« | Hauptseite |
24.12.11
Weihnachtsradio (WRT)
Ohlala. Heuer ohne digitalen Adventskalender, mindestens in flacher gelegenen Gefilden keine weisse Weihnacht - und dass auf Bildschirmgeräten mitunter mal einfach aufgrund der Datenübertragung elektronischer Schnee rieselt, schafft wohl auch nicht wirklich Ausgleich.
Wie sich also in zünftige, sprich: selige Stimmung bringen. Nun, Hilfe naht: am besten auf direktem Wege, nämlich übers Ohr.
Es müssen allerdings ja nicht unbedingt klassische Weihnachtskonzerte und -chöre sein. Mindestens nicht als Webradio-Tipp, denn derlei hat's ja eh in den Standardprogrammen zuhauf.
Wer indes nach Alternativen auslauschen möchte: Da hätten wir doch zwei Vorschläge für den Abend.
Zum einen bieten die rührigen Herren (von) Äntli, Bier & Ärger
in ihrem gleichnamigen Samstagabendformat beim Zürcher Radio LoRa von 19-20 Uhr ein Weihnachtsspecial mit dem phantastischen Titel "Knollengewächsimplantate um die Jahrhundertwende im syrischen Hochland" an, das man per Webradio mithören kann.
Und gleich im Anschluss kann's dann bei resonance fm London weitergehen.

Dort werden zunächst von 20-22 Uhr Festlandzeit Highlights aus dem von resonance organisierten Begleitprogramm zur Ausstellung "Gone with the Wind" ausgestrahlt, die in diesem Sommer mit Max Eastley, Takehisa Kosugi und Walter Marchetti bei Raven Row drei Klangkunst-Pioniere vorstellte (mehr dazu nachzulesen bei WMMNA).
Mit dem angekündigten Bermuda Triangle Test Transmission-Special dürfte dabei heute angenehmst auf dem Wellenkamm melodischer Noiseloops gesurft werden.
Und im Anschluss bietet dann noch von 22 Uhr bis Mitternacht (Festlandzeit) A Colder Consciousness seine "austerity hypothermic disco party time" mit Post-Punk Synthie-Pop satt. Na, wennn das mal keine Option für selige Webradio-Soundbeschallung unter dem Weinhnachtsbäumchen ist!
Von miss.gunst am 24.12.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.11.11
Ich ist eine Schreibmaschine (@ Shiftfestival 2011)
Oder eine Tastatur? Tönt ja erst einmal nicht besonders individuell. Wie seinerzeit die guten alten Schreibmaschinen werden Computertastaturen in Serie hergestellt. Und was Letztere betrifft, lässt sich wohl mit Fug und Recht von Massenproduktion sprechen.
Indessen bestätigt die Erfahrung ungefähr das, was Goethe über die Pflanzen schrieb: "Alle Gestalten sind ähnlich / doch keine gleichet der andren" - nur, dass es hier nicht um Arten, sondern um Fabrikate geht. Es gibt sie, die feinen Unterschiede. Im Anschlag und im Klang.
Beide schreiben sich ein in die Erinnerung, in die individuelle wie in die kulturelle. Meist nisten sie eher im inneren Ohr - und warten still und treu darauf, für einmal wieder aufgerufen zu werden.
Weidlich bot sich diese Gelegenheit beim Shiftfestival - gleich eingangs der grossen Ausstellung, die wie das Festival selbst dem Klangspektrum menschlicher, tierischer und technischer Stimmen gewidmet war.

In der Video-Arbeit "The History of the Typewriter recited by Michael Winslow" (2009) von Ignacio Uriarte verwandelt sich der Schauspieler und begnadete Klangimitator Michael Winslow leib- bzw. stimmhaftig in ein Gerät nach dem anderen.
Die an von Uriarte angefertigten Originalaufnahmen geschulte Performance ist schon per se beeindtuckend - erst recht aber, wenn man jeweils nach dem Zwischentitel, der die Gerätetypen ankündigt, die Augen schliesst.
Verpasst? Nun, kleiner Trost: Wer das Nachsehen hat, kann ersatzweise auch auf der oben verankerten Heimseite des Künstlers nachsehen...
In jedem Fall: Eine grandiose medienarchäologische Arbeit - und ein wunderbarer Auftakt für vom Shiftfestival programmatisch gesetzte Themenschau allemal.
[Bildchen: Dieses Keyboard ist, zugegeben, schon etwas in die Jahre gekommen und ziemlich zahnlos - aber dafür lächelt es uns doch recht tapfer zu, oder?]
Von miss.gunst am 01.11.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.10.11
Radiokunst mit Fledermäusen (WRT)
Wenn Ende Oktober Fledermäuse durch die Sender flattern, hat das mittlerweile mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit Halloween zu tun.
Während wohl davon auszugehen ist, dass sich weder Fleder- noch andere Mäuse gross um Halloween scheren - von anderen nachtaktiven Geschöpfen einmal ganz zu schweigen.
Umso netter, wenn sich nun ein Sender bemüht, einmal ganz anders zwischen Fledermäusen und Menschen zu vermitteln.
"A Short Guide To Becoming-Bat!" heisst eine von Stefano Perna für's Wiener Kunstradio kuratierte Radiokunst-Reihe, deren erste Folge am heutigen Sonntag (30.10.11) zu hören ist.
Perna will mit seiner Reihe dazu einladen, in die Welt der nichtmenschlichen Radiokunst einzutauchen - in welcher wiederum der kleine Blindsäuger, den wir so gern mit blutsaugenden Wiedergängern assozieren, seit je und sozusagen naturgemäss zuhause ist.

Ergo lernen wur ihn in der ersten Folge, die Perna mit seinem "Ventriloque Media Collective" selbst bestreitet und die den schönen Titel "1799. How to become-bats?" trägt, näher kennen.
Ausgangspunkt ist dabei das 1959 erschienene Buch "Echoes of bats and men" des US-amerikanischen Zoologen Donald Redfield Griffin, dem wir u.a. auch den Begriff der "echolocation" bzw. "Echoortung" verdanken.
Aber: eine akademische Vorlesung steht nicht zu erwarten. Vielmehr haben Perna und seine Ventriloquisten ihrerseits Griffins Grundgedanken in den Raum der Radiokunst transferiert und transformiert. Ob es uns deshalb leichter fällt, zu Fledermmäusen zu werden (notabene ohne dabei an Vampirismus zu denken)? Werden wir hören...
Von miss.gunst am 30.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
27.10.11
Schöner Hören (Shiftfestival 2011)
Die elektrischen Spatzen zwitschern es längst von den Dächern: Es ist wieder Zeit für's Basler Shift Festival.
Das heuer ein Thema hat, das den elektrischen Spatzen - und den Androiden, die von ihnen träumen - besonders gut gefallen dürfte.
"Of Birds and Wires. Stimmen unter Strom" ist es überschrieben. Was wirklich vielversprechend tönt.
Um Stimmen soll es also gehen - künstliche und natürliche, menschliche, tierische und maschinengenerierte Stimmen. Solche, die von analogen und digitalen "recording angels" aufgezeichnet wurden. Und natürlich auch um solche, die live zu vernehmen sind.

Vorweg macht das im fünften Jahr des Festivals mindestens mal gefühlt weiter ausgewachsene Programm mit Ausstellung(en), Video-Screenings, Vorträgen, Gesprächen und Konzerten nicht nur den Ohren, sondern auch den Augen sowie selbstredend allem anderen, was an diesen Wahrnehmungsorganen gemeinhin noch so dranzuhängen pflegt, gehörig Appetit.
Und wer im Vorfeld des Besuchs nicht nur die Menukarte studieren, sondern mehr erfahren und den ein oder anderen Einblick nehmen will: Luge einfach hin und wieder in das auch heuer wieder aktive Shiftfestival Blog...
Von miss.gunst am 27.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.10.11
Lautsprecher
Zwar geben wir an dieser Stelle gerne Webradio-Tipps. Aber warum sollte man nicht auch ein wenig an dem hängen, was Radio als Medium ursprünglich mal ausgemacht hat: Synchrones Hören, gemeinsames Lauschen in Raum und Zeit.
Mag wohl sein, dass das mähliche Schwinden dieser Audiosphäre einer der Gründe dafür ist, dass eigentlich in die Vor- und Frühgeschichte des Mediums gehörende Formate wie Radiokonzerte und Radioinstallationen in den letzten Jahren wieder häufiger begegnen.
Das Museum am Ostwall in Dortmund hat in diesem Herbst mit einer Reihe begonnen, die tatsächlich so etwas wie einen inversen Webradio-Tipp wert ist: Im Lautsprecher MO Klangkunstprogramm werden im monatlichen Wechsel Werke zu Gehör gebracht, die zuvor im WDR studio akustische kunst ihre radiophone Uraufführung hatten (eben jener Sendung also, die auch immer wieder in den Webradio-Tipps begegnet).

Im Lautsprecher-Raum des Museums im Dortmunder U kann man sie dann - einsam oder gemeinsam mit anderen und mit schöner Aussicht auf die Stadt - über Kopfhörer geniessen. Dazu gibts als Extra dann noch das Klangkunst-Konzertprogramm "Lautsprecher Live".
Nach der Premiere im September mit Christina Kubischs "flying magnetic" ist es nun im Oktober Pierre Henry, dessen ursprünglich 1996 im open studio gesendete "Antagonismen".
Feine Sache das.
Noch schöner wäre allerdings: Wenn vom U aus wirklich Klangkunst gesendet würde. Empfangbar drinnen über Lautsprecher, draussen in einem bestimmten Radius über Auto- und anderes Radio.
Nunja. Aber was (noch) nicht ist, werden wir vielleicht irgendwann ja noch hören...
Von miss.gunst am 10.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.10.11
Lochstreifenlust
Es gibt bekanntlich solche und solche Löcher. Die einen sind Lücke in der Information. Und die anderen liefern sie. Wie zum Beispiel jene, die ihrerzeit die guten alten Lochstreifen zierten.
Bzw. zieren, denn glücklicherweise haben sich ja hie und da auch noch Exemplare dieser frühen Vorläufer digitaler Speichermedien erhalten, mit denen man - abgeschaut vom Spieluhrwalzenprinzip - zunächst die Webstühle der Textilindustrie und später eben auch die ersten Computer zu betreiben pflegte.
Meist müssen wir sie allerdings hinter Glas bewundern. Ein unermüdlicher bricoleur universel und analogitaler Bastler wie Flo Kaufmann (mehr im hauseigenen Archiv) hingegen zeigt, dass man sie nach wie vor benutzen kann.
Für seine aktuellen Performance-Projekte hat er neben jeder Menge Geräteschrott eben auch einige Lochstreifen aus den Abfalleimern der Technikgeschichte gefischt und benutzt Letztere nun, um Ersterem neues Leben einzuhauchen.

Dass und wie gut das funktioniert, stellt er unter anderem heute (02.10.11) Abend in der Sulzerhalle Winterthur mit "punch.ing", einer "sound performance für lochstreifen, stanzer und andere elektronik" unter Beweis.
Und zwar um 20:30 Uhr, im Rahmen des heute endenen Festivals "perform now", dessen Besuch auf diese Weise - soweit nicht sowieso schon auf der Agenda - auch insgesamt noch anempfohlen sei...
Von miss.gunst am 02.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.10.11
Mikrotonale Alterationen (WRT)
Herbst haben wir - wenigstens dem Kalender nach - schon etwas länger. Und heute gibt's dann auch den passenden Webradio-Tipp dazu.
Mit steigenden Nebelschwaden, vom Wind durchgewirbelten Blättern und zünftigen grauen Schauern?
Von wegen. So lange es draussen noch herrlichste Sonne hat, wollen wir derlei denn doch auch akustisch nicht herbeizaubern. Kommt sicher noch früh genug...
Statt dessen freuen wir uns über die saisonale Selektion radiophonen Ohrzuckers, den uns silenceradio.org (s.u.a. den Eintrag vom 29.08.06 sowie Weiteres im hauseigenen Archiv) mit seiner Herbstedition 2011 kredenzt: "Altérations microtonales" heisst sie. Und ist - wie immer bei den Brüsseler Klangsammlern - rundum lecker und gut!

Von miss.gunst am 01.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
27.08.11
Botaniques Digitales
Nach wie vor zieht das Sommerfestival Les Digitales von Station zu Station - und in Bern hat es diesmal etwas ganz besonders Feines im Programm: Analogitale Audio-Botanik!
Zugegeben: diese Klassifizierung haben wir uns gerade gestattet - aber wir hoffen doch, dass die beiden zuständigen Gärtner nichts gegen diesen Begriff einzuwenden haben.
Aber wie auch immer: Flo Kaufmann und strotter inst. - zum Einen wie zum Anderen mehr im hauseigenen Archiv - haben anlässlich des Festivals zusammen mit Aguilea für den heutigen Samstag (27.08.11) im Botanischen Garten Bern eine Reihe von Installationen sowie geführte Audio-Touren eingerichtet.

Um das Studium der analogitalen Botanik zu erleichtern, hier noch eine Handreichungen von den Botanikern selbst:
"Aculeus Flecto - Sukkulentenhaus (Plan Gebäude Nr. 34)Zur Gattung der Wandler-Sukkulenten gehörend ist der Aculeus Flecto ein
typischer Epiphyt. Die Kurztriebe dieser Art bilden zeitweise auch
sogenannte Audio-Areolen zur Pollenübertragung. Dank einer Symbiose mit
der Lackschildlaus können sehr lange Trockenzeiten durch konsekutive
Dormanz überbrückt werden.Ahasveros - Palmenhaus (Plan Gebäude Nr. 32)
Dieses Apokryphengewächs ist eine typische Pionierpflanze. Der sichtbare
Teil der Pflanze beschränkt sich auf eine einzige Luftwurzel, einem
Mono-Rhizom ohne Wurzelhaare. Die Fortpflanzung erfolgt durch Autogamie
(Selbstbestäubung) aufgrund der permanenten Autorotation. Die Ausbreitung
erfolgt parasitär via Weichtiere (z.B. Egelschnecken).Oegishelm - Farnhaus (Plan Gebäude Nr. 33)
seltenes Tarnkappengewächs, gehört zu der Gattung Vandali. Besonders
Kennzeichen ist die Mimese an den Übergang zwischen Boden- und
Krautschicht. Der Oegishelm gehört zu den Kryptophyten. Sein vigilantes
Wachstum beeinflusst lokal die Pedogenese zu Ungunsten der umliegenden
Flora.Omophagen - Mittelmeerhaus (Plan Gebäude Nr. 30)
isoliert lebendes Mänadegewächs, gehört zur Gattung der Karnivoren. Der
Halbstrauch ist die einzige fleischfressende Art mit Hakentechnik.
Omophagen wachsen ausschliesslich in Gebieten mit regressiver Sukzession.
Die Ausbreitung erfolgt mittels Chamaechorie nach absterben von
Sprossachse und Wurzelstock.Ritzel Piezea / Ritzel Magnesia - Sukkulentenhaus (Plan Gebäude Nr. 34)
Die zur Gattung der Unwuchten gehörenden Spinal-Gewächse sind meist
Mehrtriebig . Ihre bewegliche Infloreszenz zeichnet sich durch akustisch
wahrnehmbare Terminalblüten aus. Die beiden Unterarten unterscheiden sich
äusserlich nicht von einander. Das Ritzel Piezea zeichnet sich durch seine
kristalline Saftstruktur aus, während das Ritzel Magnesia nur auf Böden
mit in seltener Erde gedeiht.Zellwegeris Usterea - Steppenhaus (Plan Gebäude Nr.26)
Das farblich der Umgebung angepasste Phenolengewächs ist die einzige
bekannte Art mit auditivem Schutz gegen Fressfeinde. Die Ausbreitung
erfolgt durch Tonale Phartenogenese. Eine Unterart bilden die Bakelitea
welche als eine der ganz wenigen Pflanzenarten auch bei siedenden
Thermalquellen (ab 77.5°C) überleben können."

Womit wohl selbst diejenigen ein bisschen Appetit auf die Inaugen- und ohrenscheinnahme der Berner Neophyten bekommen haben dürften, die sonst nicht so oft ins Gewächshaus gehen...
P.S. Jaja, das ist natürlich noch längst nicht alles, was in Bern zu bieten haben. Siehe das ausführliche Programm.
[Bildchen: Aus dem Frankfurter Palmengarten, nicht dem Berner. Die Pflänzlein wären aber vielleicht auch alle gute Kandidaten für analogitale Botanik, oder etwa nicht?]
Von miss.gunst am 27.08.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
20.08.11
Sound OF
Sound of? Da fehlt doch was? Eben nicht, denn "OF" - muss man natürlich wissen - ist das Verkehrskennzeichen von und ergo mittlerweile das Kürzel für Offenbach. Und wie klingt das dann?
Im Alltag: wäre diese Frage wohl am besten mit Field Recordings zu beantworten.
Bei "OF Sound" geht es an diesem Wochenende indes um ganz spezielle Klangräume und -interventionen, das Markieren und Interpretieren von Orten und Architektur.
Nicht weiter verwunderlich, denn das Projekt ist Teil des Architektursommers Rhein-Main 2011 und wurde von bb22 Architekten und Stadtplanern organisiert.
Einstürzende Neubauten stehen allerdings nicht auf dem Programm (weder noch sozusagen). Sondern zwei Orte, die per se schon klingen. Und auch schon ohne Bespielung locken, da sie normalerweise nicht bzw. eben nur selten zugänglich sind:
Das Badehaus Allessa, die ehemaligen Badeanstalt für die Arbeiter des gleichnamigen Chemiekonzerns und die Fredenhagenhalle an der Sprendlinger Landstrasse.

Erstere, dem einen oder der anderen vielleicht noch über die hfg_of-Ausstellung vor einiger Zeit entsprechend beeindruckend in Erinnerung, wird von on parkdeck (aka Alois Späth und Marco A. Fox) aus Berlin sowie von J. Peter Schwalm/Art Informal aus Frankfurt bespielt; letztere mit zwei Konzerten von ping musik ffm.
Klarer Fall von: Seid dabei!
[Bildchen: Vom Badehaus. Notgedrungen ohne Ton.]
Von miss.gunst am 20.08.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.08.11
Orakeln in Zürich (Bennett)
Spät, aber dennoch: Bevor das Orakel wieder verstummt, wäre - soweit noch nicht geschehen - Gelegenheit, sich eine gemessene Portion geheimnisvolles Gemurmel abzuholen.
Zu diesem Behufe muss bzw. kann man sich (bereits seit dem 24.05. und eben nun noch bis zum 24.08.11) auf den Zürcher Turbinenplatz begeben und eine der aus schweren, dunklen Bohlen gezimmerten Holzbänke aufsuchen, die dort aufgestellt sind. Hinsetzen. Lauschen.
Mit ein bisschen Glück vernimmt man dann besagtes Orakel.
Das dafür auch unge- bzw. unbefragt seine Prophezeihungen in den Raum schickt, denn es handelt sich - den zeitgenössischen Optionen adäquat - um eine Orakel-Automate, die aufs erratische Orakeln programmiert ist und dementsprechend die Umwelt nach dem Zufallsprinzip ihrer Entäusserungen teilhaftig werden lässt.
Heisst natürlich auch, dass man - die Inbetriebnahme der Automate vorausgesetzt - in jedem Fall mit Orakelsprüchen bedacht wird, ob man will oder nicht.
Was wiederum, abhängig von der prinzipieller Orakelgläubigkeit der derart bemurmelten Anwesenden, fatale Folgen zeitigen könnte.
Man kennt das ja von Delphi etc. bzw. aus der Überlieferung: "Wenn Du den Fluss überquerst, wird ein grosses Reich ... usw. usf." (vom schnöden Schicksal des Herrn Ödipus wollen wir gar nicht erst anfangen).
Womit wir nun Gelegenheit hätten, ebenso prinzipiell über Wohl und Wehe von Kunstprojekten im öffentlichen Raum nachzudenken, die für PassantInnen ja stets zu im weitesten Sinne schicksalhafte Begegnungen führen können.
Denn um ein ebensolches handelt es sich hier, das Orakel ist nämlich Teil der diesjährigen Gastraum-Projekte der Stadt Zürich.
Vor allem aber handelt es sich um eine Arbeit von Justin Bennett - einem Künstler, der uns schon mal 2005 mit seiner Noise Map in Den Haag in den Radar geraten ist.

Zwischendurch und danach aber, nebenbei bemerkt, auch noch eine ganze Reihe anderer interessanter Projekte realisiert hat (ja genau, das ist eine Empfehlung, sich die Heimseiten des Künstlers insgesamt einmal näher anzuschauen).
Das Orakel wiederum gab es schon einmal in einer früheren Fassung 2007 in Luxemburg zu vernehmen; zu diesem Oracle gibt es auf den Heimseiten des Künstlers neben den Basisinfos zum Konzept übrigens auch ein Video.
Nun hat es mit Unterstützung der Galerie Barbara Seiler, die Bennett in Zürich vertritt und wo vergangenes Jahr um diese Zeit auch eine spannende Einzelausstellung zu sehen war, also eine temporäre Bleibe auf dem Turbinenplatz gefunden.
Wer die vielleicht nicht unbedingt schicksalsschwangeren, aber eben doch hinreichend rätselhaften Botschaften des Orakels vernehmen will, hat nun also noch ein paar Tage Gelegenheit. Hernach werden wir wieder mit Börsennachrichten und Wettervorhersage vorlieb nehmen müssen...
[Bildchen: Wie so oft nur eine Ersatzimagination - aber je nun, das Orakel als solches ist ja eh nicht zu sehen, sondern nur zu hören. Fotos mindestens von den Bänken hat es indes aber bei stastka.ch]
Von miss.gunst am 05.08.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.07.11
Audiospree 2011
Indes in Zürich das zweite Wochenende des Elektromagnetischen Sommers auf Sendung ist (der entsprechende Webradio-Tipp gilt insofern nach wie vor), hätte es gerade noch für Berlin einen Anlass für die Öhrchen zu vermelden.
Am heutigen Samstag (30.07.11) wird, organisiert von der finnischen Projektgalerie Suomesta ein "International Experimental Audio Art Music Festival" veranstaltet, das man der Bequemlichkeit halber auch kurz "audiospree 2011" rufen kann.

Über Details zum Programm und den beteiligten KünstlerInnen informiert ausführlich das audiospree-Blog.
Merci an Kaspar König für den Tipp!
[Bildchen: Ist dem inzwischen des Wetters wegen abgesagten Audioboot gewidmet. Das fährt nicht, weil solarbetrieben. Wie wär's mit einer klassischen Aufrüstung durch Segel und Ruder?]
Von miss.gunst am 30.07.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
22.07.11
Eigenartig (WRT)
Eigenartig? Eigenartig ist das eigentlich nicht. Ist schliesslich kein Zufall, dass wir bereits seit Wochen vorfreudig unsere Antennen ausrichten - zählt der Zürcher Elektromagnetische Sommer doch für FreundInnen der angewandten Radiokunst zum hochgeschätzten Standard-Programm der Saison.
Andererseits könnte man sagen, dass zu ebendiesem Standard eh auch immer ein Quentchen Eigenartigkeit gehört. Und in diesem Jahr hat sich der EMS das auch explizit auf die Fahnen geschrieben: eigen|art|ig.
Obwohl das Programm gerade heuer gar nicht so sehr aufs Experimentelle setzt. Ein offenes Labor gibt es jedenfalls nicht, dafür aber jede Menge Konzerte, an diesem und am kommenden Wochenende bzw. jeweils Donnerstag bis Sonntag ab 20:00 Uhr (21.-24.07. und 28.07.-01.08.11).
Fürs aktuelle ist uns beim Durchforsten des ausführlichen Programmkatalogs (pdf) besonders die für den morgigen Samstag (23.07.) um 21:30 Uhr angekündigte Konzert-Performance von Jeroen Visser und Lukas Simonis aufgefallen. Dazu schreiben die beiden:
"Ein Projekt mit Soundcylinders. Das Projekt könnte premieren bei LoRa. Ganz global ist ein eine Idee einen neuen Adaptation zu machen von den Klangzylindern von Edison. Und damit einen Live Performance zu machen."

Klangzylinder. Edison. What comes up the chimney? Na, da hören wir doch mal rein. Oder?
Gesendet wird live aus dem Starkart. Und mitlauschen lässt sich wie seit je über Radio LoRa Zürich - auch via Webradio-Stream.
[Bildchen: Für diese Aufnahme wurden (noch) keine Wachszylinder gequält. Und überhaupt, a propos tönende Zylinder - da hätten wir ja auch noch eine Steilvorlage im Archiv...]
Von miss.gunst am 22.07.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.07.11
poolloop 2011
Sommer am See. Oder im Pool? In Zürich geht das auch in diesem Juli wieder gut zusammen. Und zwar, wenn man nach dem Baden direkt ins Starkart saust - wo seit Mittwoch und noch bis Samstag (06.07.-09.7.11) das poolloop stattfindet.
Das "Festival für Loops in Kunst, Musik und Medien" bietet wie immer alles, was das Herz des/der FreundIn elektronischer Experimentalkultur im allgemeinen und inebesondere natuerlich von Loops begehrt.
Naechtens Live- und DJ-Sets sowieso (besonders am morgigen Samstag, wo sich das Festival dann sehr elegant in den Sonntagmorgen loopt).
Wobei bereits beim Abendprogramm eigens auf die prall gefüllte Tüte mit Performances hingewiesen werden sollte:
Gestern beispielsweise gab's eine gute Portion von Christoph Stählis Game of Sound, auf dessen Entwicklung man seinerzeit während der SGMK HOMEMADE-Forschungswoche 2009 im Tessin neugierige Stilaugen werfen konnte (mehr zum Projekt auch auf Stahls Heimseiten btw).
Ebenfalls in die Kategorie "wenn irgend möglich auf keinen Fall verpassen":
Trippin' through runtime und der tägliche Audioguide von Valentina Vuksic, die ihre Festplattenforschung konsequent weiterführt (mehr dazu auch im hauseigenen Archiv).

Undundundundund... ||: da capo - al fine? Nunja, was einen waschechten loop angeht, wär das ja eher ein Fall für "und läuft und läuft und läuft.
Ist im Fall des Festivals leider nicht ganz so (es läuft eben nur bis Samstag/Sonntag - die Ausstellung allerdings doch ein paar Tage länger... nämlich bis zum Beginn des... aber dazu dann kommende Woche mehr).
Erst mal heisst es für die ZürcherInnen und angelegentlich Zureisende: Ab an den See und in den Pool.
P.S. Vielleicht noch als Mini-Trostpflaster für Daheimbleibende andernorts: Heute (08.07.11) Abend 21-23 Uhr gibt's als kleines Special die Loop-Show mit Mario Purkathofer dock18 (s.a. mehr im hauseigenen Archiv). Da könne man ja noch vage Hoffnung schöpfen, dass diese wie eigentlich bei dock-Shows gute Tradition auch live übers dock18-TV ins Netz übertragen wird. Mal sehn...
[Bildchen: Sieht man sicher nicht mehr auf den ersten Blick - aber der Pool-Loop ist tatsächlich einer. Für die Mutter des geloopten Pools danken wir Wikimedia Commons-Spender Communication2iE und lizensieren entsprechend auch unseren Pool-Looper unter cc-by-nc-sa]
Von miss.gunst am 08.07.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
07.07.11
Tischmusik
Eine Empfehlung für den Abend. Wobei es um Klangerzeugung geht. Und zu Tisch gebeten wird. Also Tafelmusik? Nicht ganz - und das Menü ist ebenfalls ganz auf die Ohren orientiert.
Markus Haselbach von der SGMK lädt heute (07.07.11.) ab 19 Uhr in den Walcheturm - und da auf dessen Heimseiten die Menüfolge nicht angezeigt wird, geben wir sie einfach rasch hier wieder:
Nach einem Begrüssungs-Apéro wird zunächst ein Theremin-Konzert von und mit Alfons Eschle kredenzt. Danach folgen zwei Tischgespräche: Erst wird Daniel Dettwiler über Schönheit im Klang erzählen, dann Andreas Brüll über Tontechnik und (bzw. vs.) Musikinstrument sprechen.
Und anschliessend gibt's nochmal ein Konzert von und mit Simon Berz und seinem Rocking Desk (mehr s.a. im hauseigenen Archiv).

Wohin danach, wüssten wir eigentlich auch schon zu empfehlen. Aber dazu dann ausführlicher nochmal in einem eigenen Wochenend-Tipp...
Von miss.gunst am 07.07.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
04.07.11
Takeaway Tape (WRT)
Nachdem es schon länger keinen Webradio-Tipp gegeben hat, kommt dieser vielleicht gerade doppelt richtig, denn zugleich ist er auch für FreundInnen von Mixtapes gedacht.
Zu den Orten, an denen die Geister der aussterbenden Magnetbandkultur derweil spuken, zählt neben dem World Wide Web das Radio. Noch.
In diesem Fall das im englischen Dartington angesiedelte Soundart Radio, das schon seit einigen Jahren im Radiokunst-Netzwerk radia.fm aktiv ist (mehr zu radia s.a. im hauseigenen Archiv).

Dort kredenzt die Künstlerin Benedictine Curtain regelmässig eine Sendung namens "The Takeayway Tape", die sich als Hommage ans gute alte Mixtape versteht und auch genau so funktioniert:
"a weekly mixtape that I asked friends, artists, musicians, bands, destructive dilettants + anarchist stylists to make. Also, I am a big fan of dodgy lyrics and try to promote bands with rubbish names: unicorn kid, veronica lipgloss and the evil unicorns, unicorn sky, satanic unicorn orgy, unicorn dream attack etc etc."
Klingt sympathisch und ist es auch - einfach mal reinhören: Montags britische Zeit 21:30 Uhr, was MEZ (in D, CH zum Beispiel) nochmals eine Stunde später ist.
Von miss.gunst am 04.07.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.06.11
pdf festival
Ein Festival, bei dem sich FreundInnen des "Portable Document Format" (kurz: PDF bzw. .pdf) ein Stelldichein geben?
Etwa, um sich über Freud und Leid im Umgang mit Porgrammfunktionen auszutauschen. Oder einander kreative Anwendungen, vielleicht sogar pdf-Kunst (was auch immer das sein mag) präsentieren?
Nun: Nicht ganz. "pdf" steht in diesem Fall nämlich für "popdesignfestival" und ist eine Veranstaltung, die seit vergangenem Mittwoch (22.06.11) und noch bis einschliesslich Sonntag (26.06.11) in Köln-Ehrenfeld stattfindet.
Organisiert wird es - in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal - vom Design Quartier Ehrenfeld. Das wiederum weckt nicht ganz zufällig Assoziationen zu dem, was seit einigen Jahren allenthalben als so genannte "Kreative Klasse" (bzw., mittlerweile registrierte Marke ihres Erfinders Richard Floria: als "Creative Class") beschworen wird. Und die wiederum sind, eben weil daran ein ganzer Komplex sozioökonomischer Kondition(ier)ungen und Begleiterscheinungen hängt, nicht unbedingt nur positiv.
Guckt man nun genauer hin, was in Köln-Ehrenfeld übers Jahr so auf die Beine gestellt wird, so bestätigt sich dieses Bild zuteilen durchaus. Auch die Projekte - vom Basteln am (und im) lokalen Betahaus über Design-Messe und Zine-Salon bis zur Feld-Forschung mit urbanem Ackerbau und kollektiven Pflanzaktionen - ähneln kaum von ungefähr jenen, wie sie derzeit auch andernorts von Berlin bis Zürich anzutreffen sind. Und die wir, Kreative hin, Klasse her, doch auch mögen.

Wie eben nun das popdesignfestival, zumal es sehr sympatische Projekte wie eine Perlenkette reiht: Beim Programm - das natuürlich auch als zünftiges pdf vorliegt - mit dabei sind beispielsweise das kommando agnes richter, dessen aktive Mitglieder Steffi Müller und Klaus Dietl (siehe auch mehr im hauseigenen Archiv) einen Workshop in aktionistischem Stricken anbieten oder auch das mixhibition-Projekt, das die Herzen von LiebhaberInnen der Kassetten- bzw. (Mix-)Tape-Kultur höher schlagen lassen dürfte.
Und noch vielesvieles mehr. Also nicht, dass wir hier den neulich aus Anlass der Angewandten Akustik ausgebrachten Ausruf (tfc) zum ceterum censeo machen wollen. Aber wenn es einen Anlass für einen Ausflug nach Köln-Ehrenfeld brauchen sollte: dafür kandidiert das popdesignfestival sicherlich.
[Bildchen: Am pdf-Programmraster entlang imaginiert. Vielleicht statt drucken stricken?]
Von miss.gunst am 24.06.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
16.06.11
Keck(er) Kiosk
Eigentlich erübrigt es sich ja, Eulen nach Athen zu tragen oder Bären nach Bern zu bringen. Aber weil Basel dieser Tage ja nun auch von vielen Menschen besucht wird, die sich sonst nicht so oft in der Stadt herumtreiben, lohnt es vielleicht doch.
Konkret: Kurz den Besuch eines Kiosks anzuempfehlen, der schon seit längerem immer wieder mit kleinen, feinen Sonderangeboten aufs Kasernenareal lockt - und nun zur Art eben auch mit einem Spezialprogramm aufwartet.
KECK heisst er und durchaus möglich, dass ehedem die dort zu erwartenden Darbietungen auch als "keck" bezeichnet worden wären. [Beiseit: Eigentlich ein nettes Wort, das man wirklich vor dem Aussterben bewahren sollte...]
Indes leitet sich seine Benamsung - wie vielleicht auch das Schildchen und jedenfalls die Webadresse winken - erstmal etwas andes ab: K-ECK eben und wofür das K steht, kann man ja noch erraten: Kaserne. Klybeckstrasse. Aber eben auch Kunst.
Während der Kunstmessenwoche wird der (oder das) KECK nun von artachement bespielt - dem rührigen Kunsthäuschen an der Tramstation, das ja schon rein räumlich mit dem KECK eine gewisse Artverwandtschaft aufweist.

Uns so scheint es gerade nochmals konsequenter, dass auch das besagte Spezialprogramm zur Messe - es hört auf den Namen ""Art, Entertainment & Desire (pdf) - weitere Artverwandte in den Kiosk holt.
Die zählen wir jetzt nicht alle auf - erwähnen aber nebenbei, dass in diesem Zuge auch einige im Umfeld von HOME MADE bestens bekannte Künstler Klänge mit ans K-ECK bringen: Kaspar König beispielsweise und Simon Berz (s. zum einen wie zum anderen mehr im hauseigenen Archiv). Uns ganz ganz sicher kann man eben auch jede Menge neue Bekanntschaften machen aus Wien und Berlin und Antwerpen undundnd. Da dürfen Eulen und Bären schon mal mitfeiern. Oder?
[Bildchen: Keckes Kiosk-Ecke, frei daher imaginiert. Der in Basel schaut selbstredend ganz anders aus.]
Von miss.gunst am 16.06.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
09.06.11
Angewandte Akustik
Unter "Angewandte Akustik" dürften sich die meisten Menschen erst einmal das weite Feld des Sounddesigns vom Film bis zum Klappgeräusch von Autotüren vorstellen.
Indes führt das gleichnamige Festival, das seit Sonntag (05.06.11) in Köln stattfindet, doch recht entschlossen in klangkünstlerische Gefilde...
Und das ist natürlich auch gut und richtig so. Schliesslich lässt sich künstlerishe Praxis durhaus als Anwendung verstehen - von Ideen und Konzepten, Kreativität und Wissen nämlich.
Konkret hat "Angewandte Akustik" von alledem so einiges zu bieten in einer guten Woche Programm. Mit einer Ausstellung, Konzerten, Performances, Vorträgen und Workshops, die von und mit internationalen Gästen sowie Studierenden der am Festival beteiligten Hochshulen bzw. Studiengänge bestritten werden (neben der KHM Köln sind das IMM Düsseldorf und die Sound Studies der UdK Berlin engagiert, hinzu kommen noch zahlreihe Netzwerk-Partnerorganisationen).

Mit von der Partie ist dabei unter anderem auch das House of Natural Fiber mit seinem Projekt "Intelligent Bacteria - Saccharomyces Cervisiae".
Was bierbrauende Bakterien mit angewandter Akustik zu tun haben?
Nun: Ein zünftiges Konzert hatte es zusammen mit einer Installation zum Projekt ja auch schon im Februar auf der transmediale gegeben [beiseit: was die Autorin dieser Zeilen schmezlich daran erinnert, dass sie dazu natürlich auch selbst noch jede Menge Material und Fotos im Kulturbeutel hat, die schon längst an dieser Stelle verarbeitet werden sollten...].
Und eine ebensolche Kombination wird jetzt eben auch den KölnerInnen kredenzt, inklusive Workshop. Was wiederum nur eines der leckeren Kombi-Pakete aus Konzert und Option zu eigenen Aktivitäten ist, die derzeit in Köln abzuholen sind. Tu felix olonia, oder?
[Bildchen: Nun, für ein Bakterienorchester reicht's da wohl noch nicht. Aber mit einem A-Capella-Trio ist ja schon einmal ein Anfang gemacht...]
Von miss.gunst am 09.06.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
26.05.11
Lusthäkelgärtlein Bellerive
Gartensaison ist sowieso. Und der Trend zum Selberharken, -säen, -ernten treibt mittlerweile immer mehr Menschen, die bis dato auch das Zu- und in den Himmel schauen für eine feine Freiluftbeschäftigung befanden, zur Bearbeitung städtischer Grünzonen.
Die geeigneten Werzeuge dafür müssen aber eben nicht immer nur Spaten, Hacke, Sämereien und Setzlinge sein. Zumal an Orten, an denen bereits grüne Pracht in Hülle und Fülle vorhanden ist, welche obendrein bereits von fleissigen HegerInnen und PflegerInnen in Form gehalten wird. Wie zum Beispiel an jenem idyllischen Flecken, der sich in der Uferzone zwischen Zürichsee und Museum Bellerive breitet.

Die derzeit dort gezeigte Ausstellung "Neue Masche" (siehe den voraufgegangenen Eintrag) liefert nun eine schöne Steilvorlage, wie Gartenkunst mit anderen Mitteln weitergeführt werden kann. Nämlich mit Häkelnaden und - nunja, einem ziemlich dicken Faden. Dessen ebenso dickes Ende kennen wir ja auch schon (s.u.).

Pink leuchtet aus den Bäumen im Uferpark, was Corinna Mattner, Suse Richter und Marlen Groher zum Eröffnungsabend im Freihandhäkeln draussen vor der Tür ins Werk gesetzt haben. Stränge, die sich ohne Strenge, sondern eher mit einer gewissen Wollust durchs Geäst ranken, zwischen Zweigen fingern - um dann gemütlich die Gewebeseele baumeln zu lassen und ordentlich abzuhängen.

Ein besonders neugieriges Ende hat sich noch durch den Zaun getastet und offenbar kreuchend Richtung Entree bewegt - ist aber auf dem Kies gestrandet, wo es weiterhin träge in der Sonne liegt.

So sieht also ein Lusthäkelgärtlein aus. Ob es wohl noch weiter wächst? Oder andernorts Ableger bekommt? Das Zeug dazu, sich fortzupflanzen, könnte es ja durchaus haben...

[Bildchen: w.z.b.w., Nr. 2-4 (von oben nach unten) vor Ort selbst geschossen - für Bild Nr. 1, auf dem man eine lustwandelnde Menge beim Begehen des Gärtleins und und beim lustvollen Befingern der Lustmaschen sehen kann, geht ein dickes Dankeschön an Corinna Mattner von frfr international.]
Von miss.gunst am 26.05.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
22.05.11
Neue Masche(n)
Unplugged, aber trotzdem gut vernetzt? Klar, das geht. Soziale Netzwerke beispielsweise gab es ja auch schon, bevor das so genannte "Social Web" ausgerufen wurde. Und eben: Nicht nur Weben, sondern auch Fäden aufnehmen, Vernüpfungen schaffen, sich mitunter auch mal verstricken - auch das geht bestens analog. Zur Zeit vielleicht sogar besser denn je.
Diese Beobachtung ist Ausgangspunkt einer Ausstellung, die aktuell im Zürcher Museum Bellerive zu sehen ist und programmatisch die "Neue(n) Maschen" fokussiert, die in diesem Zuge in Kunst und Design gesrickt und gehäkelt werden.

Neue Maschen? Schaut man beim Rundgang durch die Räume genauer hin, zeigt sich schnell: Die auf diesem Feld Engagierten sind nicht erst seit gestern dabei. Wer beim Blick aufs frisch Gestrickte meint, es ginge hier nur eine aktuelle Modeerscheidung, ist insofern falsch gewickelt.
Neu ist vielmehr einerseits das allgemeine Interesse an Handarbeiten und an Handgearbeitetem, das nun sogar so manchen tiefen Graben zu überbrücken scheint, der andernorts schon länger nicht mehr klafft - dem zwischen so genannter freier und angewandter Kunst beispielsweise. Wobei mitunter allerdings auch wichtige Unterschiede verwischen können.
Indes geht es im Bellerive - wenngleich auch hier Kunst, Mode und Design zusammenkommen - eher darum, die neuen Perspektiven zu erschliessen, die an den Schnittstellen der Disziplinen entstanden sind. Dazu laden entlang eines langen Stranges, der sich durch die Ausstellung windet, ausgewählte Arbeiten ein, die von den Kuratorinnen unter verschiedenen Leitmotiven gruppiert worden sind: Hypermaking, Häusliche Vorfälle, (Un)Tragbar, Komplizenschaft, Handmade With Love, Flexible Strukturen, Erzählung und Erinnerung.

Das wiederum sind alles sehr wohl vertraute Begriffe. Solche nämlich, die seit je - und vorzugsweise vorurteilsbeladen - mit Handarbeiten und Handgearbeitetem assoziiert werden: Überschüssige Produktionen (der ewig lange Schal, die hundertste Socke), Heimchens Heimarbeit (dito), selbstgestrickte Mode und "Mode" (dito, plus: der scheusslich-schöne Pulli, der obendrein kratzt), das verschworene Strickkränzchen (das aber eh nur tratscht?), die Liebesarbeit (s. die Socken und den Pulli, die dann zu Weihnacht verschenkt werden), das ewig gedehnte und dann doch mal überstrapazierte Gewebe (offenbar werden die verschenkten Socken und der scheussliche Pulli doch getragen) und dann die vielen Geschichten, die man von allen diesen Dingen erzählen kann?
Tja. So viel sei verraten: Die Räume des Museums sind zwar voll und vielleicht sogar, a propos Hypermaking, ein bisschen übervoll geworden bei all den Strängen, die hier zusammen kommen. Aber: Obgleich das Thema so gut vertraut scheint und die Arbeiten einen weit längeren Zeitraum überspannen als nur das letzte Jahrzehnt, in diesem Sinne also nicht unbedingt frisch gestrickt, gehäkelt oder gestickt worden sind, ist doch eine frische Perspektive und ein neuer Blick auf die Maschen gelungen.

Was wir uns an dieser Stelle indessen sparen: Lange Listen mit vielen Namen. Da gucken wir lieber noch mal im einen oder anderen Fall genauer hin. Kurzum: Fortsetzung des langen Fädchens folgt...
[Bildchen: Wie, erst von Überfülle drinnen schreiben und dann nur das Haus von aussen? Nunja, wie das so ist heutzutage - viele schöne Bilder fürs private Poesiealbum gemacht, aber publizieren kann mans eben meistens leider nicht so einfach... Indes lugt unten schon eine der erfreulichen Ausnahmen von dieser Regel ins Bild, die dann im nächsten Eintrag ganz nach vorn rücken wird. Wir winken herzlich: Corinna, Suse und ud Marlen von frfr international!]
Von miss.gunst am 22.05.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.05.11
DIY Instrumente im Duo
Da wir gerade dabei sind, kurzfristig ein Tipp für den heutigen Abend (17.05.) in Zürich. Nachdem es zuletzt immer wieder um Musik mit Haushaltsgeräten ging, sind es nun wieder selbstgebaute Instrumente, denen es konzertante Klänge zu entlocken gilt.
Nun, das wird sicher auch gelingen, denn mit Simon Berz ist ein Profi am Werk - nicht nur als Musiker, sondern eben auch in Sachen Experimenten mit Instrumenten, die entweder nach dem DIY-Prinzip auf- und umgerüstet oder neu konstruiert werden. Siehe zum Beispiel den ipunk oder das Litophon (und Weiteres im hauseigenen Archiv...).

Für den heutigen Abend hat er sich mit der japanischen Pianistin Yoko Miura zusammengetan. Die auch ganz klassisch Neue Musik spielt. Aber sich auch gern auf Experimente einlässt. Was dann um bzw. ab 21:00 Uhr in der Zürcher Werkstatt für Improvisierte Musik miterlebt und -erlauscht werden kann.
[Bildchen: Einer der Klangbögen, wie sie am heutigen Abend geschlagen werden sollen (so jedenfalls die Ankündigung). Wobei: "geschlagen"??? Werden da etwa Klänge gequält?]
Von miss.gunst am 17.05.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
16.05.11
Dichter Klingen
Ein Pausengong? Ganz im Gegenteil: Genau der richtige Klang, um die Baustelle mal pausieren zu lassen! Schiesslich gibt es neben dem sechsten Geburtstag dieses Weblogs noch etwas zu feiern...
Unser Basler Lieblingsnetzlabel interdisco ist nach einer etwas längeren Verschnaufpause inzwischen zwar schon seit einem guten halben wieder am Start. Aber ganz abgesehen davon, dass da sowieso noch frohes Fan-Fähnchenschwenken ausstand: Nun ist eine neue Veröffentlichung herausgekommen, die besonders grosse Freude macht.
Preslav Literatry School - oder genauer gesagt: der derzeit in Berlin lebende Brite Adam Thomas, der unter dem klangvollen Namen einer imaginären Dichterschule aus der einstigen Hauptstadt des ersten Bulgarischen Reiches firmiert - hat schon vergangenes Jahr auf dem Shift Festival mit einem wunderbaren Kopfhörerkonzert und dann diesen Februar bei der transmediale11 auch live begeistert.

Das Basler Konzert vergangenen Juni bei Open Broadcast hatten wir indes schnöd verpasst - umso schöner, dass aus dessen Mitschnitt-Material nun für interdisco eine eigene EP entstanden ist: Veer heisst sie und lässt sich wie ein paar gut sitzende Klangweltkopfhörer über die Ohren stülpen, die man dann gar nicht mehr ablegen mag. Dicht und weit zugleich.
[Bildchen: Das war kurz vor dem Berliner tm11-Konzert. Auf dem Tisch die kleinen Kassettenrekorder, die hungrig und erwartungsfroh die Mäuler aufsperrten wie wir weiland die Öhrchen aufgestellt hatten - und eben, weder die einen noch die anderen wurden enttäuscht...]
Von miss.gunst am 16.05.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
15.04.11
Unmögliche Disko (ff.)
Wie doch manchmal eins zum andern passt! Gerade erst hat der heurige Pixelstorm Award das Motto "Disco Impossible" ausgerufen - und nun dockt eine geschätzte Zürcher Initiative für die elektronische Kultur direkt mit einer entsprechenden Reihe an.
Tatsächlich lautet das aktuelle Frühjahrsthema des dock18 (s.a. mehr im hauseigenen Archiv) - ganz so, als guckte man in die Wandverspiegelung eines fürs Tanzvergnügen eingerichteten Etablissements: Impossible Disco ganz ähnlich, nämlich italienisch Disco Impossibile!
Allerdings kann man sich nicht nur einigermassen sicher sein, dass es auch im Dock keineswegs um ein Verdikt gegen schwingende Hüften geht - sondern, wie bereits gute Freitagstradition, allem voran um Projektpräsentationen, Vilme, Netzwerke und das Netzwerken unter FreundInnen des kreativen Umgangs mit digitalen Medien.
Zudem hat es auch für jeden Disco-Abend ein spezielles Programm, wie die Überschau zur dock18-Disco Impossibile verrät.

Wer nun ins Taschentüchlein schneuft, weil bereits die ersten Abende gelaufen sind und/oder die Rote Fabrik nicht jeden Freitag in erreichbarer Nähe ist: Immerhin hat es nach wie vor auch die Option, via dock18-TV live oder auch nachträglich in die unmögliche Disko zu fensterln. Ein schwacher Trost? Nun denn - die Reihe läuft noch eine Weile, einfach als jour fixe auf die Agenda setzen...
Von miss.gunst am 15.04.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
12.04.11
Gagarin feiern (WRT)
Nicht nur eine prominente Suchmaschine weist (mindestens in unseren Breitengraden) heute aus gegebenem Anlass darauf hin: FreundInnen der bemenschten Raumfahrt können einen Feiertag im Kalender makieren.
Vor genau fünfzig Jahren - am 12. April 1961 - ist der sowjetische Kosmonaut Juri Alexejewitsch Gagarin mit dem Raumschiff Wostock 1 als erster Mensch in den Weltraum geflogen. Und nach einer 108 Minuten währenden Erdumrundung auch wieder auf dem Boden derselben gelandet.
Da wir uns bekanntlich für Richtung Weltraum entsandte Flugkörper sehr interessieren (indes natürlich auch für unbemannte - wie beispielsweise Satelliten, zudem nicht unseren geliebten Sputnik, zu denen es jeweils schon so einige Einträge im Zettelkästlein gibt), haben wir schon im Vorfeld den Radar ausgefahren, um nach einer geeigneten Kosmonautenfeier auszulugen.
Und sind selbstredend auch fündig geworden: Nicht nur gibt es ein ganzes Netzwerk, das heute Yuri's Night zelebriert und dafür weltweit Parties organisiert.

Nun sind zwar die beiden Schweizer Parties - in Genf und in Lugano - leider nur lokal aufzusuchen. Indes richtet aber das in Graz beheimatete ESC-Labor für Kunst im technologischen Kontext ab 19:00 Uhr eine zünftige Yuri's Night aus, an deren schönem Programm nicht etwa nur die Ortsansässigen teilhaben können.
Von 20 bis 22 Uhr wird nämlich auch Live übers Radio gefeiert - und da Radio Helsinki, das freie Radio von Graz, auch über einen Webradio-Stream verfügt, sind wir alle herzlich eingeladen, dabei zu sein. Fein!
Von miss.gunst am 12.04.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
27.02.11
Klangkarte im Kopf (Noiseau, WRT)
Um Klangkarten bzw. Soundmaps, die Klänge verorten lassen und zur Navigation durch Klangräume einladen, geht es in diesem Log.Buch immer wieder mal.
Für den heutigen Sonntag (27.02.11) hätten wir dazu auch einen passenden Webradio-Tipp.
Mit einer Sendung von Etienne Noiseau - einem hoch geschätzen Kollegen, der seit langen Jahren im Radio-Kunst- und Kunst-Radio-Netzwerk radia.fm für das (übrigens auch sonst sehr hörenswerte) Marseiller Radio Grenouille aktiv und Mitbegründer der hier ebenfalls schon gefeierten Experimentalklang-Plattform silenceradio.org ist.
"Sound Map of My Mind" heisst sie und verspricht genau das: Nämlich eine Reise durch die Erinnerungen, Träume und Gedanken, die sich für Noiseau mit seinen nun schon mehr als zwanzig Jahre intensive Klangreisetätigkeit umfassenden Expeditionen verknüpfen.

Dabei geht es durchaus auch ums Erzählen. Allerdings weniger im Sinne eines Plauderns aus dem Nähkästchen seines Wegs vom Tontechniker zum leidenschaftlichen Klangsammler und Radiomacher bzw. -Künstler. Sondern vielmehr um etwas, das er selbst als "Autofiktion" bezeichnet und das mehr mit dem Imaginationsraum der Klanglandschaften zu tun hat, die er bereist.
Wann und wo? Heute (27.02.11) ab 23:05 Uhr im Wiener Kunstradio.
Von miss.gunst am 27.02.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.02.11
Physik-Musik (WRT)
Musik wird gern in einem Atemzug mit Mathematik genannt. Auch nicht falsch. Aber sehr viel direkter sind natürlich ihre Beziehungen zur Physik. Und zur Psychophysik.
Musik, der das nachgerade anzuhören ist, gilt der heutige Webradio-Tipp.
Wer jetzt allerdings vermutet, ins Funkkolleg geschickt zu werden: Würden wir zwar sicher auch empfehlen, wenns denn eins zum Thema gäbe.
Aber natürlich ist Mittwoch - und das lässt treue LeserInnen sicher schon vermuten: Es geht wieder einmal um eine Sendung von WDR 3 open studio Elektronische Musik.
Auf dem Programm steht dort heute eine Stunde mit Jean Claude Risset, der mit seinen Experimenten auf dem Feld der Wellensynthese (und den daraus resultiertenden Glissandi) Kompositionsgeschichte geschrieben hat.

Neben eigenen Stücken wird Risset Arbeiten von Kollegen vorstellen, die ihn wesentlich inspiriert haben und/oder mit denen er zusammengearbeitet hat: Edgar Varèse und John Chowning, James Tenney und Michel Decoust.
Ganz unterschiedliche Positionen also, denen aber gemeinsam ist, dass sie je auf ihre Weise elektronisch gesteuerte Raumsonden in das Feld der Wahrnehmung schicken. Was mitunter, und auch dafür steht so gehört Risset, durchaus unheimlich ausfallen kann.
Nun, wir sind entsprechend gespannt und werfen uns wie so oft um 23:05 in die Wellen...
[Bildchen: Klangrodeo? Nun, so gesehen schon. Indes ganz sicher nicht zu Country-Musik... sondern eben ganz anders, wenn Rissets eigenes Stück zur Aufführung kommt.]
Von miss.gunst am 23.02.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
16.02.11
Klangregenwald (@ ctm11)
Dass Wälder Klangräume sind, lässt sich bei jedem Spaziergang erleben. Indes kann es gerade Menschen, die normalerweise eher durch Laub-, Misch- und Nadelwäldern nördlicher Breitengrade streifen, natürlich neugierig machen, wie wohl ganz andere Wälder klingen mögen. Etwa der Regenwald.
Während die einen vielleicht zu Exkursionen aufbrechen, um Field Recordings zu sammeln, hatte David Tudor 1965 eine ganz andere Idee:
Nämlich selbst einen Regenwald aus Klängen zu pflanzen, die aus Fundstücken und einfachen Objekten generiert werden.
Während die erste Komposition eines solchen "Rain Forest" 1968 für Merce Cunninghams gleichnamiges Tanzstück entstand, erarbeitete Tudor in den folgenden Jahren noch mehrere weitere Fassungen, die seinem ursprünglichen Konzept immer besser gerecht wurden.
Dass Tudors Basis-Partitur - die aus einem einzigen Schaltkreis und der Anweisung besteht, dass für die Aufführung keine zuvor schon gespielten Klänge verwendet werden dürfen - KünstlerInnen mit Neigung zum Experiment immer wieder neu inspiriert hat, wundert nicht.
Nun ist im Rahmen des club transmediale (ctm) und auf Einladung von tuned city ein neuer Regenwald, der "Regenwald 2011" entstanden.
Im Eintrag zum Regenwald bei tuned city wiederum grüsst gleich vorweg jener Schaltkreis, der wohl als Keimzelle des Projekts betrachtet werden kann und nun als passendes Signet figuriert.
Es kommt aus der Werkstatt von Derek Holzer (s. a. mehr im hauseigenen Archiv) und Mads Bech Paluszewski, die während der ersten club transmediale-Woche in einem Workshop mit acht weiteren KlanggärtnerInnen die Pflanzungen vorgenommen haben.

Mit Fotos und Klängen aus dem Berliner Regenwald können wir leider nicht aufwarten - immerin aber mit dem Verweis auf eine kleine Video- und Fotodokumentation zum Regenwald 2010, den Derek Holzer vergangenes Jahr in einem ähnlichen Workshop in Norwegen realisiert hat.
Und für die Archivalien im Zettelkasten: Tatsächlich gab es vor zwölf Jahren schon einmal in Berlin ein ganz ähnliches (und zugleich natürlich ganz anderes Projekt). Die Singuhr - treuen LeserInnen ja ebenfalls aus einer ganzen Reihe älterer Log.Buch-Einträge in Erinnerung - hatte 1999 den amerikanischen Klangkünstler Ron Kuivila, der zu dieser Zeit gerade mit einem DAAD-Stipendium in Berlin arbeitete, zu Gast. Mit einem Workshop und einer Ausstellung bzw. Installation, die ebenfalls direkt an Tudors Regenwald anknüpfte: "The Idea of David Tudor's Rainforest".
Sieht also ganz danach aus, als könnten wir Regenwälder als eigenes Feld in unserem Sammlungsgebiet zur Klanggärtnerrei aufmachen...
[Bildchen: Nicht Tudors noch Holzers Partitur. Und irgendwie siehts auch mehr nach Klangtannen- denn Regenwald aus. Aber je nun...]
Von miss.gunst am 16.02.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.02.11
Testsignale (@ transmediale 11)
Mit Testsignalen werden für gewöhnlich in der Kommunikationstechnik Regelstrecken überprüft.
Klingt erst einmal nicht so spannend? Ist es aber, besonders wenn es um das Kommunikationssystem Radio geht...
Dass hier ein experimenteller und kreativer Umgang mit Testsignalen neue Perspektiven eröffnen kann, liess sich ja kürzlich schon im Rahmen der (Radio-)Kunstgeburtstagsfeier bei Felix Kubin erlauschen.
Nun tritt - im Programm der transmediale 11 - ein ganzes Symposium an, das Feld der "test signals" auf seine Weise zu erkunden:
"Das Projekt Test Signals nähert sich dem Radio von politischen, künstlerischen und praktischen Ausgangspunkten, um dessen Bedeutung und Potential im digitalen Zeitalter herauszuarbeiten sowie nach neuen Wegen zu suchen, wie man es hacken und verbessern, bzw. mit Open-Source Technologien demokratisieren kann."
Theoretisch und praktisch - mit einer zweiteiligen Konferenz am heutigen Mittwoch (02.02.11), wobei es vormittags um Radio-Taktiken und nachmittags um Radio-Magie gehen soll.

Beiseit: kann einem dabei die Tatsache zu denken geben, dass für ersteres Panel "innovative Denker aus dem breiten Feld der Radio- und Code-Kultur" angekündgt werden, um über "über die Rolle des Radios im Kontext weltweiter Gegenwartspolitik" zu diskutieren, indes für das zweite, also die Magie, "broadcast pioneers and radio artists" zuständig sein sollen. Was, milde formuliert, ja eher tradierten gesellschaftlichen Stereotypen und Rollenmodellen ent- als neue Perspektiven verspricht. Zum Glück schaut das, zumal mit Blick auf die Besetzung der Panels, in der Praxis aber durchaus anders aus.
Und ausserdem gibt es, a propos Praxis, dann am morgigen Donnerstag (03.02.11) auch noch Gelegenheit, in einem Open Digital Radio-Workshop aktiv zu werden. Und auf diese Weise selbst zu schauen, welche Mischung aus Magie und Taktik am besten funktioniert...
Von miss.gunst am 02.02.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
20.01.11
Interface Düsseldorf (mit Overheads)
Leider ein bisschen spät für eine Ankündigung, aber ins Log.Buch gehört diese Veranstaltung doch in jedem Fall:
In Düsseldorf lädt das fantastische Forum Freies Theater (FFT) für eine Woche zur experimentellen Klang(Kunst)Werkstatt mit verschiedenen KünstlerInnengruppen ein.
Die hört auf den schönen (wenngleich schon ziemlich belegten) Namen Interface und hat ein ebenso schlichtes wie vielversprechendes Basiskonzept:
"Eine Woche lang besetzen sechs Künstlergruppen mit Workshops sämtliche Bühnen und Räume des FFT, um sie in ein Experimentierfeld der Klangkunst zu verwandeln."
... was mittelbar auch die Namenswahl erklärt, denn die Arbeitsaufgabe ist tatsächlich, die Räume als Interfaces zu nutzen und auszugestalten.

Vielversprechend ist das Ganze aber auch schon aufgrund der Gruppen, die vom FFT eingeladen wurden: Mit von der Partie sind nämlich unter anderem Tina Tonagel, Ralf Schreiber und Christian Faubel von kunst und musik mit dem tageslichtprojektor (mehr s.a. im hauseigenen Archiv) - und mit den RaumZeitPiraten
Tobias Daemgen und Moritz Ellerich sogar noch ein weiteres Projekt, dessen Arbeiten Herzen von Overheads-Fans höher schlagen lassen.
Aus der Schweiz wiederum kommt Lilian Beidler, deren Variation auf Fische(r)s Nachtgesang vor bald zwei Jahren im seligen Zürcher videotank entzückten.

Dazu gibt's dann noch diverse Möglichkeiten, an Workshops teilzunehmen, in Open Lab-Sessions zu fensterln und am Wochenende lädt das Düsseldorfer Interface zum Konzert.
Kurzum: Ein feine Sache und für jene, die irgend Gelegenheit dazu haben, ein klarer Fall von "Seid dabei!"
[Bildchen: Vom Overhead-Konzert, das Tina Tonagel, Ralf Schreiber und Christian Faubel letzten Sommer während der SGMK HOMEMADE Forschungswoche in Romainmôtier gegeben haben. In Düsseldorf wird's am Samstag sicher mindestens so schön...]
Von miss.gunst am 20.01.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.01.11
Kunstgeburtstag 2011 (WRT)
Wie schon die Weitergabe des Aufrufs zum Einreichen von Präsenten ahnen liess, wollen wir auch in diesem Jahr wieder nach guter alter Tradition mit der Kunst Geburtstag feiern.
Und wie immer werden die Feierlichkeiten wwweltweit ausgerichtet, so dass man mit ein bisschen Glück entweder lokal zu einer veritablen Kunstgeburtstagsparty ziehen und/oder eben wenigstens mit den Ohren via (Web-)Radio mitfeiern kann.
Details zu allen diesen Optionen einschliesslich der Programme für 2011 lassen sich wie je auf der zentralen Kunstgeburtstags-Webseite abrufen.
Die Auswahl ist auch in diesem Jahr wieder mehr als reichlich und entsprechend peinvoll die Qual der Wahl. Letztere will selbstredend ganz nach Gusto getroffen werden, von unserer Seite daher wie immer nur ein kleines Bündel persönlicher Empfehlungen:
Die Wiener Kunstradio-Radiogeburtstagsparty - nur live vor Ort und um 20:00 Uhr im Kunsthaus - haben wir ja bereits erwähnt und auch den Youscream-Contest, der übrigens von viral radio organisiert wird.

Ebenfalls (erst einmal) als lokale Live-Veranstaltung ist die Kunstgeburtstags-Feier von Deutschlandradio Kultur, die - ausgerichtet in Kooperation mit der Spex - heute Abend ab 20:00 Uhr im Berliner Berghain steigt. Mit auf dem Programm: Felix Kubin (s.a. mehr im hauseigenen Archiv), der seine u.a. vergangenen Sommer im Gasometer entstandenen Testsignale aussenden wird.
Das allerbeste aber: Ausschnittsweise können wir alle dem Berliner wie auch dem Wiener Abend und vielen, vielen anderen (um nicht zu sagen: fast allen) lokalen Feiern im Rahmen des Kunstgeburtstagsprogramms der European Broadcasting Union (bzw. der Ars Acustica-Gruppe der EBU) beiwohnen.
Ebenfalls live, nur eben via Webstream. Bzw. Webstreams. Denn damit uns die süsse Qual der Wahl am Ende doch noch erhalten bleibt, bietet die EBU-Kunstgeburtstagssause doch glatt ein Parallelprogramm an.
Na, da fällt es doch leicht, gleich mal ein paar hysterisch-begeisterte Schreie auszustosssen, oder?
[Bildchen: Unser lokaler Scream Club. Leider teilweise grad noch ein bisschen verschnarcht. Aber es wird ja ein längerer Abend...]
Von miss.gunst am 17.01.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
07.01.11
Gasometer Radio Remix (WRT)
Sollte die Reihe der Radioexperimente aus dem Gasometer Oberhausen, die vergangenen Okotober/November beim Wiener Kunstradio zur Ausstrahlung kam, Gefallen gefunden haben, hätte es noch einmal einen Anschluss-Webradio-Tipp.
Knut Aufermann (mehr im hauseigenen Archiv) hat nämlich basierend auf dem seinerzeit während des Klangforschungs-Wochenende vor Ort und anschliessend in der Postproduktion entstandenen Material noch einmal einen Remix gemacht.
Und dieser wird am heutigen Freitag (07.01.11) zu später - indes Radiokunst-FreundInnen mehr als gewohnter - Stunde, nämlich ab 23:05 Uhr bei WDR open: Studio Akustische Kunst ausgestrahlt.
Ergo, liebe FreundInnen der Gasometer-Klangabenteuer: Treffen resp. hören wir uns dann im WDR-Webradio-Stream?
Von miss.gunst am 07.01.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
22.12.10
Wellenfeldsynthese (WRT)
Zugegeben: Wäre dies ein Türchen im Adventskalender, hielte sich die Überraschung in Grenzen. Aber weil wir den Strang zur Klangraumforschung eben doch noch ein bisschen weiterführen wollen, gibt's für heute gleich nochmal einen einschlägigen Webradio-Tipp.
Und zwar jenen zur Fortsetzung der Doppelsendung des WDR 3 open studio Elektronische Musik, deren erster Teil für den vergangenen Mittwoch empfohlen wurde.
Diesmal soll es noch einmal im Spezielleren um die Klangräume der elektronischen Musik gehen und darum, welche physikalischen und technischen Mittel und Effekte zu ihrer Generation beitragen.
Wobei der Ankündigungstext mit Stichworten wie "Phantomschallquellen" und "Wellenfeldsynthese" lockt - die bei aller Sachlichkeit auch die übermütige Imagination ein bisschen zum Tanzen bringen können...

Ergo heisst es auch heute Nacht (22.12.10) wieder zur gewohnten Sendezeit des Formats, also 23:05 Uhr: auf in den Radio(Klang)Ram bzw. den Stream...
[Bildchen: Nun, das sind Klangraumphantome (und im weitesten Sinne auch Phantomschallquellen, wenn man so will) - allerdings solche, die unser Gehör generiert. Für das Urbild der beiden Binauralen Beats danken wir DPic für seine Wikimedia Commons-Spende - und wie dieses lizensieren wir die Phantömchen unter cc-by-sa. Merci!]
Von miss.gunst am 22.12.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
15.12.10
Aurale Architektur (WRT)
Klangraumerkundung kann man auf ganz unterschiedliche Art und Weise betreiben - und entsprechende Unternehmungen sowohl draussen auf dem Felde wie auch drinnen speisen wir ja regelmässig in unseren Zettelkasten ein.
Diesmal gibt es wieder etwas passendes für die Sofakartoffelforschung, also einen Webradio-Tipp.
Das WDR 3 open studio Elektronische Musik hat nämlich sowohl für den heutigen wie auch einen weiteren Mittwoch, nämlich (schon mal vormerken:) den 22.12.10 eine Sendung zum Thema angesetzt.
Im ersten Teil von "Spatial Acoustics" soll es nun erst mal einen Überblick über die vielfältigen Beziehungen zwischen Komposition und Raum geben.

Genaueres wird im Vorfeld nicht verraten, daher: Einfach gespannt sein und zur gewohnten Sendezeit des Formats, also 23:05 Uhr das Radio bzw. den Stream anwerfen...
[Bildchen: Den Raum in allen drei Dimensionen haben dankenswerter Weise Green G und Falcorian gezeichnet - und hernach in die Wikimedia Commons spendiert. Wie das Original ist auch unsere Weiterbearbeitung unter cc-by-sa lizensiert. Merci!]
Von miss.gunst am 15.12.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
09.12.10
Radioraumforschung (WRT)
Das verspricht doch wieder eine radiophone Klangkunst-Stunde zu werden, die man nicht verpassen sollte. Radioraumforschung, die von keinem geringeren als Athanasius Kircher inspiriert worden ist. Und zugleich ganz gegenwärtig orientiert ist, indem sie ihre angewandte Medienarchäologie am und im Funkhaus betreibt.
Durchgeführt hat das Projekt ein Künstler, der treuen LeserInnen dieses Log.Buchs kein Unbekannter ist: Jacob Kirkegaard (s. die Einträge im hauseigenen Archiv, wo unter anderem schon sein "Looptower" und sein ebenfalls radiophoner "Eisenwind" vorgestellt worden sind).
Für "Speculum Speculi" - wie das 2009 entstandene Stück heisst - hat sich Kierkegaard in die Studios von Deutschlandradio begeben und deren Eigenklang mehrfach ineinandergespiegelt.

Fünf Minuten, nachdem heute (09.10.10) zu morgen (10.10.10) geworden ist, also zur klassischen Deutschlandlradio-Klangkunst-Zeit, wird das Stück nun ausgestrahlt. Und ist dementsprechend unser Webradio-Tipp der Woche...
Von miss.gunst am 09.12.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.11.10
Dev Camp & Sensorfest (@ Mediamatic)
Eigentlich sollte es ja längst mit den Berichten aus dem Kasseler interfiction-Lab weitergehen. Aber dann ist doch noch eine Veranstaltung andernorts in den Radar geraten, die derart interessant ist, dass sie unbedingt im Log.Buch notiert werden muss.
Bastelnd geforscht wird natürlich auch anderswo - und so gab es just in jenen Tagen, da sich in Frankfurt noch alles um die NODE10 drehte, bei Mediamatic in Amsterdam, die aktuelle Ausgabe des Medimatic Dev Camp.
Die Niederländer der umtriebigen Medienorganisation betreiben derlei auch bereits seit einigen Jahren und laden jeweils zu einem ausgewählten Thema passionierte esp. talentierte FreundInnen des kreativen Frickelns ein, die dann innert weniger Tage etwas präsentables entwerfen, löten und bauen sollen.
Diesmal drehte sich unter dem klangvollen Titel IkSentric alles um Sensoren und darum, was man hiermit in Sachen Interaktionsdesign so alles anstellen kann. Fünf Tage (und Nächte) lang legten sich die TeilnehmerInnen ins Zeug, um dann am Ende in einem dreitägigen Salon, dem Sensorfest, die Ergebnisse zu präsentieren.

Schön und gut, aber leider Schnee von gestern? Nun: Diesmal wurde das Dev Camp von einem IkSentric Blog begleitet, der mit Berichten, Interviews, Fotos und Videos ausführlich Einblick gibt.
Dokumentiert sind ausserdem nicht nur die tollen Ideen, mit denen die beteiligten BastlerInnen in den Workshop gestartet sind, sondern auch die Werkzeuge bzw. Materialien sowie natürlich die Projekte, die dann anschliessend realisiert worden sind.
Kurzum: Es lohnt sich wirklich, auch im Nachhinein mal beim Mediamatic Dev Camp'10 hereinzuspitzen...
[Bildchen: Leider keins vom Dev Camp - denn auch wenn das Blog eine CC-Lizenz hat, sind die Fotos bei Flickr doch alle mit einem unmissverstaendlichen (c) versehen. Daher haben wir als Notlösung einfach einen unserer ifi-Camp-Arbeitstische in Mediamatic-Pink gefärbt. Passt schon, denn es ging ja ganz ähnlich zur Sache...]
Von miss.gunst am 28.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
22.11.10
Lichtmusik am eigenen Leib
Während in Frankfurt bei der NODE10 die VVVV-Gemeinde in digitaler Klang-Bild-Generation schwelgte und sich von Ralf Schreiber und Christian Faubel zeigen liess, dass man mit Overheads AVJing auch analog und analogital betreiben kann, wurde in Basel und Zürich wiederum an Performance-Tools gebastelt, die nochmal ganz andere Möglichkeiten eröffnen.
Nämlich selbst als bewegliches Instrumemt den Raum zu erobern.
Mika Satomi, die zusammen mit ihrer kobakant-Kollegin Hannah Perner-Wilson schon 2008 im Rahmen des Zürcher diy*together-Festivals einen gut besuchten bzw. ausgebuchten Workshop zu Wearables angeboten hatte, war dieses Wochenende auf Einladung von digital brainstorming erneut in der Schweiz zu Gast. Im Basler [plug.in] und im Zürcher Walcheturm zeigte sie, wie man vergleichsweise einfach und mit geringstem finanziellen Aufwand selbst ein schickes Shirt kreiert, das bei hinreichender Licht- bzw. Energiezufuhr über Solarzellen mobile Musikproduktion ermöglicht.
Um dann noch in Richtung Lichtmusik aufzurüsten, muss man an sich nur noch LEDs in den Stromkreis integrieren. Für ein veritables Vjing-Shirt bzw. ein Vjacket - das dann allerdings nicht blinkt und klingt, sondern Video bei der Performance steuert - hat kobakant-Kollegin Hannah Perner-Wilson sogar eine Anleitung bei instructables eingestellt. Die fällt natürlich doch schon etwas komplexer aus.
Wenn Bild un Ton indes nicht unbedingt snychronisiert werden müssen, tut's selbstredend auch ein schönes Kleinod zum Anstecken wie Perner Wilsons "Wearable Waste of Energy" (s.a. die Anleitung dazu bei instructables).
Bilder und mehr zu den beiden Schweizer Workshops gibt's nicht nur bei kobakant, sondern auch im digital brainstorming-Blog - wo sich zudem auch ein podcast-Interview mit Mika Satomi anhören bzw. herunterladen lässt.
[Bildchen: Pinkfarbenes Klangshirt frisch aus der Werkstatt, von Dominik Landwehr - von dem auch Bericht und Podcast bei digitalbrainstorming stammen - am Sonntag in Zürich aufgenommen. Grand Merci!]
Von miss.gunst am 22.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
16.11.10
NODE10 lädt ein...
... in den nächsten Tagen mit dabei zu sein, wenn sich Nerd, Newbies und Neugierige in Frankfurt am Main zu Workshops, Vorträgen, Ausstellungen und Performances zusammenfinden.
Ausgangspunkt für alle diese Aktivitäten ist VVVV, ein OS Toolkit für digitale Videoproduktion und -steuerung, das 1998 aus der Frankfurter Werkstatt von meso hervrgegangen ist. Zum zehnjährigen Jubiläum - also 2008 - beschloss die wachsende VVVV-Fan-Gemeinde, ihr Netzwerk zum Knoten zu vedichten. Und gab dem Vorhaben gleich einen passenden Namen: NODE.
Nachdem schon NODE08 mit einem ziemlich beeindruckenden Programm aufwarten konnte - fast eine ganze Woche Workshops rund um VVVV für die Aktiven, tägliche Vortrgs-Inserts und ein Symposium sowie Installationen von KünstlerInnen an verschiedenen Orten der Stadt - wird nun zur zweiten Ausgabe gleich noch mal draufgelegt.

Zentraler Ort der NODE10 ist diesmal der Frankfurter Kunstverein. Dort finden nicht nur Teile der Workshops und das tägliche Abendprogramm mit Konzert-Performances und dem beliebten Patcher (sic!) Kucha statt, das den TeilnehmerInnen eine Bühne bietet, aus ihren aktuellen Projekten zu berichten.
Zudem gibt es eine Ausstellung zu sehen, für die NODE-Mitbegründer Eno Henze keinen Geringeren als Marius Watz (mehr im hauseigenen Archiv) als Ko-Kurator gewinnen konnte.
Das Thema "abstrakt Abstrakt - the systemized world" leitet sich zwar durchaus aus der Auseinandersetzung mit VVVV und dem ab, was VVVV leistet. Die Schau selbst aber greift sehr viel weiter und lotet einen Radius aus, in dem neben digital generierten Arbeiten beispielsweise auch deren Styroporblock um Styroporblock gefügtes Äquivalent analog 3D beeindrucken kann (s. John Powers' "Fat Bastard). Eine direkte Brücke zwischen beiden miteinander korrespondierenden Systemen bzw. Welten schlagen die kinetischen (Klang-)Installationen von Zimoun und Ralf Baecker (The Conversation , kongeniale Nachfolgerin des wunderbaren "Rechnenden Raums" - da wird es auch mal Zeit für eine eigene Ode resp. einen Eintrag in den Zettelkasten).
Und auch das ist noch nicht alles, denn es gibt mit der Diamantbörse bzw. NODE Deluxenoch einen weiteren Spielplatz, an dem wiederum nicht nur Workshops stattfinden, sondern auch noch eine zweite kleine Schau mit Arbeiten, die zuvor vom talentierten Nachwuchs eingereicht und dann von einer Jury ausgewählt worden sind.

Plus, dann wieder im Kunstverein, am Samstag (20.11.10) noch einen ganzen Tag lang Vorträge und Symposium.
Kurzum: Gibt viel zu sehen, viel zu hören. Und eben nicht nur für VVVV-Nerds, sondern für alle, die sich für die kreativen Potentiale der Arbeit mit Progammen, Platinen, Systemen und Maschinen interessieren. Ein echter Netzknoten, an den man prima anknüpfen kann.
[Bildchen: Aus dem Cover des Node-Katalogs, in dem es neben Programminfos u.a. auch Texte zur allen in den Ausstellungen gezeigten Arbeiten gibt. Und der Festival-Pass, heuer mit Bändchen in leuchtendem Orange.]
Von miss.gunst am 16.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.11.10
Schöne Schlaufen (@ Shift Festival 2010)
Und gleich noch ein Eintrag in unserer Rubrik "WieErfinden-und-Wiedersehen machen-gleichermassen-Freude".
Beides in Kombination war nämlich noch an einer weiteren Station der Ausstellung zum SHIFT-Festival zu erfahren.
Der ausgesprochen attraktive Schattenwurf, dessen man im untestehend wiedergegebenen Bildchen ansichtig werden kann, gehört nämlich zu - na, was wohl?
Genau: Einem Ensemble aus Kassetten - und zwar nicht irgendwelchen, sondern solchen, die Harold Schellinx (mehr im hauseigenen Archiv) für sein "Found Tapes"-Projekt gesammelt hat (s. a. den Eintrag vom 11.02.07).

In Basel gab es dabei nicht nur die kleine Installation zu sehen, sondern am Samstag abend auch eine Konzert-Performance (s.a. den Kurzbericht dazu im SHIFTfestivalBlog - und obendrein stand Schellinx dann auch noch im Rahmen eines Lounge-Talks Rede und Antwort.
Im SHIFTfestival-Blog, dessen fleissige SchreiberInnen ihrerseits nochmal ein kleines Interview mit dem Kassettengeschichte(n)-Sammler und Tape-Komponisten geführt haben, verrät Schellinx übrigens nebenbei, dass er in Basel noch keine einzige verstossene Magnetbandschlaufe gefunden habe.
Was mehrere mögliche Interpretationen gestattet. Ist es nun so, dass sich die BaslerInnen schon derart lang von ihren Bändern verabschiedet haben, dass nicht einmal mehr der Abfall auf die vergangene Kassettenkultur verweist? Oder schätzen sie ihre Bänder im Gegenteil nach wie vor so hoch, dass keines weggeworfen wird?
Wäre vielleicht angelegentlich herauszufinden. Wir empfehlen eine Aktion, wie sie seinerzeit Christian Philipp Müller mit seinem Aufruf startete, alte Rechner im plug.in abzuliefern. Voraussetzung wäre, dass eben ähnlich auch Harold Schellinx mal mit einer Einzelausstellung zu Gast sein kann. Uns Fans der medienarchäologisch inspirierten Kassettenkultur würde das - zumal als zünftige Fortsetzung des Formats "WiedErfinden/Wiedersehen" - ganz sicher freuen!
[Ja, natürlich haben wir das Bildchen aus rein formatästhetischen Gründen gedreht. Die Schlaufen hingen bzw. hangen da, wie weiland der unselige Fallada...]
Von miss.gunst am 08.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.10.10
Schöner Finden (@ Shift Festival 2010)
Es soll ja Menschen geben, die kaum etwas schöner finden als etwas zu finden. Das setzt zwar nicht zwingend voraus, dass zuvor etwas verloren gegangen ist. Gleichwohl kann natürlich ein glücklicher Fund so manchen Verlust kompensieren.
All jenen, die sich dafür interessieren, was die Kunst und ihre Medien zu diesem Feld beizutragen haben, lässt sich das diesjährige SHIFT Festival in Basel ans Herz legen.
Das hat heuer nämlich das Motto "Lost & Found" ausgerufen - und damit einen Schwerpunkt gesetzt, den man gleich mehrfach sinnstiftend auf den aktuellen Stand der Dinge in der digitalen analogitalen Kultur beziehen kann.
Wenngleich Marshall McLuhan ganz sicher nicht falsch lag, als er schrieb, dass neue Medien alte nicht etwa ablösen, sondern vielmehr zu veränderten Konstellationen und Konditionen in Medienverbünden (und ergo auch -kulturen) führen: Hin und wieder scheint ja tatsächlich etwas zu verschwinden bzw. verloren zu gehen.
Nehmen wir beispielsweise mal: Die gute alte Kassette oder den Overhead-Projektor. Beide sind mittlerweile tatsächlich vom Aussterben bedroht - in ihren ursprünglichen Einsatzgebieten haben ihnen andere Technologien und Geräte längst den Rang abgelaufen, sie vesrchwinden aus der Herstellung und dem Handel.
Indes wissen nicht zuletzt die treuen LeserInnen dieses Log.Buchs: Da geht noch was. Sowohl allgemein in der (genau:) analogitalen Popkultur - als auch in der Kunst.
So eben auch für FreundInnen von Tapes und Kassetten(geschichten).
Und auch für Fans des guten alten Overhead, an den ganze Hymnen verfasst werden und der uns nun als zentrales Mitglied von Kunst und Musik mit dem Tageslichtprojektor wiederbegegnet.
Letzteres zwar nun leider nicht beim SHIFT-Festival - aber dessen Programm ist auch ohne unsere geliebten Lichtwerfer wirklich reichlich mit spannenden Projekten bestückt, von denen denn auch das eine oder andere hier noch näher vorgestellt werden soll.
Und den geliebten Lichtwerfern werden wir demnächst auch wieder an anderer Stelle begegnen können. Mal ganz abgesehen davon, dass uns das Festival-Motto "Wiederentdecken, neu interpretieren" ja auch sowieso schon länger und auch in Zukunft weiterhin interessiert...
Von miss.gunst am 28.10.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.10.10
Gasometer Radio (WRT)
Eine gute Gelegenheit, den Geist des grossen G noch einmal anzurufen. Was sich zugleich mit einem Webradio-Tipp verbinden lässt.
Schliesslich haben wir ja schon im Sommer festgestellt, dass das Gasometer Oberhausen ein wunderbarer Klangkörper und mithin auch für entsprechende Experimente empfänglich ist.
Inzwischen sind aus den Experimenten veritable Radiokunst-Stücke geworden, die - beginnend mit dem heutigen Sonntag (17.10.10) bis Anfang Dezemeber - wöchentlich beim ORF Kunstradio ausgestrahlt werden.
Eine richtige Sendereihe also, die - da (fast) alle am Gasometer-Experiment Beteiligten Mitglieder des Radiokunst-Netzwerks radia.fm sind - unter dem Namen "curated by radia" firmiert.
Was einerseits also richtig ist, andererseits aber auch sehr bescheiden. Denn organisiert und zusammengestellt hat die Reihe Knut Aufermann, den treuen LeserInnen dieses Log.Buchs aus zahlreichen Einträgen kennen - und dessen Stück heute auch den Anfang macht.
Mitzuhören ab 23:03 Uhr auf ORF, das selbstredend auch über einen Webradio-Stream verfügt. Seid dabei!
Von miss.gunst am 17.10.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
14.10.10
Entfesselte Geräte
Nach London lassen sich derzeit viele kunstaffine Menschen von der Frieze Art Fair locken. Und/oder von den Sonnenblumenkernen aus Porzellan, die Ai Wei Wei in der Tate Modern zu einer zugegebener Massen ziemlich spektaktulären Installation aufgehäuft hat. Und und, oder oder... vielleicht von entfesselten Geräten?
Ebensolche versammelt derzeit nämlich eine Ausstellung namens "Unleashed Devices" im Watermans, einem am Themse-Ufer des Londoner Stadtteils bzw. Vororts Brentford gelegenes Kunst- und Kulturzentrum.
"UNLEASHED DEVICES is a playful exhibition in which artists have reconstructed, remixed and reinvented everyday electronic devices. Working in this way, the artists change our understanding of the possible use of data and purpose of technology."
- so das Konzept der Schau, die dazu über dreissig Projekte von KünstlerInnen und Künstlergruppen versammelt.
Ein Thema ganz nach unserem Geschmack!
Und natürlich sind auch hochgeschätzte alte Bekannte mit von der Partie - wie zum Beispiel The Owl Projekt (s. den Eintrag vom 25.07.06) mit seinen grossartigen Gadgets aus urigem Echtholz, neben denen die apfelalglatte Stromlinienförmigkeit handelsüblicher Standard-Designerware eher oll ausschaut.

Aber je nun, was tun, wenn derzeit (bzw. bis 22.10.10 - denn so lange wird die Ausstellung noch zu sehen sein) die Zeit für einen Ausflug nach London fehlt?
Dann bietet sich immerhin noch das Katalogheft bei isuu zum (online-)Blättern an, in dem alle Beteiligten mit ihren Projekten vorgestellt werden.
[Bildchen: Dieses, äh, entfesselte Gerätchen sollte eigentlich als Rasierapparat-Adapter ein eher trauriges Dasein fristen. Von diesem schnöden Schicksal haben wir es selbstredend gern befreit. Für das Original-Porträt danken wir Wikimedia-Commons-Spender plugwash. Grand Merci!]
Von miss.gunst am 14.10.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.10.10
Radiokunst aus AUS (WRT)
Weil gerade wenig Zeit fürs Log.Buch ist, zwischendurch einfach einmal einen Webradio-Tipp, der etwas länger vorhält und FreundInnen der Transmissionskunst die eine oder andere schöne Stunde bereiten könnte. Mindestens aber mal zum Hineinlauschen lädt.
Das AUS in der Titelzeile natürlich nichts mit ausschalten zu tun ... oder allenfalls in dem Sinne, in dem Joseph Beuys seinerzeit "Ich trete aus der Kunst aus aus" an eine Wandtafel schrieb: doppelt aus ist eben mittendrin. Und aus AUS hiesse dementsprechend: Eben nicht ausschalten, sondern erst recht (wieder) einschalten.
Also bitte einschalten bzw. sich in den Webradio-Stream werfen, und zwar denjenigen unseres Londoner Lieblingssenders resonance fm - um Radiokunst aus AUStralien zu lauschen.

Bei resonance fm läuft nämlich bereits seit Anfang September das Festival "Frequency Oz", mit dem uns Colin Black ein wahres Schatzkästlein radiophoner Klangkunst und experimenteller Musik aus Down Under kredenzt.
Noch bis Ende Oktober kann man jeden Sonntag um 21:00 Londoner Zeit (also MEZ +1) sowie in Wiederholung nochmal am Dienstag eine volle Stunde lang einen Kontinent entdecken - garantiert ohne (post)koloniale Gewissensbisse. Aber mit einem wirklich interessanten Exkursionsprogramm.
Von miss.gunst am 02.10.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
11.09.10
Auf nach Robodonien
Zwischendurch rasch wieder einmal einen Ausflugstipp - und zwar für FreundInnen von Kunstmaschinen und Maschinenkünsten.
Diesmal geht's zur Abwechslung rheinabwärts ins schöne Köln.
Dort findet seit dem gestrigen Freitag und noch bis einschliesslich Sonntag (12.09.10) die dritte Ausgabe des Roboter-Kunst-Festivals Robodonien statt.
Mit einem ziemlich bunten Programm, das von Ausstellung über Workshops, Performances und Spektakel bis zum Tanzabend reicht. Und das sehr unterschiedliche KünstlerInnen zusammenbringt.
Wobei Roboter-Kunst übrigens nicht gleich Robo-Nostalgie meint. Und wenngleich bei HOME MADE bekanntlich durchaus auch ein Herzchen für rostige Blechgesellen und erst recht eins für Roböxotica schlägt: Finden wir es gerade gut, dass es eher um Robotik, Mechatronik, Gesteuertes und Automaten im weiteren Sinne geht.

Zum Beispiel mit Paul Baartmans, der an sich auf mehr auf Lichtkunst spezialisiert ist, aber zwischendurch auch gern mal humorvoll-poetisch bewegte Installationen baut. Mit Selma Gütoprak, die noch an der KHM studiert, sonst auch auf Performance spezialisiert ist und entsprechend performativ-bewegte Aktionsskulpturen baut.
Indes es bei Jim Whiting (an dessen omg-was-für-ein-Name: "Bimbo Town"-Roboklaumauk sich vielleicht noch die BaslerInnen erinnern werden - falls nicht, hätte es auch ein YouTube-Video dazu) wiederum auf die große Bühne geht.
Besonders herzlich winken wir als treue Fans aber Ralf Schreiber zu. Bei dem man am Sonntag etwas lernen kann - ratet mal, was? Genau: Mini-Solarroboter-Bau ...
[Bildchen: Tja. Mit Blick auf die Wettervorhersage sind selbst sonst eigentlich mit sonnigem Gemüt ausgestattete Solar-Robos leider doch eher ein Risiko-Klientel...]
Von miss.gunst am 11.09.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
09.09.10
Schwarze Kiste (@ ISEA2010)
Eigentlich ist das, was man eine Black Box nennt, für FreundInnen der DIY-Kultur und des Selberbastelns ja eher am anderen Ende der Fahnenstange angesiedelt.
Aber genau das macht geheimnisvolle schwarze Kisten eben trotzdem interessant.
Einmal ganz abgesehen davon, dass man sich ganz generell fragen kann, wie eine Black Box vom Prinzip her funktioniert (und möglichen Antworten aus systemtheoretischer Perspektive nachgehen kann), ist es doch immer wieder erquicklich, solchen Fragen Aug in Auge mit einem Anschaungsobjekt nachzugehengrübeln.
Dazu gab's auch bei der ISEA2010 RUHR eine schöne Gelegenheit. Zu den Exponaten der Ausstellung "Trust" im Dortmunder HMKV zählte nämlich auch eine ebensolche: Verena Friedrichs 2007 begonnenes Langzeitprojekt ENDO.
Schon der ersten Anmutung her wirkt ENDO dabei wir die perfekte Black-Box für eine digitale Kultur, die digitale Technologien zum einen vorzugsweise mit slickem Hardware-Design assoziiert und zum anderen mit allen Vor- und Nachteilen einer potentiell ubiquitären Datenerfassung sowie -speicherung zu tun hat.

Nachzudenken gilt es mit Blick auf Letzteres natürlich vor allem über die realen Enden lang tradierter Allmachtsphantasien und -phantasmen. Und dazu gibt uns Friedrichs Black Box allen Anlass.
Denn: Im Paket mit dem ästhetisch an sich hocherfreulichen Anblick wird die Information geliefert, das handliche Kistchen sei im Inneren bis an den Rand mit Technologie vollgepackt: Mit einem Mainboard und einem Terabytes fassenden Speicher, dazu Sensoren satt, die kontinuierlich alle möglichen Daten von Lumen über Luftfeuchtigkeit, Bewegung und Akustik bis zur GPS-Positionierung erfassen. Locker formuliert: Dem Motto folgend "Immer rein damit und Klappe zu". Nur dass sich das eben schlecht überprüfen lässt - denn aus der Box dringt weder ein Mucks noch sonst etwas heraus, hineinschauen kann man naturgemäss auch nicht. Und ob sie denn jemals geöffnet wird, um das eine oder andere Datum aus dem Speicher auszulesen...
Tja. Fast wie im wirklich Leben (man möchte fast ergänzen: im Allgemeinen und insbesondere, wenn man an die Politik denkt, wie sie mancherorts betrieben wird): Es wird uns weder Einblick gegeben noch sind uns irgendwelche Gewissheiten vergönnt. Und das soll man mit Vertrauen würdigen? Eben.
Von miss.gunst am 09.09.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
04.09.10
Reparieren (ars electronica 2010)

From Disco to Disco Von Festival zu Festival: Die ars electronica hat für ihr Festival 2010 das Motto "repair" ausgerufen und geht, wie es sich gehört, mit guten Beispielen voran.
Vornehmlich natürlich nach Festivalart, indem sie KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und andere auf dem Feld aktive versammelt, die ihre Projekte vorstellen.

Aber auch ganz grundsätzlich. In diesem Jahr hat die ars nämlich ihre angestammten Festivalorte (wie das gute alte Brucknerhaus) verlassen und fast alle Aktivitäten an einem Ort konzentriert:
In der ehemaligen Linzer Tabakfabrik.

Wissenswert dazu: Der von Peter Behrens und Alexander Popp Anfang der1930er Jahre für die Österreichische Tabakregie (später: Austria Tabak) entworfene Bau...

... ist zwar per se ein attraktives Industriedenkmal eben jener Art, wie man sie auch während der ISEA2010 RUHR als transformierte Kulturorte zuhauf zu sehen bekam.
Allerdings waren die Linzer Tabakwerke noch bis vergangenen Herbst in Betrieb – was in manchen Hallen des weitläufigen Gebäudekomplexes wortwörtlich noch in der Luft liegt.

Einen solchen Ort in Transformation - und durch seine Beispielung Optionen für künftige Enden dieser Transformation - über die lokalen Konstellationen hinaus prominent ins Bewusstsein zu rücken, ist immer eine spannende Angelegenheit.

Sowie eine strategische Positionierung. Denn es gibt natürlich schon Pläne für Zukunft - ziemlich ehrgeizige: Die Tabakfabrik soll zu einem grossen Kulturzentrum u.a. nach dem Vorbild des Wiener Museumsquartiers werden. Das wird früher oder später die Frage nach konkreten Konditionen aufwerfen. Und man kann sich dabei gut vorstellen, was als nächstes kommt: Wenn sich hinreichend Investoren finden – was bei einem Behrens-Bau wohl nicht so unwahrscheinlich ist - werden Versuche gestartet, die "üblichen Verdächtigen", also VertreterInnen der so genannten "Creative Industries" anzusiedeln. Selbstredend solche, die gute Mieten zahlen können. Bis die gelandet sind, dürfen sicher auch erst mal KünstlerInnen und andere Kulturschaffende hinein. Ob temporär oder auf Dauer, wird dann auch eine Frage der Beteiligung der öffentlichen Hand sein und bleiben ... Gentrifizierung olé? Oder doch Alternativen, wie sie in weiteren Szenarien zur Entwicklung der Tabakfabrik skizziert werden? Nun: Das muss in der Tat die Zukunft weisen.

Vorerst einmal jedoch repariert die ars ein Loch in der lokalen Konstellation an der Donaulände. Das macht sie schon gut - und es kommt ihr auch selbst zu Gute.
Will heissen: Wenn man die Devise "repair" erst einmal so auslegt, wie das die ars aktuell macht – also in breiter Perspektive anzusetzen, eingeschlossen wirklich interessante Projekte, die sich auf wirklich interessante Weise mit diversen Löchern und deren Flicken beschäftigen, erstens: ohne damit gleich die ganze Welt retten zu wollen und zweitens: das Flicken in die Hände aller geben, welche welche haben, ohne drittens: allzuviel "wir-sind-mal-wieder–die-Avantgarde-Flair" zu dünsten – dann kann das so falsch nicht sein.

Von miss.gunst am 04.09.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.09.10
Das gute alte Radio (mit WRT)
Kaum zu glauben, aber wahr: Nach wie vor wird die Altersfrage gestellt. Ohne mit der Wimper zu zucken vernehmen wir das Reden von "neuen" Medien (ja, was ist 2010 damit wohl gemeint?). Und klopfen solchen, die an sich längst nicht mehr dieselben sind wie Anno Dazumal leutselig auf die imaginäre Schulter: He. Du armes altes Medium. Lange wirst Du's aber nimmer machen...
Oder? Nunja. Indes nebenan in Linz die ars electronica - also ein altgedienter Hort besagter Rede vom Neuen und einer, an dem man sich tatsächlich jede Menge Neuigkeiten in Sachen Kunst mit neuen elektronischen Medien abholen kann - ihre Tore öffnet (in diesem Jahr sogar Fabriktore - die ars logiert nämlich in der ehemaligen Linzer Tabakfabrik), wird in Wien die Frage nach der "Zukunft der alten Medien" gestellt.
"THE FUTURE OF OLD MEDIA" ist die Abschlusskonferenz eines (EU-)Projekts betitelt, dessen Name an sich schon etwas seltsam anmuten kann: "BROADCAST MEDIA SCULPTURES". Und der mittelbar tatsächlich auch an einen mittlerweile schon klassischen Mediendiskurs anknüpft - als Video in der Kunst an den Start ging, war tatsächlich von "Videoskulptur" die Rede (ein kluger Schachzug von Wulf Herzogenrath, um einem Medientechnologien gegenüber tendenziell sträubsamen Publikum Arbeiten ans Herz zu legen, bei denen sich TV-Monitore stapelten etc pp - was heute schon fast nostalgische Gefühle hervorrufen kann, war damals nicht so ohne Weiteres als Kunst zu vermitteln).
Aber zurück zur Sache: Bei "BROADCAST MEDIA SCULPTURES" gings nicht um zu Stelen gestapelte Radiogeräte, sondern um künstlerische Ansätze, mit Medienfomaten zu arbeiten, die das Prinzip der Sendung in den Raum übertragen und damit auch in die dritte Dimension (und um alle möglichen Fragen, Potentiale und Probleme, die bei einem solchen Vorhaben entstehen - Ausführlicheres dazu ist der Projektbeschreibung zu entnehmen).
Und da die InitiatorInnen und MitstreiterInnen des Projekts aus der (Kultur- und Kunst-)Radio-Szene kommen - das wunderbare Wiener Radio orange94.0 Vienna ist Gastgeber und hochgeschätze KollegInnen aus dem radia.fm-Netzwerk wie resonance London sind mit von der Partie - spielt(e) Radio hierbei eine denkbar zentrale Rolle.

So eben auch nun zur Abschlusskonferenz, die heute (02.03.10) und morgen im Wiener Werkstatt- und Kulturhaus WUK stattfindet. Wobei die eingeladenen KonferenzteilnehmerInnen und KünstlerInnen wohl vor allem anderen zeigen werden, dass (und wie) Radio nicht nur höchst präsent, sondern auch zukunftsfähig sein kann.
Insofern: Nachfragen darf man natürlich und dabei rrrrhetorisch Radio als olle Medientante bezeichnen. Besser jedoch, wenn man dazu auch gleich praktisch mit ein paar guten Debatten, Antworten und Perspektiven aufwarten kann. Weshalb es dann am Samstag, also dem 04.09. zu guter Letzt noch ein rauschendes Fest mit zahlreichen künstlerischen Beiträgen gibt. Schaut also nicht danach aus, als würden wir da zu einem Leichenschmaus geladen.
Und falls es noch einen guten Grund brauchen sollte, weshalb wir nicht auf Radio verzichten wollen: Bei der ISEA RUHR 2010 (s. auch die Einträge im hauseigenen Log.Buch) gab es vergangene Woche vor Ort in Essen, Dortmund und Duisburg jede Menge Klangkunst zu erleben. Weitgehend nur für jene, die sich an den entsprechenden Koordinaten befanden - Ausnahme war das Konzert von Mudboy und Fennesz donnerstags in Dortmund, das noch in derselben Nacht zur üblichen Klangkunst-Stunde bei Deutschlandradio Kultur über den Äther bzw. in den Webstream ging.
Da wir im Konzerthaus sassen, seinerzeit ohne den obligaten Webradio-Tipp - aber dafür sind wir heute zur rechten Zeit zur Stelle: Um 0:05 Uhr wird bei Deutschlandradio Kultur Klangkunst nun noch einmal mit "Ruhrtronics" eine Stunde Klangkunst von der ISEA ausgestrahlt. Also (zumal das ja sowohl von Linz als auch von Wien aus geht): Seid dabei!
Von miss.gunst am 02.09.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.08.10
Kulturelle Elektronikmesse (@ ISEA2010)
Elektronikfachmessen sind, kaum anders als Baumärkte, prinzipiell ideale Fundgruben für BastlerInnen. Um so besser allerdings, wenn mal eine speziell für diejenigen angeboten wird, die sich insbesondere für die künstlerische und kulturelle Bastelei am Draht interessieren.
Das gibt es derzeit im Rahmen der ISEA2010 RUHR - der aktuellen Ausgabe des alljährlichen Zusammentreffens der gleichnamigen Vereinigung, deren Kürzel für Inter(national) Society for the Electronic Arts steht.
Wo es stattfindet, verrät schon der Name, der denkbar deutlich auf die Kulturhauptstadt bzw. Kulturhauptstädte von RUHR.2010 verweist.
Dem entsprechend umfasst die ISEA2010 RUHR jede Menge Veranstaltungen in Essen, Duisburg und Dortmund. Und an letzterem Ort, im gerade erst (und noch als Baustelle) eröffneten U wird seit Montag die e.culture fair 2010 ausgerichtet.
Wie es Messen so an sich haben, dient auch diese als Präsentationforum - nur eben nicht für Firmen und ihre Produkte, sondern für im Feld der elektronischen Medien engagierte Kultur- bzw. Künstlerinitiativen und ihre Produktionen.
Was bei aller Vielfalt der eingeladenen e-Labs sofort ins Auge sticht: Neben den schon von der Lokation und Ausrichtung her nahe liegenden Bezügen zur Stadt, zu Strategien und Werkzeugen für Intervention und Partizipation steht derzeit die Arbeit an und mit dem, was man im weitesten Sinne als Ökomedien und Bio-Technologien bezeichnen könnte, auch hier derzeit ziemlich hoch im Kurs.
"Auch hier" meint zum einen, dass dieser Bereich insgesamt in der elektronischen Kultur weiter an Bedeutung gewonnen hat und zum anderen, dass er dementsprechend auf der ISEA2010 RUHR ebenfalls an allen Ecken und Enden begegnet - aber dazu noch mehr, wenn nach der Exkursion-Kulturbeutel weiter ausgepackt wird.

Auf der e.culture fair 2010 - wo das Thema auch auf mehreren Panels vorgestellt und diskutiert wird - sind Künstlerorganisationen wie foam oder okno vertreten, die seit langem das Feld beackern. Und mit ihnen jede Menge aktueller Projekte, von Botanoadopt aus Köln und Münster, das die Adoption vernachlässigter und misshandelter Topf- und Zierpflanzen organisiert über das von okno mit initiierte Time Inventors' Kabinet, wo unter anderem auch Open Greens und Stadtbienen eine zentrale Rolle spielen bis hin zu den von Angelo Vermeulen und Biomodd-Laboratorien und Agnes Meyer-Brandis' (bei HOME MADE bekanntlich hoch geschätzten) Forschungsfloss.
Wer jetzt flunscht, weil zu weit weg oder alles schon vorbei: Hintergrundinformationen und Links zu allen Ausstellern der e.culture fair 2010 sind nach wie vor auf deren Heimseiten zu finden. Ist natürlich nicht dasselbe, wie dabei zu sein, alles ansehen und sich austauschen zu können. Aber immerhin.
Und: Sowohl die ISEA2010 RUHR als auch einige Projekte schauen wir uns auch im Log.Buch noch genauer an...
[Bildchen: Naja, mangels eigener Aufnahmen frei dazuphantasiert. Bei FlickR hat es ganze Fotoalben zur e.culture fair wie das von FlandersDC. Aber selbst auf Aufnahmen, die unter cc publiziert sind, kann es jede Menge Bilder und Sachen haben, auf denen irgendjemandes Copyright liegt. Da basteln wir lieber unsere kleine Hommage selbst..]
Von miss.gunst am 24.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
21.08.10
Es lebt, es lebt (Jurassic Lab @ Luzern)
Und weil der guten Zahl auch bei Empfehlungen drei sind, gleich noch eine: "Jurassic Laboratory" klingt zwar erst einmal direkt nach einer Fortsetzung der diesjährigen HOME MADE-Woche im Jura. Diesmal geht's aber um ein Labor in Luzern.
Und "Jurassic" heisst es wohl, weil der Titel eines bekannten Spielfilms antönen soll, in dem per Kloning-Technik Kreaturen aus der Jura-Zeit zu neuem Leben erwachen. Tatsächlich steht da auf dem Flyer:
"We reanimate forgotten creatures! JURASSIC LABORATORY!!! Some things are still not alive..."
Doch keine Sorge: Reptile Wadenbeisser sollen an diesem Samstag (21.08.10) in der Luzerner Gewerbehalle nicht gezüchtet werden - auch wenn das prima zum schönen Wappen des Hauses gepasst hätte, das ein schaurig züngelndes Schuppentier mitsamt Genist schmückt.
Vielmehr wird in der Tat fleissig und ganz nach HOME MADE-Art gebastelt werden - unter anderem an einem Projekt, das tatsächlich auch schon in Romainmôtier mit von der Partie war sowie von und mit zahlreichen Aktiven.
Schon ab dem frühen Morgen (08:00 Uhr, sic!) sollen - teils auf Basis von Bausätzen aus dem SGMK-Makeaway - Lötbausätze entwickelt werden, aus denen dann eine "Uhr" als spezielles Luzerner Souvenir entstehen kann.
Und nach des Tages süssen Mühen winkt dann noch am Abend (20:00 Uhr ff) ein reichhaltiges Programm zum allgemeinen Plaisir. Zunächst mit einer Performance von Eveline Blum. Und im Anschluss spielen dann noch mehrere Bands und BastlerInnen auf: Klink (http://www.myspace.com/klinkmuziek),
Äntli Bier & Ärger, Flo Kaufmann und The Fabulous Dance Machine sowie als DJs: FlipFloater (Acid Elektro mit selbstgebauten Synths und Toys), Oli und Luc Fischer.
*yay*
Von miss.gunst am 21.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
19.08.10
Mit Essen
Da wir die Reihe der Log.Buch-Einträge zur HOME MADE-Woche 2010 eh gerade für aktuelle Exkursions-Tipps unterbrochen haben: Auch vom I PUSH YOU BUTTON in Zug gibt es Neuigkeiten zu vermelden.
Und zwar besonders Leckere: Es geht nämlich um kunstvolle Arten und Weisen der Aneignung durch Inkorporation.
In der Vorankündigung des Programms namens "WE PASTE YOU TASTE" steht zwar auch etwas davon, dass "parasitäre Aspekte und andere Interventionen in Bezug zum Kunstgeschäft" gestellt werden sollen - was eher nach gefressen werden denn nach lecker Essen klingt.
Das konkrete Angebot lässt dann aber doch das Wasser im Munde zusammenlaufen. Allein schon das Einladungsbild!
Und erst recht natürlich die Aussicht auf die offerierten Weisen der Speisung, die am kommenden Samstag (21.08.) zur Zuger Kunstnacht in einem Show Down bzw. Eat Down aufeinandertreffen sollen: Dann wird Lauren Wildbolz, die in den nächsten Tagen erst mal recht entspannt einen Kurs namens "MAKE YOGA EVERYDAY, EAT(ING), READ(ING), DRINK(ING) AND SLEEP(ING" offeriert, ein "Veganokiches Spektakel" auf dem Kolinplatz auffühten - indes Merlin Zuni mit Supergrill kontert und das frfr-Team dem Ganzen auf ihre Weise Würze verleiht.
Mindestens eines bleibt den Gästen gleichwohl noch selbst zu tun - schliesslich ist DIY bei I PUSH YOU BUTTON programmatisch und in diesem Fall wohl wirklich süsse Pflicht: Sie müssen wählen, was und wie sie speisen wollen -"YOU DECIDE"!
Von miss.gunst am 19.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
15.08.10
X-O-Mat und DISK-O-MAT
Unsere Zuneigung zu Kunstmaschinen und -automaten ist hinreichend bekannt - und für all jene, welche sie teilen, hätten wir zwischendurch einen Ausflugstipp, bei dem sich gleich zwei Kunstautomaten in Aktion besuchen und bestaunen lassen.
Dieser Tage steigt nämlich in Bern wieder einmal das Buskers Festival mit seinem Bizaar Aktionsmarkt auf dem Münsterplatz (s.a. den Eintrag vom 09.08.07). Und dort sind eben auch die beiden Automaten zu Gast.
Den einen von beiden, für den der bricoleur universel Flo Kaufmann (mehr im hauseigenen Archiv) verantwortlich zeichnet, kennen die meisten sicher schon: Es ist der DISK-O-MAT, in dem man sich selbst 7inch-Schallplatten aufnehmen kann. Eine wirklich extrem charmante Glamourschmiede im Kompaktformat, die man eigentlich nurmehr mit Bernhard Martins "Single Disco"-Schranktanzdiele als kongenialem Abspielort kombinieren müsste. Dann wäre die DIY-Starmaschine wirklich perfekt.

Und den anderen kennen mindestens jene, die in den vergangenen Jahren bereits den Bizaar Aktionsmarkt besucht haben. Denn das Berner KünstlerInnen-Kollektiv 000x (s.a. den Eintrag vom 13.08.07) war mit seinem X-OMAT - einer analogen Kunstmaschine, die handgezeichnete Porträts ausgibt - schon 2007 und 2008 dabei.
Insofern können Fans in beiden Fällen ein Wiedersehen feiern - und all jenen, die den einen oder den anderen oder gar beide Kunstautomaten noch nicht kennen, sei ein Besuch beim Buskers Festival wärmstens ans Herz gelegt.
Von miss.gunst am 15.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.08.10
Zukunftsmusik
Zukunftsmusik? Was darunter zu verstehen ist, mag eine Definitionssache sein. Ebenso, wo und wie sie gespielt wird.
Eine ganze Sammlung konkreter Vorschläge gibt's tatsächlich gerade an einem dafür denkbar geeigneten Ort zu bestaunen.
Nämlich in der Maison d'Ailleur - dem wenn nicht sogar weltweit, dann sicher aber schweizweit einzigen Museum, das der Geschichte und Gegenwart der künstlerischen und literarischen Zukunftsvisionen gewidmet ist.
Dort läuft derzeit (und, tja: leider nur noch bis einschliesslich des heutigen Sonntag, 01.08.10) die Ausstellung "Galactic Hits - Musique et Science Fiction", die sich nicht nur auf anschauliche, sondern - dem Thema angemessen - auch auf anhörbare Weise mit Zukunftsmusik(en) befasst. Also all dem, was musiktechnisch bzw. -technologisch und musikalisch bzw. kompositorisch einst nach Zukunft geklungen hat oder klingen sollte.
Als Zukunftsmusik transportierende UFOs fungieren dabei ausgerechnet jene Tonträger, die heute bereits eine Aura von Nostalgie umflort: Schallplatten. 324 Stück an der Zahl (nicht, dass wir sie gezählt hätten, da verlassen wir uns ganz auf die offiziellen Verlautbarungen des Hauses), Rille um Rille ein Archiv der Klänge, die Bilder ferner Welten in die Köpfe zaubern sollten.
Und das im Grunde nach wie vor können.
Denn gerade KlangbastlerInnen stimmen sicher jederzeit in das Motto ein, das wir an sich aus der netten Nachbarschaft der Radiozukunftsforschung kennen:
Was ist (und sein wird), werden wir hören...
Von miss.gunst am 01.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
31.07.10
Satellitenforschung zu Fuss
Mag für einen Moment merkwürdig klingen: Schliesslich kreisen die Satelliten über unseren Köpfen, indes wir als Fussvolk über den Planeten krabbeln.
Doch genau das ist der springende Punkt: Gerade weil die Satelliten uns von oben erkunden, ist Satellitenforschung von unten angesagt.
Eben das bietet in den kommenden Tagen eine Veranstaltung, die im HMKV in Dortmund stattfindet: Der Workshop "Satellite / Border / Footprint", der von der amerikanischen Filwissenschaftlerin und Satelliten(-Bild)-Expertin Lisa Parks geleitet wird.
Organisiert hat das Ganze Francis Hunger, den treue Log.Buch-LeserInnen bereits als Herausgeber der Sputnik Gazette und Initiator des International Sputnik Day kennen.
Im Rahmen des Workshops werden nun die TeilnehmerInnen tatsächlich in Dortmund zu Fuss unterwegs sein, um die "Fussabdrücke" zu erforschen, welche die Satelliten mit ihren Flugbahnen im urbanen Terrain hinterlassen.

Zuvor ist jedoch am heutigen Samstag (31.07.) noch eine Art Tag der offenen Tür mit einführenden Vorträgen: Francis Hunger selbst führt ins weite Feld der künstlerischen Beschäftigung mit Satelliten ein, Nils Sparwasser vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Pfaffenhofen spricht über Dreidimensionale Visualisierungen von Geodaten - und schließlich wird Lisa Parks noch aufzeigen, wie Menschen für gewöhnlich mit Satelliten im Alltag leben und weben ("Spotting the Satellite Dish - Populist Approaches to Infrastructure").
[Bildchen: Könnte eine populistische Annäherung an den Fussabdruck von Satelliten in etwa so aussehen? Oder ist das eher eine Annäherung an populistische Vorstellungen von ebensolchen? Nunja, vorstellbar ist es jedenfalls schon, dass man sich von der Vorstellung des Satelliten als Sputnik und niedlicher Himmelsbewohner von Fall zu Fall auch mal verabschieden muss...]
Von miss.gunst am 31.07.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
29.07.10
Kunstgeburtstags-Satellitenradio (WRT)
Kunstgeburtstag feiern wir zwar eigentlich - wie treue LeserInnen wissen - im Januar. Doch bekanntlich gibt es dabei so viele GratulantInnen, dass man mit dem (Mit-)Feiern übers Radio alle Regler voll zu tun hat.
Gar nicht schlecht also, hin und wieder mal ein gutes Stückchen Geburtstagskuchen als Nachschlag zu servieren...
... wie in der heutigen Nacht (von Donnerstag 29.07. auf Freitag 30.07.) in der Klangkunst-Stunde bei Deutschlandradio Kultur.
In der werden nämlich unter dem schönen Titel "Satellite Surfing" - der, auch wenns in diesem Fall rein deskriptiv gemeint ist, selbstredend auch die Satelliten-FreundInnen in uns anspricht - ein paar Highlights der Kunstgeburtstags-Sendungen 2010 zur Ausstrahlung gebracht.

Basis der Auswahl sind jene Gratulationen, die heuer von der Ars Acoustica-Gruppe der European Brodcasting Union (EBU) koordiniert wurden.
Wer nun noch mehr zu den Details wissen will, kann sich entweder in der Programmankündigung ein paar Namen abholen oder den hier gereichten Ankern nachgehen.
Oder aber, und dies ist natürlich der tiefere Sinn und Zweck dieses Webradio-Tipps: Ganz einfach um 0:05 Uhr das Radio resp. den Stream anwerfen. Und siehe da: Radiophon geht Kunstgeburtstag-Feiern das ganze Jahr!
Von miss.gunst am 29.07.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.07.10
Elektromagnetischer Sommer 2010 (WRT)
Indes das Thermometer im heimischen Labor immerhin schon wieder ein kleinwenig angenehmere Temperaturen anzeigt, wid es allerhöchste Zeit, auf eine akustische Sommerfeude und -frische hinzuweisen, auf die es den Radar auszurichten gilt...
Ganz richtig: Es ist wieder Zeit für den Elektromagnetischen Sommer!
Der läuft nun schon seit einigen Tagen und wird ab Montag ein kleines Päuschen einlegen, bevor es in die Finalrunde geht. Daher ganz eilig, nach der Devise "besser spät als nie":
Heuer gibt es zwar leider kein experimentelles Radiocamp in der Ausstellungsstrasse. Aber dafür hält der Elektromagnetische Sommer 2010 - wie wohlmöglich das Titel-Motto "Sterne (Mono), Garage (Stereo)" schon andeuten soll - Einzug ins Clubformat.

Am heutigen Samstag (24.07.) treten beispielsweise Simon Berz (mehr im hauseigenen Archiv) sowie Aentli Bier & Aerger auf (waren ebenfals bei der HOME MADE-SGKM-Arbeitswoche im Ticino dabei).
Nach der kleinen Sendepause sind dann u.a. am 30.07. Papiro (dessen Klangproduktionen wir seinerzeit über unser Basler Lieblingsnetzlabel interdisco kennen- und schätzen gelernt haben) und Bernd Schurer (treuen Log.Buch-LeserInnen ebenfalls nicht ganz unbekannt) dabei sowie am 31.07. Florian Kaufmann (mehr im hauseigenen Archiv) und (dito:) Strotter Inst.
Alles also auch live zu geniessen, aber - Stereo Garage hin oder her: Das Schönste am Elektromagnetischen Sommer bleibt doch, dass er auch rein radophon als erquickendes Wellenbad genossen werden kann. Lokal über Radio LoRa - und für alle anderen über dessen Webradio-Stream....
Von miss.gunst am 24.07.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.07.10
Felsenfest
An sich auch kühl genug, um trotz Hitzefrei ins Log.Buch gefächert zu werden. Zumal wir in dieser Saison ja gern ins Grüne gehen - wo sich je nach geographischer Lage natürlich auch Steine bzw. Felsen finden...
... allein, in der eigentlich vorgesehenen Länge und Breite soll dieser Eintrag wohl nicht sein.
Denn wenngleich Steine und Felsen tendenziell einen soliden Grund abgeben - in diesem speziellen Fall schaut es etwas anders aus.
Für dieses Wochenende (17./18.07.10) ist war nämlich im schönen Bivio - im Parc Sela - das Felsenfest angesetzt. Ein ganzes Festival rund um Fels und Gestein! Und mit von der Partie: Künstler, die Steine zum Klingen bringen.
An sich also ganz nach unserem Geschmack - jedenfalls etwas, das schon von der Ankündigung her neugierig macht.
Nun wissen wir zwar, dass sich Steine sowohl eindrucksvoll sonifizieren lassen und zudem auch bestens als Percussion-Instrumente taugen. Allen voran von Simon Berz (mehr im hauseigenen Archiv), der nicht nur vergangenen Sommer im Rahmen der HOME MADE-SGKM-Arbeitswoche im Ticino eine schöne Steinbeckenklanginstallation angelegt, sondern schon öfter mal zu Lithophon-Konzerten geladen hat (siehe auch den Eintrag zum 28.04.09.

Gern hätten wir nun unseren Zettelkasten mit dauerhafterer Fundierung um einen einschlägigen Eintrag bereichert - allein: So felsenfest wie die Felsen scheinen die Informationen auf den Webseiten des Parc Sela nicht zu stehen - mindestens sind sie momentan, d.h. schon wenige Tage nach dem Anlass nicht (mehr) auffindbar. Bleibt also nur, hier lediglich mit kleinem Wink direkt auf Beteiligte zu verweisen:
Berz ist diesmal nicht mit von der Partie - aber dafür gibt es die Gelegenheit, andere (als) Steinkomponisten und Musiker kennenzulernen: So wird Klaus Fessmann - Komponist und sonst auch mit dem Ensemble Klangstein unterwegs - mit Friedemann Dähn und Manfred Kniel auftreten. Und kein Geringerer als Bruno Spoerri (mehr im heimischen Archiv) unterstützt Gabriel Schiltknecht, der ebenfalls mit einem Lithophon in den Felsenpark kommt.
Ob die Steine wohl dann noch nachklingen? Felsenfest und dauerhaft? Innen drinnen vielleicht schon...
[Bildchen: Felschen. Klingend. Dieses liegt wohl wirklich nahe an Bivio. Jedenfalls am Septimerpass. Unser Dank gilt Mathein, welcher die unserer Imagination zu Grunde liegende Fotografie unter cc-by-sa-Lizenz in die Wikimedia Commons gespendet hat. Grand Merci!]
Von miss.gunst am 17.07.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.06.10
Reste
Reste sind nicht jedermanns Sache. Es soll sogar Menschen geben, die sie einfach zurücklassen. Andere hingegen sagen sehr zu recht: Reste muss man feiern, wie sie fallen!
Zahlreiche VertreterInnen der letzteren Gruppe finden sich zu selbigem Behufe dieser Tage im Stadtbad Wedding zusammen. Und die Feier ist in diesem Fall nicht nur ein schlichtes Fest, sondern ein veritables Kunstfestival, das auf den passenden Namen Verwertung hört.
Über mehrere Tage hinweg - um genau zu sein: seit dem 28.06. und noch bis einschliesslich 04.07.10 - wird das Bekenntnis zur produktiven Resteverwertung dabei nicht nur in Form von Konzerten bzw. Performances vorgetragen. Freitag und Samstag (03./04.07) und damit als denkbar beste Alternative zum Zuschauen beim Bälletreten. Grossartiges Programm von Bending-Noise bis hin zu Generativem AV mit Sprache und Gesang.
Zum Gucken gibts ausserdem eine Ausstellung und ein Videoprogramm.
Vor allem anderen aber bieten auch mehrere Workshops die Gelegenheit, selbst aktiv zur kreativen Resteverwertung zu schreiten. Und siehe da: Neben verschiedenen Möglichkeiten, Resten ein bisschen Druck zu machen (sei es nun auf Stoff oder auf Papier), laden zwei gute Bekannte - nämlich Kaspar König und Simon Berz* - zur Sonifikation der heimischen Umgebung und wohlmöglich auch des Restes der Welt.
[* zum einen wie zum anderen mehr im hauseigenen Archiv...]

Hinter der Unternehmung steht übrigens der Salon Bruit, der sich als ordentlich eingetragener Verein nicht allein um Reste, sondern allgemein um die Förderung audiovisueller Experimentalkultur bemüht - in Koop mit der DIENSTbar, die treuen LeserInnen dieses Log.Buchs u.a. auch schon aus dem einen oder anderen früheren Eintrag (sic, es sind grad drei) bekannt sein wird.
[Bildchen: Restchen. Ganz zufrieden mit sich und damit, den kreativen Schüben seiner Eignerin für einmal ungeschoren entronnen zu sein...]
Von miss.gunst am 30.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
25.06.10
Nach dem Kalender (WRT)
Nach dem Kalender kann man nicht nur säen, ackern und ernten. Sondern auch Radio hören. Klingt erst einmal nicht besonders vermeldenswert - wenngleich sich vermutlich mittlerweile nurmehr wenige Menschen auf diese Wege des aktuellen Tagesdatums versichern.
Tatsächlich soll hier auch nur die Gelegenheit beim schütteren Schopfe egriffen werden, auf eine ständige Einrichtung des Deutschlandradio Kultur hinzuweisen, die als eher klangkünstlerisches Kalenderblatt funktioniert: Das Geräusch des Monats.
Jedes Jahr wird ein/e KünstlerIn eingeladen, zwölf kurze Hörstückchen zu kreieren, die dann - sic, aber immerhin erhöht das an manchen Tagen den Klangkunstquotienten um 100% - als Lückenfüller eingesetzt werden, wenn die programmierte Hauptsendung das vorgesehene Formatfenster nicht ganz ausschöpft.

In diesem Jahr ist es Lasse-Marc Riek (mehr im hauseigenen Archiv), dem eine entsprechende Einladung zuging und der für jeden Monat ein solches Hörstück beugesteuert hat.
Es sind wirklich Kalenderstücke im eigentlichen Wortsinn geworden, denn Riek hat ein jedes aus Geräuschen bzw. Field Recordings des jeweiligen Monats komponiert. Ergo lässt sich derzeit in den Nischen zwischen den Programmstücken in verdichteter Zeit erlauschen, wie der Juni klingt.
Ein guter Grund mehr, sich häufiger in die Wellen von Deutschlandradio Kultur zu werfen. Was wir bekanntlich ja auch sonst immer wieder ganz erfrischend finden...
[Bildchen: Den Kalender für den Kalender im Kalender (usw.) verdanken wir einer Spende von Alocamilo für die Wikimedia Commons. Lizenz wie beim Vorbild: cc-by-sa 2.5. Merci!]
Von miss.gunst am 25.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.06.10
Zeitstau und Eigenzeit (WRT)
Zu Zeitmessern und dazu, welches Feld sich hier für DIY-Konstruktionen eröffnet, haben wir im Hintergrund längst ein eigenes Fach im Zettelkasten angelegt - dazu demnächst mehr. Für heute sind sie erst einmal willkommener Anlass für einen Webradio-Tipp.
An Uhren oder genauer gesagt: beim Blick auf die Uhr lässt sich nämlich ein Phänomen erfahren, das auf den schönen griechischen Namen Chronostasis - vulgo: Zeitstau hört. Will man am Zeiger der Zeit beim vergehen zusehen, dann scheint die erste beobachtete Sekunde länger als jene, die ihr folgt.
Eine Täuschung, die weniger im Sehorgan selbst liegt, als vielmehr im Gehirn. Welches vernehmlich "Verweile doch!" ruft, weil ihm dessen Schnelligkeit den Augenblick zu rasch gehen lässt. So entsteht, ausgerechnet Aug' in Auge mit dem geeichten Taktgeber ein Stückenchen Eigenzeit.

Andreas Bick - der uns vor gut drei Jahren schon mal im Zuge eines Kleinen Field Recordings Festival in den Radar gegangen ist - hat 2009 aus dieser Steilvorlage eine Komposition fürs Radio gemacht. Seine Chronostasis will dem Geräusch der Zeit nachgehen - und legt zu diesem Behufe das Ohr an die tickenden und tackenden Chronometer. Das macht Sinn, denn auch das Ohr kennt die in Richtung Êigennzeit verschleppte Sekunde.
Wie sie sich in den Transformationen des Berliner Komponisten anhört? Lässt sich in der Nacht von heute auf morgen, also am 18.06.10 um 0:05 Uhr bei Deutschlandradio Klangkunst erlauschen.
Dann wird nämlich die ursprünglich für das WDR3 Studio Akustische Kunst produzierte Sendung noch einmal ausgestrahlt.
Warum haben wir sie eigentlich vergangenes Jahr verpasst? Da gab es wohl just so eine Sekunde..
[Bildchen: Wäre vielleicht auch ein Weg, der Chronostasis auf die Schliche zu kommen - wenn man sich in der entscheidenden Sekunde auf diese Weise an die Nase fassen könnte. Die Mutter unseres kleinen Eigenzeitmessers ist übrigens ein handelsüblicher Wecker, den Fastily fotografiert und unter cc-by-sa-Lizenz den Wikimedia Commons gespendet hat, welche ergo auch für dieses Bildchen gilt. Merci!]
Von miss.gunst am 17.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
09.06.10
Roboterträume
Eigentlich wollen wir uns in dieser Saison ja möglichst viel im Grünen aufhalten. Aber wie das so ist: Elektrische Schafe träumen beim Grasen eben auch gern. Und wovon? Von Androiden?
Sicher auch. Aber möglicherweise ist das viel zu anthropozentrisch angesetzt und elektrische Schafe träumen eher von Robotern, die sie auf fliegenden Teppichen zu besonders leckeren Weiden tragen und lästige Schäferhunde mitsamt Schäfer ins Bockshorn scheuchen?
Schwer zu sagen. Wie ja auch ganz generell schwer zu sagen ist, wovon Artefakte träumen - ob man sie nun unter "Künstliches Leben", Künstliche Intelligenzen", "Androiden" oder eben "Roboter" rubriziert.
Auf's Philosophieren über diese komplizierten Fragen hat uns aus nahe liegenden Gründen die Ausstellung "Roboterträume" gebracht, die gerade im Museum Tinguely ihre Tore geöffnet hat.
Sie hat ihren Titel nämlich der mindestens unter Science Fiction- und Robo-Fans unter der geneigten LeserInnenschaft sicherlich bekannten, weil zu den Klassikern des Genres zählenden Kurzgeschichte von Isaac Asimov aus dem Jahr 1986 entlehnt, in der ein Roboter bei weniger romantischen Träumen ertappt wird.

Sehenswert ist eine solche Ausstellung selbstredend in jedem Fall - ganz besonders aber, weil einige der potentiellen Robo-Revolutionäre aus den Werkstätten hochgeschätzter KünstlerInnen aus dem Umfeld von HOME MADE stammen.
Sibylle Hauert und Daniel Reichmuth beispielsweise rollen mit V.O.C.A.L. den Turing Test neu auf und fragen "HABEN SIE ANGST ALS MASCHINE ENTLARVT ZU WERDEN?"
Und Kirsty Boyle ist mit ihren phantastischen Karakuri-Robotern mit von der Partie (mehr zur Kakuri-Tradition auf Kirstys Kakuri-Seiten) - von denen, um am Ende doch mal etwas zu verraten, das als Anwort auf die einleitende Frage taugt: elektrische Schafe gern träumen. Also jedenfalls das elektrische Schaf, das diese Zeilen gerade verfasst...
Von miss.gunst am 09.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.06.10
Wolken Machen (Meyer-Brandis)
An Wolken wissenschaftliches und zugleich ästhetisches Vergnügen zu finden: Das hat eine lange Tradition, in deren Linie sich manche grossen Namen reihen. Goethe beispielsweise, der mit "Howards Ehrengedächtnis" eine regelrechte Ode auf die Wolkenkunde schrieb.
Allerdings blieb er dabei als Dichter und Forscher ganz in seinem Metier. Das Wolkenmachen überliess er Luftdruck und -feuchtigkeit.
Agnes Meyer-Brandis dagegen kennen wir schon länger als Künstlerin, die mit ihrem Forschungsfloss gern zum Kern resp. den Kernen der Materie vorstösst.
Und da sie sich in jüngerer Zeit mit verschiedenen Projekten immer wieder und immer weiter in luftige Höhen begeben hat, lag es vermutlich fast schon nahe, sich endlich auch den Wolken zuzuwenden. Und eben dem Wolkenmachen.

2008 ist sie mit ihrem Cloud Core Scanner buchstäblich in die Luft gegangen und hat als stolze Teilnehmerin des zehnten Parabelflugs am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter Bedingungen der Schwerelosigkeit mit selbst konstruierter Spezialgerätschaft die ersten Tröpfchen einer eigenen Wolke in Form gebracht (mehr zu diesem sensationellen Experiment ist im zugehörigen Cloud Scanner Blog nachzulesen).
Derzeit tourt sie nun mit den in ein anschauliches Vortrags-Performance-plus-Film-Format gebrachten Ergebnissen - und nachdem sie am Donnerstag dem Basler plug.in die Ehre gab, ist sie am heutigen Samstag (05.06.10) um 20:00 Uhr im Zürcher Walcheturm zu Gast. Einen Besuch ebendort wollen wir hiermit - nicht nur, aber natürlich insbesondere jenen, die sich vielleicht einmal selbst ans Wolken selber machen machen wollen - wärmstens empfehlen!
[Bildchen: W.z.b.w., es funktioniert. Wobei: Wenn wir Wolken machen scannen, fällt das Ganze noch nicht wirklich so überzeugend aus. Oder?]
Von miss.gunst am 05.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.06.10
Referat für Stadtklang (WRT)
Wie wäre es denn, ein städtisches Büro zu haben, in dem ein/e spezielle/r ReferentIn für Stadtklänge sitzt? Also nicht etwa eine Behörde, die über den Pegel wacht - sondern eine offizielle Stelle, die generell ein offenes Ohr für das urbane Geräusch- und Klangspektrum hat und entsprechend kompetente Auskünfte geben kann.
"Schön wär's!", wird da mutmasslich der eine oder die andere seufzen. "Gibt's nur leider nicht..."
Tja. Von Wegen. London hat ein solches Amt. "Jedenfalls eine Stunde lang", denkt man als nächstes, wenn man die Ankündigung der aktuellen Ausstrahlung von "London Calling" bei Deutschlandradio Kultur liest (nein, mit dem gleichnamigen Klassiker von The Clash hat das Ganze übrigens nichts zu tun). Denn erst einmal klingt das ja doch wie eine gut ausgedachte Hörspiel-Fiktion.

Aber Max Dixon gibt es wirklich (wie unter anderem auch ein Eintrag zum 'Sound of London' in Julian Treasures "Sound Business"-Blog belegen kann) und die Stadt hat ihn wohl tatsächlich damit beauftragt, sich als Experte um die Klänge der Stadt zu kümmern. Unter anderem, weil dem urbanen Raum zunehmend akustische Verödung droht.
Ob wegen der Dominanz bestimmter Geräuschquellen gegenüber anderen, etwa wenn man an die tagein tagaus fliessenden und in den vergangenen Jahren stetig anschwellenden Verkehrsströme denkt, oder weil bestimmte Geräusche wie jene der berühmten Doppeldecker-Busse, die abgeschafft werden sollen (oder, *huch*, schon abgeschafft worden sind?) verschwinden - nun, das werden wir wohl in der Nacht von heute (01.06.) auf den morgigen Mittwoch (02.06.) ab 0:05 Uhr erfahren.
Von miss.gunst am 01.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
27.05.10
Hungrige Landschaften (WRT)
Bislang ging es schon mehrfach um essbare Landschaften und darum, wie man diese beackern kann. Insofern kann es schon neugierig machen, wenn auf einmal der Spiess umgedreht werden soll.
Genau das verspricht nämlich die aktuelle Folge in der Reihe Klangkunst bei Deutschlandradio Kultur: Kunde von Hungrigen Landschaften zu geben.
Dass nicht nur die weite See, sondern auch Waldgebiete und Wüsten Menschen verschlingen, ist an sich natürlich nicht nur ein Topos in der Literatur. Es passiert. Und im Grunde lässt sich selbst unter gewöhnlichen Umständen mit Blick auf die menschliche Vergänglichkeit - Staub zu Staub bzw. Humansubstanz zu Humus - von einem Prozess der Einverleibung durchs Erdreich sprechen.
Für seine akustische Imagination eines solchen Verdauungsvorgangs hat sich der australische Komponist und Klangkünstler Colin Black von einem historischen Fall inspirieren lassen: Dem Verschwinden des deutschen Zoologen und Botanikers Ludwig Leichhardt, der im April 1848 zu einer Expedition in den australischen Busch aufbrach, die sozusagen mit Mann und Maus mehr oder weniger spurlos verschwand. Bis heute wurden ledigich ein paar von Leichhardt markierte Bäume und eine gravierte Kupferplatte gefunden, die wohl an einem seiner Gewehre angebracht gewesen war.

Wie vom Erdboden verschluckt: Bei Black wird das schwarze Loch, welches das Nichtwissen um die Umstände hinterlässt, in einen mählichen Prozess transformiert, in dem eine Klanglandschaft osmotische Gefrässigkeit entwickelt.
Und das kann man hören? Mal hören. Heute auf morgen Nacht, ab 0:05 Uhr, bei Deutschlandradio Kultur...
Von miss.gunst am 27.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
25.05.10
DIY Bodenspekulation
Zugegeben, die Überschrift ist ein bisschen sensationsheischend. Aber es geht tatsächlich um Investitionen in urbanen Grund und Boden - so gesehen übrigens auch eine Möglichkeit, StadtLandwirtschaft zu betreiben.
Allerdings nicht durch Ackerbau. Sondern auf monetärem Wege, also durch den Einsatz von Kapital.
Das ist sonst nun sicherlich so ganz und gar nicht unser Metier. In diesem speziellen Fall jedoch eine Sache, die durchaus ins Log.Buch von HOME MADE gehört.
Es geht nämlich um das bzw. den ARM, den ARTSPACE RONDEEL MASTRICHT, dessen Aktivitäten hier ja auch schon einmal ein Eintrag gewidmet wurde.
Da das ARM als freies Kulturproduktionszentrum Mittel braucht, hat sich Initiator Kaspar König, den wir ja sonst als Klangbastler und Slowbiker auf tönenden Fahrrädern kennen, nun ein interessantes Finanzierungsmodell ausgedacht:
Man kann mit einem Tagesbeitrag von 17 Cent in den Grund und Boden - und damit in dessen kulturelle Nutzung investieren. Und das führt in jedem Fall zu dessen Wertsteigerung. Wenn sich genug InvestorInnen finden, stehen die Chancen gut, dass auf jeden dieser Tagesbeiträge die städtische Förderung noch einmal stolze 5 Cent obenauf legen wird. Und sollte letzteres scheitern, ist das Geld eben in obigem Sinne immer noch produktiv investiert: Nach allen Regeln der Gentrifizierung mehrt ein Kulturzentrum den Wert doch deutlich im Vergeich zu einer Brache im Niemandsland, für die sich keiner interessiert.

Vergangenes Wochenende startete das Projekt-fürs-Projekt - und noch bis Ende Juni können willige InvestorInnen ihr gutes Geld nutzbringend anlegen. Und mindestens eins kann man sicher jetzt schon sagen: Anstatt immer nur unfreiwillig den notorischen Gentrifizierungsprozessen zuzuarbeiten, ist so eine DIY Bodenspekulation doch mal ein interessantes Alternativmodell.
Von miss.gunst am 25.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
21.05.10
Maschinen, Insekten (WRT)
Oder eben: Maschinen als Insekten. Was in umgekehrter Folge erst einmal eine Überblendung mit langer kulturhistorischer Tradition ist - wobei wir in jüngerer Zeit die mähliche Transformation entsprechender Science Fiction-Phantasien in angewandte Robotik von realer Gegenwart beobachten konnten.
Für heute wird, von wegen "beobachten", aber mal nicht hingeschaut. Sondern gelauscht.
In der Nachtsendung des WDR3-Studios elektronische Musik wird nämlich eine aktuelle Produktion von Francisco Lopez vorgestellt, den die Insektenmusik-FreundInnen unter der geneigten LeserInnenschaft natürlich schon von älteren LogBuch-Einträgen kennen.
Nun sammelt Lopez - der von Hause aus ja Biologe ist - eben nicht nur Insektenklänge, die er dann in Maschinenmusik transformiert. Sondern umgekehrt auch Maschinenklänge, welche dann unter seiner Bearbeitung mitunter etwas Organisches bekommen. Wobei das menschliche Gehör natürlich auch per se schon gewisse Tendenzen aufweist, Geräusche, die es nicht einordnen kann, als potentiell von anderen Lebewesen rührend zu interpretieren - was ganz und gar nichts mit lieböhrelndem Lauschen nach Wahlverwandschaften zu tun hat, sondern schlicht und ergreifend auf einen evolutionären Schutzmechanismus zurückzuführen ist. So gesehen bzw. gehört sind übrigens auch eindeutiger identifizierbare Klangmuster technischen Ursprungs wie etwa quietschende Bremsen lediglich eine Erweiterung des Sortiments von Signalen, die wir in der Kategorie "aggressiver Fressfeind nähert sich" abgespreichert haben.
Dass Lopez' Maschinenmusik ein wunderbares Exempel dafür ist, wie man kreativ auf solche anthropologischen Konstanten bauen kann, lässt sich ürbigens auch schon aus dem kleinen Ohrzuckerl auf der Seite mit der Ankündigung der Sendung heraushören.
Voll und ganz eintauchen werden wir dann zu gewohnter WDR3-Akustische-Kunst-Stunde ab 23:05 Uhr...
[Bildchen: Die Mutter unseres Maschinen-Insekts ist übrigens Japanerin; für die Einspeisung ihres Bildes in die Wikimedia Commons unter GNU resp. cc-by-sa-Lizenz danken wir Keyaki. Grand Merci!]
Von miss.gunst am 21.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
14.05.10
Alles Zukunft (Jetzt)
Unter den zahlreichen die Schnittstellen von Medien und Künsten bearbeitenden Festivals, die in jüngerer Zeit mit Blick auf ihre sich ständig erweiternden Zuständigkeitsgebiete auch ihren Namen abgeändert haben, gebührt ihm allemal der erste Preis: FutureEverything!
Jenes Festival also, das alljährlich in Manchester stattfindet und früher einmal (um genau zu sein: bis vor zwei Jahren) "FutureSonic" hiess.
Seit Mittwoch (12.05.) und noch bis einschliesslich morgen läuft die aktuelle Ausgabe mit Ausstellungen, Konferenz(en), Präsentationen und jeder Menge weiterer Aktivitäten.
Anders als kürzlich das electrosmog festival for sustainable immobility (s. den Eintrag vom 20.03.10) setzt FutureEverything zwar durchaus darauf, dass Interessierte persönlich anreisen - aber es gibt auch für die Daheimgebliebenen diverse Optionen, am Programm zu partizipieren. Beispielsweise kann man via Lifestream der Konferenzvorträge bzw. -panels teilhaftig werden, von denen auch heute noch einige stattfinden.

Insofern wollen wir das Ganze einfach mal wärmstens weiterempfehlen - und jenen, die vor Ort sein können, vielleicht noch insbesondere die Teilnahme an den Veranstaltungen des morgigen Festivaltags ans Herz legen, welcher den schönen Titel PlayEverything trägt. Da hätte es dann sogar noch eine UnConference, die zur aktiven Beteiligung ruft, natürlich Spiele zum Mitspielen sowie einen Dirty Electronics Workshop, bei dem nach Lust und Laune in den Eingeweiden eketronischer Gerätschaften gewühlt werden kann - was bekannter Massen ganz nach dem Geschmack von HOME MADE verbundenen HeimwerkerInnen ist...
Von miss.gunst am 14.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
09.05.10
Die Kassette(n) - Geteiltes Glück ff.
In Leipzig bei den ArtZines unzählige Seiten geblättert. Lustvoll in Bergen von kleinen, feinen Publikationen gewühlt. Spannenden Vorträgen gelauscht. Und natürlich auch weidlich diskutiert.
Aber, a propos geteiltes Glück: Gleich nebenan gab es auch noch andere Seiten zu entdecken...
... und zwar solche, die das Herz von FreundInnen der Kassettenkultur höher schlagen lassen.
Gleich in der netten Nachbarschaft des Kunstraums D21, wo derzeit "Thanks for Sharing!" gross geschrieben wird, wohnt derzeit nämlich - noch - Die Kassette.

Und die (bzw. Die) wird ebenso gross geschrieben wie sie ihrerseits eigentlich auch das Motto der aktuellen D21-Schau an ihre Wand schreiben könnte. Gäbe es da nicht schon eine passende Übersetzung in Glück, das sich direkt zum Tausch anbietet. Denn im ersten der beiden Räume wird man gleich von Kassetten begrüsst, die rundum auf schmalen Regalen gereiht sind und mit liebevoll selbst gestalteten Schatullen locken.
Und im zweiten Raum, der als lauschiges Wohnzimmer mit Kassetten- und Zeitschriftenregalen sowie bequemen Sitzgelegenheiten zum Verweilen einlädt, hat es zudem eine zünftig gestaltete Tapete.
Allerdings war zu vernehmen, dass dieses teilbare Glück leider nicht mehr lange währen wird: Noch in diesem Monat muss Die Kassette ihr trautes Heim verlassen.

Dass deshalb - wie (nunja, anzunehmender Weise wohl doch eher augenzwinkernd:) auf der der Heimseite der Kassette nachzulesen ist - gleich die gesamte Kassettenkultur zu Grabe getragen werden müsste, ist natürlich nicht zu befürchten. Und das gilt hoffentlich auch für die Leipziger Kassetten(tausch)kultur.
Kurzum: Wir drücken heftig alle verfügbaren Daumen, dass Die Kassette schon bald in neuen Räumen eine Heimstatt findet. Und empfehlen bis dahin - was sich besonders für Nicht-LeipzigerInnen ja ganz prima mit einem Besuch der ArtZine-Ausstellung nebenan verbinden lässt - das rauschende Abschiedsprogramm.

Von miss.gunst am 09.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
07.05.10
Geteiltes Glück
... ist doppeltes Glück? Mindestens. Denn: Wenn man Glück mit mehreren oder gar vielen Menschen teilt, dann multipliziert es sich natürlich dementsprechend.
Einen anschaulichen Beweis für dieses Prinzip gibt's ab heute Abend in Leipzig.
"Thanks for Sharing" heisst die Ausstellung, die uns der Kunstraum D21 in Leipig kredenzt. Um welches geteiltes Glück es dabei eigentlich geht?
Ja, schon auch um Kunst. Vor allem aber um jene beweglichen Güter, die erst kürzlich in Hamburg von der trefflich benamsten Plattform "Gute Seiten" mit einem kleinen Festival bedacht wurden (siehe auch den Eintrag vom 02.03.10).
"Thanks for Sharing" versammelt über 300 Kunst-(Fan)Zines aus 24 Ländern, deren MacherInnen sich auf den Aufruf des Kunstraums gemeldet und gute Seiten eingereicht haben. Eine Projektgruppe der HGB Leipzig hat sich um die Entwicklung des Ausstellungsdesigns gekümmert. Und nun warten die Zines darauf, ganz nach Neugier, Lust und Laune entdeckt, angeschaut und - soweit sich Texte zu Bildern gesellen - gelesen zu werden.
Genau darum geht es nämlich: Anders als sonst in Museen und Kunsthallen, wo KünstlerInnen-Publikationen grösstenteils in Vitrinen präsentiert und damit dem Zugriff entzogen werden, sind sie hier zum Anfassen und Blättern da. Anders als bei den unzähligen Präsentationen und Messen für dieses in jüngerer Zeit wieder heftig boomende Genre gibt es aber auch nichts zu kaufen. Man muss schon die Gunst der Stunde nutzen und den genius loci würdigen, um des geteilten Glücks teilhaftig zu werden.
Dafür gibt's dann noch ein paar Specials - wie am heutigen Eröffnungsabend (07.05.10), wo die genialen Ladies of the Press aus London ein Life Zine performen und fabrizieren werden. Und am morgigen Samstag dann einen ganzen Tag mit Präsentationen und Vorträgen von Menschen, die ArtZines und andere selbst hergestellte Blätter machen und/oder lieben.
Von miss.gunst am 07.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.05.10
Vögel Hören (WRT)
Eigentlich hatten bzw. haben wir ja gerade mehr die Flora auf dem Schirm. Aber aus gegebenem Anlass heisst es heute, den Radar in Richtung einer anderen Klasse, nämlich jener der flugfähigen Wirbeltiere - vulgo: Vögel auszufahren.
Dass sich selbige nicht allein optisch bemerkbar machen und man dementsprechend auch bei der Bestimmung von Vögeln die Lauscher einsetzen kann, dürfte selbst der Ornithologie abgeneigten Menschen bekannt sein - und für alle anderen, also VogelfreundInnen und -interessierte gab es in diesem Log.Buch ja auch schon diverse einschlägige Einträge.
Letztere (also nicht die Einträge, sondern die FreundInnen gefiederten Getiers) haben vielleicht sowieso schon mitbekommen, dass seit diesem Montag und noch bis inklusive Samstag auf Deutschlandradio Kultur eine ornithologische Themenwoche mit dem schönen Titel "Da fliegen sie wieder!" läuft.
Die in Gänze mitzunehmen muss man schon sehr sehr viel Zeit zum Radiohören haben. Aber mindestens eine Stunde sollten sich wohl all diejenigen reservieren, deren Herz zugleich für die Klangkunst schlägt.
Zu gewohnter nächtlicher Klangkunststunde, nämlich am kommenden Freitag (06.05.) bzw. in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 0:05 Uhr lädt Marcus Gammel zu einer Spezialsendung über "Die Vögel".
Allem Vernehmen nach steht dann aber nicht subtiler Horror ins Haus, sondern eine Radiovolière über Luftbewohner und ihre Hörer.

Wobei: Wer weiss - vielleicht hören wir dan ja auch Unzertrennliche schnäbeln, Spatzen tschilpen und Krähenvögel (k)rähen?
PS: Heute (05.05.10) um 21:33 Uhr wird übrigens nch einmal die Séance Vocibus Avium ausgestrahlt
Von miss.gunst am 05.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.04.10
Glühlampenmusik
Wessen Herz für Glühlampen glüht, leidet seit einiger Zeit schwere Not. Aus den Regalen sind die klassischen Birnen mit dem glosenden Faden bereits verschwunden - und wer weiss schon, wie lange man sich noch am wohligen Licht der in den Fassungen verbliebenen Restexemplare wärmen kann.
Vom heutigen Abend (24.04.10) allerdings dürfen sich mindestens die Zürcher unter den GlühlampenfreundInnen einen temporären Trost versprechen:
Für 20:30 Uhr lädt die Werkstatt für improvisierte Musik im Rahmen der der Reihe "WiM dezentral" in den Walcheturm zum Konzert mit Glühlampenmusik.
Dass sich Lampen bestens als Instrument eignen, wissen treue LeserInnen schon aus frühe(re)n Log.Buch-Einträgen zu singenden Lichtbögen und jenem zu Norbert Möslangs Lampenkonzert in Romainmotier 2005.
Der Glühlampenmusiker des heutigen Abends, begleitet von Hans Koch an der Bassklarinette, heisst Michael Vorfeld, ist Bildender Künstler und Musiker - und kommt als solcher eigentlich von der Percussion her. Aber keine Sorge: Wer nun an auf und mit den Häuptern der Birnchen als Schlagwerk ausgetragende Aktionskunst denkt, liegt falsch.

Zwar wird das Konzert zweifellos auch den Augen etwas bieten - aber es geht wirklich um Glühlampenmusik, bei der Licht(energie) direkt in Klang transformiert wird. Also elektroakustische Expermimentalmusik:
"Aus den Veränderungen der Lichtintensität, dem rhythmischen Flackern der Glühbirnen oder dem Leuchten und Glimmen der Glühelemente entwickelt sich ein feingliedriges und vielschichtiges akustisches Geschehen."
Verspricht jedenfalls die Ankündigung. Und das tönt doch ganz nach einer Veranstaltung, die man auf keinen Fall verpassen will, oder?
[Bildchen: Ja, so eben gerade nicht. Aber wir geben gern zu: Das war die erste Assoziation...]
Von miss.gunst am 24.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.04.10
Konk Pack (WRT)
Weil auch HackteriaktivistInnen und DIY-BiolaborantInnen mal ein Päuschen machen müssen, gibt es zwischendurch einen Webradio-Tipp - bei dem man ausnahmsweise weder Insekten zirpen, Kröten quaken noch Mikroben singen hört.
Sondern schlicht spannende Experimentalimprovisation. Vom Trio Konk Pack, zu dem sich Thomas Lehn, Tim Hodgkinson und Roger Turner seit 1997 regelmässig zusammenfinden.
Vergangenes Jahr spielten sie auf Einladung von Christoph Korn (s.im hauseigenen Archiv) und Hermann Kretzschmar (vom Ensemble Modern) beim Frankfurter ROT-Festival für Neue Musik und Klangkunst, heute (17.04.10) Abend um 23:05 Uhr gibt es das Ganze als Ursendung in der Artist's Corner von hr2 - weshalb wir einen Sprung in den Webradio-Stream wärmstens empfehlen wollen.
Falls Bedarf bestehen sollte: V-Ohrkosten kann man auf der MeinRaum-Seite von Konk Pack.

[Bildchen: Mit den Musikvorlieben der Bazillen sind wir eigentlich noch nicht vertraut. Aber imaginieren kann man's ja mal...]
Von miss.gunst am 17.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
26.03.10
Klangkunst auf die Karte (WRT)
Auch eine Methode, neue Klänge auf die Landkarte zu setzen: Einen Aufruf an den Klangkunst-Nachwuchs richten und dann ausgewählte Stücke im Radio präsentieren.
Genau das macht die Klangkunst-Reihe von dradio kultur alle Vierteljahr - und so auch heute (26.03.10) Nacht um 0:05 Uhr, in ihrer so genannten "Newcomer Werkstatt".
Woraus wir doch gleich mal einen Webradio-Tipp machen.
Wo dann Fähnlein gesetzt werden, können natürlich die HörerInnen hernach selbst entscheiden...

[Bildchen: So stellt man sich das - nicht von ungefähr - mit der Wertschätzung des experimentelle Klänge produzierendes Nachwuchses durch Sendeanstaltsleiter vor. Was aber eben glücklicherweise bei Deutschlandradio Kultur ganz anders ist...]
Von miss.gunst am 26.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
20.03.10
electrosmog festival
Eine gute Gelegenheit, nach all den Ausflügen in den Weltraum die Füsse wieder auf den Boden zu bekommen. Und sie für eine Zeit auch dort zu lassen. Was unter anderem auch dem ökologischen Gleichgewicht äusserst zuträglich ist.
Denn bekannter Massen ist es nicht nur eine ziemliche Umweltsünde, Flugkörper wie Satelliten ins All zu schicken - wo mittlerweile tonnenweise Weltraummüll seine Bahnen zieht. Auch terrestrische Reisetätigkeit stellt eine erkleckliche Belastung des Ökosystems dar.
Genau hier setzt das electrosmog festival for sustainable immobility an. Es hat sich vorgenommen, einigen ökosystematischen Fragen aus wissenschaftlicher, medienkultureller und künstlerischer Perspektive nachzugehen (was derzeit ziemlich im Trend liegt, aber dazu bei anderer Gelegenheit noch mehr) - und beginnt dabei gleich bei einem Thema, das so manche internationale Konferenz zur Nachhaltigkeit bei genauerem Hinsehen ziemlich alt ausschauen lässt, wenn vorweg erst einmal die TeilnehmerInnen aus aller Welt in den Flieger steigen müssen.
Dieses eben nicht besonders nachhaltige Organisationsprinzip kontert das Festival, indem es den Fokus auf "Sustainable Immobility" richtet. Und zwar nicht nur inhaltlich, sondern auch, was die eigene Logistik betrifft: Um teilzunehmen, muss sich niemand besonders weit vom Fleck rühren - denn das Programm wird durch ein Netzwerk von Institutionen und Initiativen bestritten, die ihre lokalen Veranstaltungen in Realzeit aufzeichnen und per Stream online zugänglich machen. Zugleich kann man sich von zuhause aus in verschiedenen Debatten engagieren, kommentieren und so weiter. Und sogar das Workshop-Angebot steht NetzteilnehmerInnen teilweise offen - und sei es auch nur als 'e-learning' zum Fenstlern.

Wie gut das funktioniert, liess sich schon in den vergangenen zwei Tagen testen - und auch am heutigen Samstag (20.03.10) gibt es noch ein interessantes Programm, zumal die (je nach Zeitzone:) Nachmittags-/Abend-/Nachtsektionen heute vorwiegend von den beteiligten KünstlerInnen-Initiativen in New York, London, Berlin und Amsterdam bestritten werden. Allerdings: Um an den Workshops auch praktisch teilnehmen oder auch die begleitenden Ausstellungen ansehen zu können, muss man sich eben doch vor Ort begeben.
Es ist auch sicher kein Zufall, dass die gute Idee von Menschen wie Erik Kluitenberg und Adam Hyde stammt, die sich mit den Potenzialen der Netzkultur bestens auskennen - und zugleich im die sehr spezifischen Produktionsökonomien in diesem Sektor wissen, zu denen eben unter anderem auch das Tingeln von Konferenz zu Konferenz, von Festival zu Festival gehört.
Wissen müssten die beiden freilich auch, a propos "sustainable immobility": Dass die aktuelle Festivalstruktur vielleicht doch noch keine ideale Ökobilanz garantiert. Denn die fällt nun mal gerade für IT bzw. elektronische Netzwerktechnologie auch nicht besonders günstig aus, wie schon vor zwei Jahren eine Studie des IZT sehr zu Recht monierte (kompakt dazu: ein Gespräch mit Siegried Behrendt auf den Seiten von Deutschlandradio)...
[Bildchen: Tja. Um wirklich auf eine nachhaltige Ökobilanz hinzuarbeiten und nebenbei den Elektrosmog im eigentlichen Wortsinn zu minimieren, müsste wohl auch das bzw. ein nächstes electrosmog festival for sustainable immobility den Stecker ziehen und sich ganz auf die lokal praktizierbaren lokativen Medien konzentrieren. Oder?]
Von miss.gunst am 20.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
13.03.10
Space Disco (WRT)
Da wir nun ja gerade wieder mit den Satelliten im Weltraum kreisen, gibt es dazu auch gleich einen passenden Webradio-Tipp.
Und zwar einen, bei dem sich die eher noisig knarzenden und knisternden Planetenradios ausnahmsweise wohl eher zurückhalten werden - weil die Milchstrasse diesmal als dance floor dient...
Das samstägliche Segment von WDR3 open - der "freiraum" - ist schliesslich weder Wissenschaftsfeature noch Clubfunk für FreundInnen verschrobener Radiokunst. Sondern schon eher ein Ballsaal, in dem gut aufgelegte populärere Musikgattungen eine nette Nacht miteinander verbringen - sich dabei aber mitunter gern zu ungewöhnlicheren Konstellationen zusammenfinden.

Wenn es dabei heute (13.03.10) Abend in die "Space Disco" gehen soll, lässt die Ankündgigung nun nicht unbedingt einen "Bypass von Gregorianik zu Plunderphonic" oder eine Revue "von Elvis bis Electronic" erwarten, wie sie im obig verankerten Basiskonzept der Sendung zitiert werden.
Aber wer weiss, wohin uns die Montage aus "Scifi-Texten und Sound-Bits", die Steffen Irlinger (den der eine oder die andere vielleicht auch von seinem Freischwimmer auf byte.fm kennen wird) entführen wird. Also wenn nicht gleich in den Weltraum und seine unendlichen Weiten, dann doch mindestens dorthin, wo der Mond eine Diskokugel ist...
[Bildchen: Der Mond eine Diskokugel? Aber sicher. Und die Diskokugel ein Satellit und der Satellit... ojeja. Der ist dann eher zu bedauern.]
Von miss.gunst am 13.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
07.03.10
Durchdrehen mit Strotter und Floka
Dass sie gerne mal durchdrehen, dürften wohl die wenigsten Menschen von sich behaupten. Durchaus anders verhält sich das im Fall von zwei Künstlern, die offenkundig eine ziemliche Freude am Durchdrehen haben.
Und diese Freude auch weitergeben.
Und das geht so: Der eine, nämlich Strotter - den wir ja bereits als eingefleischten Dreher und Fräser kennen (s.a. die zahlreichen Einträge im hauseigenen Archiv) - spielt seine mit allerlei durchaus brachialen Eingriffen manipulierten Schallplatten.
Was für sich genommen ja schon eine grossartige Konzert-Performance ist.
Der andere, also Floka bzw. Florian Kaufmann - seines Zeichens versierter Bastler bzw. Bricoleur Universel, der auf den kunstsinnigen Umbau alter Maschinen und Geräte spezialisiert ist (s. ebenfalls so einige Einträge im hauseigenen Archiv) - zeichnet die Klänge von Strotters Konzert-Performance auf.
Aber nicht etwa mit irgendeinem schnöden digitalen Recorder.
Vielmehr nimmt Floka hierfür seine eigene, umgebaute Rillenfräse in Gebrauch: Eine echte Schneidemaschine, mit der ehedem Vinyl in tönende Form gebracht wurde und mit der nun die Klangrillen auch auf ganz andere Dinge aufzubringen sind, die dann zu veritablen Tonträgern werden. Wie zum Beispiel Bierdosen, die sich dann natürlich auch wieder auf Turntables spielen lassen.
Die erste Edition der bespielte und spielbaren Bierdosen wie auch das erste Durchdrehen gab es seinerzeit während der HOME MADE Projektwoche 2006 in Solothurn - heute (07.03.10) Abend ab 20:00 Uhr zeigen die beiden im Cabaret Voltaire (ja genau: dort, wo derzeit auch die leicht abgedrehten Haushaltsgerätschaften von Stefan Doepner ihr programmatisch unruhiges (Un)Wesen treiben), dass ihnen das gemeinsame Durchdrehen nach wie vor Freude macht - und diese sich auch bestens weitergeben lässt.

Fotos, weitere Informationen und sogar ein kleines Ohrzuckerl
[Bildchen: Weil Fotos vom durchdrehen sowohl im eigenen Log.Buch als auch in der Nachbarschaft schon sattsam vorhanden sind, hier der Versuch, ein Schema der Aufzeichnung aufzuzeichnen. Schwierig - stimmt so natürlich hinten wie vorne nicht. Aber wenigstens ein ganz klein wenig...]
Von miss.gunst am 07.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.03.10
Bewegliche Raumklänge (WRT)
Eigentlich sind sie ja eine Gemeinheit: Da sich das Tier Mensch zu guten Teilen über die Akustik im Raum orientiert, sollten Klänge und Geräusche idealerweise mehr oder weniger fest verortet sein, während man sich selbst bewegt. Der Presslufthammer links (Abrücken zum Ohrschutz, nicht in die Baustelle stolpern), das Auto von rechts (besser mal stehenbleiben, wenn's eine Kreuzung ist)...
... und Nase voraus klappert die Mühle am rauschenden Bach, in der wir gern unser Päuschen machen wollen. Oder so ähnlich.
War allerdings eigentlich nicht anders zu erwarten, dass sich das technisch begabte Tier Mensch mit diesen gegebenen Verhältnissen auf Dauer kaum begnügen würde. Historisches Beispiel aus der Popkultur: Die Einführung des Surround Sound Cinema - war schon beeindruckend, im weichen Polster zu sitzen, indes einem beim Krieg der Sterne die Teile des Schwarzen Planeten auf einmal direkt um die Ohren flogen.
Richtig spannend wird es aber, wenn KünstlerInnen dann die Schraube noch ein bisschen weiterdrehen und die Raumklänge in eher unerwarteter Weise in Bewegung bringen. Wie zum Beispiel Anthony Moore, der für seine "Moving Sounds" Flüsse aufwärts fliessen lässt und alltagsübliche Bahnhofsgeräusche in schlurfende, verzwirbelte Klangteppiche verwandelt, die sich im Innenohr verdröseln.
Heute Abend um 23:05 bringt das WDR 3 open Studio Akustische Kunst die 2000 entstandene Arbeit im Surround Sound ins Radio. Und wer keine Zeit hat, zu besagter Stunde einzutauchen, kann sich die Sendung hernach sogar auf ein Gerät seiner Wahl laden und das Klangerlebnis nach Belieben nach- und wiederholen. Klasse, das.

[Bildchen: Auch eine Art Surr-(a)round Sound.]
Von miss.gunst am 05.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.03.10
Gute Seiten Festival
Gute Seiten gehören eigentlich in den Zettelkasten. Wenn allerdings Gute Seiten noch mehr Seiten zusammenbringen, um die besten Seiten zu prämieren, dann ist das ein vermeldenswerter Anlass.
Daher ausnahmsweise wie so oft nicht der Reihe nach, sondern eben dem Anlass gemäss: Das von Alain "rebel art" Bieber begründete Kiosk-Projekt Gute Seiten - wahrlich ein Mekka exquisiter Club Doré für LiebhaberInnen von in Klein- und Kleinstauflagen vertriebenen, oft in Eigenproduktion hergestellten und im Selbstverlag erscheinenden Kunst- und Künstler-Magazinen - lädt ab heute (03.02.10) für drei Tage zum Gute Seiten Festival in den Hamburger Kunstverein.
Auf dem Programm sehen neben der obligaten Messe für Artzines und -Zinesters nicht nur die würdevolle Verleihung des Gute Seiten Awards, bei dem von einer Jury daie beste Erscheinung des Jahres erkiest werden soll.
Angekündigt ist auch die sensationelle Ersterscheinung von SiebenLeben 7Live - eines des ersten Live Magazins seiner Art:
"Kein Papier, kein Online-Content, kein Abo – dieses Magazin existiert nur für eine Nacht, nur an diesem Ort! Unterschiedliche Autoren aus den Bereichen Mode, Musik, Kultur, Kochen, Sex präsentieren eine Reportage, eine Kolumne oder ein Thema in jeweils 7 Minuten. Alles in einer 75-minütigen Live-Show."
Mit dabei zur bzw. zuständig für die Einlösung des Versprechens sind... na, einfach ins Inhaltsverzeichnis schauen und sofort schwach werden... Kurzum: Klarer Fall von: Nicht verpassen bzw. Hingehen, wenn man denn kann!

[Bildchen: Ersatzvergnügen. Mit Seiten. Seh-n-süchtig das Gute Seiten Festival im Sinn. *seufz*
Und: Dochdoch, das haarig ausschauende Zeug sind tatsächlich Seiten. Aus Papier.]
Von miss.gunst am 02.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
26.02.10
Klangkunde mit Kubin (WRT)
Gleich noch ein Webradio-Tipp, und zwar ein akuter - aber da es hier ja auch immer wieder mal um Basiswissen geht, sollten sich Klangkundler und -bastlerInnen diese Lektion wirklich nicht entgehen lassen...
Kein Geringerer als der von uns bekanntlich sehr geschätzte Felix Kubin (mehr im hauseigenen Archiv) bestreitet nämlich am heutigen Freitag in der ersten Morgenstunde (26.02. um 0:05 Uhr) die akuelle Sendung in der Klangkunst-Reihe von Deutschlandradio Kultur.
Unter den vielversprechenden Titel "Säugling, Duschkopf, Damenschritte" wird uns "eine polymorphe Klangbibliothek" kredenzt werden. Na, da sperren wir natürlich neugierig die Lauscher auf!

[Bildchen: Ein guter Grund mehr, sich in dieser Sendung schlau zu machen. Unsere kleine Klangenzyklopädie fällt, wie schon ein kleiner Auszug belegt, doch eher etwas langweilig aus.]
Von miss.gunst am 26.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.02.10
Natur ruft - Tiere antworten (WRT)
Bevor es weiter um wissenschaftliche Experimentalbastelkultur wie DIY Mikroskopie und die beflügelnde Beobachtung von kleineren Lebewesen geht, soll es zwischendurch auch wieder einmal einen Webradio-Tipp geben. Und zwar passender Weise einen, bei dem ebenfalls künstlerische Natur-Wissenschaft Thema ist...
Schon im vergangenen Sommer hat Rikke Hansen - die derzeit am Goldsmith College über den Blick auf das Tier in der Kunst und der visuellen des 20. Jahrhunderts foscht ('The Sublime Animal: Contemporary Art and the Animal Aesthetic' ist der Titel ihres Ph.D.-Projekts) - auf unserem Londoner Lieblingssender resonance fm eine wunderbare Sendereihe mit dem schönen Titel "Nature Calls: Animals in Visual Culture" bestritten.
Inzwischen hat sie unter diesem Titel sogar eine wöchentliche Sendung. Das Original wird freitags nachmittags ausgestrahlt; Londoner Zeit 16-16:30 Uhr, bei uns also eine Stunde später - damit leider leicht zu verpassen, wenn man noch bei der Arbeit oder schon anderweitig ins Wochenende unterwegs ist.
Beglückt haben wir jedoch kürzlich festgestellt: Mittwochs um 21:00 (London) bzw. 22:00 (MEZ) wird die Sendung jeweils wiederholt - und das wollen wir doch gleich weizergeben und empfehlen: Den resonance-Webstream anwerfen und mitlauschen, wenn es wieder heisst: "Nature calls..."
Wer oder was genau - die Natur selbst? Ein Tier? - in obig rechts eingefügtem Bildchen ruft?
Schauen wir doch einfach mal nach...

[Bildchen: Hier ruft laut und vernehmlich die zweite (dritte? vierte?) Natur: Weinlaubpieper, letzten Sommer bei der HOME MADE-SGMK-Woche im Ticino gesichtet...]
Von miss.gunst am 24.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
16.02.10
DIY Spektroskopie II (Dusjagr Labs @ ctm2010)
Mindestens eins der Instrumente, mit denen im Berliner Spectroscopy Workshop den Wellen auf den Leib gerückt wurde, können wir schon etwas genauer in Augenschein nehmen.
Und passender Weise sogar eines, bei dem es tatsächlich ums Sichtbarmachen geht.
Bei den BastlerInen waren nämlich auch Marc Dusseiller und Andy Gracie zu Gast.

Aus den hackteria-Workshops nach Berlin mitgebracht hatte Marc nicht nur sein mobiles Mini-Biolab, sondern das Prinzip, auf der Basis bzw. unter Verwendung einer kleinen, umgerüsteten Webcam nützliche Instrumente zu bauen (s.a. Bilder vom DIY Webcam-Mikroskop aus dem Tessin im Archiv der Dusjagr Labs sowie Bärtierchen-Bildchen der Cam im hauseigenen Archiv, wobei der Eintrag über das Mikroskop selbst in unserem Zettelkasten hier noch aussteht...).

In Berlin ist nun - passend zum Thema des Workshops und an die klassische optische Spektroskopie anknüpfend - der Prototyp für ein DIY Spektroskop entstanden, das man mit einfachsten Mitteln bzw. Materialien selber bauen kann. Die wichtisten Basis-Bauteile sind: Eine Webcam, eine (zerbrochene) CD, Pappe und Klebeband. Sowie natürlich ein wenig Elektronik, um das Ganze an den Rechner anzuschliessen, über den der Input auf dem Bildschirm betrachtet und dann auch wieder an einen Beamer ausgegeben werden kann...

Einige Fotos zu Aufbau, Innenleben und Ausgabe der Spektroskop-Cam sind im entsprechenden Eintrag bei den Dusjagr-Labs immerhin schon mal zu sehen - auf dem Wunschzettel der gespannten DIY-ForscherInnen-Gemeinde stünde nun natürlich idealerweise eine Step-by-Step-Anleitung zum Nachbauen (zwinker zwinker, stups stups ;))...

[Bildchen: Vom Workshop im CTM-Hinterzimmer. Das DIY Spektroskop in seiner ganzen Bastelpracht am Recher (der auf diesem Bildchen allerdings gerade noch an, na was wohl, das DIY Mikroskop angeschlossen ist - auf dem Schirm tummelten sich da wieder dekorative Tardigraden); die Ausgabe bei ruhendem Gerät (hier sieht man gut die CD im Inneren; das Spektroskop in Aktion (bekommt gerade ein bisschen Licht von der MT-Taschenlampe); dito und auf dem Schirm: ein schönes Spektrum...]
Von miss.gunst am 16.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
14.02.10
DIY Spektroskopie (@ ctm 2010)
Das elektromagnetische Spektrum hatten wir in diesem Log.Buch schon häufiger auf dem Radar.
In Berlin gab's nun wieder Gelegenheit, neuen Erkundungen nachzugehen.
Zu den Workshops, die dieses Jahr im Rahmen des club transmediale angeboten wurden, gehörte nämlich auch einer zur Spektroskopie, angeboten von Jo FRGMNT Grys und Martin Kuentz von NK (auch eine Adresse, die man sich merken muss, btw).
Tolles Programm über mehrere Tage, bei dem wir gern dabei gewesen wären - weil selber in einem Forschungsworkshop (dazu ein andermal mehr) ging leider nur vorbeischnuppern, -schauen, -lauschen. Aber zum Abschluss gab es dann noch eine zünftige Jam-Session, bei der die TeilnehmerInnen ihr Instrumentarium präsentierten. Anders als die Spektroskopie klassischer Schule ging der Workshop nämlich auch auf die auditive Erforschung der Wellen aus.
Nun ist das Eigentliche an einem Workshop die Teilnahme - das braucht keine Bühne und lässt sich auf der auch nur bedingt an Dritte vermitteln. Akustisch fiepen und knarzt es aus de elektromagnetischen Spektrum - angenehm noisig-chillig, aber was überspringt, ist schon mehr die Begeisterung der Beteiligten am/im Tun. Die sei hiermit augen- und ohrenbezeugt - und mit beistehenden Schnappschüsschen von leider eher mässiger Qualität ein wenig wenigstens illustriert. Ob wir es noch schaffen, das eine oder andere der sensationallen Instrumente einzeln vorzustellen? Mal sehen...


[Bildchen: Von der abendlichen Jam-Session am Samstag im .hbc. Scharfer Sendeturm (leider etwas unscharf aufgenommen); die AkteurInnen beim Aufbau (Jo Frgmnt Grys ganz rechts, Martin macht sich im Hintergrund gerade etwas unsichtbar - und auch sonst sind nicht mal alle mit im Bild); Jammin' (dito, links unten ausserhalb des Fokus wurde beispielsweise noch Wasser bespielt...)]
Von miss.gunst am 14.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
12.02.10
Ein-Bildungen (Esemplasticism @ ctm 2010)
Esem... wie bitte? Der Titel dieser Ausstellung scheint erst mal eins: Preiswürdig in der Kategorie "Fremdwortverliebter Kryptizismus". Hilfreich ist daher vielleicht als erster Hinweis: Das ganze hat mit Wahrnehmung zu tun...
Tatsächlich ist "Esemplasticism" auch im Englischen ein Kunstwort - allem voran, was den "ismus" am Ende betrifft. Zu "esemplastic" (steht zu lesen: aus dem Griechischen abgeleitet für "hineingeformt" - naja, eis, (h)en... da nimmt es das Wictionary wohl nicht so genau... aber bei Coleridge steht es dann tatsächlich in etwa dieser Bedeutung - genauer gesagt,es wurde von ihm erfunden, um die willentliche, schöpferische Einbildungskraft zu beschreiben.
Nehmen wir zum Beispiel ein Bild wie dieses hier, bei dem ein dickes schwarzes Rechteck den wohlgefälligen Anblick zweier sympathischer Gesellen gemein blockiert...

Direkt auf Coleridge bezieht sich die Schau, die Hicham Khalidi ursprünglich für den Kunstraum TAG in Den Haag zusammengestellt hat und die anlässlich des Club Transmediale nach Berlin gereist ist, allerdings auch nicht. Sondern mehr auf dessen weiterführenden Gebrauch im wahrnehmungs- und kognitionspsychologischem Sinne:
"Our brains are esemplastic, shaping disconnected elements – incomplete or ambiguous information from our senses – into the seamless whole of our experience. What we see, hear, touch and feel is folded into an amalgam of data, emotions and cultural baggage. [...]"
So weit, so erst einmal hilfreich und gut - richtig interessant wird es jedoch, so die These der Ausstellung, wenn wir uns zunehmend Wahrnehmungen als/in Erfahrungen einformen, die aus sinnlich-erfahrungstechnisch mehr oder weniger unkontrollierbarer Quelle stammen bzw. unseren primären Wahrnehmungskapazitäten eigentlich längst nicht mehr zugänglich sind.
... und dann stellen wir vor, wie schön die freie Sicht aufs Mittelmeer die beiden wär... von denen vermutlich viele vermuten, dass sie in ganzer Pracht etwa so aussehen:

Vor diesem Hintergrund will "Esemplasticism - The Truth is a Compromise" allerdings nicht in das gern angestimmte Klagelied von einer etwa nicht mehr zu bewältigenden Datenflut einstimmen. Und das konsequenter Weise, denn die Annahme einer "esemplastic capacity" besagt ja, das unser Hirn irgendwie schon zurecht kommt - die interessante Frage ist da eher schon die nach dem "wie".
Ergo soll es bei/mit den versammelten Arbeiten darum gehen, ein Stückchen zurückzurudern und erst einmal die (theoretisch: esemplastische) Kapazität bzw. Arbeitsweise des Gehirns selbst zu untersuchen. Den DIY-Anteil der Wahrnehmung-als-Einbildung sozuagen. Was schwer nach Versuchsanordnungen klingt. Aber in diesem Fall eben doch solchen, die dezidiert mit künstlerischen Mitteln forschen...
Die nun alle aufzuzählen, wäre wohl nicht so fruchtbringend - die Liste der beteiligten KünstlerInnen steht im Netz, Aram Bartholl hat sogar den Raumplan für das .spa.* digitalisiert und bei art in berlin gibt es einen prima Videoclip mit einer Einführung in die Ausstellung durch den Kurator und kurzen Gesprächen mit einigen der Beteiligen.
Oder aber doch vielleicht eher so?

Vor allem aber kann man sich die Ausstellung noch bis inklusive 28.02.10 selbst ansehen - und das sei hiermit wärmstens empfohlen.
*(Kein "Spa", sondern dasselbe Gebäude wie der ctm-Standort .hbc, aber der Eingang ist ums Eck in der Spandauer Strasse gelegen).
Im Log.Buch hätten wir dagegen idealer Weise gern ausgewählte Schauexperimente Arbeiten einzeln genauer angeschaut und vorgestellt. Mal seheh, ob das - weil dann natürlich gern auch mit Bild und das muss aus den üblichen Gründen eben angefragt werden - noch klappt...

Ja, da muss es grinsen. Das Bild. Wie war das doch gleich mit dem esemplastischen Vermögen?
[PS zum Bildchen: Kam in den Sinn, als a) über das esemplastische Vermögen und b) über Alternativen zur Einholung von Abildungsgenehmigungen nachgerübelt wurde. Schöne Bilder einer der Ausstellung hats aber natürlich auch. Zum Beispiel bei Flickr.]
Von miss.gunst am 12.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.02.10
A MAZE festival
Mit Blick zurück auf die transmediale-Tage in Berlin muss natürlich noch ein zweiter Anlass Erwähnung finden, den FreundInnen der Game-Kultur im Kalender stehen hatten: Das A MAZE Festival.
Mal ganz abgesehen davon, dass die 2008 gegründete Initiative über die wohl niedlichste Grafik-ID ever verfügt (siehe allein die A MAZE-timeline, den Festivaljingle kann man bei Youtube anschauen) und insgesamt sehr rege ist, hat A MAZE in diesem Jahr wieder eine mehrtägige Feier der Kreativität rund um die diversen Konvergenzen und inter/trans/crossmedialen Aspekte des Mediums Computerspiel auf die Beine gestellt - mit Ausstellung(en), Konferenz, Workshops, Panels und und und....
Wobei es das A MAZE Festival auszeichnet, dass bis auf die naturgemäss mehr auf Präsentation und Diskussion ausgerichteten Panel/Konferenz-Module fast alle diese Levels spielbar sind. Und das gilt nicht nur für die Installationen und die Ausstellung, deren Fokus diesmal - direkt ans club transmediale festivals andockend - auf Musik in Games bzw. Games steuerte, bei denen Musik ein zentrales Element ist (auch hier gibs einen kleinen Einblick im Bewegtbild bei Youtube und es gibt eine ganze Reihe lesenswerter Artikel dazu im A MAZE Journal).
Im Global Game Jam wiederum - seinerseits schon ein Festival-im-Festival - ging es darum, in gut 24 Stunden gemeinsam Spiele bzw. Gameplays zu entwickeln. Wer nicht glaubt, dass das geht: Ergebnisse stehen bereits im Netz.
Und dann gab es auch dieses Jahr wieder den A MAZE Jump'n'Run Bonus Cheat - die finalen Clubnächte mit Game-Performances und Installationen zum Mitspielen (wieso weshalb warum: siehe eine kleine Überschau bei A MAZE. Ist mittlerweile natürlich nurmehr just for the records, aber ein paar Beiträge wollen aus nahe liegenden Gründen in unseren Zettelkasten wandern:
Erstens, Wiijtimsky, der - wie weiland 2008 beim DIY Festival auch von Bruno Spoerri vorgeführt - die Wii-Interfaces bzw. Fernbedienungen für seine Musikperformances nutzt.
Zweitens, Fiju2 von Julian Oliver (der auf der transmediale u.a. mit dem "Artvertiser" vertreten war - weil hier gleich das ganze Game als Musikinstrument funktioniert.
Drittens, nicht nur aus Fantreue (s.a. im hauseigenen Archiv), sondern ebenfalls wegen kreativer Nutzung von Gameware: die Atari Live Pixel Bomb Performance von STU und Raquel Meyers.
[Bildchen: Ja, ganz schön anstrengend dauernd etwas passendes imaginieren zu müssen. Haben also unseren kleinen Knopf ins Maze geschickt. Springen und Rennen hilft in einem Labyrinth allerdings nicht sehr viel weiter... Grand Merci fürs Original-Maze (das sogenannte Kretische) geht übrigens an AnonMoos, der die Vorlage den Wikimedia Commons bzw. in die Public Domain gespendet hat. Dort fände sich übrigens auch die Hilfe für den Verirrten. Theoretisch. Denn wir waren ja ganz gemein und haben das Labyrinth in eines verwandelt, aus dem es definitiv kein Entrinnen gibt. Minos hätte seine Freude daran gehabt...]
Von miss.gunst am 10.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.02.10
Spiel mich!
Satelliten? Sind das nicht die Dinger, die im Orbit herumschweben und Signale gen Erde senden? Eigentlich schon. Mitunter lohnt es aber auch, selbst ein Shuttle flottzumachen und Richtung Satellit zu reisen. Wie im Fall der Ausstellung GaMe!, die zur transmediale auf der Liste der Satelliten stand...
... und die sich mindestens Game-EnthusiastInnen doch gleich auf die Liste "unbedingt ansehen gehen" setzen sollten. Zumal sie, anders als die transmediale selbst, noch bis 24.03.10 im DAM aufgesucht werden kann.
Mitspielen kann man vor Ort zwar nicht bei allen Games. Todd Deutschs Fotografien aus der Serie "Gamers" beispielsweise funktionieren vielleicht eher als Spiegel (oder Blick durch ihn hindurch, je nachdem). Unser DIY-Tipp dazu: Einfach mal eine Webcam installieren und testen, wie bedröppelt der Wetware-Avatar vor dem Rechner dreinschaut, während man als stolzer Nachtelf seine Raidschlachten schlägt.
Joan Leandre wiederum schubst in seinen Arbeiten mit manipulierter Software selbst routinierte GamerInnen in die Zuschauerposition.
Aber dann ist da noch Mark Essen, bekannt für seine surrealen Splatter-Games in 8bit- und Collageästhetik. Nach Berlin hat er "The Thrill of Combat" von 2009 mitgebracht, bei dem man mit dem Hubschrauber auf Organspender-Jagd gehen muss. Prädikat "spielbar" - neue Fand wie auch daheim Gebliebene können den Fleischfang übrigens direkt bei Essen für schlappe 4.99 Dollar auf den heimischen Rechner laden.
Einen ganz anderen Zugang findet man bei "Tale of Tales" von Auriea Harvey und Michaël Samyn - manchen vielleicht noch aus der net.art-Szene bekannt. Nach dem irgendwie schräg verzauberten, spielbaren Bildschirmschoner "The Endless Forest" haben sie 2009 "The Path" herausgebracht, eine grusig-poetische Variation auf Rotkäppchen (und seine fünf Schwestern, welche die Gebrüder Grimm schnöde unterschlagen haben).
Und schliesslich ist Jason Rohrer mit von der Partie, der sich vor einigen Jahren aus einer Blitzkarriere in der Spieleindustrie aufs Land zurückgezogen hat, um alternative Games zu entwickeln: Optisch mögen seine Spiele ziemlich schlicht daherkommen - dafür setzen sie auf emotionale Komplexität.
Keine Spiele, sondern Spielzeug hat France Cadet mitgebracht: "Gaude mihi" - also "Mach mir Freude!" heisst ihr Schaukel-Robodog. Kann man derzeit im DAM wirklich laut sagen. Weil die ganze Ausstellung Freude macht.
[Bildchen: Gehören natürlich nicht zur GaMe!-Ausstellung oder einer der dort gezeigten Arbeiten. Sollen ersatzweise einfach nur eine Basisformation imaginieren, die immer wieder aufs Neue "SpielMich!" ruft. Ja, die Welt ist eine Scheibe und der Keks ist rund. Und der Ball ist schön. Undsoweiter...]
Von miss.gunst am 08.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
04.02.10
Zukünfte (tm 2010)
Nicht nur Murmeltiere grüssen jedes Jahr Anfang Februar. Auch die transmediale steht um diese Zeit im wiederkehrenden Kalender - und heuer hat sie sogar ein Leitthema ausgerufen, das direkt zu dem des Murmeltiertags passt.
"Futurity Now!" - also "Zukünftigkeit" oder sogar ganz direkt: "Zukunft jetzt!" Letzteres scheint in der jeweils herrschenden Gegenwart etwas schwer zu realisieren zu sein, insofern sich erstere im Jetzt ja unweigerlich in letztere verwandelt. Zukünftiges im Blick zu haben oder in selbigen zu nehmen, das lässt sich schon eher machen.
Traditionsgemäss sind dafür (neben und noch vor den Murmeltieren) die Künste und die Medien zuständig - und so selbstredend auch auf der aktuellen transmediale.
Einen genaueren Begriff von der Zukünftigkeit kann man sich wie immer in einem denkbar breit angelegten Programm machen, das eine Ausstellung, eine Konferenz, Vorträge, Panels, Performances, Konzerte, dazu zahlreiche Salons und Workshops sowie diverse Satelliten-Veranstaltungen umfasst.
Etwas mehr als nur Satelliten sind der ebenfalls traditionsreiche club transmediale und das Computerspiel-Festival A MAZE Interact, die bereits vergangenes Wochenede begonnen bzw. (im Fall von A MAZE) stattgefunden haben.
Was bedeutet, dass es im Log.Buch noch so einige Nachträge regnen wird - erst aber will der Kulturbeutel ein bisschen Zukünftigkeit gefüllt werden. Und wenn die dann Gegenwart gewesen bzw. schon wieder Vergangenheit ist, kann man immer noch das auspacken, was etwas länger zu halten verspricht...
Von miss.gunst am 04.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
29.01.10
DIY Superquizshow
Was Mellonen sind, wird wohl keiner wissen. Aber danach fragt wahrscheinlich auch niemand - bekanntlich ist bei einer Quizshow die Show viel wichtiger als das Quiz.
Oder etwa nicht?
Jedenfalls klingt diese Ankündigung so nett, dass es eigentlich sehr verlocken sollte, sich am heutigen Freitag Abend (29.01.10) ins Dock18 in die Rote Fabrik zu begeben.
Auf dem Programm steht dort nämlich die Mellonen-Show, zu der in der Ankündigung folgendes verlautbart wird:
"Künstler, Autoren und Artisten stellen Fragen. Das Publikum gewinnt Südfrüchte statt Millionen. Globalisierungsnachwehen![...]*
JEDER KANN MITMACHEN
1. Auf den heissen Drehstuhl kommt wer eine Frage als schnellster beantwortet
2. Für eine richtige Frage gibts eine Südfrucht
3. Joker können nachgekauft werden."
*: Schnöd ausgelassen haben wir hier die lange Liste der angekündigten - Gäste? Themen? Beides? Das lässt sich natürlich am Besten in Erfahrung bringen, indem man sich selbst an den Ort des Geschehens begibt.
Falls letzteres für einmal nicht klappen kann: Gibt's, wie es sich für ein populäres Format gehört, natürlich auch die Möglichkeit, aus der Ferne mitzufiebern und der Show als Sofakartoffel beizuwohnen, denn das dock18-TV überträgt wie immer Live.**
Südfrüchte muss man sich allerdings selbst besorgen und sie allein verzehren. Was zwar auch DIY, aber sicher nicht ganz so vergnüglich ist.

**Update: Inzwischen ist die Show gelaufen - und die Aufzeichnung findet sich bei dock18-TV ins Netz gestellt. Falls also jemand wissen will, was es heisst, das Nachsehen zu haben...
[Bildchen für Mellonen: Für die Mutter von Kandidatin Ananas danken wir Alina Zienowicz aka Ala z, die ihre Aufnahme via Wikimedia Commons in die Public Domain gespendet hat. Kandidatin Melone ist ein Abkömmling dieser Cucumis Melo, deren Bild wir einer entsprechenden Spende von Piotr Kuczyński verdanken - und wie diese(s) sind nun auch unsere Bildchen unter cc-by-sa lizensiert. Grand Merci!]
Von miss.gunst am 29.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
27.01.10
Soziale Maschinen
Über soziale Mschinen nachzudenken, dürfte sich eigentlich immer lohnen. Für heute soll's allerdings nur ein kleiner Hinweis sein: Auf einen Anlass, der Gelegenheit bietet, sich soziale Maschinen anzuschauen.
Im Zürcher Hive Club wird am morgigen Donnerstag Abend (28.01.09) nämlich Effi Tanner mit einer kleinen Retrospektive ihrer gesammelten Werke zu Gast sein - und sie hat das Ganze sicher nicht von ungefähr unter obiges Motto gestellt.
Wenn man neugierig in die Werkdokumentationen auf ihrer Heimseite effi.me spitzt (den Bereich "Projects" bitte selbst anwählen, weil die Seite leider mit Rähmchen funktioniert), findet sich eine Vorschau auf das zu erwartende audiovisuelle Futter.
Besonders gut zum Thema passen sicher die "Arguing Toys": Zwei kleine gehackte Spielzeug-Robos, die über Sein und Nichtsein streiten. Und da Streitkultur zu jenen sozialen Künsten zählt, in denen es auch manchen Menschen an Übung fehlt: Wer weiss, was wir noch alles von sozialen Maschinen lernen können...

Von miss.gunst am 27.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.01.10
terra nullius, terra nova (WRT)
Wenn Grenzen unter Eis und Schnee verschwinden, kann manches Terrain mindestens in der Imagination zum Niemandsland mutieren.
Erst Recht gilt das für jene Zonen, die kaum besiedelt sind.
Wie aber klingt ein solches imaginäres Niemandsland?
Einen Vorschlag, der zudem nicht die politischen Dimensionen der terra nullius nicht aus den Augen verliert, hat kein Geringerer als Paul D. Miller a.k.a. DJ Spooky mit seinem Projekt "Terra Nova - Synphonia Antarctica" gemacht.
Am Anfang stand im Winter 2007/2008 eine Exkursion in die Antarktis, von der Miller Bilder und vor allem Töne mitbrachte, um ein akustisches Porträt der antarktischen Landschaft zu zeichnen. Zusammen mit dem eigenen, wissenschaftlichem und historischem Bildmaterial, ist daraus inzwischen nicht nur eine mehr als einstündige Bühnen-Performance, in der die ästhetische Erforschung des antarktischen Eises zugleich den menschengemachten ökologischen Wandel in den Blick nehmen will.
Einen kurzen Videoauszug kann man sich bei Youtube bzw. im kleinen Fensterchen auch gleich auf der Projektseite ansehen. Und dabei feststellen, dass das Ganze in der Tat nachgerade klassisch symphonisch angegangen wird - jedenfalls ist das der Eindruck, den der Trailer vermittelt.
Weiter hineinlauschen lässt sich in das Projekt heute Nacht bzw. in der ersten Stunde des morgigen Montags (25.01.10 um 0:05 Uhr) - dann wird bei Deutschlandradio Kultur in einer Sonder-Wiederholungssendung der Reihe Klangkunst eine einstündige Audio-Version ausgestrahlt, die nun tatsächlich unter dem Titel "terra nullius", also Niemandsland firmiert. Dann wird man hören, wie das Niemandsland klingt...

[Bildchen: Nachbilder einer wirklich sehr schönen Aufnahme antarktischen Eises, die Jerzy Strzelecki in 2000 aufgenommen und in die Wikimedia Commons gespendet hat -und zwar unter cc-by-sa, was hiermit natürlich auch für die Nachbilder gilt. Grand Merci!]
Von miss.gunst am 24.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
19.01.10
Eis und Schnee von Oben
Nicht, dass es daran gerade einen Mangel hätte: Eis und Schnee, die einem aus dem Himmel direkt vor die Füsse fallen, gibt's derzeit ja sogar in bergfernen Regionen wortwörtlich zuhauf.
Aber vielleicht lohnt es gerade deshalb zu fragen, wie das Ganze von oben betrachtet ausschaut.
Das kann man tatsächlich - auch ohne selbst Satellit zu sein oder in einem Space Shuttle zu sitzen. Und zwar dank der NASA, die uns nzuvor ja bereits beim Lauschen in den Kosmos konstruktive Unterstützung angeboten hat (s. den Eintrag zu Radio Jove).
Bei archive.org findet sich nämlich eine stattliche Zahl eben jener Vilmchen eingestellt, welche die NASA aus besagter VogelSatellltitenpersektive produziert. So auch solche zum Thema Eis und Schnee. So viele, dass es vielleicht eine Empfehlung sein darf? Aber gern:
Für den Einstieg könnte es zum Beispiel "Global Snow Cover" oder "Global Rotation Showing Seasonal Landcover and Arctic Sea Ice" sein - Clips, die man einfach auch als stille Meditation über das Enstehen und Vergehen von Schneedecken ansehen kann. Was, von oben betrachtet, mitunter wie ein schöner Schimmelpilzbefall ausschauen mag... aber so ist das eben aus der VogelSatellitenperspektive: Da sieht man, was die Alten meinten, als sie von Mikro- und Makrokosmos sprachen...

Von miss.gunst am 19.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.01.10
Kunstgeburtstag 2010 (WRT)
Alljährlich wird im Januar weltweit Kunstgeburtstag gefeiert - und so versammeln sich auch heuer wieder in zahlreichen Städten die GratulantInnen, um der Jubilarin ein Fest auszurichten und/oder ein Ständchen zu geben.
Und weil traditionsgemäss nicht wenige der Feiern mit einer Radio-Übertragung einhergehen, lässt sich die Gratulation wie schon in den vergangenen Jahren mit einem Webradio-Tipp verbinden.
Einen idealen Überblick über das reichhaltige Programm bietet natürlich die bestens gepflegte Heimseite des Kunstgeburtstag-Netzwerks (die seit jüngstem praktischer Weise sogar, die Möglichkeit bietet, die eigene Zeitzone einzustellen - sodass man sich die Umrechnung der Termine spart).
Falls es jedoch eine Empfehlung sein darf, um die Qual der Wahl ein wenig zu lindern:
Schon ein echter Klassiker ist die vom österreichischen Kunstradio organisierte Festivität, zu deren Programm 2010 von 22:30 bis 24:00 Uhr eine Live-Übertragung der diesmal in Graz steigenden Geburtrstagsparty gehört - und wie schon in den Jahren zuvor waren die GratulantInnen aufgerufen, einen eigenes Audiostück zum grossen Geburtstagslied beizusteuern.
FreundInnen angewandter Medienarchäologie sollten unbedingt einmal im "Resonant Elf"-Stream von absolute value of noise vorbeilauschen, wo ganze zwölf Stunden lang Radio-Feedback zwischen zwei Magnetspulen schwingt.
Und weil aller guter Dinge wie Empfehlungen drei sind, sollten sich die RadioempfängerInnen schliesslich noch Richtung Mosel ausrichten: Aus Ürzig senden Sarah Washington und Knut Aufermann von mobile radio (mehr im hauseigenen Archiv) von 18:00 bis 24:00 Uhr eine Live-Feedback-Sendung, die den Kunstgeburtstag mit einer Doppel-Hommage an Alvin Luciers "I Am Sitting In Room" und an Alan Blumleins Erfindung der Stereo-Aufnahme-Technik kombiniert. Und: Wer möchte, kann auch aktiv mitfeiern und einen Radio-Stream zurück nach Ürzig schicken...

Von miss.gunst am 17.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (1)
15.01.10
Beam Me Up!
Wir bleiben beim Blick nach oben und bei der (Welt-)Raumforschung.
Allerdings geht's nicht um Reisen mit dem Teleporter, wie Science Fiction-FreundInnen - den bekannten Aufruf an Scottie im Ohr - erst einmal vermuten könnten.
Vielmehr ist Beam Me Up "ein Projekt zum digitalen Welt-Raum und zu den wissenschaftlichen und künstlerischen Verkehrsmitteln, mit denen wir ihn erkunden": 2008 hat Reinhard Storz von xcult KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen dazu eingeladen, sich mit dem Raumbegiff zu beschäftigen - und speziell damit, ob und wie sich dieser aus ihrer Perspektive durch den Netzraum erweitert und verändert.
Inzwischen ist daraus eine Plattform geworden, von der aus sich zu den unterschiedlichsten Raumfahrten starten lässt. Die Projekte laden beispielsweise dazu ein, mit HOIO aka Samuel Herzog die Mission des Agenten Kaki zu verfolgen und nebenbei phantastische Kochrezepte einschliesslich der verwendeten Zutaten kennenzulernen (wobei am leckesten natürlich die garantiert kulinarisches Neuland erschliessenden Nationalgerichte der geheimnisvollen Insel Lemusa sind).
Man kann sich mit Agnes Meyer-Brandis' Pico direkt in einen ganz besonderen Teilchenbschleuniger beamen. Oder sogar unsichtbar machen.
Dafür bietet der von knowbotic research in die Welt gesetzte macghillie sein Geleit an. Oder man mulipliziert sich einfach selbst (ud was heisst schon: "selbst") mit Marc Lees etwas anderer (und an den guten alten Tracerouter aus den Zeiten der Netzkunst-Klassik... wo lag der doch gleich nochmal? .. erinnernden) Suchmaschine "pic-me" [unbedingt ausprobieren - liefert garantiert gruslige Ergebnisse, nach deren Sichtung man wirklich netzunsichtbar werden will: miss.gunst als Blondine - *brrr*...]
Für diejenigen, die sich nicht allein ins Space Shuttle trauen, bietet Beam Me Up sogar Führungen durch kundige KuratorInnen an.
Und um noch die letzten Hemmschwellen abzubauen, hat schliesslich gestern im [plug.in] eine Ausstellung eröffnet, die eine zeitlang als Basis im Realraum dienen kann.
Wobei der so genannte virtuelle Raum naürlich nicht weniger real ist. Aber da nicht wenige der Projekt sowieso nicht nur die Transfers zwischen Räumen, sondern auch zwischen Realitäten, macht diese zusätzliche Dimnsion gleich doppelt Sinn.
Und: "Beam Me Up!" heisst unter Netzkonditionen ja schliesslich nichts anderes als "plug in"...

[Bildchen: Wiewohl jedweder Waffengewalt wider Lebewesen abhold, hat miss.gunst als Zottelcamo-Fan und mental sniper natürlich auch einen Ghillie-Suit im Schrank, die sich als Tarnkappe bestens eignet...]
Von miss.gunst am 15.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.01.10
Sphärengesänge (Greg Fox)
Nicht nur mit Radio-Astronomie, sondern auch mit Planeten- und Sphärenmusik haben wir uns in diesem Log.Buch schon öfter befasst. Mit dieser lassen sich natürlich auch die Ohren versorgen...
... und das, obwohl sie sich eigentlich jenseits des menschlichen Gehörs abspielt. Wohl nicht zuletzt deshalb streiten sich die Geister darüber, wie sie wohl klingt. Günter Eich imaginierte sie in seinen Träumen als grausames Geräusch, Gustav Holst in seinen "Planeten" als wunderbare neue Musik.
Der britische Komponist Greg Fox wiederum hat sich 2006 daran gemacht, eine (wie er selbst schreibt) "naturalistische, astronomische Annäherung an die Sphärenharmonie" zu versuchen. Allerdings nicht so naturalistisch, dass er mit Field Recordings bzw. Mitschnitten von Radio-Teleskopen gearbeitet hätte.
Vielmehr handelt es sich bei seinem "Carmen of the Spheres" um eine Komposition für neun Sinuswellen, der Fox eine propotionale Umrechnung der für das menschliche Ohr unhörbaren Frequenzen zu Grunde gelegt hat, die sich aus einer Umrechnung der Umlaufzyklen der Planeten in Sekunden ergibt. Klingt erst mal umständlich, lässt sich aber auf eine einfache Formel bringen, deren Hintergrund er auch ausführlich erläutert:
"Take the orbital period in days and convert to seconds. Divide this number by two until such a time as it falls between 0.05 and 000067 seconds. Convert seconds to hertz by dividing one by your number, eg. 1/0.05 = 20hz."
Und dass sein Lied der Sphären ungeachtet oder vielmehr (darum geht es ja nun bei der Sphärenharmonie) gerade wegen seines präzis berechenbaren mathematischen Hintergrund den Ohren sinnliches Vergnügen bereitet, lässt sich auch ganz einfach überprüfen. Schliesslich hat Fox seine Komposition nicht nur vertont, sondern auch unter Creative Commons-Lizenz bei archive.org publiziert.
Dort gibt es mittlerweile sogar zwei Fassungen: Zum einen die ursprüngliche Version von 2006. Und dann noch einmal in einer "Anniversary Edition" von 2007, die seinem in jenem Jahr verstorbenen ehemaligen Lehrer Paul Caller gewidmet ist.
Der hatte ihn nämlich seinerzeit dazu angeregt, es einmal mit einem neuen Zugang zu den eingangs bereits erwähnten "Planeten" von Gustav Holst zu versuchen. Und damit natürlich auch jenen im Orbit. Womit wiederum auch der Kosmos der Musikgeschichte um einige Sphärenharmonien reicher geworden ist.

[Bildchen: Schaut nicht von ungefähr ganz ähnlich wie jenes aus, das den Eintrag zu Radio Astronomy ziert. Allerdings hat dieses hier nicht nur Platz für den Saturn und seine Umlaufbahn, sondern ist tatsächlich einer Illustration zur Sphärenharmonie und deren Umsetzung in Notation entlehnt, welche DasBee in Anlehnung an eine entsprechende Darstellung aus Johannes Keplers "Harmonices mundi" von (1619) erstellt und via Wikimedia Commons in die public domain gespendet hat. Grand Merci!]
Von miss.gunst am 10.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.01.10
Radio Astronomy (WRT)
Da wir uns gerade mit dem Sternenhimmel beschäftigt haben: Was könnte passender sein, als nach den Augen auch den Ohren eine entsprechende Exkursion anzubieten und zum Neujahrstag in den Weltraum zu lauschen?
Dazu lädt unser tagesaktueller Webradio-Tipp.
Ist natürlich nicht das erste Mal, dass wir den Radar gen Kosmos ausrichten. Schliesslich haben wir schon 2005 versucht, Radiowellen vom Saturn einzufangen. Mehrfach sind wir mit Sputnik in den Klangkunst-Äther aufgebrochen. Und treue LeserInnen dieses Log.Buchs werden sich vielleicht erinnern, dass es 2006 sogar die Gelegenheit gab, Sonnenradio zu hören.
Wie seinerzeit nur beiseit bemerkt, weil es eben vor allem um die temporär betriebene Sonnenradio-Station ging, sind deren Betreiber schon seit langen Jahren dabei, Wellen aus dem Weltraum einzufangen und radiophon weiterzureichen. Dabei verfolgen die Neuseeländer Honor Harger und Adam Hyde mit ihrem 1998 gegründeten Kollektiv radioqualia zwar auch immer wieder temporäre Einzelprojekte wie besagtes Sonnenradio oder das 2007 initiierte Polarradio.
Mit Radio Astronomy ist 2004 aber auch eine Station ans Netz gegangen, die - dank der Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern aus der Wissenschaft, die ihre Teleskope zur Verfügung stellen - seither kontinuierlich sendet. Als Basisstation im Realraum dient das ICC in Tokio - empfangen kann man den Sender jedoch weltweit übers Netz.
Wer den Radar seiner Lauscherchen also auf die unendlichen Weiten richten will, kann sich einfach in den Livestream von Radio Astromony werfen. Näher lässt sich den Sternen auf akustischem Wege kaum kommen...
[Bildchen: Mal versucht, ein Art Karte des Senders zu erstellen. Wobei das Schema natürlich nur eine grobe Überschau über die Anordnung der Stationen geben will - Grösse und Sendeleistung sind dabei nicht berücksichtigt worden, einigermassen proportional ist lediglich der Abstand zum Empfängerplaneten. Weshalb Saturn auch ausserhalb des Radius geraten ist (und, *autsch*, wir leider dann auch gleich die gleichwohl empfangbaren Emissionen einzuzeichnen vergessen haben.]
Von miss.gunst am 01.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
20.12.09
Insektenmusik im Ohrenhoch
Draussen vor der Tür machen sich die Insekten angesichts der winterlichen Temperaturen rar. Aber glücklicherweise ist für FreundInnen der Sechsbeiner dennoch gesorgt - besonders dann, wenn sie wie wir Insektenmusik mögen.
Im Berliner Geräuschladen Ohrenhoch - den wir diesen Sommer kennen- und umgehend lieben gelernt sowie selbstredend dann auch gleich im Log.Buch eingetragen haben (am 02.08.09) ist am heutigen Sonntag (20.12.09) sowie noch einmal in der kommenden Woche (27.12.09) die japanische Komponistin Hiromi Ishii mit zwei Stücken zu Gast.
Zu dem einen der beiden - "Summer Grasses" - schreibt Ishii:
"Die Ausgangsmaterialien sind Geräusche von Insekten und Metallgeräusche. Hiroshige Ando's Druck 'Ein Bild des Lauschens von Insekten', ein kurzes Haiku von Basho Matsuo und ein Sinn für japanische Schwerter, die als Kunsthandwerk produziert wurden, inspirierten mich, eine Phantasie von Insekten und dem Metall zu kreieren."
Das klingt spannend - und das Stück selbst sicher auch.
Zum zweiten Stück - "Ryum" - wiederum, das andere Quellen hat, gibt es auf den Heimseiten der Künstlerin ein kleines Video anzusehen. Der Musik dazu kann man aber natürlich auch mit geschlossenen Augen lauschen. Die im Kopf nämlich auch ganz eigene Bilder generieren kann - was wiederum erst recht für die Klänge insektotechnioder Kreuzungen gilt. In diesem Sinne: Auf zur Lauschimagination im Ohrenhoch...
[Bildchen: Oh, wie gern hätten wir jetzt mal eben ein schönes Origami-Insekt aus Metallfolie gefaltet. Allein, dafür war keine Zeit, weshalb da leider nur eine kleiner dicker Alukäfer hockt. *schäm*]
Von miss.gunst am 20.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
12.12.09
diy* night zürich
Zeit für's Zürcher diy* festival - das in diesem Jahr in hochkonzentrierter Dosis verabreicht wird. Nämlich als diy* night.
Wobei einerseits ganz sicher auch wieder die Nacht zum Tage gemacht werden wird, denn das Programm ab 22:00 Uhr mit mehreren DJs (darunter Carl von micromusic, Live Klangerzeugung und Echtzeitschaltung nach Taipeh, wo derzeit Marc Dusseiller mit der hackteria weilt, düfte kaum bis Mitternacht beendet sein.
Vorweg wird aber auch schon der (Nachmit)Tag Teil der diy* night sein. Schliesslich wäre ein diy* festival kein diy* festival, ohne weidlich in Workshops gebastelt zu haben. Die stehen diesmal ganz im Zeichen der Musikproduktion, von einer vergleichenden Einführung in Musikproduktionsprogramme über Ring Mods & Reverbs, Pure Data mit Arduino bis zum selbstgelöteten SMD Theremin. Ab 15:00 Uhr.
Also dann, bis dann: In der Roten Fabrik, wo seit einiger Zeit ja auch das dock18 zuhause ist, zu dem es kam von ungefähr schon so einige Einträge im Archiv dieses Log.Buchs hat...
PS: A propos dock18 - in Echtzeit mitgucken und -lauschen kann man von auswärts übrigens mittels des grossartigen dock18-TV!
[Bildchen: Eine diy-Nacht natürlich. Wie man die selbst macht, dazu demnächst mehr...]
Von miss.gunst am 12.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.12.09
Basteln im 21. Jahrhundert (WRT)
Klingt fast genauso wie Basteln 2.0? Ganz richtig - es geht ein weiteres Mal um die Potentiale kreativer Bastelkunst und einen aktuellen Blick auf die Entwicklungen in der Szene.
Diesmal in Form eines Webradio-Tipps...
Vor einigen Wochen waren nämlich Frank Rieger und Philip Steffan im Chaosradio Express - dem zentralen Sendeorgan des Chaos Computer Club Berlin - zu Gast, um sich mit Tim Pritlove über eben dieses Thema zu unterhalten.
Beide kennen sich in der Szene bestens aus - und Philipp Steffan betreibt mit "Robot Porn" auch ein Blog, welches entsprechenden Lieb- und Leidenschaften gewidmet ist. Und das deshalb an dieser Stelle nebenbei ebenfalls der geneigten Lektüre anempfohlen werden kann.
In besagter a href="http://chaosradio.ccc.de/cre138.html" target="_blank">Radiosendung wiederum dreht es sich um die kulturelle Produktivität, die sich der Liebe zum Technik-Basteln und dem Erfindungsreichtum einer kreativen Amateurkultur verdankt. Nicht zuletzt, indem sie in mehrfacher Hinsicht Alternativen zum stumpfen Konsum industriell gefertigter Markenprodukte schafft.
In diesem Zuge werden natürlich auch Neuigkeiten aus der "Nerdgerätebranche" vorgestellt [beiseit: toller Begriff, den wir gleich mal dankbar in unseren Wortschatz integrieren]. Wobei Nerdtum hier nicht als Exklusivvergnügen für Sonderbegabte verstanden, sondern die sympathische Aufassung vertreten wird, dass man auch Spezialwissen verständlich machen und teilen kann. Und zwar auch ganz praktisch - bis hin zur Linkliste mit Ankern zu Erklärungen von in der Sendung fallenden Sach- und Sachbegriffen und weiterführenden Quellen.
Letztere finden sich in einer kleinen Liste am Ende des Eintrags zur Sendung, den knapp zweistündigen Podcast "Basteln im 21. Jahrhundert" ebendort direkt zum online-Hören und bei Bedarf auch zum Herunterladen auf den heimischen Rechner oder ein mobiles Audiogerät.
[Bildchen: Will weniger den Gegenstand der Sendung als das Format an sich illustrieren. Denkbar frei dahinassoziiert. Das Gehackte haben wir in den Wikimedia Commons geborgt, lizensiert ist es unter cc-by-nc-sa, und unser Dank dafür gilt Rainer Zenz. Merci!]
Von miss.gunst am 10.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.12.09
make art 2009
FLOSS steht für Free/Libre/Open Source Software. Was an sich natürlich schon eine feine Sache ist. Aber noch nicht viel über konkrete Anwendungen sagt. Neigungsgemäss fragen wir doch gleich mal neugierig: Geht da was mit Kunst?
Kurze Antwort: Mais oui! Auch wenn die gerade im Feld der Künste so erbittert geführten Autorschafts- und Urheberrechtsdebatten erst mal eher Probleme wittern lassen: Da geht eine ganze Menge - und nicht erst seit gestern.
Eine gute Gelegenheit, sich auf den Stand zu bringen und mit Gleichgesinnten auszutauschen, bietet ab dem heutigen Dienstag im französischen Poitiers die aktuelle Ausgabe des "make art"-Festivals, also "make art 2009" - ein weiteres Mal organisiert von den rührigen Menschen von goto10 (mehr s.a. im hauseigenen Archiv).
Auf dem Programm stehen zahlreiche Präsentationen von KünstlerInnen und Kollektivprojekten, ein Workshop zu OS-Architektur sowie Konzerte - darunter auch als Mini-Festival im Festival eine Placard-Nacht am Donnerstag (10.12.09; mehr zu diesem speziellen Format, also den Placards bzw. Konzerten und Klangkunst für Kopfhörer, findet sich ebenfalls im hauseigenen Archiv abgelegt).
Nach der Vernissage am Donnerstag Abend leider nur für drei Tage geöffnet hat die Ausstellung des Festivals, die - was für manche, die sich derzeit an den eingangs erwähnten Debatten um Urhebberrechte vielleicht so etwas wie die Quadratur des Kreises darstellen mag - veritable Werke der Kunst präsentiert, die mit (Free/Libre/)Open Source Software entstanden sind. Die von Lafkon aka Christoph Haag und Benjamin Stephan entworfenen, schicken Poster des Festivals - von denen eines diesen Eintrag ziert - gehören übrigens dazu, sind auf der Basis von Codes der Processing-Gemeinde entstanden und mit GPL linzensiert.
Von miss.gunst am 08.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
03.12.09
Basteln 2.0
Mit der Versionsnummer "2.0" werden bekanntlich vorzugsweise die Errungenschaften des "Social Web", die ihnen zu Grunde liegende Software sowie die mit dieser realisierten Plattformen und Anwendungen assoziiert. Aber was haben wir uns wohl unter Basteln 2.0 vorzustellen?
Die eine oder andere Antwort auf diese Frage wird's heute Abend im Frankfurter Museum für Kommunikation geben, das wieder einmal zur KOMMbar lädt. Eben jener kleinen Reihe, bei der in der vorvergangenen Woche Gerrit Herlyn und die Kassettentanke zum Thema Mixtapes zu Gast gewesen sind (s. d. Eintrag vom 19.11.09).
Nun kann schon mal verraten werden, dass diesmal Ralf Schreiber (s. mehr im hauseigenen Archiv) mit seinen Living Particles, seinen Solar Sound Modules und den Overhead Bots mit von der Partie sein wird.
Woraus messerscharf geschlossen werden darf, dass "Basteln 2.0" nicht unbedingt mit Basteln am "Web 2.0" verwechselt werden sollte. Vielmehr wird es um Bastel-Netzwerke und um die Frage gehen, wie KünstlerInnen und andere Menschen mit Neigung zur analogen und digitalen Bastelei vom Austausch in solchen Netzwerken profitieren.
Zur Einführung wird daher die Autorin dieser Zeilen einen kleinen Vortrag mt Lichtbildern halten, in dem das Feld als solches sowie ausgewählte Plattformen und Projekte zur Vorstellung gelangen. Und ausserdem einen kleinen Koffer auspacken, in dem neben einem guten Buch zum Thema HOME MADE ELECTRONIC ARTS auch ein paar kleine feine Bastelprojekte und Objekte nur darauf warten, von Enthusiasten nachgebaut zu werden.
Keine Zeit heute Abend und/oder Frankfurt zu fern? Schade, aber: Na gut, dann überlegen wir doch mal, ob sich das eine oder andere Highlight früher oder später auch im Log.Buch vorstellen lässt.
[Bildchen: Geheimnisvolle 2.0-Bastelkiste. Wird heute Abend ausgebpackt...]
Von miss.gunst am 03.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
22.11.09
aufständige textile zeichen
Zeit, einen Faden wieder aufzunehmen, dessen Enden gelegentlich schon früher mal in diesem Log.Buch aufgetaucht sind. Beispielsweise, als es um revolutionäre Nadelarbeit ging (s. den Eintrag vom 20.12.05).
Diesmal ist der Aufstand der textilen Zeichen in München ausgebrochen.
Angestiftet von Stefanie Müller, die schon seit langem mit ihrem Projektlabel ragtreasure sowie ihrer Band Beisspony einschlägig aktiv ist, hat sich vor Ort eine Gruppe Gleichgeinnter zusammengeschlossen, Fäden verknüpft und Netze aufgespannt - um nun in der Färberei besagten Aufstand zu lancieren.
Mit dabei sind nun an die fünfzig KünstlerInnen, GestalterInnen und Initiativen, die gemeinsam eine Ausstellung und ein gut bestücktes Programm mit Performances, Konzerten, Filmen und Videos und und und bestreiten.
Aber warum und wie gehen textile Zeichen eigentlich auf die Barrikaden?
Nun, ganz einfach: Sie wollen zeigen, dass sich Genähtes, Gehäkeltes und Gestricktes heute längst nicht mehr in das Bild der braven Handarbeit sittsamer Frauenzimmer fügt, das viele nach wie vor mit ihm assoziieren. Und dass es sich allerdings gerade wegen dieser Assozationen bestens eignet, um tradierte und teils auch nach wie vor bestehende Wahrnehmungsmuster zu unterlaufen.
Indem Stiche anders gesetzt, Maschen fallen gelassen, Fäden entwirrt und neu verknotet - und vor allem anderen in den öffentlichen Raum gespannt werden. Beispielsweise.
Die ganze Vielfalt ist natürlich nur vor Ort zu haben - und zwar bis zum kommenden Wochenende (28./29.11.09).
Einen guten Ein- und Überblick in und über die Programmatik und das Programm des Projekts bietet übrigens ein zünftig gestaltetes Zine, das man sich als pdf herunterladen, ausdrucken und selbst zum Katalog zusammenheftennähen kann.
Von miss.gunst am 22.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
19.11.09
mixtapes @ KOMMbar
Speziell für in Frankfurt und Umgebung ansässige FreundInnen der Kassettenkultur im Allgemeinen und speziell von Mixtapes ein Ortstermin - alle anderen können leider nur die Daten zur Empfehlung einsammeln...
Im Frankfurter Museum für Kommunikation gibt es eine neue Veranstaltungsreihe namens KOMMbar, zu der jeweils Menschen aus Theorie und Praxis zu einem ausgewählten Thema der Medien- und Kommunikationskultur einen Barabend bestreiten. Mit- und unter die anwesenden Gäste gebracht werden Bilder, Worte und Musik.
Am heutigen Donnerstag (19.11.09) nun heisst das KOMMbar-Motto Mixtapes.
Zu Gast ist kein Geringerer als Gerrit Herlyn - Mitautor der in diesen Log.Buch bereits gefeierten Ausstellung "Kassettengeschichten" (siehe den Eintrag vom 01.03.06*
Auf der Audio-Ebene wird er zünftig unterstützt von der Darmstädter Kassettentanke.
Lecker.
* Achtung, die Anker zur Ausstellungswebseite bzw. die Seiten der online-Dokumentation des Projekts funktionieren derzeit nicht mehr. Sollen aber, so wurde uns verraten, in näherer Zukunft restauriert werden. Das gleichnamige Buch ist leider auch vegriffen. Nach wie vor gibt's aber die Basisinfos zur ersten Station in Hamburg als pdf.
Von miss.gunst am 19.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.11.09
wir sind der sender (open broadcast)
Leider noch kein Webradio-Tipp. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und vor allem soll es auch erst mal ganz klassisch On Air gehen. Oder besser gesagt: Auf Sendung - denn traditionell sind in diesem Fall weder der Sender noch das Sendekonzept.
Open Broadcast heisst das Projekt - und es hat sich viel vorgenommen, wie der Selbstdarstellung zu entnehmen ist:
"Open Broadcast ist das erste vollständig 'user-generierte Radio' der Schweiz. Open Broadcast sendet, was die Community auf der Internetplattform von Open Broadcast entwickelt. Die Hypothese dieses Experiments: Ein Schwarm an engagierten Usern (Prinzip Crowdsourcing) macht ein mindestens so gutes Programm wie eine herkömmliche Redaktion."
Das ist, könnte man zwar maulen, eine Menge Buzz auf wenigen Zeilen (user-generiert, Community, Schwarm, Crowdsourcing). Und einwerfen: Warum nicht einfach bereits zuhandene Begriffe wie Offener Kanal, freies Radio, Gemeinschaft und Gemeinschaftsarbeit, Mitbestimmung undsoweiter benutzen und von diesen ausgehend weiterdenken?
Teils wohl schon, weil Open Broadcast tatsächlich etwas anderes sein soll (als: ein freies Radio, als: ein Offener Kanal wie man sie kennt). Und teils, weil das Projekt tatsächlich auf Strategien setzt, die "User" (und nicht Producer) sowie "Croudsourcing" so meinen, wie andere Projekte in dieser Zeit auch, mit allen kleineren und grösseren Pros und Cons, die man damit nunmal assoziieren kann?
Wir werden es hören. Ab Januar 2010 - erst mal wohl in Zürich, Bern und anderen DAB-Gebieten. Und erst einmal, wenn Oliver Hagmann, Thomas und andere Mitstreiter des Projekts Open Broadcast der potentiellen künftigen User-Croud vorstellen. Im Zürcher Walcheturm und im Cabaret Voltaire. Im Basler Radio-Village Utengasse und sogar in London (bei deskspace).
Und ausserdem soll ab 15.11. auf den OB-hauseigenen Seiten ein Baustellenreport publiziert werden.
Ob und wie genau das alles funktioniert: Lässt sich theoretisch en detail auch den FAQ entnehmen. Und praktisch? Nunja, werden wir - soweit im DAB-Einzugsgebiet und entsprechend ausgestattet - hören...
Von miss.gunst am 10.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
04.11.09
neuromodulator @ walcheturm
Wie wäe es mit einem Konzerttipp? Für die Zürcher hätten wir da genau das Richtige: Selbstgebastelte elektronische Musik - aber keine Sorge, weder schnödes Geschrammel noch hilfloses Gequietsche. Es sind echte Profis am Werk.
Botenstoffe fürs Hirn, die in den neuronalen Netzen singen und elegant die Wellen reiten: Neuromodulatoren eben.
Genauer gesagt: Die gleichnamige Formation, bei der unter anderem Christoph Grab - treuen Log.Buch-LeserInnen als Spielzeugmusikexperte und Elektro-Jazzer bekannt - mit von der Partie ist.
Neugierige, die den Neuromodulator noch nicht kennen, können auf dessen Heimseite im Vorfeld akustische Appetithappen fassen.
Am besten aber, man begibt sich heute (04.11.) Abend um 21:00 Uhr in den Walcheturm. Da tanzt dann der Kongress der Nervenzellen. Bzw. eben wie die Neuronen nach Verabreichung eines Neuromodulators...

Von miss.gunst am 04.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
31.10.09
interessante zeiten (DIY)
Vom Termin her leider genau parallel zum heurigen Shiftfestival gab es im fernen Cardiff eine Veranstaltung, die aufgrund ihrer denkbar einschlägigen Ausrichtung im Radar dieses Logs gelandet ist: "May You Live in Interesting Times" - ein Festival, das sich in diesem Jahr ganzdem Thema DIY verschrieben hat.
Ausgangspunkt sind dabei schon erst einmal die üblichen Verdächtigen, d.h. die Optionen des Selbst- und Miteinander-Tätig-Werdens, die sich über die technologischen Enwicklungen (Netzwerke und Software-Applikationen, "Web 2.0", Open Sorce etc pp) ergeben.
Aber es geht eben auch explizit um deren Verschränkung mit anderen Sozial- und Realräumen. So war beispielsweise auch der "Analog-Blogger" Alfred Sirleaf aus Liberia zu Gast [sowieso eine schöne Sache, das analoge Bloggen - uns käme da auch heimatnah mindestens ein Kandidat in den Sinn, der eben nicht nur online bloggt und vernetzt...]
Sehr schönes und anregendes Programm jedenfalls, inklusive einer Maker Faire. Über das übrigens auch ausführlich online gebloggt wurde - allerdings auf gälisch, was es mindestens Menschen, die selbiger Sprache nicht mächtig sind, das Mitlesen leider etwas erschwert. Aber es kann schliesslich auch nicht darauf hinauslaufen, dass alle immer nur noch in Inglisch schreiben. Eine lingua franca als Zwang wär ja auch so (be)frei(end) nicht mehr...
Von miss.gunst am 31.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.10.09
shiftfestival basel
Und schon ist wieder Zeit fürs Shiftfestival - das diesmal für FreundInnen des Selbstgebastelten ganz eigene Anknüfungspunkte bietet.
Thema sind diesmal nämlich: Magie, Übersinnlichkeitsvermutungen und Technologiebeschwörungen. Was zunächst vielleicht nicht gerade nach Handfestem für HeimwerkerInnen klingt.
Aber einmal ganz abgesehen davon, dass auch in diesem Jahr wieder die BastlerInnen von der SGMK ihre Tische für's traditionelle DIY Makeaway aufschlagen: Magie mag eine hohe Kunst sein - doch sowohl Apparate, die sich spukhaft selbständig machen als auch Technologien, die zauberhafte Artefakte produzieren, sind ebenso einschlägige Materie wie selbstgestrickte Verschwörungstheorien. Und schliesslich tickt auch in magischen Tricks meist der gute Geist des DIY...
Wer's nicht glaubt: Nach Basel fahren und selbst schauen und staunen.
Und, mal sehen: Vielleicht wird ja der eine oder andere Beitrag hernach auch in diesem Log.Buch vorgestellt. Bis dahin bzw. überhaupt und generell sei Neugierigen, wie schon im letzten Jahr, die Lektüre des Festival-Blogs ans Herz gelegt.
Von miss.gunst am 23.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.10.09
tiny noise
Nicht nur Noise-FreundInnen sollten da die Ohren spitzen: Für heute werden uns satte zweiundzwanzig (in Zahlen: 22) Stunden genussvolles Eintauchen in klangvolle Geräuschsphären angekündigt - und wer seiner Neigung auch aktiv nachgehen will, kann sich sogar selbst an entsprechenden Kreationen versuchen.
Nachdem am Mittwoch bereits im Kölner KunstWerk ein kleines tiny noise festival begangen worden ist, laden die Beteiligten zum heutigen Samstag nach Moers ins Bollwerk107, wo ab 14:00 Uhr bis ultimo ein veritables noise camp veranstaltet wird.
Den Nachmittag über gibt es einen Workshop nach dem anderen - und abends geht das Ganze dann nahtlos in eine Reihe von Konzerten und Performances über.
Mit von der Partie sind Lucas Abela aka Justice Yeldham - seines Zeichens gemeinsam mit Antonio Dimitrov aka every kid on speed aus Mazedonien Begründer von tiny noise; Derek Holzer, der ebenso wie auch Tina Tonagel treuen LeserInnen diese Logs längst kein Unbekannter mehr ist (mehr über Holzer wie auch über Tonagel im hauseigenen Archiv), die RaumZeitPiraten Tobias Daemgen und Moritz Ellerich (*yay* Overheads!!!)und viele andere mehr.
Und möglicherweise auch der/die LeserIn dieser Zeilen? Warum nicht - schliessslich lockt nicht nur das namhafte Aufgebot. Sondern auch das Motto der Veranstaltung: "tiny noise is for YOU"!
Von miss.gunst am 17.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
12.10.09
move in/nach halle
Hätte eigentlich schon eine Exkursionsempfehlung für das vergangene Wochenende sein können. Denn vergangenen Freitag hat die in Halle an der Saale .move eröffnet - eine Ausstellung mit Bildern in Bewegung, die auch ihre BesucherInnen in Bewegung bringt.
Im Hintergrund steht das von der in Halle beheimateten Werkleitz-Gesellschaft initiierte und dem European Media Art Network organisierte Stipendien-Programm EMARE (European Media Artists in Residence Exchange), das es in den vergangenen Jahren sechzehn KünstlerInnen (und Künstlerpaaren bzw- gruppen) ermöglicht hat, an unterschiedlichen Orten in ganz Europa neue Arbeiten zu produzieren.
Als erste Bilanz dieser schönen Einrichtung gibt es nun eben .move - und dazu wiederum gab es am Wochenende ein besonderes Programm mit zahlreichen KünstlerInnengesprächen, Vorträgen, Performances und Konzerten der Beteiligten. Letzteres ist jetzt natürlich schon gelaufen.
Aber damit stehen bei Werkleitz in Halle die Bänder keineswegs still.
Denn die Ausstellung mit zahlreichen Stationen an mehreren Orten der Stadt ist noch bis 25. Oktober anzusehen - und die Sache mit der Bewegung funkioniert nach wie vor, nicht nur auf Seiten der Bilder.
Denn abgesehen davon, dass man sich (als Extra, ist keine Installation, sondern einfach eine gute Idee der KuratorInnen gewesen:) im zentralen Intecta-Gebäude - einem ehemaligen Jugendstil-Kaufhaus, das zu DDR-Zeiten Möbelhaus war und dann über 15 Jahre lang im Leerstand rottete - auf zwei Schaukeln setzen und in den bröselnden Deckenhimmel schwingen kann, geht auch an und zwischen den Ausstellungsorten jede Menge.

Mit das eindrücklichste Erlebnis ist es vielleicht überhaupt, von Station zu Station zu gehen. Denn hierfür haben Bertram Weisshaar und Ralf Wendt sechs "Audiowalks" erstellt - Klangspaziergänge, die auf ganz eigene Weise die Stadt erschliessen: Geschichten in Schichten und in Bewegung, die Gehen und Sehen, Geschichte und Gegenwart, Realitäten und Träume in und über Halle miteinander verflechten. Kino für den Kopf, in dem gleichzeitig Spiel- und Dokumentarfilme laufen - und bei denen man im Gehen und Mitgehen unversehens (bzw. -hörens) zum Protagnisten wird.
Hingehen bzw. hinfahren und mitgehen sei hiermit wärmstens empfohlen...
Von miss.gunst am 12.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.10.09
netaudio hören sehen lesen
In Berlin wird heute das Netaudio Festival '09 eingeläutet.
Für netlabel-Fans und -BetreiberInnen eh ein Anlass vor Ort zu sein - aber netter Weise und ganz netzgerecht lässt sich ein Stück vom Glück auch am heimischen Rechner erhaschen.
Mit Hilfe von Herbstradio wurde nämlich ein Livestream(ing) organisiert, unter anderem zu erhaschen über das Berlin Mitte Institut.
Netter ist's natürlich, selbst ins Maria zu gehen, um die Konzerte des Nachtprogramms nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Gleiches gilt für das Tagesprogramm, zu dem neben Vorträgen und Panels auch eine Netzlabelmesse gehört - die sich nun wirklich schwer in einen Stream packen lässt.

Dafür können sich Daheimgebliebene in der Zeit, in der die ansonsten sicher glücklich(er)en Kollegen in B. an den Tages- und Nachtprogrammspezereien weiden, schon mal schmökernder Weise einen Wissensvorsprung verschaffen: Antina Michels Buch "Netlabels: Soziale Netze On- und Offline" - das demnächst auch (mit Seiten) im Druck erscheinen wird - lässt sich im Bereich "Publikationen" als pdf herunterladen. Und im Anschluss lesen selbstredend auch.
Und ansonsten tröstet uns: Der Festivalsampler. Ebenfalls 4Free. Merci!
Von miss.gunst am 08.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.10.09
gespenstergeräusche (WRT)
Gemeinhin werden Gespenster gern als bewegte Bettücher mit hohlen Augenlöchern imaginiert. Obwohl man doch eher davon ausgehen sollte, dass sie vorzugsweise unsichtbar ihr Unwesen treiben.
Wie sie sich dann bemerkbar machen?
Na klar: Durch Geräusche. Oder auch Klänge?
Werden wir hören. Und zwar - in direkter (und bereits angekündigter) Folge des letzten Webradio-Tipps, der dem Paranoise galt.
Am kommenden Freitag (09.10.) früh (bzw. Donnerstag Nacht) wird nämlich wieder die Klangkunst-Stunde von Deutschlandradio Kultur zur Geisterstunde.
Diesmal ist kein Geringerer als Frieder Butzmann an der Reihe, den körpelosen Wesen klanglich Gestalt zu verleihen.
"Alethes Soundbeams" heisst sein Hörstück, in Anlehnung an Friedrich de la Motte Fouqués Schauerroman "Die wunderbaren Begebenheiten des Grafen Alethes von Lindenstein".

Warum diese Empfehlung diesmal nicht erst zunm Donnerstag erscheint? Nunja, für den und die darauffolgenden Tage haben wir schon einen anderen heissen (Hör-)Tipp vorgemerkt...
[Bildchen: Drei Geistlein aus weissem Rauschen. Gelegenheitshalber selbst erlauscht.]
Von miss.gunst am 05.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.10.09
paranoise (WRT)
Und da komnt er schon, der gestern noch vermisste Webradio-Tipp der Woche: Bekanntermassen der Paralektronoia zugeneigt, können wir endlich wieder einmal etwas Einschlägiges empfehlen.
Bei Deutschlandradio Kultur ist in der Reihe Klangkunst nämlich eine dreiteilige Serie zu Geisterstimmen angesetzt, deren erste Folge - die den vielversprechenden Titel "paranoise" trägt - wir morgen frühfrühfrüh bzw. heute Nacht zur Geisterstunde zwischen 0:05 und 1:00 Uhr lauschen können.
Das paranoise-Stethoskop legen Dirk Specht (s. Nook Audio) und Svann Langguth an, die Geräte der Transkommunikationsforschung (mehr dazu auf den Heimseiten des gleichnamigen Vereins) als Musikinstrumente einsetzen werden.
Also dann: Stellen wir unsere Sensoren doch gespannt auf Empfang.

[Bildchen: Wie unschwer zu erkennen, der Geist eines Tonbandgeräts - dessen diesseitigen Präsenz ursprünglich von Hannes Grobe fotografiert und in die Wikimedia Commons gespendet wurde. Wir danken und übernehmen auch für den Geist die Lizenz: cc-by-sa]
Von miss.gunst am 01.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.09.09
BASICODE radio
Leider kein Webradio-Tipp. Aber man kann ja nicht immer alles haben. So wird's wenigstens eine Empfehlung für jene, die gelegenheitshalber heute Abend (30.09.09) in Berlin zu einer Veranstaltung zu pilgern in der Lage sind.
Dort wird nämlich - passend zum deutsch-deutschen Feierjahr - im Rahmen der Reihe "DT 64"ein kundiger Rückblick auf ein spannendes Stück Radiogeschichtegeworfen. Und zwar, wie der Titel verrät - speziell auf das Jugendprogramm des Rundfunks der DDR.
Dass es da so einige spannende Entdeckungen zu machen gibt, dürfte wohl auch der heutige Abend belegen. Da geht es nämlich unter dem vielversprechenden Titel "Familie Völz und die Computer" um die Nutzung von BASICODE - also jene auf BASIC aufsetzende Programmiersprache, die in den 1970ern als "Esperanto für Computer" die frühen Heimcomputer-Fans begeisterte.
In der DDR hat sich seinerzeit der Physiker und Informationswissenschaftler Horst Völz um die Verbreitung von BASICODE verdient gemacht - unter anderem, indem er Kurse für den Computer-Club entwickelte und für deren Ausstrahlung, inklusive Code, im Jugendradio sorgte.
Horst Völz wird beim heutigen Abend in der DT 64-Reihe (die übrigens von Dunja Funke und Moritz von Rappard, der schon im seligen Tesla Berlin Radio-aktiv war - ersonnen und organisiert worden ist) anwesend sein. Mit von der Partie sind ausserdem Joachim Bauman, seines Zeichens zu DDR-Zeiten Redakteur des REM-Computermagazins und Ralf Homann, der unter anderem das Experimentalradiostudio der Bauhaus Universität Weimar aufgebaut und lange Zeit geleitet hat. Kurzum: Es werden sicher spannende Stunden werden...
[Bildchen: Schaut vielleicht etwas komisch aus, schemenhaft und verpixelt-verschwommen? Liegt daran, dass es ein passendes DDR-Radioempfangsgerät zu imaginieren galt. Und das ist ohne Kenntnisse der Materie bekanntlich eher schwer.]
Von miss.gunst am 30.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
26.09.09
atoms & bits
Klein Klein aufs Ganze gehen? Analog und digital? Klingt ja fast nach den kürzlich umschwärmten "Little Bits".
In Berlin ist unter obigem Namen und mit dem sprechenden Untertitel "Making Thinking Doing" nun ein Festival ausgerufen worden, das "Visionäre, Baustler, Aktivisten, Geeks, Kreative - eben alle, die eine neue Kultur des Selbermachens zelebrieren" versammeln will.
Das müssen wir natürlich näher beäugen.
Auf den Heimseiten von "atoms & bits" blinkt denn auch gleich eine ganze Liste von Themen, denen HeimwerkerInnen (i.u.S.) denkbar zugeneigt sein dürften: Um die "Lust am Bausteln (DIY)" und um "Neue [sic} Formen der Arbeit (Coworking)", um eine "Kultur der Offenheit (OpenEverything / Creative Commons)" und um "Neue und offene Formen der Politik" sowie nicht zuletzt um "Aktuelle Formen des Kunst- und Kulturschaffens (Art of Production of Art)" soll es gehen.
Alles das während stolzer zehn Tage (a&b festival) sowie an diesem Wochenende (26./27.09.09) auch auf einer in BarCamp-Form veranstalteten Konferenz.
Mehr Einblick in Pläne, Pojekte und Perspektiven ist im begleitenden Blog zu erhalten - wobei der ebenso wie die Seiten selbst ein kleinwenig unübersichtlich ist (was wohl ein bisschen mit der programmatische Offenheit der Organisation zu tun hat, in welcher sich insbesondere kleinste Teilchen wie Atome und Bits gern mal verlieren).
Aber wie auch immer. Grundsätzlich schaut das nach einer ganz sympathischen Sache aus. Sollte, wer die Gelegenheit dazu hat, beschnuppern und womöglich eben auch aktiv einen Beitrag anbieten.

Nur: Wenngeich wir ja ahnen, wo der gute Gedanke mit den a und b herkommt (Hallo Donna Haraway) - ob atoms&bits wirklich "die kleinsten Elemente unserer modernen Gesellschaft" sind, zumal wir ja doch niemals modern gewesen sind, nunja. Das wagen wir mal zu bezweifeln.
[Bildchen: Kleinste Teile. Ganz gross.]
Von miss.gunst am 26.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
19.09.09
la soirée des bricoleurs
So, nun braucht es aber doch noch einmal einen ganz speziellen Wink in Richtung Fribourg - wo nach wie vor das Festival zum zehnten Geburtstag von [anyma] steigt. Denn, a propos steigt: Die Grande Fête des Festivals findet am heutigen Samstag (19.09.) Abend statt.
Auf dem Programm steht nämlich eine Soirée des Bricoleurs - also ein Abend der Bastler. Und natürlich sind dabei eine ganze Reihe hochgeschätzter KünstlerInnen aus dem Radius von HOME MADE mit von der Partie:
Beispielsweise Florian Kaufmann (mehr im hauseigenen Archiv) und Michael Gianfreda (dito), Bernhard Wagner (dito).
Markus Haselbach und seine Mitstreiter von der Schweizerischen Gesellschaft für Mechatronische Kunst, die über die Woche diy makeaway-Workshops veranstaltet haben, werden sich zum diy kamikaze orchestra formieren und ein kleines Ständchen geben eine rauschende Lötperformance mit musikalischem Mehrwert veranstalten.

Und ausserdem gibts - was auch immer das genau sein mag - einen Cosmic Gluntsch mit Maya Leibundgut und Claude Winterberg.
Wann und wo? Beim Festival 10 ans von [anyma] - und in diesem Fall im guten alten Belluard ab 20:00 Uhr.
[Bildchen: Stammt von einem früheren Auftritt des diy kamikaze orchestra - und von Herrn Sternenjäger, der selbigen fotografierte und dem unser Dank gebührt. Merci!]
Von miss.gunst am 19.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
14.09.09
anyma festival
[anyma] ist in der vergangenen Woche zehn Jahre alt geworden. Dem in Fribourg ansässigen Kunst-Kollektiv - aus dessen Werkstatt der Videobass und zahlreiche andere spannende Entwicklungen stammen - zum Geburtstag zu gratulieren: Das allein wäre schon Grund genug, in die schöne Stadt an der Saane zu reisen.
Nun wären umgekehrt [anyma] aber nicht [anyma], wenn sie sich nicht selbst schon etwas Passendes einfallen lassen hätten, um das Geburtstagsfest zünftig zu begehen. Das haben sie natürlich.
Sie laden zu einem "festival 10 ans" - bei dem es, wie's sich für eine dem kreativen Basteln zugeneigte Vereinigung gehört - nicht nur Kaffee und Kuchen gibt. Sondern genau jene Spezereien, die auch dem Freundeskreis am Besten munden: Ausstellungen, Konzerte und Workshops satt!

Das ganze phantastische - und von den Jubilaren selbst gestemmte - Programm lässt sich den eigens hierfür eingerichteten Heimseiten des Festivals entnehmen.
Und wir ziehen da erstmal den Hut, werfen Blumen und empfehlen wärmstens: Wer kann, fahre hin!
Von miss.gunst am 14.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.09.09
DIY @ ars electronica ... (ff)
Weidlich sondiert und vieles eigenhändig ausprobiert. Und siehe da: Die zum Start des diesjährigen Festivals gestellte Frage lässt sich - kaum anders als erwartet - tatsächlich mit einem entschiedenen JA beantworten.
Zwar setzt die ars electronica, zumal was ihre Aushängeschilder - allen voran den Prix und das in diesem Jahr wieder neu eröffnete ars electronica center - betrifft, im Grossen und Ganzen nach wie vor auf High End Technologie und deren möglichst glanzvolle Repräsentation.
Aber es gibt eben doch auch jede Menge spannender Arbeiten und Ansätze zu entdecken, die sehr viel näher am medialen Alltag und dessen potentieller Mitgestaltung operieren.
Erwartungsgemäss in besonders hoher Dichte dort, wo sich der Nachwuchs vorstellt - also in den Ausstellungen des diesjährigen Campus. Wobei die eine der beiden Campus-Ausstellungen - "The Royal Interface Culture Masquerade Ball" mit Projekten von Studierenden des an der Kunstuniversität Linz angesiedelten Studiengangs Interface Cultures - DIY sogar ziemlich prominent zum Claim erklärte. Indes die versammelten Arbeiten grossenteils DIY-Kulturen eher auf einer Meta-Ebene adressier(t)en.
Die zweite Campus-Schau wiederum wurde vom MIT Media Lab bestritten - was bei manchen vorweg vielleicht erst einmal High End in jeglicher Hinsicht assoziiert. Doch just hier reihten sich dann regelrecht die Perlen kreativer Bastelkultur.
Und auch in den übrigen Ausstellungen bzw. an den übrigen Ausstellungsorten der ars - der "Human Nature Exhibition" im Brucknerhaus, "Cyberarts 09" [sic] im Offenen Kulturhaus und sogar im glitzernden ars electronica center, wo es gleich mehrere Themenausstellungen sowie Highlights aus der ständigen Präsentation bzw. den sogenannten "Labs" zu sehen gab, liessen sich einige einschlägige Projekte entdecken.
Ganz zu schweigen von den vielen Speziallokationen und -präsentationen, darunter auch Wohnmobil und Zelt der Migrating Art Academies, die - wie dereinst Courbet vis-à-vis der Akademieausstellung - gegenüber dem AEC campierten.

[Bildchen: Für einmal noch eine Fortsetzung einer Variation von DIY-Hybridnatur. Wie bereits beschrieben der Versuch einer Kreuzung des diesjährigen ars-Themas (das in den nächsten Einträgen, soviel kann man schon verraten, tendenziell zu kurz kommen wird) mit der von uns so hoch geschätzten Low Tech-Bastelei...]
Von miss.gunst am 08.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
04.09.09
DIY @ ars electronica ...?
Wie jedes Jahr im September lockt Linz zur ars electronica - und heuer vielleicht sogar noch etwas mehr, weil speziell zum Kulturhauptstadtjahr auch sonst vor Ort so noch so Einiges aufgeboten wird.
Da sollte sich doch auch für BastlerInnen etwas finden lassen!
Das aktuelle Motto "Human Nature" durch die DIY- bzw. Bastel-Brille zu betachten, dürfte zwar tendenziell in eher problematische Gefilde führen (wenn man sich nicht aufs Philosophieren beschränken will - und selbst dort ist die alte Frage nach dem Sich-Selbst-Machen ja schon komplex genug).
Andererseits haben Vorstellungen entsprechender Vorstösse seitens der KünstlerInnen auf der ars längst Tradition - geballt gab es sie beispielsweise auf der Ausgabe 1993 ("Genetische Kunst - Künstliches Leben"), zu der Peter Weibel seinerzeit den "Achten Tag der Schöpfung" ausgerufen hatte.

Und zudem wäre die ars nicht die ars, wenn es nicht jenseits des Hauptthemas unzählige spannende Dinge zu entdecken gäbe. So eben auch zur DIY-Kultur und anderen im hauseigenen Einzugsgebiet liegenden Themenfeldern - mehr dazu dann in den nächsten Tagen ff., will ja alles erst einmal erkundet werden...
[Bildchen: Nicht unbedingt menschlicher Natur? Nunja. Ein veritables Plantimal bzw. eine genseitig menschelnde Pflanze stellt beispielsweise Genkanin-Vater Eduardo Kac auf der ars vor - und ist dafür auch mit der Goldenen Nica in der Kategorie Hybrid Art bedacht worden. Unsere Pflanzentierchen hier hingegen sind ganz schlicht der traditonellen Herbstbastelei entlehnt. Wobei letztere, im Licht der aktuellen ars betrachtet, vielleicht ja schon immer... aber solche Spekulationen stehen wohl trotzdem erstmal auf einem *ähm* anderen Blatt...]
Von miss.gunst am 04.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
16.08.09
sommercamp workstation
Dass sich der Sommer nicht nur zum Kuscheln mit Sandkörnern eignet, sondern gerade von bastelfreudigen Klang- und BildforscherInnen gern zum gemeinsamen Arbeiten genutzt wird, haben wir ja schon mehrfach feststellen können in dieser Saison.
Un so gab es in Berlin - wo just dieses Wochenende auch die interflugs summer academy zu Ende gegangen ist (s.a. den Eintrag vom 29.07.09) - über die laufende Woche schon die nächste einschlägige Fortbildungsangebot:
Das Projekt "sommer camp + workstation = 2009" - initiiert von Carsten Stabenow (ex-garage Stralsund und nun garage berlin) und Carsten Seiffarth (Hörgalerie Singuhr und ex-Tesla Berlin) - knüpft an den Strang an, der seinerzeit vom Tesla ausgelegt worden war (s. a. im hauseigenen Archiv) und aufgrund der Einstellung der Förderung nicht mehr im würdigen Rahmen einer eigenen Institution für künstlerische Experimentalelektronik weitergeführt werden konnte.

Erst mal eben mit dem als erstem Baustein fungierenden "Sommercamp", das aus mehreren Workshops bestand. Erwartungsgemäss waren als WorkshopleiterInnen jede Menge spannender KünstlerInnen eingeladen - einige davon treuen LeserInnen auch aus einigen Log.Buch-Einträgen bekannt, andere aber noch nicht, sodass es eigentlich gleich eine Reihe neuer Zettelkästen-Einträge hageln müsste.
Für heute soll, weil eilig, erst mal der Hinweis auf die Abschlusspräsentationen genügen. Ab 16:30 Uhr im Haus der Kulturen der Welt (siehe dazu auch den detaillierten Stundenplan als pdf).
Wer keine Zeit hat und/oder nicht vor Ort in B. weilt: Könnte sich schon mal das "Diskursive Wochenende" vormerken, das als nächster Baustein dann für den 20. bis 22. November geplant ist.
Und/oder danach lugen, was sich im Bereich der projekteignenen Produktionen so bewegt.
Mit ein bisschen Glück und Spucke bzw. wenn denn die Signale dort gehört werden sollten, wo es auch längerfristig Mittel gibt, wird es hoffentlich nicht dabei bleiben. Und wir halten die Daumen und bleiben erstmal dran.
[Bildchen: Zeigen das Camp-im-Camp in Form der Summercamp-Zeltchen (standen auch drinnen im HKW). Stammen beide aus dem Summercamp 2009-Flickr-Pool und wurden von Carsten Stabenow dankenswerterweise unter cc-by-sa lizensiert, merci! - was natürlich weiterhin für die hier verwendeten Ausschnitte gilt.]
Von miss.gunst am 16.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
07.08.09
séance mit vogelstimmen (WRT)
Vogelstimmen aus dem Jenseits? Ja genau. War ja sicher sowieso kein Zufall, dass Friedrich Jürgenson selig seinerzeit Kontakt aufnahm, als er im Garten Tonbandaufnahmen von unseren gefiederten Freunden machen wollte.
Allerdings waren es in Jürgensons Fall bekanntlich die Stimmen dahingeschiedener Menschen, die er dann beim Abhören der Bänder vernahm.
Wolfgang Müller hingegen, als Elfenexperte mit der Welt des Übersinnlichen bestens vertraut, lauscht nicht nur in diesseitigen Gefilden vorzugsweise Vögeln nach.
Vergangenes Jahr hat er daher eine "Séance Vocibus Avium" - also eine spiristsche Sitzung mit (bzw. durch) Vogelstimmen - einberufen. Und welche Vogelgeister wären für eine solche Anrufung wohl geeigneter als jene von Federtieren, die bereits ausgestorben sind?

Für die von Müller eingeladenenen Medien - allesamt begabte KollegInnen (von Francoise Cactus und Brezel Göring über Frieder Butzmann bis Justus Köhncke) - eine denkbar anspruchsvolle Aufgabe. Mogeln und aus der Tasche zuvor aufgenommene O-Töne abspielen kann man bei ausgestorbenen Arten schliesslich nicht.
Aber es ist allen Beteiligte gelungen, ihre medialen Talente zu aktivieren. Und zwat derart überzeugend, dass "Séance Vocibus Avium" kürzlich den Karl-Szuka-Hörspielpreis 2009 gewonnen hat.
Gratulation! Und um so größere Begeisterung (in doppeltem Wortsinn), als sich jederzeit an der Séance teilhaben lässt. Denn der Bayerische Rundfunk hat sie - und wir haben damit einen besonders schönen Webradio-Tipp - tatsächlich als Podcast zum Mitlauschen und -singen ins Netz gestellt.
[Bildchen: Eigene freie Assoziation zu bzw. von traurigen Vogelgeistern. Von Wolfgang Müller selbst gab es Visuelles zu "Séance Vocibus Avium" vor einiger Zeit im Neuen Aachener Kunstverein sowie ab 29.09. in der Galerie Crystall Ball in Berlin zu sehen.]
Von miss.gunst am 07.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
05.08.09
elektromagnetische stromereien
Der Elektromagnetische Sommer 2009, den wir kürzlich noch freudig begrüsst haben, ist ja eigentlich schon wieder zuende gegangen. Leider.
Aber vielleicht lassen sich doch noch ein paar Schwingungen nachfassen?
Gleich vorab für jene, die es tatsächlich noch nicht kennen sollten: Die Zürcher Stromereien haben, ungeachtet ihres scheinbar einschlägigen Titels, eigentlich nichts oder nur wenig mit Elektrizität zu tun. Für ein Performance-Festival gibt's einfach andere Prioritäten.
Bei genauerer Sichtung des Programms kann man dann aber doch das eine oder andere Bizzeln ausmachen: So beispielsweise vergangenen Sonntag, als Simon Berz mit -STROM+ sein einschlägig aufgerüstetes Schlagwerk zum Einsatz brachte (leider verpasst, aber es hat ein nettes Foto dazu im Stromereien-Archiv. Hoffe, die Stäbchen waren, + hin, - her, gut isoliert...).
Für den heutigen Mittwoch ist nun eine Performance von Jordan McKenzie angekündigt, zu der es - etwas versteckt, nämlich im Text zu den begleitenden Denkströmen - heisst:
"Übrigens: Der Paradeplatz als elektromagnetischer Raum wird während der Performance von Jordan McKenzie am Mittwoch 5. August, 12.30 - 14.30 Uhr besetzt."
Hoppla. In der Beschreibung von McKenzies Projekt ist eigentlich nichts zu lesen, was auf entsprechende Bezüge schliessen lässt. Oder ist damit etwa nur die zeitgleiche (Radio-)Ausstrahlung der Denkräume-Gespräche gemeint? Oooch. Also da hätte unsere wilde Phantasie vielleicht noch eine andere Option vorzuschlagen:

Auf einem der Fotos, die McKenzies bisherige Interventionen (es gab schon solche am Montag) dokumentieren, schaut es doch ein wenig so aus, als habe der Künstler mit Hilfe eines speziellen Instruments Kontakt aufgenommen. Schliesslich soll es darum gehen, "in diesen dunklen Tagen der finanziellen Unsicherheit Hinwendung und Zuspruch durch eine Reihe öffentlicher Interventionen in und um grosse finanzielle Institutionen in der Stadt Zürich" zu suchen. Ganz sicher handelt es sich hier also um veritable Transkommunikation, die bekanntlich ja gut über elektromagnetische Felder funktioniert. Vermutlich tuschelt McKenzie da mit den Seelen nicht wirklich friedlich verstorbener Anlagen... Und was sagen sie wohl zum Stand der Dinge? Hui? Oder Buh?
[Bildchen: Illustriert die wilde Phantasie. Oder so ähnlich. Für die wunderschöne elektromagnetische Welle danken wir Wikimedia Commons-Spender SuperManu. Lizensiert ist das Bildchen wie diese cc-by -sa. Merci!]
Von miss.gunst am 05.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.08.09
ameisen, hörbar (ohrenhoch)
A propos Neues aus bzw. in Neukölln. Ein bisschen umgeschaut haben wir uns natürlich auch im Zuge unserer Berlin-Exkursion - und in den Strassen rund um den Campus der interflugs summer academy gab da Einiges zu sehen. Und: Zu hören.
Gleich ums Eck bzw. in der Weichselstrasse, die parallel zur Ruetlistrasse verläuft, führen nämlich Knut Remond und Katharina Moos seit Anfang 2008 den Geräuschladen "Ohrenhoch".
Was das ist, so ein Geräuschladen bzw. was es dort gibt? Wie der Name schon sagt: Geräusche.
Dazu - wenn man will - an der kleinen Ladenbar auch leckere Getränke. Aber sonst kein Drumrum. Einfach Sitzgelegenheiten. Lautsprecher. Sound.
Mit wechselndem Programm - und just am vergangenen Sonntag, als wir im Laden und ganz Ohr waren: Insektenmusik!
Nach Berlin gebracht hat sie der Schweizer Komponist Pierre Thoma, der in einem Genfer Labor Ameisen belauscht und daraus ein in der Tat ohrenbeeindruckendes Stück gezimmert hat. Minimal Art für Myrmekophile und solche, die es werden wollen.
Für BerlinerInnen und Zugereiste (wie zum Beispiel die SommerakademikerInnen) besteht auch am heutigen Sonntag noch einmal Gelegenheit dazu. Bis 21:00 Uhr.
In diesem Sinne: Ohren hoch!

[Wobei, beiseit: So ein um einige Dezibel verstärkter, behende mahlender Ameisenkiefer einem sofort die Lust vergehen lässt, dereinst als potentielle Leibspeise dieser niedlichen Tierchen wiedergeboren zu werden... also, schön brav sein, oder? Das Bildchen ist trotzdem ein bisschen arg daherfantasiert. Im Ohrenhoch wird den Ameisen nämlich ohne Kopfhörer gelauscht.](small>
Von miss.gunst am 02.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.07.09
es wird (nicht) gestreikt
Uneindeutige Ansage? Das ist natürlich Absicht. Denn auch mit der programmatischen Absage, die man gemeinhin mit dem Begriff "Streik" assoziiert, verhält es sich ja keineswegs so einfach. Beispielsweise, weil eine Arbeitsniederlegung ganz schön viel Arbeit machen kann.
Gibt also schon ganz grundsätzlich so Einiges zu klären in Sachen Streik(en). Richtig kompliziert wird es dann, wenn man sich auf das Feld der Kultur und der Künste begibt, auf dem sich die Arbeitsverhältnisse noch einmal etwas anders gestalten als in jenen Sektoren, in denen für gewöhnlich zum Streik aufgerufen wird.
Das an sich ist nicht ganz neu - tatsächlich hat es in der Geschiche der Kunst insbesondere seit den 1960er Jahren diverse Streikbewegungen gegeben; so beispielsweise den legendären Art Strike.
Im aktuellen thealit laboratorium in Bremen, wo heute die Streik Academy (bzw. die Strike Akademie ;)) beginnt - den zugehörigen Aufruf haben wir vor einiger Zeit ja auch in diesem Log.Buch weitergereicht - lässt sich nun jedoch eine ganze Palette möglicher Perspektiven aufs Thema erkunden.
Auf dem dreitägigen Programm stehen nicht nur Vorträge und Workshops, sondern auch Konzerte und Performances - von Streikenden und Streiks Bestreikenden, für Streikende und solche die es (nicht) werden wollen.

Von miss.gunst am 17.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
15.07.09
camp 09
Vorgestern gestartet ist nicht nur der Elektromagnetische Sommer, sondern auch ein anderes Festival, das wir kennen und schätzen. Bei(m) camp in Stuttgart geht es allerdings nicht um Radiowellen, sondern um Klangkunst und Visuelle Musik.
Wie immer hat die Stuttgarter Initiative internationale KünstlerInnen eingeladen, die nun seit Montag zunächst einmal mit Workshop-TeilnehmerInnen arbeiten und sich untereinander austauschen.
Freitag und Samstag geht es dann erst recht zur Sache, wenn alle Beteiligten dann mit AV-Performances und Konzerten die Bühne bespielen.
Bereits heute gibt es jedoch einen Anlass, sich als Festival-BesucherIn in den Württembergischen Kunstverein zu begeben:
Um 19:00 Uhr hält Martin Koeppl - selbst AV-Künstler und Professor an der FH Metzingen/Schwäbisch-Hall - einen Vortrag zum Thema und anschliessend eröffnet eine Ausstellung, welche Arbeiten von KünstlerInnen versammelt, die in den vergangenen zehn Jahren beim camp Festival mit von der Partie waren.
Zumal wir das Ganze auch schon selbst getestet und für gut befunden haben: Können wir einen Besuch nur allerwärmstens empfehlen!

Von miss.gunst am 15.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
13.07.09
lauter inseln (WRT)
Letztes Jahr ist er uns glatt durch die Lappen gegangen, aber diesmal sind wir wieder ganz Ohr und können den Webradio-Tipp der Saison ausgeben: Heute startet LoRa Zürich in den Elektromagnetischen Sommer 2009!
Der Klangkünstler Jörg Köppl (der erst kürzlich auch ein ganz wunderbares Programm für unser Lieblings-Kunstradio-Netzwerk radia.fm beigesteuert hat) verspricht in Kooperation mit dem Kunsthof - wo vor zwei Jahren Marold Langer-Philippsen mit seinen Jurten campierte - "Lauter Inseln" (und wohl auch die eine oder andere laute Insel) in den Radiowellen-Ozean zu entlassen.
Wer sich nun wundern mag, zugleich in der Ankündigung zu lesen, dass es dabei um "Dialoge" gehen soll: Vielleicht ist ja doch jeder Mensch eine Insel - aber eben die Vorstellung, dass einsame Eiländer nicht miteinander kommunizieren können, schlicht und ergreifend falsch.

Neugierig geworden? Einfach einen Blick aufs Programm und die Hintergrundinfos zu den Beteiligten und dann sich mit Schwung in die Wellen des Webstreams werfen... wo heute Mittag ab 12:15 Uhr übrigens erst einmal Lachyoga angeboten wird. Na dann!
Von miss.gunst am 13.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.07.09
eisenwind (WRT)
FreundInnen der Brückenmusik aufgemerkt: Heute gibt es nicht nur endlich wieder einmal einen Webradio-Tipp, sondern sogar einen, in dem denkbar massive Saiten angeschlagen werden.
Schnöd geklampft wird selbstredend nicht. Vielmehr hat sich der dänische Klangkünstler Jacob Kirkegaard - treuen LeserInnen auch aus mehreren Einträgen in unserem Log.Buch bekannt - vor drei Jahren auf eine akustische Forschungsreise am Kölner Rheinufer gemacht und dort mit Kontaktmikrofonen jene Konzerte aufgenommen, die Wind und Wetter, Regen- und anderes Wasser auf den metallenen Uferbezäunungen und -geländern geben. Unter dem Titel Iron Wind bzw. Eisenwind hat er anschliessend ein Radiokunst-Stück für den WDR Köln daraus gemacht.

Ist natürlich streng genommen nicht lupenreine Brückenmusik, wie sie beisielsweise Jodi Rose in bzw. bei ihren "Singing Bridges" sammelt (s. dazu auch den Eintrag vom 15.03.07 im hauseigenen Archiv). Wobei Jacob Kirkegaard seinerseits übrigens auch einmal eine von Jodi Roses Brückenmusikaufnahmen in eine eigene Komposition transformiert hat (gabs mal bei GUNSTradio zu hören, wo im vergangenen Jahr mit Autophones zudem ein weiteres Brückenmusik-Projekt an den Start gegangen ist).
Jedenfalls: Heute Nacht um 23:05 Uhr wird im WDR Studio Akustische Kunst Kirkeggards Eisenwind noch einmal zu Gehör gebracht. Nicht vepassen!
[Bildchen: Ist tatsächlich ein Stück Geländer vom Rheinufer - extrahiert aus einer fast schon zu schönen Panoramafotografie, die Ahgee ASR688in die Wikimedia Commons gespendet hat. Lizenz: cc-by-sa. Merci!
Von miss.gunst am 10.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.07.09
pool loop
Das Ereignis dieses Wochenende in Zürich braucht man eigentlich nicht gross anzukündigen. Aber mindestens ein kleines Fähnchen hissen müssen wir natürlich doch...
Heute startet nämlich das POOL/LOOP/ Festival - das ja allein schon aufgrund seiner bestechend logischen und logotechnisch schlicht bestechenden Benamsung einen Extra-Punkt verdient.
Die angesichts der hochsommerlichen Temperaturen natürlich nochmals verlockender tönt. [Auch wenn es, beiseit bemerkt, eigentlich am Austragungsort keinen Pool wie den auf der Heimseite präsentierten hat - sondern, was umso schöner ist, schlicht und einfach der Zürisee zum Sprung in die Fluten lockt...]
Aber zur Sache, und da können und müssen wir, weil wir's grad etwas eilig haben, einfach zitieren:
"POOL/LOOP/ ist ein audiovisuelles Sound- und Medienfestival in der Roten Fabrik Zürich und Nachfolger von COPY! und Netlabelfestival. Ziel von POOL/LOOP ist die lustvolle und aktive Auseinandersetzung mit zeitgenössischer elektronischer Kunst und Musik. Es wird Krachen, Klicken, Wummern, Dröhnen, Säuseln, Quietschen und Fiepen. Es darf gebastelt, geschnitten, gesägt, gelötet, getanzt, gefeiert und gebadet werden."
Na also - wenn das nicht höchst verlockend klingt. Nix wie hin!

[Bildchen: Von der Wasserfarbe her kommt unser imaginierter Loop-Pool fast hin - seine Füllung aben wir freilich nicht aus dem Zuerisee, sondern aus dem legendären Emerald Pool entwendet. Dank gilt dem Wikimedia Commons Spender Mav - und wie das Original ist auch dieses Bildchen cc-by-sa lizensiert.]
Von miss.gunst am 02.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.06.09
licht, blicke (camera obscura)
Zwischendurch, zumal's mindestens atmosphärisch auch zum materialisierten Dunststreif auf der Aughölzli-Waldlichtung passt, ein Ausflugs-Tipp für die im Log.Buch leider schon länger vernachlässigten FreundInnen der Lochkamera.
Im Landesmuseum Niedersachsen Oldenburg läuft schon seit Ende Mai und noch bis zum 09.08.09 eine Ausstellung namens "Licht · Blicke. Aktuelle Positionen & ästhetische Experimente mit der Camera obscura".
Haben wir bislang auch selbst noch nicht in Augenschein nehmen können - die Ankündigung tönt aber durchaus interessant. Wer vorab nach Arbeiten der beteiligten KünstlerInnen auslugen will (in der eher wortkargen Begleitinformation zur Schau hat es leider nur eine "Künstler wie"-Aufzählung, an die wir uns halten konnnten):
Fündig kann man beispielsweise bei Thomas Bachler werden, der in seinem (schön angerichteten) Archiv sogar eine eigene Abteilung für seine Camera Obscura-Arbeiten unterhält (unbedingt aber auch die Fotogramme und dort die Grammgramme anschauen!).
Ähnlich gibt es auch auf den Heimseiten von Volker Herre ein reich bestückten Bereich mit seinen Camera Obscura-Photographien. Günter Derleth hat überhaupt seinen Fokus ganz auf die Arbeit mit der Lochkamera ausgerichtet.

Schaut von daher alles in allem recht klassisch aus. Aber wer weiss, was vor Ort vielleicht noch an Experimenten gesichtet werden kann. Schliesslich werden auch Workshops für den Nachuchs angeboten - und Kinder sind bekanntlich die Künstler von morgen.
Zudem ist Oldenburg immer eine Visite wert: Müsste nämlich schon ein dummer Zufall sein, wenn nebenan im Edith-Russ-Haus nicht gerade eine spannende Ausstellung zu sehen ist...
[Bildchen: Keins von/aus der Ausstellung - wir haben einfach mal eine imaginaere Lochkamera vor dem Zwinger am Oldenburger Pulverturm aufgebaut. Herzlichster Dank für das Original geht an Wikimedia Commons-Spender Jürgen Howaldt - und wie dieses ist auch unsere Imagination mit der cc-by-sa lizensiert.]
Von miss.gunst am 30.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.06.09
stadtwaldeslust aughölzli
Schön ist es sowieso, im Frühsommer durch den Wald zu wandern: Flirrendes Licht auf frischem Grün... Und was, wenn es solche Waldeslust mitten in Zürich hätte - direkt im vierten Quartier?
Lässt sich seit Freitag und noch bis zum heutigen Sonntagabend (28.06.) ganz einfach ausprobieren.
Und zwar in der Müllerstrasse 47. Dort im Hinterhof residiert die Galerie Mü - und dieser Tage ist der wunderbare PopUpShop zu Gast.
Wie Fans dieser wirklich in jeder Hinsicht liebens- und schätzenswerten Kreativgemeinschaft wissen werden, ist ein Gründugsmitglied, nämlich Corinna Mattner, seit einiger Zeit an der Limmat ansässig. Nun hat sie endlich auch ihre - in der Zusammensetzung zwar immer wieder wechselnde, aber ganz offensichtlich wachsende - Familie zum Einstand geladen.
Traditionsgemäss hat der PopUpShop auch diesmal ein Thema, unter dessen (Laub-)Dach sich die Produktionen der Beitragenden vereinen, die diesmal zusammengefunden haben:
Eben die Waldeslust - womit, beiseit bemerkt, dem Anlass eines Einstands entsprechend nebenbei elegant an den überhaupt ersten PopUpShop namens Augenwald angeknüpft wird.
In zauberhaftes grünes Licht getaucht, wachsen dort Pilze und Kobolde an den Wänden... fleissige Feen haben aus Seidenpyjamas und -Krawatten gewirkte duftige Kleider und zünftige Schürzen für Förstertöchter hinterlassen... in der Mitte des Raums hat sich der weiche Frühnebel auf einer Waldlichtung materialisiert und bietet als heimelige Höhle Unterschlupf... rundum ranken zu zarten Ornamenten geformte Zweige.
Und Bilder gibt es in diesem Reum-Bild selbstredend auch zu sehen.
Da streift man doch gern mit frfr durchs Gehölz Aughölzli!
PopUpShop
frfr äugelt im wald
von und mit: Helena Adler / Shlomit Avishai / Karin Dürr/ Ana J. Haugwitz/ Samuel Kaufmann / Dina Keller / Maka Mamporia / Corinna Mattner / Suse Richter / Carolin Röckelein / Irina Zikuschka
26. bis 28. Juni 2009
Freitag ab 18 Uhr - Samatsg und Sonntag ab 12 Uhr
Galerie MÜ - Müllerstr. 47 (HH) - Zürich
[Bildchen: frfr äugelt im Wald - und herzigwieimmer von Karte und Plakat...]
Von miss.gunst am 28.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.06.09
hamster!
Wie gerne ergreifen wir die Gelegenheit beim Schopfe, die geneigte LeserInnenschaft endlich wieder einmal auf einen veritablen Webcomic zu verweisen - zumal in diesem Fall Hamster die Helden des Geschehens sind. Hamster haben wir - neben diversen anderen Getieren - bekanntlich ebenfalls sehr gern. Und überhaupt...
... handelt es sich in diesem Fall sogar um eine besonders gewitzte, weil nämlich Strategien des interactive storytelling nutzende Umsetzung. Die ausserdem besondere Beachtung verdient, weil sie von vielversprechendem Nachwuchs stammt.
Gefunden haben wir das Ganze nämlich bei den Einreichungen zum Schweizer JuniorWebAward bzw. eine Meldung, mit welcher die für den heutigen Dienstag in Zürich angesetzte Prämierung der aktuellen Runde angekündigt wird.
Wie es aussieht, sind die hurtigen Hamster, welche eine Gruppe von Schülern der P1m des regionalen Gymnasiums Laufental–Thierstein ins Rennen geschickt hat, zwar nicht mehr ganz unter den ersten Vorentscheidungsfavoriten des Wettbewerbs. Aber doch hoffentlich nicht gänzlich chancenlos - schliesslich fahren die kleinen Nager doch einen erheblichen Einsatz!
Ergo rufen wir doch gleich mal eine kleine Soligruppe auf den Plan und mit dieser Verstärkung umso vernehmlicher "Hamsteralarm!"
Und fiebern, zumal man auf diese Weise ja vielleicht noch einen Publikumspreis anregen könnte, weiter mit... Viel Glück!

Von miss.gunst am 23.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
13.06.09
open broadcast open
Hätten wir, weil ganz woanders unterwegs, beinahe verpasst mindestens anzukündigen für jene, die dieser Tage in Basel vorbeischauen können.
Open Broadcast - derzeit noch im Aufbau, wenn alles funkt wie geplant aber demnächst als offene Plattform für NutzerInnengeneriertes Radio on Air, feiert schon einmal ein bisschen voraus.
Und zwar bereits seit Wochenbeginn, wie sich im Nachhinein allerdings nurmehr im zugehörigen Team-Weblog nachlesen lässt.
Am heutigen Samstag (13.06.09) hat es aber noch Gelegenheit, der Abschlussparty beizuwohnen. Programm im Tageseintrag des oben bereits verankerten Blogs, ab 21:00 bis nächtens bzw. Sonntag morgen früh im radio village (dem Hauptquartier von Open Broadcast in der Basler Utengasse 15).

Da wünschen wir erst mal den Open Broadcastern frohes Feiern. Uns aber doch noch mehr - und nicht nur, weil von Ort des Geschehens denkbar weit entfernt - alsbald dann auch mal richtiges Open Broadcast Radio.
Oh, und: Wenns denn mal sendet, darfs sogar wie UKW rauschen. Digital hin oder her.
Von miss.gunst am 13.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.06.09
wellenbad, radiokonzert (WRT)
Wäre eigentlich schon ein kombinierter Konzert- und Webradio-Tipp für den vergangenen Sonntag gewesen. Aber mindestens lasuchen kann man dem Wellenbad auch heute Nacht noch einmal.
Dann wird nämlich die gleichnamige Sendung wiederholt (und zwar auf Radio Lora Zürich bzw. dessen Webstream ab 0:15 Uhr).
Im Walcheturm hatte sich auf Einladung von so21 wieder einmal (s. mehr im hauseigenen Archiv) eine muntere Runde von (Klang-)KünstlerInnen versammelt.
Zu nicht geringen Teilen in ähnlicher Besetzung wie vor gut einem Jahr schon in einem entsprechenden Konzert/Radio/Konzert - aus dem unmittelbaren Umfeld der HOME MADE-Gemeinde sind u.a. Simon Berz und Simon Grab dabei. Und Jörg Köppl, der nicht nur an der ZHDK spannende Radio-Projekte realisiert, sondern gerade erst für unser geliebtes internationales Kunstradio-Netzwerk radia.fm eine schöne Sendung gespendet hat. Undundund.
Ab ins Wellenbad!
[Bildchen: Hachja, Wellenbaden. Die Sinuswellen - aus einer kitschnasigen Stimmung heraus musste es auch die farbige Fassung sein - haben wir uns aus den Wikipedia Commons geliehen. Dem Spender Kieff gebührt unser herzlichster Dank!]
Von miss.gunst am 10.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.05.09
psychedelische torschlussparty (AOH)
Keine Sorge: Da wir ja nun gerade erst Schwung genommen haben, soll die Berichterstattung vom diesjährigen "Art of the Overhead" schon noch ein Stückchen weitergehen.
Das Festival selbst freilich und die zugehörige Ausstellung feiern heute (30.05.09) bereits in Richtung Finale.
Übrigens, da wir gerade bei der österreichisch-japanischen Freundschaft im Zeichen von Coded Cultures waren bzw. sind:
Auch bei AOH ist Japan dieses Jahr gut vertreten - und das gilt insbesondere auch nochmal für das Programm der Psychedelic Closing Party (pdf).
Freuen können sich Finnissage-BesucherInnen auf und an: OHPia mit Mickey Guitar aka Ken Matsutani, Mako Ishizuka mit DJ Kristian Nihlén, Junichi Okuyama - ergo einer starken Besetzung aus dem Land der Kirschblüte von Maywa Denki (s. a. den Eintrag vom 02.07.06) - sowie den/dem residenten DJ Projector. Und einer perfomativen Entfaltung der in der Ausstellung selbst zum DIY-Teach-In verfügbaren Mappen mit den Folien zur Geschichte der Overheadprojektoren (und -patente) durch die beiden Kuratoren, also Linda Hilfling und Kristoffer Gansing.
In jedem Fall dürfte garantiert sein, dass die zu Hochzeiten der psychedelischen Partykultur gepflegte Neigung zum Multi-Media-Experiment auf Low Tech-Basis mit gutem Schwung weitergeführt wird. Da wären wir natürlich gern dabei gewesen - aber da wir ja nun einige Kilometer Luftlinie entfernt bei Coded Cultures weilen, wird's diesmal keinen Bericht geben können bzw. muss es bei der Empfehlung bleiben...
Von miss.gunst am 30.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.05.09
coded cultures
Kaum angesetzt, müssen wir unsere kleine Reihe zur Art of the Overhead kurz unterbrechen - aber natürlich aus gegebenem Anlass, denn gestern ist in Wien ein nicht weniger einschlägiger Anlass an den Start gegangen: Die zweite Coded Cultures Conference.
Dass das eines spannende Sache wird, mag bereits ein flüchtiger Blick aufs Programm nahe legen.
Was aber wohl weder der Titel noch der sowohl in Konferenz und Künstler-Panels als auch in der Ausstellung angelegte Austausch mit Japan vorweg ahnen lassen (nunja - dafür muss man ganz einfach wissen, was dem Team von 5uper.net schon seit je am Herzen bzw. im Aktivitätsradius gelegen ist): Für FreundInnen der DIY-Kultur ist so Einiges dabei.
Mehr dazu (so stehts jedenfalls auf der hauseigenen Agenda bzw. in der imaginiären Liste der zehn besten guten Vorsätze) im Anschluss - denn erst einmal werden wir uns vor Ort tummeln.
Für heute erst einmal die Empehlung: Wer am Pfingstwochenende seine Ausflugskutsche in Richtung Wien lenken kann, sollte am besten gleich selbst am Ort des Geschehens vorbeischauen...
Von miss.gunst am 28.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.05.09
videoex 09
Eigentllich hatten wir ja eine Bastel- und Baustellen bedingte Sendepause einlegen wollen... aber nicht allein der Treue wegen muss auch ein Päuschen mal pausieren, wenn in Zürich wieder Zeit für videoex ist.
Gibt dieses Jahr nämlich unter anderem (oder vielleicht besser: allem voran) ein Spezialprogramm mit finnischen Gästen - und auf diesem Wege auch ein Wiedersehen mit einigen treuen Log.Buch-LeserInnen aus einschlägigen Einträgen bekannten Künstlern zu feiern.
Beispielsweise mit Mika Taanila (s.a. im hauseigenen Archiv) - noch sensationeller aber vielleicht, dass man im Programm "Pioneers I" sogar eine Arbeit von Erkki Kureniemmi (s. a. im hauseigenen Archiv) daselbst zu sehen bekommt.
Und sogar das kürzlich an dieser Stelle aus gutem Grund bejubelte finnische Sauna-Kino der Brüder Renvall ist mit von der Partie!
*yay*
Da wünschen wir natürlich frohes Schwitzen und Schauen - auf nach Zürich zum videoex!
Von miss.gunst am 24.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
22.05.09
art of the overhead rules again (AOH)
Heiss ersehnt und freudigst erwartet: Heute (22.04.09) startet im schwedischen Malmö das Hauptprogramm des zweiten internationalen Festival für FreundInnen der Kunst und Musik mit dem Tageslichtprojektor.*
"OHPen Surface" ist diesjährige Ausgabe von "The Art of the Overhead" überschrieben - und nicht umsonst zwischerts da zwischen den Zeilen "oooOHhhhhhh! OooHhhlala oooOHhhhhhh!"
Nachdem die Premiere von/mit AOH 2005 bekanntlich in Kopenhagen stattgefunden hat, sind Linda Hilfling und Kristoffer Gansing diesmal über den Öresund nach Malmö gezogen, wo der in den Docks gelegene Stapelbäddsparken dem AOH temporäre Bleibe bietet.
Auch diesmal lockt wieder ein reiches Programm mit einer grossen Ausstellung, in der neben zahlreichen neuen Arbeiten auch das festivaleigene Recherche-Archiv zur Technik- und Mediengeschichte der Overhead-Projektion sowie die wachsende Sammlung von Folien mit künstlerischen und wissenschaftlichen Präsentationen gesichtet werden können.
Damit nicht genug, gibts sowohl an diesem Wochenende als auch eine Woche später zur Finissage Konzerte, Performances, Performance-Lectures und Vorträge mit dem und rund um den Overhead.
Wer kurz entschlossen noch nordwärts aufbrechen will (was wir nur allerwärmstens empfehlen können) und schon mal vorfreudig einen Blick auf die versammelten Highlights werfen möchte, mag vielleicht in der pdf-Broschüre blättern, in der alle Beteiligten kurz vorgestellt werden.
Ansonsten und für alle Daheimgebliebenen wirds dann demnächst an dieser Stelle, also im Log.Buch, den einen oder anderen Eintrag geben. Denn (grosse Freude, die sich nur schwer verhehlen lässt:) Wir fahren hin!
* Ja, die gleichnamige Arbeitsgemeinschaft - also Kunst & Musik mit dem Tageslichtprojektor (mehr auch im hauseigenen Archiv) - sind natürlich ebenfalls mit von der Partie und haben in den vergangenen Tagen sogar mit anderen KünstlerInnen fleissig in eben jenem Workshop gewerkelt, für den vor einiger Zeit an dieser Stelle ein Aufruf zu lesen war. Die Ergebnisse werden uns selbstredend nicht vorenthalten, sondern ebenfalls in der Ausstellung präsentiert.
Von miss.gunst am 22.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
15.05.09
seid gemeinschaft
Wie es aussieht, hat der vor einiger Zeit auch an dieser Stelle verbreitete Ruf nach kollaborativen Initiativen Gehör gefunden: Die daraus erwachsene Reihe "be community" geht nämlich bereits in die dritte Runde.
Das Dock18 lädt heute (15.05.09) wieder zu einem entsprechenden Abend in die Rote Fabrik.
Nach einem Apéro(ab 19:00Uhr) gehört das Feld erst einmal Roman Bleichenbacher von codecheck.info (s.a. mehr im hauseigenen Archiv).

Im Anschluss gibt sich (und uns) Ubergeek Amy Alexander die Ehre mit einemlive aus San Diego ein "CyberBroadband-Konzert".
Weitere Highlights: Eine Nacht-und-Nebel-Lecture von Stfan Kluge vom Open Surce FilmNetzlabel VEB Film Leipzig. Sowie ein Remote-Konzert von und mit Church of Noise (*äh* - welcher eigentlich?) aus Stuttgart.
Wie immer wird alles dies live über das tolle DOCK18-TV übertragen. Also: Seid Gemeinschaft und seid dabei!
[Bildchen: Haben wir einfach mal in die DOCK18-TV-Seite hineinimaginiert, was hier später passiert. Vom einsamen Bad des Solitärs in einem See von Selbstmitleid - hin zur glücklichen Glaubensgemeinschaft der Church of Noise...]
Von miss.gunst am 15.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
13.05.09
videoman @ mapping festival
In Genf läuft bereits seit vergangenem Wochenende (und noch bis zum kommenden) das mapping festival 2009, das wir natürlich wie je allen an AV-Experimenten Interessierten wärmstens empfehlen wollen. Und zwar nicht zuletzt, weil es auch für Fans selbst gebastelter Gadgets etwas zu sehen gibt.
Am heutigen Mittwoch eröffnet(e) nämlich in der Galerie Labo - in der auch einige der Workshops des Festivals stattfinden - eine Ausstellung des mexikanischen Künstlers Fernando Llanos, der als "Videoman" einfallsreiche Lösungen für mobile Projektionen bzw. Projektionsperformances entwickelt (einige Zeichnungen dazu kann man online auch auf seinen Heimseiten bewundern).
Während des Festivals wird er zudem zusammen mit seinem Chihuahua - den er für diese Zwecke bereits einschlägig ausgestattet hat - die Genfer Strassen unsicher machen.
Nebenbei, aber nicht zuletzt: Unbedingt lohnt es sich auch, auf den überhaupt sehr schönen Heimseiten des Künstlers weiter zu gründeln. Da gibt es viele leckere Sachen zu bestaunen, und wiederum so Einiges, was direkt im Interessenradius von HOME MADE liegt. Wie es der Zufall so will, hat er - zugänglich über den Anker zum Flug FVIDEO 737 - unter anderem 2004 ein Projekt namens "Hand Made" (bzw. "hecho al mano") realisiert, für das er wunderschöne kleine Kameras, Kassetten und andere Medien-Apparate gebastelt hat. Das Katalogzine dazu kann man nach wie vor als pdf herunterladen!
[Bildchen: Einen mobilprojezierenden Chichuahua können wir nicht bieten. Dafür haben wir ein eigens gezüchtetes Beamertier. Seine Mama wurde Wikipedia Commons-Spender Marke freundlicher Weise unter GFDL publiziert - was nun auch für unser Beamertierchen gilt.]
Von miss.gunst am 13.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
07.05.09
diy e-tronic freaks @ bern
FreundInnen der DIY-Elektrobastelei mit besonderer Neigung zur Robotern sollten sich schleunigst nach Bern begeben: Dort findet nämlich ab dem heutigen Donnerstag (07.05.) bis einschliesslich Samstag wieder einmal eine Zusammenkunft einschlägig orientierter Aktiver statt.
Zwar gibt es nebenbei die erst einmal traurig tönende Botschaft zu vermelden, dass das eigentlich dieser Tage vor Ort geplante "roboloco - Festival für Maschinenkunst und Robotik" aus organisatorischen Gründen abgesagt werden musste.
Gleichwohl wird in der Reitschule so Einiges geboten: Jeden Abend ab 21:00 Uhr laden rozzobianca ("and friends") mit Performances und bzw. in Installationen zum "Musik Roboter Objekt Theater Spektakel" mit dem viel versprechenden Titel "Six Freaks Under" ein (kleine Anspielung wohl nicht nur auf die gleichnamige TV-Serie, sondern auch auf die entsprechend benamste Ausstellung, die vor einiger Zeit in der Berner Kunsthalle stattgefunden hat).
Und wenngleich sie nun eben kein ganzes Festival auf die Beine stellen konnten, werden die fleissigen Mechatroniker von der SGMK doch immerhin - und unterstützt von FreundInnen - mit einigen diy*-makeaway-Workshops zugegen sein.
Und schliesslich lädt auch noch die !Mediengruppe Bitnik (mehr auch im hauseigenen Archiv) zu CCTV-Stadtspaziergängen ein. Klingt doch fein!
Von miss.gunst am 07.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
30.04.09
klangirrgarten (WRT)
Klanggärten haben wir im HOME MADE log.buch ja schon häufiger beackert. Da kann man ja auch mal einen Schritt weiter wagen und sich in einem ebensolchen absichtsvoll verirren, oder?
Um so besser, wenn sich das Ganze zudem mit einem Webradio-Tipp kombinieren lässt.
Heute Nacht - also zur gewohnten (Geister-)Stunde um 0:05 Uhr, zu der Deutschandradio Kultur seine Klangkunstwellen sendet - wollen uns Rilo Chmielorz und Pedro López in einen ebensolchen locken:
"Eine fiktive Person bewegt sich durch einen Klangraum, der das Wagnis des Wandels und die Ambivalenzen des Lebens akustisch erfahrbar macht."
Verspricht jedenfalls die Ankündigung des Programms. Wir legen jedenfalls schon mal die Batterien für unsere Audiotaschentampe zurecht. Und sind sehr gespannt...
[Bildchen: Hier wird im/dem Labyrinth gelauscht. Ein denkbar grosses Merci gilt Wikipedia Commons-Spender AnonMoos (sic), der die Steilvorlage für ersteres in die Public Domain entliess.]
Von miss.gunst am 30.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.04.09
steine spielen
Genau. Mit Steinen spielen im doppelten Sinn. Also auch auf, insofern sie zum Klangkörper und Instrument werden. Angesichts der Materialqualitäten naheliegend, können dabei kräftigere Töne angeschlagen werden.
Aber natürlich nicht nur. Simon Berz - im Umfeld von HOME MADE bestens bekannter und ziemlich aktiver Schlagwerker - hat sein Lithophon nun für den konzertanten Einsatz präpariert und gleich ein passendes Projekt gegründet: IGE TIMER.
Bei diesem wird er von Klaus Janek am Bass kongenial unterstützt.
Zu Erlauschen sind die von IGE TIMER unternommenen Erkundungen der Potentiale des Gesteins als Klangkunst-Instrument am heutigen Dienstag Abend (28.04.09) um 20:30 Uhr in Zürich, genauer gesagt im WIM (Magnusstrasse 5) - und dann zwei Tage später noch einmal in Zug (Donnerstag 30.04.09 um 20:00 Uhr im Burgkeller).

[Bildchen: Lithophon. Soso. Da wollen wir aber doch mal nebenbei mit Nachdruck fragen: Würden Sie diese niedlichen Steine schlagen???]
Von miss.gunst am 28.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
11.04.09
DIY diplomatische niederlassung
Eigentlich haben wir es ja gar nicht so mit der Monarchie, ob es sich nun um eine konstitutionelle oder eine künstlerische handelt.
Aber für diese eine machen wir doch immer wieder gern eine Ausnahme und erstatten Hofbericht.
Elgaland-Vargaland, die das von Leif Elgren und Carl Michael von Hausswolff (s. sowohl zu Erstererm als auch zu Letzterem mehr im hauseigenen Archiv) regierte Mikronation Königreich eröffnet am heutigen Samstag (11.04.09) ein weiteres Konsulat - und zwar ganz in der Nähe von Frankfurt, im beschaulichen Karben.
Dort hat es ein kleines Schlösschen mit anrainendem Park, und in diesem wiederum steht eine Freimaurerkapelle - die fraglos einen passenden Ort für die neue Repräsentanz des Reiches vorstellt.
Eingeweiht wird diese um 15:00 Uhr mit einer zünftigen Feier, zu der Leonhardi Kulturprojekte einladen und bei der Taslima Ahmed, Marc Behrens featuring Yôko Higashi (hamaYôko), Nikolas Ceccaldi, Eric D. Clark, Guillermo Faivovich, Sam Forsythe, Maria von Hausswolff, Oliver Heinzenberger, Ilja Karilampi, Klaus Kamptner, Michele di Menna, Ayaka Okutsu, René Schohe, Stephen Suckale, Joe Walsh und Immediate Memory internationale Variationen der Nationalhymne von Elgaland-Vargaland vortragen werden. Und anschliessend gibt's noch ein Festbankett.
[Bildchen: Vielleicht noch ein angemessenes Ornat fürs Konsulat? Ist jedenfalls von der Örtlichkeit inspiriert - wobei betont werden sollte, dass es dort mitnichten düster ist. Aber es ist ja auch kein Lichtstrahl auf rasenbewachsenem Parkgelände, den wir hier flaggen. Wir danken Wikipedia-Commons-Spender Tiernvael und dem grossen GNU dafuer, dass wir Winkel und Zirkel nicht selbst zeichnen mussten, das Weisse Rauschen ist allerdings eigengeneriert.
Von miss.gunst am 11.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
10.04.09
intimacy & distance (WRT)
Intimität und Distanz: Sowieso ein spannendes Thema, wenn man über Gegenwart und Zukunft von Radio unter Netzkonditionen nachdenkt. Für diesmal geht es aber um Radio-Kunst-Praxis: Ein Festival, das zeitgleich in (mindestens) zwei Städten stattfindende Live-Performances übers Netz verknüpft - und das Ergebnis in die Welt sendet.
Am heutigen (Kar-)Freitag Abend ab 21:00 Uhr geht "Intimacy & Distance" an den Start, wenn Jan Zimmermann und Michael Fischer per Telefon via Feedbackschleifen Berlin und Wien verbinden.
Und in den kommenden Monaten werden wir dann an einer ganzen Reihe von Abenden radiophon erlauschen können, was die eingeladenen KünstlerInnen in bzw. zwischen Berlin, Bukarest, Budapest, Lissabon, London, Marseille, Tbilisi und Wien miteinander (und dem Medium) anfangen können.

Gesendet wird das Programm von den beteiligten (Kunst-)Radiostationen sowie - weshalb dieser Eintrag ins Log.Buch denn auch als Webradio-Tipp taugt - wwweltweit per Stream. Also heisst es nicht nur für die Ortsansässigen, ganz zum Motto des Festivals passend: Wo auch immer Ihr seid - seid dabei!
[Bildchen: Distanz und Nähe, arg flink frei dahin fantasiert gefunkt. PS: Passt aber ganz gut zum Kruscheln und Fiepen der Feedackschleifen, finden wir.]
Von miss.gunst am 10.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
09.04.09
insekten, musik ff.
Nachdem es gestern erst einen Konzert-Tipp für Frankfurter FreundInnen der Insektenmusik gab, lässt sich heute gleich nochmal nachlegen - allerdings kommen diesmal diejenigen auf ihre Kosten, die flink nach Aarau fahren können.
Im Rahmen der vom Kunstraum Aarau organisierten Reihe "Musikzimmer" spielt nämlich heute Abend ab 21:00 Uhr (im Barracuda, Metzgergasse 14) nicht nur Helena Gough auf (genau, eben jene Künstlerin, auf deren Auftritt im Walcheturm wir gestern ebenfalls hingewiesen haben).
Sondern - geschickt getarnt als flozki3000 - auch der Bricoleur Universel Florian Kaufmann (s. a. mehr im hauseigenen Archiv). Und in der (leider etwas spät eingetrudelten) Einladung verspricht er was? "Satelliten und Insekten" aufzulegen.

[Bildchen: Tja. Sieht ganz so aus, als seien angesichts dieser Einladung nicht alle Gäste gleichermassen gut aufgelegt... Wir danken in jedem Fall Sebastian Ritter, der sein Foto der Mutter unserer nicht wirklich gutgelaunten Konzertbesucherin grosszügig unter cc-by-nc-sa den Wikipedia Commons zur Verfügung gestellt hat. Selbige Lizenz gilt auch für diese kleine Szene.]
Von miss.gunst am 09.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
08.04.09
assembling (lópez) / segmente (gough, schurer)
Insektenmusikfreundinnen und -freunde aufgemerkt: Francisco López ist zu einem Konzert in der Stadt...
... und zwar gerechter Weise mal in Frankfurt am Main - wobei wir für die ZürcherInnen ebenfalls einen Tages-Tipp in der Tasche haben.
Doch zunächst zu López und damit in die Mittelhessen-Metropole. Selbige hat in diesem Jahr nämlich eine Veranstaltungsreihe namens "Mind The Gap!" zu bieten, in der sich Konzert- und Vortrags/Gesprächsabende verschiedenen Fragen zum Verhältnis von Klang und Bild bei künstlerischen Produktionen auf dem Feld der elektronischen Medien widmen.
Und im Rahmen ebendieser Reihe ist am heutigen Mittwoch Abend (um 20:00 Uhr im Haus am Dom) nun also Francisco López zu Gast.
Sein Konzert ist - dem thematischen Leitfaden der Reihe entsprechend - zwar nicht als Feier der Insektenmusik angekündigt, sondern soll unter den Vorzeichen von "Assembling" stehen. Aber wer López Werk und seine Arbeitsweise kennt (s. a. die Einträge im hauseigenen Archiv) wird wissen: Letzteres schliesst Ersteres keineswegs aus - ganz im Gegenteil.
Ergo dürfen eben auch Insektenmusikfreundinnen und -freunde dem heutigen Abend erwartungsfroh entgegensummen.
Bevor sich nun die Zürcherinnen und Zürcher Fans Neuer und experimenteller Musikpraxis in neidvoller Gram haltlos schluchzend auf dem Boden winden: Gemach, Gemach. Auch sie werden heute bestens versorgt:
Im Walcheturm findet (fast) zur gleichen Zeit - um 21:00 Uhr - ein Konzert der Konzertreihe für experimentelle elektronische Hörmusik "segment| e" statt, zu dem sich Helena Gough und Bernd Schurer ein Stelldichein bzw. die Ehre geben.
Und damit umgekehrt auch den in/um Frankfurt Weilenden, mit einer Träne im Augenwinkel Richtung Limmat zu zwinkern.
Wirklich höchst bedauerlich, dass es auch im Zeitalter elektronisch beflügelter multipler Identitäten und Präsenzen - Mind The Gap! - mit dem Hin- und Herbeamen zwischen distanten Lokalitäten immer noch nicht ganz so schnell klappt...
[Bildchen: Um imaginär ein paar passende Musiker auf die Bühne zu schicken, haben wir haben flugs ein wenig Insekten-Assembling betrieben. Ihre Ahnen - um genau zu sein, von rechts nach links: Eine männliche Skorpionsfliege (Panorpa germanica), eine Diaphora Mendica sowie eine kleine Fliege der Art Aleyrodes proletella leben auf der grossartigen belgischen Insektenbilder-Seite "Entomart". Welche es gestattet, ihre Bilder für Zwecke wie diesen, also auch die Züchtung neuer Spezies, frei zu verwenden! Phantastisch, Grand Merci!/vielen Dank!]
Von miss.gunst am 08.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
29.03.09
wart mal! (WRT)
Zum schönen Sonntag eine Kombination aus Konzert- und Webradio-Tipp.
Zusammen mit seinem Kollegen Urs Leimgruber wird Simon Berz heute nachmittag an einem für ersteren Zweck vielleicht ungewöhnlich anmutenden, aufgrund seiner Architektur jedoch eine ideale Akustik bietenden Ort aufspielen: Dem Wartesaal des Bahnhofs Enge.
Die Einladung zu diesem Ereignis ist derart nett formuliert, dass wir gar nicht anders können, als sie im Wortlaut wiederzugeben:
Liebes Ohrenpaar!Warten lohnt sich, speziell am kommenden Sonntag.
WARTESAALKONZERT
Bahnhof Enge Zürich
Urs Leimgruber; sax
Simon Berz; manipulated instruments
Sonntag, 29. März 2009 17 Uhr
WARTESAAL ENGE
Der einzigartige Wartesaal im Bahnhof Enge besticht durch seine kreisrunde Form und eine ausserordentlichen Akustik. Die zwei Musiker Urs Leimgruber und Simon Berz treffen musikalisch im Wartesaal mit unterschiedlichsten Instrumenten aufeinander. Die Passanten und Wartenden werden zu Klangzeugen zweier Musiker, die mit sich und dem Raum in Kontakt treten. Es entstehen Klangwolken, die sich zögerlich aufbauen und sich mit den Bahnhofsklängen vermischen. Die Musiker suchen akustische Überraschungen und gehen mit Ihren Instrumenten lustvoll und feinfühlig auf sich und ihre klangliche Umwelt ein.
Das Konzert wird aufgezeichnet und am selben Abend auf Radio LoRa Zürich in der Sendung SO21 BADABUM um 21.45 Uhr ausgestrahlt.Herzlichst
Simon
Ohrenpaare, die sich nicht zur Tea Time (Achtung, Sommerzeit!) im Wartesaal einfinden können, bekommen also noch einmal heute Abend beim ja auch prima via LoRa-Webradio zu belauschenden SO21 (mehr dazu auch im hauseigenen Archiv).
[Bildchen: Der Flyer zur Veranstaltung. Das vorfreudig dem Konzert entgegenlauschende Ohrenpaar schaut ihn grad an und ist deswegen nicht mit im Bild.]
Von miss.gunst am 29.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
28.03.09
fumetto nullneun
Rauchzeichen über Luzern? Die aber vielleicht ein wenig wie Sprechblasen ausschauen? Ganz genau, es ist wieder soweit: Fumetto-Zeit!
Nachdem rings in der Stadt schon seit einigen Tagen die Satelliten blinken, gehen nun auch im Festivalzentrum die Lichter an.
Eine ganze Woche lang wird die Stadt am See im Zeichen gezeichneter Bilder und Geschichten, auch bekannt unter dem Codenamen Comics stehen.
Mit Inter- und nationalen Ausstellungen, Mini-Messe, Lesungen Signierstunden, Vilm-Programmen, Workshops, Bar und Party. Undundund.
Da gucken wir als treue Fans ab morgen schon noch etwas genauer hin. Und wünschen für heute erstmal einen guten Start!

[Bildchen: Dem Eintrag entsprechend einfach als Einstiegsgruss gedacht. Wobei wir uns wie weiland schon mal wieder vom schönen Namen des Festivals inspieren liessen und dann ganz fest ans Fumettowunderland dachten. Ob uns da wohl etwas durcheinander geraten ist? ]
Von miss.gunst am 28.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.03.09
noise im rondell
Mit denkbar schlechtem Gewissen, weil es idealerweise einen entsprechenden Hinweis schon vergangenen Freitag und in jedem Fall früher hätte geben sollen, weil auch heute auf den letzten Drücker:
Für Noise-FreundInnen, die sich in der Nähe von Maastricht aufhalten, hätten wir da nämlich noch einen prima Tipp...
Kaspar König veranstaltet derzeit in seinem Projektraum "Het Rondeel" eine kleine Konzertreihe.
Den ersten Abend - mit Adam Leb, Kim Laugs und Rinus van Alebeek (s.a. im hauseigenen Archiv) sowie den enfants bendibles, die uns schon beim Zürcher diy*-Festival beglückten - haben wir eben schnöderweise anzukündigen verpasst (obwohl eine gute Entschuldigung dafür - dazu demnächst dann noch mehr...).
Umso wärmer wollen wir nun den zweiten Abend der Reihe empfehlen: Heute ab 21:030 Uhr sind mit Marc Chia aka one man nation aus Singapur, Dave Philipps aus Zürich und Juan Mota aka c-utter aus Barcelona (hat eine ganze Menge EPs auf archive.org, falls jemand mal vorlauschen will) nun veritable Noise-Prominenz zu Gast.
Der dritte Teil der Reihe wird dann kommenden Freitag (27.03.09) folgen - einfach schon mal vormerken. Und wenn wir's nicht verschusseln, gibt's an dieser Stelle den passenden Kalendereintrag dazu...
[Bildchen: Ausser, dass uns Kaspar "the darkest and most brutal sonic explorations in human emotions transmitted through physical performance" verspricht und wir deshalb Noize-Band zum Porrät bitten wollten, hats eigentlich nix mit obig besungenem Konzertabend zu tun. Angeschlurft gekommen ist nämlich nur ein Schlagwerker, der offenkundig eher unplugged arbeitet. Aus Mitleid haben wir dann dem armen genervten Schädelchen noch einen mp3-Player geschenkt. Nunja. Bessere Musik hat das wohl auch nicht ins Bildchen gebracht.]
Von miss.gunst am 23.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
07.03.09
kompressionsartefakte
Kompressionsartefakten begegnet man für gewöhnlich eher unverhofft. Allerdings immer öfter in einer Zeit, da eigentlich ständig Daten durch Kanäle geschoben werden müssen, die zuvor nach einer entsprechenden Verdichtung verlangen. Mit Kunst hat das zwar erst einmal nichts zu tun.
Gleichwohl spricht doch nichts dagegen (um nicht zu sagen: angesichts ihrer Unvermeidlichkeit nachgerade viel dafür) Kompressionsartefakten etwas abzugewinnen und den ästhetischen Wert schätzen zu lernen, den sie für sich genommen zweifellos besitzen.
Da wir diese Auffassung schon etwas länger vertreten, haben wir selbtredend gleich freudig aufgemerkt, als uns die folgende Einladung erreichte:
"Hochverehrte Damen, schwer geschätzte Herren, es sei in diesen bösen Zeiten die Stunde gekommen, da ich allem Widrigen zum Trotze neuerlich verschwurbelte Wunderworte in den Äther pumpe. Sowieso schon wieder fett spät, jedoch haben sowohl mein Rechenknecht wie auch ich vor einiger Zeit diverse schändliche Mikroben eingekörpert, worunter sowohl die beiderseitige Leistungsbereitschaft ebenso wie die Kommunikation untereinander litt. Dass der Weltschmerz aufgrund dieser und anderer Gegebenheiten, deren Erörterung ich dem Leserling/ der Leserline zu ersparen gedenke, aus seinen verwitterten Verstecken kriecht und ab und an mal böse zupetzt, ist wohl nicht weiter verwunderlich. Doch genug mit dem Geflenne.
Der Zweck der Botschaft liegt in froher Kunde:
Am Samstag, den 7.3. findet ab 20:00 Uhr die Vernissage meiner Ausstellung 'Kompressionsartefakte' im Hafen 2 in Offenbach statt.
Zu diesem Anlass werde ich es mir nicht nehmen lassen, vor Ort und Stelle audiovisuell Live zu performen.Es fühle sich also hiermit bitte die komplette kunterbunte Warstletter-Empfängerschar aufs allerherzlichste zu diesem Anlass und Termin eingeladen. Bringt alle eure Leute mit. Randalierende Stinkmolche werden jedoch nur unter Vorbehalt wilkommen geheissen.
Hust,
Simon Schäfer"
Ja genau, ganz richtig: Der wunderbare Warst (s.a. im hauseigenen Archiv) lädt ein. Mit leckersten Kompressionsartefakten! Da lohnt es sich in jedem Fall dabei zu sein.
[Ausser für randalierende Stinkmolche natürlich. Liebe randalierende Stinkmolche: Ist ja alles gelogen, was da oben steht. Kompressionsartefakte sind eigentlich ganz langweilig und doof und man muss auch nicht nach Offenbach fahren, um sich welche anzugucken. Hat es auch im Fernsehen und auf dem PehZeh. Bleibt also mal schön zuhause, legt die Füsse Flossen hoch und lasst die Stinkdrüsen lüften.]

[Bildchen: Ja logo. Des Warsts Kompressionsartefakte schauen ganz anders aus und hören sich auch ganz anders an. Aber hier hatten wir nun mal diese im Gehege. Das rechts ist übrigens in liebevoller Handarbeit komprimiert.]
Von miss.gunst am 07.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
06.03.09
syndrome wpw in concert
Wie oft Richtung Wochenende muss man tatsächlich würfeln, welche Abendveranstaltung der geneigten Log.Buch-LeserInnenschaft ans Herz gelegt werden soll.
Haben wir gemacht und die Augen sind für Zürich gefallen.
Dort lädt das dock18 für die heutige Nacht zu einem Remote-Concert mit Syndrome WPW aus Lausanne.
Wem diese Ankündigung so gar nichts sagt, sei zum einen ein Besuch auf den Heimseiten von Syndrome WPW aka Serge Teuscher ans Herz gelegt. Dort kann man dank eines mit ausgewählten Live-Konzert-Clips und Muzik bestückten Buffets schon mal ein wenig Suppe fassen, um den Appetit aufs anstehende Supper noch ein bisschen zu steigern.
Zum anderen muss man sich - und zwar zumal dann, wenn man dummerweise gar nicht in Zürich weilt - auf der Zunge zergehen lassen, was "Remote Concert" bedeutet: Syndrome PWP kommt nämlich gar nicht in Persona an die Limmat, sondern sendet aus dem Lausanner Radiostudio von Fréquence Banane live in die Rote Fabrik.
Und eben deshalb wird, wo ja sowieso schon mal eine flinke Verbindung zwischen A und B L und Z stehen muss, das Ganze obendrein direkt noch über dock18-tv in die grosse wwweite WWWelt ausgestrahlt.
Heisst also: Auch anderswo kann man des Syndrome WPW-Konzerts teilhaftig werden. Und wenn es einen HotSpot hat, im Prinzip sogar beim Konzert oder im Club der alternativen Wahl.
Ist ja nicht wirklich so, dass uns der Sinn nach einem solchen Multi-Tasking stünde. Aber die Option an sich ist schon phänomenal - obwohl wir am Ende dann wohl doch wieder würfeln werden...
Falls es jenseits des Zufalls und des Augenauszählens aber noch eine Entscheidungshilfte brauchen sollte: Michaelmusic, Ohrstrom und max dunkelrot sind nicht nur per Remote mit dabei, sondern tatsächlich live vor Ort.
Von miss.gunst am 06.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
02.03.09
canbots
A propos Falten falten. Es muss natürlich nicht immer von Pappe sein, was sich da mit wenigen oder mehr mal mehr mal weniger geschickten Kniffen fabrizieren lässt.
Da hätten wir doch glatt noch eine passende Alternative.
Zwar nicht mit Anleitung zum Nach- bzw. Eigenbau. Aber manchmal macht es ja auch einfach Spass, die Dinge anzusehen, die andere gebastelt haben.
Wie beispielsweise im Fall der Canbots, die sage12888 in seinem Etsy-Shop anbietet.
Einer schöner als der andere. Recycling-Origami von Feinsten. *hach*

[Bildchen: Ist natürlich kein Canbot. Waren zu ungeduldig, eine Anfrage in Sachen Abbildungsgenehmigung zu starten. Und weil wir leider auch nicht so gut Falten falten können, ist netterweise Fuddel, der Vetter von Kuddel eingesprungen. Wobei: Ist auch ohne Schere, Kleber oder Schweissnaht gestaltet. Immerhin.]
Von miss.gunst am 02.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
25.02.09
scelsi (WRT)
Wieder mal Zeit für einen Webradio-Tipp. Und der geht, wie gerne an einem Mittwoch, wieder mal ans WDR open: Studio elektronische Musik.
Dort steht heute das Porträt eines Komponisten aus dem vergangenen Jahrhundert auf dem Programm. Klingt irgendwie verstaubt?
Ist es aber mitnichten - und kaum allein deshalb, weil das aktuelle Saeculum gerade mal neun Lenze zählt.
Es soll nämlich um Giacinto Scelsi gehen, eine ziemlich exzentrische Erscheinung der jüngeren Musikgeschichte. Selbst elektronische Musik komponiert hat er zwar nicht. Doch über seinen Kompositionsprozess war er diesem Feld doch verbunden:
Zum Einen fand er seine Töne gern, indem er auf einer Ondiola bzw. Ondioline improvisierte (weiteres zu diesem Instrument in der Chronologie von 120years; ausführlichere Informationen inklusive Bildchen gibts beim tollen RétroTSF).
Zum anderen war er Notationssystemen derart abhold, dass er seine Improvisationen auf Tonband aufzeichnete und dann von anderen für die vorgesehene Besetzung transformieren liess.
Aber weiter wollen wir hier gar nicht ausholen, insofern sich lässig auf einen Lexikon-Artikel von Markus Bandur zu Scelsi, eine kleine Werkmonografie von Frank Perry sowie auf einen sehr schönen Artikel von WMS.Nemo (im Soundslumberland, sympathisches Alias, oder?) zu den Streichquartetten in der Kammermusikkammer (mit vielen weiterführenden Ankern) verweisen lässt.
Sowie selbstredend auf die Fondazione Isabella Scelsi, die in Rom das Erbe des Komponisten pflegt. Auf deren Heimseiten kann man im Bereich des Museums übrigens auch einen Blick in Scelsis Arbeitszimmer werfen, wo seine Instrumente inklusive der Ondioline zu bewundern sind.
Dürfen wir dann über all der Schmökerei nur nicht vergessen, um 23:05 Uhr den Webradiostream des WDR open: Studio elektronische Musik anzuwerfen...
[Bildchen: Imaginiert nicht Scelsi - der sich allem Vernehmen nach sowieso nicht so gern porträtieren liess. Eher vielleicht, wie es ist, aus den Wellen einen einzigen Ton zu greifen....]
Von miss.gunst am 25.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
24.02.09
post-computational instruments
Ist wirklich ein bisschen weiter weg, so man nicht zufällig gerade in Spanien Urlaub macht. Aber da dort an spannenden Sachen gebastelt wird und sich zudem auch - post-computational hin oder her - der eine oder andere Blick auf diese übers Netz werfen lässt, ist uns dieser Workshop in den Radar gegangen.
Im Kunst-und Kulturzentrum arteleku im schönen San Sebastian findet morgen und übermorgen (25./26.02.) der erste Teil eines Workshops-Doppels statt, das den vielversprechenden Titel "Post-Computational Instruments" trägt.
Wobei "post-computational" nicht ganz so beimm Wort zu nehmen ist. Denn Servando Barreiro, der diesen Part bestreiten wird, lädt dazu ein, das von ihm entwickelte Minia open hardware sensor board kennenzulernen und dann mit verschiedenen elektrischen und elektronischen Gerätschaften zu experimentieren, wobei als Musik/Steuerungssoftware Pure Data zum Einsatz kommen wird.
Also durchaus computational - aber wenn es so reiche respektive munter tönende Früchte trägt, wie sie in den Einträgen von Barreiros minitronics-Blog zu bewundern sind, soll das doch nicht weiter stören...

[Bildchen: Unsere Früchte Schoten sind definitiv prä- bzw. pre-computational. Und tönen erstmal auch nur in der Imagination (zudem offenbar weder ganz freiwillig noch wirklich gern...). Nicht dass es keine tollen Abbildungen von tollen Instrumenten bei minitronics hätte. Aber die sind leider alle mit einem (c) markiert.]
Von miss.gunst am 24.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
21.02.09
magnetbandgesichter
Zwischendurch einfach mal ein kleines amuse-oeil (oder hiesse das dann amuse-yeux?) für FreundInnen der aussterbenden Tape- bzw. Magnetbandkultur.
Und zwar in Form einer Empfehlung, bei Gelegenheit einmal im FlickR-Album "Monkey Boy" von Rosa Menkman zu blättern. Die Niederländerin hat nämlich alten Tonbandgeräten in die Augen geschaut. Und was blickte zurück?

[Bildchen: Ist natürlich noch nicht das amuese-oeil, denn das ist leiderleider mit einem dicken (c) versehen und kann ergo hier nicht wiedergegeben werden. Ersatzweise mussten wir also selbst zum Griffel greifen... Tja, wie kamen die Affen in mein Schaffen? Eben, zwangsläufig so...]
Von miss.gunst am 21.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
14.02.09
köstlichkeiten für parasiten
Nicht der Philosophie, noch der Biologie verdankt sich dieser Eintragstitel. Sondern, wer hätte das gedacht, die !Mediengruppe Bitnik - die sich auf diese Weise fröhlich eine Diskreditierung aneignet, mit der sie vor einiger Zeit mal anlässlich seiner Aktion "Opera Calling" bedacht worden war.
Bekanntermassen ist Letztere ein derartiger Erfolg gewesen, dass über Erstere (abgesehen mal davon, dass sie rhetorikhistorisch als ziemlich ungeschickt bezeichnet werden muss) eigentlich schon das Gras gnädigen Vergessens hätte gewachsen sein können. Aber anlässlich einer Retrospektive packt man eben alles aus der Kiste, was dazu gehört.
Retrospektive insofern, als Bitnik mit Parasite's Delight beziehungsweise der gleichnamigen Ausstellung bei Binz39 die Zeit ihres zweijährigen Atelierstipendiums beschliessen, das sie von der Stiftung erhalten hatten. Und in der haben sie ja auch in der Tat so einiges auf die Beine gestellt (mehr dazu nicht nur auf der Heimseite der Bitniks, sondern auch im hauseigenen Archiv).
Daher zeigen sie vor Ort auch nicht nur die wichtigsten Projekte der letzten Jahre - neben "Opera Calling" und "Download Finished" (2007) sind das "Our Man in India" (2008) und, ganz frisch, "CCTV: A Trail of Images. Die unsichtbare Stadt – Tools für Sousveillance" (2009).
Da zum Rückblick eigentlich auch die Serie "A Hack A Day" gehört, die sie in Zürich und andernorts veranstaltet haben, sich Aktionstage aber noch schwerer ausstellen lassen als die ebenfalls auf Interaktionen setzenden Projekte, gibt es heute (14.02.09) Abend Nacht zudem eine A HACK A NIGHT #11: OUR OWN PRIVATE PIRATE TV SESSION: "An evening of vicious audio, fierce visuals, elated air waves and flickering tv sets", wie die Ankündingung bei Binz39 verspricht.
Mit dabei: Serhat Köksal, Alexander Tuchacek von Knowbotic Research, Raffael Dörig, Adnan Hadzi und natürlich die !Mediengruppe Bitnik höchstpersönlich.
Ab 20:00 Uhr in der Binz39 und allem Vernehmen nach auch mit einiger Ausstrahlungskapazität über diesen Ort hinaus...

[Bildchen: In Ermangelung anderweitigen Illustrationsmaterials haben wir versucht, auf unsere Weise einen sinnfälligen Zusammenhang zwischen Köstlichkeiten für Parasiten und (potentiellen) Überwachungstechnologien herzustellen. In diesem Fall in der Hauptrolle: Familie Pediculus humanus var. capitis, beim Sonntagsausflug mit Picknick sozusagen selbst ein Teil der Aussicht, die sie geniesst. Oder wie sagte doch gleich Novalis...]
Von miss.gunst am 14.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
12.02.09
umgestürzter baum
Eine seltsame Überschrift für einen Eintrag? Ist eigentlich nur die Übersetzung von "Albero Rovesciato". Und warum das gleichnamige Projekt von Franceso Cavaliere so heisst, können wir allenfalls erraten.
Entsprechende Anhaltspunkte lassen sich in einer aktuellen Selbstdarstellung finden, in der es heisst, man habe nach der Zertrümmerung aller vor Ort vorhandener Instrumente aus de heimischen Italien nach Berlin ziehen müssen.
Doch so nahe die Assoziation mit dem Geräusch berstenden Holzes auch liegen mag: Eigentlich dominieren bei dieser Art von Noise weniger wuchtige denn feingranulare Töne. Einschlägige Lauschproben, wie sie in besagter Selbstdarstellung kredenzt werden, bestätigen das ebenso wie ein Besuch auf der obligaten MySpace-Seite, wo weitere Stücke erklingen.
Vor allem aber ist es aus HOME MADE-Perspektive interessant, mal einen Blick auf die Instrumente zu werfen, die Cavaliere auf seiner Heimseite zeigt. Ob er die als Ersatz für jene gebastelt hat, die besagter Zertrümmerung zum Opfer fielen? Schauen jedenfalls vielversprechend aus.
Und möglicherweise wird ja auch das eine oder andere davon in Aktion zu sehen und zu hören sein, wenn Cavaliere am kommenden Samstag Abend (14.02.09) ein Konzert im Frankfurter multi.trudi gibt...
[Bildchen: Unsere Gummi-Harfe fällt zugegebener Massen um Einiges schlichter aus. Aber noisig Schnarren kann sie durchaus -wenn man jetzt noch einen Verstärker hätte und vielleicht Verstärkung durch einen Kollegen an der Basssaite vorn...]
Von miss.gunst am 12.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
29.01.09
a maze jump'n'run
Wie jedes Jahr Ende Januar locken die transmediale und der club transmediale nach Berlin. Da wir uns hier schon lange nicht mehr auf der Spielwiese getummelt haben, geht der heutige Tagestipp erst einmal nicht in Richtung eines der beiden Hauptprogramme, sondern ins weitere Feld des Anlasses.
In der c-base (s.a. im hauseigenen Archiv), die sich diesen Montag mit DORKBOT.BLN vs DORKBOT VIENNA bereits als zentraler Anlaufpunkt qualifizierte, steigt heute (29.01.09) Abend nämlich das von der gleichnamigen Intitiative organisierte A MAZE FETSIVAL mit einem leckeren Spezialprogramm namens Jump'n'Run Bonus Cheat - womit schon angedeutet wäre, auf welche Spielwiese es dabei geht. Nämlich die von Computerspielen und Kunst.
Bestritten von illustren Kombattanten, die teils in persona und/oder mit Projekten anwesend sein, teils aus Madrid von arsgames live zugeschaltet werden, wo eine Parallelveranstaltung einberufen worden ist.
Vor Ort mit dabei auf der musikalischen Seite unter anderem: goto80, Computadora, Pornologik, für die zünftige Gestaltung des Spieleabends sorgen u.a. die Tennisfreunde Berliin [sic, eben die mit den zwei i]. Ab 20:00 Uhr im Hauptquartiert der c-base (Rungestrasse 20 BLN). Das will man sich doch nicht entgehen lassen, oder?

[Bildchen: Einfach auf die Schnelle, daher besonders naja... jump-ohne-run, immerhin mit 8bit. Geht aber, wie man sieht, rasch auf die Kondition, das Gewackel...]
Von miss.gunst am 29.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
26.01.09
DIY super sauna kino
Gleich eingangs zugegeben: Dieser Eintrag läuft nicht wirklich auf einen Tipp zum Selbermachen hinaus. Denn so ein Super Sauna Kino ist schon ein etwas komplexeres Projekt - und in diesem Fall geht es erst daher erst einmal um die Würdigung eines grossartigen Prototypen, dessen wir ansichtig werden konnten.
Und zwar in Frankfurt, wo dieser Tage ein ganzer Trupp is- bzw. nordländischer KünstlerInnen die Szene aufgemischt hat. Leider nur einen einzigen Abend lang gab es im und um den Bunker in der Schmickstrasse (wo auch das INM angesiedelt ist, aber eben auch Gastateliers der Stadt) Installationen, Videos, Performances, Konzerte.
Alles spannend und insgesamt ziemlich grossartig. Besonders aber besagtes Sauna Kino.
Eigentlich bzw. vor allem eine Installation der Gebrüder Seppo Renvall und Markus Renvall aus Finnland, im Gärtchen hinter dem Bunker und der benachbarten kleinen Gaststätte, die gewöhnlich Hafenarbeitern und Fernfahrern (sowie allen, die es bodenständig mögen) Atzung bietet.
Von Fern betrachtet sah das Ganze erstmal nach Gartenparty aus: Bunte Lichter auf Diskokugeln, die sich zu Elektro drehten. Mittendrin eine Apparatur, die einen (auch für sich schon feinen) Experimentalfilm auf einem kleinen Bildschirm zeigte sowie in beeindruckender Monumentalität an die Rückwand des Bunkers warf. Sowie eine zweite Projektion, ein im Schwimmbad aufgenommenes Unterwasservideo mit einem Pas de Deux, der von einer eleganten Badenixe und einem etwas korpulenteren Badenixerich (wie sich im Gespräch herausstellte: dem einen der beiden Künstler) bestritten wurde - auf der Wand einer ephemeren Konstruktion aus Latten und milchigweissen Plastikfolien, die erst einmal nach Gartenzelt aussah.
Dazu einige Gartenstühle, um sich zur Sichtung von Film und Video bequem niederzulassen. Theoretisch - praktisch wirkten dem die nächtens zunehmend frostigen Temperaturen tendenziell entgegen, indes die Sichtung der Filme dann doch so fesseln konnte, dass man bereitwillig an Ort und Stelle Mund auf Augen auf zum Eissäulchen erstarrte.
Aber eben Letzteres musste mitnichten sein. Denn das vermeintliche Gartenzelt entpuppte sich tatsächlich als: Sauna! Mittendrin der obligate Ofen mit glühenden Steinen, diese zünftig benetzt - und ergo ein Hort wohligster, zeitweise von Dampfschwaden durchzogener Wärme, wie es sich gehört. Flauschige Bademäntel und Handtücher fanden sich ebenso bereit gestellt wie Wasserbottiche für die Erfrischung danach. Wobei die angesichts der Aussentemperaturen natürlich auch einfach per Luftbad abzuholen war.
Und eben dazu drinnen wie draussen Kino. Toll.

[Beiseit: Schade nur, dass es harte Konkurrenz gab - da gleich nebenan im Gasthaus ebenfalls eine Art Sauna-Kino geboten wurde. Dort tobte nämlich auf engstem Raum der sprichwörtliche Bär mit Performances und Live-Konzerten. Und just zur nächtlichen Stunde, da draussen ideale Bedingungen fürs eigentliche Sauna-Kino herrschten, drinnen Stimmung und Temperaturen drinnen ebenfalls einen Höhepunkt erreichten. Nunja, Polka-Punk-Bands, deren Lead-Sänger splitternackt aus Gorilla-Kostümen schlüpfen bzw. hüpfen, hat es halt auch nicht jeden Tag...
Das Bildchen hingegen widmen wir selbstredend nicht der letztgenannten Attraktion, sondern der grossartigsten Installation, die diese Wintersaison bislang zu bieten hatte. Allerdings in sträflicher Reduktion (es fehlt das Experimentalfilmkino ausserhalb der Sauna, den Disko-Glam konnten wir nur andeuten, etc. pp. Aber drinnen wird schwer geschwitzt!!! Im Übrigen wirklich nicht die schlechteste Anregung für das nächste DIY-Projekt...]
Von miss.gunst am 26.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
23.01.09
cc showcases @ walcheturm
Empfehlungen für den heutigen Abend liessen sich so Einige geben. Klarer Fall von Qual der Wahl. In welchem dann das Band der Sympathie, das uns nicht nur mit dem Walcheturm, sondern auch mit der Sache verbindet, die Entscheidung für den definitiven Tagestipp erleichtert hat.
Der geht mithin in die Zürcher Kanonengasse 20, wo für heute (23.01.09) Abend ab 20:00 Uhr ein Creative Commons Showcase angekündigt ist, zu dem Creative Commons Schweiz und die von uns eh geschätzte Initiative Digitale Allmend einladen.
Genauer gesagt: Es gibt Creative Commons Showcases im Plural - also gleich ein ganzes Bündel Präsentationen von Projekten, die besagte Lizenz und ihren Gebrauch zu fördern und zu verbreiten angetreten sind.
Mit von der Partie sind unter anderem: Paul Gerhard vom britischen Creative Archive, das 2006 als Pilot-Projekt von der BBC gestartet worden war (GB only, leider!) sowie das CC-Pilotprojekt der Buma-Stemra, die in den Niederlanden die Musik-AutorInnenrechte vertritt; passend dazu wird Markus Beckedahl von netzpolitik.org die CC-Initiative des Norddeutschen Rundfunks vorstellen.
Besonders spannend für GestalterInnen dürfte die Präsentation des Open Design-Projekts von und durch Ronen Kadushin werden.
Und für die Augen gibt es ansonsten auch noch zwei echte Schmankerln: Nämlich die Vorstellung des polnischen "Enthusiast Archive", das der Sammlung und CC-Publikation von polnischen Amateurfilmen gewidmet ist, die in der Ära des Sozialismus entstanden sind. Sowie den Film "Lunch" von Ana Husman (deren nicht minder köstlichen Film "The Market" wir seinerzeit mal bei interfiction bzw. dem Kasseler dokfest im Programm hatten und von daher bei dieser Gelegenheit gleich noch mitempfehlen wollen).
Womit das Prädikat "Lecker", das wir natürlich für den gesamten Abend vergeben, besonders passend erscheint.
Von miss.gunst am 23.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
17.01.09
kunstgeburtstag 2009 (WRT)
Und schon ist es wieder so weit: Als treue Kunstgeburtstags-Fans wollen wir natürlich auch den diesjährigen nicht versäumen.
Ergo ergeht ein entsprechender Webradio-Tipp...
Gefeiert werden will der Kunstgeburtstag nämlich - so verlangt es die von Robert Filliou begründete Tradition - alljährlich am 17. Januar.
So haben sich auch heuer wieder unter dem Dach des Art's Birthday Net zahlreiche Kunstradio-Initiativen versammelt, um den Feiertag aufs zünftigste zu begehen.
Bereits seit gestern und noch bis zum morgigen Sonntag wird fleissig gesendet. Unsere speziellen Empfehlungen für den heutigen Samstag:
Wer nicht nach Österreich pilgern kann, um in Wien und Hainburg den ausgedehnten Festivitäten beizuwohnen, die dort vom Kunstradio und dem IMA Institute für Medienarchäologie nicht nur im Äther, sondern auch live vor Ort ausgerichtet werden (Details des Party-Fahrplans hier, mag vielleicht statt dessen mal in die "Extremity Cassette" hineinlauschen, die Anna Friz (mehr im Archiv) aus gegebenem Anlass bei Absolute Value of Noise laufen lässt.
Oder aber in den Webradio-Klangstrom, den Knut Aufermann von Mobile Radio (mehr im Archiv) sendet.
Oder oder oder... einfach mal selbst ins Kunstgeburtstagsmenue 2009 des Art's Birthday Net schauen bzw. hören. Da sind wirklich jede Menge Leckereien dabei!
Von miss.gunst am 17.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
16.01.09
milieux sonores
Was heisst es, Klangräume zu imaginieren und mit diesen Imaginiationen im Realraum zu experimentieren?
Solchen Fragen verspricht die Ausstellung "Milieux Sonores" nachzugehen, die heute (16.01.09) Abend im Walcheturm eröffnet wird.
"Das Verhältnis zwischen Raum und Ton ist eine zentrale Komponente vieler künstlerischer Werke. Über den Ton wird der Raum erfahrbar, imaginativer Raum wird durch ihn zeitlich wie räumlich strukturiert. Doch dieser Umstand wird selten bewusst erlebt, und genau hier setzt die Ausstellung 'Milieux Sonores' an."So steht's im Konzepttext zur Schau, die von Patrick Huber und Markus Maeder (Walcheturm in Koop mit dem Institute for Computer Music and Sound Technology) kuratiert wird.

[Bildchen: Selbstgebasteltes milieu sonore - wobei wir uns die Mutter des Würfels dankenswerter Weise in den Wikipedia Commons borgen konnten. Sie untersteht, wie auch der kleine Klangraum, dem grossen GNU.]
Von miss.gunst am 16.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
14.01.09
stadt-sinfonien (WRT)
Zur Abwechslung ein regelrechtes Klassik-Programm. Aber natürlich nichts, was ein verzweifelter Pianist spätnachmittags in einem Caféhaus klimpern würde, um der Buttercrème zu noch ein wenig mehr Schmelz zu verhelfen. Ist ja schliesslich einer unserer Mittwochs-Webradio-Tipps und geht in Richtung WDR open: Studio Elektronische Musik.
Dort stehen nämlich heute (Gross-)Stadt-Sinfonien auf dem Programm, mit drei - eben längst zu den Klassikern zählenden - Hommagen auf New York:
Edgard Varèses "Poème eléctronique" (1957-1958) ist dabei (ja genau, demhaben wir vor gut drei Jahren bereits einen Eintrag gewidmet, s. den Archivzettel vom 28.01.06), dann Steve Reich mit "City Life" (1995; allerdings nur in einem Ausschnitt) sowie zu guter Letzt Bruno Maderna mit seiner "Juilliard Serenade (tempo libero II)" (1971).
Alles zur gewohnten Stunde, also ab 23:05 Uhr und per Webstream mitzulauschen. Machen wir natürlich und können bei dieser Gelegenheit ja mal überlegen, wie sich eine solche (Gross-)Stadt-Sinfonie heute anhören würde...
[Bildchen: Nunja, auch eine (Gross-)Stadt-Sinfonie. Das von uns neu interpretierte Original wurde von B. Kerr kompiniert und dankenswerter Weise unter cc-by-sa den Wikipedia Commons zur Verfügung gestellt.]
Von miss.gunst am 14.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
13.01.09
kalender
Noch ist das Jahr recht jung und insofern schaut sich vielleicht der eine oder die andere nach wie vor nach einem passenden Kalender um.
Da die Omnipräsenz digitaler Organizer der schon immer eher relativen Vielfalt und Bandbreite gestalteter Wand- und Tischkalender nicht eben zuträglich gewesen ist, kann sich die Suche nämlich durchaus schwierig gestalten.
Jedenfalls, wenn's nicht gerade Katzenkinder in allen nur denkbaren Variationen sein sollen. Kein Wunder, dass Menschen mit Neigung zum DIY dann tendenziell auf mehr oder weniger schlichte selbstgestrickte Lösungen des Kalenderproblems verfallen.
Wer nun weder das eine noch das andere mag (also weder Katzenkinder noch eingeklebte ausgedruckte Fotos - oder gar so ein ganz archaisches Design wie jenes, auf das unsere kleine Kandidatin nebenstehend verfallen ist):
Wie wäre es denn mit einem echten Künstlerkalender, den man entweder als signiertes Exemplar frei Haus geliefert bekommt - oder aber kostenlos herunterladen und dann selbst ausdrucken kann?
Andy Deck hat nämlich auch in diesem Jahr wieder einen wunderschönen Comic-Kalender fabriziert. Das Exemplar für 2009 trägt den Titel "Wildlife Refuse" und erzählt Monat für Monat in wenigen Worten und vielen liebevoll gezeichneten Bildern Geschichten von widerständigen Wild- und anderen Tieren. Offensive Niedlichkeit im Kampf gegen die omnipräsente Stumpfheit in Sachen Ökopolitik - ganz sicher nicht der schlechteste Begleiter durch ein Jahr, das gleich mal eben mit Rettungsmassnahmen nicht etwa für von Klimaveränderungen gefährdete Spezies, sondern für die Autoindustrie begonnen hat...
Von miss.gunst am 13.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
01.01.09
kunst in der luft (WRT)
Eigentlich hätten wir schwören können, dass dies eher die Wiedervorlage eines älteren Webradio-Tipps mit neuer Verbindung wird. Aber der Blick in die hauseigenen Archive hat uns gerade eines Besseren belehrt - und so können wir das neue Jahr tatsächlich mit einer Premiere in doppelter Hinsicht beginnen.
Das Kunstradio des PS1 in New York - ursprünglich auf den nahe liegenden Namen WPS1 getauft - gibt es nämlich schon lange. Und mit seinem Programm - zu dem zahlreiche von KünstlerInnen bestrittene Themen- und Musiksendungen ebenso gehören wie Debatten um aktuelle Ausstellungen und die Wiederausstrahlung historischer Audio-Kunst - dürfte es auch eine denkbar grosse Fangemeinde unter Kunst- und KunstradiofreundInnen haben.
Kürzlich sind nun die Webseiten des bereits vor längerem dem MoMa angegliederten PS1 renoviert worden, und damit verschwand erst einmal die angestammte Webseite des Radios (www.wps1.org) von der Bildfläche - einschliesslich der Archive und des Ankers zum Stream.
Angesichts der Finanzkrise, die mittelbar auch die von privaten Förderern abhängigen Kulturinstitutionen erreicht, liess das natürlich erst einmal nichts Gutes vermuten.
Aber unter den Neuigkeiten entdeckten wir dann freudig die Meldung, dass lediglich der Umzug auf eine neue Seite mit dem schönen Titel "ARTonAIR.org" geplant ist.
Das sollte eigentlich am heutigen 01.01.09 auf Sendung gehen. Also haben wir brav die der Zeitzonen-Differenz geschuldeten Stunden abgewartet, neugierig und erwartungsfroh nachgelugt.
Bislang steht unter der angegebenen Adresse jedoch nach wie vor lediglich die Ankündigung zu lesen.
Nunja. Wir werden uns wohl noch ein bisschen gedulden müssen. Und sind umso gespannter, was der Relaunch bringen wird.
In jedem Fall: Wieder ein bisschen mehr Kunst in der Luft Art on Air...
[Bildchen: Als es eben ans Illustrieren ging, fiel uns auch wieder ein, warum es noch keinen WRT zu WPS1 gegeben hat. Genauer gesagt: Warum er nie online ging, den skizziert hatten wir ihn schon vor mehr als drei Jahren. Damals fanden wir nämlich partout kein unter CC publiziertes Foto des Uhrturms, aus dem WPS1 sendete und der sozusagen dessen Wahrzeichen war. Und trauten uns nicht, dasjenige von der PS1-Seite zu nehmen. In den Wikipedia Commons hatte es immer noch keins. Aber diesmal haben wir ein so wunderbar zum Anlass des Textes passendes vom Lackawana Terminal Clocktower in New Jersey gefunden, das wir unser Radio gleich dort eingerichtet haben. Dem Autor und Spender des unter cc-by-sa publizierten Originals sei herzlichst gedankt!]
Von miss.gunst am 01.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
27.12.08
resonance resonanzen (WRT)
Bastelzeit ist im Prinzip immer - aber so richtig gemütlich geht's dabei doch insbesondere zwischen den Jahren zu. Um so schöner, wenn man dazu dann das (Web-)Radio anwerfen kann. Allerdings muss es ja nicht unbedingt etwas allzu Besinnliches sein.
Wie gut, dass es da auch Alternativen gibt...
Auf der Suche nach ebensolchen sind wir im Kreis der üblichen Verdächtigen schnell fündig geworden: Unser sowieso heissgeliebter und hochschätzter radia-Partnersender resonance fm lässt seine Fans natürlich nicht auf dem Trockenen sitzen und bietet mit seinem "Seasonal Adjustment" über die gesamten Fest-, Feier- und eben all jene Tage, die zwischen diesen liegen ein ganz wunderbares, abwechslungsreiches und mit lauter Leckereien gefülltes Programm.
Darunter eine ganze Reihe von Sendungen, die im laufenden Jahr und/oder sonst einmal an dieser Stelle bereits in Webradio-Tipps gepriesen wurden (wie z.B. die Essbaren Landschaften oder der Sound Projector). Aber auch solche, die wir verpasst haben und denen wir nun um so gespannter entgegenlauschen. Etwa die Optical Sound Show (wie konnten wir die nur bislang übersehenhört haben???) oder eine Sendung mit dem vielversprechenden Titel "The Complete Works Of William Blake In No Particular Order"...Huh? Werfen wir doch gleich mal unser Webradio an und lassen ein paar resonance-Resonanzen schwingen!

Von miss.gunst am 27.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
12.12.08
electroscape @ mehrspur
Zwischendurch wieder eine Konzertempfehlung für FreundInnen elektronischer Klangräume und -landschaften.
Aufgemerkt, denn es geht gleich um den heutigen Freitagabend (12.12.08).
In Zürich - aber, was andernorts Angesiedelte erreuen dürfte: Durchaus auch aus der Ferne zu kosten...
Und zwar werden sich und uns im mehrspur music club Robert Korizek und Robert Alexander, gemeinsam als electroscape unterwegs (und kürzlich auch beim diy* festival mit von der Partie), die Ehre geben.
Ab 21:00 Uhr vor Ort (Waldmannstrasse 12, Zh) - oder (natürlich nur die halbe Miete, gleichwohl ein Trostpflaster für Nicht-ZürcherInnen ohne Chance, sich an selbigen zu begeben) via Live-Audiostream dank dbc.
Wer die Konzertperformance im dynamo verpasst hat und folglich nicht weiss, was es zu verpassen gibt: Die beiden Electroscapisten haben auf ihrer Webseite jede Menge leckere Musik (und Videos) bereitgestellt. Übrigens unter Creative Commons. *yay*
[Bildchen: Studiofoto von Robert & Robert, zeigt eins der Instrumente, die bei electroscape zum Einsatz kommen. Foto wie die Musik und die Videos unter cc -und Merci an Robert für den Tipp! :)]
Von miss.gunst am 12.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
09.12.08
profiler @ museum für kommunikation
Bevor es mit einer Vorstellung der vielen Leckereien losgehen kann, die es beim rundum grossartigen diy* festival Zürich 2008 zu kosten gab, meldet sich eilig die Registratur der Abt. Zeichenmaschinen.
Bei anderer Gelegenheit hatten wir vor mehr als einem Jahr (s. d. Eintrag vom 12.01.07) anlässlich eines Auftritts der jukebots in Wolfsburg von den Kreationen des Karlsruher robotlab geschwärmt.
Dann aus welchen Gründen auch immer, als im Oktober die Ausstellung "Die Roboter kommen" im Frankfurter Museum für Kommunikation gastierte, im entsprechenden Eintrag (03.10.07) allerdings gemeiner Weise unterschlagen, dass eines der Highlight jener Ausstellung eine Zeichenmaschine aus dem Hause robotlab gewesen war. Nämlich "autoportait" (2002) - ein per Reprogrammierung und Zusatzausstattung tatsächlich zur Porträtzeichnung befähigter Indstrieroboter(arm).
Da unserer obig erwähnten Zeichenmaschinen-Registratur deshalb schwer das Gewissen schlägt, müssen wir natürlich jetzt unbedingt darauf hinweisen, dass derzeit im Schweizer Museum für Kommunikation in Bern eine weitere Zeichenmaschine des robotlab in Aktion bestaunt werden kann, und zwar im Rahmen der Dauerausstellung "As Time Goes Byte".
Hier ist seit dem 05. Dezember (und noch bis 29. März 2009) der "profiler" (2004) tätig. Anders als seine berühmten Kollegen aus der Kriminalistik erstellt er keine Fallanalysen oder gar Täterprofile, wie es in der gleichnamigen Fernsehserie im Mittelpunkt steht. Vielmehr nimmt er (ist sozusagen drin, was drauf steht), in guter Tradition der

WARTESAAL ENGE
Der Zweck der Botschaft liegt in froher Kunde: