchen: Sieht so gar nicht nach Arcade-Kino aus? Stimmt. Was das soll, wird sich aber noch weisen...]
Von miss.gunst am 13.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
12.08.08
superbutton (mit WRT)
Schon sehr sehr lange nichts mehr für FreundInnen der 8bit-Kultur dabei gewesen. Das müssen wir dringend ändern. Und schauen uns doch gleich mal um, was es in der Szene an aktuellen Leckereien gibt.
Als da wäre beispielsweise unter den jüngeren Netzlabels der 2006 gegründete Superbutton, dessen Veröffentlichungen symapthischer Weise der Gemeinde allesamt gemeinfrei unter Creative Common-Lizenz kredenzt werden.
Ganz wunderbar zur Sommersaison passt beispielsweise das vorletzte Release, das im Juni als zweite Kompilation der Superknöpfe mit dem schönen Titel "LittleBit2Quick"* erschienen ist.
[*Da der Superbutton keine internen Sprungmarken hat, direkt zur entsprechenden Seite bei archive.org verankert - bei Superbutton selbst kann man die einzelnen Stücke aber ebenfalls direkt anhören bzw. bequem das zip von archive.org abrufen.]
Gewissermassen ein All Stars-Aufgebot des Freundeskreises, bei dem man entsprechend viele Zuckerl von Bit-Bricoleuren findet, die schon zuvor mit leckeren Superknopf-Publikationen erfreut haben.
Wenn es noch eine persönliche Empfehlung sein darf: In jedem Fall "In the Raw" von Stay Ali.
Und wer die schwedische 8bit-Diskokugel noch nicht kennt, sollte sich bei dieser Gelegenheit gleich noch die beiden EPs zu Gemüte führen, die bei Superbutton erschienen sind.
Last but not least: Ist natürlich kein echtes Webradio, was sich da auf der Heimseite im Fensterchen öffnet. Aber im Bedarfsfall doch so gut wie, weshalb wir das Ganze einfach mal in die Webradio-Tipps reihen.
[Bildchen: Ja, ziemlich zünftige Cover haben die Superbutton-EPs obendrein. Dieses hier gehört natürlich zu "LittleBit2Quick" und ist als Teil des Gesamtpakets unter cc-by-nc-sa lizensiert. Aber wer hat's gemacht? Vielleicht Superbutton-Betreiber McFiredrill selbst.]
Von miss.gunst am 12.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.08.08
station rose @ yachtclub
Nach der doppelten Portion Schwanengesang auf die analoge Kassettenkultur sollte es gut tun, sich zur Abwechslung mal wieder digitalem Optimismus zuzuwenden.
Dazu gibt es heute Abend (08.08.08) in Frankfurt eine ideale Gelegenheit.
Und zwar lädt bzw. laden Station Rose - Elisa Rose und Gary Danner, netizens der ersten Stunde und seit zwanzig Jahren gemeinsam auf dem Feld der digitalen Medien und Künste aktiv - zu einer sommerlichen Jubiläumsfeier ein.
Begangen wird diese an einem denkbar bukolischen Ort, nämlich in Hans Romanovs wunderbarem Yachtclub, der nahe der Alten Brücke am Mainufer ankert.
Um 23:00 Uhr wird es eine (Vor-)Premiere des jüngsten Werks der beiden geben und der Vilm "20 Digital Years - the Movie" gezeigt. Und drumherum wird man auf schwankenden Planken und bei hoffentlich angenehm lauem Abendwind über den Wassern Getränke und Musik geniessen können, welchletztere von Gary verantwortet wird, indes die Visuals dazu wie immer von Elisa kommen.
Wer im Vorfeld noch einen audiovisuellen Aperitif nehmen möchte, sollte es nicht versäumen, angelegentlich auf der Heimseite von Station Rose einzukehren. Aber Obacht mit der Dosierung. Schaut schliesslich nicht gut aus, wenn man schon sturztrunken auf die Party wankt...
[Bildchen: Ist weder der Flyer zum Fest noch sonst eine Station Rose-Produktion. Ersteren wollten wir trotz Ermutigung der beiden lieber nicht verwenden, weil wir in Sachen Wiedergaben ja so penibel sind. Ergo versucht - immerhin in schönem STR-Pink und visuell thematisch passend - selbst eine Gratulationskarte zu basteln. Für den Yachtclub (natürlich nicht der Frankfurter, sondern der von Kaunas) unter cc-by-sa danken wir Wikipedia Commons-Spender Wojsyl und für die wunderbare Hybridrose unter cc-by Ulf Eliasson.]
Von miss.gunst am 08.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.08.08
reDeSigning the future remix (WRT)
Wie schon öfter an einem ersten Dienstag im Monat geht unser heutiger Webradio-Tipp in Richtung SWR2. In der Reihe ars acustica steht nämlich wieder einmal eine besonders spannende Sendung auf dem Programm.
Als Ursendung und noch dazu mit Live-Bearbeitung soll es ein Remix ausgewählter Produktionen der diesjährigen Feiern zum Kunstgeburtstag geben (mehr zu Kunstgeburtstagen im Allgemeinen sowie speziell zum Jubeltag 2008 natürlich auch im hausgeigenen Archiv).
Beteiligt sind am "reDeSigning the future ... remix" der niederländische Vokalartist und Performer Jaap Blonk, der deutsche Minimal-Elektroniker Markus Popp, österreichischen Musiker und Geräuschforscher Martin Brandlmayr und Werner Dafeldecker´(s.a. Polwechsel) sowie der Saxofonist Matthias Schubert.
Ergo denkbar unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten mit ebenso unterschiedlichen ästhetischen Präferenzen, Vokabularien und Methoden. Kurzum: Das Ganze verspricht eine ziemlich spannende und abwechslungsreiche Angelegenheit zu werden.
Zu guter Letzt noch eine frohe Botschaft: Diejenigen, die nicht heute Nacht ab 23:05 Uhr das Öhrchen ans Radio pressen bzw. in den Webstream tauchen können, haben übrigens im Anschluss noch eine Woche lang die Möglichkeit, sich die Aufzeichnung online anzuhören (mehr dazu vermutlich hier).
[Bildchen: Ist natürlich ein Remix des Extremkitschs, den wir seinerzeit als überzuckerte Kunstgeburtstagstorte im entsprechenden Eintrag aufgefahren hatten. Je nun...]
Von miss.gunst am 05.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
03.08.08
sound + space (smc08)
Ist heute schon der Abschlusstag - aber für die Annalen soll trotzdem noch auf die diesjährige DEGEM-Konferenz "Sound und Space" verwiesen werden, die in Kooperation mit den bereits mit einem eigenen Eintrag bedachten inventionen08 in Berlin ausgerichtet worden ist.
Und zwar schon allein deshalb, weil es auf den Heimseiten der Konferenz auch eine Abteilung mit den "Proceedings", also den Materialien zu den Vorträgen gibt.
Ergo hat man so einiges Anregende zu schmökern, selbst wenn man nicht an der Konferenz teilnehmen kann bzw. konnte. Wie beispielsweise Simon Emmersons Text zu "Memory and Space" (pdf) oder Marilou Polymeropoulous Überlegungen zu "Sound in Cyberspace: Exploring Material Technoculture" (pdf). Um nur mal zwei weiterzuempfehlen, die wir den eigenen Neigungen entsprechend herausgepickt haben.
Ist natürlich nicht dasselbe, wie den Vorträgen bzw. Präsentationen beizuwohnen. Aber als kleine Theorieinfusion für das sonntägliche Teestündchen doch durchaus tauglich.
Von miss.gunst am 03.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.08.08
dorkbot swiss Valbella8
Neue Aktivitäten bei den Schweizer dorkbots, die sich diesmal als "people doing strange things with communication" formieren.
Hintergrund ist die Kooperation mit einem Projekt, das auf seine Weise ebenfalls neue Wege geht.
Valbella8 ist Medienprojekt von Menschen mit geistiger Behinderung, die Radio und Fernsehen produzieren. Für Menschen mit und ohne geistige Behinderung.
Und noch viel mehr.
Wer Valbella8 und die Beteiligten näher kennenlernen möchte, kann natürlich erst einmal die Heimseite des Projekts studieren (gibt auch ein hübsches Brevier im pdf-Format zum herunterladen).
Heute gibt es aber zudem auch eine schöne Gelegenheit, sich das Ganze mal aus nächster Nähe - also vor Ort in Valbella - anzuschauen und den MacherInnen persönlich zu begegnen. Unter oben bereits zitiertem Motto laden dorkbot swiss und Valbella8 zu einem Tag der offenen Tür ein, bei dem es mit Podiumsgespräch, Grillen und Konzert zur Sache bzw. um die Sache(n) geht, die in diesem Sommer starten soll(en).
Valbella8 haben viel vor - aber eben auch Potential: "Die Brillianz einer von der Norm abweichenden Denk- und Lebensart wird in TV, Radio, Zeitung und im Internet für Abwechslung sorgen."
Besser kann man es nicht sagen. Wir wünschen Valbella8 einen grandiosen Start, viele UnterstützerInnen und viel Erfolg!
Von miss.gunst am 02.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.08.08
frequenzwechsel im KunstWerk
Heute startet im KunstWerk Köln ein Projekt, das KlangkünstlerInnen ins Rheinland locken könnte.
Es steht nämlich (ein) Frequenzwechsel auf dem Programm.
Unter diesem Rubrum lädt das Elektronik Ensemble "NooK", bestehend aus Gerriet K. Sharma und Dirk Specht, in ein "Audiovisuelles Labor", in dem die beiden über eine Woche lang gemeinsam mit Gästen arbeiten wollen:
"Die Gesamtsituation der Ausstellungshalle wird in verschiedene Raumzonen / akustische + visuelle 'Inseln' / variable Produktionsorte, Aktionsbereiche unterteilt.Zu den Themen 'Interferenz', 'AntiAmbient' und 'XOR - Play' werden mit eingeladenen Gästen – Matthias Neuenhofer(Videokünstler, Köln), Peter Plessas (Komponist, Graz), Volker Hennes (Komponist, Köln), Tobias Grewenig (Medienkünstler, Augsburg), Frank Keutgen (Bildhauer, Plombieres) – vor Ort Positionen erarbeitet, die innerhalb des Ausstellungszeitraumes der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Darüberhinaus ist es nach Absprache möglich, während des 'Erarbeitungszeitraums' die Arbeitsmethoden und den Produktionsprozess der beteiligten Künstler kennenzulernen."
Eröffnet wird das Ganze heute (01.08.08) Abend ab 19:00 Uhr, der Frequenzwechsel per se läuft dann noch bis 08.08. inklusive und soll dann mit einem Konzertabend schliessen.
Öffnungszeiten:
Donnerstag + Freitag 17-20 Uhr, Samstag 14-17 Uhr
'Showtime'/Konzerte:
Fr. 01.08. (Eröffnung)
Mo. 04.08. und Do. 07.08.
Fr. 08.08. (Finissage)
... jeweils 20:00 Uhr
Ort:
KunstWerk Köln e.V.
Deutz-Mülheimer Straße 127-129 - 51063 Köln
[Bildchen: Nicht der, aber ein Frequenzwechsel. Bzw. genau genommen eine gemein erzwungene Modulation. Mangels geeigneterer Alternativen einfach selbst gebastelt.]
Von miss.gunst am 01.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.07.08
taanila, kurenniemi, karlsruhe
Vor mehr als drei Jahren galt seinen Arbeiten einer der ersten Einträge in unserem Log.Buch (auf die dann noch weitere folgten) - nun gibt es für treue Fans eine Gelegenheit zum Wiedersehen.
Ende vergangener Woche (24.07.08) hat nämlich im Badischen Kunstverein eine Werkschau mit Arbeiten von Mika Taanila eröffnet.
Mit von der Partie ist auch Taanilas Film über den ebenfalls schon mit mehreren Log.Buch-Einträgen bedachten finnischen Computermusikpionier und Netznerd avant la lettre Erkki Kurenniemi, "The Future Is Not What It Used To Be".
Vergangenen Samstag gab es einen übrigens Beitrag zur Ausstellung im Deutschlandfunk - in dessen Dokumentation Taanila uns wissen lässt, wie wichtig ihm Kurenniemi nicht nur als Subjekt dokumentarischer Arbeit, sondern sozusagen auch generell als Impulsgeber gewesen ist.
Speziell zu Kurenniemi an dieser Stelle noch ein aktueller Tipp: Das wunderbare ubuweb hat jüngst tatsächlich seinen legendären Film "Electronics in the World of Tomorrow" von 1968 ins Netz gestellt, aus dem in "The Future Is Not What It Used To Be" ja auch Ausschnitte zu sehen sind.
Last but not least: Fans, die gleich heute nach Karlsruhe pilgern, kommen nebenbei nicht nur in den Genuss der zeitgleich laufenden Ausstellung von Judith Hopf, sondern können abends auch einer Sonderveranstaltung mit Redakteuren des Kunst- und Kulturmagazins Pavillion aus Bukarest beiwohnen, dessen Archiv derzeit ebenfalls präsentiert wird.
[Bildchen: Hier haben wir mal den Versuch gewagt, uns aus gegebenem Anlass selbst ein DIMI zu basteln. Naja. Herzlichster Dank geht jedenfalls an Pearson Scott Foresman für die Überlassung eines Küchensiebs.
Von miss.gunst am 30.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
27.07.08
wassermusik vom carillon
Ist einige Zeit her, dass es an dieser Stelle etwas speziell für FreundInnen von Glockenspielen zu lesen gab.
Umso schöner, wenn sich dabei nun sogar noch an den lang lang lang vernachlässigten Strang zur Wassermusik anknüpfen lässt.
Im Haus der Kulturen der Welt läuft tatsächlich schon seit Anfang Juli ein gleichnamiges Sommer-Festival.
Und in diesem Rahmen findet heute das letzte von drei Carillon-Konzerten mit Wassermusik statt.
Gespielt wird aus wortwörtlich nahe liegenden Gründen das Carillon Berlin Tiergarten, das direkt neben dem Haus der Kulturen der Welt steht.
Und zwar von Hand und vom Carillonneur Jeffrey Bossin höchstpersönlich.
Eine Übertragung, gar per Webradio, gibt es leider nicht. Dafür sind aber auf der Heimseite des Berliner Carillon mehrere Video-Clips verlinkt, auf denen man Bossin spielen sehen und hören kann. Beispielsweise das Präludium Nr. 2 C-Dur von Matthias vanden Gheyn.
Wer es nun nochmal mehr bedauert, das heutige Konzert mit Ausschnitten aus Händels Wassermusik, Werken von Skilbeck sowie Liedern von Froboess, Mancini, Sutherland und Trenet zu verpassen (hier das gesamte Programm als pdf), sollte vielleicht einen Blick auf den Saison-Kalender werfen. Und dann seine nächste Berlin-Exkursion entsprechend planen...
[Bildchen: Zeigt tatsächlich das Carillon Berlin Tiergarten. Erst noch ausprobiert, wie eine Spiegelung in Wasserwellen ausschauen würde. War dann aber allzugrauslich kitschig, weshalb die dezent an tiefes Tümpelgrün gemahnende Tönung reichen muss. Dank gilt dem Spender der Originalaufnahme in die Wikipedia Commons, Nikolai Schwerg, sowie dem grossen GNU.]
Von miss.gunst am 27.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
26.07.08
landgang mit sound (WRT)
Vor einiger Zeit haben wir einen Ruf vom European Sound Delta weitergereicht, einem Projekt, in dessen Zuge Radio-KünstlerInnen auf zwei Schiffen rhein- bzw. donauaufwärts reisen.
Mittlerweile sind beide Schiffe gestartet* und bei jenem, das auf dem Rhein fährt, steht der erste Landgang an.
Und zwar im belgischen Brüssel, wo die beteiligten KünstlerInnen in Kooperation mit dem iMAL media arts lab (das treue LeserInnen natürlich schon aus einem früheren Eintrag kennen), dem atelier de création sonore radiophonique und Radio Panik ein Radiokunst-Minifestival veranstalten.
Und da das Ganze sowohl über den Webstream von Radio Panik als auch - Dank Radio WNE (dem aus guten Gründen hier auch schon mal ein Webradio-Tipp galt) - über den Radio2Radio-Webstream des European Sound Delta übertragen werden soll, kann man auch aus der Ferne mit dabei sein.
Und zwar bereits ab 15:00 Uhr, wobei den Nachmittag über erst einmal "radio shoot [sic] stories" auf dem Programm stehen. Im Anschluss an diese satte Portion von in- bzw. diffusions geht es ab 20:00 Uhr dann mit Radio-Kunst-Konzerten weiter - und schliesslich soll der Abend dann die Nacht (ja, irgendwann reichts auch mit der Kunst) zum Tanz bitten.
Für diejenigen, die heute schon etwas anderes vorhaben, ein kleiner Trost: Erstens wird dies sowieso nicht die letzte radiophone Veranstaltung sein, mit der das European Sound Delta unseren Sommer bereichert. Und zweitens ist - da über radiator x auch (das Frankfurter) radio x mit dem ESD kooperiert - auch noch ein weiterer Sendetermin für das heutige Programm vorgesehen. Was natürlich dann auch zu Zeiten an dieser Stelle angekündigt werden wird. Stay tuned (... and watch out for our Webradio-Tipps)!
* Ja, den Stapellauf der beiden Radiokunst-Schiffe hätten wir normalerweise natürlich auch schon im Log.Buch gefeiert. Was aufgrund unserer Technikgau-bedingten Zwangspause leider eben auch nicht ging, tant pis.
Von miss.gunst am 26.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
25.07.08
inventionen 08
In Berlin, wo Festivals mittlerweile das ganze Jahr über Saison haben, hat gerade schon wieder* eines begonnen, dass sich FreundInnen von Klangkunst eigentlich nicht entgehen lassen sollten.
Es hört auf den programmatischen Namen inventionen und wartet nicht nur mit einer Reihe von Konzerten, sondern auch mehreren Ausstellungen auf.
In ersterer gibt es heute Abend gewissermassen ein 'Klassik'- bzw. Klassikerprogramm - insofern Werke von Debussy, Boulez, Dutilleux und Messaien intoniert werden sollen.
Aber da die wenigsten LeserInnen mal eben in Berlin vorbeischauen können dürften, an dieser Stelle wohl besser die Ausstellungstipps zu den inventionen 08:
In der Villa Elisabeth sind eine ökosystemische Klanginstallation von Agostino Di Scipio, "Undefined Landscape" von Hans Peter Kuhn [für eine Ansicht der undefinierten (Klang-)Landschaft unter Installationen schauen - will wg. Rähmchen leider nicht direkt verankert werden], die "Wandering Eye Studies" von Ed Osborne sowie fünf Stücke von stadtmusik (Sam Auinger, Dietmar Offenhuber, Hannes Strobl) versammelt (bis 03.08.).
In der Singuhr Hörgalerie (mehr im Archiv) stellen Studierende von Sam Auinger aus dem Bereich Sound Studies an der UdK Berlin, zusammen mit Klanginstallationen von Michael Moser (Resonant Cuts, 2008)und Akio Suzuki (oto-date NA GI SA, 2008) (bis 14.09.).
Und schliesslich kann man in der TU Berlin (wo kommende Woche nämlich dann auch noch die Sound and Music Computing Conference SMC08 zum Thema "sound in space - space in sound" stattfinden wird) Bernhard Leitners Ton-Raum TU Berlin (1984) aufsuchen, der aus Anlass der inventionen 08 mit einem speziellen Programm bespielt wird. Und ausserdem gibt es noch eine bzw. die "sOUNDsPHERE - hOERkUGEL" von Paul Modler und Studierenden des Sound Departments der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe zu bestaunen (bis 03.08.).
Mithin: Gründe genug, eine kleine Pilgerreise nach B. anzutreten - einmal mehr, da sich eben auch unter den angesetzten Konzerten noch diverse Leckereien verbergen. A propos: Für die Überschau übers dicht bepackte Programm bietet sich neben der eher spröden Heimseite der inventionen 08 auch ein schmucker pdf-Flyer an.
* Schon wieder: Meint an dieser Stelle ein ganz bestimmtes anderes Festival (na,welches wohl?), das hier im Log.Buch aufgrund unserer Technikgau-bedingten Zwangspause leider nicht zur rechten Zeit gefeiert werden konnte. Bis es dann retro an der Reihe ist, dauert's augrund der aktuellen Einträge noch ein bisschen...
Von miss.gunst am 25.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.07.08
zwei im zwischenland
Seit mittlerweile zwei Jahren schon funktioniert die Zürcher Dreikönigsbrücke als Tank-Stelle für Bilder und Klänge. Regelmässig lädt das videotank-Team KünstlerInnen dazu ein, mit bzw. an und in den drei Forellentanks unter dem Brückenbogen zu arbeiten.
Das sogenannte Sommerfenster über die Monate Juli und August wird nun von einem gemischten Doppel bespielt, das den Ort beim Wort nimmt und in ein Zwischenland entführt.
Für den visuellen Part zeichnet Ursula Scherrer verantwortlich (s. den Eintrag zu ihren Optosonischen Teestunden im Archiv), die mit ihrem analogen Videomixer Bilder in das Projektionslabyrinth schickt, um sie in der Zone zwischen Brückenbogen und Wasser in immer neuen Kombinationen umherirren und -flirren zu lassen.
Adäaquat labyrinthisch gemischte Klänge steuert kein Geringerer als Flo Kaufmann bei (als Experte für elektronische Bicolagen treuen LeserInnen dieses Log.Buchs aus zahlreichen Einträgen bestens bekannt), in dem er Field Recordings von Feuchtgebieten mit seinen selbstgebauten Synthesizern moduliert.
Zur Eröffnung am 05. Juli hatten die beiden bereits vor Ort eine Konzertperformance gegeben - auf die wir aus bekannten Gründen ja leider haben verweisen können. Ersatzweise für heute (und/oder morgen) eine kleine Ausflugsempfehlung: Dann sind die beiden nämlich gemeinsam im Stuttgarter Kunsttresor - Raum für flüchtige Kunst zu Gast, um ihren Dialog fortzusetzen und eine gemeinsame Konzert/Performance/Installation namens "mittel-land" zu präsentieren.
Wer sich im Schwabenland aufhalten sollte oder eben anzureisen plant: Zu sehen und zu hören ist das Ganze jeweils von 19-22 Uhr.
[Bildchen: Aus den üblichen Gründen keines, das aus dem Zwischenland von Scherrer und Kaufmann stammt. Vielemher mussten wir selbst unter einer Zürcher Brücke fischen gehen und haben das Ganze dann ein bisschen aufgemischt. Der Dank fürs Originalmaterial geht an Wikipedia Commons-Spender Ikiwaner und das grosse GNU! Letzterem gehört nun auch das Wellengewaber zu...]
Von miss.gunst am 24.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.07.08
schnee stimmen (feldman, WRT)
Bekanntlich haben wir ja selbst eine Neigung, es just zur Sommerzeit im Radio ein bisschen schneien zu lassen. Was je nach aktueller Witterung wahlweise als erfrischend empfunden - oder unter Umständen auch fast schon passen kann.
Ersteres ist im Juli tendenziell sicher die wünschenswerte Variante. Aber da man derzeit meterologisch so einige Überraschungen erleben kann - wer weiss?
In jedem und für jeden Fall wollen wir einen Webradio-Tipp nicht unterschlagen, der FreundInnen von akustischen Wintereinbrüchen heute Abend das Herz erfreuen wird. Wie so oft an einem Mittwoch ist es das WDR Studio Elektronische Musik, das uns entsprechend zu beglücken verspricht.
Auf dem Programm steht heute (23.07.08) nämlich Morton Feldmans Stück "Three Voices" von 1982, das um eine Zeile aus Frank O´Haras Gedicht "Why I Am Not A Painter" kreist:
"Who´d have thought / that snow falls..."["... it always circled / swirling / like a thought / in the glass bowl ...". Sehr schön sowieso - und O'Hara wusste als Freund von Pollock und anderen nur zu gut, wovon er da sprach.
Schnee fällt bei ihm übrigens auch sonst sehr oft. Aber das nur beiseit für jene, die unsere generelle Leidenschaft für Schnee und Flocken teilen...]
Eine Premiere ist das natürlich nicht - sogar in diesem Log.Buch haben wir schon einmal auf eine voraufgegangene Ausstrahlung im WDR verwiesen (s. den Eintrag vom 14.02.07).
Weshalb an dieser Stelle allenfalls noch ein Seiten-Verweis auf nachgetragen werden soll, aus dem sich zusätzlicher Honig saugen lässt: Der Basler Tonhof hat nämlich zwischen 2003 und 2004 "Three Voices" in ein szenisches Projekt transformiert und hierzu eine liebevoll aufbereitete Dokumentation ins Netz gestellt.
Hat ja vielleicht sogar der eine oder die andere seinerzeit im Nordstern gesehen und gehört?
Beim WDR gibt es das Ganze heute (wie immer ab 23:05 Uhr) aber dann natürlich 'nur' als Akustik pur...
[Bildchen: Die Schneeflocken, ursprünglich mal über Madrid unterwegs, haben wir aus den Wikipedia Commons gefischt, wo sie als Spende in die PD gelandet waren. Dafür danken wir - und hoffen, dass es den Flocken nicht zu sehr missfällt, dass wir sie noch ein wenig weiter taumeln lassen...]
Von miss.gunst am 23.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.06.08
chris watson (WRT)
Für FreundInnen von Field Recordings ist er eh eine feste Grösse in der Klanglandschaft - und der eine oder die andere wird sich sicher auch an den Konzertabend erinnern, mit dem er Anfang April im Cabaret Voltaire zu Gast war.
Heute gibt's nun eine gute Gelegenheit zum Wiederhören und ergo einen kleinen Webradio-Tipp:
Die "Artist's Corner" (ja, der Künstler-Ecke - was leider ein ziemlich vielsagender Reihentitel ist und wie bei allen anderen Sendern ist auch hier die Ausstrahlungszeit nicht gerade auf einem prominenten Sendeplatz gelegen) von hr2 - dem Kulturkanal des Hessischen Rundfunks - ist nämlich just heut Nacht Chris Watson gewidmet.
Was speziell auf dem Programm steht, ist der Ankündigung desselben leider nicht zu entnehmen.
Nun, ein Grund mehr, um 23:05 Uhr den Webstream anzuwerfen und die Öhrchen aufzusperren. Hinaus ins Feld kann's dann ja anschliessend noch gehen...
[Bildchen: Auch ein Field Recording sozusagen, und zwar ein dezent transformiertes. Wofür wir einen an sich prächtigen Acker nochmals umgepflügt haben. Das Original, mutmasslich am Kopfende von Hassloch gelegen, wurde von Georg Slickers fotografiert und dankenswerter Weise unter cc-by-sa den Wikipedia Commons zur Verfügung gestellt. Merci!]
Von miss.gunst am 28.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
25.06.08
(radio)kunst zum anfassen (WRT)
Nuja, Anfassen war eigentlich am vergangenen Sonntag angesagt, als So21 wieder einmal zu seiner beliebten Reihe "Künstler sind ein Problem, im Allgemeinen" in den Zürcher Walcheturm lud.
Aber für jene, die diese Gelegenheit versäumt haben, lässt sich nun doch wenigstens noch ein Webradiotipp z'Nacht nachtragen.
Nach der live ins Radio übertragenen Abendveranstaltung gibt's nämlich heute bzw. genau genommen morgen früh ab 0:00 Uhr (und bis 04:00 Uhr früh, *ächz*) noch eine Wiederholung der Sendung auf Radio LoRa.
Wenn man also z.B. nach anstrengendem Fussballgucken, Nachfeiern/trauern etc. pp. das Gemüt noch mit einem kleinen Kulturschock auffrischen will, könnte diese Aufstellung doch gerade die richtige sein:

... funkloch: ist z.b. eine spieldose in einem loop verdreht usw, sebastian hofmann ... ganzerplatz: simon grab
... the fizrok show: «guitarbanjosuperexplosion» philipp schaufelberger ... grauton: karen geyer grautöne trixa arnold turn tables ... akaria fonografica: akarus milbus vonduvall - gitarrenelektronik, videonebulosen, mains flambées/mrs. lafont - panzerdrums, glocken, lichtkontrasten / live übertragung mit birdy barthy mumbai boy ... sprüngli & ratluk: deda - das hörspiel lara stanic, andreas pfister ... dumpf: martin lorenz turntables, trigger, efx ... bug: andreas glauser: crumar organ and manipulated mixing desk, christian bucher: percussion, die geräusche aus glausers alten orgeln und mischpulten steigern sich an buchers perkussiven strukturen, knistern, rasen und zertrümmern sich gleich selber wieder ... engel&dorn : giuseppe spina ... scheich: experimental triphop performance: natasha y. hauri (singer), thomas schönenberg (sideflute, guitar), jean van eisentanz (tubes, metal, others)
Findet jedenfalls: miss.gunst.
Von miss.gunst am 25.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
22.06.08
brückenmusik
Zeit für einen Ausflug nach Köln? Zum schönen Sonntag würde sich das jedenfalls anbieten, denn ab heute nachmittag 16:00 Uhr wird dort wieder zur Brückenmusik geladen.
Zwar wird dort nicht - wie das in diesem Log.Buch ja auch schon mal Thema war - die Brücke selbst zum Instrument.
Aber der Genius Loci kommt der Veranstaltung natürlich durchaus zu Gute, zu der die Kölner Gesellschaft für neue Musik heuer bereits zum vierzehnten Mal unter die Deutzer Brücke lädt.
Für die Installationen wurden diesmal drei japanische Künstler eingeladen: Takehisa Kosugi formiert fünf Tongeneratoren, die ihrerseits ein Ensemble aus Lautsprechern und LED-Lämpchen bespielen, zum Quintet(t); Hiroko Ichihara & Shinichi Yanai wollen mit ihrem "Play Room" zur entsprechenden Fortbewegungsform animieren (die Musik kommt dann sozusagen von selbst ins Spiel, wenn man von Feld zu Feld hupfend jubelt und/oder japst); und Yukio Fujimoto bringt in "18 x 18 (beckoning and spreading)" kleine Spieluhren gross heraus.
Dazu gibts dann noch täglich Diaprojektionen von Ludo Engels, Tamara Lorenz und Tina Tonagel (s.a. im hauseigenen Archiv) und sowie Automatische Konzerte von Kirsten Reese, Andreas Wagner und Anne Wellmer.
Letztere am heutigen Eröffnungstag um 16:30 Uhr und 17:15 Uhr; ansonsten bis zum 29.06. täglich um 19:00 Uhr.
[Bildchen: Die Deutzer Brücke, von uns unbotmässig so transformiert, dass unter ihr ein paar Klänge hängen - wobei sich Brückenmusik-BesucherInnen natürlich nicht auf den Kopf stellen müssen, um die Installationen und Konzerte lauschend zu erkunden. Dank geht an Andreas Toerl, der das prächtige Original fotografiert und in die Wikipedia Commons gespendet hat. Und Merci für den Tipp an Tina Tonagel - die übrigens gerade auch mit dem Marler Videokunstpreis ausgezeichnet worden ist. Was wir, als erklärte Fans von Overhead-Kunst im Allgemeinen und besonders - a2d2a olé - von analogem Video, natürlich grossartig finden. Gratulation!]
Von miss.gunst am 22.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
18.06.08
volksmusik vom mars (WRT)
Und wieder mal ein Mittwochs-Webradio-Tipp, der auf eine Sendung des WDR Studio Elektronische Musik verweisen will.
Dort gibt es seit einiger Zeit eine Reihe-in-der-Reihe namens "Nexus", in der Produktionsnetzwerke bzw. -kollektive vorgestellt werden - und diesmal ist die legendäre Computermusik-Netzwerkband "The Hub" aus Kalifornien an der Reihe.
Selbige wurde Mitte der 1980er Jahre von Pionieren des Metiers in der Bay Area begründet und ist - in wechselnder Zusammensetzung - bis heute aktiv.
"Nexus (6): The Hub" verspricht mit den vier angekündigten Stücken nicht nur eine kleine Retrospektive, sondern stellt mit "Martian Folk Music" (1980) auch gleich noch deren unmittelbare Vorläufer, die "League of Automatic Music Composers" vor.
Zur Einstimmung empfehlen wir wärmstens die Lektüre der kleinen Geschichte dieser beiden Formationen, welche die beiden Mitbegründer John Bischoff und Chris Brown 2003 unter dem Titel "Im Netz zuhause: Experimentelle Musik in der Bay Area" für das Projekt CROSSFADE : sound travels on the web aufgezeichnet haben - wo man sich zudem auch zwei Stücke der beiden anhören kann.
Und dann heisst es ab 23:05 Uhr: Auf in den WDR3-Webradio-Stream, um der Volksmusik vom Mars zu lauschen...
[Bildchen: Nur ein Notbehelf, auf die Schnelle: Aber digital ist es, Mars ist drin und Musik auch...]
Von miss.gunst am 18.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
11.06.08
diy organisation
Wie selbstorganisierte Projekte am besten angegangen werden bzw. funktionieren? Ein Pauschalrezept gibt's dafür naturgemäss nicht. Aber schauen, wie es andere machen, kann doch den einen oder anderen hilfreichen Hinweis liefern. Und auch sonst ist so ein Blick über den Gartenzaun ja meistens interessant.
Einen ebensolchen bietet eine kleine Reihe von Interviews, die im Zuge des vergangenen Pixelache Festivals geführt und nun online publiziert worden sind.
Letzteres, seit 2002 als "festival of electronic art and subculture" im Pixelache Netzwerk eingeführt, hiess heuer nämlich "Pixelache University" und hatte das Thema Lernen bzw. Weiterbildung ins Zentrum gestellt. Und natürlich auf seine Weise umgesetzt.
Wer die Bildungsmassnahme im März verpasst hat, kann etwaigen Nachholbedarf übrigens auch in der mittlerweile recht reich bestückten Dokumentation zu stillen versuchen. Und nun eben auch nachlesen, was Douglas Reppetto für dorkbot oder David Cuartielles für Arduino bzw. die Arduio Foundation auf die Fragen der Festivalorganisatoren geantwortet haben.
Von miss.gunst am 11.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
07.06.08
fisch disch
Nein, mit einem fish dish bzw. einem Fischgericht wird hier nicht gelockt. Eher schon will der Titel der Veranstaltung abzüglich des weichen Zungenschlags gelesen werden - auch wenn man ihn vielleicht nicht so hart beim Wort nehmen muss, wie er dann klingen kann...
Und: wie es dann klingen kann, wenn sich die Akteure des Abends über ihre Gerätschaften beugen.
Geladen wird nämlich wieder einmal zu einem kleinen Noise Festival, für dessen Programm mit Theo Goodman a.k.a. buckettovsissors ein auch treuen LeserInnen nicht ganz unbekannter Experte in der Kunst des Krachmachens verantwortlich zeichnet.
Tatsächlich musste seine feine, aber naturgemäss ebenfalls nicht gerade von zartem Pegel geprägte Konzertreihe "Krach im Hinterhaus" leider aus dem Offenbacher Stammsitz weichen, weil sozusagen drin war, was drauf stand. Dank Stefan Beck haben die FreundInnen des elektronischen und elektroakustisch erzeugten Geräuschs mittlerweile aber eine passende Bleibe im multi.trudi gefunden.
Und so können wir uns unter anderem auch auf ein Wiedersehen und -hören mit einigen der Beteiligten des bizaar x vom vergangenen Samstag freuen:
Der Warst wird ebenso wieder aufspielen wie Tobias Schmitt - diesmal allerdings nicht gemeinsam mit Lasse-Marc Riek bzw. als Waldlust, sondern solo als Suspicion Breeds Confidence. Hinzu kommt noch ldx40 (den wir leider beim bizaar x nicht dabei hatten). Und natürlich wird sich auch Gastgeber buckettovsissors die Ehre geben.
Alles dies (und wohlmöglich noch einiges mehr) im multi.trudi, derzeit im Pförtnerhaus der Frankfurter Hohenstaufenstrasse 13 angesiedelt, ab 20:00 Uhr. 18:00 Uhr, es wird nämlich auch aufgelegt. Und zwar was auch immer wer auch immer mitzubringen lustig ist, auf den Grill.
[Bildchen: Zeigt, wie unschwer erkennbar, den Flieger zur Veranstaltung. Der leider in unserer Rocktasche ein wenig gelitten hat. Aber die gegen derlei unempfindliche digitale Variante - s. oben links - zierte noch den zunächst kommunizierten Beginn ab Acht, daher darf sie nur im Ausschnitt glänzen.]
Von miss.gunst am 07.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.06.08
lauter laute (WRT)
Zeit für einen Webradio-Tipp ist es eh längst mal wieder. Und da in der Klangkunst-Reihe von Deutschlandradio Kultur diesmal die Ursendung eines Stückes ansteht, in der einer wichtigen Referenzfigur für angewandte Radiotheorie Reverenz erwiesen wird, ist er in diesem Fall auch süsse Pflicht.
Heute nacht bzw. morgen früh (genauer gesagt: am 06.06.08 um 0:05 Uhr, weshalb wir wie immer Tags vorher winken) wird nämlich ein Stück ausgestrahlt, das auf den schönen Titel "Velimir oder Chlebnikovs Karneval der Worte" hört.
Soweit der Ankündigung zu entnehmen, soll es zwar nicht um Chlebnikovs "Radio der Zukunft" gehen, das im gleichnamigen Manifest bekanntlich als "... der grosse Zauberer und Verzauberer ..." gefeiert wird. Sondern um Transformationen zweier Texte, die der russische Dichter während des Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik geschrieben hat.
Aber wenn Bojidar Spassov und Ulrich Land ihr Opus als "Musik-Hörstück für Laut-Sänger, Laut-Sprecher und andere Laut-Quellen", dann klingt das doch in jedem Fall schon mal vielversprechend und ziemlich radiogen. "Chlebnikov mit digitalen Mitteln"? Wir sind gespannt!
[Bildchen: Dochdoch. Mindestens in Spurenelementen ist Chlebnikov auch hier anwesend gewesen...]
Von miss.gunst am 05.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
04.06.08
wie kranke ideen entstehen
Klingt schwer nach Psychopathologie. Ist aber doch eher als etwas kokette Anspielung auf gewisse Rezeptionsmuster gegenüber wuchernden Kunstformen gemeint und könnte ebensogut lauten: Wie gute Ideen entstehen.
Jedenfalls kündigt mit dieser Wendung Max Andersson sich selbst bzw. einen Vortrag an, den er an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung halten wird.
Und den wir als Fans kranker Ideen des Schweden einfach empfehlen müssen.
Über den Vortragstitel haben wir nolens volens aber doch noch ein bisschen grübeln müssen. Und uns im Vorfeld die folgende Theorie zuechtgelegt:
Mal angenommen, in einem lauschigen Winkel unseres hohlen Köpfchens schlummert ein guter Gedanke.

Glücklich, zufrieden - wie hier im Detail unschwer zu erkennen:

- und rundum gesund reift er dort heran, bis wir seiner gewahr werden...

... und natürlich der Meinung sind, dass sie einfach herausmuss, so eine glorios gute Idee.

Was für selbige aber unter Umständen ...

- die genau genommen bzw. betrachtet in der Natur der Sache liegen mögen -

... ganz ungute Folgen haben kann:

Ja, so schnell kann's gehen, dass kranke Ideen entstehen bzw. gute Gedanken ernsthaft erkranken...
Von miss.gunst am 04.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.06.08
exonemo @ plug.in
Die sprichwörtliche Post geht diese Woche natürlich in Basel ab - wenngleich dem Anlass entsprechend eher nicht in Sachen DIY-Kultur.
Mindestens einen Hinweis wollen wir aber doch dem Log.Buch einverleiben: Im [plug.in] ist bzw. sind ab heute nämlich exonemo zu Gast.
Der japanischen Künstlergruppe, die allem Vernehmen nach tatsächlich das erste Mal in de Schweiz (und überhaupt nach Europa) geladen ist, verdanken wir bekanntlich so sympathische Projekte wie "Roadmovie", mit dem man per Papiermodell zum Selberbasteln, das sich daheim parallel zur online-Doku bewegen liess, an einer Busreise teilnehmen konnte, mit der in 2005 deutsche und japanische Künstler über die Insel tourten.
Und dem einen oder der anderen dürften sie auch noch über ihre Beteiligung am 56kTV-Bastard Channel in Erinnerung sein.
Für das [plug.in] haben sie nun mit UN-DEAD-LINK ein neues Projekt realisiert, das sich mit dem Verhältnis zwischen dem Tod in der physischen Welt und jenem beschäftigt, den die digitalen Stellvertreter der Menschen in der virtuellen Welt von online-Umgebungen wie Computerspielen erleiden.
Und parallel dazu wird auf der Liste noch ihre DamatsuMouse präsentiert - die neugierige Nicht-zur-Messe-Fahrende aber auch online bei Art-On-The-Wire bewundern können.
[Bildchen: Ist natürlich nicht die DamatsuMouse von exonemo. Sondern wie so oft weitgehend frei bzw. in diesem Fall eher am aktuellen Projekt der Gruppe entlang assoziiert der Geist einer mausetoten Computermaus, deren Originalleichnam immerhin von einem japanischen Wikipedianer namens Qurren gespendet wurde. Dafür danken wir ihm und dem grossen GNU.]
Von miss.gunst am 02.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.06.08
ein haus als instrument
Dass Architektur als Klangkörper funktionieren kann, hat in den vergangenen Jahren immer wieder zu spannenden Experimenten geführt. Beispiels- und in denkbar unterschiedlicher Weise bei Marc Bain, Andres Bosshard oder C.M. von Hausswolff, um nur mal ein paar der KünstlerInnen zu nennen, denen in diesem Log.Buch bereits die eine oder andere Zeile gewidmet worden ist.
Mag sein, dass David Byrne erstmal eher unverdächtig erscheint, in diese Linie eingereiht zu werden. Mindestens haben die Talking Heads seinerzeit mit "Burning Down The House" eine etwas andere Umgangsweise mit Gebäuden besungen - nach der sich eine Umnutzung zum Instrument tendenziell erübrigen dürfte.
Lässt man solche Spässe beiseit, ist es allerdings dann doch nicht gar so ungewöhnlich, bei Byrne auf ein entsprechendes Projekt zu stossen. Schliesslich hat er sich in den vergangenen Jahren immer wieder und mit ziemlich spannenden Interventionen an der Schnittstelle von Musik- und Kunstproduktion bewegt.
Dieser Tage - genauer gesagt: Seit dem vergangenen Freitag und bis einschliesslich heute (01.06.08) gibt es nun in New York seine Installation "Playing the Building" (2005/2008) zu sehen, zu hören - und zu bespielen.
Nur zu gern hätten wir da vor Ort vorbeigeschaut. Liegt leider nicht um die Ecke - aber ein Eintrag ins Log.Buch, der muss schon sein.
[Bildchen: Hat natürlich nichts mit dem hier besungenen Projekt zu tun. Wie das ausschaut(e), kann man im Archiv bei creativetime.org bewundern. Au naheliegenden Gründen haben wir selbst eine Heim-Orgel gebastelt. Das verlassene Haus spendete Milwaukee3181 in die Commons bzw. die Public Domain, die schöne Orgel fand dank einer Zeichnungs-Spende von Pearson Scott Foresman in ebendiese. Grand Merci!]
Von miss.gunst am 01.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.05.08
königliche sommerfrische
Als DIY-Variation aufs Staatswesen haben vor längerer Zeit auch mal so genannte "Mikro-Nationen" bzw. "micronations" in den Zettelkasten gefunden.
Nun gibt es Neues zum Thema zu vermelden: Das aus nahe liegenden Gründen besonders sympathische Elgaland-Vargaland erweitert sein Territorium - und zwar in die unmittelbare Nachbarschaft.
Treuen LeserInnen, die vielleicht sogar seinerzeit den Eintrag gelesen haben, den wir diesem Königreich bzw. diesen Königreichen in 2005 gewidmet haben, mag das vielleicht etwas merkwürdig vorkommen.
Schliesslich handelt es sich, was die räumliche Ausdehnung angeht, doch mehr um imaginäre Ländereien, die Elgaland-Vargaland besitzt.
Der Anspruch, den es auf die Territorien erhebt, ist freilich ebenso real wie deren imaginäre Annexion.
Und nun, da Elgaland-Vargaland im Zürcher Cabaret Voltaire eine Botschaft eröffnet hat, muss eben auch ein Zipfel Schweiz dran glauben.
Wer jetzt denkt, dafür würde der kleine Zürichsee taugen, hat weit gefehlt. Ein bisschen mehr darf es schon sein - da nehmen wir doch lieber gleich den ganzen Bodensee. Heute laden die Könige um 19:00 Uhr zur feierlichen Butter- bzw. Kaperfahrt Inauguration der Sommerfrische per Bootstour ein. Gestartet wird ab dem Kreuzlinger Hafen. Und dann? Tja, eben:
"Von diesem Zeitpunkt an und für immer ist die Oberfläche dieses Sees ein physischer Teil der mentalen Territorien (d.h. als das Gebiet zwischen dem Bewusstsein und Un-Bewusstsein) der Königreiche von Elgaland-Vargaland."
Dem Bodensee wird das sicher nicht schlecht bekommen, winkt doch zukünftig ein mehrfaches an Fremndenverkehr, neben den zu erwartenden KREV-Fans noch die ganzen Mentalreisenden eingeschlossen.
Die Zürcher wird indes nicht verdriessen, sich mit der Botschaft begnügen zu müssen. Wunderbar baden gehen kann man im See durchaus auch ohne den Adel durch Kunst.
[Bildchen: Mit Blick auf die Wetterlage haben wir eine Aufnahme ausgwählt, die einen tendenziell erfrischenden Anblick des Terrains bietet, das mit dem heutigen Abend von KREV annektiert werden soll. Für das Original danken wir Wikipedia-Commons-Spender Filzstift und dem grossen GNU.]
Von miss.gunst am 28.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.05.08
videoex
Ab heute heisst es in Zürich wieder einmal: Hopp, auf zum videoex.
Jedenfalls wollen wir wie jedes Jahr, so auch diesmal den Besuch des Festivals wärmstens empfehlen.
Und wie immer geben wir natürlich auch eine klitzekleine Portion unseren persönlichen Senfs dazu, was einzelne Teile der Veranstaltung betrifft, deren Besuch wir besonders nahe legen wollen:
Als da wäre beispielsweise das diesjährige Fokus-Programm CH videofemmes mit Klassikern von Muda Mathis, Käthe Walser und Pipilotti Rist. Sowie die Werkschau mit alten und neuen Arbeiten der Doyenne des österreichischen Experimentalfilms, Mara Mattuschka. Wie überhaupt die Specials, von "Performing as Usual" (Samstag 0:30 Uhr, passender Weise in der Gessneralle) bis zu den beiden Nächten des Underground.
Dass London diesmal Special Guest bzw. als Gastland mit gleich fünfundzwanzig Einzelprogrammen bzw. -Vilmen vertreten ist, kann ebenfalls locken - wenngleich mindestens den eingeschworenen FreundInnen des Genres ein Gutteil der Arbeiten bereits bekannt sein dürfte. Aber da es sich bei diesem Gutteil auch um gute Arbeiten handelt, mag ja durchaus auch das Wiedersehen Freude machen.
Kurzum: Andere Abendplanungen besser absagen oder verschieben. Denn eine solche Dosis Experimentalvilm bekommt man doch nicht alle Tage - genauer gesagt: In Zürich eben nur einmal im Jahr, beim videoex.
P.S.
Wer mehr zum Festival lesen will: Programm-Co-Direktor Kyros Kikos hat vorab einen Trailer Beitrag im Kunst-Blog publiziert.
Und ebenfalls im Vorfeld des Festivals, nämlich am 21.05.08, ist Johannes Binottos Artikel "Augenöffner in Serie" in der NZZ erschienen.
Von miss.gunst am 23.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
21.05.08
dreamachine ff.
Vor einiger Zeit hatten wir ja schon mal eine ganze Reihe von Einträgen zur Dreamachine - darunter auch einen anlässlich der Digital Arts Week 2007, in deren Rahmen es auch eine entsprechende Installation zu bewundern gab.
Diesen Sommer haben Traumaschinen-Fans erneut einen guten Grund, nach Zürich zu reisen.
Seit Anfang Mai lockt nämlich das Cabaret Voltaire mit einer Ausstellung, an der mit David Woodard einer der bekanntesten zeitgenössischen Dreamachine-Bauer beteiligt ist.
Gemeinsam mit Christian Kracht (ja, eine Heimseite hat es auch - sowie, logisch, eine bei MySpace) und Ma Anand Sheela (aka Dr. Sheela Birnstiel bzw. umgekehrt) wurde ein Projekt in Angriff genommen, in dessen Zuge die BewohnerInnen zweier von Birnstiel betreuter Heime sich (ausnahmsweise etwas flapsig formuliert, aber das Bild war einfach zu verführerisch:) von der Dreamachine den Kopf verdrehen lassen, um im Anschluss zu malen und zu zeichnen. Die Ergebnisse dieser Reisen ins Innere werden im Cabaret Voltaire ausgestellt.
Was auch immer man von dieser Versuchsanordnung halten mag, mindestens in einer Hinsicht passt sie doch ganz gut ins Cabaret Voltaire: Als Variation auf die experimentelle Medien-Kunst nämlich. Denn der ist man von Hause aus ja schon seit längerem zugeneigt.
[Bildchen: Weil wir Standbilder von Dreamachines eben schon in rauen Mengen hatten, diesmal eine Variation - weniger aufs Prinzip, denn in Sachen Psychedelia (ja genau: *hua*). Unschuldiges Ausgangsmaterial war der schöne Schatten, den die Dreamachine auf jenem Foto wirft, das Stever Burnett netterweise in die Public Domain gespendet hat. Grand Merci!]
Von miss.gunst am 21.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.05.08
cc zum anfassen
... gibt es am heutigen Samstag (17.05.) im Zürcher Cabaret Voltaire.
Beziehungsweise, weil es bei Creative Commons ja gerade nicht ums Grabschen geht: Eine Veranstaltung, die dazu einlädt, sich über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen alternativer Lizenzen zu informieren und mal zu schauen, was damit alles geht.
Unter dem sinnfälligen Motto "Creative Commons - Hands On" (und wohlweislich nicht umgekehrt...) bitten die Initiativen Digitale Allmend und Creative Commons Schweiz zusammen mit Dock18 erst einmal ab 15:00 Uhr zu Tisch bzw. zu "OpenCC"-Tischen, an denen gemeinsam ins Netz geguckt und diskutiert werden kann.
Um 18:00 Uhr werden dann Markus Beckedahl von netzpolitik.org, Vertreter(innen?) der Musikplattform restorm.com und von Creative Commons Schweiz ein bisschen Butter bei die Kartoffeln geben.
Und hernach darf dann noch ein cc.relax mit Sound, Videos und Gesprächen für entspannte Zukunftsperspektiven sorgen.
Reicht ja auch, wenn die Frage, wie die Zukunft des kulturellen Gemeinguts aussehen, spannend bleibt...
[Bildchen: Ist, wie unschwer erkennbar, das schmucke Plakat zum hier empfohlenen Anlass. Das ist passender Weise auch unter eine cc-Lizenz gestellt, genauer gesagt unter cc-by-nc-sa. Nur dass man dummerweise auf der Fassung, die hier im Eintrag bei cc Schweiz im Netz steht, leider den Namen des/der GestalterIn nicht entziffern kann. Tja.]
Von miss.gunst am 17.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
13.05.08
take away fest (light)
Mit "light" assoziiert man (un)dank jahrelanger Abnutzung des Wörtchens in werblichem Zusammenhang mittlerweile gern Stoffe, denen Substanz entzogen worden ist.
Und wird das Ganze dann auch noch mit "take away" kombiniert, fragt sich die Assoziationsmaschine irritiert, ob jetzt vielleicht auch noch die Frittenbuden betroffen sind.
Aber keine Sorge: Es geht nur ums "Take Away Festival for Do It Yourself Media", auf dessen Ausgabe 2007 wir letztes Jahr aus guten Gründen verwiesen hatten.
Heute und morgen (13./14.05.) gibt es in London tatsächlich eine abgespeckte Version, die eben nur zwei Tage währt und deshalb von den Veranstaltern mit dem Kürzel "light" versehen wurde.
Reduziert wurde Dauer und Dichte des Programms (verglichen mit der Vollversion) - aber im Unterschied zu so manchem Diätprodukt ist ersteres eben doch lecker und für diejenigen, die sich im lokalen Einzugsgebiet aufhalten, als Tagestipp unbedingt zu empfehlen.
Zum Auftakt wird heute im Science Museum die Installation "Listening Post" von Mark Hansen und Ben Rubin (die im Anschluss ein ganzes Jahr lang zu sehen sein soll - kann man also auch für spätere Besuche vormerken, so man aktuell nicht vor Ort weilt).
Für morgen steht dann tagsüber ein Workshop zum Thema "Local network for objects and the internet of things" (Bruno Latour lässt grüssen) auf dem Programm.
Und abends lädt Hiromi Ozaki zu einer "Sputniko"-Performance ein. Letzteres tönt natürlich nicht von ungefähr nach jenem kleinen Freund, der 1957 (ff) um die Erde kreiste. Allerdings zeigen die Bildchen auf der Sputniko-Heimseite und auf derjenigen des Festivals ein - ähm: gestricktes Insekt, das sich an den Arm der Künstlerin zu klammern scheint. Wie das wohl mit Satelliten-Signalen zusammenhängt?
Sollte sich dann wohl in der Performance offenbaren...
Von miss.gunst am 13.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.05.08
unsichtbare signale
... werden an diesem Wochenende nicht nur in Dortmund erforscht. Wem der Weg zum HMKV zu weit ist, kann sich alternativ zum dortigen Workshop mit Martin Howse auch in Basel auf die Suche nach unsichtbaren Signalen machen. Beziehungsweise selbst welche generieren.
Im Rahmen ihrer Ausstellung "Our Man In India" im Basler [plug.in] (s. den Eintrag vom 10.04.08) setzt die !Mediengruppe bitnik nämlich ihre Reihe "A Hack A Day" fort, die sie vergangenes Jahr im Zürcher Cabaret Voltaire begonnen hatte (auch dazu gibt es einige Einträge im hauseigenen Archiv nachzulesen).
Nach Basel haben die bitniks Alejo Duque und Lorenz Schori eingeladen, die sich unter anderem im Rahmen von S.O.U.P mit elektromagnetischem Wellenreiten beschäftigen.
Gemeinsam mit den beiden kann man nun also am heutigen Samstag (10.05.) ab 10:30 Uhr ausschwärmen, um im Rahmen des sechsten Hack-Workshops unsichtbare Signale zu detektieren; im weiteren Verlauf ist dann später noch eine Jam-Session mit dem kolumbianischen Kollektiv berebere geplant.
[Bildchen: S.O.U.P. möge es dem Medium zeihen - aber es gab ja keine andere Steilvorlage (wie auch bei diesem Thema) und die Assoziation lag so nah... Für die Schöpfung der Kelle bzw. ihres Bildes danken wir Wikipedia Commons-Spender Timus und stellen auch unsere subalterne Kreation unter cc-by-sa.]
Von miss.gunst am 10.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
09.05.08
wellen
Beim Stichwort "Wellen" möche manche/r angesichts des abrupt eingetretenen Hochsommers vielleicht gleich an ein verträumtes Eiland denken, an dessen Gestade ebensolche rollen - in die man sich dann umgehend zu Erfrischungzwecken werfen kann.
Auch schön. Aber in diesem Fall sind doch ganz andere Wellen gemeint. Solche nämlich, in denen wir - teils frei-, teils unfreiwillig - sozusagen ständig planschen.
Heute Abend eröffnet im HMKV Dortmund eine Ausstellung, die eben jenen Wellen gewidmet ist: Den elektomagnetischen nämlich.
"WAVES - The Art of the Electromagnetic Society" versammelt Projekte von KünstlerInnen, die sich mit den kulturellen Imaginationen sowie den gesellschaftlichen und politischen Enden der Technologien beschäftigen, die wir bzw. die uns mit diesem Spektrum verknüpfen.
Dass da mitunter eine Menge Paralektronoia im Spiel sein kann, versteht sich von selbst (wenngleich Fans mit einer gewissen Bitterkeit bemerken werden, dass Felix Kubin leider nicht mit von der Partie ist).
Und nicht zuletzt es geht auch um ganz praktische Erkundungen des Elektromagnetischen Spektrums - wie beispielsweise in dem Workshop "Demons in the Aether", den Martin Howse (treuen LeserInnen natürlich auch kein Unbekannter) am Eröffnungswochenende anbietet - man möchte fast sagen: in technologischer Umsetzung der Pfingstwunder-Idee.
Da WAVES ursprünglich 2006 von Armin Medosch in Zusammenarbeit mit Rasa Smite und Raitis Smits vom RIXC Center for New Media Culture in Riga konzipiert wurde und ebendort als Ausstellungs- und Symposiumsprojekt eine erste Station hatte, gibt es seit langem nicht nur ein schönes Katalogbuch, sondern auch eine materialreiche online-Dokumentation zu WAVES, die Interesssierten wärmstens empfohlen werden kann. Zur Vorbereitung auf eine Exkursion nach Dortmund - oder, wer es aus welchen Gründen auch immer nicht bis zum 29. Juni ins Ruhrgebiet schaffen sollte, nach Linz. Während der Ars Electronica im September gibts dann nämlich noch eine Chance, in den künstlerischen Reflexionsraum des elektromagnetischen Spektrums einzutauchen - in dessen Wellen wir alle schwimmen, ob wir wollen oder nicht...
[Bildchen: Hier wurde der sichtbare Teil der Wellen des elektromagnetischen Spektrums in eher unbotmässige Schwingungen versetzt. Für einen Überblick über ersteres eignet sich natürlich sehr viel besser das anschauliche Original, das Philip Ronan erstellte und unter cc-by-sa-Lizenz (bzw. wahlweise GNU) in die Wikipedia Commons spendete. Indes es bei WAVES wiederum, wohlgemerkt, tendenziell gerade um den unsichtbaren Teil geht...]
Von miss.gunst am 09.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
07.05.08
alphabete (WRT)
Wie schon öfter mal zu Monatsbeginn können wir gar nicht anders, als dem Dienstags-Webradio-Tipp in Richtung SWR gleich wieder einen für den Mittwoch beim WDR folgen zu lassen.
Denn für heute hat das Studio Elektronische Musik ebenfalls ein leckeres Menü zusammengestellt.
Diesmal wird uns Buchstabensuppe kredenzt, akustische natürlich: Die Hörstunde steht nämlich ganz im Zeichen des Alphabets ("eine so willkürliche wie geniale Erfindung", wie es die Ankündigung der Sendung denkbar treffend formuliert.
Drei kreative Arten, es aufzusagen, werden uns vorgestellt.
So hat sich der dänische Schlagzeuger Anders Hultqvist für seine "Composition No. 1 - Alphabet" (1997-98) des "alfabet"-Gedichts seiner Landsmännin [skurril, aber so muss man da wohl sagen - eine Land(s)frau wäre ja eher mit ruralen Tätigkeiten assoziiert] Inger Christensen angenommen, um es perkussionistisch zu präsentieren.
[Im Original sollte man das Gedicht idealerweise schon auf Papier aufsuchen - aber es gibt tatsächlich auch Übersetzungen ins Deutsche bei lyricline.org. Und dank einer bildkünstlerischen Adaptation an einer Hausfassade in Kopenhagen ist auf einer Seite des Projekts erasmus politic city bzw. in einem Artikel von Hans Karssenberg eine schöne Übersetzung ins Englische nachzulesen.]
Bei Lenka Claytons sprach- und medienanalytischer Variation "Question, Quickly, Quickly" (2007) handelt es sich eigentlich um eine Videoarbeit (einzusehen auf der hier verankerten Heimseite der Künstlerin), die nun offenbar radiophon kredenzt werden soll.
Und schliesslich steuert der tschechische Komponist Ondrej Adamek mit "Un souffle, une ordre, un rien" (2001) Stück bei, in dem das Alphabet auf elektroakustischem Wege sonifiziert wird.
Schon alleine, weil wir gerne lernen und in dieser Sendung ganz offenkundig Grundlagenwissen vermittelt wird: Werfen wir also um 23:05 Uhr das (Web-)Radio an!
[Bildchen: Zeigt verschiedene Alphabetschriften, die allesamt von der phönizischen abstammen. Die anschauliche Grafik dazu wurde von Korny78 verfertigt und zusammen mit der lehrreichen Erklärung unter GNU den Commons überlassen. Dafür danken wir und schliessen uns natürlich auch in der Lizensierung an.]
Von miss.gunst am 07.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
06.05.08
erratische blöcke (WRT)
Zum ersten Dienstag des Monats lugen wir selbstredend immer erst einmal, was beim SWR in der Reihe ars acustica geboten wird.
Und wie eigentlich nicht anders erwartet, lässt denn auch der heutige Abend für FreundInnen der Klangkunst als Webradio-Tipp vermerken.
Tatsächlich steht sogar die Ursendung eines Stücks auf dem Programm, das von einem veritablen Doyen des Metiers komponiert worden ist:
Maurizio Kagel wird für uns Erratische Blöcke errichten.
Ausgangspunkt ist eine Auseinandersetzung mit einer Technologie, die im Alltag den akustischen Raum erst einmal eher dadurch prägt, dass sie ziemlich unkünstlerisch an den Nervenenden schabt. (Jaaaaa... Ich sitz im Zug... und was man sich sonst alles an Weltweisheit von seinen Mitmenschen anhören kann. Vom mittlerweile wirklich beeindruckenden Spektrum verfügbarer Klingeltonscheuszlichkeiten mal ganz abgeört gesehen... *seufz*)
Aber als geübter Ex-Fluxist kann Kagel selbst solchen Untiefen des menschlichen Kommunikations(un)vermögens etwas abgewinnen, um daraus etwas zu machen, das man gern an die Mobilfunk-gepeinigten Gehörgänge lässt. Vermuten wir wenigstens - zumal nach dem, was der Komponist selbst in der Ankündigung der Sendung skizziert. Und stellen heute abend ab 23:03 Uhr gespannt unsere Öhrchen auf.
[Bildchen: Dieser erratische Block scheint auf den ersten Blick wenig mit jenen zu tun zu haben, die Kagels Komposition den Namen gaben. Indes drängte sich uns ein entsprechendes Bild nachgerade unwillkürlich auf, als wir an Mobiltelefone dachten. Ein Schelm, wer als fehlendes Bindeglied eine bekannte Arbeit eines bekannten amerikanischen Künstlers assoziiert, für die Tönendes in Beton gegossen wurde? Nun, Phantasien über gewisse Unterwelt-Praktiken, die auf ihre Weise ebenfalls für Stille sorgen sollen, tun's auch (keine Sorge, wir beziehen die nur aufs Gerät). Das Original des prächtigen Arrangements aus Beton, das sich an der so genannten Schwanheimer Düne findet, wurde von A. Köhler aufgenommen und netter Weise unter GNU den Wikipedia Commons gespendet - die Lizenz übernehmen wir natürlich gern für unser schnödes Derivat.]
Von miss.gunst am 06.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.05.08
futuresonic
Und gleich noch ein Festival - ebenfalls nicht wirklich in der unmittelbaren Nachbarschaft, aber doch ein gutes Stückchen näher gelegen: Das futuresonic in Manchester, mit dem sich der Mai denkbar zünftig einläuten lässt.
Besonders sympathisch ist die aktuelle Ausgabe aus HOME MADE-Perspektive aber weniger wegen des wie immer leckeren Konzertprogramms. Das auch.
Vor allem aber lockt das Thema, das in diesem Jahr für die Konferenz und die Ausstellung(en) das Motto vorgibt: Social Technologies - also soziale Technologien.
Anders als man das mit Blick auf die aktuellen Hitlisten in Sachen medialer Phrasengeneration vielleicht vorschnell annehmen könnte, sind damit keineswegs allein einschlägige Entwicklungen in Sachen digitaler Netzwerktechnologie bzw. entsprechender Software gemeint. Das auch. Aber eben nicht allein.
Denn wie seinerzeit schon aus dem Aufruf hervorging, sollen tatsächlich mehr jene Technologien interessieren, die auch bei herausgezogenem Stecker funktionieren. Was aber keineswegs technophobes Zurückrudern meint.
Schliesslich ist es ja möglich, dass man aus den Erfahrungen mit digitalen Netzwerktechnologien etwas lernen kann, das sich auch für analoges Netzwerken als nützlich erweist. Zumal man derzeit so einige Kulturpraktiken beobachten kann, die materialisieren, was zuvor im so genannten virtuellen bzw. besser gesagt: digital generierten Raum entstanden ist.
[Ja genau: Da docken wir auch mit unseren Gründeleien rund um a2d2a an...]
Ob das Vorhaben hält, was es verspicht und ob sich beispielsweise so putzige Projekte wie "Rubbing Shoulders" in der Praxis bewähren, wird sich weisen - und sicher düfte auch im Rahmen des "Social Technologies Summit" so manche kontroverse Debatte geführt werden.
Um das zu überprüfen, muss man sich allerdings selbst vor Ort einfinden. Denn mindestens in dieser Hinsicht bleibt futuresonic konsequent "unplugged": Ein Livestream der Konferenz wird nicht geboten. Dafür gab's im Vorfeld - so ganz und gar nicht unplugged sowie in ziemlich corporate-konformistischer Auslegung des Begriffs "Soziale Technologie" - eine Reihe von Pre-Conference-Sessions in Second Life.
Doch nicht zuletzt um genau diese Art von Gemengelagen soll es eben auch gehen - nicht von ungefähr steht im Themen-Exposé unter anderem zu lesen:
"[...]'online communities' are based upon an artificial equivalence between 'users' which obscures power relationships and issues of ownership."
Was wiederum ja durchaus auch für so manche 'offline community' gilt.
Insofern: Sind und bleiben wir erstmal gespannt...
Von miss.gunst am 01.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.04.08
bent 08
Es sind schon ganz schön viele - und es werden immer mehr: Festivitäten für FreundInnen der Elektroklangbastelei. Nun hat sich das Bent Festival, das seit 2004 alljährlich stattfindet und damit gewissermassen schon zu den Veteranen zählt, sogar noch eigene Ableger generiert.
Gleich drei Stationen mit jeweils eigenem Programm gab bzw. gibt es heuer: Zunächst wurden in L.A. und am angestammten Ort in New York fleissig Schaltkreise umgepolt.
Dieser Tage ist dann noch Minneapolis an der Reihe, einige illustre Gäste aus der Szene zu empfangen bzw. zu Ausstellung, Workshops und Konzerten zu laden.

Um noch spontan eine Ausflug zu planen, dürfte die Distanz wohl doch ein bisschen zu gross sein. Aber wenigstens den Hut ziehen und winken wollen wir. Und sind gespannt, ob das Bent Festival im nächsten Jahr vielleicht weitere Ableger bekommen wird - möglicherweise sogar in unserer Nachbarschaft?
[Jaja, natürlich sitzen wir dank umtriebiger KollegInnen wie denen von der SGMK und Aktivitäten von dorkbot swiss über so wunderbare Formate wie das DADA-Klangbastellabor von Simon Berz und Kasper König bis zum diy-Festival schon jetzt nicht ganz auf dem Trockenen. Allein der internationale Austausch, der könnte noch ein bisschen mehr Flux vertragen als bisher...]
Von miss.gunst am 30.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
27.04.08
framework (WRT)
Zum schönen Sonntag wieder einmal einen Webradio-Tipp, speziell (aber nicht nur) für FreundInnen von experimenteller und auf Field Recordings basierender akustischer Produktionen.
Und zwar einen, den man sich gleich als wöchentliches Fixum im Kalender vermerken kann.
Wenn er denn nicht längst dort vermerkt ist, denn resonance fm zählt ja sowieso zu den ersten Adressen für einschlägig aufgestellte Ohren und wurde schon dementsprechend häufig in unserem Log.Buch verankert.
Warum sich darunter bis dato Eintrag zu Framework fehlte, kann insofern unter den ungelösten Welträtseln verbucht werden. Schliesslich haben uns Patrick McGinley aka murmer und die mitunter von ihm mit Gastsendungen betrauten Kollegen schon mit so einigen Stunden spätsonntagabendlichem Soundgenusses beglückt.
Heute wird es TJNorris sein, der sich neben seinen visuellen Produktionen auch für klangliche Experimentalkultur interessiert und für Framework eine Sendung mit dem vielversprechenden Titel "continental in(di)visibility" produziert hat.
Was das meint, werden wir hören - und zwar (zur Framework-üblichen Zeit und die CET-übliche Stunde zugerechnet) von 23:00 bis 24:00 Uhr.
[Bildchen: In Ermangelung einer konkreten Vision haben wir uns vom Titel der noch ungehörten Sendung inspirieren und die Kontinente ein wenig ins Unsichbare driften lassen. Das Vorbild dagegen, dankenswerter Weise von Alex Covarrubias in die PD gespiesen, treibt es eher bunt.]
Von miss.gunst am 27.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
25.04.08
dorkbot swiss strikes again!
Nach einer etwas längeren Pause als sonst endlich wieder zurück an Deck: Die Schweizer Fraktion der Menschen, die seltsame Dinge mit Elektrizität machen. Am heutigen Freitag (25.04.08) lädt dorkbot swiss zum konspirativen Treffen in den Zürcher Walcheturm.
Wie immer hat Monya Pletsch ein rundum leckeres Programm zusammengestellt, in dessen Rahmen heimische wie internationale KünstlerInnen Einblick in ihre elektronischen Hacks und Basteleien geben werden. Und zwar ziemlich viele.
Wenn wir die nun alle - wie hin und wieder bei vorvergangenen dorkbot-Veranstaltungen - in einzweidrei Sätzen vorstellen wollten, würde dies ein ziemlich langer Eintrag werden. Was für eine Vorankündigung vielleicht doch ein bisschen übertrieben wäre und dabei trotzdem immer ungenügend bliebe.
Unter den neigungsgemässen Empfehlungen, die wir wie stets nicht schuldig bleiben wollen: Wäre beispielsweise auf die Präsenz von Andreas Glauser zu verweisen, dessen Projekte wir allgemein sehr mögen und der diesmal mit seinen manipulated mixing desks dabei sein wird. Und wer wie wir den Gedankenexperimenten zugetan ist, wird sicher ebenfalls auf die Vorstellung von Martin Kunz' Quantenwurf neugierig sein.
Zu den illustren Gästen von auswärts zählen diesmal James Stevens aus London, der dort im Rahmen von SPC unter anderem das Projekt Deptford TV organisiert, das er im Walcheturm zusammen mit Adnan Hadzi vertritt - wobei an dieser Stelle beiseit schon mal darauf hingewiesen werden kann, dass die beiden am morgigen Samstag dann auf Einladung der !Mediengruppe bitnik im Basler [plug.in] einen Workshop anbieten (und zwar im Rahmen von "Our Man in India", den näher kennenzulernen wir jüngst ja schon mal empfohlen haben).
Obendrein wird dann noch von der SGMK ein Mini Workshop aus der beliebten Reihe "diy makeaway - hands on electricity" angeboten, dessen Motto diesmal lautet: "Bau Dir eine kleine Krachmacherschaltung bei Bier und anregender Unterhaltung". Was mit Sicherheit in allen Punkten kein leeres Versprechen ist.
Zu überprüfen, wie eingangs geschrieben: Am heutigen Freitag abend ab Acht, bei dorkbot swiss im Walcheturm Zürich.
Von miss.gunst am 25.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.04.08
akustische archäologie (WRT)
Eigentlich sind es ja mittlerweile mehr die digitalen Ruinen(landschaften), mit denen es nicht nur Netzreisende zwangsläufig immer häufiger zu tun bekommen.
Und ob das früher oder später dann auch zu einer neuen Romantik führen wird, sei mal dahingestellt.
Für heute gilt es dagegen einen Webradio-Tipp auszugeben, der auf akustischem Wege in eben jene Gefilde geleitet, die man gemeinhin mit dem entsprechenden Topos assoziiert.
Mit dem Titel "Ruinen-Landschaft" ist jedenfalls die Stunde überschrieben, mit der uns das WDR Studio Elektronische Musik zu seinem angestammten Termin - also Mittwoch 23:05 Uhr - heute eine von Ruinen inspirierte Klanglandschaft kredenzt:
"Persepolis" (1971) von Iannis Xenakis, in der Werkliste des Komponisten, Künstlers und Architekten minimalistisch als "electroacousic tape" von 56 Minuten Länge notiert. Was in dieser Sprödigkeit dem ziemlich beeindruckenden Stück vielleicht nicht ganz gerecht zu werden vermag.
Etwas sprechender und die eher poetisch gehaltene Ankündigung der Sendung beim WDR um ein wenig Emphase ergänzend fällt da sicher die Kurzkritik zu einer CD-Veröffentlichung von "Persepolis" aus, die James Harley 2001 für das Computer Music Journal verfasst hat.
Dass Reisen in archäologisch interessantes Gelände und die Erkundung von Ruinenlandschaften jedenfalls nicht notwendigerweise etwas mit -Romantik zu tun haben müssen, sondern sich von verfallenden Architekturen auch präzis tektonisch träumen lässt: Das kann man dann aber auch ganz einfach erlauschen, wenn man zur rechten Zeit sein (Web-)Radio anwirft.
[Bildchen: Haben hilfsweise ans Thema angelehnt Persepolis nochmal digital verfallen lassen. Für die Überlassung der Originalfotografie-Kopie in Form einer GNU-lizensierten Spende in die Wikipedia Commons danken wir GerardM.]
Von miss.gunst am 23.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
13.04.08
fumetto!
Vorgestern hat in Luzern die aktuelle Ausgabe des fumetto-Festivals begonnen, das wir als Comic-Fans bereits im vergangenen Jahr mit einer kleinen Reihe schwärmerischer Einträge begleitet haben.
Und natürlich ist auch diesmal das Programm derart dicht mit Leckereien gespickt, dass es fast schwerfällt, eine Auswahl für besondere Empfehlungen zu treffen. Wollen wir aber trotzdem mal versuchen.
Als da wären unter den internationalen ProtagonistInnen der Comic-Kultur, denen traditionsgemäss Einzelausstellungen gewidmet werden, so unterschiedliche Charaktere (und "characters"-Kreateure) wie Matthew Thurber und Boris Hoppek. Oder die Berliner Raindrops, die nicht nur mit ihren Kreationen umstandslos von der zweiten in die dritte Dimension switchen, sondern auch selbst als Band ihren eigenen Comic-Kosmos gleich mit bevölkern - in Luzern haben sie nicht nur eine Ausstellung im "4 | HSLU – Design & Kunst, Experimentierraum" eingerichtet, sondern gestalte(te)n auch zwei Clubabende mit Filmen und Musik (was die Mehrzahl angeht, eben leider Vergangenheitsform: die Band spielte nämlich bereits zur Eröffnungsparty am Freitag auf).
Nicht weniger spannend der nationale Part, unter dessen Einzelausstellungen beispielsweise eine der von uns heiss verehrten Nadine Spengler ist (hat leider wohl noch immer keine eigene Heimseite, dafür kann man sich andernorts u.a. an Bizeps, ihrem Beitrag zum minimotion-Wettbewerb 2005 ergötzen); mit der Präsentation von Drozophile und jener von Atrabile stellen sich zwei in der Romandie beheimatete Projekte bzw. Verlage vor.
Ganz zu schweigen von all den vielen kleineren Satelliten-Projekten bzw. Projekt-Satelliten, Tages- und Abend-Sonderveranstaltungen und anderen Gelegenheiten, mit anderen Comic-Fans und vor allem Comic-KünstlerInnen aller nur denkbaren Stilrichtungen zusammenzutreffen, die sich zwar nicht ausschliesslich, aber doch grossenteils abseits des Mainstreams bewegen.
Der letztes Jahr von Mlle. Wurzeltod extrem charmant betreute Fumetto-Blog hat heuer ein etwas gesetzteres Design bekommen und funkt bislang leider noch nicht so richtig - aber dafür gibts diesmal sogar Podcasts mit einigen der beteiligten KünstlerInnen (zu finden bei den Infos zu den Einzelausstellungen).
Kurzum: Yummie! Wer kann, fahre hin...
Von miss.gunst am 13.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
11.04.08
mapping festival 08
Auch in diesem Jahr lädt Genf wieder zum Mapping VJing & Audiovisual Festival - dessen Besuch wir in guter Tradition wärmstens weiterempfehlen können.
Eröffnet wurde das Festival bereits gestern mit einem denkbar leckeren Programm.
Wer das Konzert mit den Chicks on Speed - die vielleicht nicht gerade als ProtagonistInnen einer ausgefeilten VJing-Kultur durchgehen, dafür aber in den letzten Jahren so einige ihren Performance-Konzerten kongeniale Videos produziert haben - verpasst hat, muss aber nicht unbedingt Trauerflor anlegen.
Denn heute und in den kommenden Tagen geht es entsprechend weiter. Beispielsweise sind für diese Nacht Scanner (aka Robin Rimbaud) sowie weiterer Auftritt von Bubblyfish angekündigt, die bereits gestern mit dabei war. Und am frühen Abend gibt es neben weiteren begleitenden Bildungsangeboten auch eine Session mit VJTheory.
Alles weitere inklusive einer Programmübersicht, die auch als pdf zur bequemen Verfügbarkeit bereit gestellt ist, auf den Heimseiten des Mapping VJing & Audiovisual Festival. Fehlt dann eigentlich nur ein Ticket nach Genf...
Von miss.gunst am 11.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.04.08
bitnik lagert aus
Tja, die Zeiten haben sich geändert. Früher pilgerte man scharenweise nach Indien auf der Suche nach alternativen Lebensphilosophien und -stilen. Mittlerweile setzt das Land nicht nur Massstäbe in Sachen Turbokapitalismus der Zukunft, sondern zählt auch zu den favorisierten Auslagerungsorten für ganze Unternehmenszweige.
Kein Wunder, dass avancierte Kulturschaffende da nicht länger nachstehen wollen.
Die !Mediengruppe bitnik jedenfalls hat die Zeichen der Zeit erkannt und lagert ebenfalls aus bzw. hat ein neues Mitglied in Indien akquiriert.
Was "Our Man In India" leistet, lässt sich nun im Basler [plug.in] erfahren, wo uns die neue Unternehmensstrategie bitnik im Rahmen einer Ausstellung anschaulich näher gebracht werden soll.
Zur Eröffnung gibts übrigens auch ein Konzert - das allerdings nicht vom neuen Mit-bitnik in Indien, sondern mit bit-tuner von einem heimischen Soundschaffenden bestritten wird. Na, das haben wir gern: Einerseits Outsourcing bzw. -tasking betreiben und andererseits bei Heimspielen dann schön mit lokalpatriotischer Standortstärkung winken.
[Bildchen: Ob jenes, welches die Ausstellungsankündigung auf den [plug.in]-Heimseiten ziert, tatsächlich eine Stechuhr zeigt, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber das Ding erinnerte an eine. Weil wir unser Intro ja immer gern mit einem Ausschnitt begleiten, konnten wir ersteres jedenfalls trotz cc-Lizenz nicht verwenden, weil derlei das "nd" untersagt. Also haben wir eine wunderschöne tschechische Stechur aus den Wikipedia Commons gefischt (und die gleich mehr manipuliert als ursprünglich geplant). Das Original stammt von Ludek und ist cc-by-sa lizensiert, ergo gilt das auch für unser Derivat.]
Von miss.gunst am 10.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.04.08
node08
Zugegeben: Generatives selber machen ist so eine Sache. Denn der Begriff bzw. seine gängigen Definitionen betonen ja gern, dass sich früher oder später dann Etwas selber machen soll. Idealerweise im und als Prozess.
Aber keine Sorge: Damit das erstens klappt und zweitens etwas dabei herauskommt, das ästhetische Absichten nicht nur suggeriert, sondern sozusagen ehrlich verrät, wollen doch auch ein wenig menschliche Soft- und Hardware zum Einsatz kommen.
Wie das mit dem Selbermachen Generativer Kunst funktioniert, lässt sich seit vergangenem Samstag und noch bis einschliesslich Ende dieser Woche in Frankfurt im Rahmen von Node08 erkunden - einem Forum, das von VVVV-LieberhaberInnen für ebensolche ausgerichtet wird. Ein Treffen an der Quelle: Schliesslich erblickte die Entwicklungsumgebung für Echtzeit-Generation von Datenströmen bzw. auf diesen basierenden Grafiken und Videos, die mittlerweile von einer höchst aktiven Community genutzt und gehegt wird, dereinst vor Ort bei meso das Licht der Welt.
Indes die Generaktiven nun täglich in diversen Workshops und Laptop-Sessions fleissig in die Tasten greifen, können mit der Materie Software weniger Vertraute an verschiedenen (Ausstellungs-)Orten erkunden, wie es um die Resultate entsprechender Anstrengungen steht: Sowohl in der Diakoniekirche Weserstrasse als auch im Node08-Hauptquartier sind zahlreiche Installationen zu sehen und (sic: mehrheitlich interaktiv) zu erfahren, die Einblick in das breite Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten geben, das sich mit VVVV eröffnet, von veritablen Spielumgebungen über Klanginstallationen bis zu komplexen Computergraphiken und -Designs, die dann per Fabbing wieder in handgreifliche (und -schmeichlerische) Dimensionen transformiert werden.
Heute (08.04.08) gibt es obendrein noch als Extra einen Tag mit öffentlichen Vorträgen und Symposium, zu dem kreative Generaktive wie Casey Reas, Paul Prudence von dataisnature, ein Doyen des ästhetischen Umgangs mit Daten wie wie Herbert W. Franke und, als treue Begleiterin gestaltender Forschung bzw. forschender Gestaltung in diversen Datenräumen, Régine Debatty von we-make-money-not-art erwartet werden.
Und noch einige Menschen mehr, die etwas zu zeigen und zu sagen haben...
Weitere Infos und ausführliches Programm gibts natürlich auf den Heimseiten von Node08.
Von miss.gunst am 08.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
29.03.08
bleepfest berlin
Zufällig in Berlin dieser Tage? Dann hätten wir doch glatt einen netten Tipp für die Gestaltung der Abendstunden.
Wie schon im vergangenen Jahr (s.a. den Eintrag vom 01.04.07) werden dort nämlich die letzten Tage im März genutzt, um das bleepfest zu begehen.
An de grundsätzlichen Prämissen hat sich auch heuer nichts geändert, weshalb wir uns in dieser Hinsicht nicht wiederholen müssen (ansonsten ist alles Wissenswerte auch in den bleepfest-FAQ nachzulesen).
Diesmal findet die von Mstation.org gehostete Veranstaltung zur Förderung der Zuneigung zu elektroischer Musik allerdings nicht in der c.base, sondern in der Galerie Wallywoods statt.
Letztere scheint, wenn man den Heimseiten Glauben schenkt, sonst weniger auf Elektronika als auf überdimensionierte Sitzgelegenheiten spezialisiert. Aber das sollte vermutlich ebenso wenig schrecken wie das Design der diesährigen bleepfest-Seiten, das leider der aktuellen Retrosexismus-Mode zum Opfer gefallen ist.
Denn das Programm - und besonders das für den heutigen Samstag Abend (29.03.) schaut doch durchaus geniessbar aus.
Wers testen will: Seit gestern und noch bis zum frühen Sonntag Abend an oben benanntem Ort, das bleepfest08 in Berlin.
[Bildchen: Aufgrund nachhaltigen Missfallens an besagtem bleepfest-Design mussten wir zum Behufe der Illustration leider selber piepen. Auch nicht schön. Aber besser als RS.]
Von miss.gunst am 29.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
27.03.08
hernoise in karlsruhe
Geht natürlich nicht um irgendwelche gendergenerierten Unruhen im akustischen Feld, sondern um eben jenes Projekt, das schon mehrfach mit Einträgen gewürdigt wurde: Hernoise.
Im Badischen Kunstverein Karlsruhe ist derzeit nämlich eine Ausstellung zu sehen, die den lustigen Titel "Pop! goes the weasel" trägt (verdankt sich sozusagen einem historischen Chartsbrecher, nämlich einem Liedchen, das wohl zu viktorianischer Zeit zum Ohrwurm wurde).
In der geht es um die künstlerische Auseinandersetzung mit Szenarien und Politiken der musikalischen Popkultur - was als Ansatz an und für sich nun wohl nicht ganz so neu ist, wie das der begleitende Pressetext einfach mal behauptet.
Aber deswegen ist die Schau nicht weniger sehenswert.
Unter anderem eben auch, weil sie Gelegenheit bietet, in den Archiven von Hernoise zu gründeln.
Heute (27.03.) Abend sind zudem im Rahmen des Begleitprogramms die Begründerinnen des Projekts, Emma Hedditch und Irene Revell von Electra zu Gast in Karlsruhe.
Ergo eine besonders gute Gelegenheit für eine kleine Exkursion.
Wer das so kurzfristig nicht mehr einplanen kann, sollte mindestens überlegen, was bis zum kommenden Sonntag (06.04.) noch geht - denn dann wird auch "Pop! goes the weasel" die Tore schliessen...
[Bildchen: Nein, das ist natürlich weder der Planet aus Michael Sailstorfers schöner Variation auf das Kopernikanische Modell noch dessen glitzernder Trabant. Sondern ein dankbar den Wikipedia Commons entlehntes Exemplar, welches wir dann doch mit weit weniger optischem Noise verfremdeten als urpsrünglich mal angedacht. Untersteht, ganz wie der Mutterstern, dem grossen GNU.]
Von miss.gunst am 27.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
14.03.08
radio wne @ berlin (WRT)
Zugegeben: Die Gelegenheit ist nicht von langer Dauer und läuft nurmehr wenige Tage. Aber wie nach Möglichkeit jeder unserer Webradio-Tipps, so wollte auch dieser erst einmal getestet und für gut befunden werden. Das haben wir nun und winken entsprechend mit einer Empfehlung.
Nämlich in den folgenden Tagen jeweils abends ab 20:00 Uhr (CET) den Webstream von Radio WNE anzuwerfen.
Der schicke Schädel mit dem verwegen blinkenden Ray Ban-Verschnitt sollte dabei nicht zu voreiligen Schlüssen verführen. Ist nämlich nicht gerade ein Doom-Party-Ding, was da übertragen wird. Sondern vielmehr Kunstradio. Und zwar eines, das es erstens nur live via Webstream und zweitens nur periodisch gibt. Verpassten Sendungen kann man dann noch per Blick ins Archiv nachtrauern.
Wie eben aktuell seit vergangenem und noch bis einschliesslich kommenden Montag aus Berlin, wo täglich von einem Haus- bzw. Atelierbesuch aus gesendet wird.
Gestern (= Donnnerstag, 13.03.) gabs beispielsweise ein Stelldichein zwischen Jean-Baptiste Bayle (siehe auch seine Heimseite sowie Projektseiten mit GPunkt-Spiegelung und seinen MyOwnSpace) und
WARTESAAL ENGE
Der Zweck der Botschaft liegt in froher Kunde: