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24.12.11

Weihnachtsradio (WRT)

whnwthr-ksw.gifOhlala. Heuer ohne digitalen Adventskalender, mindestens in flacher gelegenen Gefilden keine weisse Weihnacht - und dass auf Bildschirmgeräten mitunter mal einfach aufgrund der Datenübertragung elektronischer Schnee rieselt, schafft wohl auch nicht wirklich Ausgleich.

Wie sich also in zünftige, sprich: selige Stimmung bringen. Nun, Hilfe naht: am besten auf direktem Wege, nämlich übers Ohr.

Es müssen allerdings ja nicht unbedingt klassische Weihnachtskonzerte und -chöre sein. Mindestens nicht als Webradio-Tipp, denn derlei hat's ja eh in den Standardprogrammen zuhauf.

Wer indes nach Alternativen auslauschen möchte: Da hätten wir doch zwei Vorschläge für den Abend.

Zum einen bieten die rührigen Herren (von) Äntli, Bier & Ärger
in ihrem gleichnamigen Samstagabendformat beim Zürcher Radio LoRa von 19-20 Uhr ein Weihnachtsspecial mit dem phantastischen Titel "Knollengewächsimplantate um die Jahrhundertwende im syrischen Hochland" an, das man per Webradio mithören kann.

Und gleich im Anschluss kann's dann bei resonance fm London weitergehen.

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Dort werden zunächst von 20-22 Uhr Festlandzeit Highlights aus dem von resonance organisierten Begleitprogramm zur Ausstellung "Gone with the Wind" ausgestrahlt, die in diesem Sommer mit Max Eastley, Takehisa Kosugi und Walter Marchetti bei Raven Row drei Klangkunst-Pioniere vorstellte (mehr dazu nachzulesen bei WMMNA).
Mit dem angekündigten Bermuda Triangle Test Transmission-Special dürfte dabei heute angenehmst auf dem Wellenkamm melodischer Noiseloops gesurft werden.

Und im Anschluss bietet dann noch von 22 Uhr bis Mitternacht (Festlandzeit) A Colder Consciousness seine "austerity hypothermic disco party time" mit Post-Punk Synthie-Pop satt. Na, wennn das mal keine Option für selige Webradio-Soundbeschallung unter dem Weinhnachtsbäumchen ist!

Von miss.gunst am 24.12.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.11.11

Ich ist eine Schreibmaschine (@ Shiftfestival 2011)

iiscm-ksw.gifOder eine Tastatur? Tönt ja erst einmal nicht besonders individuell. Wie seinerzeit die guten alten Schreibmaschinen werden Computertastaturen in Serie hergestellt. Und was Letztere betrifft, lässt sich wohl mit Fug und Recht von Massenproduktion sprechen.

Indessen bestätigt die Erfahrung ungefähr das, was Goethe über die Pflanzen schrieb: "Alle Gestalten sind ähnlich / doch keine gleichet der andren" - nur, dass es hier nicht um Arten, sondern um Fabrikate geht. Es gibt sie, die feinen Unterschiede. Im Anschlag und im Klang.

Beide schreiben sich ein in die Erinnerung, in die individuelle wie in die kulturelle. Meist nisten sie eher im inneren Ohr - und warten still und treu darauf, für einmal wieder aufgerufen zu werden.

Weidlich bot sich diese Gelegenheit beim Shiftfestival - gleich eingangs der grossen Ausstellung, die wie das Festival selbst dem Klangspektrum menschlicher, tierischer und technischer Stimmen gewidmet war.

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In der Video-Arbeit "The History of the Typewriter recited by Michael Winslow" (2009) von Ignacio Uriarte verwandelt sich der Schauspieler und begnadete Klangimitator Michael Winslow leib- bzw. stimmhaftig in ein Gerät nach dem anderen.

Die an von Uriarte angefertigten Originalaufnahmen geschulte Performance ist schon per se beeindtuckend - erst recht aber, wenn man jeweils nach dem Zwischentitel, der die Gerätetypen ankündigt, die Augen schliesst.

Verpasst? Nun, kleiner Trost: Wer das Nachsehen hat, kann ersatzweise auch auf der oben verankerten Heimseite des Künstlers nachsehen...
In jedem Fall: Eine grandiose medienarchäologische Arbeit - und ein wunderbarer Auftakt für vom Shiftfestival programmatisch gesetzte Themenschau allemal.

[Bildchen: Dieses Keyboard ist, zugegeben, schon etwas in die Jahre gekommen und ziemlich zahnlos - aber dafür lächelt es uns doch recht tapfer zu, oder?]

Von miss.gunst am 01.11.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.10.11

Radiokunst mit Fledermäusen (WRT)

htbbfm-ksw.gifWenn Ende Oktober Fledermäuse durch die Sender flattern, hat das mittlerweile mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit Halloween zu tun.
Während wohl davon auszugehen ist, dass sich weder Fleder- noch andere Mäuse gross um Halloween scheren - von anderen nachtaktiven Geschöpfen einmal ganz zu schweigen.

Umso netter, wenn sich nun ein Sender bemüht, einmal ganz anders zwischen Fledermäusen und Menschen zu vermitteln.

"A Short Guide To Becoming-Bat!" heisst eine von Stefano Perna für's Wiener Kunstradio kuratierte Radiokunst-Reihe, deren erste Folge am heutigen Sonntag (30.10.11) zu hören ist.

Perna will mit seiner Reihe dazu einladen, in die Welt der nichtmenschlichen Radiokunst einzutauchen - in welcher wiederum der kleine Blindsäuger, den wir so gern mit blutsaugenden Wiedergängern assozieren, seit je und sozusagen naturgemäss zuhause ist.

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Ergo lernen wur ihn in der ersten Folge, die Perna mit seinem "Ventriloque Media Collective" selbst bestreitet und die den schönen Titel "1799. How to become-bats?" trägt, näher kennen.

Ausgangspunkt ist dabei das 1959 erschienene Buch "Echoes of bats and men" des US-amerikanischen Zoologen Donald Redfield Griffin, dem wir u.a. auch den Begriff der "echolocation" bzw. "Echoortung" verdanken.

Aber: eine akademische Vorlesung steht nicht zu erwarten. Vielmehr haben Perna und seine Ventriloquisten ihrerseits Griffins Grundgedanken in den Raum der Radiokunst transferiert und transformiert. Ob es uns deshalb leichter fällt, zu Fledermmäusen zu werden (notabene ohne dabei an Vampirismus zu denken)? Werden wir hören...

Von miss.gunst am 30.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.10.11

Schöner Hören (Shiftfestival 2011)

shft2011-ksw.gifDie elektrischen Spatzen zwitschern es längst von den Dächern: Es ist wieder Zeit für's Basler Shift Festival.
Das heuer ein Thema hat, das den elektrischen Spatzen - und den Androiden, die von ihnen träumen - besonders gut gefallen dürfte.

"Of Birds and Wires. Stimmen unter Strom" ist es überschrieben. Was wirklich vielversprechend tönt.

Um Stimmen soll es also gehen - künstliche und natürliche, menschliche, tierische und maschinengenerierte Stimmen. Solche, die von analogen und digitalen "recording angels" aufgezeichnet wurden. Und natürlich auch um solche, die live zu vernehmen sind.

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Vorweg macht das im fünften Jahr des Festivals mindestens mal gefühlt weiter ausgewachsene Programm mit Ausstellung(en), Video-Screenings, Vorträgen, Gesprächen und Konzerten nicht nur den Ohren, sondern auch den Augen sowie selbstredend allem anderen, was an diesen Wahrnehmungsorganen gemeinhin noch so dranzuhängen pflegt, gehörig Appetit.

Und wer im Vorfeld des Besuchs nicht nur die Menukarte studieren, sondern mehr erfahren und den ein oder anderen Einblick nehmen will: Luge einfach hin und wieder in das auch heuer wieder aktive Shiftfestival Blog...

Von miss.gunst am 27.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.10.11

Lautsprecher

lspdu-ksw.gifZwar geben wir an dieser Stelle gerne Webradio-Tipps. Aber warum sollte man nicht auch ein wenig an dem hängen, was Radio als Medium ursprünglich mal ausgemacht hat: Synchrones Hören, gemeinsames Lauschen in Raum und Zeit.

Mag wohl sein, dass das mähliche Schwinden dieser Audiosphäre einer der Gründe dafür ist, dass eigentlich in die Vor- und Frühgeschichte des Mediums gehörende Formate wie Radiokonzerte und Radioinstallationen in den letzten Jahren wieder häufiger begegnen.

Das Museum am Ostwall in Dortmund hat in diesem Herbst mit einer Reihe begonnen, die tatsächlich so etwas wie einen inversen Webradio-Tipp wert ist: Im Lautsprecher MO Klangkunstprogramm werden im monatlichen Wechsel Werke zu Gehör gebracht, die zuvor im WDR studio akustische kunst ihre radiophone Uraufführung hatten (eben jener Sendung also, die auch immer wieder in den Webradio-Tipps begegnet).

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Im Lautsprecher-Raum des Museums im Dortmunder U kann man sie dann - einsam oder gemeinsam mit anderen und mit schöner Aussicht auf die Stadt - über Kopfhörer geniessen. Dazu gibts als Extra dann noch das Klangkunst-Konzertprogramm "Lautsprecher Live".

Nach der Premiere im September mit Christina Kubischs "flying magnetic" ist es nun im Oktober Pierre Henry, dessen ursprünglich 1996 im open studio gesendete "Antagonismen".
Feine Sache das.

Noch schöner wäre allerdings: Wenn vom U aus wirklich Klangkunst gesendet würde. Empfangbar drinnen über Lautsprecher, draussen in einem bestimmten Radius über Auto- und anderes Radio.
Nunja. Aber was (noch) nicht ist, werden wir vielleicht irgendwann ja noch hören...


Von miss.gunst am 10.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.10.11

Lochstreifenlust

flklkp-ksw.gifEs gibt bekanntlich solche und solche Löcher. Die einen sind Lücke in der Information. Und die anderen liefern sie. Wie zum Beispiel jene, die ihrerzeit die guten alten Lochstreifen zierten.

Bzw. zieren, denn glücklicherweise haben sich ja hie und da auch noch Exemplare dieser frühen Vorläufer digitaler Speichermedien erhalten, mit denen man - abgeschaut vom Spieluhrwalzenprinzip - zunächst die Webstühle der Textilindustrie und später eben auch die ersten Computer zu betreiben pflegte.

Meist müssen wir sie allerdings hinter Glas bewundern. Ein unermüdlicher bricoleur universel und analogitaler Bastler wie Flo Kaufmann (mehr im hauseigenen Archiv) hingegen zeigt, dass man sie nach wie vor benutzen kann.

Für seine aktuellen Performance-Projekte hat er neben jeder Menge Geräteschrott eben auch einige Lochstreifen aus den Abfalleimern der Technikgeschichte gefischt und benutzt Letztere nun, um Ersterem neues Leben einzuhauchen.

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Dass und wie gut das funktioniert, stellt er unter anderem heute (02.10.11) Abend in der Sulzerhalle Winterthur mit "punch.ing", einer "sound performance für lochstreifen, stanzer und andere elektronik" unter Beweis.

Und zwar um 20:30 Uhr, im Rahmen des heute endenen Festivals "perform now", dessen Besuch auf diese Weise - soweit nicht sowieso schon auf der Agenda - auch insgesamt noch anempfohlen sei...

Von miss.gunst am 02.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.10.11

Mikrotonale Alterationen (WRT)

slrd-atm11-kswn.gifHerbst haben wir - wenigstens dem Kalender nach - schon etwas länger. Und heute gibt's dann auch den passenden Webradio-Tipp dazu.
Mit steigenden Nebelschwaden, vom Wind durchgewirbelten Blättern und zünftigen grauen Schauern?

Von wegen. So lange es draussen noch herrlichste Sonne hat, wollen wir derlei denn doch auch akustisch nicht herbeizaubern. Kommt sicher noch früh genug...

Statt dessen freuen wir uns über die saisonale Selektion radiophonen Ohrzuckers, den uns silenceradio.org (s.u.a. den Eintrag vom 29.08.06 sowie Weiteres im hauseigenen Archiv) mit seiner Herbstedition 2011 kredenzt: "Altérations microtonales" heisst sie. Und ist - wie immer bei den Brüsseler Klangsammlern - rundum lecker und gut!

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Von miss.gunst am 01.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.08.11

Botaniques Digitales

dbbld-ksw.jpgNach wie vor zieht das Sommerfestival Les Digitales von Station zu Station - und in Bern hat es diesmal etwas ganz besonders Feines im Programm: Analogitale Audio-Botanik!

Zugegeben: diese Klassifizierung haben wir uns gerade gestattet - aber wir hoffen doch, dass die beiden zuständigen Gärtner nichts gegen diesen Begriff einzuwenden haben.

Aber wie auch immer: Flo Kaufmann und strotter inst. - zum Einen wie zum Anderen mehr im hauseigenen Archiv - haben anlässlich des Festivals zusammen mit Aguilea für den heutigen Samstag (27.08.11) im Botanischen Garten Bern eine Reihe von Installationen sowie geführte Audio-Touren eingerichtet.

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Um das Studium der analogitalen Botanik zu erleichtern, hier noch eine Handreichungen von den Botanikern selbst:

"Aculeus Flecto - Sukkulentenhaus (Plan Gebäude Nr. 34)

Zur Gattung der Wandler-Sukkulenten gehörend ist der Aculeus Flecto ein
typischer Epiphyt. Die Kurztriebe dieser Art bilden zeitweise auch
sogenannte Audio-Areolen zur Pollenübertragung. Dank einer Symbiose mit
der Lackschildlaus können sehr lange Trockenzeiten durch konsekutive
Dormanz überbrückt werden.

Ahasveros - Palmenhaus (Plan Gebäude Nr. 32)

Dieses Apokryphengewächs ist eine typische Pionierpflanze. Der sichtbare
Teil der Pflanze beschränkt sich auf eine einzige Luftwurzel, einem
Mono-Rhizom ohne Wurzelhaare. Die Fortpflanzung erfolgt durch Autogamie
(Selbstbestäubung) aufgrund der permanenten Autorotation. Die Ausbreitung
erfolgt parasitär via Weichtiere (z.B. Egelschnecken).

Oegishelm - Farnhaus (Plan Gebäude Nr. 33)

seltenes Tarnkappengewächs, gehört zu der Gattung Vandali. Besonders
Kennzeichen ist die Mimese an den Übergang zwischen Boden- und
Krautschicht. Der Oegishelm gehört zu den Kryptophyten. Sein vigilantes
Wachstum beeinflusst lokal die Pedogenese zu Ungunsten der umliegenden
Flora.

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Omophagen - Mittelmeerhaus (Plan Gebäude Nr. 30)

isoliert lebendes Mänadegewächs, gehört zur Gattung der Karnivoren. Der
Halbstrauch ist die einzige fleischfressende Art mit Hakentechnik.
Omophagen wachsen ausschliesslich in Gebieten mit regressiver Sukzession.
Die Ausbreitung erfolgt mittels Chamaechorie nach absterben von
Sprossachse und Wurzelstock.

Ritzel Piezea / Ritzel Magnesia - Sukkulentenhaus (Plan Gebäude Nr. 34)

Die zur Gattung der Unwuchten gehörenden Spinal-Gewächse sind meist
Mehrtriebig . Ihre bewegliche Infloreszenz zeichnet sich durch akustisch
wahrnehmbare Terminalblüten aus. Die beiden Unterarten unterscheiden sich
äusserlich nicht von einander. Das Ritzel Piezea zeichnet sich durch seine
kristalline Saftstruktur aus, während das Ritzel Magnesia nur auf Böden
mit in seltener Erde gedeiht.

Zellwegeris Usterea - Steppenhaus (Plan Gebäude Nr.26)

Das farblich der Umgebung angepasste Phenolengewächs ist die einzige
bekannte Art mit auditivem Schutz gegen Fressfeinde. Die Ausbreitung
erfolgt durch Tonale Phartenogenese. Eine Unterart bilden die Bakelitea
welche als eine der ganz wenigen Pflanzenarten auch bei siedenden
Thermalquellen (ab 77.5°C) überleben können."

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Womit wohl selbst diejenigen ein bisschen Appetit auf die Inaugen- und ohrenscheinnahme der Berner Neophyten bekommen haben dürften, die sonst nicht so oft ins Gewächshaus gehen...

P.S. Jaja, das ist natürlich noch längst nicht alles, was in Bern zu bieten haben. Siehe das ausführliche Programm.

[Bildchen: Aus dem Frankfurter Palmengarten, nicht dem Berner. Die Pflänzlein wären aber vielleicht auch alle gute Kandidaten für analogitale Botanik, oder etwa nicht?]

Von miss.gunst am 27.08.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.08.11

Sound OF

sff-abb-ksw.jpgSound of? Da fehlt doch was? Eben nicht, denn "OF" - muss man natürlich wissen - ist das Verkehrskennzeichen von und ergo mittlerweile das Kürzel für Offenbach. Und wie klingt das dann?

Im Alltag: wäre diese Frage wohl am besten mit Field Recordings zu beantworten.

Bei "OF Sound" geht es an diesem Wochenende indes um ganz spezielle Klangräume und -interventionen, das Markieren und Interpretieren von Orten und Architektur.

Nicht weiter verwunderlich, denn das Projekt ist Teil des Architektursommers Rhein-Main 2011 und wurde von bb22 Architekten und Stadtplanern organisiert.

Einstürzende Neubauten stehen allerdings nicht auf dem Programm (weder noch sozusagen). Sondern zwei Orte, die per se schon klingen. Und auch schon ohne Bespielung locken, da sie normalerweise nicht bzw. eben nur selten zugänglich sind:
Das Badehaus Allessa, die ehemaligen Badeanstalt für die Arbeiter des gleichnamigen Chemiekonzerns und die Fredenhagenhalle an der Sprendlinger Landstrasse.

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Erstere, dem einen oder der anderen vielleicht noch über die hfg_of-Ausstellung vor einiger Zeit entsprechend beeindruckend in Erinnerung, wird von on parkdeck (aka Alois Späth und Marco A. Fox) aus Berlin sowie von J. Peter Schwalm/Art Informal aus Frankfurt bespielt; letztere mit zwei Konzerten von ping musik ffm.

Klarer Fall von: Seid dabei!

[Bildchen: Vom Badehaus. Notgedrungen ohne Ton.]

Von miss.gunst am 20.08.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.08.11

Orakeln in Zürich (Bennett)

jbntoz-ksw.gifSpät, aber dennoch: Bevor das Orakel wieder verstummt, wäre - soweit noch nicht geschehen - Gelegenheit, sich eine gemessene Portion geheimnisvolles Gemurmel abzuholen.

Zu diesem Behufe muss bzw. kann man sich (bereits seit dem 24.05. und eben nun noch bis zum 24.08.11) auf den Zürcher Turbinenplatz begeben und eine der aus schweren, dunklen Bohlen gezimmerten Holzbänke aufsuchen, die dort aufgestellt sind. Hinsetzen. Lauschen.

Mit ein bisschen Glück vernimmt man dann besagtes Orakel.
Das dafür auch unge- bzw. unbefragt seine Prophezeihungen in den Raum schickt, denn es handelt sich - den zeitgenössischen Optionen adäquat - um eine Orakel-Automate, die aufs erratische Orakeln programmiert ist und dementsprechend die Umwelt nach dem Zufallsprinzip ihrer Entäusserungen teilhaftig werden lässt.

Heisst natürlich auch, dass man - die Inbetriebnahme der Automate vorausgesetzt - in jedem Fall mit Orakelsprüchen bedacht wird, ob man will oder nicht.
Was wiederum, abhängig von der prinzipieller Orakelgläubigkeit der derart bemurmelten Anwesenden, fatale Folgen zeitigen könnte.
Man kennt das ja von Delphi etc. bzw. aus der Überlieferung: "Wenn Du den Fluss überquerst, wird ein grosses Reich ... usw. usf." (vom schnöden Schicksal des Herrn Ödipus wollen wir gar nicht erst anfangen).

Womit wir nun Gelegenheit hätten, ebenso prinzipiell über Wohl und Wehe von Kunstprojekten im öffentlichen Raum nachzudenken, die für PassantInnen ja stets zu im weitesten Sinne schicksalhafte Begegnungen führen können.
Denn um ein ebensolches handelt es sich hier, das Orakel ist nämlich Teil der diesjährigen Gastraum-Projekte der Stadt Zürich.

Vor allem aber handelt es sich um eine Arbeit von Justin Bennett - einem Künstler, der uns schon mal 2005 mit seiner Noise Map in Den Haag in den Radar geraten ist.

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Zwischendurch und danach aber, nebenbei bemerkt, auch noch eine ganze Reihe anderer interessanter Projekte realisiert hat (ja genau, das ist eine Empfehlung, sich die Heimseiten des Künstlers insgesamt einmal näher anzuschauen).

Das Orakel wiederum gab es schon einmal in einer früheren Fassung 2007 in Luxemburg zu vernehmen; zu diesem Oracle gibt es auf den Heimseiten des Künstlers neben den Basisinfos zum Konzept übrigens auch ein Video.

Nun hat es mit Unterstützung der Galerie Barbara Seiler, die Bennett in Zürich vertritt und wo vergangenes Jahr um diese Zeit auch eine spannende Einzelausstellung zu sehen war, also eine temporäre Bleibe auf dem Turbinenplatz gefunden.

Wer die vielleicht nicht unbedingt schicksalsschwangeren, aber eben doch hinreichend rätselhaften Botschaften des Orakels vernehmen will, hat nun also noch ein paar Tage Gelegenheit. Hernach werden wir wieder mit Börsennachrichten und Wettervorhersage vorlieb nehmen müssen...

[Bildchen: Wie so oft nur eine Ersatzimagination - aber je nun, das Orakel als solches ist ja eh nicht zu sehen, sondern nur zu hören. Fotos mindestens von den Bänken hat es indes aber bei stastka.ch]

Von miss.gunst am 05.08.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.07.11

Audiospree 2011

adspr11-ksw.gifIndes in Zürich das zweite Wochenende des Elektromagnetischen Sommers auf Sendung ist (der entsprechende Webradio-Tipp gilt insofern nach wie vor), hätte es gerade noch für Berlin einen Anlass für die Öhrchen zu vermelden.

Am heutigen Samstag (30.07.11) wird, organisiert von der finnischen Projektgalerie Suomesta ein "International Experimental Audio Art Music Festival" veranstaltet, das man der Bequemlichkeit halber auch kurz "audiospree 2011" rufen kann.

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Über Details zum Programm und den beteiligten KünstlerInnen informiert ausführlich das audiospree-Blog.

Merci an Kaspar König für den Tipp!

[Bildchen: Ist dem inzwischen des Wetters wegen abgesagten Audioboot gewidmet. Das fährt nicht, weil solarbetrieben. Wie wär's mit einer klassischen Aufrüstung durch Segel und Ruder?]

Von miss.gunst am 30.07.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.07.11

Eigenartig (WRT)

ems11ekz-ksw.gifEigenartig? Eigenartig ist das eigentlich nicht. Ist schliesslich kein Zufall, dass wir bereits seit Wochen vorfreudig unsere Antennen ausrichten - zählt der Zürcher Elektromagnetische Sommer doch für FreundInnen der angewandten Radiokunst zum hochgeschätzten Standard-Programm der Saison.

Andererseits könnte man sagen, dass zu ebendiesem Standard eh auch immer ein Quentchen Eigenartigkeit gehört. Und in diesem Jahr hat sich der EMS das auch explizit auf die Fahnen geschrieben: eigen|art|ig.

Obwohl das Programm gerade heuer gar nicht so sehr aufs Experimentelle setzt. Ein offenes Labor gibt es jedenfalls nicht, dafür aber jede Menge Konzerte, an diesem und am kommenden Wochenende bzw. jeweils Donnerstag bis Sonntag ab 20:00 Uhr (21.-24.07. und 28.07.-01.08.11).

Fürs aktuelle ist uns beim Durchforsten des ausführlichen Programmkatalogs (pdf) besonders die für den morgigen Samstag (23.07.) um 21:30 Uhr angekündigte Konzert-Performance von Jeroen Visser und Lukas Simonis aufgefallen. Dazu schreiben die beiden:

"Ein Projekt mit Soundcylinders. Das Projekt könnte premieren bei LoRa. Ganz global ist ein eine Idee einen neuen Adaptation zu machen von den Klangzylindern von Edison. Und damit einen Live Performance zu machen."
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Klangzylinder. Edison. What comes up the chimney? Na, da hören wir doch mal rein. Oder?

Gesendet wird live aus dem Starkart. Und mitlauschen lässt sich wie seit je über Radio LoRa Zürich - auch via Webradio-Stream.

[Bildchen: Für diese Aufnahme wurden (noch) keine Wachszylinder gequält. Und überhaupt, a propos tönende Zylinder - da hätten wir ja auch noch eine Steilvorlage im Archiv...]

Von miss.gunst am 22.07.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.07.11

poolloop 2011

pllpzh11-ksw.gifSommer am See. Oder im Pool? In Zürich geht das auch in diesem Juli wieder gut zusammen. Und zwar, wenn man nach dem Baden direkt ins Starkart saust - wo seit Mittwoch und noch bis Samstag (06.07.-09.7.11) das poolloop stattfindet.

Das "Festival für Loops in Kunst, Musik und Medien" bietet wie immer alles, was das Herz des/der FreundIn elektronischer Experimentalkultur im allgemeinen und inebesondere natuerlich von Loops begehrt.

Naechtens Live- und DJ-Sets sowieso (besonders am morgigen Samstag, wo sich das Festival dann sehr elegant in den Sonntagmorgen loopt).
Wobei bereits beim Abendprogramm eigens auf die prall gefüllte Tüte mit Performances hingewiesen werden sollte:

Gestern beispielsweise gab's eine gute Portion von Christoph Stählis Game of Sound, auf dessen Entwicklung man seinerzeit während der SGMK HOMEMADE-Forschungswoche 2009 im Tessin neugierige Stilaugen werfen konnte (mehr zum Projekt auch auf Stahls Heimseiten btw).

Ebenfalls in die Kategorie "wenn irgend möglich auf keinen Fall verpassen":
Trippin' through runtime und der tägliche Audioguide von Valentina Vuksic, die ihre Festplattenforschung konsequent weiterführt (mehr dazu auch im hauseigenen Archiv).

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Undundundundund... ||: da capo - al fine? Nunja, was einen waschechten loop angeht, wär das ja eher ein Fall für "und läuft und läuft und läuft.
Ist im Fall des Festivals leider nicht ganz so (es läuft eben nur bis Samstag/Sonntag - die Ausstellung allerdings doch ein paar Tage länger... nämlich bis zum Beginn des... aber dazu dann kommende Woche mehr).

Erst mal heisst es für die ZürcherInnen und angelegentlich Zureisende: Ab an den See und in den Pool.

P.S. Vielleicht noch als Mini-Trostpflaster für Daheimbleibende andernorts: Heute (08.07.11) Abend 21-23 Uhr gibt's als kleines Special die Loop-Show mit Mario Purkathofer dock18 (s.a. mehr im hauseigenen Archiv). Da könne man ja noch vage Hoffnung schöpfen, dass diese wie eigentlich bei dock-Shows gute Tradition auch live übers dock18-TV ins Netz übertragen wird. Mal sehn...

[Bildchen: Sieht man sicher nicht mehr auf den ersten Blick - aber der Pool-Loop ist tatsächlich einer. Für die Mutter des geloopten Pools danken wir Wikimedia Commons-Spender Communication2iE und lizensieren entsprechend auch unseren Pool-Looper unter cc-by-nc-sa]

Von miss.gunst am 08.07.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.07.11

Tischmusik

tawtzh-ksw.gifEine Empfehlung für den Abend. Wobei es um Klangerzeugung geht. Und zu Tisch gebeten wird. Also Tafelmusik? Nicht ganz - und das Menü ist ebenfalls ganz auf die Ohren orientiert.

Markus Haselbach von der SGMK lädt heute (07.07.11.) ab 19 Uhr in den Walcheturm - und da auf dessen Heimseiten die Menüfolge nicht angezeigt wird, geben wir sie einfach rasch hier wieder:

Nach einem Begrüssungs-Apéro wird zunächst ein Theremin-Konzert von und mit Alfons Eschle kredenzt. Danach folgen zwei Tischgespräche: Erst wird Daniel Dettwiler über Schönheit im Klang erzählen, dann Andreas Brüll über Tontechnik und (bzw. vs.) Musikinstrument sprechen.
Und anschliessend gibt's nochmal ein Konzert von und mit Simon Berz und seinem Rocking Desk (mehr s.a. im hauseigenen Archiv).

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Wohin danach, wüssten wir eigentlich auch schon zu empfehlen. Aber dazu dann ausführlicher nochmal in einem eigenen Wochenend-Tipp...

Von miss.gunst am 07.07.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.07.11

Takeaway Tape (WRT)

twtwrt-k.gifNachdem es schon länger keinen Webradio-Tipp gegeben hat, kommt dieser vielleicht gerade doppelt richtig, denn zugleich ist er auch für FreundInnen von Mixtapes gedacht.

Zu den Orten, an denen die Geister der aussterbenden Magnetbandkultur derweil spuken, zählt neben dem World Wide Web das Radio. Noch.

In diesem Fall das im englischen Dartington angesiedelte Soundart Radio, das schon seit einigen Jahren im Radiokunst-Netzwerk radia.fm aktiv ist (mehr zu radia s.a. im hauseigenen Archiv).

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Dort kredenzt die Künstlerin Benedictine Curtain regelmässig eine Sendung namens "The Takeayway Tape", die sich als Hommage ans gute alte Mixtape versteht und auch genau so funktioniert:

"a weekly mixtape that I asked friends, artists, musicians, bands, destructive dilettants + anarchist stylists to make. Also, I am a big fan of dodgy lyrics and try to promote bands with rubbish names: unicorn kid, veronica lipgloss and the evil unicorns, unicorn sky, satanic unicorn orgy, unicorn dream attack etc etc."

Klingt sympathisch und ist es auch - einfach mal reinhören: Montags britische Zeit 21:30 Uhr, was MEZ (in D, CH zum Beispiel) nochmals eine Stunde später ist.

Von miss.gunst am 04.07.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.06.11

pdf festival

pdffke11-ksw.gifEin Festival, bei dem sich FreundInnen des "Portable Document Format" (kurz: PDF bzw. .pdf) ein Stelldichein geben?
Etwa, um sich über Freud und Leid im Umgang mit Porgrammfunktionen auszutauschen. Oder einander kreative Anwendungen, vielleicht sogar pdf-Kunst (was auch immer das sein mag) präsentieren?

Nun: Nicht ganz. "pdf" steht in diesem Fall nämlich für "popdesignfestival" und ist eine Veranstaltung, die seit vergangenem Mittwoch (22.06.11) und noch bis einschliesslich Sonntag (26.06.11) in Köln-Ehrenfeld stattfindet.

Organisiert wird es - in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal - vom Design Quartier Ehrenfeld. Das wiederum weckt nicht ganz zufällig Assoziationen zu dem, was seit einigen Jahren allenthalben als so genannte "Kreative Klasse" (bzw., mittlerweile registrierte Marke ihres Erfinders Richard Floria: als "Creative Class") beschworen wird. Und die wiederum sind, eben weil daran ein ganzer Komplex sozioökonomischer Kondition(ier)ungen und Begleiterscheinungen hängt, nicht unbedingt nur positiv.

Guckt man nun genauer hin, was in Köln-Ehrenfeld übers Jahr so auf die Beine gestellt wird, so bestätigt sich dieses Bild zuteilen durchaus. Auch die Projekte - vom Basteln am (und im) lokalen Betahaus über Design-Messe und Zine-Salon bis zur Feld-Forschung mit urbanem Ackerbau und kollektiven Pflanzaktionen - ähneln kaum von ungefähr jenen, wie sie derzeit auch andernorts von Berlin bis Zürich anzutreffen sind. Und die wir, Kreative hin, Klasse her, doch auch mögen.

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Wie eben nun das popdesignfestival, zumal es sehr sympatische Projekte wie eine Perlenkette reiht: Beim Programm - das natuürlich auch als zünftiges pdf vorliegt - mit dabei sind beispielsweise das kommando agnes richter, dessen aktive Mitglieder Steffi Müller und Klaus Dietl (siehe auch mehr im hauseigenen Archiv) einen Workshop in aktionistischem Stricken anbieten oder auch das mixhibition-Projekt, das die Herzen von LiebhaberInnen der Kassetten- bzw. (Mix-)Tape-Kultur höher schlagen lassen dürfte.

Und noch vielesvieles mehr. Also nicht, dass wir hier den neulich aus Anlass der Angewandten Akustik ausgebrachten Ausruf (tfc) zum ceterum censeo machen wollen. Aber wenn es einen Anlass für einen Ausflug nach Köln-Ehrenfeld brauchen sollte: dafür kandidiert das popdesignfestival sicherlich.

[Bildchen: Am pdf-Programmraster entlang imaginiert. Vielleicht statt drucken stricken?]


Von miss.gunst am 24.06.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.06.11

Keck(er) Kiosk

kckab11-ksw.gifEigentlich erübrigt es sich ja, Eulen nach Athen zu tragen oder Bären nach Bern zu bringen. Aber weil Basel dieser Tage ja nun auch von vielen Menschen besucht wird, die sich sonst nicht so oft in der Stadt herumtreiben, lohnt es vielleicht doch.

Konkret: Kurz den Besuch eines Kiosks anzuempfehlen, der schon seit längerem immer wieder mit kleinen, feinen Sonderangeboten aufs Kasernenareal lockt - und nun zur Art eben auch mit einem Spezialprogramm aufwartet.

KECK heisst er und durchaus möglich, dass ehedem die dort zu erwartenden Darbietungen auch als "keck" bezeichnet worden wären. [Beiseit: Eigentlich ein nettes Wort, das man wirklich vor dem Aussterben bewahren sollte...]

Indes leitet sich seine Benamsung - wie vielleicht auch das Schildchen und jedenfalls die Webadresse winken - erstmal etwas andes ab: K-ECK eben und wofür das K steht, kann man ja noch erraten: Kaserne. Klybeckstrasse. Aber eben auch Kunst.

Während der Kunstmessenwoche wird der (oder das) KECK nun von artachement bespielt - dem rührigen Kunsthäuschen an der Tramstation, das ja schon rein räumlich mit dem KECK eine gewisse Artverwandtschaft aufweist.

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Uns so scheint es gerade nochmals konsequenter, dass auch das besagte Spezialprogramm zur Messe - es hört auf den Namen ""Art, Entertainment & Desire (pdf) - weitere Artverwandte in den Kiosk holt.

Die zählen wir jetzt nicht alle auf - erwähnen aber nebenbei, dass in diesem Zuge auch einige im Umfeld von HOME MADE bestens bekannte Künstler Klänge mit ans K-ECK bringen: Kaspar König beispielsweise und Simon Berz (s. zum einen wie zum anderen mehr im hauseigenen Archiv). Uns ganz ganz sicher kann man eben auch jede Menge neue Bekanntschaften machen aus Wien und Berlin und Antwerpen undundnd. Da dürfen Eulen und Bären schon mal mitfeiern. Oder?

[Bildchen: Keckes Kiosk-Ecke, frei daher imaginiert. Der in Basel schaut selbstredend ganz anders aus.]

Von miss.gunst am 16.06.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.06.11

Angewandte Akustik

aa11bc-ksw.gifUnter "Angewandte Akustik" dürften sich die meisten Menschen erst einmal das weite Feld des Sounddesigns vom Film bis zum Klappgeräusch von Autotüren vorstellen.
Indes führt das gleichnamige Festival, das seit Sonntag (05.06.11) in Köln stattfindet, doch recht entschlossen in klangkünstlerische Gefilde...

Und das ist natürlich auch gut und richtig so. Schliesslich lässt sich künstlerishe Praxis durhaus als Anwendung verstehen - von Ideen und Konzepten, Kreativität und Wissen nämlich.

Konkret hat "Angewandte Akustik" von alledem so einiges zu bieten in einer guten Woche Programm. Mit einer Ausstellung, Konzerten, Performances, Vorträgen und Workshops, die von und mit internationalen Gästen sowie Studierenden der am Festival beteiligten Hochshulen bzw. Studiengänge bestritten werden (neben der KHM Köln sind das IMM Düsseldorf und die Sound Studies der UdK Berlin engagiert, hinzu kommen noch zahlreihe Netzwerk-Partnerorganisationen).

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Mit von der Partie ist dabei unter anderem auch das House of Natural Fiber mit seinem Projekt "Intelligent Bacteria - Saccharomyces Cervisiae".
Was bierbrauende Bakterien mit angewandter Akustik zu tun haben?

Nun: Ein zünftiges Konzert hatte es zusammen mit einer Installation zum Projekt ja auch schon im Februar auf der transmediale gegeben [beiseit: was die Autorin dieser Zeilen schmezlich daran erinnert, dass sie dazu natürlich auch selbst noch jede Menge Material und Fotos im Kulturbeutel hat, die schon längst an dieser Stelle verarbeitet werden sollten...].

Und eine ebensolche Kombination wird jetzt eben auch den KölnerInnen kredenzt, inklusive Workshop. Was wiederum nur eines der leckeren Kombi-Pakete aus Konzert und Option zu eigenen Aktivitäten ist, die derzeit in Köln abzuholen sind. Tu felix olonia, oder?

[Bildchen: Nun, für ein Bakterienorchester reicht's da wohl noch nicht. Aber mit einem A-Capella-Trio ist ja schon einmal ein Anfang gemacht...]

Von miss.gunst am 09.06.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.05.11

Lusthäkelgärtlein Bellerive

frfr-hlg-ksw.gifGartensaison ist sowieso. Und der Trend zum Selberharken, -säen, -ernten treibt mittlerweile immer mehr Menschen, die bis dato auch das Zu- und in den Himmel schauen für eine feine Freiluftbeschäftigung befanden, zur Bearbeitung städtischer Grünzonen.

Die geeigneten Werzeuge dafür müssen aber eben nicht immer nur Spaten, Hacke, Sämereien und Setzlinge sein. Zumal an Orten, an denen bereits grüne Pracht in Hülle und Fülle vorhanden ist, welche obendrein bereits von fleissigen HegerInnen und PflegerInnen in Form gehalten wird. Wie zum Beispiel an jenem idyllischen Flecken, der sich in der Uferzone zwischen Zürichsee und Museum Bellerive breitet.

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Die derzeit dort gezeigte Ausstellung "Neue Masche" (siehe den voraufgegangenen Eintrag) liefert nun eine schöne Steilvorlage, wie Gartenkunst mit anderen Mitteln weitergeführt werden kann. Nämlich mit Häkelnaden und - nunja, einem ziemlich dicken Faden. Dessen ebenso dickes Ende kennen wir ja auch schon (s.u.).

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Pink leuchtet aus den Bäumen im Uferpark, was Corinna Mattner, Suse Richter und Marlen Groher zum Eröffnungsabend im Freihandhäkeln draussen vor der Tür ins Werk gesetzt haben. Stränge, die sich ohne Strenge, sondern eher mit einer gewissen Wollust durchs Geäst ranken, zwischen Zweigen fingern - um dann gemütlich die Gewebeseele baumeln zu lassen und ordentlich abzuhängen.

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Ein besonders neugieriges Ende hat sich noch durch den Zaun getastet und offenbar kreuchend Richtung Entree bewegt - ist aber auf dem Kies gestrandet, wo es weiterhin träge in der Sonne liegt.

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So sieht also ein Lusthäkelgärtlein aus. Ob es wohl noch weiter wächst? Oder andernorts Ableger bekommt? Das Zeug dazu, sich fortzupflanzen, könnte es ja durchaus haben...

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[Bildchen: w.z.b.w., Nr. 2-4 (von oben nach unten) vor Ort selbst geschossen - für Bild Nr. 1, auf dem man eine lustwandelnde Menge beim Begehen des Gärtleins und und beim lustvollen Befingern der Lustmaschen sehen kann, geht ein dickes Dankeschön an Corinna Mattner von frfr international.]

Von miss.gunst am 26.05.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.05.11

Neue Masche(n)

mbnm-ksw.gifUnplugged, aber trotzdem gut vernetzt? Klar, das geht. Soziale Netzwerke beispielsweise gab es ja auch schon, bevor das so genannte "Social Web" ausgerufen wurde. Und eben: Nicht nur Weben, sondern auch Fäden aufnehmen, Vernüpfungen schaffen, sich mitunter auch mal verstricken - auch das geht bestens analog. Zur Zeit vielleicht sogar besser denn je.

Diese Beobachtung ist Ausgangspunkt einer Ausstellung, die aktuell im Zürcher Museum Bellerive zu sehen ist und programmatisch die "Neue(n) Maschen" fokussiert, die in diesem Zuge in Kunst und Design gesrickt und gehäkelt werden.

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Neue Maschen? Schaut man beim Rundgang durch die Räume genauer hin, zeigt sich schnell: Die auf diesem Feld Engagierten sind nicht erst seit gestern dabei. Wer beim Blick aufs frisch Gestrickte meint, es ginge hier nur eine aktuelle Modeerscheidung, ist insofern falsch gewickelt.

Neu ist vielmehr einerseits das allgemeine Interesse an Handarbeiten und an Handgearbeitetem, das nun sogar so manchen tiefen Graben zu überbrücken scheint, der andernorts schon länger nicht mehr klafft - dem zwischen so genannter freier und angewandter Kunst beispielsweise. Wobei mitunter allerdings auch wichtige Unterschiede verwischen können.

Indes geht es im Bellerive - wenngleich auch hier Kunst, Mode und Design zusammenkommen - eher darum, die neuen Perspektiven zu erschliessen, die an den Schnittstellen der Disziplinen entstanden sind. Dazu laden entlang eines langen Stranges, der sich durch die Ausstellung windet, ausgewählte Arbeiten ein, die von den Kuratorinnen unter verschiedenen Leitmotiven gruppiert worden sind: Hypermaking, Häusliche Vorfälle, (Un)Tragbar, Komplizenschaft, Handmade With Love, Flexible Strukturen, Erzählung und Erinnerung.

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Das wiederum sind alles sehr wohl vertraute Begriffe. Solche nämlich, die seit je - und vorzugsweise vorurteilsbeladen - mit Handarbeiten und Handgearbeitetem assoziiert werden: Überschüssige Produktionen (der ewig lange Schal, die hundertste Socke), Heimchens Heimarbeit (dito), selbstgestrickte Mode und "Mode" (dito, plus: der scheusslich-schöne Pulli, der obendrein kratzt), das verschworene Strickkränzchen (das aber eh nur tratscht?), die Liebesarbeit (s. die Socken und den Pulli, die dann zu Weihnacht verschenkt werden), das ewig gedehnte und dann doch mal überstrapazierte Gewebe (offenbar werden die verschenkten Socken und der scheussliche Pulli doch getragen) und dann die vielen Geschichten, die man von allen diesen Dingen erzählen kann?

Tja. So viel sei verraten: Die Räume des Museums sind zwar voll und vielleicht sogar, a propos Hypermaking, ein bisschen übervoll geworden bei all den Strängen, die hier zusammen kommen. Aber: Obgleich das Thema so gut vertraut scheint und die Arbeiten einen weit längeren Zeitraum überspannen als nur das letzte Jahrzehnt, in diesem Sinne also nicht unbedingt frisch gestrickt, gehäkelt oder gestickt worden sind, ist doch eine frische Perspektive und ein neuer Blick auf die Maschen gelungen.

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Was wir uns an dieser Stelle indessen sparen: Lange Listen mit vielen Namen. Da gucken wir lieber noch mal im einen oder anderen Fall genauer hin. Kurzum: Fortsetzung des langen Fädchens folgt...

[Bildchen: Wie, erst von Überfülle drinnen schreiben und dann nur das Haus von aussen? Nunja, wie das so ist heutzutage - viele schöne Bilder fürs private Poesiealbum gemacht, aber publizieren kann mans eben meistens leider nicht so einfach... Indes lugt unten schon eine der erfreulichen Ausnahmen von dieser Regel ins Bild, die dann im nächsten Eintrag ganz nach vorn rücken wird. Wir winken herzlich: Corinna, Suse und ud Marlen von frfr international!]

Von miss.gunst am 22.05.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.05.11

DIY Instrumente im Duo

klbgbsb-ksw.gifDa wir gerade dabei sind, kurzfristig ein Tipp für den heutigen Abend (17.05.) in Zürich. Nachdem es zuletzt immer wieder um Musik mit Haushaltsgeräten ging, sind es nun wieder selbstgebaute Instrumente, denen es konzertante Klänge zu entlocken gilt.

Nun, das wird sicher auch gelingen, denn mit Simon Berz ist ein Profi am Werk - nicht nur als Musiker, sondern eben auch in Sachen Experimenten mit Instrumenten, die entweder nach dem DIY-Prinzip auf- und umgerüstet oder neu konstruiert werden. Siehe zum Beispiel den ipunk oder das Litophon (und Weiteres im hauseigenen Archiv...).

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Für den heutigen Abend hat er sich mit der japanischen Pianistin Yoko Miura zusammengetan. Die auch ganz klassisch Neue Musik spielt. Aber sich auch gern auf Experimente einlässt. Was dann um bzw. ab 21:00 Uhr in der Zürcher Werkstatt für Improvisierte Musik miterlebt und -erlauscht werden kann.

[Bildchen: Einer der Klangbögen, wie sie am heutigen Abend geschlagen werden sollen (so jedenfalls die Ankündigung). Wobei: "geschlagen"??? Werden da etwa Klänge gequält?]

Von miss.gunst am 17.05.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.05.11

Dichter Klingen

prslv-b11-ksw.gifEin Pausengong? Ganz im Gegenteil: Genau der richtige Klang, um die Baustelle mal pausieren zu lassen! Schiesslich gibt es neben dem sechsten Geburtstag dieses Weblogs noch etwas zu feiern...

Unser Basler Lieblingsnetzlabel interdisco ist nach einer etwas längeren Verschnaufpause inzwischen zwar schon seit einem guten halben wieder am Start. Aber ganz abgesehen davon, dass da sowieso noch frohes Fan-Fähnchenschwenken ausstand: Nun ist eine neue Veröffentlichung herausgekommen, die besonders grosse Freude macht.

Preslav Literatry School - oder genauer gesagt: der derzeit in Berlin lebende Brite Adam Thomas, der unter dem klangvollen Namen einer imaginären Dichterschule aus der einstigen Hauptstadt des ersten Bulgarischen Reiches firmiert - hat schon vergangenes Jahr auf dem Shift Festival mit einem wunderbaren Kopfhörerkonzert und dann diesen Februar bei der transmediale11 auch live begeistert.

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Das Basler Konzert vergangenen Juni bei Open Broadcast hatten wir indes schnöd verpasst - umso schöner, dass aus dessen Mitschnitt-Material nun für interdisco eine eigene EP entstanden ist: Veer heisst sie und lässt sich wie ein paar gut sitzende Klangweltkopfhörer über die Ohren stülpen, die man dann gar nicht mehr ablegen mag. Dicht und weit zugleich.

[Bildchen: Das war kurz vor dem Berliner tm11-Konzert. Auf dem Tisch die kleinen Kassettenrekorder, die hungrig und erwartungsfroh die Mäuler aufsperrten wie wir weiland die Öhrchen aufgestellt hatten - und eben, weder die einen noch die anderen wurden enttäuscht...]

Von miss.gunst am 16.05.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.04.11

Unmögliche Disko (ff.)

dck18impd-ksw.gifWie doch manchmal eins zum andern passt! Gerade erst hat der heurige Pixelstorm Award das Motto "Disco Impossible" ausgerufen - und nun dockt eine geschätzte Zürcher Initiative für die elektronische Kultur direkt mit einer entsprechenden Reihe an.

Tatsächlich lautet das aktuelle Frühjahrsthema des dock18 (s.a. mehr im hauseigenen Archiv) - ganz so, als guckte man in die Wandverspiegelung eines fürs Tanzvergnügen eingerichteten Etablissements: Impossible Disco ganz ähnlich, nämlich italienisch Disco Impossibile!

Allerdings kann man sich nicht nur einigermassen sicher sein, dass es auch im Dock keineswegs um ein Verdikt gegen schwingende Hüften geht - sondern, wie bereits gute Freitagstradition, allem voran um Projektpräsentationen, Vilme, Netzwerke und das Netzwerken unter FreundInnen des kreativen Umgangs mit digitalen Medien.
Zudem hat es auch für jeden Disco-Abend ein spezielles Programm, wie die Überschau zur dock18-Disco Impossibile verrät.

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Wer nun ins Taschentüchlein schneuft, weil bereits die ersten Abende gelaufen sind und/oder die Rote Fabrik nicht jeden Freitag in erreichbarer Nähe ist: Immerhin hat es nach wie vor auch die Option, via dock18-TV live oder auch nachträglich in die unmögliche Disko zu fensterln. Ein schwacher Trost? Nun denn - die Reihe läuft noch eine Weile, einfach als jour fixe auf die Agenda setzen...

Von miss.gunst am 15.04.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.04.11

Gagarin feiern (WRT)

yrsn11-ksw.gifNicht nur eine prominente Suchmaschine weist (mindestens in unseren Breitengraden) heute aus gegebenem Anlass darauf hin: FreundInnen der bemenschten Raumfahrt können einen Feiertag im Kalender makieren.

Vor genau fünfzig Jahren - am 12. April 1961 - ist der sowjetische Kosmonaut Juri Alexejewitsch Gagarin mit dem Raumschiff Wostock 1 als erster Mensch in den Weltraum geflogen. Und nach einer 108 Minuten währenden Erdumrundung auch wieder auf dem Boden derselben gelandet.

Da wir uns bekanntlich für Richtung Weltraum entsandte Flugkörper sehr interessieren (indes natürlich auch für unbemannte - wie beispielsweise Satelliten, zudem nicht unseren geliebten Sputnik, zu denen es jeweils schon so einige Einträge im Zettelkästlein gibt), haben wir schon im Vorfeld den Radar ausgefahren, um nach einer geeigneten Kosmonautenfeier auszulugen.

Und sind selbstredend auch fündig geworden: Nicht nur gibt es ein ganzes Netzwerk, das heute Yuri's Night zelebriert und dafür weltweit Parties organisiert.

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Nun sind zwar die beiden Schweizer Parties - in Genf und in Lugano - leider nur lokal aufzusuchen. Indes richtet aber das in Graz beheimatete ESC-Labor für Kunst im technologischen Kontext ab 19:00 Uhr eine zünftige Yuri's Night aus, an deren schönem Programm nicht etwa nur die Ortsansässigen teilhaben können.

Von 20 bis 22 Uhr wird nämlich auch Live übers Radio gefeiert - und da Radio Helsinki, das freie Radio von Graz, auch über einen Webradio-Stream verfügt, sind wir alle herzlich eingeladen, dabei zu sein. Fein!

Von miss.gunst am 12.04.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.02.11

Klangkarte im Kopf (Noiseau, WRT)

ensmmm-ksw.gifUm Klangkarten bzw. Soundmaps, die Klänge verorten lassen und zur Navigation durch Klangräume einladen, geht es in diesem Log.Buch immer wieder mal.
Für den heutigen Sonntag (27.02.11) hätten wir dazu auch einen passenden Webradio-Tipp.

Mit einer Sendung von Etienne Noiseau - einem hoch geschätzen Kollegen, der seit langen Jahren im Radio-Kunst- und Kunst-Radio-Netzwerk radia.fm für das (übrigens auch sonst sehr hörenswerte) Marseiller Radio Grenouille aktiv und Mitbegründer der hier ebenfalls schon gefeierten Experimentalklang-Plattform silenceradio.org ist.

"Sound Map of My Mind" heisst sie und verspricht genau das: Nämlich eine Reise durch die Erinnerungen, Träume und Gedanken, die sich für Noiseau mit seinen nun schon mehr als zwanzig Jahre intensive Klangreisetätigkeit umfassenden Expeditionen verknüpfen.

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Dabei geht es durchaus auch ums Erzählen. Allerdings weniger im Sinne eines Plauderns aus dem Nähkästchen seines Wegs vom Tontechniker zum leidenschaftlichen Klangsammler und Radiomacher bzw. -Künstler. Sondern vielmehr um etwas, das er selbst als "Autofiktion" bezeichnet und das mehr mit dem Imaginationsraum der Klanglandschaften zu tun hat, die er bereist.

Wann und wo? Heute (27.02.11) ab 23:05 Uhr im Wiener Kunstradio.

Von miss.gunst am 27.02.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.02.11

Physik-Musik (WRT)

lbrkl-ksw.gifMusik wird gern in einem Atemzug mit Mathematik genannt. Auch nicht falsch. Aber sehr viel direkter sind natürlich ihre Beziehungen zur Physik. Und zur Psychophysik.
Musik, der das nachgerade anzuhören ist, gilt der heutige Webradio-Tipp.

Wer jetzt allerdings vermutet, ins Funkkolleg geschickt zu werden: Würden wir zwar sicher auch empfehlen, wenns denn eins zum Thema gäbe.
Aber natürlich ist Mittwoch - und das lässt treue LeserInnen sicher schon vermuten: Es geht wieder einmal um eine Sendung von WDR 3 open studio Elektronische Musik.

Auf dem Programm steht dort heute eine Stunde mit Jean Claude Risset, der mit seinen Experimenten auf dem Feld der Wellensynthese (und den daraus resultiertenden Glissandi) Kompositionsgeschichte geschrieben hat.

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Neben eigenen Stücken wird Risset Arbeiten von Kollegen vorstellen, die ihn wesentlich inspiriert haben und/oder mit denen er zusammengearbeitet hat: Edgar Varèse und John Chowning, James Tenney und Michel Decoust.

Ganz unterschiedliche Positionen also, denen aber gemeinsam ist, dass sie je auf ihre Weise elektronisch gesteuerte Raumsonden in das Feld der Wahrnehmung schicken. Was mitunter, und auch dafür steht so gehört Risset, durchaus unheimlich ausfallen kann.
Nun, wir sind entsprechend gespannt und werfen uns wie so oft um 23:05 in die Wellen...

[Bildchen: Klangrodeo? Nun, so gesehen schon. Indes ganz sicher nicht zu Country-Musik... sondern eben ganz anders, wenn Rissets eigenes Stück zur Aufführung kommt.]

Von miss.gunst am 23.02.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.02.11

Klangregenwald (@ ctm11)

dtrfrf-ksw.gifDass Wälder Klangräume sind, lässt sich bei jedem Spaziergang erleben. Indes kann es gerade Menschen, die normalerweise eher durch Laub-, Misch- und Nadelwäldern nördlicher Breitengrade streifen, natürlich neugierig machen, wie wohl ganz andere Wälder klingen mögen. Etwa der Regenwald.

Während die einen vielleicht zu Exkursionen aufbrechen, um Field Recordings zu sammeln, hatte David Tudor 1965 eine ganz andere Idee:
Nämlich selbst einen Regenwald aus Klängen zu pflanzen, die aus Fundstücken und einfachen Objekten generiert werden.

Während die erste Komposition eines solchen "Rain Forest" 1968 für Merce Cunninghams gleichnamiges Tanzstück entstand, erarbeitete Tudor in den folgenden Jahren noch mehrere weitere Fassungen, die seinem ursprünglichen Konzept immer besser gerecht wurden.

Dass Tudors Basis-Partitur - die aus einem einzigen Schaltkreis und der Anweisung besteht, dass für die Aufführung keine zuvor schon gespielten Klänge verwendet werden dürfen - KünstlerInnen mit Neigung zum Experiment immer wieder neu inspiriert hat, wundert nicht.

Nun ist im Rahmen des club transmediale (ctm) und auf Einladung von tuned city ein neuer Regenwald, der "Regenwald 2011" entstanden.

Im Eintrag zum Regenwald bei tuned city wiederum grüsst gleich vorweg jener Schaltkreis, der wohl als Keimzelle des Projekts betrachtet werden kann und nun als passendes Signet figuriert.

Es kommt aus der Werkstatt von Derek Holzer (s. a. mehr im hauseigenen Archiv) und Mads Bech Paluszewski, die während der ersten club transmediale-Woche in einem Workshop mit acht weiteren KlanggärtnerInnen die Pflanzungen vorgenommen haben.

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Mit Fotos und Klängen aus dem Berliner Regenwald können wir leider nicht aufwarten - immerin aber mit dem Verweis auf eine kleine Video- und Fotodokumentation zum Regenwald 2010, den Derek Holzer vergangenes Jahr in einem ähnlichen Workshop in Norwegen realisiert hat.

Und für die Archivalien im Zettelkasten: Tatsächlich gab es vor zwölf Jahren schon einmal in Berlin ein ganz ähnliches (und zugleich natürlich ganz anderes Projekt). Die Singuhr - treuen LeserInnen ja ebenfalls aus einer ganzen Reihe älterer Log.Buch-Einträge in Erinnerung - hatte 1999 den amerikanischen Klangkünstler Ron Kuivila, der zu dieser Zeit gerade mit einem DAAD-Stipendium in Berlin arbeitete, zu Gast. Mit einem Workshop und einer Ausstellung bzw. Installation, die ebenfalls direkt an Tudors Regenwald anknüpfte: "The Idea of David Tudor's Rainforest".
Sieht also ganz danach aus, als könnten wir Regenwälder als eigenes Feld in unserem Sammlungsgebiet zur Klanggärtnerrei aufmachen...

[Bildchen: Nicht Tudors noch Holzers Partitur. Und irgendwie siehts auch mehr nach Klangtannen- denn Regenwald aus. Aber je nun...]

Von miss.gunst am 16.02.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.02.11

Testsignale (@ transmediale 11)

tstsgnl-ksw.gifMit Testsignalen werden für gewöhnlich in der Kommunikationstechnik Regelstrecken überprüft.
Klingt erst einmal nicht so spannend? Ist es aber, besonders wenn es um das Kommunikationssystem Radio geht...

Dass hier ein experimenteller und kreativer Umgang mit Testsignalen neue Perspektiven eröffnen kann, liess sich ja kürzlich schon im Rahmen der (Radio-)Kunstgeburtstagsfeier bei Felix Kubin erlauschen.

Nun tritt - im Programm der transmediale 11 - ein ganzes Symposium an, das Feld der "test signals" auf seine Weise zu erkunden:

"Das Projekt Test Signals nähert sich dem Radio von politischen, künstlerischen und praktischen Ausgangspunkten, um dessen Bedeutung und Potential im digitalen Zeitalter herauszuarbeiten sowie nach neuen Wegen zu suchen, wie man es hacken und verbessern, bzw. mit Open-Source Technologien demokratisieren kann."

Theoretisch und praktisch - mit einer zweiteiligen Konferenz am heutigen Mittwoch (02.02.11), wobei es vormittags um Radio-Taktiken und nachmittags um Radio-Magie gehen soll.

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Beiseit: kann einem dabei die Tatsache zu denken geben, dass für ersteres Panel "innovative Denker aus dem breiten Feld der Radio- und Code-Kultur" angekündgt werden, um über "über die Rolle des Radios im Kontext weltweiter Gegenwartspolitik" zu diskutieren, indes für das zweite, also die Magie, "broadcast pioneers and radio artists" zuständig sein sollen. Was, milde formuliert, ja eher tradierten gesellschaftlichen Stereotypen und Rollenmodellen ent- als neue Perspektiven verspricht. Zum Glück schaut das, zumal mit Blick auf die Besetzung der Panels, in der Praxis aber durchaus anders aus.

Und ausserdem gibt es, a propos Praxis, dann am morgigen Donnerstag (03.02.11) auch noch Gelegenheit, in einem Open Digital Radio-Workshop aktiv zu werden. Und auf diese Weise selbst zu schauen, welche Mischung aus Magie und Taktik am besten funktioniert...

Von miss.gunst am 02.02.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.01.11

Interface Düsseldorf (mit Overheads)

ifovh-ksw.gifLeider ein bisschen spät für eine Ankündigung, aber ins Log.Buch gehört diese Veranstaltung doch in jedem Fall:
In Düsseldorf lädt das fantastische Forum Freies Theater (FFT) für eine Woche zur experimentellen Klang(Kunst)Werkstatt mit verschiedenen KünstlerInnengruppen ein.

Die hört auf den schönen (wenngleich schon ziemlich belegten) Namen Interface und hat ein ebenso schlichtes wie vielversprechendes Basiskonzept:

"Eine Woche lang besetzen sechs Künstlergruppen mit Workshops sämtliche Bühnen und Räume des FFT, um sie in ein Experimentierfeld der Klangkunst zu verwandeln."

... was mittelbar auch die Namenswahl erklärt, denn die Arbeitsaufgabe ist tatsächlich, die Räume als Interfaces zu nutzen und auszugestalten.

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Vielversprechend ist das Ganze aber auch schon aufgrund der Gruppen, die vom FFT eingeladen wurden: Mit von der Partie sind nämlich unter anderem Tina Tonagel, Ralf Schreiber und Christian Faubel von kunst und musik mit dem tageslichtprojektor (mehr s.a. im hauseigenen Archiv) - und mit den RaumZeitPiraten
Tobias Daemgen und Moritz Ellerich sogar noch ein weiteres Projekt, dessen Arbeiten Herzen von Overheads-Fans höher schlagen lassen.

Aus der Schweiz wiederum kommt Lilian Beidler, deren Variation auf Fische(r)s Nachtgesang vor bald zwei Jahren im seligen Zürcher videotank entzückten.

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Dazu gibt's dann noch diverse Möglichkeiten, an Workshops teilzunehmen, in Open Lab-Sessions zu fensterln und am Wochenende lädt das Düsseldorfer Interface zum Konzert.
Kurzum: Ein feine Sache und für jene, die irgend Gelegenheit dazu haben, ein klarer Fall von "Seid dabei!"

[Bildchen: Vom Overhead-Konzert, das Tina Tonagel, Ralf Schreiber und Christian Faubel letzten Sommer während der SGMK HOMEMADE Forschungswoche in Romainmôtier gegeben haben. In Düsseldorf wird's am Samstag sicher mindestens so schön...]

Von miss.gunst am 20.01.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.01.11

Kunstgeburtstag 2011 (WRT)

lbkgpp-ksw.gifWie schon die Weitergabe des Aufrufs zum Einreichen von Präsenten ahnen liess, wollen wir auch in diesem Jahr wieder nach guter alter Tradition mit der Kunst Geburtstag feiern.

Und wie immer werden die Feierlichkeiten wwweltweit ausgerichtet, so dass man mit ein bisschen Glück entweder lokal zu einer veritablen Kunstgeburtstagsparty ziehen und/oder eben wenigstens mit den Ohren via (Web-)Radio mitfeiern kann.

Details zu allen diesen Optionen einschliesslich der Programme für 2011 lassen sich wie je auf der zentralen Kunstgeburtstags-Webseite abrufen.

Die Auswahl ist auch in diesem Jahr wieder mehr als reichlich und entsprechend peinvoll die Qual der Wahl. Letztere will selbstredend ganz nach Gusto getroffen werden, von unserer Seite daher wie immer nur ein kleines Bündel persönlicher Empfehlungen:

Die Wiener Kunstradio-Radiogeburtstagsparty - nur live vor Ort und um 20:00 Uhr im Kunsthaus - haben wir ja bereits erwähnt und auch den Youscream-Contest, der übrigens von viral radio organisiert wird.

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Ebenfalls (erst einmal) als lokale Live-Veranstaltung ist die Kunstgeburtstags-Feier von Deutschlandradio Kultur, die - ausgerichtet in Kooperation mit der Spex - heute Abend ab 20:00 Uhr im Berliner Berghain steigt. Mit auf dem Programm: Felix Kubin (s.a. mehr im hauseigenen Archiv), der seine u.a. vergangenen Sommer im Gasometer entstandenen Testsignale aussenden wird.

Das allerbeste aber: Ausschnittsweise können wir alle dem Berliner wie auch dem Wiener Abend und vielen, vielen anderen (um nicht zu sagen: fast allen) lokalen Feiern im Rahmen des Kunstgeburtstagsprogramms der European Broadcasting Union (bzw. der Ars Acustica-Gruppe der EBU) beiwohnen.
Ebenfalls live, nur eben via Webstream. Bzw. Webstreams. Denn damit uns die süsse Qual der Wahl am Ende doch noch erhalten bleibt, bietet die EBU-Kunstgeburtstagssause doch glatt ein Parallelprogramm an.

Na, da fällt es doch leicht, gleich mal ein paar hysterisch-begeisterte Schreie auszustosssen, oder?

[Bildchen: Unser lokaler Scream Club. Leider teilweise grad noch ein bisschen verschnarcht. Aber es wird ja ein längerer Abend...]

Von miss.gunst am 17.01.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.01.11

Gasometer Radio Remix (WRT)

gsmtrrm-ksw.gifSollte die Reihe der Radioexperimente aus dem Gasometer Oberhausen, die vergangenen Okotober/November beim Wiener Kunstradio zur Ausstrahlung kam, Gefallen gefunden haben, hätte es noch einmal einen Anschluss-Webradio-Tipp.

gsmtrrm-g.gifKnut Aufermann (mehr im hauseigenen Archiv) hat nämlich basierend auf dem seinerzeit während des Klangforschungs-Wochenende vor Ort und anschliessend in der Postproduktion entstandenen Material noch einmal einen Remix gemacht.

Und dieser wird am heutigen Freitag (07.01.11) zu später - indes Radiokunst-FreundInnen mehr als gewohnter - Stunde, nämlich ab 23:05 Uhr bei WDR open: Studio Akustische Kunst ausgestrahlt.

Ergo, liebe FreundInnen der Gasometer-Klangabenteuer: Treffen resp. hören wir uns dann im WDR-Webradio-Stream?

Von miss.gunst am 07.01.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.12.10

Wellenfeldsynthese (WRT)

aawfst-ksw.gifZugegeben: Wäre dies ein Türchen im Adventskalender, hielte sich die Überraschung in Grenzen. Aber weil wir den Strang zur Klangraumforschung eben doch noch ein bisschen weiterführen wollen, gibt's für heute gleich nochmal einen einschlägigen Webradio-Tipp.

Und zwar jenen zur Fortsetzung der Doppelsendung des WDR 3 open studio Elektronische Musik, deren erster Teil für den vergangenen Mittwoch empfohlen wurde.

Diesmal soll es noch einmal im Spezielleren um die Klangräume der elektronischen Musik gehen und darum, welche physikalischen und technischen Mittel und Effekte zu ihrer Generation beitragen.
Wobei der Ankündigungstext mit Stichworten wie "Phantomschallquellen" und "Wellenfeldsynthese" lockt - die bei aller Sachlichkeit auch die übermütige Imagination ein bisschen zum Tanzen bringen können...

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Ergo heisst es auch heute Nacht (22.12.10) wieder zur gewohnten Sendezeit des Formats, also 23:05 Uhr: auf in den Radio(Klang)Ram bzw. den Stream...

[Bildchen: Nun, das sind Klangraumphantome (und im weitesten Sinne auch Phantomschallquellen, wenn man so will) - allerdings solche, die unser Gehör generiert. Für das Urbild der beiden Binauralen Beats danken wir DPic für seine Wikimedia Commons-Spende - und wie dieses lizensieren wir die Phantömchen unter cc-by-sa. Merci!]

Von miss.gunst am 22.12.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.12.10

Aurale Architektur (WRT)

aarmk-ksw.gifKlangraumerkundung kann man auf ganz unterschiedliche Art und Weise betreiben - und entsprechende Unternehmungen sowohl draussen auf dem Felde wie auch drinnen speisen wir ja regelmässig in unseren Zettelkasten ein.
Diesmal gibt es wieder etwas passendes für die Sofakartoffelforschung, also einen Webradio-Tipp.

Das WDR 3 open studio Elektronische Musik hat nämlich sowohl für den heutigen wie auch einen weiteren Mittwoch, nämlich (schon mal vormerken:) den 22.12.10 eine Sendung zum Thema angesetzt.

Im ersten Teil von "Spatial Acoustics" soll es nun erst mal einen Überblick über die vielfältigen Beziehungen zwischen Komposition und Raum geben.

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Genaueres wird im Vorfeld nicht verraten, daher: Einfach gespannt sein und zur gewohnten Sendezeit des Formats, also 23:05 Uhr das Radio bzw. den Stream anwerfen...

[Bildchen: Den Raum in allen drei Dimensionen haben dankenswerter Weise Green G und Falcorian gezeichnet - und hernach in die Wikimedia Commons spendiert. Wie das Original ist auch unsere Weiterbearbeitung unter cc-by-sa lizensiert. Merci!]

Von miss.gunst am 15.12.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.12.10

Radioraumforschung (WRT)

jkspsp-ksw.gifDas verspricht doch wieder eine radiophone Klangkunst-Stunde zu werden, die man nicht verpassen sollte. Radioraumforschung, die von keinem geringeren als Athanasius Kircher inspiriert worden ist. Und zugleich ganz gegenwärtig orientiert ist, indem sie ihre angewandte Medienarchäologie am und im Funkhaus betreibt.

Durchgeführt hat das Projekt ein Künstler, der treuen LeserInnen dieses Log.Buchs kein Unbekannter ist: Jacob Kirkegaard (s. die Einträge im hauseigenen Archiv, wo unter anderem schon sein "Looptower" und sein ebenfalls radiophoner "Eisenwind" vorgestellt worden sind).

Für "Speculum Speculi" - wie das 2009 entstandene Stück heisst - hat sich Kierkegaard in die Studios von Deutschlandradio begeben und deren Eigenklang mehrfach ineinandergespiegelt.

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Fünf Minuten, nachdem heute (09.10.10) zu morgen (10.10.10) geworden ist, also zur klassischen Deutschlandlradio-Klangkunst-Zeit, wird das Stück nun ausgestrahlt. Und ist dementsprechend unser Webradio-Tipp der Woche...

Von miss.gunst am 09.12.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.11.10

Dev Camp & Sensorfest (@ Mediamatic)

mmdvc10-ksw.gifEigentlich sollte es ja längst mit den Berichten aus dem Kasseler interfiction-Lab weitergehen. Aber dann ist doch noch eine Veranstaltung andernorts in den Radar geraten, die derart interessant ist, dass sie unbedingt im Log.Buch notiert werden muss.

Bastelnd geforscht wird natürlich auch anderswo - und so gab es just in jenen Tagen, da sich in Frankfurt noch alles um die NODE10 drehte, bei Mediamatic in Amsterdam, die aktuelle Ausgabe des Medimatic Dev Camp.

Die Niederländer der umtriebigen Medienorganisation betreiben derlei auch bereits seit einigen Jahren und laden jeweils zu einem ausgewählten Thema passionierte esp. talentierte FreundInnen des kreativen Frickelns ein, die dann innert weniger Tage etwas präsentables entwerfen, löten und bauen sollen.

Diesmal drehte sich unter dem klangvollen Titel IkSentric alles um Sensoren und darum, was man hiermit in Sachen Interaktionsdesign so alles anstellen kann. Fünf Tage (und Nächte) lang legten sich die TeilnehmerInnen ins Zeug, um dann am Ende in einem dreitägigen Salon, dem Sensorfest, die Ergebnisse zu präsentieren.

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Schön und gut, aber leider Schnee von gestern? Nun: Diesmal wurde das Dev Camp von einem IkSentric Blog begleitet, der mit Berichten, Interviews, Fotos und Videos ausführlich Einblick gibt.

Dokumentiert sind ausserdem nicht nur die tollen Ideen, mit denen die beteiligten BastlerInnen in den Workshop gestartet sind, sondern auch die Werkzeuge bzw. Materialien sowie natürlich die Projekte, die dann anschliessend realisiert worden sind.

Kurzum: Es lohnt sich wirklich, auch im Nachhinein mal beim Mediamatic Dev Camp'10 hereinzuspitzen...

[Bildchen: Leider keins vom Dev Camp - denn auch wenn das Blog eine CC-Lizenz hat, sind die Fotos bei Flickr doch alle mit einem unmissverstaendlichen (c) versehen. Daher haben wir als Notlösung einfach einen unserer ifi-Camp-Arbeitstische in Mediamatic-Pink gefärbt. Passt schon, denn es ging ja ganz ähnlich zur Sache...]

Von miss.gunst am 28.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.11.10

Lichtmusik am eigenen Leib

msdbzh-ksw.gifWährend in Frankfurt bei der NODE10 die VVVV-Gemeinde in digitaler Klang-Bild-Generation schwelgte und sich von Ralf Schreiber und Christian Faubel zeigen liess, dass man mit Overheads AVJing auch analog und analogital betreiben kann, wurde in Basel und Zürich wiederum an Performance-Tools gebastelt, die nochmal ganz andere Möglichkeiten eröffnen.

msdbzh-g01.gifNämlich selbst als bewegliches Instrumemt den Raum zu erobern.

Mika Satomi, die zusammen mit ihrer kobakant-Kollegin Hannah Perner-Wilson schon 2008 im Rahmen des Zürcher diy*together-Festivals einen gut besuchten bzw. ausgebuchten Workshop zu Wearables angeboten hatte, war dieses Wochenende auf Einladung von digital brainstorming erneut in der Schweiz zu Gast. Im Basler [plug.in] und im Zürcher Walcheturm zeigte sie, wie man vergleichsweise einfach und mit geringstem finanziellen Aufwand selbst ein schickes Shirt kreiert, das bei hinreichender Licht- bzw. Energiezufuhr über Solarzellen mobile Musikproduktion ermöglicht.

msdbzh-g02.gifUm dann noch in Richtung Lichtmusik aufzurüsten, muss man an sich nur noch LEDs in den Stromkreis integrieren. Für ein veritables Vjing-Shirt bzw. ein Vjacket - das dann allerdings nicht blinkt und klingt, sondern Video bei der Performance steuert - hat kobakant-Kollegin Hannah Perner-Wilson sogar eine Anleitung bei instructables eingestellt. Die fällt natürlich doch schon etwas komplexer aus.

Wenn Bild un Ton indes nicht unbedingt snychronisiert werden müssen, tut's selbstredend auch ein schönes Kleinod zum Anstecken wie Perner Wilsons "Wearable Waste of Energy" (s.a. die Anleitung dazu bei instructables).

Bilder und mehr zu den beiden Schweizer Workshops gibt's nicht nur bei kobakant, sondern auch im digital brainstorming-Blog - wo sich zudem auch ein podcast-Interview mit Mika Satomi anhören bzw. herunterladen lässt.

[Bildchen: Pinkfarbenes Klangshirt frisch aus der Werkstatt, von Dominik Landwehr - von dem auch Bericht und Podcast bei digitalbrainstorming stammen - am Sonntag in Zürich aufgenommen. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 22.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.11.10

NODE10 lädt ein...

nd10lg-ksw.gif... in den nächsten Tagen mit dabei zu sein, wenn sich Nerd, Newbies und Neugierige in Frankfurt am Main zu Workshops, Vorträgen, Ausstellungen und Performances zusammenfinden.

Ausgangspunkt für alle diese Aktivitäten ist VVVV, ein OS Toolkit für digitale Videoproduktion und -steuerung, das 1998 aus der Frankfurter Werkstatt von meso hervrgegangen ist. Zum zehnjährigen Jubiläum - also 2008 - beschloss die wachsende VVVV-Fan-Gemeinde, ihr Netzwerk zum Knoten zu vedichten. Und gab dem Vorhaben gleich einen passenden Namen: NODE.

Nachdem schon NODE08 mit einem ziemlich beeindruckenden Programm aufwarten konnte - fast eine ganze Woche Workshops rund um VVVV für die Aktiven, tägliche Vortrgs-Inserts und ein Symposium sowie Installationen von KünstlerInnen an verschiedenen Orten der Stadt - wird nun zur zweiten Ausgabe gleich noch mal draufgelegt.

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Zentraler Ort der NODE10 ist diesmal der Frankfurter Kunstverein. Dort finden nicht nur Teile der Workshops und das tägliche Abendprogramm mit Konzert-Performances und dem beliebten Patcher (sic!) Kucha statt, das den TeilnehmerInnen eine Bühne bietet, aus ihren aktuellen Projekten zu berichten.

Zudem gibt es eine Ausstellung zu sehen, für die NODE-Mitbegründer Eno Henze keinen Geringeren als Marius Watz (mehr im hauseigenen Archiv) als Ko-Kurator gewinnen konnte.

Das Thema "abstrakt Abstrakt - the systemized world" leitet sich zwar durchaus aus der Auseinandersetzung mit VVVV und dem ab, was VVVV leistet. Die Schau selbst aber greift sehr viel weiter und lotet einen Radius aus, in dem neben digital generierten Arbeiten beispielsweise auch deren Styroporblock um Styroporblock gefügtes Äquivalent analog 3D beeindrucken kann (s. John Powers' "Fat Bastard). Eine direkte Brücke zwischen beiden miteinander korrespondierenden Systemen bzw. Welten schlagen die kinetischen (Klang-)Installationen von Zimoun und Ralf Baecker (The Conversation , kongeniale Nachfolgerin des wunderbaren "Rechnenden Raums" - da wird es auch mal Zeit für eine eigene Ode resp. einen Eintrag in den Zettelkasten).

Und auch das ist noch nicht alles, denn es gibt mit der Diamantbörse bzw. NODE Deluxenoch einen weiteren Spielplatz, an dem wiederum nicht nur Workshops stattfinden, sondern auch noch eine zweite kleine Schau mit Arbeiten, die zuvor vom talentierten Nachwuchs eingereicht und dann von einer Jury ausgewählt worden sind.

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Plus, dann wieder im Kunstverein, am Samstag (20.11.10) noch einen ganzen Tag lang Vorträge und Symposium.

Kurzum: Gibt viel zu sehen, viel zu hören. Und eben nicht nur für VVVV-Nerds, sondern für alle, die sich für die kreativen Potentiale der Arbeit mit Progammen, Platinen, Systemen und Maschinen interessieren. Ein echter Netzknoten, an den man prima anknüpfen kann.

[Bildchen: Aus dem Cover des Node-Katalogs, in dem es neben Programminfos u.a. auch Texte zur allen in den Ausstellungen gezeigten Arbeiten gibt. Und der Festival-Pass, heuer mit Bändchen in leuchtendem Orange.]

Von miss.gunst am 16.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.11.10

Schöne Schlaufen (@ Shift Festival 2010)

hrs-sss-ksw.gifUnd gleich noch ein Eintrag in unserer Rubrik "WieErfinden-und-Wiedersehen machen-gleichermassen-Freude".
Beides in Kombination war nämlich noch an einer weiteren Station der Ausstellung zum SHIFT-Festival zu erfahren.

Der ausgesprochen attraktive Schattenwurf, dessen man im untestehend wiedergegebenen Bildchen ansichtig werden kann, gehört nämlich zu - na, was wohl?

Genau: Einem Ensemble aus Kassetten - und zwar nicht irgendwelchen, sondern solchen, die Harold Schellinx (mehr im hauseigenen Archiv) für sein "Found Tapes"-Projekt gesammelt hat (s. a. den Eintrag vom 11.02.07).

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In Basel gab es dabei nicht nur die kleine Installation zu sehen, sondern am Samstag abend auch eine Konzert-Performance (s.a. den Kurzbericht dazu im SHIFTfestivalBlog - und obendrein stand Schellinx dann auch noch im Rahmen eines Lounge-Talks Rede und Antwort.

Im SHIFTfestival-Blog, dessen fleissige SchreiberInnen ihrerseits nochmal ein kleines Interview mit dem Kassettengeschichte(n)-Sammler und Tape-Komponisten geführt haben, verrät Schellinx übrigens nebenbei, dass er in Basel noch keine einzige verstossene Magnetbandschlaufe gefunden habe.

Was mehrere mögliche Interpretationen gestattet. Ist es nun so, dass sich die BaslerInnen schon derart lang von ihren Bändern verabschiedet haben, dass nicht einmal mehr der Abfall auf die vergangene Kassettenkultur verweist? Oder schätzen sie ihre Bänder im Gegenteil nach wie vor so hoch, dass keines weggeworfen wird?

Wäre vielleicht angelegentlich herauszufinden. Wir empfehlen eine Aktion, wie sie seinerzeit Christian Philipp Müller mit seinem Aufruf startete, alte Rechner im plug.in abzuliefern. Voraussetzung wäre, dass eben ähnlich auch Harold Schellinx mal mit einer Einzelausstellung zu Gast sein kann. Uns Fans der medienarchäologisch inspirierten Kassettenkultur würde das - zumal als zünftige Fortsetzung des Formats "WiedErfinden/Wiedersehen" - ganz sicher freuen!

[Ja, natürlich haben wir das Bildchen aus rein formatästhetischen Gründen gedreht. Die Schlaufen hingen bzw. hangen da, wie weiland der unselige Fallada...]

Von miss.gunst am 08.11.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.10.10

Schöner Finden (@ Shift Festival 2010)

shf201-ksw.gifEs soll ja Menschen geben, die kaum etwas schöner finden als etwas zu finden. Das setzt zwar nicht zwingend voraus, dass zuvor etwas verloren gegangen ist. Gleichwohl kann natürlich ein glücklicher Fund so manchen Verlust kompensieren.
All jenen, die sich dafür interessieren, was die Kunst und ihre Medien zu diesem Feld beizutragen haben, lässt sich das diesjährige SHIFT Festival in Basel ans Herz legen.

Das hat heuer nämlich das Motto "Lost & Found" ausgerufen - und damit einen Schwerpunkt gesetzt, den man gleich mehrfach sinnstiftend auf den aktuellen Stand der Dinge in der digitalen analogitalen Kultur beziehen kann.

shf201-f01.gifWenngleich Marshall McLuhan ganz sicher nicht falsch lag, als er schrieb, dass neue Medien alte nicht etwa ablösen, sondern vielmehr zu veränderten Konstellationen und Konditionen in Medienverbünden (und ergo auch -kulturen) führen: Hin und wieder scheint ja tatsächlich etwas zu verschwinden bzw. verloren zu gehen.

shf201-f02.gifNehmen wir beispielsweise mal: Die gute alte Kassette oder den Overhead-Projektor. Beide sind mittlerweile tatsächlich vom Aussterben bedroht - in ihren ursprünglichen Einsatzgebieten haben ihnen andere Technologien und Geräte längst den Rang abgelaufen, sie vesrchwinden aus der Herstellung und dem Handel.

Indes wissen nicht zuletzt die treuen LeserInnen dieses Log.Buchs: Da geht noch was. Sowohl allgemein in der (genau:) analogitalen Popkultur - als auch in der Kunst.
So eben auch für FreundInnen von Tapes und Kassetten(geschichten).
Und auch für Fans des guten alten Overhead, an den ganze Hymnen verfasst werden und der uns nun als zentrales Mitglied von Kunst und Musik mit dem Tageslichtprojektor wiederbegegnet.

shf201-f03.gifLetzteres zwar nun leider nicht beim SHIFT-Festival - aber dessen Programm ist auch ohne unsere geliebten Lichtwerfer wirklich reichlich mit spannenden Projekten bestückt, von denen denn auch das eine oder andere hier noch näher vorgestellt werden soll.

Und den geliebten Lichtwerfern werden wir demnächst auch wieder an anderer Stelle begegnen können. Mal ganz abgesehen davon, dass uns das Festival-Motto "Wiederentdecken, neu interpretieren" ja auch sowieso schon länger und auch in Zukunft weiterhin interessiert...

Von miss.gunst am 28.10.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.10.10

Gasometer Radio (WRT)

gsmtrrr-ksw.gifEine gute Gelegenheit, den Geist des grossen G noch einmal anzurufen. Was sich zugleich mit einem Webradio-Tipp verbinden lässt.
Schliesslich haben wir ja schon im Sommer festgestellt, dass das Gasometer Oberhausen ein wunderbarer Klangkörper und mithin auch für entsprechende Experimente empfänglich ist.

gsmtrrr-g.gifInzwischen sind aus den Experimenten veritable Radiokunst-Stücke geworden, die - beginnend mit dem heutigen Sonntag (17.10.10) bis Anfang Dezemeber - wöchentlich beim ORF Kunstradio ausgestrahlt werden.

Eine richtige Sendereihe also, die - da (fast) alle am Gasometer-Experiment Beteiligten Mitglieder des Radiokunst-Netzwerks radia.fm sind - unter dem Namen "curated by radia" firmiert.

Was einerseits also richtig ist, andererseits aber auch sehr bescheiden. Denn organisiert und zusammengestellt hat die Reihe Knut Aufermann, den treuen LeserInnen dieses Log.Buchs aus zahlreichen Einträgen kennen - und dessen Stück heute auch den Anfang macht.

Mitzuhören ab 23:03 Uhr auf ORF, das selbstredend auch über einen Webradio-Stream verfügt. Seid dabei!

Von miss.gunst am 17.10.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.10.10

Entfesselte Geräte

uldv-ksw.gifNach London lassen sich derzeit viele kunstaffine Menschen von der Frieze Art Fair locken. Und/oder von den Sonnenblumenkernen aus Porzellan, die Ai Wei Wei in der Tate Modern zu einer zugegebener Massen ziemlich spektaktulären Installation aufgehäuft hat. Und und, oder oder... vielleicht von entfesselten Geräten?

Ebensolche versammelt derzeit nämlich eine Ausstellung namens "Unleashed Devices" im Watermans, einem am Themse-Ufer des Londoner Stadtteils bzw. Vororts Brentford gelegenes Kunst- und Kulturzentrum.

"UNLEASHED DEVICES is a playful exhibition in which artists have reconstructed, remixed and reinvented everyday electronic devices. Working in this way, the artists change our understanding of the possible use of data and purpose of technology."

- so das Konzept der Schau, die dazu über dreissig Projekte von KünstlerInnen und Künstlergruppen versammelt.

Ein Thema ganz nach unserem Geschmack!
Und natürlich sind auch hochgeschätzte alte Bekannte mit von der Partie - wie zum Beispiel The Owl Projekt (s. den Eintrag vom 25.07.06) mit seinen grossartigen Gadgets aus urigem Echtholz, neben denen die apfelalglatte Stromlinienförmigkeit handelsüblicher Standard-Designerware eher oll ausschaut.

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Aber je nun, was tun, wenn derzeit (bzw. bis 22.10.10 - denn so lange wird die Ausstellung noch zu sehen sein) die Zeit für einen Ausflug nach London fehlt?

Dann bietet sich immerhin noch das Katalogheft bei isuu zum (online-)Blättern an, in dem alle Beteiligten mit ihren Projekten vorgestellt werden.

[Bildchen: Dieses, äh, entfesselte Gerätchen sollte eigentlich als Rasierapparat-Adapter ein eher trauriges Dasein fristen. Von diesem schnöden Schicksal haben wir es selbstredend gern befreit. Für das Original-Porträt danken wir Wikimedia-Commons-Spender plugwash. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 14.10.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.10.10

Radiokunst aus AUS (WRT)

rkfrqoz-ksw.gifWeil gerade wenig Zeit fürs Log.Buch ist, zwischendurch einfach einmal einen Webradio-Tipp, der etwas länger vorhält und FreundInnen der Transmissionskunst die eine oder andere schöne Stunde bereiten könnte. Mindestens aber mal zum Hineinlauschen lädt.

Das AUS in der Titelzeile natürlich nichts mit ausschalten zu tun ... oder allenfalls in dem Sinne, in dem Joseph Beuys seinerzeit "Ich trete aus der Kunst aus aus" an eine Wandtafel schrieb: doppelt aus ist eben mittendrin. Und aus AUS hiesse dementsprechend: Eben nicht ausschalten, sondern erst recht (wieder) einschalten.

Also bitte einschalten bzw. sich in den Webradio-Stream werfen, und zwar denjenigen unseres Londoner Lieblingssenders resonance fm - um Radiokunst aus AUStralien zu lauschen.

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Bei resonance fm läuft nämlich bereits seit Anfang September das Festival "Frequency Oz", mit dem uns Colin Black ein wahres Schatzkästlein radiophoner Klangkunst und experimenteller Musik aus Down Under kredenzt.

Noch bis Ende Oktober kann man jeden Sonntag um 21:00 Londoner Zeit (also MEZ +1) sowie in Wiederholung nochmal am Dienstag eine volle Stunde lang einen Kontinent entdecken - garantiert ohne (post)koloniale Gewissensbisse. Aber mit einem wirklich interessanten Exkursionsprogramm.

Von miss.gunst am 02.10.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.09.10

Auf nach Robodonien

slris-ksw.gifZwischendurch rasch wieder einmal einen Ausflugstipp - und zwar für FreundInnen von Kunstmaschinen und Maschinenkünsten.
Diesmal geht's zur Abwechslung rheinabwärts ins schöne Köln.

Dort findet seit dem gestrigen Freitag und noch bis einschliesslich Sonntag (12.09.10) die dritte Ausgabe des Roboter-Kunst-Festivals Robodonien statt.

Mit einem ziemlich bunten Programm, das von Ausstellung über Workshops, Performances und Spektakel bis zum Tanzabend reicht. Und das sehr unterschiedliche KünstlerInnen zusammenbringt.

Wobei Roboter-Kunst übrigens nicht gleich Robo-Nostalgie meint. Und wenngleich bei HOME MADE bekanntlich durchaus auch ein Herzchen für rostige Blechgesellen und erst recht eins für Roböxotica schlägt: Finden wir es gerade gut, dass es eher um Robotik, Mechatronik, Gesteuertes und Automaten im weiteren Sinne geht.

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Zum Beispiel mit Paul Baartmans, der an sich auf mehr auf Lichtkunst spezialisiert ist, aber zwischendurch auch gern mal humorvoll-poetisch bewegte Installationen baut. Mit Selma Gütoprak, die noch an der KHM studiert, sonst auch auf Performance spezialisiert ist und entsprechend performativ-bewegte Aktionsskulpturen baut.
Indes es bei Jim Whiting (an dessen omg-was-für-ein-Name: "Bimbo Town"-Roboklaumauk sich vielleicht noch die BaslerInnen erinnern werden - falls nicht, hätte es auch ein YouTube-Video dazu) wiederum auf die große Bühne geht.

Besonders herzlich winken wir als treue Fans aber Ralf Schreiber zu. Bei dem man am Sonntag etwas lernen kann - ratet mal, was? Genau: Mini-Solarroboter-Bau ...

[Bildchen: Tja. Mit Blick auf die Wettervorhersage sind selbst sonst eigentlich mit sonnigem Gemüt ausgestattete Solar-Robos leider doch eher ein Risiko-Klientel...]

Von miss.gunst am 11.09.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.09.10

Schwarze Kiste (@ ISEA2010)

vfndbb-ksw.gifEigentlich ist das, was man eine Black Box nennt, für FreundInnen der DIY-Kultur und des Selberbastelns ja eher am anderen Ende der Fahnenstange angesiedelt.
Aber genau das macht geheimnisvolle schwarze Kisten eben trotzdem interessant.

Einmal ganz abgesehen davon, dass man sich ganz generell fragen kann, wie eine Black Box vom Prinzip her funktioniert (und möglichen Antworten aus systemtheoretischer Perspektive nachgehen kann), ist es doch immer wieder erquicklich, solchen Fragen Aug in Auge mit einem Anschaungsobjekt nachzugehengrübeln.

Dazu gab's auch bei der ISEA2010 RUHR eine schöne Gelegenheit. Zu den Exponaten der Ausstellung "Trust" im Dortmunder HMKV zählte nämlich auch eine ebensolche: Verena Friedrichs 2007 begonnenes Langzeitprojekt ENDO.

Schon der ersten Anmutung her wirkt ENDO dabei wir die perfekte Black-Box für eine digitale Kultur, die digitale Technologien zum einen vorzugsweise mit slickem Hardware-Design assoziiert und zum anderen mit allen Vor- und Nachteilen einer potentiell ubiquitären Datenerfassung sowie -speicherung zu tun hat.

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Nachzudenken gilt es mit Blick auf Letzteres natürlich vor allem über die realen Enden lang tradierter Allmachtsphantasien und -phantasmen. Und dazu gibt uns Friedrichs Black Box allen Anlass.

Denn: Im Paket mit dem ästhetisch an sich hocherfreulichen Anblick wird die Information geliefert, das handliche Kistchen sei im Inneren bis an den Rand mit Technologie vollgepackt: Mit einem Mainboard und einem Terabytes fassenden Speicher, dazu Sensoren satt, die kontinuierlich alle möglichen Daten von Lumen über Luftfeuchtigkeit, Bewegung und Akustik bis zur GPS-Positionierung erfassen. Locker formuliert: Dem Motto folgend "Immer rein damit und Klappe zu". Nur dass sich das eben schlecht überprüfen lässt - denn aus der Box dringt weder ein Mucks noch sonst etwas heraus, hineinschauen kann man naturgemäss auch nicht. Und ob sie denn jemals geöffnet wird, um das eine oder andere Datum aus dem Speicher auszulesen...

Tja. Fast wie im wirklich Leben (man möchte fast ergänzen: im Allgemeinen und insbesondere, wenn man an die Politik denkt, wie sie mancherorts betrieben wird): Es wird uns weder Einblick gegeben noch sind uns irgendwelche Gewissheiten vergönnt. Und das soll man mit Vertrauen würdigen? Eben.

Von miss.gunst am 09.09.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.09.10

Reparieren (ars electronica 2010)

tbkfl-ksw.gifFrom Disco to Disco Von Festival zu Festival: Die ars electronica hat für ihr Festival 2010 das Motto "repair" ausgerufen und geht, wie es sich gehört, mit guten Beispielen voran.

Vornehmlich natürlich nach Festivalart, indem sie KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und andere auf dem Feld aktive versammelt, die ihre Projekte vorstellen.

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Aber auch ganz grundsätzlich. In diesem Jahr hat die ars nämlich ihre angestammten Festivalorte (wie das gute alte Brucknerhaus) verlassen und fast alle Aktivitäten an einem Ort konzentriert:
In der ehemaligen Linzer Tabakfabrik.
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Wissenswert dazu: Der von Peter Behrens und Alexander Popp Anfang der1930er Jahre für die Österreichische Tabakregie (später: Austria Tabak) entworfene Bau...
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... ist zwar per se ein attraktives Industriedenkmal eben jener Art, wie man sie auch während der ISEA2010 RUHR als transformierte Kulturorte zuhauf zu sehen bekam.

Allerdings waren die Linzer Tabakwerke noch bis vergangenen Herbst in Betrieb – was in manchen Hallen des weitläufigen Gebäudekomplexes wortwörtlich noch in der Luft liegt.

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Einen solchen Ort in Transformation - und durch seine Beispielung Optionen für künftige Enden dieser Transformation - über die lokalen Konstellationen hinaus prominent ins Bewusstsein zu rücken, ist immer eine spannende Angelegenheit.
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Sowie eine strategische Positionierung. Denn es gibt natürlich schon Pläne für Zukunft - ziemlich ehrgeizige: Die Tabakfabrik soll zu einem grossen Kulturzentrum u.a. nach dem Vorbild des Wiener Museumsquartiers werden. Das wird früher oder später die Frage nach konkreten Konditionen aufwerfen. Und man kann sich dabei gut vorstellen, was als nächstes kommt: Wenn sich hinreichend Investoren finden – was bei einem Behrens-Bau wohl nicht so unwahrscheinlich ist - werden Versuche gestartet, die "üblichen Verdächtigen", also VertreterInnen der so genannten "Creative Industries" anzusiedeln. Selbstredend solche, die gute Mieten zahlen können. Bis die gelandet sind, dürfen sicher auch erst mal KünstlerInnen und andere Kulturschaffende hinein. Ob temporär oder auf Dauer, wird dann auch eine Frage der Beteiligung der öffentlichen Hand sein und bleiben ... Gentrifizierung olé? Oder doch Alternativen, wie sie in weiteren Szenarien zur Entwicklung der Tabakfabrik skizziert werden? Nun: Das muss in der Tat die Zukunft weisen.
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Vorerst einmal jedoch repariert die ars ein Loch in der lokalen Konstellation an der Donaulände. Das macht sie schon gut - und es kommt ihr auch selbst zu Gute.

Will heissen: Wenn man die Devise "repair" erst einmal so auslegt, wie das die ars aktuell macht – also in breiter Perspektive anzusetzen, eingeschlossen wirklich interessante Projekte, die sich auf wirklich interessante Weise mit diversen Löchern und deren Flicken beschäftigen, erstens: ohne damit gleich die ganze Welt retten zu wollen und zweitens: das Flicken in die Hände aller geben, welche welche haben, ohne drittens: allzuviel "wir-sind-mal-wieder–die-Avantgarde-Flair" zu dünsten – dann kann das so falsch nicht sein.

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Von miss.gunst am 04.09.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.09.10

Das gute alte Radio (mit WRT)

brdcsc-ksw.gifKaum zu glauben, aber wahr: Nach wie vor wird die Altersfrage gestellt. Ohne mit der Wimper zu zucken vernehmen wir das Reden von "neuen" Medien (ja, was ist 2010 damit wohl gemeint?). Und klopfen solchen, die an sich längst nicht mehr dieselben sind wie Anno Dazumal leutselig auf die imaginäre Schulter: He. Du armes altes Medium. Lange wirst Du's aber nimmer machen...

Oder? Nunja. Indes nebenan in Linz die ars electronica - also ein altgedienter Hort besagter Rede vom Neuen und einer, an dem man sich tatsächlich jede Menge Neuigkeiten in Sachen Kunst mit neuen elektronischen Medien abholen kann - ihre Tore öffnet (in diesem Jahr sogar Fabriktore - die ars logiert nämlich in der ehemaligen Linzer Tabakfabrik), wird in Wien die Frage nach der "Zukunft der alten Medien" gestellt.

"THE FUTURE OF OLD MEDIA" ist die Abschlusskonferenz eines (EU-)Projekts betitelt, dessen Name an sich schon etwas seltsam anmuten kann: "BROADCAST MEDIA SCULPTURES". Und der mittelbar tatsächlich auch an einen mittlerweile schon klassischen Mediendiskurs anknüpft - als Video in der Kunst an den Start ging, war tatsächlich von "Videoskulptur" die Rede (ein kluger Schachzug von Wulf Herzogenrath, um einem Medientechnologien gegenüber tendenziell sträubsamen Publikum Arbeiten ans Herz zu legen, bei denen sich TV-Monitore stapelten etc pp - was heute schon fast nostalgische Gefühle hervorrufen kann, war damals nicht so ohne Weiteres als Kunst zu vermitteln).

Aber zurück zur Sache: Bei "BROADCAST MEDIA SCULPTURES" gings nicht um zu Stelen gestapelte Radiogeräte, sondern um künstlerische Ansätze, mit Medienfomaten zu arbeiten, die das Prinzip der Sendung in den Raum übertragen und damit auch in die dritte Dimension (und um alle möglichen Fragen, Potentiale und Probleme, die bei einem solchen Vorhaben entstehen - Ausführlicheres dazu ist der Projektbeschreibung zu entnehmen).
Und da die InitiatorInnen und MitstreiterInnen des Projekts aus der (Kultur- und Kunst-)Radio-Szene kommen - das wunderbare Wiener Radio orange94.0 Vienna ist Gastgeber und hochgeschätze KollegInnen aus dem radia.fm-Netzwerk wie resonance London sind mit von der Partie - spielt(e) Radio hierbei eine denkbar zentrale Rolle.

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So eben auch nun zur Abschlusskonferenz, die heute (02.03.10) und morgen im Wiener Werkstatt- und Kulturhaus WUK stattfindet. Wobei die eingeladenen KonferenzteilnehmerInnen und KünstlerInnen wohl vor allem anderen zeigen werden, dass (und wie) Radio nicht nur höchst präsent, sondern auch zukunftsfähig sein kann.
Insofern: Nachfragen darf man natürlich und dabei rrrrhetorisch Radio als olle Medientante bezeichnen. Besser jedoch, wenn man dazu auch gleich praktisch mit ein paar guten Debatten, Antworten und Perspektiven aufwarten kann. Weshalb es dann am Samstag, also dem 04.09. zu guter Letzt noch ein rauschendes Fest mit zahlreichen künstlerischen Beiträgen gibt. Schaut also nicht danach aus, als würden wir da zu einem Leichenschmaus geladen.

Und falls es noch einen guten Grund brauchen sollte, weshalb wir nicht auf Radio verzichten wollen: Bei der ISEA RUHR 2010 (s. auch die Einträge im hauseigenen Log.Buch) gab es vergangene Woche vor Ort in Essen, Dortmund und Duisburg jede Menge Klangkunst zu erleben. Weitgehend nur für jene, die sich an den entsprechenden Koordinaten befanden - Ausnahme war das Konzert von Mudboy und Fennesz donnerstags in Dortmund, das noch in derselben Nacht zur üblichen Klangkunst-Stunde bei Deutschlandradio Kultur über den Äther bzw. in den Webstream ging.

Da wir im Konzerthaus sassen, seinerzeit ohne den obligaten Webradio-Tipp - aber dafür sind wir heute zur rechten Zeit zur Stelle: Um 0:05 Uhr wird bei Deutschlandradio Kultur Klangkunst nun noch einmal mit "Ruhrtronics" eine Stunde Klangkunst von der ISEA ausgestrahlt. Also (zumal das ja sowohl von Linz als auch von Wien aus geht): Seid dabei!

Von miss.gunst am 02.09.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.08.10

Kulturelle Elektronikmesse (@ ISEA2010)

isrdoec-ksw.gifElektronikfachmessen sind, kaum anders als Baumärkte, prinzipiell ideale Fundgruben für BastlerInnen. Um so besser allerdings, wenn mal eine speziell für diejenigen angeboten wird, die sich insbesondere für die künstlerische und kulturelle Bastelei am Draht interessieren.

Das gibt es derzeit im Rahmen der ISEA2010 RUHR - der aktuellen Ausgabe des alljährlichen Zusammentreffens der gleichnamigen Vereinigung, deren Kürzel für Inter(national) Society for the Electronic Arts steht.

Wo es stattfindet, verrät schon der Name, der denkbar deutlich auf die Kulturhauptstadt bzw. Kulturhauptstädte von RUHR.2010 verweist.
Dem entsprechend umfasst die ISEA2010 RUHR jede Menge Veranstaltungen in Essen, Duisburg und Dortmund. Und an letzterem Ort, im gerade erst (und noch als Baustelle) eröffneten U wird seit Montag die e.culture fair 2010 ausgerichtet.

Wie es Messen so an sich haben, dient auch diese als Präsentationforum - nur eben nicht für Firmen und ihre Produkte, sondern für im Feld der elektronischen Medien engagierte Kultur- bzw. Künstlerinitiativen und ihre Produktionen.

Was bei aller Vielfalt der eingeladenen e-Labs sofort ins Auge sticht: Neben den schon von der Lokation und Ausrichtung her nahe liegenden Bezügen zur Stadt, zu Strategien und Werkzeugen für Intervention und Partizipation steht derzeit die Arbeit an und mit dem, was man im weitesten Sinne als Ökomedien und Bio-Technologien bezeichnen könnte, auch hier derzeit ziemlich hoch im Kurs.

"Auch hier" meint zum einen, dass dieser Bereich insgesamt in der elektronischen Kultur weiter an Bedeutung gewonnen hat und zum anderen, dass er dementsprechend auf der ISEA2010 RUHR ebenfalls an allen Ecken und Enden begegnet - aber dazu noch mehr, wenn nach der Exkursion-Kulturbeutel weiter ausgepackt wird.

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Auf der e.culture fair 2010 - wo das Thema auch auf mehreren Panels vorgestellt und diskutiert wird - sind Künstlerorganisationen wie foam oder okno vertreten, die seit langem das Feld beackern. Und mit ihnen jede Menge aktueller Projekte, von Botanoadopt aus Köln und Münster, das die Adoption vernachlässigter und misshandelter Topf- und Zierpflanzen organisiert über das von okno mit initiierte Time Inventors' Kabinet, wo unter anderem auch Open Greens und Stadtbienen eine zentrale Rolle spielen bis hin zu den von Angelo Vermeulen und Biomodd-Laboratorien und Agnes Meyer-Brandis' (bei HOME MADE bekanntlich hoch geschätzten) Forschungsfloss.

Wer jetzt flunscht, weil zu weit weg oder alles schon vorbei: Hintergrundinformationen und Links zu allen Ausstellern der e.culture fair 2010 sind nach wie vor auf deren Heimseiten zu finden. Ist natürlich nicht dasselbe, wie dabei zu sein, alles ansehen und sich austauschen zu können. Aber immerhin.
Und: Sowohl die ISEA2010 RUHR als auch einige Projekte schauen wir uns auch im Log.Buch noch genauer an...

[Bildchen: Naja, mangels eigener Aufnahmen frei dazuphantasiert. Bei FlickR hat es ganze Fotoalben zur e.culture fair wie das von FlandersDC. Aber selbst auf Aufnahmen, die unter cc publiziert sind, kann es jede Menge Bilder und Sachen haben, auf denen irgendjemandes Copyright liegt. Da basteln wir lieber unsere kleine Hommage selbst..]

Von miss.gunst am 24.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.08.10

Es lebt, es lebt (Jurassic Lab @ Luzern)

jrsll-ksw.gifUnd weil der guten Zahl auch bei Empfehlungen drei sind, gleich noch eine: "Jurassic Laboratory" klingt zwar erst einmal direkt nach einer Fortsetzung der diesjährigen HOME MADE-Woche im Jura. Diesmal geht's aber um ein Labor in Luzern.

jrsll-g.gifUnd "Jurassic" heisst es wohl, weil der Titel eines bekannten Spielfilms antönen soll, in dem per Kloning-Technik Kreaturen aus der Jura-Zeit zu neuem Leben erwachen. Tatsächlich steht da auf dem Flyer:

"We reanimate forgotten creatures! JURASSIC LABORATORY!!! Some things are still not alive..."

Doch keine Sorge: Reptile Wadenbeisser sollen an diesem Samstag (21.08.10) in der Luzerner Gewerbehalle nicht gezüchtet werden - auch wenn das prima zum schönen Wappen des Hauses gepasst hätte, das ein schaurig züngelndes Schuppentier mitsamt Genist schmückt.
Vielmehr wird in der Tat fleissig und ganz nach HOME MADE-Art gebastelt werden - unter anderem an einem Projekt, das tatsächlich auch schon in Romainmôtier mit von der Partie war sowie von und mit zahlreichen Aktiven.

Schon ab dem frühen Morgen (08:00 Uhr, sic!) sollen - teils auf Basis von Bausätzen aus dem SGMK-Makeaway - Lötbausätze entwickelt werden, aus denen dann eine "Uhr" als spezielles Luzerner Souvenir entstehen kann.

Und nach des Tages süssen Mühen winkt dann noch am Abend (20:00 Uhr ff) ein reichhaltiges Programm zum allgemeinen Plaisir. Zunächst mit einer Performance von Eveline Blum. Und im Anschluss spielen dann noch mehrere Bands und BastlerInnen auf: Klink (http://www.myspace.com/klinkmuziek),
Äntli Bier & Ärger, Flo Kaufmann und The Fabulous Dance Machine sowie als DJs: FlipFloater (Acid Elektro mit selbstgebauten Synths und Toys), Oli und Luc Fischer.
*yay*

Von miss.gunst am 21.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.08.10

Mit Essen

ipybwe-ksw.gifDa wir die Reihe der Log.Buch-Einträge zur HOME MADE-Woche 2010 eh gerade für aktuelle Exkursions-Tipps unterbrochen haben: Auch vom I PUSH YOU BUTTON in Zug gibt es Neuigkeiten zu vermelden.

Und zwar besonders Leckere: Es geht nämlich um kunstvolle Arten und Weisen der Aneignung durch Inkorporation.

ipyybwe-g.gifIn der Vorankündigung des Programms namens "WE PASTE YOU TASTE" steht zwar auch etwas davon, dass "parasitäre Aspekte und andere Interventionen in Bezug zum Kunstgeschäft" gestellt werden sollen - was eher nach gefressen werden denn nach lecker Essen klingt.

Das konkrete Angebot lässt dann aber doch das Wasser im Munde zusammenlaufen. Allein schon das Einladungsbild!

Und erst recht natürlich die Aussicht auf die offerierten Weisen der Speisung, die am kommenden Samstag (21.08.) zur Zuger Kunstnacht in einem Show Down bzw. Eat Down aufeinandertreffen sollen: Dann wird Lauren Wildbolz, die in den nächsten Tagen erst mal recht entspannt einen Kurs namens "MAKE YOGA EVERYDAY, EAT(ING), READ(ING), DRINK(ING) AND SLEEP(ING" offeriert, ein "Veganokiches Spektakel" auf dem Kolinplatz auffühten - indes Merlin Zuni mit Supergrill kontert und das frfr-Team dem Ganzen auf ihre Weise Würze verleiht.

Mindestens eines bleibt den Gästen gleichwohl noch selbst zu tun - schliesslich ist DIY bei I PUSH YOU BUTTON programmatisch und in diesem Fall wohl wirklich süsse Pflicht: Sie müssen wählen, was und wie sie speisen wollen -"YOU DECIDE"!

Von miss.gunst am 19.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.08.10

X-O-Mat und DISK-O-MAT

bskam-ksw.gifUnsere Zuneigung zu Kunstmaschinen und -automaten ist hinreichend bekannt - und für all jene, welche sie teilen, hätten wir zwischendurch einen Ausflugstipp, bei dem sich gleich zwei Kunstautomaten in Aktion besuchen und bestaunen lassen.

Dieser Tage steigt nämlich in Bern wieder einmal das Buskers Festival mit seinem Bizaar Aktionsmarkt auf dem Münsterplatz (s.a. den Eintrag vom 09.08.07). Und dort sind eben auch die beiden Automaten zu Gast.

Den einen von beiden, für den der bricoleur universel Flo Kaufmann (mehr im hauseigenen Archiv) verantwortlich zeichnet, kennen die meisten sicher schon: Es ist der DISK-O-MAT, in dem man sich selbst 7inch-Schallplatten aufnehmen kann. Eine wirklich extrem charmante Glamourschmiede im Kompaktformat, die man eigentlich nurmehr mit Bernhard Martins "Single Disco"-Schranktanzdiele als kongenialem Abspielort kombinieren müsste. Dann wäre die DIY-Starmaschine wirklich perfekt.

bskam-gg.gif

Und den anderen kennen mindestens jene, die in den vergangenen Jahren bereits den Bizaar Aktionsmarkt besucht haben. Denn das Berner KünstlerInnen-Kollektiv 000x (s.a. den Eintrag vom 13.08.07) war mit seinem X-OMAT - einer analogen Kunstmaschine, die handgezeichnete Porträts ausgibt - schon 2007 und 2008 dabei.

Insofern können Fans in beiden Fällen ein Wiedersehen feiern - und all jenen, die den einen oder den anderen oder gar beide Kunstautomaten noch nicht kennen, sei ein Besuch beim Buskers Festival wärmstens ans Herz gelegt.

Von miss.gunst am 15.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.08.10

Zukunftsmusik

mdagh-ksw.gifZukunftsmusik? Was darunter zu verstehen ist, mag eine Definitionssache sein. Ebenso, wo und wie sie gespielt wird.
Eine ganze Sammlung konkreter Vorschläge gibt's tatsächlich gerade an einem dafür denkbar geeigneten Ort zu bestaunen.

Nämlich in der Maison d'Ailleur - dem wenn nicht sogar weltweit, dann sicher aber schweizweit einzigen Museum, das der Geschichte und Gegenwart der künstlerischen und literarischen Zukunftsvisionen gewidmet ist.

mdagh-g.gifDort läuft derzeit (und, tja: leider nur noch bis einschliesslich des heutigen Sonntag, 01.08.10) die Ausstellung "Galactic Hits - Musique et Science Fiction", die sich nicht nur auf anschauliche, sondern - dem Thema angemessen - auch auf anhörbare Weise mit Zukunftsmusik(en) befasst. Also all dem, was musiktechnisch bzw. -technologisch und musikalisch bzw. kompositorisch einst nach Zukunft geklungen hat oder klingen sollte.

Als Zukunftsmusik transportierende UFOs fungieren dabei ausgerechnet jene Tonträger, die heute bereits eine Aura von Nostalgie umflort: Schallplatten. 324 Stück an der Zahl (nicht, dass wir sie gezählt hätten, da verlassen wir uns ganz auf die offiziellen Verlautbarungen des Hauses), Rille um Rille ein Archiv der Klänge, die Bilder ferner Welten in die Köpfe zaubern sollten.

Und das im Grunde nach wie vor können.
Denn gerade KlangbastlerInnen stimmen sicher jederzeit in das Motto ein, das wir an sich aus der netten Nachbarschaft der Radiozukunftsforschung kennen:
Was ist (und sein wird), werden wir hören...

Von miss.gunst am 01.08.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

31.07.10

Satellitenforschung zu Fuss

stlfp-ksw.gifMag für einen Moment merkwürdig klingen: Schliesslich kreisen die Satelliten über unseren Köpfen, indes wir als Fussvolk über den Planeten krabbeln.
Doch genau das ist der springende Punkt: Gerade weil die Satelliten uns von oben erkunden, ist Satellitenforschung von unten angesagt.

Eben das bietet in den kommenden Tagen eine Veranstaltung, die im HMKV in Dortmund stattfindet: Der Workshop "Satellite / Border / Footprint", der von der amerikanischen Filwissenschaftlerin und Satelliten(-Bild)-Expertin Lisa Parks geleitet wird.

Organisiert hat das Ganze Francis Hunger, den treue Log.Buch-LeserInnen bereits als Herausgeber der Sputnik Gazette und Initiator des International Sputnik Day kennen.

Im Rahmen des Workshops werden nun die TeilnehmerInnen tatsächlich in Dortmund zu Fuss unterwegs sein, um die "Fussabdrücke" zu erforschen, welche die Satelliten mit ihren Flugbahnen im urbanen Terrain hinterlassen.

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Zuvor ist jedoch am heutigen Samstag (31.07.) noch eine Art Tag der offenen Tür mit einführenden Vorträgen: Francis Hunger selbst führt ins weite Feld der künstlerischen Beschäftigung mit Satelliten ein, Nils Sparwasser vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Pfaffenhofen spricht über Dreidimensionale Visualisierungen von Geodaten - und schließlich wird Lisa Parks noch aufzeigen, wie Menschen für gewöhnlich mit Satelliten im Alltag leben und weben ("Spotting the Satellite Dish - Populist Approaches to Infrastructure").

[Bildchen: Könnte eine populistische Annäherung an den Fussabdruck von Satelliten in etwa so aussehen? Oder ist das eher eine Annäherung an populistische Vorstellungen von ebensolchen? Nunja, vorstellbar ist es jedenfalls schon, dass man sich von der Vorstellung des Satelliten als Sputnik und niedlicher Himmelsbewohner von Fall zu Fall auch mal verabschieden muss...]

Von miss.gunst am 31.07.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.07.10

Kunstgeburtstags-Satellitenradio (WRT)

kgbsr-ksw.gifKunstgeburtstag feiern wir zwar eigentlich - wie treue LeserInnen wissen - im Januar. Doch bekanntlich gibt es dabei so viele GratulantInnen, dass man mit dem (Mit-)Feiern übers Radio alle Regler voll zu tun hat.
Gar nicht schlecht also, hin und wieder mal ein gutes Stückchen Geburtstagskuchen als Nachschlag zu servieren...

... wie in der heutigen Nacht (von Donnerstag 29.07. auf Freitag 30.07.) in der Klangkunst-Stunde bei Deutschlandradio Kultur.

In der werden nämlich unter dem schönen Titel "Satellite Surfing" - der, auch wenns in diesem Fall rein deskriptiv gemeint ist, selbstredend auch die Satelliten-FreundInnen in uns anspricht - ein paar Highlights der Kunstgeburtstags-Sendungen 2010 zur Ausstrahlung gebracht.

kgbsr-g.gif

Basis der Auswahl sind jene Gratulationen, die heuer von der Ars Acoustica-Gruppe der European Brodcasting Union (EBU) koordiniert wurden.

Wer nun noch mehr zu den Details wissen will, kann sich entweder in der Programmankündigung ein paar Namen abholen oder den hier gereichten Ankern nachgehen.
Oder aber, und dies ist natürlich der tiefere Sinn und Zweck dieses Webradio-Tipps: Ganz einfach um 0:05 Uhr das Radio resp. den Stream anwerfen. Und siehe da: Radiophon geht Kunstgeburtstag-Feiern das ganze Jahr!

Von miss.gunst am 29.07.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.07.10

Elektromagnetischer Sommer 2010 (WRT)

emsmr10-ksw.gifIndes das Thermometer im heimischen Labor immerhin schon wieder ein kleinwenig angenehmere Temperaturen anzeigt, wid es allerhöchste Zeit, auf eine akustische Sommerfeude und -frische hinzuweisen, auf die es den Radar auszurichten gilt...

Ganz richtig: Es ist wieder Zeit für den Elektromagnetischen Sommer!

Der läuft nun schon seit einigen Tagen und wird ab Montag ein kleines Päuschen einlegen, bevor es in die Finalrunde geht. Daher ganz eilig, nach der Devise "besser spät als nie":

Heuer gibt es zwar leider kein experimentelles Radiocamp in der Ausstellungsstrasse. Aber dafür hält der Elektromagnetische Sommer 2010 - wie wohlmöglich das Titel-Motto "Sterne (Mono), Garage (Stereo)" schon andeuten soll - Einzug ins Clubformat.

emsmr10-g.gif

Am heutigen Samstag (24.07.) treten beispielsweise Simon Berz (mehr im hauseigenen Archiv) sowie Aentli Bier & Aerger auf (waren ebenfals bei der HOME MADE-SGKM-Arbeitswoche im Ticino dabei).

Nach der kleinen Sendepause sind dann u.a. am 30.07. Papiro (dessen Klangproduktionen wir seinerzeit über unser Basler Lieblingsnetzlabel interdisco kennen- und schätzen gelernt haben) und Bernd Schurer (treuen Log.Buch-LeserInnen ebenfalls nicht ganz unbekannt) dabei sowie am 31.07. Florian Kaufmann (mehr im hauseigenen Archiv) und (dito:) Strotter Inst.

Alles also auch live zu geniessen, aber - Stereo Garage hin oder her: Das Schönste am Elektromagnetischen Sommer bleibt doch, dass er auch rein radophon als erquickendes Wellenbad genossen werden kann. Lokal über Radio LoRa - und für alle anderen über dessen Webradio-Stream....

Von miss.gunst am 24.07.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.07.10

Felsenfest

flsf10-ksw.gifAn sich auch kühl genug, um trotz Hitzefrei ins Log.Buch gefächert zu werden. Zumal wir in dieser Saison ja gern ins Grüne gehen - wo sich je nach geographischer Lage natürlich auch Steine bzw. Felsen finden...

... allein, in der eigentlich vorgesehenen Länge und Breite soll dieser Eintrag wohl nicht sein.
Denn wenngleich Steine und Felsen tendenziell einen soliden Grund abgeben - in diesem speziellen Fall schaut es etwas anders aus.

Für dieses Wochenende (17./18.07.10) ist war nämlich im schönen Bivio - im Parc Sela - das Felsenfest angesetzt. Ein ganzes Festival rund um Fels und Gestein! Und mit von der Partie: Künstler, die Steine zum Klingen bringen.
An sich also ganz nach unserem Geschmack - jedenfalls etwas, das schon von der Ankündigung her neugierig macht.

Nun wissen wir zwar, dass sich Steine sowohl eindrucksvoll sonifizieren lassen und zudem auch bestens als Percussion-Instrumente taugen. Allen voran von Simon Berz (mehr im hauseigenen Archiv), der nicht nur vergangenen Sommer im Rahmen der HOME MADE-SGKM-Arbeitswoche im Ticino eine schöne Steinbeckenklanginstallation angelegt, sondern schon öfter mal zu Lithophon-Konzerten geladen hat (siehe auch den Eintrag zum 28.04.09.

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Gern hätten wir nun unseren Zettelkasten mit dauerhafterer Fundierung um einen einschlägigen Eintrag bereichert - allein: So felsenfest wie die Felsen scheinen die Informationen auf den Webseiten des Parc Sela nicht zu stehen - mindestens sind sie momentan, d.h. schon wenige Tage nach dem Anlass nicht (mehr) auffindbar. Bleibt also nur, hier lediglich mit kleinem Wink direkt auf Beteiligte zu verweisen:

Berz ist diesmal nicht mit von der Partie - aber dafür gibt es die Gelegenheit, andere (als) Steinkomponisten und Musiker kennenzulernen: So wird Klaus Fessmann - Komponist und sonst auch mit dem Ensemble Klangstein unterwegs - mit Friedemann Dähn und Manfred Kniel auftreten. Und kein Geringerer als Bruno Spoerri (mehr im heimischen Archiv) unterstützt Gabriel Schiltknecht, der ebenfalls mit einem Lithophon in den Felsenpark kommt.

Ob die Steine wohl dann noch nachklingen? Felsenfest und dauerhaft? Innen drinnen vielleicht schon...

[Bildchen: Felschen. Klingend. Dieses liegt wohl wirklich nahe an Bivio. Jedenfalls am Septimerpass. Unser Dank gilt Mathein, welcher die unserer Imagination zu Grunde liegende Fotografie unter cc-by-sa-Lizenz in die Wikimedia Commons gespendet hat. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 17.07.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.06.10

Reste

rwrzwt-ksw.gifReste sind nicht jedermanns Sache. Es soll sogar Menschen geben, die sie einfach zurücklassen. Andere hingegen sagen sehr zu recht: Reste muss man feiern, wie sie fallen!

Zahlreiche VertreterInnen der letzteren Gruppe finden sich zu selbigem Behufe dieser Tage im Stadtbad Wedding zusammen. Und die Feier ist in diesem Fall nicht nur ein schlichtes Fest, sondern ein veritables Kunstfestival, das auf den passenden Namen Verwertung hört.

Über mehrere Tage hinweg - um genau zu sein: seit dem 28.06. und noch bis einschliesslich 04.07.10 - wird das Bekenntnis zur produktiven Resteverwertung dabei nicht nur in Form von Konzerten bzw. Performances vorgetragen. Freitag und Samstag (03./04.07) und damit als denkbar beste Alternative zum Zuschauen beim Bälletreten. Grossartiges Programm von Bending-Noise bis hin zu Generativem AV mit Sprache und Gesang.
Zum Gucken gibts ausserdem eine Ausstellung und ein Videoprogramm.

Vor allem anderen aber bieten auch mehrere Workshops die Gelegenheit, selbst aktiv zur kreativen Resteverwertung zu schreiten. Und siehe da: Neben verschiedenen Möglichkeiten, Resten ein bisschen Druck zu machen (sei es nun auf Stoff oder auf Papier), laden zwei gute Bekannte - nämlich Kaspar König und Simon Berz* - zur Sonifikation der heimischen Umgebung und wohlmöglich auch des Restes der Welt.
[* zum einen wie zum anderen mehr im hauseigenen Archiv...]

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Hinter der Unternehmung steht übrigens der Salon Bruit, der sich als ordentlich eingetragener Verein nicht allein um Reste, sondern allgemein um die Förderung audiovisueller Experimentalkultur bemüht - in Koop mit der DIENSTbar, die treuen LeserInnen dieses Log.Buchs u.a. auch schon aus dem einen oder anderen früheren Eintrag (sic, es sind grad drei) bekannt sein wird.

[Bildchen: Restchen. Ganz zufrieden mit sich und damit, den kreativen Schüben seiner Eignerin für einmal ungeschoren entronnen zu sein...]

Von miss.gunst am 30.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.06.10

Nach dem Kalender (WRT)

drkgdm-ksw.gifNach dem Kalender kann man nicht nur säen, ackern und ernten. Sondern auch Radio hören. Klingt erst einmal nicht besonders vermeldenswert - wenngleich sich vermutlich mittlerweile nurmehr wenige Menschen auf diese Wege des aktuellen Tagesdatums versichern.

Tatsächlich soll hier auch nur die Gelegenheit beim schütteren Schopfe egriffen werden, auf eine ständige Einrichtung des Deutschlandradio Kultur hinzuweisen, die als eher klangkünstlerisches Kalenderblatt funktioniert: Das Geräusch des Monats.

Jedes Jahr wird ein/e KünstlerIn eingeladen, zwölf kurze Hörstückchen zu kreieren, die dann - sic, aber immerhin erhöht das an manchen Tagen den Klangkunstquotienten um 100% - als Lückenfüller eingesetzt werden, wenn die programmierte Hauptsendung das vorgesehene Formatfenster nicht ganz ausschöpft.

drkgdmg.gif

In diesem Jahr ist es Lasse-Marc Riek (mehr im hauseigenen Archiv), dem eine entsprechende Einladung zuging und der für jeden Monat ein solches Hörstück beugesteuert hat.

Es sind wirklich Kalenderstücke im eigentlichen Wortsinn geworden, denn Riek hat ein jedes aus Geräuschen bzw. Field Recordings des jeweiligen Monats komponiert. Ergo lässt sich derzeit in den Nischen zwischen den Programmstücken in verdichteter Zeit erlauschen, wie der Juni klingt.

Ein guter Grund mehr, sich häufiger in die Wellen von Deutschlandradio Kultur zu werfen. Was wir bekanntlich ja auch sonst immer wieder ganz erfrischend finden...

[Bildchen: Den Kalender für den Kalender im Kalender (usw.) verdanken wir einer Spende von Alocamilo für die Wikimedia Commons. Lizenz wie beim Vorbild: cc-by-sa 2.5. Merci!]

Von miss.gunst am 25.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.06.10

Zeitstau und Eigenzeit (WRT)

chrnsts-ksw.gifZu Zeitmessern und dazu, welches Feld sich hier für DIY-Konstruktionen eröffnet, haben wir im Hintergrund längst ein eigenes Fach im Zettelkasten angelegt - dazu demnächst mehr. Für heute sind sie erst einmal willkommener Anlass für einen Webradio-Tipp.

An Uhren oder genauer gesagt: beim Blick auf die Uhr lässt sich nämlich ein Phänomen erfahren, das auf den schönen griechischen Namen Chronostasis - vulgo: Zeitstau hört. Will man am Zeiger der Zeit beim vergehen zusehen, dann scheint die erste beobachtete Sekunde länger als jene, die ihr folgt.

Eine Täuschung, die weniger im Sehorgan selbst liegt, als vielmehr im Gehirn. Welches vernehmlich "Verweile doch!" ruft, weil ihm dessen Schnelligkeit den Augenblick zu rasch gehen lässt. So entsteht, ausgerechnet Aug' in Auge mit dem geeichten Taktgeber ein Stückenchen Eigenzeit.

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Andreas Bick - der uns vor gut drei Jahren schon mal im Zuge eines Kleinen Field Recordings Festival in den Radar gegangen ist - hat 2009 aus dieser Steilvorlage eine Komposition fürs Radio gemacht. Seine Chronostasis will dem Geräusch der Zeit nachgehen - und legt zu diesem Behufe das Ohr an die tickenden und tackenden Chronometer. Das macht Sinn, denn auch das Ohr kennt die in Richtung Êigennzeit verschleppte Sekunde.

Wie sie sich in den Transformationen des Berliner Komponisten anhört? Lässt sich in der Nacht von heute auf morgen, also am 18.06.10 um 0:05 Uhr bei Deutschlandradio Klangkunst erlauschen.
Dann wird nämlich die ursprünglich für das WDR3 Studio Akustische Kunst produzierte Sendung noch einmal ausgestrahlt.
Warum haben wir sie eigentlich vergangenes Jahr verpasst? Da gab es wohl just so eine Sekunde..

[Bildchen: Wäre vielleicht auch ein Weg, der Chronostasis auf die Schliche zu kommen - wenn man sich in der entscheidenden Sekunde auf diese Weise an die Nase fassen könnte. Die Mutter unseres kleinen Eigenzeitmessers ist übrigens ein handelsüblicher Wecker, den Fastily fotografiert und unter cc-by-sa-Lizenz den Wikimedia Commons gespendet hat, welche ergo auch für dieses Bildchen gilt. Merci!]

Von miss.gunst am 17.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.06.10

Roboterträume

wvtres-ksw.gifEigentlich wollen wir uns in dieser Saison ja möglichst viel im Grünen aufhalten. Aber wie das so ist: Elektrische Schafe träumen beim Grasen eben auch gern. Und wovon? Von Androiden?

Sicher auch. Aber möglicherweise ist das viel zu anthropozentrisch angesetzt und elektrische Schafe träumen eher von Robotern, die sie auf fliegenden Teppichen zu besonders leckeren Weiden tragen und lästige Schäferhunde mitsamt Schäfer ins Bockshorn scheuchen?

Schwer zu sagen. Wie ja auch ganz generell schwer zu sagen ist, wovon Artefakte träumen - ob man sie nun unter "Künstliches Leben", Künstliche Intelligenzen", "Androiden" oder eben "Roboter" rubriziert.

Auf's Philosophieren über diese komplizierten Fragen hat uns aus nahe liegenden Gründen die Ausstellung "Roboterträume" gebracht, die gerade im Museum Tinguely ihre Tore geöffnet hat.
Sie hat ihren Titel nämlich der mindestens unter Science Fiction- und Robo-Fans unter der geneigten LeserInnenschaft sicherlich bekannten, weil zu den Klassikern des Genres zählenden Kurzgeschichte von Isaac Asimov aus dem Jahr 1986 entlehnt, in der ein Roboter bei weniger romantischen Träumen ertappt wird.

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Sehenswert ist eine solche Ausstellung selbstredend in jedem Fall - ganz besonders aber, weil einige der potentiellen Robo-Revolutionäre aus den Werkstätten hochgeschätzter KünstlerInnen aus dem Umfeld von HOME MADE stammen.


Sibylle Hauert und Daniel Reichmuth
beispielsweise rollen mit V.O.C.A.L. den Turing Test neu auf und fragen "HABEN SIE ANGST ALS MASCHINE ENTLARVT ZU WERDEN?"
Und Kirsty Boyle ist mit ihren phantastischen Karakuri-Robotern mit von der Partie (mehr zur Kakuri-Tradition auf Kirstys Kakuri-Seiten) - von denen, um am Ende doch mal etwas zu verraten, das als Anwort auf die einleitende Frage taugt: elektrische Schafe gern träumen. Also jedenfalls das elektrische Schaf, das diese Zeilen gerade verfasst...

Von miss.gunst am 09.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.06.10

Wolken Machen (Meyer-Brandis)

wsmcs-ksw.gifAn Wolken wissenschaftliches und zugleich ästhetisches Vergnügen zu finden: Das hat eine lange Tradition, in deren Linie sich manche grossen Namen reihen. Goethe beispielsweise, der mit "Howards Ehrengedächtnis" eine regelrechte Ode auf die Wolkenkunde schrieb.

Allerdings blieb er dabei als Dichter und Forscher ganz in seinem Metier. Das Wolkenmachen überliess er Luftdruck und -feuchtigkeit.

Agnes Meyer-Brandis dagegen kennen wir schon länger als Künstlerin, die mit ihrem Forschungsfloss gern zum Kern resp. den Kernen der Materie vorstösst.

Und da sie sich in jüngerer Zeit mit verschiedenen Projekten immer wieder und immer weiter in luftige Höhen begeben hat, lag es vermutlich fast schon nahe, sich endlich auch den Wolken zuzuwenden. Und eben dem Wolkenmachen.

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2008 ist sie mit ihrem Cloud Core Scanner buchstäblich in die Luft gegangen und hat als stolze Teilnehmerin des zehnten Parabelflugs am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter Bedingungen der Schwerelosigkeit mit selbst konstruierter Spezialgerätschaft die ersten Tröpfchen einer eigenen Wolke in Form gebracht (mehr zu diesem sensationellen Experiment ist im zugehörigen Cloud Scanner Blog nachzulesen).

Derzeit tourt sie nun mit den in ein anschauliches Vortrags-Performance-plus-Film-Format gebrachten Ergebnissen - und nachdem sie am Donnerstag dem Basler plug.in die Ehre gab, ist sie am heutigen Samstag (05.06.10) um 20:00 Uhr im Zürcher Walcheturm zu Gast. Einen Besuch ebendort wollen wir hiermit - nicht nur, aber natürlich insbesondere jenen, die sich vielleicht einmal selbst ans Wolken selber machen machen wollen - wärmstens empfehlen!

[Bildchen: W.z.b.w., es funktioniert. Wobei: Wenn wir Wolken machen scannen, fällt das Ganze noch nicht wirklich so überzeugend aus. Oder?]

Von miss.gunst am 05.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.06.10

Referat für Stadtklang (WRT)

rfrfstk-ksw.gifWie wäre es denn, ein städtisches Büro zu haben, in dem ein/e spezielle/r ReferentIn für Stadtklänge sitzt? Also nicht etwa eine Behörde, die über den Pegel wacht - sondern eine offizielle Stelle, die generell ein offenes Ohr für das urbane Geräusch- und Klangspektrum hat und entsprechend kompetente Auskünfte geben kann.

"Schön wär's!", wird da mutmasslich der eine oder die andere seufzen. "Gibt's nur leider nicht..."

Tja. Von Wegen. London hat ein solches Amt. "Jedenfalls eine Stunde lang", denkt man als nächstes, wenn man die Ankündigung der aktuellen Ausstrahlung von "London Calling" bei Deutschlandradio Kultur liest (nein, mit dem gleichnamigen Klassiker von The Clash hat das Ganze übrigens nichts zu tun). Denn erst einmal klingt das ja doch wie eine gut ausgedachte Hörspiel-Fiktion.

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Aber Max Dixon gibt es wirklich (wie unter anderem auch ein Eintrag zum 'Sound of London' in Julian Treasures "Sound Business"-Blog belegen kann) und die Stadt hat ihn wohl tatsächlich damit beauftragt, sich als Experte um die Klänge der Stadt zu kümmern. Unter anderem, weil dem urbanen Raum zunehmend akustische Verödung droht.

Ob wegen der Dominanz bestimmter Geräuschquellen gegenüber anderen, etwa wenn man an die tagein tagaus fliessenden und in den vergangenen Jahren stetig anschwellenden Verkehrsströme denkt, oder weil bestimmte Geräusche wie jene der berühmten Doppeldecker-Busse, die abgeschafft werden sollen (oder, *huch*, schon abgeschafft worden sind?) verschwinden - nun, das werden wir wohl in der Nacht von heute (01.06.) auf den morgigen Mittwoch (02.06.) ab 0:05 Uhr erfahren.

Von miss.gunst am 01.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.05.10

Hungrige Landschaften (WRT)

grfsl-ksw.gifBislang ging es schon mehrfach um essbare Landschaften und darum, wie man diese beackern kann. Insofern kann es schon neugierig machen, wenn auf einmal der Spiess umgedreht werden soll.

Genau das verspricht nämlich die aktuelle Folge in der Reihe Klangkunst bei Deutschlandradio Kultur: Kunde von Hungrigen Landschaften zu geben.

Dass nicht nur die weite See, sondern auch Waldgebiete und Wüsten Menschen verschlingen, ist an sich natürlich nicht nur ein Topos in der Literatur. Es passiert. Und im Grunde lässt sich selbst unter gewöhnlichen Umständen mit Blick auf die menschliche Vergänglichkeit - Staub zu Staub bzw. Humansubstanz zu Humus - von einem Prozess der Einverleibung durchs Erdreich sprechen.

Für seine akustische Imagination eines solchen Verdauungsvorgangs hat sich der australische Komponist und Klangkünstler Colin Black von einem historischen Fall inspirieren lassen: Dem Verschwinden des deutschen Zoologen und Botanikers Ludwig Leichhardt, der im April 1848 zu einer Expedition in den australischen Busch aufbrach, die sozusagen mit Mann und Maus mehr oder weniger spurlos verschwand. Bis heute wurden ledigich ein paar von Leichhardt markierte Bäume und eine gravierte Kupferplatte gefunden, die wohl an einem seiner Gewehre angebracht gewesen war.

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Wie vom Erdboden verschluckt: Bei Black wird das schwarze Loch, welches das Nichtwissen um die Umstände hinterlässt, in einen mählichen Prozess transformiert, in dem eine Klanglandschaft osmotische Gefrässigkeit entwickelt.

Und das kann man hören? Mal hören. Heute auf morgen Nacht, ab 0:05 Uhr, bei Deutschlandradio Kultur...

Von miss.gunst am 27.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.05.10

DIY Bodenspekulation

kkabs-ksw.gifZugegeben, die Überschrift ist ein bisschen sensationsheischend. Aber es geht tatsächlich um Investitionen in urbanen Grund und Boden - so gesehen übrigens auch eine Möglichkeit, StadtLandwirtschaft zu betreiben.

Allerdings nicht durch Ackerbau. Sondern auf monetärem Wege, also durch den Einsatz von Kapital.
Das ist sonst nun sicherlich so ganz und gar nicht unser Metier. In diesem speziellen Fall jedoch eine Sache, die durchaus ins Log.Buch von HOME MADE gehört.

Es geht nämlich um das bzw. den ARM, den ARTSPACE RONDEEL MASTRICHT, dessen Aktivitäten hier ja auch schon einmal ein Eintrag gewidmet wurde.

Da das ARM als freies Kulturproduktionszentrum Mittel braucht, hat sich Initiator Kaspar König, den wir ja sonst als Klangbastler und Slowbiker auf tönenden Fahrrädern kennen, nun ein interessantes Finanzierungsmodell ausgedacht:
Man kann mit einem Tagesbeitrag von 17 Cent in den Grund und Boden - und damit in dessen kulturelle Nutzung investieren. Und das führt in jedem Fall zu dessen Wertsteigerung. Wenn sich genug InvestorInnen finden, stehen die Chancen gut, dass auf jeden dieser Tagesbeiträge die städtische Förderung noch einmal stolze 5 Cent obenauf legen wird. Und sollte letzteres scheitern, ist das Geld eben in obigem Sinne immer noch produktiv investiert: Nach allen Regeln der Gentrifizierung mehrt ein Kulturzentrum den Wert doch deutlich im Vergeich zu einer Brache im Niemandsland, für die sich keiner interessiert.

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Vergangenes Wochenende startete das Projekt-fürs-Projekt - und noch bis Ende Juni können willige InvestorInnen ihr gutes Geld nutzbringend anlegen. Und mindestens eins kann man sicher jetzt schon sagen: Anstatt immer nur unfreiwillig den notorischen Gentrifizierungsprozessen zuzuarbeiten, ist so eine DIY Bodenspekulation doch mal ein interessantes Alternativmodell.

Von miss.gunst am 25.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.05.10

Maschinen, Insekten (WRT)

flmiim-ksw.gifOder eben: Maschinen als Insekten. Was in umgekehrter Folge erst einmal eine Überblendung mit langer kulturhistorischer Tradition ist - wobei wir in jüngerer Zeit die mähliche Transformation entsprechender Science Fiction-Phantasien in angewandte Robotik von realer Gegenwart beobachten konnten.
Für heute wird, von wegen "beobachten", aber mal nicht hingeschaut. Sondern gelauscht.

In der Nachtsendung des WDR3-Studios elektronische Musik wird nämlich eine aktuelle Produktion von Francisco Lopez vorgestellt, den die Insektenmusik-FreundInnen unter der geneigten LeserInnenschaft natürlich schon von älteren LogBuch-Einträgen kennen.

flmiim-gg.gifNun sammelt Lopez - der von Hause aus ja Biologe ist - eben nicht nur Insektenklänge, die er dann in Maschinenmusik transformiert. Sondern umgekehrt auch Maschinenklänge, welche dann unter seiner Bearbeitung mitunter etwas Organisches bekommen. Wobei das menschliche Gehör natürlich auch per se schon gewisse Tendenzen aufweist, Geräusche, die es nicht einordnen kann, als potentiell von anderen Lebewesen rührend zu interpretieren - was ganz und gar nichts mit lieböhrelndem Lauschen nach Wahlverwandschaften zu tun hat, sondern schlicht und ergreifend auf einen evolutionären Schutzmechanismus zurückzuführen ist. So gesehen bzw. gehört sind übrigens auch eindeutiger identifizierbare Klangmuster technischen Ursprungs wie etwa quietschende Bremsen lediglich eine Erweiterung des Sortiments von Signalen, die wir in der Kategorie "aggressiver Fressfeind nähert sich" abgespreichert haben.

Dass Lopez' Maschinenmusik ein wunderbares Exempel dafür ist, wie man kreativ auf solche anthropologischen Konstanten bauen kann, lässt sich ürbigens auch schon aus dem kleinen Ohrzuckerl auf der Seite mit der Ankündigung der Sendung heraushören.
Voll und ganz eintauchen werden wir dann zu gewohnter WDR3-Akustische-Kunst-Stunde ab 23:05 Uhr...

[Bildchen: Die Mutter unseres Maschinen-Insekts ist übrigens Japanerin; für die Einspeisung ihres Bildes in die Wikimedia Commons unter GNU resp. cc-by-sa-Lizenz danken wir Keyaki. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 21.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.05.10

Alles Zukunft (Jetzt)

ftrv10-ksw.gifUnter den zahlreichen die Schnittstellen von Medien und Künsten bearbeitenden Festivals, die in jüngerer Zeit mit Blick auf ihre sich ständig erweiternden Zuständigkeitsgebiete auch ihren Namen abgeändert haben, gebührt ihm allemal der erste Preis: FutureEverything!

Jenes Festival also, das alljährlich in Manchester stattfindet und früher einmal (um genau zu sein: bis vor zwei Jahren) "FutureSonic" hiess.
Seit Mittwoch (12.05.) und noch bis einschliesslich morgen läuft die aktuelle Ausgabe mit Ausstellungen, Konferenz(en), Präsentationen und jeder Menge weiterer Aktivitäten.

Anders als kürzlich das electrosmog festival for sustainable immobility (s. den Eintrag vom 20.03.10) setzt FutureEverything zwar durchaus darauf, dass Interessierte persönlich anreisen - aber es gibt auch für die Daheimgebliebenen diverse Optionen, am Programm zu partizipieren. Beispielsweise kann man via Lifestream der Konferenzvorträge bzw. -panels teilhaftig werden, von denen auch heute noch einige stattfinden.

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Insofern wollen wir das Ganze einfach mal wärmstens weiterempfehlen - und jenen, die vor Ort sein können, vielleicht noch insbesondere die Teilnahme an den Veranstaltungen des morgigen Festivaltags ans Herz legen, welcher den schönen Titel PlayEverything trägt. Da hätte es dann sogar noch eine UnConference, die zur aktiven Beteiligung ruft, natürlich Spiele zum Mitspielen sowie einen Dirty Electronics Workshop, bei dem nach Lust und Laune in den Eingeweiden eketronischer Gerätschaften gewühlt werden kann - was bekannter Massen ganz nach dem Geschmack von HOME MADE verbundenen HeimwerkerInnen ist...

Von miss.gunst am 14.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.05.10

Die Kassette(n) - Geteiltes Glück ff.

dkstl-ksw.gifIn Leipzig bei den ArtZines unzählige Seiten geblättert. Lustvoll in Bergen von kleinen, feinen Publikationen gewühlt. Spannenden Vorträgen gelauscht. Und natürlich auch weidlich diskutiert.
Aber, a propos geteiltes Glück: Gleich nebenan gab es auch noch andere Seiten zu entdecken...

... und zwar solche, die das Herz von FreundInnen der Kassettenkultur höher schlagen lassen.

Gleich in der netten Nachbarschaft des Kunstraums D21, wo derzeit "Thanks for Sharing!" gross geschrieben wird, wohnt derzeit nämlich - noch - Die Kassette.

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Und die (bzw. Die) wird ebenso gross geschrieben wie sie ihrerseits eigentlich auch das Motto der aktuellen D21-Schau an ihre Wand schreiben könnte. Gäbe es da nicht schon eine passende Übersetzung in Glück, das sich direkt zum Tausch anbietet. Denn im ersten der beiden Räume wird man gleich von Kassetten begrüsst, die rundum auf schmalen Regalen gereiht sind und mit liebevoll selbst gestalteten Schatullen locken.
Und im zweiten Raum, der als lauschiges Wohnzimmer mit Kassetten- und Zeitschriftenregalen sowie bequemen Sitzgelegenheiten zum Verweilen einlädt, hat es zudem eine zünftig gestaltete Tapete.

Allerdings war zu vernehmen, dass dieses teilbare Glück leider nicht mehr lange währen wird: Noch in diesem Monat muss Die Kassette ihr trautes Heim verlassen.

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Dass deshalb - wie (nunja, anzunehmender Weise wohl doch eher augenzwinkernd:) auf der der Heimseite der Kassette nachzulesen ist - gleich die gesamte Kassettenkultur zu Grabe getragen werden müsste, ist natürlich nicht zu befürchten. Und das gilt hoffentlich auch für die Leipziger Kassetten(tausch)kultur.

Kurzum: Wir drücken heftig alle verfügbaren Daumen, dass Die Kassette schon bald in neuen Räumen eine Heimstatt findet. Und empfehlen bis dahin - was sich besonders für Nicht-LeipzigerInnen ja ganz prima mit einem Besuch der ArtZine-Ausstellung nebenan verbinden lässt - das rauschende Abschiedsprogramm.

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Von miss.gunst am 09.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.05.10

Geteiltes Glück

thfsh-ksw.gif... ist doppeltes Glück? Mindestens. Denn: Wenn man Glück mit mehreren oder gar vielen Menschen teilt, dann multipliziert es sich natürlich dementsprechend.
Einen anschaulichen Beweis für dieses Prinzip gibt's ab heute Abend in Leipzig.

"Thanks for Sharing" heisst die Ausstellung, die uns der Kunstraum D21 in Leipig kredenzt. Um welches geteiltes Glück es dabei eigentlich geht?

thfsh-g.gifJa, schon auch um Kunst. Vor allem aber um jene beweglichen Güter, die erst kürzlich in Hamburg von der trefflich benamsten Plattform "Gute Seiten" mit einem kleinen Festival bedacht wurden (siehe auch den Eintrag vom 02.03.10).

"Thanks for Sharing" versammelt über 300 Kunst-(Fan)Zines aus 24 Ländern, deren MacherInnen sich auf den Aufruf des Kunstraums gemeldet und gute Seiten eingereicht haben. Eine Projektgruppe der HGB Leipzig hat sich um die Entwicklung des Ausstellungsdesigns gekümmert. Und nun warten die Zines darauf, ganz nach Neugier, Lust und Laune entdeckt, angeschaut und - soweit sich Texte zu Bildern gesellen - gelesen zu werden.

Genau darum geht es nämlich: Anders als sonst in Museen und Kunsthallen, wo KünstlerInnen-Publikationen grösstenteils in Vitrinen präsentiert und damit dem Zugriff entzogen werden, sind sie hier zum Anfassen und Blättern da. Anders als bei den unzähligen Präsentationen und Messen für dieses in jüngerer Zeit wieder heftig boomende Genre gibt es aber auch nichts zu kaufen. Man muss schon die Gunst der Stunde nutzen und den genius loci würdigen, um des geteilten Glücks teilhaftig zu werden.

Dafür gibt's dann noch ein paar Specials - wie am heutigen Eröffnungsabend (07.05.10), wo die genialen Ladies of the Press aus London ein Life Zine performen und fabrizieren werden. Und am morgigen Samstag dann einen ganzen Tag mit Präsentationen und Vorträgen von Menschen, die ArtZines und andere selbst hergestellte Blätter machen und/oder lieben.

Von miss.gunst am 07.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.05.10

Vögel Hören (WRT)

dvuz-ksw2.gifEigentlich hatten bzw. haben wir ja gerade mehr die Flora auf dem Schirm. Aber aus gegebenem Anlass heisst es heute, den Radar in Richtung einer anderen Klasse, nämlich jener der flugfähigen Wirbeltiere - vulgo: Vögel auszufahren.

Dass sich selbige nicht allein optisch bemerkbar machen und man dementsprechend auch bei der Bestimmung von Vögeln die Lauscher einsetzen kann, dürfte selbst der Ornithologie abgeneigten Menschen bekannt sein - und für alle anderen, also VogelfreundInnen und -interessierte gab es in diesem Log.Buch ja auch schon diverse einschlägige Einträge.

Letztere (also nicht die Einträge, sondern die FreundInnen gefiederten Getiers) haben vielleicht sowieso schon mitbekommen, dass seit diesem Montag und noch bis inklusive Samstag auf Deutschlandradio Kultur eine ornithologische Themenwoche mit dem schönen Titel "Da fliegen sie wieder!" läuft.

Die in Gänze mitzunehmen muss man schon sehr sehr viel Zeit zum Radiohören haben. Aber mindestens eine Stunde sollten sich wohl all diejenigen reservieren, deren Herz zugleich für die Klangkunst schlägt.
Zu gewohnter nächtlicher Klangkunststunde, nämlich am kommenden Freitag (06.05.) bzw. in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 0:05 Uhr lädt Marcus Gammel zu einer Spezialsendung über "Die Vögel".
Allem Vernehmen nach steht dann aber nicht subtiler Horror ins Haus, sondern eine Radiovolière über Luftbewohner und ihre Hörer.

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Wobei: Wer weiss - vielleicht hören wir dan ja auch Unzertrennliche schnäbeln, Spatzen tschilpen und Krähenvögel (k)rähen?

PS: Heute (05.05.10) um 21:33 Uhr wird übrigens nch einmal die Séance Vocibus Avium ausgestrahlt

Von miss.gunst am 05.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.04.10

Glühlampenmusik

glhxl-ksw.gifWessen Herz für Glühlampen glüht, leidet seit einiger Zeit schwere Not. Aus den Regalen sind die klassischen Birnen mit dem glosenden Faden bereits verschwunden - und wer weiss schon, wie lange man sich noch am wohligen Licht der in den Fassungen verbliebenen Restexemplare wärmen kann.

Vom heutigen Abend (24.04.10) allerdings dürfen sich mindestens die Zürcher unter den GlühlampenfreundInnen einen temporären Trost versprechen:
Für 20:30 Uhr lädt die Werkstatt für improvisierte Musik im Rahmen der der Reihe "WiM dezentral" in den Walcheturm zum Konzert mit Glühlampenmusik.

Dass sich Lampen bestens als Instrument eignen, wissen treue LeserInnen schon aus frühe(re)n Log.Buch-Einträgen zu singenden Lichtbögen und jenem zu Norbert Möslangs Lampenkonzert in Romainmotier 2005.

Der Glühlampenmusiker des heutigen Abends, begleitet von Hans Koch an der Bassklarinette, heisst Michael Vorfeld, ist Bildender Künstler und Musiker - und kommt als solcher eigentlich von der Percussion her. Aber keine Sorge: Wer nun an auf und mit den Häuptern der Birnchen als Schlagwerk ausgetragende Aktionskunst denkt, liegt falsch.

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Zwar wird das Konzert zweifellos auch den Augen etwas bieten - aber es geht wirklich um Glühlampenmusik, bei der Licht(energie) direkt in Klang transformiert wird. Also elektroakustische Expermimentalmusik:

"Aus den Veränderungen der Lichtintensität, dem rhythmischen Flackern der Glühbirnen oder dem Leuchten und Glimmen der Glühelemente entwickelt sich ein feingliedriges und vielschichtiges akustisches Geschehen."

Verspricht jedenfalls die Ankündigung. Und das tönt doch ganz nach einer Veranstaltung, die man auf keinen Fall verpassen will, oder?

[Bildchen: Ja, so eben gerade nicht. Aber wir geben gern zu: Das war die erste Assoziation...]

Von miss.gunst am 24.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.04.10

Konk Pack (WRT)

mkrrd-ksw.gifWeil auch HackteriaktivistInnen und DIY-BiolaborantInnen mal ein Päuschen machen müssen, gibt es zwischendurch einen Webradio-Tipp - bei dem man ausnahmsweise weder Insekten zirpen, Kröten quaken noch Mikroben singen hört.

Sondern schlicht spannende Experimentalimprovisation. Vom Trio Konk Pack, zu dem sich Thomas Lehn, Tim Hodgkinson und Roger Turner seit 1997 regelmässig zusammenfinden.

Vergangenes Jahr spielten sie auf Einladung von Christoph Korn (s.im hauseigenen Archiv) und Hermann Kretzschmar (vom Ensemble Modern) beim Frankfurter ROT-Festival für Neue Musik und Klangkunst, heute (17.04.10) Abend um 23:05 Uhr gibt es das Ganze als Ursendung in der Artist's Corner von hr2 - weshalb wir einen Sprung in den Webradio-Stream wärmstens empfehlen wollen.

Falls Bedarf bestehen sollte: V-Ohrkosten kann man auf der MeinRaum-Seite von Konk Pack.

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[Bildchen: Mit den Musikvorlieben der Bazillen sind wir eigentlich noch nicht vertraut. Aber imaginieren kann man's ja mal...]

Von miss.gunst am 17.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.03.10

Klangkunst auf die Karte (WRT)

elnwkk-ksw.gifAuch eine Methode, neue Klänge auf die Landkarte zu setzen: Einen Aufruf an den Klangkunst-Nachwuchs richten und dann ausgewählte Stücke im Radio präsentieren.

Genau das macht die Klangkunst-Reihe von dradio kultur alle Vierteljahr - und so auch heute (26.03.10) Nacht um 0:05 Uhr, in ihrer so genannten "Newcomer Werkstatt".
Woraus wir doch gleich mal einen Webradio-Tipp machen.

Wo dann Fähnlein gesetzt werden, können natürlich die HörerInnen hernach selbst entscheiden...

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[Bildchen: So stellt man sich das - nicht von ungefähr - mit der Wertschätzung des experimentelle Klänge produzierendes Nachwuchses durch Sendeanstaltsleiter vor. Was aber eben glücklicherweise bei Deutschlandradio Kultur ganz anders ist...]

Von miss.gunst am 26.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.03.10

electrosmog festival

esmf10-skw.gifEine gute Gelegenheit, nach all den Ausflügen in den Weltraum die Füsse wieder auf den Boden zu bekommen. Und sie für eine Zeit auch dort zu lassen. Was unter anderem auch dem ökologischen Gleichgewicht äusserst zuträglich ist.

Denn bekannter Massen ist es nicht nur eine ziemliche Umweltsünde, Flugkörper wie Satelliten ins All zu schicken - wo mittlerweile tonnenweise Weltraummüll seine Bahnen zieht. Auch terrestrische Reisetätigkeit stellt eine erkleckliche Belastung des Ökosystems dar.

Genau hier setzt das electrosmog festival for sustainable immobility an. Es hat sich vorgenommen, einigen ökosystematischen Fragen aus wissenschaftlicher, medienkultureller und künstlerischer Perspektive nachzugehen (was derzeit ziemlich im Trend liegt, aber dazu bei anderer Gelegenheit noch mehr) - und beginnt dabei gleich bei einem Thema, das so manche internationale Konferenz zur Nachhaltigkeit bei genauerem Hinsehen ziemlich alt ausschauen lässt, wenn vorweg erst einmal die TeilnehmerInnen aus aller Welt in den Flieger steigen müssen.

Dieses eben nicht besonders nachhaltige Organisationsprinzip kontert das Festival, indem es den Fokus auf "Sustainable Immobility" richtet. Und zwar nicht nur inhaltlich, sondern auch, was die eigene Logistik betrifft: Um teilzunehmen, muss sich niemand besonders weit vom Fleck rühren - denn das Programm wird durch ein Netzwerk von Institutionen und Initiativen bestritten, die ihre lokalen Veranstaltungen in Realzeit aufzeichnen und per Stream online zugänglich machen. Zugleich kann man sich von zuhause aus in verschiedenen Debatten engagieren, kommentieren und so weiter. Und sogar das Workshop-Angebot steht NetzteilnehmerInnen teilweise offen - und sei es auch nur als 'e-learning' zum Fenstlern.

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Wie gut das funktioniert, liess sich schon in den vergangenen zwei Tagen testen - und auch am heutigen Samstag (20.03.10) gibt es noch ein interessantes Programm, zumal die (je nach Zeitzone:) Nachmittags-/Abend-/Nachtsektionen heute vorwiegend von den beteiligten KünstlerInnen-Initiativen in New York, London, Berlin und Amsterdam bestritten werden. Allerdings: Um an den Workshops auch praktisch teilnehmen oder auch die begleitenden Ausstellungen ansehen zu können, muss man sich eben doch vor Ort begeben.

Es ist auch sicher kein Zufall, dass die gute Idee von Menschen wie Erik Kluitenberg und Adam Hyde stammt, die sich mit den Potenzialen der Netzkultur bestens auskennen - und zugleich im die sehr spezifischen Produktionsökonomien in diesem Sektor wissen, zu denen eben unter anderem auch das Tingeln von Konferenz zu Konferenz, von Festival zu Festival gehört.

Wissen müssten die beiden freilich auch, a propos "sustainable immobility": Dass die aktuelle Festivalstruktur vielleicht doch noch keine ideale Ökobilanz garantiert. Denn die fällt nun mal gerade für IT bzw. elektronische Netzwerktechnologie auch nicht besonders günstig aus, wie schon vor zwei Jahren eine Studie des IZT sehr zu Recht monierte (kompakt dazu: ein Gespräch mit Siegried Behrendt auf den Seiten von Deutschlandradio)...

[Bildchen: Tja. Um wirklich auf eine nachhaltige Ökobilanz hinzuarbeiten und nebenbei den Elektrosmog im eigentlichen Wortsinn zu minimieren, müsste wohl auch das bzw. ein nächstes electrosmog festival for sustainable immobility den Stecker ziehen und sich ganz auf die lokal praktizierbaren lokativen Medien konzentrieren. Oder?]

Von miss.gunst am 20.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.03.10

Space Disco (WRT)

dstt-ksw.gifDa wir nun ja gerade wieder mit den Satelliten im Weltraum kreisen, gibt es dazu auch gleich einen passenden Webradio-Tipp.
Und zwar einen, bei dem sich die eher noisig knarzenden und knisternden Planetenradios ausnahmsweise wohl eher zurückhalten werden - weil die Milchstrasse diesmal als dance floor dient...

Das samstägliche Segment von WDR3 open - der "freiraum" - ist schliesslich weder Wissenschaftsfeature noch Clubfunk für FreundInnen verschrobener Radiokunst. Sondern schon eher ein Ballsaal, in dem gut aufgelegte populärere Musikgattungen eine nette Nacht miteinander verbringen - sich dabei aber mitunter gern zu ungewöhnlicheren Konstellationen zusammenfinden.

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Wenn es dabei heute (13.03.10) Abend in die "Space Disco" gehen soll, lässt die Ankündgigung nun nicht unbedingt einen "Bypass von Gregorianik zu Plunderphonic" oder eine Revue "von Elvis bis Electronic" erwarten, wie sie im obig verankerten Basiskonzept der Sendung zitiert werden.
Aber wer weiss, wohin uns die Montage aus "Scifi-Texten und Sound-Bits", die Steffen Irlinger (den der eine oder die andere vielleicht auch von seinem Freischwimmer auf byte.fm kennen wird) entführen wird. Also wenn nicht gleich in den Weltraum und seine unendlichen Weiten, dann doch mindestens dorthin, wo der Mond eine Diskokugel ist...

[Bildchen: Der Mond eine Diskokugel? Aber sicher. Und die Diskokugel ein Satellit und der Satellit... ojeja. Der ist dann eher zu bedauern.]

Von miss.gunst am 13.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.03.10

Durchdrehen mit Strotter und Floka

durdr-ksw.gifDass sie gerne mal durchdrehen, dürften wohl die wenigsten Menschen von sich behaupten. Durchaus anders verhält sich das im Fall von zwei Künstlern, die offenkundig eine ziemliche Freude am Durchdrehen haben.
Und diese Freude auch weitergeben.

Und das geht so: Der eine, nämlich Strotter - den wir ja bereits als eingefleischten Dreher und Fräser kennen (s.a. die zahlreichen Einträge im hauseigenen Archiv) - spielt seine mit allerlei durchaus brachialen Eingriffen manipulierten Schallplatten.
Was für sich genommen ja schon eine grossartige Konzert-Performance ist.

Der andere, also Floka bzw. Florian Kaufmann - seines Zeichens versierter Bastler bzw. Bricoleur Universel, der auf den kunstsinnigen Umbau alter Maschinen und Geräte spezialisiert ist (s. ebenfalls so einige Einträge im hauseigenen Archiv) - zeichnet die Klänge von Strotters Konzert-Performance auf.
Aber nicht etwa mit irgendeinem schnöden digitalen Recorder.

Vielmehr nimmt Floka hierfür seine eigene, umgebaute Rillenfräse in Gebrauch: Eine echte Schneidemaschine, mit der ehedem Vinyl in tönende Form gebracht wurde und mit der nun die Klangrillen auch auf ganz andere Dinge aufzubringen sind, die dann zu veritablen Tonträgern werden. Wie zum Beispiel Bierdosen, die sich dann natürlich auch wieder auf Turntables spielen lassen.

Die erste Edition der bespielte und spielbaren Bierdosen wie auch das erste Durchdrehen gab es seinerzeit während der HOME MADE Projektwoche 2006 in Solothurn - heute (07.03.10) Abend ab 20:00 Uhr zeigen die beiden im Cabaret Voltaire (ja genau: dort, wo derzeit auch die leicht abgedrehten Haushaltsgerätschaften von Stefan Doepner ihr programmatisch unruhiges (Un)Wesen treiben), dass ihnen das gemeinsame Durchdrehen nach wie vor Freude macht - und diese sich auch bestens weitergeben lässt.

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Fotos, weitere Informationen und sogar ein kleines Ohrzuckerl zum vom Durchdrehen gibt's in der netten Nachbarschaft bei Digital Brainstorming. Enjoy!

[Bildchen: Weil Fotos vom durchdrehen sowohl im eigenen Log.Buch als auch in der Nachbarschaft schon sattsam vorhanden sind, hier der Versuch, ein Schema der Aufzeichnung aufzuzeichnen. Schwierig - stimmt so natürlich hinten wie vorne nicht. Aber wenigstens ein ganz klein wenig...]

Von miss.gunst am 07.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.03.10

Bewegliche Raumklänge (WRT)

rakl-ksw.gifEigentlich sind sie ja eine Gemeinheit: Da sich das Tier Mensch zu guten Teilen über die Akustik im Raum orientiert, sollten Klänge und Geräusche idealerweise mehr oder weniger fest verortet sein, während man sich selbst bewegt. Der Presslufthammer links (Abrücken zum Ohrschutz, nicht in die Baustelle stolpern), das Auto von rechts (besser mal stehenbleiben, wenn's eine Kreuzung ist)...

... und Nase voraus klappert die Mühle am rauschenden Bach, in der wir gern unser Päuschen machen wollen. Oder so ähnlich.

rakl-g1.gifWar allerdings eigentlich nicht anders zu erwarten, dass sich das technisch begabte Tier Mensch mit diesen gegebenen Verhältnissen auf Dauer kaum begnügen würde. Historisches Beispiel aus der Popkultur: Die Einführung des Surround Sound Cinema - war schon beeindruckend, im weichen Polster zu sitzen, indes einem beim Krieg der Sterne die Teile des Schwarzen Planeten auf einmal direkt um die Ohren flogen.

Richtig spannend wird es aber, wenn KünstlerInnen dann die Schraube noch ein bisschen weiterdrehen und die Raumklänge in eher unerwarteter Weise in Bewegung bringen. Wie zum Beispiel Anthony Moore, der für seine "Moving Sounds" Flüsse aufwärts fliessen lässt und alltagsübliche Bahnhofsgeräusche in schlurfende, verzwirbelte Klangteppiche verwandelt, die sich im Innenohr verdröseln.

Heute Abend um 23:05 bringt das WDR 3 open Studio Akustische Kunst die 2000 entstandene Arbeit im Surround Sound ins Radio. Und wer keine Zeit hat, zu besagter Stunde einzutauchen, kann sich die Sendung hernach sogar auf ein Gerät seiner Wahl laden und das Klangerlebnis nach Belieben nach- und wiederholen. Klasse, das.

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[Bildchen: Auch eine Art Surr-(a)round Sound.]

Von miss.gunst am 05.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.03.10

Gute Seiten Festival

gshh-ksw.gifGute Seiten gehören eigentlich in den Zettelkasten. Wenn allerdings Gute Seiten noch mehr Seiten zusammenbringen, um die besten Seiten zu prämieren, dann ist das ein vermeldenswerter Anlass.

gshh-00.gifDaher ausnahmsweise wie so oft nicht der Reihe nach, sondern eben dem Anlass gemäss: Das von Alain "rebel art" Bieber begründete Kiosk-Projekt Gute Seiten - wahrlich ein Mekka exquisiter Club Doré für LiebhaberInnen von in Klein- und Kleinstauflagen vertriebenen, oft in Eigenproduktion hergestellten und im Selbstverlag erscheinenden Kunst- und Künstler-Magazinen - lädt ab heute (03.02.10) für drei Tage zum Gute Seiten Festival in den Hamburger Kunstverein.

Auf dem Programm sehen neben der obligaten Messe für Artzines und -Zinesters nicht nur die würdevolle Verleihung des Gute Seiten Awards, bei dem von einer Jury daie beste Erscheinung des Jahres erkiest werden soll.

gshh-01.gifAngekündigt ist auch die sensationelle Ersterscheinung von SiebenLeben 7Live - eines des ersten Live Magazins seiner Art:

"Kein Papier, kein Online-Content, kein Abo – dieses Magazin existiert nur für eine Nacht, nur an diesem Ort! Unterschiedliche Autoren aus den Bereichen Mode, Musik, Kultur, Kochen, Sex präsentieren eine Reportage, eine Kolumne oder ein Thema in jeweils 7 Minuten. Alles in einer 75-minütigen Live-Show."

Mit dabei zur bzw. zuständig für die Einlösung des Versprechens sind... na, einfach ins Inhaltsverzeichnis schauen und sofort schwach werden... Kurzum: Klarer Fall von: Nicht verpassen bzw. Hingehen, wenn man denn kann!

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[Bildchen: Ersatzvergnügen. Mit Seiten. Seh-n-süchtig das Gute Seiten Festival im Sinn. *seufz*
Und: Dochdoch, das haarig ausschauende Zeug sind tatsächlich Seiten. Aus Papier.]

Von miss.gunst am 02.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.02.10

Klangkunde mit Kubin (WRT)

fkklg-ksw.gifGleich noch ein Webradio-Tipp, und zwar ein akuter - aber da es hier ja auch immer wieder mal um Basiswissen geht, sollten sich Klangkundler und -bastlerInnen diese Lektion wirklich nicht entgehen lassen...

Kein Geringerer als der von uns bekanntlich sehr geschätzte Felix Kubin (mehr im hauseigenen Archiv) bestreitet nämlich am heutigen Freitag in der ersten Morgenstunde (26.02. um 0:05 Uhr) die akuelle Sendung in der Klangkunst-Reihe von Deutschlandradio Kultur.

Unter den vielversprechenden Titel "Säugling, Duschkopf, Damenschritte" wird uns "eine polymorphe Klangbibliothek" kredenzt werden. Na, da sperren wir natürlich neugierig die Lauscher auf!

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[Bildchen: Ein guter Grund mehr, sich in dieser Sendung schlau zu machen. Unsere kleine Klangenzyklopädie fällt, wie schon ein kleiner Auszug belegt, doch eher etwas langweilig aus.]

Von miss.gunst am 26.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.02.10

Natur ruft - Tiere antworten (WRT)

ntrcr-ksw.gifBevor es weiter um wissenschaftliche Experimentalbastelkultur wie DIY Mikroskopie und die beflügelnde Beobachtung von kleineren Lebewesen geht, soll es zwischendurch auch wieder einmal einen Webradio-Tipp geben. Und zwar passender Weise einen, bei dem ebenfalls künstlerische Natur-Wissenschaft Thema ist...

ntrcr-01.gifSchon im vergangenen Sommer hat Rikke Hansen - die derzeit am Goldsmith College über den Blick auf das Tier in der Kunst und der visuellen des 20. Jahrhunderts foscht ('The Sublime Animal: Contemporary Art and the Animal Aesthetic' ist der Titel ihres Ph.D.-Projekts) - auf unserem Londoner Lieblingssender resonance fm eine wunderbare Sendereihe mit dem schönen Titel "Nature Calls: Animals in Visual Culture" bestritten.

Inzwischen hat sie unter diesem Titel sogar eine wöchentliche Sendung. Das Original wird freitags nachmittags ausgestrahlt; Londoner Zeit 16-16:30 Uhr, bei uns also eine Stunde später - damit leider leicht zu verpassen, wenn man noch bei der Arbeit oder schon anderweitig ins Wochenende unterwegs ist.

Beglückt haben wir jedoch kürzlich festgestellt: Mittwochs um 21:00 (London) bzw. 22:00 (MEZ) wird die Sendung jeweils wiederholt - und das wollen wir doch gleich weizergeben und empfehlen: Den resonance-Webstream anwerfen und mitlauschen, wenn es wieder heisst: "Nature calls..."

Wer oder was genau - die Natur selbst? Ein Tier? - in obig rechts eingefügtem Bildchen ruft?

Schauen wir doch einfach mal nach...

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[Bildchen: Hier ruft laut und vernehmlich die zweite (dritte? vierte?) Natur: Weinlaubpieper, letzten Sommer bei der HOME MADE-SGMK-Woche im Ticino gesichtet...]

Von miss.gunst am 24.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.02.10

DIY Spektroskopie II (Dusjagr Labs @ ctm2010)

spccam-ksw.gifMindestens eins der Instrumente, mit denen im Berliner Spectroscopy Workshop den Wellen auf den Leib gerückt wurde, können wir schon etwas genauer in Augenschein nehmen.
Und passender Weise sogar eines, bei dem es tatsächlich ums Sichtbarmachen geht.

Bei den BastlerInen waren nämlich auch Marc Dusseiller und Andy Gracie zu Gast.

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Aus den hackteria-Workshops nach Berlin mitgebracht hatte Marc nicht nur sein mobiles Mini-Biolab, sondern das Prinzip, auf der Basis bzw. unter Verwendung einer kleinen, umgerüsteten Webcam nützliche Instrumente zu bauen (s.a. Bilder vom DIY Webcam-Mikroskop aus dem Tessin im Archiv der Dusjagr Labs sowie Bärtierchen-Bildchen der Cam im hauseigenen Archiv, wobei der Eintrag über das Mikroskop selbst in unserem Zettelkasten hier noch aussteht...).

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In Berlin ist nun - passend zum Thema des Workshops und an die klassische optische Spektroskopie anknüpfend - der Prototyp für ein DIY Spektroskop entstanden, das man mit einfachsten Mitteln bzw. Materialien selber bauen kann. Die wichtisten Basis-Bauteile sind: Eine Webcam, eine (zerbrochene) CD, Pappe und Klebeband. Sowie natürlich ein wenig Elektronik, um das Ganze an den Rechner anzuschliessen, über den der Input auf dem Bildschirm betrachtet und dann auch wieder an einen Beamer ausgegeben werden kann...

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Einige Fotos zu Aufbau, Innenleben und Ausgabe der Spektroskop-Cam sind im entsprechenden Eintrag bei den Dusjagr-Labs immerhin schon mal zu sehen - auf dem Wunschzettel der gespannten DIY-ForscherInnen-Gemeinde stünde nun natürlich idealerweise eine Step-by-Step-Anleitung zum Nachbauen (zwinker zwinker, stups stups ;))...

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[Bildchen: Vom Workshop im CTM-Hinterzimmer. Das DIY Spektroskop in seiner ganzen Bastelpracht am Recher (der auf diesem Bildchen allerdings gerade noch an, na was wohl, das DIY Mikroskop angeschlossen ist - auf dem Schirm tummelten sich da wieder dekorative Tardigraden); die Ausgabe bei ruhendem Gerät (hier sieht man gut die CD im Inneren; das Spektroskop in Aktion (bekommt gerade ein bisschen Licht von der MT-Taschenlampe); dito und auf dem Schirm: ein schönes Spektrum...]

Von miss.gunst am 16.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.02.10

DIY Spektroskopie (@ ctm 2010)

spctrsk-ksw.gifDas elektromagnetische Spektrum hatten wir in diesem Log.Buch schon häufiger auf dem Radar.
In Berlin gab's nun wieder Gelegenheit, neuen Erkundungen nachzugehen.

spctrsk-01.gifZu den Workshops, die dieses Jahr im Rahmen des club transmediale angeboten wurden, gehörte nämlich auch einer zur Spektroskopie, angeboten von Jo FRGMNT Grys und Martin Kuentz von NK (auch eine Adresse, die man sich merken muss, btw).

Tolles Programm über mehrere Tage, bei dem wir gern dabei gewesen wären - weil selber in einem Forschungsworkshop (dazu ein andermal mehr) ging leider nur vorbeischnuppern, -schauen, -lauschen. Aber zum Abschluss gab es dann noch eine zünftige Jam-Session, bei der die TeilnehmerInnen ihr Instrumentarium präsentierten. Anders als die Spektroskopie klassischer Schule ging der Workshop nämlich auch auf die auditive Erforschung der Wellen aus.

Nun ist das Eigentliche an einem Workshop die Teilnahme - das braucht keine Bühne und lässt sich auf der auch nur bedingt an Dritte vermitteln. Akustisch fiepen und knarzt es aus de elektromagnetischen Spektrum - angenehm noisig-chillig, aber was überspringt, ist schon mehr die Begeisterung der Beteiligten am/im Tun. Die sei hiermit augen- und ohrenbezeugt - und mit beistehenden Schnappschüsschen von leider eher mässiger Qualität ein wenig wenigstens illustriert. Ob wir es noch schaffen, das eine oder andere der sensationallen Instrumente einzeln vorzustellen? Mal sehen...

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[Bildchen: Von der abendlichen Jam-Session am Samstag im .hbc. Scharfer Sendeturm (leider etwas unscharf aufgenommen); die AkteurInnen beim Aufbau (Jo Frgmnt Grys ganz rechts, Martin macht sich im Hintergrund gerade etwas unsichtbar - und auch sonst sind nicht mal alle mit im Bild); Jammin' (dito, links unten ausserhalb des Fokus wurde beispielsweise noch Wasser bespielt...)]

Von miss.gunst am 14.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.02.10

Ein-Bildungen (Esemplasticism @ ctm 2010)

esem-ksw.gifEsem... wie bitte? Der Titel dieser Ausstellung scheint erst mal eins: Preiswürdig in der Kategorie "Fremdwortverliebter Kryptizismus". Hilfreich ist daher vielleicht als erster Hinweis: Das ganze hat mit Wahrnehmung zu tun...

Tatsächlich ist "Esemplasticism" auch im Englischen ein Kunstwort - allem voran, was den "ismus" am Ende betrifft. Zu "esemplastic" (steht zu lesen: aus dem Griechischen abgeleitet für "hineingeformt" - naja, eis, (h)en... da nimmt es das Wictionary wohl nicht so genau... aber bei Coleridge steht es dann tatsächlich in etwa dieser Bedeutung - genauer gesagt,es wurde von ihm erfunden, um die willentliche, schöpferische Einbildungskraft zu beschreiben.

Nehmen wir zum Beispiel ein Bild wie dieses hier, bei dem ein dickes schwarzes Rechteck den wohlgefälligen Anblick zweier sympathischer Gesellen gemein blockiert...

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Direkt auf Coleridge bezieht sich die Schau, die Hicham Khalidi ursprünglich für den Kunstraum TAG in Den Haag zusammengestellt hat und die anlässlich des Club Transmediale nach Berlin gereist ist, allerdings auch nicht. Sondern mehr auf dessen weiterführenden Gebrauch im wahrnehmungs- und kognitionspsychologischem Sinne:

"Our brains are esemplastic, shaping disconnected elements – incomplete or ambiguous information from our senses – into the seamless whole of our experience. What we see, hear, touch and feel is folded into an amalgam of data, emotions and cultural baggage. [...]"

So weit, so erst einmal hilfreich und gut - richtig interessant wird es jedoch, so die These der Ausstellung, wenn wir uns zunehmend Wahrnehmungen als/in Erfahrungen einformen, die aus sinnlich-erfahrungstechnisch mehr oder weniger unkontrollierbarer Quelle stammen bzw. unseren primären Wahrnehmungskapazitäten eigentlich längst nicht mehr zugänglich sind.

... und dann stellen wir vor, wie schön die freie Sicht aufs Mittelmeer die beiden wär... von denen vermutlich viele vermuten, dass sie in ganzer Pracht etwa so aussehen:

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Vor diesem Hintergrund will "Esemplasticism - The Truth is a Compromise" allerdings nicht in das gern angestimmte Klagelied von einer etwa nicht mehr zu bewältigenden Datenflut einstimmen. Und das konsequenter Weise, denn die Annahme einer "esemplastic capacity" besagt ja, das unser Hirn irgendwie schon zurecht kommt - die interessante Frage ist da eher schon die nach dem "wie".

Ergo soll es bei/mit den versammelten Arbeiten darum gehen, ein Stückchen zurückzurudern und erst einmal die (theoretisch: esemplastische) Kapazität bzw. Arbeitsweise des Gehirns selbst zu untersuchen. Den DIY-Anteil der Wahrnehmung-als-Einbildung sozuagen. Was schwer nach Versuchsanordnungen klingt. Aber in diesem Fall eben doch solchen, die dezidiert mit künstlerischen Mitteln forschen...

Die nun alle aufzuzählen, wäre wohl nicht so fruchtbringend - die Liste der beteiligten KünstlerInnen steht im Netz, Aram Bartholl hat sogar den Raumplan für das .spa.* digitalisiert und bei art in berlin gibt es einen prima Videoclip mit einer Einführung in die Ausstellung durch den Kurator und kurzen Gesprächen mit einigen der Beteiligen.

Oder aber doch vielleicht eher so?

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Vor allem aber kann man sich die Ausstellung noch bis inklusive 28.02.10 selbst ansehen - und das sei hiermit wärmstens empfohlen.
*(Kein "Spa", sondern dasselbe Gebäude wie der ctm-Standort .hbc, aber der Eingang ist ums Eck in der Spandauer Strasse gelegen).

Im Log.Buch hätten wir dagegen idealer Weise gern ausgewählte Schauexperimente Arbeiten einzeln genauer angeschaut und vorgestellt. Mal seheh, ob das - weil dann natürlich gern auch mit Bild und das muss aus den üblichen Gründen eben angefragt werden - noch klappt...

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Ja, da muss es grinsen. Das Bild. Wie war das doch gleich mit dem esemplastischen Vermögen?

[PS zum Bildchen: Kam in den Sinn, als a) über das esemplastische Vermögen und b) über Alternativen zur Einholung von Abildungsgenehmigungen nachgerübelt wurde. Schöne Bilder einer der Ausstellung hats aber natürlich auch. Zum Beispiel bei Flickr.]

Von miss.gunst am 12.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.02.10

A MAZE festival

amzsp-ksw.gifMit Blick zurück auf die transmediale-Tage in Berlin muss natürlich noch ein zweiter Anlass Erwähnung finden, den FreundInnen der Game-Kultur im Kalender stehen hatten: Das A MAZE Festival.

amzsp-02.gifMal ganz abgesehen davon, dass die 2008 gegründete Initiative über die wohl niedlichste Grafik-ID ever verfügt (siehe allein die A MAZE-timeline, den Festivaljingle kann man bei Youtube anschauen) und insgesamt sehr rege ist, hat A MAZE in diesem Jahr wieder eine mehrtägige Feier der Kreativität rund um die diversen Konvergenzen und inter/trans/crossmedialen Aspekte des Mediums Computerspiel auf die Beine gestellt - mit Ausstellung(en), Konferenz, Workshops, Panels und und und....

Wobei es das A MAZE Festival auszeichnet, dass bis auf die naturgemäss mehr auf Präsentation und Diskussion ausgerichteten Panel/Konferenz-Module fast alle diese Levels spielbar sind. Und das gilt nicht nur für die Installationen und die Ausstellung, deren Fokus diesmal - direkt ans club transmediale festivals andockend - auf Musik in Games bzw. Games steuerte, bei denen Musik ein zentrales Element ist (auch hier gibs einen kleinen Einblick im Bewegtbild bei Youtube und es gibt eine ganze Reihe lesenswerter Artikel dazu im A MAZE Journal).

amzsp-01.gifIm Global Game Jam wiederum - seinerseits schon ein Festival-im-Festival - ging es darum, in gut 24 Stunden gemeinsam Spiele bzw. Gameplays zu entwickeln. Wer nicht glaubt, dass das geht: Ergebnisse stehen bereits im Netz.

Und dann gab es auch dieses Jahr wieder den A MAZE Jump'n'Run Bonus Cheat - die finalen Clubnächte mit Game-Performances und Installationen zum Mitspielen (wieso weshalb warum: siehe eine kleine Überschau bei A MAZE. Ist mittlerweile natürlich nurmehr just for the records, aber ein paar Beiträge wollen aus nahe liegenden Gründen in unseren Zettelkasten wandern:

Erstens, Wiijtimsky, der - wie weiland 2008 beim DIY Festival auch von Bruno Spoerri vorgeführt - die Wii-Interfaces bzw. Fernbedienungen für seine Musikperformances nutzt.

amzsp-03.gifZweitens, Fiju2 von Julian Oliver (der auf der transmediale u.a. mit dem "Artvertiser" vertreten war - weil hier gleich das ganze Game als Musikinstrument funktioniert.

Drittens, nicht nur aus Fantreue (s.a. im hauseigenen Archiv), sondern ebenfalls wegen kreativer Nutzung von Gameware: die Atari Live Pixel Bomb Performance von STU und Raquel Meyers.

[Bildchen: Ja, ganz schön anstrengend dauernd etwas passendes imaginieren zu müssen. Haben also unseren kleinen Knopf ins Maze geschickt. Springen und Rennen hilft in einem Labyrinth allerdings nicht sehr viel weiter... Grand Merci fürs Original-Maze (das sogenannte Kretische) geht übrigens an AnonMoos, der die Vorlage den Wikimedia Commons bzw. in die Public Domain gespendet hat. Dort fände sich übrigens auch die Hilfe für den Verirrten. Theoretisch. Denn wir waren ja ganz gemein und haben das Labyrinth in eines verwandelt, aus dem es definitiv kein Entrinnen gibt. Minos hätte seine Freude daran gehabt...]

Von miss.gunst am 10.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.02.10

Spiel mich!

spmch-ksw.gifSatelliten? Sind das nicht die Dinger, die im Orbit herumschweben und Signale gen Erde senden? Eigentlich schon. Mitunter lohnt es aber auch, selbst ein Shuttle flottzumachen und Richtung Satellit zu reisen. Wie im Fall der Ausstellung GaMe!, die zur transmediale auf der Liste der Satelliten stand...

spmch-01.gif... und die sich mindestens Game-EnthusiastInnen doch gleich auf die Liste "unbedingt ansehen gehen" setzen sollten. Zumal sie, anders als die transmediale selbst, noch bis 24.03.10 im DAM aufgesucht werden kann.

Mitspielen kann man vor Ort zwar nicht bei allen Games. Todd Deutschs Fotografien aus der Serie "Gamers" beispielsweise funktionieren vielleicht eher als Spiegel (oder Blick durch ihn hindurch, je nachdem). Unser DIY-Tipp dazu: Einfach mal eine Webcam installieren und testen, wie bedröppelt der Wetware-Avatar vor dem Rechner dreinschaut, während man als stolzer Nachtelf seine Raidschlachten schlägt.
Joan Leandre wiederum schubst in seinen Arbeiten mit manipulierter Software selbst routinierte GamerInnen in die Zuschauerposition.

spmch-02.gifAber dann ist da noch Mark Essen, bekannt für seine surrealen Splatter-Games in 8bit- und Collageästhetik. Nach Berlin hat er "The Thrill of Combat" von 2009 mitgebracht, bei dem man mit dem Hubschrauber auf Organspender-Jagd gehen muss. Prädikat "spielbar" - neue Fand wie auch daheim Gebliebene können den Fleischfang übrigens direkt bei Essen für schlappe 4.99 Dollar auf den heimischen Rechner laden.

spmch-3.gifEinen ganz anderen Zugang findet man bei "Tale of Tales" von Auriea Harvey und Michaël Samyn - manchen vielleicht noch aus der net.art-Szene bekannt. Nach dem irgendwie schräg verzauberten, spielbaren Bildschirmschoner "The Endless Forest" haben sie 2009 "The Path" herausgebracht, eine grusig-poetische Variation auf Rotkäppchen (und seine fünf Schwestern, welche die Gebrüder Grimm schnöde unterschlagen haben).

Und schliesslich ist Jason Rohrer mit von der Partie, der sich vor einigen Jahren aus einer Blitzkarriere in der Spieleindustrie aufs Land zurückgezogen hat, um alternative Games zu entwickeln: Optisch mögen seine Spiele ziemlich schlicht daherkommen - dafür setzen sie auf emotionale Komplexität.

Keine Spiele, sondern Spielzeug hat France Cadet mitgebracht: "Gaude mihi" - also "Mach mir Freude!" heisst ihr Schaukel-Robodog. Kann man derzeit im DAM wirklich laut sagen. Weil die ganze Ausstellung Freude macht.

[Bildchen: Gehören natürlich nicht zur GaMe!-Ausstellung oder einer der dort gezeigten Arbeiten. Sollen ersatzweise einfach nur eine Basisformation imaginieren, die immer wieder aufs Neue "SpielMich!" ruft. Ja, die Welt ist eine Scheibe und der Keks ist rund. Und der Ball ist schön. Undsoweiter...]

Von miss.gunst am 08.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.02.10

Zukünfte (tm 2010)

tm2010-ksw.gifNicht nur Murmeltiere grüssen jedes Jahr Anfang Februar. Auch die transmediale steht um diese Zeit im wiederkehrenden Kalender - und heuer hat sie sogar ein Leitthema ausgerufen, das direkt zu dem des Murmeltiertags passt.

"Futurity Now!" - also "Zukünftigkeit" oder sogar ganz direkt: "Zukunft jetzt!" Letzteres scheint in der jeweils herrschenden Gegenwart etwas schwer zu realisieren zu sein, insofern sich erstere im Jetzt ja unweigerlich in letztere verwandelt. Zukünftiges im Blick zu haben oder in selbigen zu nehmen, das lässt sich schon eher machen.

tm2010-g.gifTraditionsgemäss sind dafür (neben und noch vor den Murmeltieren) die Künste und die Medien zuständig - und so selbstredend auch auf der aktuellen transmediale.

Einen genaueren Begriff von der Zukünftigkeit kann man sich wie immer in einem denkbar breit angelegten Programm machen, das eine Ausstellung, eine Konferenz, Vorträge, Panels, Performances, Konzerte, dazu zahlreiche Salons und Workshops sowie diverse Satelliten-Veranstaltungen umfasst.

Etwas mehr als nur Satelliten sind der ebenfalls traditionsreiche club transmediale und das Computerspiel-Festival A MAZE Interact, die bereits vergangenes Wochenede begonnen bzw. (im Fall von A MAZE) stattgefunden haben.

Was bedeutet, dass es im Log.Buch noch so einige Nachträge regnen wird - erst aber will der Kulturbeutel ein bisschen Zukünftigkeit gefüllt werden. Und wenn die dann Gegenwart gewesen bzw. schon wieder Vergangenheit ist, kann man immer noch das auspacken, was etwas länger zu halten verspricht...

Von miss.gunst am 04.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.01.10

DIY Superquizshow

tms1001-ksw.gifWas Mellonen sind, wird wohl keiner wissen. Aber danach fragt wahrscheinlich auch niemand - bekanntlich ist bei einer Quizshow die Show viel wichtiger als das Quiz.
Oder etwa nicht?

Jedenfalls klingt diese Ankündigung so nett, dass es eigentlich sehr verlocken sollte, sich am heutigen Freitag Abend (29.01.10) ins Dock18 in die Rote Fabrik zu begeben.

tms1001-g01.gifAuf dem Programm steht dort nämlich die Mellonen-Show, zu der in der Ankündigung folgendes verlautbart wird:

"Künstler, Autoren und Artisten stellen Fragen. Das Publikum gewinnt Südfrüchte statt Millionen. Globalisierungsnachwehen!

[...]*

JEDER KANN MITMACHEN
1. Auf den heissen Drehstuhl kommt wer eine Frage als schnellster beantwortet
2. Für eine richtige Frage gibts eine Südfrucht
3. Joker können nachgekauft werden."

*: Schnöd ausgelassen haben wir hier die lange Liste der angekündigten - Gäste? Themen? Beides? Das lässt sich natürlich am Besten in Erfahrung bringen, indem man sich selbst an den Ort des Geschehens begibt.

Falls letzteres für einmal nicht klappen kann: Gibt's, wie es sich für ein populäres Format gehört, natürlich auch die Möglichkeit, aus der Ferne mitzufiebern und der Show als Sofakartoffel beizuwohnen, denn das dock18-TV überträgt wie immer Live.**

Südfrüchte muss man sich allerdings selbst besorgen und sie allein verzehren. Was zwar auch DIY, aber sicher nicht ganz so vergnüglich ist.

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**Update: Inzwischen ist die Show gelaufen - und die Aufzeichnung findet sich bei dock18-TV ins Netz gestellt. Falls also jemand wissen will, was es heisst, das Nachsehen zu haben...

[Bildchen für Mellonen: Für die Mutter von Kandidatin Ananas danken wir Alina Zienowicz aka Ala z, die ihre Aufnahme via Wikimedia Commons in die Public Domain gespendet hat. Kandidatin Melone ist ein Abkömmling dieser Cucumis Melo, deren Bild wir einer entsprechenden Spende von Piotr Kuczyński verdanken - und wie diese(s) sind nun auch unsere Bildchen unter cc-by-sa lizensiert. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 29.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.01.10

Soziale Maschinen

rsms-ksw.gifÜber soziale Mschinen nachzudenken, dürfte sich eigentlich immer lohnen. Für heute soll's allerdings nur ein kleiner Hinweis sein: Auf einen Anlass, der Gelegenheit bietet, sich soziale Maschinen anzuschauen.

Im Zürcher Hive Club wird am morgigen Donnerstag Abend (28.01.09) nämlich Effi Tanner mit einer kleinen Retrospektive ihrer gesammelten Werke zu Gast sein - und sie hat das Ganze sicher nicht von ungefähr unter obiges Motto gestellt.

rsms-g01.gifWenn man neugierig in die Werkdokumentationen auf ihrer Heimseite effi.me spitzt (den Bereich "Projects" bitte selbst anwählen, weil die Seite leider mit Rähmchen funktioniert), findet sich eine Vorschau auf das zu erwartende audiovisuelle Futter.

Besonders gut zum Thema passen sicher die "Arguing Toys": Zwei kleine gehackte Spielzeug-Robos, die über Sein und Nichtsein streiten. Und da Streitkultur zu jenen sozialen Künsten zählt, in denen es auch manchen Menschen an Übung fehlt: Wer weiss, was wir noch alles von sozialen Maschinen lernen können...

rsms.gif

Von miss.gunst am 27.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.01.10

terra nullius, terra nova (WRT)

aey-ksw.gifWenn Grenzen unter Eis und Schnee verschwinden, kann manches Terrain mindestens in der Imagination zum Niemandsland mutieren.
Erst Recht gilt das für jene Zonen, die kaum besiedelt sind.
Wie aber klingt ein solches imaginäres Niemandsland?

Einen Vorschlag, der zudem nicht die politischen Dimensionen der terra nullius nicht aus den Augen verliert, hat kein Geringerer als Paul D. Miller a.k.a. DJ Spooky mit seinem Projekt "Terra Nova - Synphonia Antarctica" gemacht.

aey-g01.gifAm Anfang stand im Winter 2007/2008 eine Exkursion in die Antarktis, von der Miller Bilder und vor allem Töne mitbrachte, um ein akustisches Porträt der antarktischen Landschaft zu zeichnen. Zusammen mit dem eigenen, wissenschaftlichem und historischem Bildmaterial, ist daraus inzwischen nicht nur eine mehr als einstündige Bühnen-Performance, in der die ästhetische Erforschung des antarktischen Eises zugleich den menschengemachten ökologischen Wandel in den Blick nehmen will.

Einen kurzen Videoauszug kann man sich bei Youtube bzw. im kleinen Fensterchen auch gleich auf der Projektseite ansehen. Und dabei feststellen, dass das Ganze in der Tat nachgerade klassisch symphonisch angegangen wird - jedenfalls ist das der Eindruck, den der Trailer vermittelt.

Weiter hineinlauschen lässt sich in das Projekt heute Nacht bzw. in der ersten Stunde des morgigen Montags (25.01.10 um 0:05 Uhr) - dann wird bei Deutschlandradio Kultur in einer Sonder-Wiederholungssendung der Reihe Klangkunst eine einstündige Audio-Version ausgestrahlt, die nun tatsächlich unter dem Titel "terra nullius", also Niemandsland firmiert. Dann wird man hören, wie das Niemandsland klingt...

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[Bildchen: Nachbilder einer wirklich sehr schönen Aufnahme antarktischen Eises, die Jerzy Strzelecki in 2000 aufgenommen und in die Wikimedia Commons gespendet hat -und zwar unter cc-by-sa, was hiermit natürlich auch für die Nachbilder gilt. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 24.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.01.10

Eis und Schnee von Oben

esvo-ksw.gifNicht, dass es daran gerade einen Mangel hätte: Eis und Schnee, die einem aus dem Himmel direkt vor die Füsse fallen, gibt's derzeit ja sogar in bergfernen Regionen wortwörtlich zuhauf.
Aber vielleicht lohnt es gerade deshalb zu fragen, wie das Ganze von oben betrachtet ausschaut.

Das kann man tatsächlich - auch ohne selbst Satellit zu sein oder in einem Space Shuttle zu sitzen. Und zwar dank der NASA, die uns nzuvor ja bereits beim Lauschen in den Kosmos konstruktive Unterstützung angeboten hat (s. den Eintrag zu Radio Jove).

Bei archive.org findet sich nämlich eine stattliche Zahl eben jener Vilmchen eingestellt, welche die NASA aus besagter VogelSatellltitenpersektive produziert. So auch solche zum Thema Eis und Schnee. So viele, dass es vielleicht eine Empfehlung sein darf? Aber gern:

Für den Einstieg könnte es zum Beispiel "Global Snow Cover" oder "Global Rotation Showing Seasonal Landcover and Arctic Sea Ice" sein - Clips, die man einfach auch als stille Meditation über das Enstehen und Vergehen von Schneedecken ansehen kann. Was, von oben betrachtet, mitunter wie ein schöner Schimmelpilzbefall ausschauen mag... aber so ist das eben aus der VogelSatellitenperspektive: Da sieht man, was die Alten meinten, als sie von Mikro- und Makrokosmos sprachen...

esvo-bgl.gif

Von miss.gunst am 19.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.01.10

Kunstgeburtstag 2010 (WRT)

ab2010-ksw.gifAlljährlich wird im Januar weltweit Kunstgeburtstag gefeiert - und so versammeln sich auch heuer wieder in zahlreichen Städten die GratulantInnen, um der Jubilarin ein Fest auszurichten und/oder ein Ständchen zu geben.

Und weil traditionsgemäss nicht wenige der Feiern mit einer Radio-Übertragung einhergehen, lässt sich die Gratulation wie schon in den vergangenen Jahren mit einem Webradio-Tipp verbinden.

ab2010-g01.gifEinen idealen Überblick über das reichhaltige Programm bietet natürlich die bestens gepflegte Heimseite des Kunstgeburtstag-Netzwerks (die seit jüngstem praktischer Weise sogar, die Möglichkeit bietet, die eigene Zeitzone einzustellen - sodass man sich die Umrechnung der Termine spart).

Falls es jedoch eine Empfehlung sein darf, um die Qual der Wahl ein wenig zu lindern:

Schon ein echter Klassiker ist die vom österreichischen Kunstradio organisierte Festivität, zu deren Programm 2010 von 22:30 bis 24:00 Uhr eine Live-Übertragung der diesmal in Graz steigenden Geburtrstagsparty gehört - und wie schon in den Jahren zuvor waren die GratulantInnen aufgerufen, einen eigenes Audiostück zum grossen Geburtstagslied beizusteuern.

ab2010-g03.gifFreundInnen angewandter Medienarchäologie sollten unbedingt einmal im "Resonant Elf"-Stream von absolute value of noise vorbeilauschen, wo ganze zwölf Stunden lang Radio-Feedback zwischen zwei Magnetspulen schwingt.

Und weil aller guter Dinge wie Empfehlungen drei sind, sollten sich die RadioempfängerInnen schliesslich noch Richtung Mosel ausrichten: Aus Ürzig senden Sarah Washington und Knut Aufermann von mobile radio (mehr im hauseigenen Archiv) von 18:00 bis 24:00 Uhr eine Live-Feedback-Sendung, die den Kunstgeburtstag mit einer Doppel-Hommage an Alvin Luciers "I Am Sitting In Room" und an Alan Blumleins Erfindung der Stereo-Aufnahme-Technik kombiniert. Und: Wer möchte, kann auch aktiv mitfeiern und einen Radio-Stream zurück nach Ürzig schicken...

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Von miss.gunst am 17.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (1)

15.01.10

Beam Me Up!

mggm-ksw.gifWir bleiben beim Blick nach oben und bei der (Welt-)Raumforschung.
Allerdings geht's nicht um Reisen mit dem Teleporter, wie Science Fiction-FreundInnen - den bekannten Aufruf an Scottie im Ohr - erst einmal vermuten könnten.

Vielmehr ist Beam Me Up "ein Projekt zum digitalen Welt-Raum und zu den wissenschaftlichen und künstlerischen Verkehrsmitteln, mit denen wir ihn erkunden": 2008 hat Reinhard Storz von xcult KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen dazu eingeladen, sich mit dem Raumbegiff zu beschäftigen - und speziell damit, ob und wie sich dieser aus ihrer Perspektive durch den Netzraum erweitert und verändert.

mggm-01.gifInzwischen ist daraus eine Plattform geworden, von der aus sich zu den unterschiedlichsten Raumfahrten starten lässt. Die Projekte laden beispielsweise dazu ein, mit HOIO aka Samuel Herzog die Mission des Agenten Kaki zu verfolgen und nebenbei phantastische Kochrezepte einschliesslich der verwendeten Zutaten kennenzulernen (wobei am leckesten natürlich die garantiert kulinarisches Neuland erschliessenden Nationalgerichte der geheimnisvollen Insel Lemusa sind).
Man kann sich mit Agnes Meyer-Brandis' Pico direkt in einen ganz besonderen Teilchenbschleuniger beamen. Oder sogar unsichtbar machen.

Dafür bietet der von knowbotic research in die Welt gesetzte macghillie sein Geleit an. Oder man mulipliziert sich einfach selbst (ud was heisst schon: "selbst") mit Marc Lees etwas anderer (und an den guten alten Tracerouter aus den Zeiten der Netzkunst-Klassik... wo lag der doch gleich nochmal? .. erinnernden) Suchmaschine "pic-me" [unbedingt ausprobieren - liefert garantiert gruslige Ergebnisse, nach deren Sichtung man wirklich netzunsichtbar werden will: miss.gunst als Blondine - *brrr*...]

mggm-02.gifFür diejenigen, die sich nicht allein ins Space Shuttle trauen, bietet Beam Me Up sogar Führungen durch kundige KuratorInnen an.

Und um noch die letzten Hemmschwellen abzubauen, hat schliesslich gestern im [plug.in] eine Ausstellung eröffnet, die eine zeitlang als Basis im Realraum dienen kann.

Wobei der so genannte virtuelle Raum naürlich nicht weniger real ist. Aber da nicht wenige der Projekt sowieso nicht nur die Transfers zwischen Räumen, sondern auch zwischen Realitäten, macht diese zusätzliche Dimnsion gleich doppelt Sinn.

Und: "Beam Me Up!" heisst unter Netzkonditionen ja schliesslich nichts anderes als "plug in"...

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[Bildchen: Wiewohl jedweder Waffengewalt wider Lebewesen abhold, hat miss.gunst als Zottelcamo-Fan und mental sniper natürlich auch einen Ghillie-Suit im Schrank, die sich als Tarnkappe bestens eignet...]

Von miss.gunst am 15.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.01.10

Sphärengesänge (Greg Fox)

sphh-ksw.gifNicht nur mit Radio-Astronomie, sondern auch mit Planeten- und Sphärenmusik haben wir uns in diesem Log.Buch schon öfter befasst. Mit dieser lassen sich natürlich auch die Ohren versorgen...

... und das, obwohl sie sich eigentlich jenseits des menschlichen Gehörs abspielt. Wohl nicht zuletzt deshalb streiten sich die Geister darüber, wie sie wohl klingt. Günter Eich imaginierte sie in seinen Träumen als grausames Geräusch, Gustav Holst in seinen "Planeten" als wunderbare neue Musik.

sphh-g01.gifDer britische Komponist Greg Fox wiederum hat sich 2006 daran gemacht, eine (wie er selbst schreibt) "naturalistische, astronomische Annäherung an die Sphärenharmonie" zu versuchen. Allerdings nicht so naturalistisch, dass er mit Field Recordings bzw. Mitschnitten von Radio-Teleskopen gearbeitet hätte.

Vielmehr handelt es sich bei seinem "Carmen of the Spheres" um eine Komposition für neun Sinuswellen, der Fox eine propotionale Umrechnung der für das menschliche Ohr unhörbaren Frequenzen zu Grunde gelegt hat, die sich aus einer Umrechnung der Umlaufzyklen der Planeten in Sekunden ergibt. Klingt erst mal umständlich, lässt sich aber auf eine einfache Formel bringen, deren Hintergrund er auch ausführlich erläutert:

"Take the orbital period in days and convert to seconds. Divide this number by two until such a time as it falls between 0.05 and 000067 seconds. Convert seconds to hertz by dividing one by your number, eg. 1/0.05 = 20hz."

sphh-g02.gifUnd dass sein Lied der Sphären ungeachtet oder vielmehr (darum geht es ja nun bei der Sphärenharmonie) gerade wegen seines präzis berechenbaren mathematischen Hintergrund den Ohren sinnliches Vergnügen bereitet, lässt sich auch ganz einfach überprüfen. Schliesslich hat Fox seine Komposition nicht nur vertont, sondern auch unter Creative Commons-Lizenz bei archive.org publiziert.

Dort gibt es mittlerweile sogar zwei Fassungen: Zum einen die ursprüngliche Version von 2006. Und dann noch einmal in einer "Anniversary Edition" von 2007, die seinem in jenem Jahr verstorbenen ehemaligen Lehrer Paul Caller gewidmet ist.
Der hatte ihn nämlich seinerzeit dazu angeregt, es einmal mit einem neuen Zugang zu den eingangs bereits erwähnten "Planeten" von Gustav Holst zu versuchen. Und damit natürlich auch jenen im Orbit. Womit wiederum auch der Kosmos der Musikgeschichte um einige Sphärenharmonien reicher geworden ist.

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[Bildchen: Schaut nicht von ungefähr ganz ähnlich wie jenes aus, das den Eintrag zu Radio Astronomy ziert. Allerdings hat dieses hier nicht nur Platz für den Saturn und seine Umlaufbahn, sondern ist tatsächlich einer Illustration zur Sphärenharmonie und deren Umsetzung in Notation entlehnt, welche DasBee in Anlehnung an eine entsprechende Darstellung aus Johannes Keplers "Harmonices mundi" von (1619) erstellt und via Wikimedia Commons in die public domain gespendet hat. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 10.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.01.10

Radio Astronomy (WRT)

rapss-ksw.gifDa wir uns gerade mit dem Sternenhimmel beschäftigt haben: Was könnte passender sein, als nach den Augen auch den Ohren eine entsprechende Exkursion anzubieten und zum Neujahrstag in den Weltraum zu lauschen?
Dazu lädt unser tagesaktueller Webradio-Tipp.

Ist natürlich nicht das erste Mal, dass wir den Radar gen Kosmos ausrichten. Schliesslich haben wir schon 2005 versucht, Radiowellen vom Saturn einzufangen. Mehrfach sind wir mit Sputnik in den Klangkunst-Äther aufgebrochen. Und treue LeserInnen dieses Log.Buchs werden sich vielleicht erinnern, dass es 2006 sogar die Gelegenheit gab, Sonnenradio zu hören.

rapss-g.gifWie seinerzeit nur beiseit bemerkt, weil es eben vor allem um die temporär betriebene Sonnenradio-Station ging, sind deren Betreiber schon seit langen Jahren dabei, Wellen aus dem Weltraum einzufangen und radiophon weiterzureichen. Dabei verfolgen die Neuseeländer Honor Harger und Adam Hyde mit ihrem 1998 gegründeten Kollektiv radioqualia zwar auch immer wieder temporäre Einzelprojekte wie besagtes Sonnenradio oder das 2007 initiierte Polarradio.

Mit Radio Astronomy ist 2004 aber auch eine Station ans Netz gegangen, die - dank der Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern aus der Wissenschaft, die ihre Teleskope zur Verfügung stellen - seither kontinuierlich sendet. Als Basisstation im Realraum dient das ICC in Tokio - empfangen kann man den Sender jedoch weltweit übers Netz.

Wer den Radar seiner Lauscherchen also auf die unendlichen Weiten richten will, kann sich einfach in den Livestream von Radio Astromony werfen. Näher lässt sich den Sternen auf akustischem Wege kaum kommen...

[Bildchen: Mal versucht, ein Art Karte des Senders zu erstellen. Wobei das Schema natürlich nur eine grobe Überschau über die Anordnung der Stationen geben will - Grösse und Sendeleistung sind dabei nicht berücksichtigt worden, einigermassen proportional ist lediglich der Abstand zum Empfängerplaneten. Weshalb Saturn auch ausserhalb des Radius geraten ist (und, *autsch*, wir leider dann auch gleich die gleichwohl empfangbaren Emissionen einzuzeichnen vergessen haben.]

Von miss.gunst am 01.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.12.09

Insektenmusik im Ohrenhoch

ohism-ksw.gifDraussen vor der Tür machen sich die Insekten angesichts der winterlichen Temperaturen rar. Aber glücklicherweise ist für FreundInnen der Sechsbeiner dennoch gesorgt - besonders dann, wenn sie wie wir Insektenmusik mögen.

Im Berliner Geräuschladen Ohrenhoch - den wir diesen Sommer kennen- und umgehend lieben gelernt sowie selbstredend dann auch gleich im Log.Buch eingetragen haben (am 02.08.09) ist am heutigen Sonntag (20.12.09) sowie noch einmal in der kommenden Woche (27.12.09) die japanische Komponistin Hiromi Ishii mit zwei Stücken zu Gast.

ohism-g.gifZu dem einen der beiden - "Summer Grasses" - schreibt Ishii:

"Die Ausgangsmaterialien sind Geräusche von Insekten und Metallgeräusche. Hiroshige Ando's Druck 'Ein Bild des Lauschens von Insekten', ein kurzes Haiku von Basho Matsuo und ein Sinn für japanische Schwerter, die als Kunsthandwerk produziert wurden, inspirierten mich, eine Phantasie von Insekten und dem Metall zu kreieren."

Das klingt spannend - und das Stück selbst sicher auch.

Zum zweiten Stück - "Ryum" - wiederum, das andere Quellen hat, gibt es auf den Heimseiten der Künstlerin ein kleines Video anzusehen. Der Musik dazu kann man aber natürlich auch mit geschlossenen Augen lauschen. Die im Kopf nämlich auch ganz eigene Bilder generieren kann - was wiederum erst recht für die Klänge insektotechnioder Kreuzungen gilt. In diesem Sinne: Auf zur Lauschimagination im Ohrenhoch...

[Bildchen: Oh, wie gern hätten wir jetzt mal eben ein schönes Origami-Insekt aus Metallfolie gefaltet. Allein, dafür war keine Zeit, weshalb da leider nur eine kleiner dicker Alukäfer hockt. *schäm*]

Von miss.gunst am 20.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.12.09

diy* night zürich

diynn-ksw.gifZeit für's Zürcher diy* festival - das in diesem Jahr in hochkonzentrierter Dosis verabreicht wird. Nämlich als diy* night.

Wobei einerseits ganz sicher auch wieder die Nacht zum Tage gemacht werden wird, denn das Programm ab 22:00 Uhr mit mehreren DJs (darunter Carl von micromusic, Live Klangerzeugung und Echtzeitschaltung nach Taipeh, wo derzeit Marc Dusseiller mit der hackteria weilt, düfte kaum bis Mitternacht beendet sein.

diynn-g.gifVorweg wird aber auch schon der (Nachmit)Tag Teil der diy* night sein. Schliesslich wäre ein diy* festival kein diy* festival, ohne weidlich in Workshops gebastelt zu haben. Die stehen diesmal ganz im Zeichen der Musikproduktion, von einer vergleichenden Einführung in Musikproduktionsprogramme über Ring Mods & Reverbs, Pure Data mit Arduino bis zum selbstgelöteten SMD Theremin. Ab 15:00 Uhr.

Also dann, bis dann: In der Roten Fabrik, wo seit einiger Zeit ja auch das dock18 zuhause ist, zu dem es kam von ungefähr schon so einige Einträge im Archiv dieses Log.Buchs hat...

PS: A propos dock18 - in Echtzeit mitgucken und -lauschen kann man von auswärts übrigens mittels des grossartigen dock18-TV!

[Bildchen: Eine diy-Nacht natürlich. Wie man die selbst macht, dazu demnächst mehr...]

Von miss.gunst am 12.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.12.09

Basteln im 21. Jahrhundert (WRT)

hckrr_ksw.gifKlingt fast genauso wie Basteln 2.0? Ganz richtig - es geht ein weiteres Mal um die Potentiale kreativer Bastelkunst und einen aktuellen Blick auf die Entwicklungen in der Szene.
Diesmal in Form eines Webradio-Tipps...

Vor einigen Wochen waren nämlich Frank Rieger und Philip Steffan im Chaosradio Express - dem zentralen Sendeorgan des Chaos Computer Club Berlin - zu Gast, um sich mit Tim Pritlove über eben dieses Thema zu unterhalten.

hckrr_g.gifBeide kennen sich in der Szene bestens aus - und Philipp Steffan betreibt mit "Robot Porn" auch ein Blog, welches entsprechenden Lieb- und Leidenschaften gewidmet ist. Und das deshalb an dieser Stelle nebenbei ebenfalls der geneigten Lektüre anempfohlen werden kann.

In besagter a href="http://chaosradio.ccc.de/cre138.html" target="_blank">Radiosendung wiederum dreht es sich um die kulturelle Produktivität, die sich der Liebe zum Technik-Basteln und dem Erfindungsreichtum einer kreativen Amateurkultur verdankt. Nicht zuletzt, indem sie in mehrfacher Hinsicht Alternativen zum stumpfen Konsum industriell gefertigter Markenprodukte schafft.

In diesem Zuge werden natürlich auch Neuigkeiten aus der "Nerdgerätebranche" vorgestellt [beiseit: toller Begriff, den wir gleich mal dankbar in unseren Wortschatz integrieren]. Wobei Nerdtum hier nicht als Exklusivvergnügen für Sonderbegabte verstanden, sondern die sympathische Aufassung vertreten wird, dass man auch Spezialwissen verständlich machen und teilen kann. Und zwar auch ganz praktisch - bis hin zur Linkliste mit Ankern zu Erklärungen von in der Sendung fallenden Sach- und Sachbegriffen und weiterführenden Quellen.

Letztere finden sich in einer kleinen Liste am Ende des Eintrags zur Sendung, den knapp zweistündigen Podcast "Basteln im 21. Jahrhundert" ebendort direkt zum online-Hören und bei Bedarf auch zum Herunterladen auf den heimischen Rechner oder ein mobiles Audiogerät.

[Bildchen: Will weniger den Gegenstand der Sendung als das Format an sich illustrieren. Denkbar frei dahinassoziiert. Das Gehackte haben wir in den Wikimedia Commons geborgt, lizensiert ist es unter cc-by-nc-sa, und unser Dank dafür gilt Rainer Zenz. Merci!]

Von miss.gunst am 10.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.12.09

make art 2009

mka-ksw.gifFLOSS steht für Free/Libre/Open Source Software. Was an sich natürlich schon eine feine Sache ist. Aber noch nicht viel über konkrete Anwendungen sagt. Neigungsgemäss fragen wir doch gleich mal neugierig: Geht da was mit Kunst?

mka-g01.gifKurze Antwort: Mais oui! Auch wenn die gerade im Feld der Künste so erbittert geführten Autorschafts- und Urheberrechtsdebatten erst mal eher Probleme wittern lassen: Da geht eine ganze Menge - und nicht erst seit gestern.

Eine gute Gelegenheit, sich auf den Stand zu bringen und mit Gleichgesinnten auszutauschen, bietet ab dem heutigen Dienstag im französischen Poitiers die aktuelle Ausgabe des "make art"-Festivals, also "make art 2009" - ein weiteres Mal organisiert von den rührigen Menschen von goto10 (mehr s.a. im hauseigenen Archiv).

Auf dem Programm stehen zahlreiche Präsentationen von KünstlerInnen und Kollektivprojekten, ein Workshop zu OS-Architektur sowie Konzerte - darunter auch als Mini-Festival im Festival eine Placard-Nacht am Donnerstag (10.12.09; mehr zu diesem speziellen Format, also den Placards bzw. Konzerten und Klangkunst für Kopfhörer, findet sich ebenfalls im hauseigenen Archiv abgelegt).

Nach der Vernissage am Donnerstag Abend leider nur für drei Tage geöffnet hat die Ausstellung des Festivals, die - was für manche, die sich derzeit an den eingangs erwähnten Debatten um Urhebberrechte vielleicht so etwas wie die Quadratur des Kreises darstellen mag - veritable Werke der Kunst präsentiert, die mit (Free/Libre/)Open Source Software entstanden sind. Die von Lafkon aka Christoph Haag und Benjamin Stephan entworfenen, schicken Poster des Festivals - von denen eines diesen Eintrag ziert - gehören übrigens dazu, sind auf der Basis von Codes der Processing-Gemeinde entstanden und mit GPL linzensiert.

Von miss.gunst am 08.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.12.09

Basteln 2.0

b20-ksw.gifMit der Versionsnummer "2.0" werden bekanntlich vorzugsweise die Errungenschaften des "Social Web", die ihnen zu Grunde liegende Software sowie die mit dieser realisierten Plattformen und Anwendungen assoziiert. Aber was haben wir uns wohl unter Basteln 2.0 vorzustellen?

Die eine oder andere Antwort auf diese Frage wird's heute Abend im Frankfurter Museum für Kommunikation geben, das wieder einmal zur KOMMbar lädt. Eben jener kleinen Reihe, bei der in der vorvergangenen Woche Gerrit Herlyn und die Kassettentanke zum Thema Mixtapes zu Gast gewesen sind (s. d. Eintrag vom 19.11.09).

b20-g.gifNun kann schon mal verraten werden, dass diesmal Ralf Schreiber (s. mehr im hauseigenen Archiv) mit seinen Living Particles, seinen Solar Sound Modules und den Overhead Bots mit von der Partie sein wird.

Woraus messerscharf geschlossen werden darf, dass "Basteln 2.0" nicht unbedingt mit Basteln am "Web 2.0" verwechselt werden sollte. Vielmehr wird es um Bastel-Netzwerke und um die Frage gehen, wie KünstlerInnen und andere Menschen mit Neigung zur analogen und digitalen Bastelei vom Austausch in solchen Netzwerken profitieren.

Zur Einführung wird daher die Autorin dieser Zeilen einen kleinen Vortrag mt Lichtbildern halten, in dem das Feld als solches sowie ausgewählte Plattformen und Projekte zur Vorstellung gelangen. Und ausserdem einen kleinen Koffer auspacken, in dem neben einem guten Buch zum Thema HOME MADE ELECTRONIC ARTS auch ein paar kleine feine Bastelprojekte und Objekte nur darauf warten, von Enthusiasten nachgebaut zu werden.

Keine Zeit heute Abend und/oder Frankfurt zu fern? Schade, aber: Na gut, dann überlegen wir doch mal, ob sich das eine oder andere Highlight früher oder später auch im Log.Buch vorstellen lässt.

[Bildchen: Geheimnisvolle 2.0-Bastelkiste. Wird heute Abend ausgebpackt...]

Von miss.gunst am 03.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.11.09

aufständige textile zeichen

adtz09-ksw.gifZeit, einen Faden wieder aufzunehmen, dessen Enden gelegentlich schon früher mal in diesem Log.Buch aufgetaucht sind. Beispielsweise, als es um revolutionäre Nadelarbeit ging (s. den Eintrag vom 20.12.05).

Diesmal ist der Aufstand der textilen Zeichen in München ausgebrochen.

adtz-g1.gifAngestiftet von Stefanie Müller, die schon seit langem mit ihrem Projektlabel ragtreasure sowie ihrer Band Beisspony einschlägig aktiv ist, hat sich vor Ort eine Gruppe Gleichgeinnter zusammengeschlossen, Fäden verknüpft und Netze aufgespannt - um nun in der Färberei besagten Aufstand zu lancieren.

Mit dabei sind nun an die fünfzig KünstlerInnen, GestalterInnen und Initiativen, die gemeinsam eine Ausstellung und ein gut bestücktes Programm mit Performances, Konzerten, Filmen und Videos und und und bestreiten.

Aber warum und wie gehen textile Zeichen eigentlich auf die Barrikaden?

adtz-g3.gifNun, ganz einfach: Sie wollen zeigen, dass sich Genähtes, Gehäkeltes und Gestricktes heute längst nicht mehr in das Bild der braven Handarbeit sittsamer Frauenzimmer fügt, das viele nach wie vor mit ihm assoziieren. Und dass es sich allerdings gerade wegen dieser Assozationen bestens eignet, um tradierte und teils auch nach wie vor bestehende Wahrnehmungsmuster zu unterlaufen.
Indem Stiche anders gesetzt, Maschen fallen gelassen, Fäden entwirrt und neu verknotet - und vor allem anderen in den öffentlichen Raum gespannt werden. Beispielsweise.

Die ganze Vielfalt ist natürlich nur vor Ort zu haben - und zwar bis zum kommenden Wochenende (28./29.11.09).
Einen guten Ein- und Überblick in und über die Programmatik und das Programm des Projekts bietet übrigens ein zünftig gestaltetes Zine, das man sich als pdf herunterladen, ausdrucken und selbst zum Katalog zusammenheftennähen kann.

Von miss.gunst am 22.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.11.09

mixtapes @ KOMMbar

kbf-t2-ksw.gifSpeziell für in Frankfurt und Umgebung ansässige FreundInnen der Kassettenkultur im Allgemeinen und speziell von Mixtapes ein Ortstermin - alle anderen können leider nur die Daten zur Empfehlung einsammeln...

kbf-t-g.gifIm Frankfurter Museum für Kommunikation gibt es eine neue Veranstaltungsreihe namens KOMMbar, zu der jeweils Menschen aus Theorie und Praxis zu einem ausgewählten Thema der Medien- und Kommunikationskultur einen Barabend bestreiten. Mit- und unter die anwesenden Gäste gebracht werden Bilder, Worte und Musik.

Am heutigen Donnerstag (19.11.09) nun heisst das KOMMbar-Motto Mixtapes.

Zu Gast ist kein Geringerer als Gerrit Herlyn - Mitautor der in diesen Log.Buch bereits gefeierten Ausstellung "Kassettengeschichten" (siehe den Eintrag vom 01.03.06*

Auf der Audio-Ebene wird er zünftig unterstützt von der Darmstädter Kassettentanke.

Lecker.

* Achtung, die Anker zur Ausstellungswebseite bzw. die Seiten der online-Dokumentation des Projekts funktionieren derzeit nicht mehr. Sollen aber, so wurde uns verraten, in näherer Zukunft restauriert werden. Das gleichnamige Buch ist leider auch vegriffen. Nach wie vor gibt's aber die Basisinfos zur ersten Station in Hamburg als pdf.

Von miss.gunst am 19.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.11.09

wir sind der sender (open broadcast)

obrc-ksw.gifLeider noch kein Webradio-Tipp. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und vor allem soll es auch erst mal ganz klassisch On Air gehen. Oder besser gesagt: Auf Sendung - denn traditionell sind in diesem Fall weder der Sender noch das Sendekonzept.

Open Broadcast heisst das Projekt - und es hat sich viel vorgenommen, wie der Selbstdarstellung zu entnehmen ist:

"Open Broadcast ist das erste vollständig 'user-generierte Radio' der Schweiz. Open Broadcast sendet, was die Community auf der Internetplattform von Open Broadcast entwickelt. Die Hypothese dieses Experiments: Ein Schwarm an engagierten Usern (Prinzip Crowdsourcing) macht ein mindestens so gutes Programm wie eine herkömmliche Redaktion."

obrc-g.gifDas ist, könnte man zwar maulen, eine Menge Buzz auf wenigen Zeilen (user-generiert, Community, Schwarm, Crowdsourcing). Und einwerfen: Warum nicht einfach bereits zuhandene Begriffe wie Offener Kanal, freies Radio, Gemeinschaft und Gemeinschaftsarbeit, Mitbestimmung undsoweiter benutzen und von diesen ausgehend weiterdenken?

Teils wohl schon, weil Open Broadcast tatsächlich etwas anderes sein soll (als: ein freies Radio, als: ein Offener Kanal wie man sie kennt). Und teils, weil das Projekt tatsächlich auf Strategien setzt, die "User" (und nicht Producer) sowie "Croudsourcing" so meinen, wie andere Projekte in dieser Zeit auch, mit allen kleineren und grösseren Pros und Cons, die man damit nunmal assoziieren kann?

Wir werden es hören. Ab Januar 2010 - erst mal wohl in Zürich, Bern und anderen DAB-Gebieten. Und erst einmal, wenn Oliver Hagmann, Thomas und andere Mitstreiter des Projekts Open Broadcast der potentiellen künftigen User-Croud vorstellen. Im Zürcher Walcheturm und im Cabaret Voltaire. Im Basler Radio-Village Utengasse und sogar in London (bei deskspace).
Und ausserdem soll ab 15.11. auf den OB-hauseigenen Seiten ein Baustellenreport publiziert werden.

Ob und wie genau das alles funktioniert: Lässt sich theoretisch en detail auch den FAQ entnehmen. Und praktisch? Nunja, werden wir - soweit im DAB-Einzugsgebiet und entsprechend ausgestattet - hören...

Von miss.gunst am 10.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.11.09

neuromodulator @ walcheturm

ntik-ksw.gifWie wäe es mit einem Konzerttipp? Für die Zürcher hätten wir da genau das Richtige: Selbstgebastelte elektronische Musik - aber keine Sorge, weder schnödes Geschrammel noch hilfloses Gequietsche. Es sind echte Profis am Werk.

Botenstoffe fürs Hirn, die in den neuronalen Netzen singen und elegant die Wellen reiten: Neuromodulatoren eben.

Genauer gesagt: Die gleichnamige Formation, bei der unter anderem Christoph Grab - treuen Log.Buch-LeserInnen als Spielzeugmusikexperte und Elektro-Jazzer bekannt - mit von der Partie ist.
Neugierige, die den Neuromodulator noch nicht kennen, können auf dessen Heimseite im Vorfeld akustische Appetithappen fassen.

Am besten aber, man begibt sich heute (04.11.) Abend um 21:00 Uhr in den Walcheturm. Da tanzt dann der Kongress der Nervenzellen. Bzw. eben wie die Neuronen nach Verabreichung eines Neuromodulators...

ntik-gn.gif

Von miss.gunst am 04.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

31.10.09

interessante zeiten (DIY)

myliit09-ksw.gifVom Termin her leider genau parallel zum heurigen Shiftfestival gab es im fernen Cardiff eine Veranstaltung, die aufgrund ihrer denkbar einschlägigen Ausrichtung im Radar dieses Logs gelandet ist: "May You Live in Interesting Times" - ein Festival, das sich in diesem Jahr ganzdem Thema DIY verschrieben hat.

Ausgangspunkt sind dabei schon erst einmal die üblichen Verdächtigen, d.h. die Optionen des Selbst- und Miteinander-Tätig-Werdens, die sich über die technologischen Enwicklungen (Netzwerke und Software-Applikationen, "Web 2.0", Open Sorce etc pp) ergeben.

myliit09-g.gifAber es geht eben auch explizit um deren Verschränkung mit anderen Sozial- und Realräumen. So war beispielsweise auch der "Analog-Blogger" Alfred Sirleaf aus Liberia zu Gast [sowieso eine schöne Sache, das analoge Bloggen - uns käme da auch heimatnah mindestens ein Kandidat in den Sinn, der eben nicht nur online bloggt und vernetzt...]

Sehr schönes und anregendes Programm jedenfalls, inklusive einer Maker Faire. Über das übrigens auch ausführlich online gebloggt wurde - allerdings auf gälisch, was es mindestens Menschen, die selbiger Sprache nicht mächtig sind, das Mitlesen leider etwas erschwert. Aber es kann schliesslich auch nicht darauf hinauslaufen, dass alle immer nur noch in Inglisch schreiben. Eine lingua franca als Zwang wär ja auch so (be)frei(end) nicht mehr...

Von miss.gunst am 31.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.10.09

shiftfestival basel

shfv09-ksw.gifUnd schon ist wieder Zeit fürs Shiftfestival - das diesmal für FreundInnen des Selbstgebastelten ganz eigene Anknüfungspunkte bietet.
Thema sind diesmal nämlich: Magie, Übersinnlichkeitsvermutungen und Technologiebeschwörungen. Was zunächst vielleicht nicht gerade nach Handfestem für HeimwerkerInnen klingt.

Aber einmal ganz abgesehen davon, dass auch in diesem Jahr wieder die BastlerInnen von der SGMK ihre Tische für's traditionelle DIY Makeaway aufschlagen: Magie mag eine hohe Kunst sein - doch sowohl Apparate, die sich spukhaft selbständig machen als auch Technologien, die zauberhafte Artefakte produzieren, sind ebenso einschlägige Materie wie selbstgestrickte Verschwörungstheorien. Und schliesslich tickt auch in magischen Tricks meist der gute Geist des DIY...

Wer's nicht glaubt: Nach Basel fahren und selbst schauen und staunen.
Und, mal sehen: Vielleicht wird ja der eine oder andere Beitrag hernach auch in diesem Log.Buch vorgestellt. Bis dahin bzw. überhaupt und generell sei Neugierigen, wie schon im letzten Jahr, die Lektüre des Festival-Blogs ans Herz gelegt.

Von miss.gunst am 23.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.10.09

tiny noise

tnc09-ksw.gifNicht nur Noise-FreundInnen sollten da die Ohren spitzen: Für heute werden uns satte zweiundzwanzig (in Zahlen: 22) Stunden genussvolles Eintauchen in klangvolle Geräuschsphären angekündigt - und wer seiner Neigung auch aktiv nachgehen will, kann sich sogar selbst an entsprechenden Kreationen versuchen.

Nachdem am Mittwoch bereits im Kölner KunstWerk ein kleines tiny noise festival begangen worden ist, laden die Beteiligten zum heutigen Samstag nach Moers ins Bollwerk107, wo ab 14:00 Uhr bis ultimo ein veritables noise camp veranstaltet wird.

tnc09-g.gifDen Nachmittag über gibt es einen Workshop nach dem anderen - und abends geht das Ganze dann nahtlos in eine Reihe von Konzerten und Performances über.

Mit von der Partie sind Lucas Abela aka Justice Yeldham - seines Zeichens gemeinsam mit Antonio Dimitrov aka every kid on speed aus Mazedonien Begründer von tiny noise; Derek Holzer, der ebenso wie auch Tina Tonagel treuen LeserInnen diese Logs längst kein Unbekannter mehr ist (mehr über Holzer wie auch über Tonagel im hauseigenen Archiv), die RaumZeitPiraten Tobias Daemgen und Moritz Ellerich (*yay* Overheads!!!)und viele andere mehr.

Und möglicherweise auch der/die LeserIn dieser Zeilen? Warum nicht - schliessslich lockt nicht nur das namhafte Aufgebot. Sondern auch das Motto der Veranstaltung: "tiny noise is for YOU"!

Von miss.gunst am 17.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.10.09

move in/nach halle

mh09-ksw.gifHätte eigentlich schon eine Exkursionsempfehlung für das vergangene Wochenende sein können. Denn vergangenen Freitag hat die in Halle an der Saale .move eröffnet - eine Ausstellung mit Bildern in Bewegung, die auch ihre BesucherInnen in Bewegung bringt.

Im Hintergrund steht das von der in Halle beheimateten Werkleitz-Gesellschaft initiierte und dem European Media Art Network organisierte Stipendien-Programm EMARE (European Media Artists in Residence Exchange), das es in den vergangenen Jahren sechzehn KünstlerInnen (und Künstlerpaaren bzw- gruppen) ermöglicht hat, an unterschiedlichen Orten in ganz Europa neue Arbeiten zu produzieren.

mh09-g1.gifAls erste Bilanz dieser schönen Einrichtung gibt es nun eben .move - und dazu wiederum gab es am Wochenende ein besonderes Programm mit zahlreichen KünstlerInnengesprächen, Vorträgen, Performances und Konzerten der Beteiligten. Letzteres ist jetzt natürlich schon gelaufen.
Aber damit stehen bei Werkleitz in Halle die Bänder keineswegs still.

Denn die Ausstellung mit zahlreichen Stationen an mehreren Orten der Stadt ist noch bis 25. Oktober anzusehen - und die Sache mit der Bewegung funkioniert nach wie vor, nicht nur auf Seiten der Bilder.

Denn abgesehen davon, dass man sich (als Extra, ist keine Installation, sondern einfach eine gute Idee der KuratorInnen gewesen:) im zentralen Intecta-Gebäude - einem ehemaligen Jugendstil-Kaufhaus, das zu DDR-Zeiten Möbelhaus war und dann über 15 Jahre lang im Leerstand rottete - auf zwei Schaukeln setzen und in den bröselnden Deckenhimmel schwingen kann, geht auch an und zwischen den Ausstellungsorten jede Menge.

mh09-g2.gif

Mit das eindrücklichste Erlebnis ist es vielleicht überhaupt, von Station zu Station zu gehen. Denn hierfür haben Bertram Weisshaar und Ralf Wendt sechs "Audiowalks" erstellt - Klangspaziergänge, die auf ganz eigene Weise die Stadt erschliessen: Geschichten in Schichten und in Bewegung, die Gehen und Sehen, Geschichte und Gegenwart, Realitäten und Träume in und über Halle miteinander verflechten. Kino für den Kopf, in dem gleichzeitig Spiel- und Dokumentarfilme laufen - und bei denen man im Gehen und Mitgehen unversehens (bzw. -hörens) zum Protagnisten wird.

Hingehen bzw. hinfahren und mitgehen sei hiermit wärmstens empfohlen...

Von miss.gunst am 12.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.10.09

netaudio hören sehen lesen

nafb09_ksw.gifIn Berlin wird heute das Netaudio Festival '09 eingeläutet.
Für netlabel-Fans und -BetreiberInnen eh ein Anlass vor Ort zu sein - aber netter Weise und ganz netzgerecht lässt sich ein Stück vom Glück auch am heimischen Rechner erhaschen.

Mit Hilfe von Herbstradio wurde nämlich ein Livestream(ing) organisiert, unter anderem zu erhaschen über das Berlin Mitte Institut.

Netter ist's natürlich, selbst ins Maria zu gehen, um die Konzerte des Nachtprogramms nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Gleiches gilt für das Tagesprogramm, zu dem neben Vorträgen und Panels auch eine Netzlabelmesse gehört - die sich nun wirklich schwer in einen Stream packen lässt.

nafb09_g.gif

Dafür können sich Daheimgebliebene in der Zeit, in der die ansonsten sicher glücklich(er)en Kollegen in B. an den Tages- und Nachtprogrammspezereien weiden, schon mal schmökernder Weise einen Wissensvorsprung verschaffen: Antina Michels Buch "Netlabels: Soziale Netze On- und Offline" - das demnächst auch (mit Seiten) im Druck erscheinen wird - lässt sich im Bereich "Publikationen" als pdf herunterladen. Und im Anschluss lesen selbstredend auch.

Und ansonsten tröstet uns: Der Festivalsampler. Ebenfalls 4Free. Merci!

Von miss.gunst am 08.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.10.09

gespenstergeräusche (WRT)

wrsg_ksw.gifGemeinhin werden Gespenster gern als bewegte Bettücher mit hohlen Augenlöchern imaginiert. Obwohl man doch eher davon ausgehen sollte, dass sie vorzugsweise unsichtbar ihr Unwesen treiben.
Wie sie sich dann bemerkbar machen?

Na klar: Durch Geräusche. Oder auch Klänge?
Werden wir hören. Und zwar - in direkter (und bereits angekündigter) Folge des letzten Webradio-Tipps, der dem Paranoise galt.

Am kommenden Freitag (09.10.) früh (bzw. Donnerstag Nacht) wird nämlich wieder die Klangkunst-Stunde von Deutschlandradio Kultur zur Geisterstunde.
Diesmal ist kein Geringerer als Frieder Butzmann an der Reihe, den körpelosen Wesen klanglich Gestalt zu verleihen.
"Alethes Soundbeams" heisst sein Hörstück, in Anlehnung an Friedrich de la Motte Fouqués Schauerroman "Die wunderbaren Begebenheiten des Grafen Alethes von Lindenstein".

wrsg_g.gif

Warum diese Empfehlung diesmal nicht erst zunm Donnerstag erscheint? Nunja, für den und die darauffolgenden Tage haben wir schon einen anderen heissen (Hör-)Tipp vorgemerkt...

[Bildchen: Drei Geistlein aus weissem Rauschen. Gelegenheitshalber selbst erlauscht.]

Von miss.gunst am 05.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.10.09

paranoise (WRT)

prns-ksw.gifUnd da komnt er schon, der gestern noch vermisste Webradio-Tipp der Woche: Bekanntermassen der Paralektronoia zugeneigt, können wir endlich wieder einmal etwas Einschlägiges empfehlen.

Bei Deutschlandradio Kultur ist in der Reihe Klangkunst nämlich eine dreiteilige Serie zu Geisterstimmen angesetzt, deren erste Folge - die den vielversprechenden Titel "paranoise" trägt - wir morgen frühfrühfrüh bzw. heute Nacht zur Geisterstunde zwischen 0:05 und 1:00 Uhr lauschen können.

Das paranoise-Stethoskop legen Dirk Specht (s. Nook Audio) und Svann Langguth an, die Geräte der Transkommunikationsforschung (mehr dazu auf den Heimseiten des gleichnamigen Vereins) als Musikinstrumente einsetzen werden.

Also dann: Stellen wir unsere Sensoren doch gespannt auf Empfang.

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[Bildchen: Wie unschwer zu erkennen, der Geist eines Tonbandgeräts - dessen diesseitigen Präsenz ursprünglich von Hannes Grobe fotografiert und in die Wikimedia Commons gespendet wurde. Wir danken und übernehmen auch für den Geist die Lizenz: cc-by-sa]

Von miss.gunst am 01.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.09.09

BASICODE radio

rgdjr_ksw.gifLeider kein Webradio-Tipp. Aber man kann ja nicht immer alles haben. So wird's wenigstens eine Empfehlung für jene, die gelegenheitshalber heute Abend (30.09.09) in Berlin zu einer Veranstaltung zu pilgern in der Lage sind.

Dort wird nämlich - passend zum deutsch-deutschen Feierjahr - im Rahmen der Reihe "DT 64"ein kundiger Rückblick auf ein spannendes Stück Radiogeschichtegeworfen. Und zwar, wie der Titel verrät - speziell auf das Jugendprogramm des Rundfunks der DDR.

Dass es da so einige spannende Entdeckungen zu machen gibt, dürfte wohl auch der heutige Abend belegen. Da geht es nämlich unter dem vielversprechenden Titel "Familie Völz und die Computer" um die Nutzung von BASICODE - also jene auf BASIC aufsetzende Programmiersprache, die in den 1970ern als "Esperanto für Computer" die frühen Heimcomputer-Fans begeisterte.

rgdjr_g.gifIn der DDR hat sich seinerzeit der Physiker und Informationswissenschaftler Horst Völz um die Verbreitung von BASICODE verdient gemacht - unter anderem, indem er Kurse für den Computer-Club entwickelte und für deren Ausstrahlung, inklusive Code, im Jugendradio sorgte.

Horst Völz wird beim heutigen Abend in der DT 64-Reihe (die übrigens von Dunja Funke und Moritz von Rappard, der schon im seligen Tesla Berlin Radio-aktiv war - ersonnen und organisiert worden ist) anwesend sein. Mit von der Partie sind ausserdem Joachim Bauman, seines Zeichens zu DDR-Zeiten Redakteur des REM-Computermagazins und Ralf Homann, der unter anderem das Experimentalradiostudio der Bauhaus Universität Weimar aufgebaut und lange Zeit geleitet hat. Kurzum: Es werden sicher spannende Stunden werden...

[Bildchen: Schaut vielleicht etwas komisch aus, schemenhaft und verpixelt-verschwommen? Liegt daran, dass es ein passendes DDR-Radioempfangsgerät zu imaginieren galt. Und das ist ohne Kenntnisse der Materie bekanntlich eher schwer.]

Von miss.gunst am 30.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.09.09

atoms & bits

aubi_ksw.gifKlein Klein aufs Ganze gehen? Analog und digital? Klingt ja fast nach den kürzlich umschwärmten "Little Bits".
In Berlin ist unter obigem Namen und mit dem sprechenden Untertitel "Making Thinking Doing" nun ein Festival ausgerufen worden, das "Visionäre, Baustler, Aktivisten, Geeks, Kreative - eben alle, die eine neue Kultur des Selbermachens zelebrieren" versammeln will.

Das müssen wir natürlich näher beäugen.
Auf den Heimseiten von "atoms & bits" blinkt denn auch gleich eine ganze Liste von Themen, denen HeimwerkerInnen (i.u.S.) denkbar zugeneigt sein dürften: Um die "Lust am Bausteln (DIY)" und um "Neue [sic} Formen der Arbeit (Coworking)", um eine "Kultur der Offenheit (OpenEverything / Creative Commons)" und um "Neue und offene Formen der Politik" sowie nicht zuletzt um "Aktuelle Formen des Kunst- und Kulturschaffens (Art of Production of Art)" soll es gehen.

Alles das während stolzer zehn Tage (a&b festival) sowie an diesem Wochenende (26./27.09.09) auch auf einer in BarCamp-Form veranstalteten Konferenz.

Mehr Einblick in Pläne, Pojekte und Perspektiven ist im begleitenden Blog zu erhalten - wobei der ebenso wie die Seiten selbst ein kleinwenig unübersichtlich ist (was wohl ein bisschen mit der programmatische Offenheit der Organisation zu tun hat, in welcher sich insbesondere kleinste Teilchen wie Atome und Bits gern mal verlieren).

Aber wie auch immer. Grundsätzlich schaut das nach einer ganz sympathischen Sache aus. Sollte, wer die Gelegenheit dazu hat, beschnuppern und womöglich eben auch aktiv einen Beitrag anbieten.

aubi_g.gif

Nur: Wenngeich wir ja ahnen, wo der gute Gedanke mit den a und b herkommt (Hallo Donna Haraway) - ob atoms&bits wirklich "die kleinsten Elemente unserer modernen Gesellschaft" sind, zumal wir ja doch niemals modern gewesen sind, nunja. Das wagen wir mal zu bezweifeln.

[Bildchen: Kleinste Teile. Ganz gross.]

Von miss.gunst am 26.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.09.09

la soirée des bricoleurs

dkoaf10_ksw.gifSo, nun braucht es aber doch noch einmal einen ganz speziellen Wink in Richtung Fribourg - wo nach wie vor das Festival zum zehnten Geburtstag von [anyma] steigt. Denn, a propos steigt: Die Grande Fête des Festivals findet am heutigen Samstag (19.09.) Abend statt.

Auf dem Programm steht nämlich eine Soirée des Bricoleurs - also ein Abend der Bastler. Und natürlich sind dabei eine ganze Reihe hochgeschätzter KünstlerInnen aus dem Radius von HOME MADE mit von der Partie:
Beispielsweise Florian Kaufmann (mehr im hauseigenen Archiv) und Michael Gianfreda (dito), Bernhard Wagner (dito).

Markus Haselbach und seine Mitstreiter von der Schweizerischen Gesellschaft für Mechatronische Kunst, die über die Woche diy makeaway-Workshops veranstaltet haben, werden sich zum diy kamikaze orchestra formieren und ein kleines Ständchen geben eine rauschende Lötperformance mit musikalischem Mehrwert veranstalten.

dkoaf10_g.gif

Und ausserdem gibts - was auch immer das genau sein mag - einen Cosmic Gluntsch mit Maya Leibundgut und Claude Winterberg.

Wann und wo? Beim Festival 10 ans von [anyma] - und in diesem Fall im guten alten Belluard ab 20:00 Uhr.

[Bildchen: Stammt von einem früheren Auftritt des diy kamikaze orchestra - und von Herrn Sternenjäger, der selbigen fotografierte und dem unser Dank gebührt. Merci!]

Von miss.gunst am 19.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.09.09

anyma festival

af10a_ksw.gif[anyma] ist in der vergangenen Woche zehn Jahre alt geworden. Dem in Fribourg ansässigen Kunst-Kollektiv - aus dessen Werkstatt der Videobass und zahlreiche andere spannende Entwicklungen stammen - zum Geburtstag zu gratulieren: Das allein wäre schon Grund genug, in die schöne Stadt an der Saane zu reisen.

Nun wären umgekehrt [anyma] aber nicht [anyma], wenn sie sich nicht selbst schon etwas Passendes einfallen lassen hätten, um das Geburtstagsfest zünftig zu begehen. Das haben sie natürlich.

Sie laden zu einem "festival 10 ans" - bei dem es, wie's sich für eine dem kreativen Basteln zugeneigte Vereinigung gehört - nicht nur Kaffee und Kuchen gibt. Sondern genau jene Spezereien, die auch dem Freundeskreis am Besten munden: Ausstellungen, Konzerte und Workshops satt!

af10a_g.gif

Das ganze phantastische - und von den Jubilaren selbst gestemmte - Programm lässt sich den eigens hierfür eingerichteten Heimseiten des Festivals entnehmen.
Und wir ziehen da erstmal den Hut, werfen Blumen und empfehlen wärmstens: Wer kann, fahre hin!

Von miss.gunst am 14.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.09.09

DIY @ ars electronica ... (ff)

blt2blt2-ksw.gifWeidlich sondiert und vieles eigenhändig ausprobiert. Und siehe da: Die zum Start des diesjährigen Festivals gestellte Frage lässt sich - kaum anders als erwartet - tatsächlich mit einem entschiedenen JA beantworten.

Zwar setzt die ars electronica, zumal was ihre Aushängeschilder - allen voran den Prix und das in diesem Jahr wieder neu eröffnete ars electronica center - betrifft, im Grossen und Ganzen nach wie vor auf High End Technologie und deren möglichst glanzvolle Repräsentation.

Aber es gibt eben doch auch jede Menge spannender Arbeiten und Ansätze zu entdecken, die sehr viel näher am medialen Alltag und dessen potentieller Mitgestaltung operieren.

blt2blt2-g01.gifErwartungsgemäss in besonders hoher Dichte dort, wo sich der Nachwuchs vorstellt - also in den Ausstellungen des diesjährigen Campus. Wobei die eine der beiden Campus-Ausstellungen - "The Royal Interface Culture Masquerade Ball" mit Projekten von Studierenden des an der Kunstuniversität Linz angesiedelten Studiengangs Interface Cultures - DIY sogar ziemlich prominent zum Claim erklärte. Indes die versammelten Arbeiten grossenteils DIY-Kulturen eher auf einer Meta-Ebene adressier(t)en.

Die zweite Campus-Schau wiederum wurde vom MIT Media Lab bestritten - was bei manchen vorweg vielleicht erst einmal High End in jeglicher Hinsicht assoziiert. Doch just hier reihten sich dann regelrecht die Perlen kreativer Bastelkultur.

Und auch in den übrigen Ausstellungen bzw. an den übrigen Ausstellungsorten der ars - der "Human Nature Exhibition" im Brucknerhaus, "Cyberarts 09" [sic] im Offenen Kulturhaus und sogar im glitzernden ars electronica center, wo es gleich mehrere Themenausstellungen sowie Highlights aus der ständigen Präsentation bzw. den sogenannten "Labs" zu sehen gab, liessen sich einige einschlägige Projekte entdecken.
Ganz zu schweigen von den vielen Speziallokationen und -präsentationen, darunter auch Wohnmobil und Zelt der Migrating Art Academies, die - wie dereinst Courbet vis-à-vis der Akademieausstellung - gegenüber dem AEC campierten.

blt2blt2-g.gif Tja. Was erstmal natürlich nur grob das Terrain beschreibt. Anschaulicher kann's dann wohl erst auf dem Wege einer genaueren Einsichtnahme in einzelne Projekte werden...

[Bildchen: Für einmal noch eine Fortsetzung einer Variation von DIY-Hybridnatur. Wie bereits beschrieben der Versuch einer Kreuzung des diesjährigen ars-Themas (das in den nächsten Einträgen, soviel kann man schon verraten, tendenziell zu kurz kommen wird) mit der von uns so hoch geschätzten Low Tech-Bastelei...]

Von miss.gunst am 08.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.09.09

DIY @ ars electronica ...?

bltblt-ksw.gifWie jedes Jahr im September lockt Linz zur ars electronica - und heuer vielleicht sogar noch etwas mehr, weil speziell zum Kulturhauptstadtjahr auch sonst vor Ort so noch so Einiges aufgeboten wird.
Da sollte sich doch auch für BastlerInnen etwas finden lassen!

Das aktuelle Motto "Human Nature" durch die DIY- bzw. Bastel-Brille zu betachten, dürfte zwar tendenziell in eher problematische Gefilde führen (wenn man sich nicht aufs Philosophieren beschränken will - und selbst dort ist die alte Frage nach dem Sich-Selbst-Machen ja schon komplex genug).

Andererseits haben Vorstellungen entsprechender Vorstösse seitens der KünstlerInnen auf der ars längst Tradition - geballt gab es sie beispielsweise auf der Ausgabe 1993 ("Genetische Kunst - Künstliches Leben"), zu der Peter Weibel seinerzeit den "Achten Tag der Schöpfung" ausgerufen hatte.

bltblt-g.gif

Und zudem wäre die ars nicht die ars, wenn es nicht jenseits des Hauptthemas unzählige spannende Dinge zu entdecken gäbe. So eben auch zur DIY-Kultur und anderen im hauseigenen Einzugsgebiet liegenden Themenfeldern - mehr dazu dann in den nächsten Tagen ff., will ja alles erst einmal erkundet werden...

[Bildchen: Nicht unbedingt menschlicher Natur? Nunja. Ein veritables Plantimal bzw. eine genseitig menschelnde Pflanze stellt beispielsweise Genkanin-Vater Eduardo Kac auf der ars vor - und ist dafür auch mit der Goldenen Nica in der Kategorie Hybrid Art bedacht worden. Unsere Pflanzentierchen hier hingegen sind ganz schlicht der traditonellen Herbstbastelei entlehnt. Wobei letztere, im Licht der aktuellen ars betrachtet, vielleicht ja schon immer... aber solche Spekulationen stehen wohl trotzdem erstmal auf einem *ähm* anderen Blatt...]

Von miss.gunst am 04.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.08.09

sommercamp workstation

scwst09_ksw.gifDass sich der Sommer nicht nur zum Kuscheln mit Sandkörnern eignet, sondern gerade von bastelfreudigen Klang- und BildforscherInnen gern zum gemeinsamen Arbeiten genutzt wird, haben wir ja schon mehrfach feststellen können in dieser Saison.

Un so gab es in Berlin - wo just dieses Wochenende auch die interflugs summer academy zu Ende gegangen ist (s.a. den Eintrag vom 29.07.09) - über die laufende Woche schon die nächste einschlägige Fortbildungsangebot:

Das Projekt "sommer camp + workstation = 2009" - initiiert von Carsten Stabenow (ex-garage Stralsund und nun garage berlin) und Carsten Seiffarth (Hörgalerie Singuhr und ex-Tesla Berlin) - knüpft an den Strang an, der seinerzeit vom Tesla ausgelegt worden war (s. a. im hauseigenen Archiv) und aufgrund der Einstellung der Förderung nicht mehr im würdigen Rahmen einer eigenen Institution für künstlerische Experimentalelektronik weitergeführt werden konnte.

scwst09_g.gif

Erst mal eben mit dem als erstem Baustein fungierenden "Sommercamp", das aus mehreren Workshops bestand. Erwartungsgemäss waren als WorkshopleiterInnen jede Menge spannender KünstlerInnen eingeladen - einige davon treuen LeserInnen auch aus einigen Log.Buch-Einträgen bekannt, andere aber noch nicht, sodass es eigentlich gleich eine Reihe neuer Zettelkästen-Einträge hageln müsste.
Für heute soll, weil eilig, erst mal der Hinweis auf die Abschlusspräsentationen genügen. Ab 16:30 Uhr im Haus der Kulturen der Welt (siehe dazu auch den detaillierten Stundenplan als pdf).

Wer keine Zeit hat und/oder nicht vor Ort in B. weilt: Könnte sich schon mal das "Diskursive Wochenende" vormerken, das als nächster Baustein dann für den 20. bis 22. November geplant ist.
Und/oder danach lugen, was sich im Bereich der projekteignenen Produktionen so bewegt.

Mit ein bisschen Glück und Spucke bzw. wenn denn die Signale dort gehört werden sollten, wo es auch längerfristig Mittel gibt, wird es hoffentlich nicht dabei bleiben. Und wir halten die Daumen und bleiben erstmal dran.

[Bildchen: Zeigen das Camp-im-Camp in Form der Summercamp-Zeltchen (standen auch drinnen im HKW). Stammen beide aus dem Summercamp 2009-Flickr-Pool und wurden von Carsten Stabenow dankenswerterweise unter cc-by-sa lizensiert, merci! - was natürlich weiterhin für die hier verwendeten Ausschnitte gilt.]

Von miss.gunst am 16.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.08.09

séance mit vogelstimmen (WRT)

sva_ksw.gifVogelstimmen aus dem Jenseits? Ja genau. War ja sicher sowieso kein Zufall, dass Friedrich Jürgenson selig seinerzeit Kontakt aufnahm, als er im Garten Tonbandaufnahmen von unseren gefiederten Freunden machen wollte.

Allerdings waren es in Jürgensons Fall bekanntlich die Stimmen dahingeschiedener Menschen, die er dann beim Abhören der Bänder vernahm.

Wolfgang Müller hingegen, als Elfenexperte mit der Welt des Übersinnlichen bestens vertraut, lauscht nicht nur in diesseitigen Gefilden vorzugsweise Vögeln nach.

Vergangenes Jahr hat er daher eine "Séance Vocibus Avium" - also eine spiristsche Sitzung mit (bzw. durch) Vogelstimmen - einberufen. Und welche Vogelgeister wären für eine solche Anrufung wohl geeigneter als jene von Federtieren, die bereits ausgestorben sind?

sva_gg.gif

Für die von Müller eingeladenenen Medien - allesamt begabte KollegInnen (von Francoise Cactus und Brezel Göring über Frieder Butzmann bis Justus Köhncke) - eine denkbar anspruchsvolle Aufgabe. Mogeln und aus der Tasche zuvor aufgenommene O-Töne abspielen kann man bei ausgestorbenen Arten schliesslich nicht.

Aber es ist allen Beteiligte gelungen, ihre medialen Talente zu aktivieren. Und zwat derart überzeugend, dass "Séance Vocibus Avium" kürzlich den Karl-Szuka-Hörspielpreis 2009 gewonnen hat.

Gratulation! Und um so größere Begeisterung (in doppeltem Wortsinn), als sich jederzeit an der Séance teilhaben lässt. Denn der Bayerische Rundfunk hat sie - und wir haben damit einen besonders schönen Webradio-Tipp - tatsächlich als Podcast zum Mitlauschen und -singen ins Netz gestellt.

[Bildchen: Eigene freie Assoziation zu bzw. von traurigen Vogelgeistern. Von Wolfgang Müller selbst gab es Visuelles zu "Séance Vocibus Avium" vor einiger Zeit im Neuen Aachener Kunstverein sowie ab 29.09. in der Galerie Crystall Ball in Berlin zu sehen.]

Von miss.gunst am 07.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.08.09

elektromagnetische stromereien

emst09_ksw.gifDer Elektromagnetische Sommer 2009, den wir kürzlich noch freudig begrüsst haben, ist ja eigentlich schon wieder zuende gegangen. Leider.
Aber vielleicht lassen sich doch noch ein paar Schwingungen nachfassen?

Gleich vorab für jene, die es tatsächlich noch nicht kennen sollten: Die Zürcher Stromereien haben, ungeachtet ihres scheinbar einschlägigen Titels, eigentlich nichts oder nur wenig mit Elektrizität zu tun. Für ein Performance-Festival gibt's einfach andere Prioritäten.

Bei genauerer Sichtung des Programms kann man dann aber doch das eine oder andere Bizzeln ausmachen: So beispielsweise vergangenen Sonntag, als Simon Berz mit -STROM+ sein einschlägig aufgerüstetes Schlagwerk zum Einsatz brachte (leider verpasst, aber es hat ein nettes Foto dazu im Stromereien-Archiv. Hoffe, die Stäbchen waren, + hin, - her, gut isoliert...).

Für den heutigen Mittwoch ist nun eine Performance von Jordan McKenzie angekündigt, zu der es - etwas versteckt, nämlich im Text zu den begleitenden Denkströmen - heisst:

"Übrigens: Der Paradeplatz als elektromagnetischer Raum wird während der Performance von Jordan McKenzie am Mittwoch 5. August, 12.30 - 14.30 Uhr besetzt."

Hoppla. In der Beschreibung von McKenzies Projekt ist eigentlich nichts zu lesen, was auf entsprechende Bezüge schliessen lässt. Oder ist damit etwa nur die zeitgleiche (Radio-)Ausstrahlung der Denkräume-Gespräche gemeint? Oooch. Also da hätte unsere wilde Phantasie vielleicht noch eine andere Option vorzuschlagen:

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Auf einem der Fotos, die McKenzies bisherige Interventionen (es gab schon solche am Montag) dokumentieren, schaut es doch ein wenig so aus, als habe der Künstler mit Hilfe eines speziellen Instruments Kontakt aufgenommen. Schliesslich soll es darum gehen, "in diesen dunklen Tagen der finanziellen Unsicherheit Hinwendung und Zuspruch durch eine Reihe öffentlicher Interventionen in und um grosse finanzielle Institutionen in der Stadt Zürich" zu suchen. Ganz sicher handelt es sich hier also um veritable Transkommunikation, die bekanntlich ja gut über elektromagnetische Felder funktioniert. Vermutlich tuschelt McKenzie da mit den Seelen nicht wirklich friedlich verstorbener Anlagen... Und was sagen sie wohl zum Stand der Dinge? Hui? Oder Buh?

[Bildchen: Illustriert die wilde Phantasie. Oder so ähnlich. Für die wunderschöne elektromagnetische Welle danken wir Wikimedia Commons-Spender SuperManu. Lizensiert ist das Bildchen wie diese cc-by -sa. Merci!]

Von miss.gunst am 05.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.08.09

ameisen, hörbar (ohrenhoch)

ohglpt_ksw.gifA propos Neues aus bzw. in Neukölln. Ein bisschen umgeschaut haben wir uns natürlich auch im Zuge unserer Berlin-Exkursion - und in den Strassen rund um den Campus der interflugs summer academy gab da Einiges zu sehen. Und: Zu hören.

Gleich ums Eck bzw. in der Weichselstrasse, die parallel zur Ruetlistrasse verläuft, führen nämlich Knut Remond und Katharina Moos seit Anfang 2008 den Geräuschladen "Ohrenhoch".

Was das ist, so ein Geräuschladen bzw. was es dort gibt? Wie der Name schon sagt: Geräusche.
Dazu - wenn man will - an der kleinen Ladenbar auch leckere Getränke. Aber sonst kein Drumrum. Einfach Sitzgelegenheiten. Lautsprecher. Sound.

Mit wechselndem Programm - und just am vergangenen Sonntag, als wir im Laden und ganz Ohr waren: Insektenmusik!
Nach Berlin gebracht hat sie der Schweizer Komponist Pierre Thoma, der in einem Genfer Labor Ameisen belauscht und daraus ein in der Tat ohrenbeeindruckendes Stück gezimmert hat. Minimal Art für Myrmekophile und solche, die es werden wollen.

Für BerlinerInnen und Zugereiste (wie zum Beispiel die SommerakademikerInnen) besteht auch am heutigen Sonntag noch einmal Gelegenheit dazu. Bis 21:00 Uhr.

In diesem Sinne: Ohren hoch!

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[Wobei, beiseit: So ein um einige Dezibel verstärkter, behende mahlender Ameisenkiefer einem sofort die Lust vergehen lässt, dereinst als potentielle Leibspeise dieser niedlichen Tierchen wiedergeboren zu werden... also, schön brav sein, oder? Das Bildchen ist trotzdem ein bisschen arg daherfantasiert. Im Ohrenhoch wird den Ameisen nämlich ohne Kopfhörer gelauscht.]

Von miss.gunst am 02.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.07.09

es wird (nicht) gestreikt

tlsa09_ksw.gifUneindeutige Ansage? Das ist natürlich Absicht. Denn auch mit der programmatischen Absage, die man gemeinhin mit dem Begriff "Streik" assoziiert, verhält es sich ja keineswegs so einfach. Beispielsweise, weil eine Arbeitsniederlegung ganz schön viel Arbeit machen kann.

tlsa09_g1.gifGibt also schon ganz grundsätzlich so Einiges zu klären in Sachen Streik(en). Richtig kompliziert wird es dann, wenn man sich auf das Feld der Kultur und der Künste begibt, auf dem sich die Arbeitsverhältnisse noch einmal etwas anders gestalten als in jenen Sektoren, in denen für gewöhnlich zum Streik aufgerufen wird.

Das an sich ist nicht ganz neu - tatsächlich hat es in der Geschiche der Kunst insbesondere seit den 1960er Jahren diverse Streikbewegungen gegeben; so beispielsweise den legendären Art Strike.

Im aktuellen thealit laboratorium in Bremen, wo heute die Streik Academy (bzw. die Strike Akademie ;)) beginnt - den zugehörigen Aufruf haben wir vor einiger Zeit ja auch in diesem Log.Buch weitergereicht - lässt sich nun jedoch eine ganze Palette möglicher Perspektiven aufs Thema erkunden.

Auf dem dreitägigen Programm stehen nicht nur Vorträge und Workshops, sondern auch Konzerte und Performances - von Streikenden und Streiks Bestreikenden, für Streikende und solche die es (nicht) werden wollen.

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Von miss.gunst am 17.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.07.09

camp 09

cf09_ksw.gifVorgestern gestartet ist nicht nur der Elektromagnetische Sommer, sondern auch ein anderes Festival, das wir kennen und schätzen. Bei(m) camp in Stuttgart geht es allerdings nicht um Radiowellen, sondern um Klangkunst und Visuelle Musik.

Wie immer hat die Stuttgarter Initiative internationale KünstlerInnen eingeladen, die nun seit Montag zunächst einmal mit Workshop-TeilnehmerInnen arbeiten und sich untereinander austauschen.
Freitag und Samstag geht es dann erst recht zur Sache, wenn alle Beteiligten dann mit AV-Performances und Konzerten die Bühne bespielen.

Bereits heute gibt es jedoch einen Anlass, sich als Festival-BesucherIn in den Württembergischen Kunstverein zu begeben:
Um 19:00 Uhr hält Martin Koeppl - selbst AV-Künstler und Professor an der FH Metzingen/Schwäbisch-Hall - einen Vortrag zum Thema und anschliessend eröffnet eine Ausstellung, welche Arbeiten von KünstlerInnen versammelt, die in den vergangenen zehn Jahren beim camp Festival mit von der Partie waren.

Zumal wir das Ganze auch schon selbst getestet und für gut befunden haben: Können wir einen Besuch nur allerwärmstens empfehlen!

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Von miss.gunst am 15.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.07.09

lauter inseln (WRT)

ems09_ksw.gifLetztes Jahr ist er uns glatt durch die Lappen gegangen, aber diesmal sind wir wieder ganz Ohr und können den Webradio-Tipp der Saison ausgeben: Heute startet LoRa Zürich in den Elektromagnetischen Sommer 2009!

Der Klangkünstler Jörg Köppl (der erst kürzlich auch ein ganz wunderbares Programm für unser Lieblings-Kunstradio-Netzwerk radia.fm beigesteuert hat) verspricht in Kooperation mit dem Kunsthof - wo vor zwei Jahren Marold Langer-Philippsen mit seinen Jurten campierte - "Lauter Inseln" (und wohl auch die eine oder andere laute Insel) in den Radiowellen-Ozean zu entlassen.

Wer sich nun wundern mag, zugleich in der Ankündigung zu lesen, dass es dabei um "Dialoge" gehen soll: Vielleicht ist ja doch jeder Mensch eine Insel - aber eben die Vorstellung, dass einsame Eiländer nicht miteinander kommunizieren können, schlicht und ergreifend falsch.

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Neugierig geworden? Einfach einen Blick aufs Programm und die Hintergrundinfos zu den Beteiligten und dann sich mit Schwung in die Wellen des Webstreams werfen... wo heute Mittag ab 12:15 Uhr übrigens erst einmal Lachyoga angeboten wird. Na dann!

Von miss.gunst am 13.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.07.09

eisenwind (WRT)

iwif_ksw.gifFreundInnen der Brückenmusik aufgemerkt: Heute gibt es nicht nur endlich wieder einmal einen Webradio-Tipp, sondern sogar einen, in dem denkbar massive Saiten angeschlagen werden.

Schnöd geklampft wird selbstredend nicht. Vielmehr hat sich der dänische Klangkünstler Jacob Kirkegaard - treuen LeserInnen auch aus mehreren Einträgen in unserem Log.Buch bekannt - vor drei Jahren auf eine akustische Forschungsreise am Kölner Rheinufer gemacht und dort mit Kontaktmikrofonen jene Konzerte aufgenommen, die Wind und Wetter, Regen- und anderes Wasser auf den metallenen Uferbezäunungen und -geländern geben. Unter dem Titel Iron Wind bzw. Eisenwind hat er anschliessend ein Radiokunst-Stück für den WDR Köln daraus gemacht.

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Ist natürlich streng genommen nicht lupenreine Brückenmusik, wie sie beisielsweise Jodi Rose in bzw. bei ihren "Singing Bridges" sammelt (s. dazu auch den Eintrag vom 15.03.07 im hauseigenen Archiv). Wobei Jacob Kirkegaard seinerseits übrigens auch einmal eine von Jodi Roses Brückenmusikaufnahmen in eine eigene Komposition transformiert hat (gabs mal bei GUNSTradio zu hören, wo im vergangenen Jahr mit Autophones zudem ein weiteres Brückenmusik-Projekt an den Start gegangen ist).

Jedenfalls: Heute Nacht um 23:05 Uhr wird im WDR Studio Akustische Kunst Kirkeggards Eisenwind noch einmal zu Gehör gebracht. Nicht vepassen!

[Bildchen: Ist tatsächlich ein Stück Geländer vom Rheinufer - extrahiert aus einer fast schon zu schönen Panoramafotografie, die Ahgee ASR688in die Wikimedia Commons gespendet hat. Lizenz: cc-by-sa. Merci!

Von miss.gunst am 10.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.07.09

pool loop

plpl09_ksw.gifDas Ereignis dieses Wochenende in Zürich braucht man eigentlich nicht gross anzukündigen. Aber mindestens ein kleines Fähnchen hissen müssen wir natürlich doch...

Heute startet nämlich das POOL/LOOP/ Festival - das ja allein schon aufgrund seiner bestechend logischen und logotechnisch schlicht bestechenden Benamsung einen Extra-Punkt verdient.
Die angesichts der hochsommerlichen Temperaturen natürlich nochmals verlockender tönt. [Auch wenn es, beiseit bemerkt, eigentlich am Austragungsort keinen Pool wie den auf der Heimseite präsentierten hat - sondern, was umso schöner ist, schlicht und einfach der Zürisee zum Sprung in die Fluten lockt...]

Aber zur Sache, und da können und müssen wir, weil wir's grad etwas eilig haben, einfach zitieren:

"POOL/LOOP/ ist ein audiovisuelles Sound- und Medienfestival in der Roten Fabrik Zürich und Nachfolger von COPY! und Netlabelfestival. Ziel von POOL/LOOP ist die lustvolle und aktive Auseinandersetzung mit zeitgenössischer elektronischer Kunst und Musik. Es wird Krachen, Klicken, Wummern, Dröhnen, Säuseln, Quietschen und Fiepen. Es darf gebastelt, geschnitten, gesägt, gelötet, getanzt, gefeiert und gebadet werden."

Na also - wenn das nicht höchst verlockend klingt. Nix wie hin!

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[Bildchen: Von der Wasserfarbe her kommt unser imaginierter Loop-Pool fast hin - seine Füllung aben wir freilich nicht aus dem Zuerisee, sondern aus dem legendären Emerald Pool entwendet. Dank gilt dem Wikimedia Commons Spender Mav - und wie das Original ist auch dieses Bildchen cc-by-sa lizensiert.]

Von miss.gunst am 02.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.06.09

licht, blicke (camera obscura)

caoo_ksw.gifZwischendurch, zumal's mindestens atmosphärisch auch zum materialisierten Dunststreif auf der Aughölzli-Waldlichtung passt, ein Ausflugs-Tipp für die im Log.Buch leider schon länger vernachlässigten FreundInnen der Lochkamera.

Im Landesmuseum Niedersachsen Oldenburg läuft schon seit Ende Mai und noch bis zum 09.08.09 eine Ausstellung namens "Licht · Blicke. Aktuelle Positionen & ästhetische Experimente mit der Camera obscura".

Haben wir bislang auch selbst noch nicht in Augenschein nehmen können - die Ankündigung tönt aber durchaus interessant. Wer vorab nach Arbeiten der beteiligten KünstlerInnen auslugen will (in der eher wortkargen Begleitinformation zur Schau hat es leider nur eine "Künstler wie"-Aufzählung, an die wir uns halten konnnten):

Fündig kann man beispielsweise bei Thomas Bachler werden, der in seinem (schön angerichteten) Archiv sogar eine eigene Abteilung für seine Camera Obscura-Arbeiten unterhält (unbedingt aber auch die Fotogramme und dort die Grammgramme anschauen!).

Ähnlich gibt es auch auf den Heimseiten von Volker Herre ein reich bestückten Bereich mit seinen Camera Obscura-Photographien. Günter Derleth hat überhaupt seinen Fokus ganz auf die Arbeit mit der Lochkamera ausgerichtet.

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Schaut von daher alles in allem recht klassisch aus. Aber wer weiss, was vor Ort vielleicht noch an Experimenten gesichtet werden kann. Schliesslich werden auch Workshops für den Nachuchs angeboten - und Kinder sind bekanntlich die Künstler von morgen.
Zudem ist Oldenburg immer eine Visite wert: Müsste nämlich schon ein dummer Zufall sein, wenn nebenan im Edith-Russ-Haus nicht gerade eine spannende Ausstellung zu sehen ist...

[Bildchen: Keins von/aus der Ausstellung - wir haben einfach mal eine imaginaere Lochkamera vor dem Zwinger am Oldenburger Pulverturm aufgebaut. Herzlichster Dank für das Original geht an Wikimedia Commons-Spender Jürgen Howaldt - und wie dieses ist auch unsere Imagination mit der cc-by-sa lizensiert.]

Von miss.gunst am 30.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.06.09

stadtwaldeslust aughölzli

frrha_ksw.gifSchön ist es sowieso, im Frühsommer durch den Wald zu wandern: Flirrendes Licht auf frischem Grün... Und was, wenn es solche Waldeslust mitten in Zürich hätte - direkt im vierten Quartier?
Lässt sich seit Freitag und noch bis zum heutigen Sonntagabend (28.06.) ganz einfach ausprobieren.

frfrha_g1.gifUnd zwar in der Müllerstrasse 47. Dort im Hinterhof residiert die Galerie Mü - und dieser Tage ist der wunderbare PopUpShop zu Gast.

Wie Fans dieser wirklich in jeder Hinsicht liebens- und schätzenswerten Kreativgemeinschaft wissen werden, ist ein Gründugsmitglied, nämlich Corinna Mattner, seit einiger Zeit an der Limmat ansässig. Nun hat sie endlich auch ihre - in der Zusammensetzung zwar immer wieder wechselnde, aber ganz offensichtlich wachsende - Familie zum Einstand geladen.

Traditionsgemäss hat der PopUpShop auch diesmal ein Thema, unter dessen (Laub-)Dach sich die Produktionen der Beitragenden vereinen, die diesmal zusammengefunden haben:
Eben die Waldeslust - womit, beiseit bemerkt, dem Anlass eines Einstands entsprechend nebenbei elegant an den überhaupt ersten PopUpShop namens Augenwald angeknüpft wird.

frfrha_g4.gifIn zauberhaftes grünes Licht getaucht, wachsen dort Pilze und Kobolde an den Wänden... fleissige Feen haben aus Seidenpyjamas und -Krawatten gewirkte duftige Kleider und zünftige Schürzen für Förstertöchter hinterlassen... in der Mitte des Raums hat sich der weiche Frühnebel auf einer Waldlichtung materialisiert und bietet als heimelige Höhle Unterschlupf... rundum ranken zu zarten Ornamenten geformte Zweige.
Und Bilder gibt es in diesem Reum-Bild selbstredend auch zu sehen.

Da streift man doch gern mit frfr durchs Gehölz Aughölzli!


  • Die Daten:
    PopUpShop
    frfr äugelt im wald
    von und mit: Helena Adler / Shlomit Avishai / Karin Dürr/ Ana J. Haugwitz/ Samuel Kaufmann / Dina Keller / Maka Mamporia / Corinna Mattner / Suse Richter / Carolin Röckelein / Irina Zikuschka
    26. bis 28. Juni 2009
    Freitag ab 18 Uhr - Samatsg und Sonntag ab 12 Uhr
    Galerie MÜ - Müllerstr. 47 (HH) - Zürich
  • [Bildchen: frfr äugelt im Wald - und herzigwieimmer von Karte und Plakat...]

    Von miss.gunst am 28.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.06.09

    hamster!

    ywha_ksw.gifWie gerne ergreifen wir die Gelegenheit beim Schopfe, die geneigte LeserInnenschaft endlich wieder einmal auf einen veritablen Webcomic zu verweisen - zumal in diesem Fall Hamster die Helden des Geschehens sind. Hamster haben wir - neben diversen anderen Getieren - bekanntlich ebenfalls sehr gern. Und überhaupt...

    ... handelt es sich in diesem Fall sogar um eine besonders gewitzte, weil nämlich Strategien des interactive storytelling nutzende Umsetzung. Die ausserdem besondere Beachtung verdient, weil sie von vielversprechendem Nachwuchs stammt.

    Gefunden haben wir das Ganze nämlich bei den Einreichungen zum Schweizer JuniorWebAward bzw. eine Meldung, mit welcher die für den heutigen Dienstag in Zürich angesetzte Prämierung der aktuellen Runde angekündigt wird.

    Wie es aussieht, sind die hurtigen Hamster, welche eine Gruppe von Schülern der P1m des regionalen Gymnasiums Laufental–Thierstein ins Rennen geschickt hat, zwar nicht mehr ganz unter den ersten Vorentscheidungsfavoriten des Wettbewerbs. Aber doch hoffentlich nicht gänzlich chancenlos - schliesslich fahren die kleinen Nager doch einen erheblichen Einsatz!

    Ergo rufen wir doch gleich mal eine kleine Soligruppe auf den Plan und mit dieser Verstärkung umso vernehmlicher "Hamsteralarm!"
    Und fiebern, zumal man auf diese Weise ja vielleicht noch einen Publikumspreis anregen könnte, weiter mit... Viel Glück!

    ywha_g.gif

    Von miss.gunst am 23.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    13.06.09

    open broadcast open

    obrbs_ksw.gifHätten wir, weil ganz woanders unterwegs, beinahe verpasst mindestens anzukündigen für jene, die dieser Tage in Basel vorbeischauen können.
    Open Broadcast - derzeit noch im Aufbau, wenn alles funkt wie geplant aber demnächst als offene Plattform für NutzerInnengeneriertes Radio on Air, feiert schon einmal ein bisschen voraus.

    Und zwar bereits seit Wochenbeginn, wie sich im Nachhinein allerdings nurmehr im zugehörigen Team-Weblog nachlesen lässt.
    Am heutigen Samstag (13.06.09) hat es aber noch Gelegenheit, der Abschlussparty beizuwohnen. Programm im Tageseintrag des oben bereits verankerten Blogs, ab 21:00 bis nächtens bzw. Sonntag morgen früh im radio village (dem Hauptquartier von Open Broadcast in der Basler Utengasse 15).

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    Da wünschen wir erst mal den Open Broadcastern frohes Feiern. Uns aber doch noch mehr - und nicht nur, weil von Ort des Geschehens denkbar weit entfernt - alsbald dann auch mal richtiges Open Broadcast Radio.

    Oh, und: Wenns denn mal sendet, darfs sogar wie UKW rauschen. Digital hin oder her.

    Von miss.gunst am 13.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    10.06.09

    wellenbad, radiokonzert (WRT)

    wwbz_ksw.gifWäre eigentlich schon ein kombinierter Konzert- und Webradio-Tipp für den vergangenen Sonntag gewesen. Aber mindestens lasuchen kann man dem Wellenbad auch heute Nacht noch einmal.

    Dann wird nämlich die gleichnamige Sendung wiederholt (und zwar auf Radio Lora Zürich bzw. dessen Webstream ab 0:15 Uhr).

    wwbz_g.gifIm Walcheturm hatte sich auf Einladung von so21 wieder einmal (s. mehr im hauseigenen Archiv) eine muntere Runde von (Klang-)KünstlerInnen versammelt.

    Zu nicht geringen Teilen in ähnlicher Besetzung wie vor gut einem Jahr schon in einem entsprechenden Konzert/Radio/Konzert - aus dem unmittelbaren Umfeld der HOME MADE-Gemeinde sind u.a. Simon Berz und Simon Grab dabei. Und Jörg Köppl, der nicht nur an der ZHDK spannende Radio-Projekte realisiert, sondern gerade erst für unser geliebtes internationales Kunstradio-Netzwerk radia.fm eine schöne Sendung gespendet hat. Undundund.
    Ab ins Wellenbad!

    [Bildchen: Hachja, Wellenbaden. Die Sinuswellen - aus einer kitschnasigen Stimmung heraus musste es auch die farbige Fassung sein - haben wir uns aus den Wikipedia Commons geliehen. Dem Spender Kieff gebührt unser herzlichster Dank!]

    Von miss.gunst am 10.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    30.05.09

    psychedelische torschlussparty (AOH)

    pscp_ksw.gifKeine Sorge: Da wir ja nun gerade erst Schwung genommen haben, soll die Berichterstattung vom diesjährigen "Art of the Overhead" schon noch ein Stückchen weitergehen.
    Das Festival selbst freilich und die zugehörige Ausstellung feiern heute (30.05.09) bereits in Richtung Finale.

    Übrigens, da wir gerade bei der österreichisch-japanischen Freundschaft im Zeichen von Coded Cultures waren bzw. sind:

    Auch bei AOH ist Japan dieses Jahr gut vertreten - und das gilt insbesondere auch nochmal für das Programm der Psychedelic Closing Party (pdf).

    pscp_g.gifFreuen können sich Finnissage-BesucherInnen auf und an: OHPia mit Mickey Guitar aka Ken Matsutani, Mako Ishizuka mit DJ Kristian Nihlén, Junichi Okuyama - ergo einer starken Besetzung aus dem Land der Kirschblüte von Maywa Denki (s. a. den Eintrag vom 02.07.06) - sowie den/dem residenten DJ Projector. Und einer perfomativen Entfaltung der in der Ausstellung selbst zum DIY-Teach-In verfügbaren Mappen mit den Folien zur Geschichte der Overheadprojektoren (und -patente) durch die beiden Kuratoren, also Linda Hilfling und Kristoffer Gansing.

    In jedem Fall dürfte garantiert sein, dass die zu Hochzeiten der psychedelischen Partykultur gepflegte Neigung zum Multi-Media-Experiment auf Low Tech-Basis mit gutem Schwung weitergeführt wird. Da wären wir natürlich gern dabei gewesen - aber da wir ja nun einige Kilometer Luftlinie entfernt bei Coded Cultures weilen, wird's diesmal keinen Bericht geben können bzw. muss es bei der Empfehlung bleiben...

    Von miss.gunst am 30.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    28.05.09

    coded cultures

    ccu09_ksw.gifKaum angesetzt, müssen wir unsere kleine Reihe zur Art of the Overhead kurz unterbrechen - aber natürlich aus gegebenem Anlass, denn gestern ist in Wien ein nicht weniger einschlägiger Anlass an den Start gegangen: Die zweite Coded Cultures Conference.

    Dass das eines spannende Sache wird, mag bereits ein flüchtiger Blick aufs Programm nahe legen.
    ccu09_g.gifWas aber wohl weder der Titel noch der sowohl in Konferenz und Künstler-Panels als auch in der Ausstellung angelegte Austausch mit Japan vorweg ahnen lassen (nunja - dafür muss man ganz einfach wissen, was dem Team von 5uper.net schon seit je am Herzen bzw. im Aktivitätsradius gelegen ist): Für FreundInnen der DIY-Kultur ist so Einiges dabei.

    Mehr dazu (so stehts jedenfalls auf der hauseigenen Agenda bzw. in der imaginiären Liste der zehn besten guten Vorsätze) im Anschluss - denn erst einmal werden wir uns vor Ort tummeln.

    Für heute erst einmal die Empehlung: Wer am Pfingstwochenende seine Ausflugskutsche in Richtung Wien lenken kann, sollte am besten gleich selbst am Ort des Geschehens vorbeischauen...

    Von miss.gunst am 28.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    24.05.09

    videoex 09

    vx09_ksw.gifEigentllich hatten wir ja eine Bastel- und Baustellen bedingte Sendepause einlegen wollen... aber nicht allein der Treue wegen muss auch ein Päuschen mal pausieren, wenn in Zürich wieder Zeit für videoex ist.

    Gibt dieses Jahr nämlich unter anderem (oder vielleicht besser: allem voran) ein Spezialprogramm mit finnischen Gästen - und auf diesem Wege auch ein Wiedersehen mit einigen treuen Log.Buch-LeserInnen aus einschlägigen Einträgen bekannten Künstlern zu feiern.

    vx09_g.gifBeispielsweise mit Mika Taanila (s.a. im hauseigenen Archiv) - noch sensationeller aber vielleicht, dass man im Programm "Pioneers I" sogar eine Arbeit von Erkki Kureniemmi (s. a. im hauseigenen Archiv) daselbst zu sehen bekommt.

    Und sogar das kürzlich an dieser Stelle aus gutem Grund bejubelte finnische Sauna-Kino der Brüder Renvall ist mit von der Partie!
    *yay*

    Da wünschen wir natürlich frohes Schwitzen und Schauen - auf nach Zürich zum videoex!

    Von miss.gunst am 24.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    22.05.09

    art of the overhead rules again (AOH)

    aoh09p_ksw.gifHeiss ersehnt und freudigst erwartet: Heute (22.04.09) startet im schwedischen Malmö das Hauptprogramm des zweiten internationalen Festival für FreundInnen der Kunst und Musik mit dem Tageslichtprojektor.*
    "OHPen Surface" ist diesjährige Ausgabe von "The Art of the Overhead" überschrieben - und nicht umsonst zwischerts da zwischen den Zeilen "oooOHhhhhhh! OooHhhlala oooOHhhhhhh!"

    aoh09p_g.gifNachdem die Premiere von/mit AOH 2005 bekanntlich in Kopenhagen stattgefunden hat, sind Linda Hilfling und Kristoffer Gansing diesmal über den Öresund nach Malmö gezogen, wo der in den Docks gelegene Stapelbäddsparken dem AOH temporäre Bleibe bietet.

    Auch diesmal lockt wieder ein reiches Programm mit einer grossen Ausstellung, in der neben zahlreichen neuen Arbeiten auch das festivaleigene Recherche-Archiv zur Technik- und Mediengeschichte der Overhead-Projektion sowie die wachsende Sammlung von Folien mit künstlerischen und wissenschaftlichen Präsentationen gesichtet werden können.

    Damit nicht genug, gibts sowohl an diesem Wochenende als auch eine Woche später zur Finissage Konzerte, Performances, Performance-Lectures und Vorträge mit dem und rund um den Overhead.

    Wer kurz entschlossen noch nordwärts aufbrechen will (was wir nur allerwärmstens empfehlen können) und schon mal vorfreudig einen Blick auf die versammelten Highlights werfen möchte, mag vielleicht in der pdf-Broschüre blättern, in der alle Beteiligten kurz vorgestellt werden.

    Ansonsten und für alle Daheimgebliebenen wirds dann demnächst an dieser Stelle, also im Log.Buch, den einen oder anderen Eintrag geben. Denn (grosse Freude, die sich nur schwer verhehlen lässt:) Wir fahren hin!

    * Ja, die gleichnamige Arbeitsgemeinschaft - also Kunst & Musik mit dem Tageslichtprojektor (mehr auch im hauseigenen Archiv) - sind natürlich ebenfalls mit von der Partie und haben in den vergangenen Tagen sogar mit anderen KünstlerInnen fleissig in eben jenem Workshop gewerkelt, für den vor einiger Zeit an dieser Stelle ein Aufruf zu lesen war. Die Ergebnisse werden uns selbstredend nicht vorenthalten, sondern ebenfalls in der Ausstellung präsentiert.

    Von miss.gunst am 22.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    15.05.09

    seid gemeinschaft

    bcd18_ksw.gifWie es aussieht, hat der vor einiger Zeit auch an dieser Stelle verbreitete Ruf nach kollaborativen Initiativen Gehör gefunden: Die daraus erwachsene Reihe "be community" geht nämlich bereits in die dritte Runde.

    Das Dock18 lädt heute (15.05.09) wieder zu einem entsprechenden Abend in die Rote Fabrik.

    Nach einem Apéro(ab 19:00Uhr) gehört das Feld erst einmal Roman Bleichenbacher von codecheck.info (s.a. mehr im hauseigenen Archiv).

    bcd18_g.gif

    Im Anschluss gibt sich (und uns) Ubergeek Amy Alexander die Ehre mit einemlive aus San Diego ein "CyberBroadband-Konzert".

    Weitere Highlights: Eine Nacht-und-Nebel-Lecture von Stfan Kluge vom Open Surce FilmNetzlabel VEB Film Leipzig. Sowie ein Remote-Konzert von und mit Church of Noise (*äh* - welcher eigentlich?) aus Stuttgart.

    Wie immer wird alles dies live über das tolle DOCK18-TV übertragen. Also: Seid Gemeinschaft und seid dabei!

    [Bildchen: Haben wir einfach mal in die DOCK18-TV-Seite hineinimaginiert, was hier später passiert. Vom einsamen Bad des Solitärs in einem See von Selbstmitleid - hin zur glücklichen Glaubensgemeinschaft der Church of Noise...]

    Von miss.gunst am 15.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    13.05.09

    videoman @ mapping festival

    mfbt_ksw.gifIn Genf läuft bereits seit vergangenem Wochenende (und noch bis zum kommenden) das mapping festival 2009, das wir natürlich wie je allen an AV-Experimenten Interessierten wärmstens empfehlen wollen. Und zwar nicht zuletzt, weil es auch für Fans selbst gebastelter Gadgets etwas zu sehen gibt.

    Am heutigen Mittwoch eröffnet(e) nämlich in der Galerie Labo - in der auch einige der Workshops des Festivals stattfinden - eine Ausstellung des mexikanischen Künstlers Fernando Llanos, der als "Videoman" einfallsreiche Lösungen für mobile Projektionen bzw. Projektionsperformances entwickelt (einige Zeichnungen dazu kann man online auch auf seinen Heimseiten bewundern).

    mfbt_g.gifWährend des Festivals wird er zudem zusammen mit seinem Chihuahua - den er für diese Zwecke bereits einschlägig ausgestattet hat - die Genfer Strassen unsicher machen.

    Nebenbei, aber nicht zuletzt: Unbedingt lohnt es sich auch, auf den überhaupt sehr schönen Heimseiten des Künstlers weiter zu gründeln. Da gibt es viele leckere Sachen zu bestaunen, und wiederum so Einiges, was direkt im Interessenradius von HOME MADE liegt. Wie es der Zufall so will, hat er - zugänglich über den Anker zum Flug FVIDEO 737 - unter anderem 2004 ein Projekt namens "Hand Made" (bzw. "hecho al mano") realisiert, für das er wunderschöne kleine Kameras, Kassetten und andere Medien-Apparate gebastelt hat. Das Katalogzine dazu kann man nach wie vor als pdf herunterladen!

    [Bildchen: Einen mobilprojezierenden Chichuahua können wir nicht bieten. Dafür haben wir ein eigens gezüchtetes Beamertier. Seine Mama wurde Wikipedia Commons-Spender Marke freundlicher Weise unter GFDL publiziert - was nun auch für unser Beamertierchen gilt.]

    Von miss.gunst am 13.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    07.05.09

    diy e-tronic freaks @ bern

    rlfb09_ksw.gifFreundInnen der DIY-Elektrobastelei mit besonderer Neigung zur Robotern sollten sich schleunigst nach Bern begeben: Dort findet nämlich ab dem heutigen Donnerstag (07.05.) bis einschliesslich Samstag wieder einmal eine Zusammenkunft einschlägig orientierter Aktiver statt.

    Zwar gibt es nebenbei die erst einmal traurig tönende Botschaft zu vermelden, dass das eigentlich dieser Tage vor Ort geplante "roboloco - Festival für Maschinenkunst und Robotik" aus organisatorischen Gründen abgesagt werden musste.

    rlfb09_g.gifGleichwohl wird in der Reitschule so Einiges geboten: Jeden Abend ab 21:00 Uhr laden rozzobianca ("and friends") mit Performances und bzw. in Installationen zum "Musik Roboter Objekt Theater Spektakel" mit dem viel versprechenden Titel "Six Freaks Under" ein (kleine Anspielung wohl nicht nur auf die gleichnamige TV-Serie, sondern auch auf die entsprechend benamste Ausstellung, die vor einiger Zeit in der Berner Kunsthalle stattgefunden hat).

    Und wenngleich sie nun eben kein ganzes Festival auf die Beine stellen konnten, werden die fleissigen Mechatroniker von der SGMK doch immerhin - und unterstützt von FreundInnen - mit einigen diy*-makeaway-Workshops zugegen sein.

    Und schliesslich lädt auch noch die !Mediengruppe Bitnik (mehr auch im hauseigenen Archiv) zu CCTV-Stadtspaziergängen ein. Klingt doch fein!

    Von miss.gunst am 07.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    30.04.09

    klangirrgarten (WRT)

    llsch_ksw.gifKlanggärten haben wir im HOME MADE log.buch ja schon häufiger beackert. Da kann man ja auch mal einen Schritt weiter wagen und sich in einem ebensolchen absichtsvoll verirren, oder?

    llsch_g.gifUm so besser, wenn sich das Ganze zudem mit einem Webradio-Tipp kombinieren lässt.

    Heute Nacht - also zur gewohnten (Geister-)Stunde um 0:05 Uhr, zu der Deutschandradio Kultur seine Klangkunstwellen sendet - wollen uns Rilo Chmielorz und Pedro López in einen ebensolchen locken:

    "Eine fiktive Person bewegt sich durch einen Klangraum, der das Wagnis des Wandels und die Ambivalenzen des Lebens akustisch erfahrbar macht."

    Verspricht jedenfalls die Ankündigung des Programms. Wir legen jedenfalls schon mal die Batterien für unsere Audiotaschentampe zurecht. Und sind sehr gespannt...

    [Bildchen: Hier wird im/dem Labyrinth gelauscht. Ein denkbar grosses Merci gilt Wikipedia Commons-Spender AnonMoos (sic), der die Steilvorlage für ersteres in die Public Domain entliess.]

    Von miss.gunst am 30.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    28.04.09

    steine spielen

    lpsb_ksw.gifGenau. Mit Steinen spielen im doppelten Sinn. Also auch auf, insofern sie zum Klangkörper und Instrument werden. Angesichts der Materialqualitäten naheliegend, können dabei kräftigere Töne angeschlagen werden.

    Aber natürlich nicht nur. Simon Berz - im Umfeld von HOME MADE bestens bekannter und ziemlich aktiver Schlagwerker - hat sein Lithophon nun für den konzertanten Einsatz präpariert und gleich ein passendes Projekt gegründet: IGE TIMER.
    Bei diesem wird er von Klaus Janek am Bass kongenial unterstützt.

    Zu Erlauschen sind die von IGE TIMER unternommenen Erkundungen der Potentiale des Gesteins als Klangkunst-Instrument am heutigen Dienstag Abend (28.04.09) um 20:30 Uhr in Zürich, genauer gesagt im WIM (Magnusstrasse 5) - und dann zwei Tage später noch einmal in Zug (Donnerstag 30.04.09 um 20:00 Uhr im Burgkeller).

    lpsb_g.gif

    [Bildchen: Lithophon. Soso. Da wollen wir aber doch mal nebenbei mit Nachdruck fragen: Würden Sie diese niedlichen Steine schlagen???]

    Von miss.gunst am 28.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    11.04.09

    DIY diplomatische niederlassung

    evkk_ksw.gifEigentlich haben wir es ja gar nicht so mit der Monarchie, ob es sich nun um eine konstitutionelle oder eine künstlerische handelt.
    Aber für diese eine machen wir doch immer wieder gern eine Ausnahme und erstatten Hofbericht.

    evkk_g00.gifElgaland-Vargaland, die das von Leif Elgren und Carl Michael von Hausswolff (s. sowohl zu Erstererm als auch zu Letzterem mehr im hauseigenen Archiv) regierte Mikronation Königreich eröffnet am heutigen Samstag (11.04.09) ein weiteres Konsulat - und zwar ganz in der Nähe von Frankfurt, im beschaulichen Karben.

    Dort hat es ein kleines Schlösschen mit anrainendem Park, und in diesem wiederum steht eine Freimaurerkapelle - die fraglos einen passenden Ort für die neue Repräsentanz des Reiches vorstellt.

    evkk_g01.gifEingeweiht wird diese um 15:00 Uhr mit einer zünftigen Feier, zu der Leonhardi Kulturprojekte einladen und bei der Taslima Ahmed, Marc Behrens featuring Yôko Higashi (hamaYôko), Nikolas Ceccaldi, Eric D. Clark, Guillermo Faivovich, Sam Forsythe, Maria von Hausswolff, Oliver Heinzenberger, Ilja Karilampi, Klaus Kamptner, Michele di Menna, Ayaka Okutsu, René Schohe, Stephen Suckale, Joe Walsh und Immediate Memory internationale Variationen der Nationalhymne von Elgaland-Vargaland vortragen werden. Und anschliessend gibt's noch ein Festbankett.

    [Bildchen: Vielleicht noch ein angemessenes Ornat fürs Konsulat? Ist jedenfalls von der Örtlichkeit inspiriert - wobei betont werden sollte, dass es dort mitnichten düster ist. Aber es ist ja auch kein Lichtstrahl auf rasenbewachsenem Parkgelände, den wir hier flaggen. Wir danken Wikipedia-Commons-Spender Tiernvael und dem grossen GNU dafuer, dass wir Winkel und Zirkel nicht selbst zeichnen mussten, das Weisse Rauschen ist allerdings eigengeneriert.

    Von miss.gunst am 11.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    10.04.09

    intimacy & distance (WRT)

    indwr01_ksw.gifIntimität und Distanz: Sowieso ein spannendes Thema, wenn man über Gegenwart und Zukunft von Radio unter Netzkonditionen nachdenkt. Für diesmal geht es aber um Radio-Kunst-Praxis: Ein Festival, das zeitgleich in (mindestens) zwei Städten stattfindende Live-Performances übers Netz verknüpft - und das Ergebnis in die Welt sendet.

    Am heutigen (Kar-)Freitag Abend ab 21:00 Uhr geht "Intimacy & Distance" an den Start, wenn Jan Zimmermann und Michael Fischer per Telefon via Feedbackschleifen Berlin und Wien verbinden.

    Und in den kommenden Monaten werden wir dann an einer ganzen Reihe von Abenden radiophon erlauschen können, was die eingeladenen KünstlerInnen in bzw. zwischen Berlin, Bukarest, Budapest, Lissabon, London, Marseille, Tbilisi und Wien miteinander (und dem Medium) anfangen können.

    indwr01_g.gif

    Gesendet wird das Programm von den beteiligten (Kunst-)Radiostationen sowie - weshalb dieser Eintrag ins Log.Buch denn auch als Webradio-Tipp taugt - wwweltweit per Stream. Also heisst es nicht nur für die Ortsansässigen, ganz zum Motto des Festivals passend: Wo auch immer Ihr seid - seid dabei!

    [Bildchen: Distanz und Nähe, arg flink frei dahin fantasiert gefunkt. PS: Passt aber ganz gut zum Kruscheln und Fiepen der Feedackschleifen, finden wir.]

    Von miss.gunst am 10.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    09.04.09

    insekten, musik ff.

    fkfd_ksw.gifNachdem es gestern erst einen Konzert-Tipp für Frankfurter FreundInnen der Insektenmusik gab, lässt sich heute gleich nochmal nachlegen - allerdings kommen diesmal diejenigen auf ihre Kosten, die flink nach Aarau fahren können.

    Im Rahmen der vom Kunstraum Aarau organisierten Reihe "Musikzimmer" spielt nämlich heute Abend ab 21:00 Uhr (im Barracuda, Metzgergasse 14) nicht nur Helena Gough auf (genau, eben jene Künstlerin, auf deren Auftritt im Walcheturm wir gestern ebenfalls hingewiesen haben).

    Sondern - geschickt getarnt als flozki3000 - auch der Bricoleur Universel Florian Kaufmann (s. a. mehr im hauseigenen Archiv). Und in der (leider etwas spät eingetrudelten) Einladung verspricht er was? "Satelliten und Insekten" aufzulegen.

    fkfd_g.gif

    [Bildchen: Tja. Sieht ganz so aus, als seien angesichts dieser Einladung nicht alle Gäste gleichermassen gut aufgelegt... Wir danken in jedem Fall Sebastian Ritter, der sein Foto der Mutter unserer nicht wirklich gutgelaunten Konzertbesucherin grosszügig unter cc-by-nc-sa den Wikipedia Commons zur Verfügung gestellt hat. Selbige Lizenz gilt auch für diese kleine Szene.]

    Von miss.gunst am 09.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    08.04.09

    assembling (lópez) / segmente (gough, schurer)

    flhgbs_ksw.gifInsektenmusikfreundinnen und -freunde aufgemerkt: Francisco López ist zu einem Konzert in der Stadt...

    ... und zwar gerechter Weise mal in Frankfurt am Main - wobei wir für die ZürcherInnen ebenfalls einen Tages-Tipp in der Tasche haben.

    Doch zunächst zu López und damit in die Mittelhessen-Metropole. Selbige hat in diesem Jahr nämlich eine Veranstaltungsreihe namens "Mind The Gap!" zu bieten, in der sich Konzert- und Vortrags/Gesprächsabende verschiedenen Fragen zum Verhältnis von Klang und Bild bei künstlerischen Produktionen auf dem Feld der elektronischen Medien widmen.
    Und im Rahmen ebendieser Reihe ist am heutigen Mittwoch Abend (um 20:00 Uhr im Haus am Dom) nun also Francisco López zu Gast.

    flhgbs_g.gifSein Konzert ist - dem thematischen Leitfaden der Reihe entsprechend - zwar nicht als Feier der Insektenmusik angekündigt, sondern soll unter den Vorzeichen von "Assembling" stehen. Aber wer López Werk und seine Arbeitsweise kennt (s. a. die Einträge im hauseigenen Archiv) wird wissen: Letzteres schliesst Ersteres keineswegs aus - ganz im Gegenteil.
    Ergo dürfen eben auch Insektenmusikfreundinnen und -freunde dem heutigen Abend erwartungsfroh entgegensummen.

    Bevor sich nun die Zürcherinnen und Zürcher Fans Neuer und experimenteller Musikpraxis in neidvoller Gram haltlos schluchzend auf dem Boden winden: Gemach, Gemach. Auch sie werden heute bestens versorgt:
    Im Walcheturm findet (fast) zur gleichen Zeit - um 21:00 Uhr - ein Konzert der Konzertreihe für experimentelle elektronische Hörmusik "segment| e" statt, zu dem sich Helena Gough und Bernd Schurer ein Stelldichein bzw. die Ehre geben.
    Und damit umgekehrt auch den in/um Frankfurt Weilenden, mit einer Träne im Augenwinkel Richtung Limmat zu zwinkern.

    Wirklich höchst bedauerlich, dass es auch im Zeitalter elektronisch beflügelter multipler Identitäten und Präsenzen - Mind The Gap! - mit dem Hin- und Herbeamen zwischen distanten Lokalitäten immer noch nicht ganz so schnell klappt...

    [Bildchen: Um imaginär ein paar passende Musiker auf die Bühne zu schicken, haben wir haben flugs ein wenig Insekten-Assembling betrieben. Ihre Ahnen - um genau zu sein, von rechts nach links: Eine männliche Skorpionsfliege (Panorpa germanica), eine Diaphora Mendica sowie eine kleine Fliege der Art Aleyrodes proletella leben auf der grossartigen belgischen Insektenbilder-Seite "Entomart". Welche es gestattet, ihre Bilder für Zwecke wie diesen, also auch die Züchtung neuer Spezies, frei zu verwenden! Phantastisch, Grand Merci!/vielen Dank!]

    Von miss.gunst am 08.04.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    29.03.09

    wart mal! (WRT)

    wmbe_ksw.gifZum schönen Sonntag eine Kombination aus Konzert- und Webradio-Tipp.
    Zusammen mit seinem Kollegen Urs Leimgruber wird Simon Berz heute nachmittag an einem für ersteren Zweck vielleicht ungewöhnlich anmutenden, aufgrund seiner Architektur jedoch eine ideale Akustik bietenden Ort aufspielen: Dem Wartesaal des Bahnhofs Enge.

    Die Einladung zu diesem Ereignis ist derart nett formuliert, dass wir gar nicht anders können, als sie im Wortlaut wiederzugeben:

    Liebes Ohrenpaar!

    Warten lohnt sich, speziell am kommenden Sonntag.

    WARTESAALKONZERT
    Bahnhof Enge Zürich
    Urs Leimgruber; sax
    Simon Berz; manipulated instruments
    Sonntag, 29. März 2009 17 Uhr

    wmbe_g.gifWARTESAAL ENGE
    Der einzigartige Wartesaal im Bahnhof Enge besticht durch seine kreisrunde Form und eine ausserordentlichen Akustik. Die zwei Musiker Urs Leimgruber und Simon Berz treffen musikalisch im Wartesaal mit unterschiedlichsten Instrumenten aufeinander. Die Passanten und Wartenden werden zu Klangzeugen zweier Musiker, die mit sich und dem Raum in Kontakt treten. Es entstehen Klangwolken, die sich zögerlich aufbauen und sich mit den Bahnhofsklängen vermischen. Die Musiker suchen akustische Überraschungen und gehen mit Ihren Instrumenten lustvoll und feinfühlig auf sich und ihre klangliche Umwelt ein.
    Das Konzert wird aufgezeichnet und am selben Abend auf Radio LoRa Zürich in der Sendung SO21 BADABUM um 21.45 Uhr ausgestrahlt.

    Herzlichst
    Simon

    Ohrenpaare, die sich nicht zur Tea Time (Achtung, Sommerzeit!) im Wartesaal einfinden können, bekommen also noch einmal heute Abend beim ja auch prima via LoRa-Webradio zu belauschenden SO21 (mehr dazu auch im hauseigenen Archiv).

    [Bildchen: Der Flyer zur Veranstaltung. Das vorfreudig dem Konzert entgegenlauschende Ohrenpaar schaut ihn grad an und ist deswegen nicht mit im Bild.]

    Von miss.gunst am 29.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    28.03.09

    fumetto nullneun

    ffl09_ksw.gifRauchzeichen über Luzern? Die aber vielleicht ein wenig wie Sprechblasen ausschauen? Ganz genau, es ist wieder soweit: Fumetto-Zeit!
    Nachdem rings in der Stadt schon seit einigen Tagen die Satelliten blinken, gehen nun auch im Festivalzentrum die Lichter an.

    Eine ganze Woche lang wird die Stadt am See im Zeichen gezeichneter Bilder und Geschichten, auch bekannt unter dem Codenamen Comics stehen.
    Mit Inter- und nationalen Ausstellungen, Mini-Messe, Lesungen Signierstunden, Vilm-Programmen, Workshops, Bar und Party. Undundund.
    Da gucken wir als treue Fans ab morgen schon noch etwas genauer hin. Und wünschen für heute erstmal einen guten Start!

    ffl09_g.gif

    [Bildchen: Dem Eintrag entsprechend einfach als Einstiegsgruss gedacht. Wobei wir uns wie weiland schon mal wieder vom schönen Namen des Festivals inspieren liessen und dann ganz fest ans Fumettowunderland dachten. Ob uns da wohl etwas durcheinander geraten ist? ]

    Von miss.gunst am 28.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.03.09

    noise im rondell

    rnkm_ksw.gifMit denkbar schlechtem Gewissen, weil es idealerweise einen entsprechenden Hinweis schon vergangenen Freitag und in jedem Fall früher hätte geben sollen, weil auch heute auf den letzten Drücker:
    Für Noise-FreundInnen, die sich in der Nähe von Maastricht aufhalten, hätten wir da nämlich noch einen prima Tipp...

    rnkm_g.gifKaspar König veranstaltet derzeit in seinem Projektraum "Het Rondeel" eine kleine Konzertreihe.
    Den ersten Abend - mit Adam Leb, Kim Laugs und Rinus van Alebeek (s.a. im hauseigenen Archiv) sowie den enfants bendibles, die uns schon beim Zürcher diy*-Festival beglückten - haben wir eben schnöderweise anzukündigen verpasst (obwohl eine gute Entschuldigung dafür - dazu demnächst dann noch mehr...).

    Umso wärmer wollen wir nun den zweiten Abend der Reihe empfehlen: Heute ab 21:030 Uhr sind mit Marc Chia aka one man nation aus Singapur, Dave Philipps aus Zürich und Juan Mota aka c-utter aus Barcelona (hat eine ganze Menge EPs auf archive.org, falls jemand mal vorlauschen will) nun veritable Noise-Prominenz zu Gast.

    rnkm_g2n.gifDer dritte Teil der Reihe wird dann kommenden Freitag (27.03.09) folgen - einfach schon mal vormerken. Und wenn wir's nicht verschusseln, gibt's an dieser Stelle den passenden Kalendereintrag dazu...

    [Bildchen: Ausser, dass uns Kaspar "the darkest and most brutal sonic explorations in human emotions transmitted through physical performance" verspricht und wir deshalb Noize-Band zum Porrät bitten wollten, hats eigentlich nix mit obig besungenem Konzertabend zu tun. Angeschlurft gekommen ist nämlich nur ein Schlagwerker, der offenkundig eher unplugged arbeitet. Aus Mitleid haben wir dann dem armen genervten Schädelchen noch einen mp3-Player geschenkt. Nunja. Bessere Musik hat das wohl auch nicht ins Bildchen gebracht.]

    Von miss.gunst am 23.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    07.03.09

    kompressionsartefakte

    atf_ksw.gifKompressionsartefakten begegnet man für gewöhnlich eher unverhofft. Allerdings immer öfter in einer Zeit, da eigentlich ständig Daten durch Kanäle geschoben werden müssen, die zuvor nach einer entsprechenden Verdichtung verlangen. Mit Kunst hat das zwar erst einmal nichts zu tun.

    Gleichwohl spricht doch nichts dagegen (um nicht zu sagen: angesichts ihrer Unvermeidlichkeit nachgerade viel dafür) Kompressionsartefakten etwas abzugewinnen und den ästhetischen Wert schätzen zu lernen, den sie für sich genommen zweifellos besitzen.

    atf_g1.gifDa wir diese Auffassung schon etwas länger vertreten, haben wir selbtredend gleich freudig aufgemerkt, als uns die folgende Einladung erreichte:

    "Hochverehrte Damen, schwer geschätzte Herren, es sei in diesen bösen Zeiten die Stunde gekommen, da ich allem Widrigen zum Trotze neuerlich verschwurbelte Wunderworte in den Äther pumpe. Sowieso schon wieder fett spät, jedoch haben sowohl mein Rechenknecht wie auch ich vor einiger Zeit diverse schändliche Mikroben eingekörpert, worunter sowohl die beiderseitige Leistungsbereitschaft ebenso wie die Kommunikation untereinander litt. Dass der Weltschmerz aufgrund dieser und anderer Gegebenheiten, deren Erörterung ich dem Leserling/ der Leserline zu ersparen gedenke, aus seinen verwitterten Verstecken kriecht und ab und an mal böse zupetzt, ist wohl nicht weiter verwunderlich. Doch genug mit dem Geflenne.

    atf_g2.gifDer Zweck der Botschaft liegt in froher Kunde:
    Am Samstag, den 7.3. findet ab 20:00 Uhr die Vernissage meiner Ausstellung 'Kompressionsartefakte' im Hafen 2 in Offenbach statt.
    Zu diesem Anlass werde ich es mir nicht nehmen lassen, vor Ort und Stelle audiovisuell Live zu performen.

    Es fühle sich also hiermit bitte die komplette kunterbunte Warstletter-Empfängerschar aufs allerherzlichste zu diesem Anlass und Termin eingeladen. Bringt alle eure Leute mit. Randalierende Stinkmolche werden jedoch nur unter Vorbehalt wilkommen geheissen.
    Hust,
    Simon Schäfer"

    Ja genau, ganz richtig: Der wunderbare Warst (s.a. im hauseigenen Archiv) lädt ein. Mit leckersten Kompressionsartefakten! Da lohnt es sich in jedem Fall dabei zu sein.
    [Ausser für randalierende Stinkmolche natürlich. Liebe randalierende Stinkmolche: Ist ja alles gelogen, was da oben steht. Kompressionsartefakte sind eigentlich ganz langweilig und doof und man muss auch nicht nach Offenbach fahren, um sich welche anzugucken. Hat es auch im Fernsehen und auf dem PehZeh. Bleibt also mal schön zuhause, legt die Füsse Flossen hoch und lasst die Stinkdrüsen lüften.]

    atf_g3.gif

    [Bildchen: Ja logo. Des Warsts Kompressionsartefakte schauen ganz anders aus und hören sich auch ganz anders an. Aber hier hatten wir nun mal diese im Gehege. Das rechts ist übrigens in liebevoller Handarbeit komprimiert.]

    Von miss.gunst am 07.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    06.03.09

    syndrome wpw in concert

    rswpw_ksw.gifWie oft Richtung Wochenende muss man tatsächlich würfeln, welche Abendveranstaltung der geneigten Log.Buch-LeserInnenschaft ans Herz gelegt werden soll.
    Haben wir gemacht und die Augen sind für Zürich gefallen.

    rswpw_g.gifDort lädt das dock18 für die heutige Nacht zu einem Remote-Concert mit Syndrome WPW aus Lausanne.

    Wem diese Ankündigung so gar nichts sagt, sei zum einen ein Besuch auf den Heimseiten von Syndrome WPW aka Serge Teuscher ans Herz gelegt. Dort kann man dank eines mit ausgewählten Live-Konzert-Clips und Muzik bestückten Buffets schon mal ein wenig Suppe fassen, um den Appetit aufs anstehende Supper noch ein bisschen zu steigern.

    Zum anderen muss man sich - und zwar zumal dann, wenn man dummerweise gar nicht in Zürich weilt - auf der Zunge zergehen lassen, was "Remote Concert" bedeutet: Syndrome PWP kommt nämlich gar nicht in Persona an die Limmat, sondern sendet aus dem Lausanner Radiostudio von Fréquence Banane live in die Rote Fabrik.
    Und eben deshalb wird, wo ja sowieso schon mal eine flinke Verbindung zwischen A und B L und Z stehen muss, das Ganze obendrein direkt noch über dock18-tv in die grosse wwweite WWWelt ausgestrahlt.

    Heisst also: Auch anderswo kann man des Syndrome WPW-Konzerts teilhaftig werden. Und wenn es einen HotSpot hat, im Prinzip sogar beim Konzert oder im Club der alternativen Wahl.
    Ist ja nicht wirklich so, dass uns der Sinn nach einem solchen Multi-Tasking stünde. Aber die Option an sich ist schon phänomenal - obwohl wir am Ende dann wohl doch wieder würfeln werden...

    Falls es jenseits des Zufalls und des Augenauszählens aber noch eine Entscheidungshilfte brauchen sollte: Michaelmusic, Ohrstrom und max dunkelrot sind nicht nur per Remote mit dabei, sondern tatsächlich live vor Ort.

    Von miss.gunst am 06.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    02.03.09

    canbots

    kdak_ksw.gifA propos Falten falten. Es muss natürlich nicht immer von Pappe sein, was sich da mit wenigen oder mehr mal mehr mal weniger geschickten Kniffen fabrizieren lässt.
    Da hätten wir doch glatt noch eine passende Alternative.

    Zwar nicht mit Anleitung zum Nach- bzw. Eigenbau. Aber manchmal macht es ja auch einfach Spass, die Dinge anzusehen, die andere gebastelt haben.

    Wie beispielsweise im Fall der Canbots, die sage12888 in seinem Etsy-Shop anbietet.
    Einer schöner als der andere. Recycling-Origami von Feinsten. *hach*

    kdak_g.gif

    [Bildchen: Ist natürlich kein Canbot. Waren zu ungeduldig, eine Anfrage in Sachen Abbildungsgenehmigung zu starten. Und weil wir leider auch nicht so gut Falten falten können, ist netterweise Fuddel, der Vetter von Kuddel eingesprungen. Wobei: Ist auch ohne Schere, Kleber oder Schweissnaht gestaltet. Immerhin.]

    Von miss.gunst am 02.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    25.02.09

    scelsi (WRT)

    owst_ksw.gifWieder mal Zeit für einen Webradio-Tipp. Und der geht, wie gerne an einem Mittwoch, wieder mal ans WDR open: Studio elektronische Musik.

    Dort steht heute das Porträt eines Komponisten aus dem vergangenen Jahrhundert auf dem Programm. Klingt irgendwie verstaubt?
    Ist es aber mitnichten - und kaum allein deshalb, weil das aktuelle Saeculum gerade mal neun Lenze zählt.
    Es soll nämlich um Giacinto Scelsi gehen, eine ziemlich exzentrische Erscheinung der jüngeren Musikgeschichte. Selbst elektronische Musik komponiert hat er zwar nicht. Doch über seinen Kompositionsprozess war er diesem Feld doch verbunden:

    owst_g.gifZum Einen fand er seine Töne gern, indem er auf einer Ondiola bzw. Ondioline improvisierte (weiteres zu diesem Instrument in der Chronologie von 120years; ausführlichere Informationen inklusive Bildchen gibts beim tollen RétroTSF).
    Zum anderen war er Notationssystemen derart abhold, dass er seine Improvisationen auf Tonband aufzeichnete und dann von anderen für die vorgesehene Besetzung transformieren liess.

    Aber weiter wollen wir hier gar nicht ausholen, insofern sich lässig auf einen Lexikon-Artikel von Markus Bandur zu Scelsi, eine kleine Werkmonografie von Frank Perry sowie auf einen sehr schönen Artikel von WMS.Nemo (im Soundslumberland, sympathisches Alias, oder?) zu den Streichquartetten in der Kammermusikkammer (mit vielen weiterführenden Ankern) verweisen lässt.
    Sowie selbstredend auf die Fondazione Isabella Scelsi, die in Rom das Erbe des Komponisten pflegt. Auf deren Heimseiten kann man im Bereich des Museums übrigens auch einen Blick in Scelsis Arbeitszimmer werfen, wo seine Instrumente inklusive der Ondioline zu bewundern sind.

    Dürfen wir dann über all der Schmökerei nur nicht vergessen, um 23:05 Uhr den Webradiostream des WDR open: Studio elektronische Musik anzuwerfen...

    [Bildchen: Imaginiert nicht Scelsi - der sich allem Vernehmen nach sowieso nicht so gern porträtieren liess. Eher vielleicht, wie es ist, aus den Wellen einen einzigen Ton zu greifen....]

    Von miss.gunst am 25.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    24.02.09

    post-computational instruments

    pcie_ksw.gifIst wirklich ein bisschen weiter weg, so man nicht zufällig gerade in Spanien Urlaub macht. Aber da dort an spannenden Sachen gebastelt wird und sich zudem auch - post-computational hin oder her - der eine oder andere Blick auf diese übers Netz werfen lässt, ist uns dieser Workshop in den Radar gegangen.

    Im Kunst-und Kulturzentrum arteleku im schönen San Sebastian findet morgen und übermorgen (25./26.02.) der erste Teil eines Workshops-Doppels statt, das den vielversprechenden Titel "Post-Computational Instruments" trägt.

    Wobei "post-computational" nicht ganz so beimm Wort zu nehmen ist. Denn Servando Barreiro, der diesen Part bestreiten wird, lädt dazu ein, das von ihm entwickelte Minia open hardware sensor board kennenzulernen und dann mit verschiedenen elektrischen und elektronischen Gerätschaften zu experimentieren, wobei als Musik/Steuerungssoftware Pure Data zum Einsatz kommen wird.
    Also durchaus computational - aber wenn es so reiche respektive munter tönende Früchte trägt, wie sie in den Einträgen von Barreiros minitronics-Blog zu bewundern sind, soll das doch nicht weiter stören...

    pcie_g.gif

    [Bildchen: Unsere Früchte Schoten sind definitiv prä- bzw. pre-computational. Und tönen erstmal auch nur in der Imagination (zudem offenbar weder ganz freiwillig noch wirklich gern...). Nicht dass es keine tollen Abbildungen von tollen Instrumenten bei minitronics hätte. Aber die sind leider alle mit einem (c) markiert.]

    Von miss.gunst am 24.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    21.02.09

    magnetbandgesichter

    mbz_ksw.gifZwischendurch einfach mal ein kleines amuse-oeil (oder hiesse das dann amuse-yeux?) für FreundInnen der aussterbenden Tape- bzw. Magnetbandkultur.

    Und zwar in Form einer Empfehlung, bei Gelegenheit einmal im FlickR-Album "Monkey Boy" von Rosa Menkman zu blättern. Die Niederländerin hat nämlich alten Tonbandgeräten in die Augen geschaut. Und was blickte zurück?

    mbz_g.gif

    [Bildchen: Ist natürlich noch nicht das amuese-oeil, denn das ist leiderleider mit einem dicken (c) versehen und kann ergo hier nicht wiedergegeben werden. Ersatzweise mussten wir also selbst zum Griffel greifen... Tja, wie kamen die Affen in mein Schaffen? Eben, zwangsläufig so...]

    Von miss.gunst am 21.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    14.02.09

    köstlichkeiten für parasiten

    bmpd_ksw.gifNicht der Philosophie, noch der Biologie verdankt sich dieser Eintragstitel. Sondern, wer hätte das gedacht, die !Mediengruppe Bitnik - die sich auf diese Weise fröhlich eine Diskreditierung aneignet, mit der sie vor einiger Zeit mal anlässlich seiner Aktion "Opera Calling" bedacht worden war.

    Bekanntermassen ist Letztere ein derartiger Erfolg gewesen, dass über Erstere (abgesehen mal davon, dass sie rhetorikhistorisch als ziemlich ungeschickt bezeichnet werden muss) eigentlich schon das Gras gnädigen Vergessens hätte gewachsen sein können. Aber anlässlich einer Retrospektive packt man eben alles aus der Kiste, was dazu gehört.

    bmpd_g1.gifRetrospektive insofern, als Bitnik mit Parasite's Delight beziehungsweise der gleichnamigen Ausstellung bei Binz39 die Zeit ihres zweijährigen Atelierstipendiums beschliessen, das sie von der Stiftung erhalten hatten. Und in der haben sie ja auch in der Tat so einiges auf die Beine gestellt (mehr dazu nicht nur auf der Heimseite der Bitniks, sondern auch im hauseigenen Archiv).

    Daher zeigen sie vor Ort auch nicht nur die wichtigsten Projekte der letzten Jahre - neben "Opera Calling" und "Download Finished" (2007) sind das "Our Man in India" (2008) und, ganz frisch, "CCTV: A Trail of Images. Die unsichtbare Stadt – Tools für Sousveillance" (2009).

    Da zum Rückblick eigentlich auch die Serie "A Hack A Day" gehört, die sie in Zürich und andernorts veranstaltet haben, sich Aktionstage aber noch schwerer ausstellen lassen als die ebenfalls auf Interaktionen setzenden Projekte, gibt es heute (14.02.09) Abend Nacht zudem eine A HACK A NIGHT #11: OUR OWN PRIVATE PIRATE TV SESSION: "An evening of vicious audio, fierce visuals, elated air waves and flickering tv sets", wie die Ankündingung bei Binz39 verspricht.
    Mit dabei: Serhat Köksal, Alexander Tuchacek von Knowbotic Research, Raffael Dörig, Adnan Hadzi und natürlich die !Mediengruppe Bitnik höchstpersönlich.
    Ab 20:00 Uhr in der Binz39 und allem Vernehmen nach auch mit einiger Ausstrahlungskapazität über diesen Ort hinaus...

    bmpd_g2.gif

    [Bildchen: In Ermangelung anderweitigen Illustrationsmaterials haben wir versucht, auf unsere Weise einen sinnfälligen Zusammenhang zwischen Köstlichkeiten für Parasiten und (potentiellen) Überwachungstechnologien herzustellen. In diesem Fall in der Hauptrolle: Familie Pediculus humanus var. capitis, beim Sonntagsausflug mit Picknick sozusagen selbst ein Teil der Aussicht, die sie geniesst. Oder wie sagte doch gleich Novalis...]

    Von miss.gunst am 14.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    12.02.09

    umgestürzter baum

    fcnh_ksw.gifEine seltsame Überschrift für einen Eintrag? Ist eigentlich nur die Übersetzung von "Albero Rovesciato". Und warum das gleichnamige Projekt von Franceso Cavaliere so heisst, können wir allenfalls erraten.

    Entsprechende Anhaltspunkte lassen sich in einer aktuellen Selbstdarstellung finden, in der es heisst, man habe nach der Zertrümmerung aller vor Ort vorhandener Instrumente aus de heimischen Italien nach Berlin ziehen müssen.

    fcnh_g.gifDoch so nahe die Assoziation mit dem Geräusch berstenden Holzes auch liegen mag: Eigentlich dominieren bei dieser Art von Noise weniger wuchtige denn feingranulare Töne. Einschlägige Lauschproben, wie sie in besagter Selbstdarstellung kredenzt werden, bestätigen das ebenso wie ein Besuch auf der obligaten MySpace-Seite, wo weitere Stücke erklingen.

    Vor allem aber ist es aus HOME MADE-Perspektive interessant, mal einen Blick auf die Instrumente zu werfen, die Cavaliere auf seiner Heimseite zeigt. Ob er die als Ersatz für jene gebastelt hat, die besagter Zertrümmerung zum Opfer fielen? Schauen jedenfalls vielversprechend aus.
    Und möglicherweise wird ja auch das eine oder andere davon in Aktion zu sehen und zu hören sein, wenn Cavaliere am kommenden Samstag Abend (14.02.09) ein Konzert im Frankfurter multi.trudi gibt...

    [Bildchen: Unsere Gummi-Harfe fällt zugegebener Massen um Einiges schlichter aus. Aber noisig Schnarren kann sie durchaus -wenn man jetzt noch einen Verstärker hätte und vielleicht Verstärkung durch einen Kollegen an der Basssaite vorn...]

    Von miss.gunst am 12.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    29.01.09

    a maze jump'n'run

    amjr_ksw.gifWie jedes Jahr Ende Januar locken die transmediale und der club transmediale nach Berlin. Da wir uns hier schon lange nicht mehr auf der Spielwiese getummelt haben, geht der heutige Tagestipp erst einmal nicht in Richtung eines der beiden Hauptprogramme, sondern ins weitere Feld des Anlasses.

    In der c-base (s.a. im hauseigenen Archiv), die sich diesen Montag mit DORKBOT.BLN vs DORKBOT VIENNA bereits als zentraler Anlaufpunkt qualifizierte, steigt heute (29.01.09) Abend nämlich das von der gleichnamigen Intitiative organisierte A MAZE FETSIVAL mit einem leckeren Spezialprogramm namens Jump'n'Run Bonus Cheat - womit schon angedeutet wäre, auf welche Spielwiese es dabei geht. Nämlich die von Computerspielen und Kunst.

    Bestritten von illustren Kombattanten, die teils in persona und/oder mit Projekten anwesend sein, teils aus Madrid von arsgames live zugeschaltet werden, wo eine Parallelveranstaltung einberufen worden ist.

    Vor Ort mit dabei auf der musikalischen Seite unter anderem: goto80, Computadora, Pornologik, für die zünftige Gestaltung des Spieleabends sorgen u.a. die Tennisfreunde Berliin [sic, eben die mit den zwei i]. Ab 20:00 Uhr im Hauptquartiert der c-base (Rungestrasse 20 BLN). Das will man sich doch nicht entgehen lassen, oder?

    amjr_g.gif

    [Bildchen: Einfach auf die Schnelle, daher besonders naja... jump-ohne-run, immerhin mit 8bit. Geht aber, wie man sieht, rasch auf die Kondition, das Gewackel...]

    Von miss.gunst am 29.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    26.01.09

    DIY super sauna kino

    skst_ksw.gifGleich eingangs zugegeben: Dieser Eintrag läuft nicht wirklich auf einen Tipp zum Selbermachen hinaus. Denn so ein Super Sauna Kino ist schon ein etwas komplexeres Projekt - und in diesem Fall geht es erst daher erst einmal um die Würdigung eines grossartigen Prototypen, dessen wir ansichtig werden konnten.

    Und zwar in Frankfurt, wo dieser Tage ein ganzer Trupp is- bzw. nordländischer KünstlerInnen die Szene aufgemischt hat. Leider nur einen einzigen Abend lang gab es im und um den Bunker in der Schmickstrasse (wo auch das INM angesiedelt ist, aber eben auch Gastateliers der Stadt) Installationen, Videos, Performances, Konzerte.

    Alles spannend und insgesamt ziemlich grossartig. Besonders aber besagtes Sauna Kino.
    Eigentlich bzw. vor allem eine Installation der Gebrüder Seppo Renvall und Markus Renvall aus Finnland, im Gärtchen hinter dem Bunker und der benachbarten kleinen Gaststätte, die gewöhnlich Hafenarbeitern und Fernfahrern (sowie allen, die es bodenständig mögen) Atzung bietet.

    Von Fern betrachtet sah das Ganze erstmal nach Gartenparty aus: Bunte Lichter auf Diskokugeln, die sich zu Elektro drehten. Mittendrin eine Apparatur, die einen (auch für sich schon feinen) Experimentalfilm auf einem kleinen Bildschirm zeigte sowie in beeindruckender Monumentalität an die Rückwand des Bunkers warf. Sowie eine zweite Projektion, ein im Schwimmbad aufgenommenes Unterwasservideo mit einem Pas de Deux, der von einer eleganten Badenixe und einem etwas korpulenteren Badenixerich (wie sich im Gespräch herausstellte: dem einen der beiden Künstler) bestritten wurde - auf der Wand einer ephemeren Konstruktion aus Latten und milchigweissen Plastikfolien, die erst einmal nach Gartenzelt aussah.
    Dazu einige Gartenstühle, um sich zur Sichtung von Film und Video bequem niederzulassen. Theoretisch - praktisch wirkten dem die nächtens zunehmend frostigen Temperaturen tendenziell entgegen, indes die Sichtung der Filme dann doch so fesseln konnte, dass man bereitwillig an Ort und Stelle Mund auf Augen auf zum Eissäulchen erstarrte.

    Aber eben Letzteres musste mitnichten sein. Denn das vermeintliche Gartenzelt entpuppte sich tatsächlich als: Sauna! Mittendrin der obligate Ofen mit glühenden Steinen, diese zünftig benetzt - und ergo ein Hort wohligster, zeitweise von Dampfschwaden durchzogener Wärme, wie es sich gehört. Flauschige Bademäntel und Handtücher fanden sich ebenso bereit gestellt wie Wasserbottiche für die Erfrischung danach. Wobei die angesichts der Aussentemperaturen natürlich auch einfach per Luftbad abzuholen war.
    Und eben dazu drinnen wie draussen Kino. Toll.

    skst_g.gif

    [Beiseit: Schade nur, dass es harte Konkurrenz gab - da gleich nebenan im Gasthaus ebenfalls eine Art Sauna-Kino geboten wurde. Dort tobte nämlich auf engstem Raum der sprichwörtliche Bär mit Performances und Live-Konzerten. Und just zur nächtlichen Stunde, da draussen ideale Bedingungen fürs eigentliche Sauna-Kino herrschten, drinnen Stimmung und Temperaturen drinnen ebenfalls einen Höhepunkt erreichten. Nunja, Polka-Punk-Bands, deren Lead-Sänger splitternackt aus Gorilla-Kostümen schlüpfen bzw. hüpfen, hat es halt auch nicht jeden Tag...
    Das Bildchen hingegen widmen wir selbstredend nicht der letztgenannten Attraktion, sondern der grossartigsten Installation, die diese Wintersaison bislang zu bieten hatte. Allerdings in sträflicher Reduktion (es fehlt das Experimentalfilmkino ausserhalb der Sauna, den Disko-Glam konnten wir nur andeuten, etc. pp. Aber drinnen wird schwer geschwitzt!!! Im Übrigen wirklich nicht die schlechteste Anregung für das nächste DIY-Projekt...]

    Von miss.gunst am 26.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.01.09

    cc showcases @ walcheturm

    ccsc09_ksw.gifEmpfehlungen für den heutigen Abend liessen sich so Einige geben. Klarer Fall von Qual der Wahl. In welchem dann das Band der Sympathie, das uns nicht nur mit dem Walcheturm, sondern auch mit der Sache verbindet, die Entscheidung für den definitiven Tagestipp erleichtert hat.

    Der geht mithin in die Zürcher Kanonengasse 20, wo für heute (23.01.09) Abend ab 20:00 Uhr ein Creative Commons Showcase angekündigt ist, zu dem Creative Commons Schweiz und die von uns eh geschätzte Initiative Digitale Allmend einladen.

    ccsc09_g.gifGenauer gesagt: Es gibt Creative Commons Showcases im Plural - also gleich ein ganzes Bündel Präsentationen von Projekten, die besagte Lizenz und ihren Gebrauch zu fördern und zu verbreiten angetreten sind.

    Mit von der Partie sind unter anderem: Paul Gerhard vom britischen Creative Archive, das 2006 als Pilot-Projekt von der BBC gestartet worden war (GB only, leider!) sowie das CC-Pilotprojekt der Buma-Stemra, die in den Niederlanden die Musik-AutorInnenrechte vertritt; passend dazu wird Markus Beckedahl von netzpolitik.org die CC-Initiative des Norddeutschen Rundfunks vorstellen.

    Besonders spannend für GestalterInnen dürfte die Präsentation des Open Design-Projekts von und durch Ronen Kadushin werden.

    Und für die Augen gibt es ansonsten auch noch zwei echte Schmankerln: Nämlich die Vorstellung des polnischen "Enthusiast Archive", das der Sammlung und CC-Publikation von polnischen Amateurfilmen gewidmet ist, die in der Ära des Sozialismus entstanden sind. Sowie den Film "Lunch" von Ana Husman (deren nicht minder köstlichen Film "The Market" wir seinerzeit mal bei interfiction bzw. dem Kasseler dokfest im Programm hatten und von daher bei dieser Gelegenheit gleich noch mitempfehlen wollen).

    Womit das Prädikat "Lecker", das wir natürlich für den gesamten Abend vergeben, besonders passend erscheint.

    Von miss.gunst am 23.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    17.01.09

    kunstgeburtstag 2009 (WRT)

    ab09_ksw.gifUnd schon ist es wieder so weit: Als treue Kunstgeburtstags-Fans wollen wir natürlich auch den diesjährigen nicht versäumen.
    Ergo ergeht ein entsprechender Webradio-Tipp...

    Gefeiert werden will der Kunstgeburtstag nämlich - so verlangt es die von Robert Filliou begründete Tradition - alljährlich am 17. Januar.

    ab09_g.gifSo haben sich auch heuer wieder unter dem Dach des Art's Birthday Net zahlreiche Kunstradio-Initiativen versammelt, um den Feiertag aufs zünftigste zu begehen.

    Bereits seit gestern und noch bis zum morgigen Sonntag wird fleissig gesendet. Unsere speziellen Empfehlungen für den heutigen Samstag:
    Wer nicht nach Österreich pilgern kann, um in Wien und Hainburg den ausgedehnten Festivitäten beizuwohnen, die dort vom Kunstradio und dem IMA Institute für Medienarchäologie nicht nur im Äther, sondern auch live vor Ort ausgerichtet werden (Details des Party-Fahrplans hier, mag vielleicht statt dessen mal in die "Extremity Cassette" hineinlauschen, die Anna Friz (mehr im Archiv) aus gegebenem Anlass bei Absolute Value of Noise laufen lässt.
    Oder aber in den Webradio-Klangstrom, den Knut Aufermann von Mobile Radio (mehr im Archiv) sendet.
    Oder oder oder... einfach mal selbst ins Kunstgeburtstagsmenue 2009 des Art's Birthday Net schauen bzw. hören. Da sind wirklich jede Menge Leckereien dabei!

    Von miss.gunst am 17.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    16.01.09

    milieux sonores

    mskr_ksw.gifWas heisst es, Klangräume zu imaginieren und mit diesen Imaginiationen im Realraum zu experimentieren?
    Solchen Fragen verspricht die Ausstellung "Milieux Sonores" nachzugehen, die heute (16.01.09) Abend im Walcheturm eröffnet wird.

    "Das Verhältnis zwischen Raum und Ton ist eine zentrale Komponente vieler künstlerischer Werke. Über den Ton wird der Raum erfahrbar, imaginativer Raum wird durch ihn zeitlich wie räumlich strukturiert. Doch dieser Umstand wird selten bewusst erlebt, und genau hier setzt die Ausstellung 'Milieux Sonores' an."
    So steht's im Konzepttext zur Schau, die von Patrick Huber und Markus Maeder (Walcheturm in Koop mit dem Institute for Computer Music and Sound Technology) kuratiert wird.
    mskr_g.gif
    ... und wir sind schon jetzt sehr neugierig, was die beteiligten Künstler daraus machen werden. Mit dabei sind unter anderem Jason Kahn, Yves Netzhammer und Bernd Schurer, Rob van Rijswijk und Jeroen Strijbos (mit Soundspots, allem Vernehmen nach)... und noch Einige mehr...

    [Bildchen: Selbstgebasteltes milieu sonore - wobei wir uns die Mutter des Würfels dankenswerter Weise in den Wikipedia Commons borgen konnten. Sie untersteht, wie auch der kleine Klangraum, dem grossen GNU.]

    Von miss.gunst am 16.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    14.01.09

    stadt-sinfonien (WRT)

    gssi_ksw.gifZur Abwechslung ein regelrechtes Klassik-Programm. Aber natürlich nichts, was ein verzweifelter Pianist spätnachmittags in einem Caféhaus klimpern würde, um der Buttercrème zu noch ein wenig mehr Schmelz zu verhelfen. Ist ja schliesslich einer unserer Mittwochs-Webradio-Tipps und geht in Richtung WDR open: Studio Elektronische Musik.

    Dort stehen nämlich heute (Gross-)Stadt-Sinfonien auf dem Programm, mit drei - eben längst zu den Klassikern zählenden - Hommagen auf New York:

    gssi_g.gifEdgard Varèses "Poème eléctronique" (1957-1958) ist dabei (ja genau, demhaben wir vor gut drei Jahren bereits einen Eintrag gewidmet, s. den Archivzettel vom 28.01.06), dann Steve Reich mit "City Life" (1995; allerdings nur in einem Ausschnitt) sowie zu guter Letzt Bruno Maderna mit seiner "Juilliard Serenade (tempo libero II)" (1971).

    Alles zur gewohnten Stunde, also ab 23:05 Uhr und per Webstream mitzulauschen. Machen wir natürlich und können bei dieser Gelegenheit ja mal überlegen, wie sich eine solche (Gross-)Stadt-Sinfonie heute anhören würde...

    [Bildchen: Nunja, auch eine (Gross-)Stadt-Sinfonie. Das von uns neu interpretierte Original wurde von B. Kerr kompiniert und dankenswerter Weise unter cc-by-sa den Wikipedia Commons zur Verfügung gestellt.]

    Von miss.gunst am 14.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    13.01.09

    kalender

    kl09_ksw.gifNoch ist das Jahr recht jung und insofern schaut sich vielleicht der eine oder die andere nach wie vor nach einem passenden Kalender um.
    Da die Omnipräsenz digitaler Organizer der schon immer eher relativen Vielfalt und Bandbreite gestalteter Wand- und Tischkalender nicht eben zuträglich gewesen ist, kann sich die Suche nämlich durchaus schwierig gestalten.

    Jedenfalls, wenn's nicht gerade Katzenkinder in allen nur denkbaren Variationen sein sollen. Kein Wunder, dass Menschen mit Neigung zum DIY dann tendenziell auf mehr oder weniger schlichte selbstgestrickte Lösungen des Kalenderproblems verfallen.

    kl09_g.gifWer nun weder das eine noch das andere mag (also weder Katzenkinder noch eingeklebte ausgedruckte Fotos - oder gar so ein ganz archaisches Design wie jenes, auf das unsere kleine Kandidatin nebenstehend verfallen ist):
    Wie wäre es denn mit einem echten Künstlerkalender, den man entweder als signiertes Exemplar frei Haus geliefert bekommt - oder aber kostenlos herunterladen und dann selbst ausdrucken kann?

    Andy Deck hat nämlich auch in diesem Jahr wieder einen wunderschönen Comic-Kalender fabriziert. Das Exemplar für 2009 trägt den Titel "Wildlife Refuse" und erzählt Monat für Monat in wenigen Worten und vielen liebevoll gezeichneten Bildern Geschichten von widerständigen Wild- und anderen Tieren. Offensive Niedlichkeit im Kampf gegen die omnipräsente Stumpfheit in Sachen Ökopolitik - ganz sicher nicht der schlechteste Begleiter durch ein Jahr, das gleich mal eben mit Rettungsmassnahmen nicht etwa für von Klimaveränderungen gefährdete Spezies, sondern für die Autoindustrie begonnen hat...

    Von miss.gunst am 13.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    01.01.09

    kunst in der luft (WRT)

    ct_rwp_ksw.gifEigentlich hätten wir schwören können, dass dies eher die Wiedervorlage eines älteren Webradio-Tipps mit neuer Verbindung wird. Aber der Blick in die hauseigenen Archive hat uns gerade eines Besseren belehrt - und so können wir das neue Jahr tatsächlich mit einer Premiere in doppelter Hinsicht beginnen.

    ct_rwp_g01b.gifDas Kunstradio des PS1 in New York - ursprünglich auf den nahe liegenden Namen WPS1 getauft - gibt es nämlich schon lange. Und mit seinem Programm - zu dem zahlreiche von KünstlerInnen bestrittene Themen- und Musiksendungen ebenso gehören wie Debatten um aktuelle Ausstellungen und die Wiederausstrahlung historischer Audio-Kunst - dürfte es auch eine denkbar grosse Fangemeinde unter Kunst- und KunstradiofreundInnen haben.

    Kürzlich sind nun die Webseiten des bereits vor längerem dem MoMa angegliederten PS1 renoviert worden, und damit verschwand erst einmal die angestammte Webseite des Radios (www.wps1.org) von der Bildfläche - einschliesslich der Archive und des Ankers zum Stream.
    Angesichts der Finanzkrise, die mittelbar auch die von privaten Förderern abhängigen Kulturinstitutionen erreicht, liess das natürlich erst einmal nichts Gutes vermuten.

    ct_rwp_g2.gifAber unter den Neuigkeiten entdeckten wir dann freudig die Meldung, dass lediglich der Umzug auf eine neue Seite mit dem schönen Titel "ARTonAIR.org" geplant ist.

    Das sollte eigentlich am heutigen 01.01.09 auf Sendung gehen. Also haben wir brav die der Zeitzonen-Differenz geschuldeten Stunden abgewartet, neugierig und erwartungsfroh nachgelugt.
    Bislang steht unter der angegebenen Adresse jedoch nach wie vor lediglich die Ankündigung zu lesen.
    Nunja. Wir werden uns wohl noch ein bisschen gedulden müssen. Und sind umso gespannter, was der Relaunch bringen wird.
    In jedem Fall: Wieder ein bisschen mehr Kunst in der Luft Art on Air...

    [Bildchen: Als es eben ans Illustrieren ging, fiel uns auch wieder ein, warum es noch keinen WRT zu WPS1 gegeben hat. Genauer gesagt: Warum er nie online ging, den skizziert hatten wir ihn schon vor mehr als drei Jahren. Damals fanden wir nämlich partout kein unter CC publiziertes Foto des Uhrturms, aus dem WPS1 sendete und der sozusagen dessen Wahrzeichen war. Und trauten uns nicht, dasjenige von der PS1-Seite zu nehmen. In den Wikipedia Commons hatte es immer noch keins. Aber diesmal haben wir ein so wunderbar zum Anlass des Textes passendes vom Lackawana Terminal Clocktower in New Jersey gefunden, das wir unser Radio gleich dort eingerichtet haben. Dem Autor und Spender des unter cc-by-sa publizierten Originals sei herzlichst gedankt!]

    Von miss.gunst am 01.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    27.12.08

    resonance resonanzen (WRT)

    rrs_ksw.gifBastelzeit ist im Prinzip immer - aber so richtig gemütlich geht's dabei doch insbesondere zwischen den Jahren zu. Um so schöner, wenn man dazu dann das (Web-)Radio anwerfen kann. Allerdings muss es ja nicht unbedingt etwas allzu Besinnliches sein.
    Wie gut, dass es da auch Alternativen gibt...

    Auf der Suche nach ebensolchen sind wir im Kreis der üblichen Verdächtigen schnell fündig geworden: Unser sowieso heissgeliebter und hochschätzter radia-Partnersender resonance fm lässt seine Fans natürlich nicht auf dem Trockenen sitzen und bietet mit seinem "Seasonal Adjustment" über die gesamten Fest-, Feier- und eben all jene Tage, die zwischen diesen liegen ein ganz wunderbares, abwechslungsreiches und mit lauter Leckereien gefülltes Programm.
    Darunter eine ganze Reihe von Sendungen, die im laufenden Jahr und/oder sonst einmal an dieser Stelle bereits in Webradio-Tipps gepriesen wurden (wie z.B. die Essbaren Landschaften oder der Sound Projector). Aber auch solche, die wir verpasst haben und denen wir nun um so gespannter entgegenlauschen. Etwa die Optical Sound Show (wie konnten wir die nur bislang übersehenhört haben???) oder eine Sendung mit dem vielversprechenden Titel "The Complete Works Of William Blake In No Particular Order"...Huh? Werfen wir doch gleich mal unser Webradio an und lassen ein paar resonance-Resonanzen schwingen!

    rrs_g.gif

    Von miss.gunst am 27.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    12.12.08

    electroscape @ mehrspur

    inses_ksw.gifZwischendurch wieder eine Konzertempfehlung für FreundInnen elektronischer Klangräume und -landschaften.
    Aufgemerkt, denn es geht gleich um den heutigen Freitagabend (12.12.08).
    In Zürich - aber, was andernorts Angesiedelte erreuen dürfte: Durchaus auch aus der Ferne zu kosten...

    inses_g.gifUnd zwar werden sich und uns im mehrspur music club Robert Korizek und Robert Alexander, gemeinsam als electroscape unterwegs (und kürzlich auch beim diy* festival mit von der Partie), die Ehre geben.

    Ab 21:00 Uhr vor Ort (Waldmannstrasse 12, Zh) - oder (natürlich nur die halbe Miete, gleichwohl ein Trostpflaster für Nicht-ZürcherInnen ohne Chance, sich an selbigen zu begeben) via Live-Audiostream dank dbc.

    Wer die Konzertperformance im dynamo verpasst hat und folglich nicht weiss, was es zu verpassen gibt: Die beiden Electroscapisten haben auf ihrer Webseite jede Menge leckere Musik (und Videos) bereitgestellt. Übrigens unter Creative Commons. *yay*

    [Bildchen: Studiofoto von Robert & Robert, zeigt eins der Instrumente, die bei electroscape zum Einsatz kommen. Foto wie die Musik und die Videos unter cc -und Merci an Robert für den Tipp! :)]

    Von miss.gunst am 12.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    09.12.08

    profiler @ museum für kommunikation

    rlprf_ksw.gifBevor es mit einer Vorstellung der vielen Leckereien losgehen kann, die es beim rundum grossartigen diy* festival Zürich 2008 zu kosten gab, meldet sich eilig die Registratur der Abt. Zeichenmaschinen.

    Bei anderer Gelegenheit hatten wir vor mehr als einem Jahr (s. d. Eintrag vom 12.01.07) anlässlich eines Auftritts der jukebots in Wolfsburg von den Kreationen des Karlsruher robotlab geschwärmt.

    rlprf_g1.gifDann aus welchen Gründen auch immer, als im Oktober die Ausstellung "Die Roboter kommen" im Frankfurter Museum für Kommunikation gastierte, im entsprechenden Eintrag (03.10.07) allerdings gemeiner Weise unterschlagen, dass eines der Highlight jener Ausstellung eine Zeichenmaschine aus dem Hause robotlab gewesen war. Nämlich "autoportait" (2002) - ein per Reprogrammierung und Zusatzausstattung tatsächlich zur Porträtzeichnung befähigter Indstrieroboter(arm).

    Da unserer obig erwähnten Zeichenmaschinen-Registratur deshalb schwer das Gewissen schlägt, müssen wir natürlich jetzt unbedingt darauf hinweisen, dass derzeit im Schweizer Museum für Kommunikation in Bern eine weitere Zeichenmaschine des robotlab in Aktion bestaunt werden kann, und zwar im Rahmen der Dauerausstellung "As Time Goes Byte".

    rlprf_g2.gifHier ist seit dem 05. Dezember (und noch bis 29. März 2009) der "profiler" (2004) tätig. Anders als seine berühmten Kollegen aus der Kriminalistik erstellt er keine Fallanalysen oder gar Täterprofile, wie es in der gleichnamigen Fernsehserie im Mittelpunkt steht. Vielmehr nimmt er (ist sozusagen drin, was drauf steht), in guter Tradition der Silhouetten-Zeichnung, den Schattenriss jener ab, die ihm ins Visier kommen. Und kombiniert sie dann zu den unterschiedlichsten Kompositionen.

    [Bildchen: Silhouetten-Profiling, allerdings vom hauseigenen Zeichenmaschinchen ins Bild gesetzt - das zwar von der Digitalisierung profitiert hat, aber in der Produktion dann doch nicht industriell funktioniert....]

    Von miss.gunst am 09.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    05.12.08

    diy* together

    dfz08_ksw.gifGenau. Selber machen - aber zusammen. Wie das funktioniert, lässt sich ab heute (05.12.08) Abend bis einschliesslich Sonntag auf dem Festival des Jahres erkunden: Dem Zürcher diy* Festival!

    Eigentlich sowieso klar, dass man das auf keinen Fall verpassen darf.
    Sollte es jedoch tatsächlich noch den einen oder anderen Wink brauchen:

    dfz08_g2.gifAb 19:00 Öffnen sich im dynamo die Tore, und man kann sich gleich in der reich bestückten Ausstellung tummeln - wo es unter anderem die grossartigen Overhead-Bots von Ralf Schreiber und derstrudel zu bestaunen gibt (ja, da sind wir echte Fans, s.a. den Eintrag vom 14.03.07 und Weiteres im Archiv).

    Weil es bei einem diy Festival nun schwerlich nur ums Anschauen und Zugucken gehen kann, gibt es aber bereits ab Freitag und dann ausführlich am Samstag und Sonntag natürlich noch zahlreiche Workshops, in denen man unter anderem auch selbst lernen kann, wie solche schÖnen OverheadBots gebastelt werden.

    dfz08_g1.gifUm die Praxis dann mit einer angemessenen Portion Theorie zu unterfüttern und das Fenster auf die Welt der diy (together!)-Projekte noch ein bisschen weiter aufzumachen, werden am Samstag nachmittag bis in den späten Abend hinein zudem zahlreiche Vorträge angeboten.

    Und wem nach so viel Hören und Sehen dann der Kopf raucht, kann diesen dann noch an den beiden Konzertabenden (Freitag und Samstag) bei den Konzerten lüften. Schliesslich geht's ja auch darum, die Dinge und das Denken in Bewegung zu bringen...

    Alle Details auf den liebevoll gestalteten Seiten des diy* Festival - und vor allem anderen natürlich vor Ort!

    Von miss.gunst am 05.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    03.12.08

    schwärmen mit murmer (WRT)

    srmsw_ksw.gifHöchste Zeit, wieder einmal einen Webradio-Tipp loszuwerden. In diesem Fall gilt er zwei alten, längst lieb gewonnenen Bekannten. Dass sie in einer bekanntermassen kleinen Welt früher oder später zusammenfinden mussten, ist eigentlich kein Wunder.

    Aber nichts desto weniger wunderbar:
    Auf die akustischen Kleinodien, die das französische SilenceRadio auf seinen liebevoll gestalteten Webseiten zu Gehör bringt, haben wir schon vor mehr als als zwei Jahren in einem Webradio-Tipp verwiesen (s. den Eintrag vom 26.08.06).
    Und die radiophonen Murmerings bzw. die sonntäglichen Radiokunst-Ausflüge von Murmer aka Patrick McGinley im Rahmen seiner "frameworks" auf resonance104fm waren erst dieses Frühjahr Gegenstand einer entsprechenden Empfehlung (s. den Eintrag vom 18.04.08).

    srmsw_g.gifAktuell hat nun SilenceRadio zusammen mit dem Wiener kunstradio ein Kooperationsprojekt namens "Soundscape forever" realisiert, das Erkundungen in Klanglandschaften unternimmt, die allein aus den Aktivitäten der Lebewesen entstehen,die sie bewohnen.

    Den jüngsten Beitrag zu diesem Projekt hat Murmer mit einem "Schwarm" beigesteuert, den man - so der charmante Text zum Hörstück - gleichsam durch ein "microscope auriculaire" oder eine "lorgnette acoustique" betrachtet belauscht.

    Eigentlich gar nicht so schwer, mit den Ohren zu sehen, im Land der akustischen Imagination. Schliesslich lautet das Motto von "Soundscape forever": "Nous habitons les sons".

    [Bildchen: Ja, ein Schwarm (für dessen unter Copyleft publiziertem Vor-Bild wir Wikipedia Commons-Spender Temtem herzlichst danken!). Ausgewählt in Hommage ans schöne Puschelrund-Design von SilenceRadio.]

    Von miss.gunst am 03.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    29.11.08

    kaleidophon @ reset

    kkph_ksw.gifDa wir gerade dabei sind, gleich noch so ein Fall sträflich langer log.buchseitiger Vernachlässigung, die aus aktuellem Anlass wenigstens behelfsweise mit einem kleinen Konzert-Tipp kompensiert werden kann...

    Am heutigen Samstag Abend (29.11.08) wird nämlich Michu Gianfreda aka Kaleidophon (sic) im Berner reset aufspielen.

    Und zwar tatsächlich (so steht's betonter Massen in der Einladungsmail) ohne 'e' - was erstmal ja verwundern kann, weil man es anders kennt und sowohl im reset-Programm als auch auf der Heimseite des Projekt noch ein ebensolches prangt. Charles Wheatstone selig wird sich ja sicher nicht ob der Hommage an sein Instrument gleichen Namens beschwert haben. Ob also jemand anderes...?

    Hoffentlich nicht. Im select wird Kaleidophon jedenfalls ein Orchester aus analogen Synthies und einem neuen selbstprogrammierten 'Cluster'-Polyrhythmik-Sequenzer präsentieren und zum Klingen bringen. Was wir wohl leiderleider verpassen werden. So müssen wir uns wohl mit einer Ersatz-Vorstellung trösten...:

    kkph_g.gif

    [Bildchen: Zeigt natürlich keinen 'Cluster'-Polyrhythmik-Sequenzer. Sondern - *ähm* - eher schon eine Sequenz kleiner Kaleidophone?]

    Von miss.gunst am 29.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    26.11.08

    anyma + bosshard in concert

    apbvb_ksw.gifIst wirklich nicht um die Ecke, was Ort (Vevey) und Örtlichkeit (Le Bout du Monde) betrifft. Aber wir haben den phantastischen Instrumenten- und Interface-Bauern von anyma nun schon länger nicht mehr über die Schulter geschaut - und da soll es doch wenigstens zwischendurch mal eine Konzertempfehlung sein.

    Am heutigen Mittwoch (26.11.08) um 21:00 Uhr gibt es am genannten Ort nämlich die Gelegenheit, zusammen mit Experimentalelektronik von Patricia Bosshard den legendären Videobass in Aktion zu erleben.
    Insofern: Für heute Abend ist das Ende der Welt sicher einen Ausflug wert...

    apbvb_gg.gif

    [Bildchen: Nein, so sieht der Videobass von anyma natürlich nicht aus. Dafür haben wir diesen selbst gebaut - aus einem Bass und einem Videotape. Für die Einzelteile danken wir den Wikipedia Commons-Spender Andrewa (Bass) und grm_wnr (Tape) und sowieso dem grossen GNU.]

    Von miss.gunst am 26.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.11.08

    minimotion!

    mmhzk_kswb.gifWie in jedem Jahr verlockt auch in diesem wieder ein sonntäglicher Anlass Freundinnen und Freunde des Kurz-Vilms dazu, bereits zur Matinee-Zeit das Zürcher RiffRaff-Kino aufzusuchen: Das MINIMOTION-Festival!

    Da treue LeserInnen dieses Log.Buchs in der Vergangenheit schon mehrfach Haupt- und Seitenverweisen auf den längst legendären 10-Sekunden-Animations-Wettbewerb begegnen konnten (und im ersten unter diesen, dem Eintrag vom 07.09.05 auch Ausführlicheres zum Hintergrund der Initiative nachzulesen ist), kann es für heute fast bei der Ankündigung bleiben.

    mmhzk_g.gif

    Aber doch nur fast - denn ganz besonders freuen wir uns mal ganz unvoreingenommen dann doch, dass es gleich zwei Kurze in den Wettbewerb geschafft haben, für die Marc Dusseiller von der SGMK (und Co-Organisator des ebenfalls nahenden diy*-Festivals, mehr zu Letzterem auch im hauseigenen Archiv) verantwortlich zeichnet. Wer rasch noch vorgucken und jubeln üben will, findet in den duslabs sowohl "Hase z'Nacht" (gemeinsam mit Philipp Haunz fabriziert und im Februar diesen Jahres bereits bei agent provocateur von der Jury prämiert) als direkt darunter auch "Duell" (entsprechend bedacht bei der Ausgabe 2007 des 5-10-20-Kürzest-Stummfilmfestival) ins Netz gestellt.
    Und auf grosser Leinwand dann, zum Bejubeln im grossen Stil, eben am heutigen Sonntag (23.11.08) ab 10:30 Uhr bzw. 11:30 Uhr bei MINIMOTION-Wettbewerbsschau im Zürcher RiffRaff...

    [Bildchen: Kleine Hommage an den "Hasen z'Nacht" - im Prinzip auch animiert gedacht...]

    Von miss.gunst am 23.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    20.11.08

    DIY im white cube

    pwc1sf_ksw.gifLiegt normalerweise ja nicht im bevorzugten Aktionsradius von DIY-EnthusiastInnen: Endlich mal einen Galerieraum zu bespielen, der zudem die klassischen Dimensionen eines White Cube besitzt. Oder vielleicht doch?

    Schliesslich funktioniert der 1st Public White Cube, wie es sein Name schon ahnen lässt, ein bisschen anders. Seit seiner Gründung in 2001 hat es nämlich immer wieder Projekte mit Optionen zur Eigenbeteiligung gegeben.

    Nun ist der 1st Public White Cube für einige Wochen in San Francisco zu Gast. Und zwar an einem Ort, der auch in Sachen netzbasierter Kunst schon häufiger mal auf den Schirm gerückt ist: Am San Francisco Museum of Modern Art, kurz SFMOMA.

    pwc1sf_g.gifKlingt zwar ebenfalls nicht gerade nach einer Adresse, die zum Mitmischen einlädt - aber genau das macht der 1st Public White Cube möglich. Aus nahe liegenden Gründen, denn in der aktuellen SFMOMA-Sonderausstellung "The Art of Participation - 1950 to Now" geht's natürlich um nichts anderes.

    Während man sich in früheren Projektphasen (wenn uns jetzt nicht die Erinnerung im Stich lässt) per Internet mit Vorschlägen für die Transformation von im 1st Public White Cube eingerichteten Installationen bewerben bzw. beteiligen konnte, gilt es diesmal bei eBay eine Lizenz zum Eingriff zu ersteigern.
    Die nächste Chance hierfür winkt am heutigen Donnerstag (20.11.08) um 12.00 Uhr (PST) bzw. 21.00 Uhr (MEZ).

    Besonders schick wäre es ja eigentlich, bei erfolgreichem Gebot auch dessen Umsetzung quasi via Fernbedienung zu realisieren. Dementsprechend wäre dann allerdings auch das obligate sektnippende Vernissagenpublikum zu ordern, so man solches hernach via Webcam beobachten möchte.
    Erst ein bisschen DIY mitmischen und dann zurücklehnen, um gepflegt dem durchaus noch nicht ganz abgefeierten Dauertrend zur Interpassivität zu frönen: das dürfte doch eine angesagte Mischung sein...

    [Bildchen: Imagination zur Fernsteuerung des weissen Würfels, wobei das Vorbild für Letzteren aus den Wikipedia Commons entlehnt wurde, wir danken dem Ersteller des Hexaeders sowie dem grossen GNU.]

    Von miss.gunst am 20.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.10.08

    shiftfestival

    shb08_ksw.gifGenau: das ist der Anlass, von dem gestern bereits durch die Blume die Rede war. In Basel eröffnet heute Abend die zweite Ausgabe des SHIFT Festivals!

    shb08_g.gifUnd zwar gleich mit randvollem Programm: Ab 18:00 Uhr kann man in die Ausstellung spitzen, ab 20:00 Uhr schon an einem DIY-Makeaway-Workshop teilnehmen; alternativ gibt's die obligaten Eröffnungsfestivitäten; ab 21:00 Uhr ein garantiert grossartiges Special Screening von und mit People Like Us aka Vicky Bennett - und ab 22:00 Uhr laden Fennesz und Lillevan zur audiovisuellen Konzert-Perfomance.

    Alles das sozusagen zum Aufwärmen, denn ab Freitag geht es erst richtig rund, dann kommen nämlich noch eine Konferenz, zahlreiche Vilmprogramme und natürlich allnächtlich Konzerte hinzu - Tanzvergnügen nach ausgiebigem Tummeln in Theorie und Kunstpraxis eingeschlossen...

    PS: Weil Wiedersehen und wieder mehrfach täglich Neues vom SHIFT Festivals lesen selbstredend Freude macht, übergeben wir an dieser Stelle an den SHIFT Festival Blog!

    Von miss.gunst am 23.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    22.10.08

    hybrides spielzeug

    vdlbh_k.gifVom Hinweis auf Monkey Up! mal abgesehen gab es hier in letzter Zeit kaum etwas für die FreundInnen und Fans gehackten Spielzeugs zu lesen.
    Für die nächsten Tage hätten wir da immerhin mal wieder einen einschlägigen Tipp.

    Allerdings geht der in Richtung Niederlande, genauer gesagt: nach Amsterdam, wo am morgigen Donnerstag (23.10.08) - organisiert von Mediamatic - ein dreitägiger Workshop mit dem vielversprechenden Titel "Hybrid Toys" beginnt.

    vdlbh_g.gifDabei soll es - was eben besonders spannend tönt - nun nicht mehr einfach ums Aufschrauben und Umbauen, Umcodieren und Reprogrammieren von ursprünglich für die Kinderstube vorgesehener Einfachstunterhaltungselektronik gehen (derlei stand im Mittelpunkt eines ersten Workshops gleichen Titels, der bereits im Januar diesen Jahres vor Ort stattgefunden hat):

    "To go beyond the obvious LEDs, Tickle-me Elmos and talking dolls, we have to dive into what it means to play. We have to find out where toys are positioned in the realm of everyday objects and how technologies like the web and the Wii start to redefine their positions between the physical and the completely virtual."

    Welche Optionen sich hierfür ergeben können, wird Alexandra Deschamps-Sonsino - Mitbegründerin von Tinker, der Heimat der legendären Arduino-Boards - gemeinsam mit den TeilnehmerInnen erforschen.

    Ein anschauliches Beispiel dafür, was Dechamps-Sosino unter hybridem Spielzeug versteht, findet sich im designswarm ihrer Heimseiten: "The Hungries", untereinander interagierende Kuschelmonster, die sie zusammen mit Dana Gordon und Alejandro Zamudio entwickelt hat (mehr und noch schönere Bilder in der Heimat der Hungries).

    Haben Wollen? Selber machen! Wobei es natürlich dummerweise just in diesen Tagen andernorts eine mindestens ebenso lockende Konkurrenzveranstaltung gibt... Genau, da war doch was? Eben...

    [Bildchen: Die phantastischen Hungries müssen aus den üblichen Gründen leider zuhause bleiben; wir sind daher dem Hinweis bzw. dem Bildchen auf den Workshop-Seiten von mediamatic zum "Baby Hack" von Todd Vanderlin gefolgt. Dessen Doku-Fotos, wenngleich das Projekt vielleicht eher unter die klassische Kategorie der Hacked Toys fällt, stehen netterweise unter cc-by-nc-sa. Merci!]

    Von miss.gunst am 22.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    18.10.08

    Illustrative @ Zürich

    izue08_ksw.gifIndes in Frankfurt derzeit noch die Buchmesse tobt, in deren Zuge natürlich auch so Einiges in den Kulturbeutel fürs Log.Buch wandert, muss der Tages-Tipp für heute natürlich nach Zürich gehen:
    Auf zur Illustrative!

    Für diejenigen, die diesem Ereignis nicht sowieso schon seit Wochen entgegenfiebern und sich dementsprechend bereits gestern beim Grand Opening getummelt haben: Wie es die Benamsung erahnen lässt, dreht sich bei diesem eine Woche währenden Anlass alles um die schöne Kunst der Illustration beziehungsweise der graphischen Gestaltung. Ergo im Prinzip um ein denkbar weites und vielfältiges Feld - wobei die Illustrative als internationales Festival natürlich für Highlights und Neuigkeiten zuständig ist.

    In diesem Jahr und zur vierten Ausgabe (die ersten beiden fanden 2006 und 2007 in Berlin statt, dazu gab es 2007 auch noch eine Station in Paris) ist die Illustrative weiter gewachsen und wartet neben der Hauptausstellung noch mit mehreren thematischen Präsentationen, Workshops und anderen Sonderveranstaltungen auf.

    izue08_g.gifSo gibt es beispielsweise ab heute Abend eine Schau des Vice Magazins, Vice Illustrated (die, Achtung, nur bis Sonntag 18.10. geht, s.a. Vice Events) und ab Montag eine ebensolche zu Street Art in der Schweiz, zu der auch ein von lay up organisierter Projektraum gehört, in dem - dann den Umständen entsprechend etwas strassenferner - täglich gearbeitet wird. Und vor allem werden die Nominationen und Gewinner der diesjährigen "Young Illustrator Awards" in den Kategorien "Illustration", "Buchkunst" und "Amination" vorgestellt.

    Und wen es dann gleich in den Fingerspitzen juckt: Eigene kreative Aktivitäten kann man selbstredend ebenfalls entfalten: Das Magazin IDPURE veranstaltet einen Cover Contest, am Samstag (20.10.) wird ein Worksop mit dem phantastischen Gary Taxali angeboten - und wer mag, tummelt sich sogar täglich auf dem eigens eingerichteten "Drawground".

    Aber ja: Selbst das ist längst nicht alles, was das diesjährige Illustrative-Programm zu bieten hat. Eine Woche lang, mit täglich wechselnden Specials - im, um und um das Festivalzentrum Messe Zürich herum...
    Von daher, wie schon einleitend gerufen: Auf zur Illustrative!

    [Bildchen: Nunja. Drei Buntstiftlein balancieren zu können hat natürlich nicht ganz für eine Bewerbung um den YIA gereicht. Lieber noch ein bisschen üben...]

    Von miss.gunst am 18.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    11.10.08

    mitternachts-lunch (WRT)

    llofl_ksw.gifIst nicht so, dass es ab sofort jeden Samstag einen Webradio-Tipp in Richtung resonance geben soll. Doch wer in der vergangenen Woche das Oscillatomium-Konzert bis zum Ende (oder besonders dessen letze Stunden) mit- und dann noch ein wenig weitergelauscht hat, wird vielleicht schon ahnen, welche Sendung heute angepriesen werden soll.

    Selbige gibt es nämlich in schöner Regelmässigkeit in den Nächten von Samstag auf Sonntag zu hören. Dass sie "Late Lunch with Out to Lunch" heisst, mag mit Blick auf die Sendezeit (London Time ab 23:00 Uhr, in unseren Breitengraden also mit Beginn zur Geistestunde) ein wenig irritieren.
    Aber das lässt sich leicht erklären, denn das sehr sehr spät angesetze Mitternachtsmahl resultiert daraus, dass es sich eigentlich um die Wiederholung der Sendung handelt (das Original wird Mittwochs ab 14:00 Uhr bzw. CET 15:00 Uhr ausgestrahlt).

    llofl_g.gifIndes wir den Wiederholungstermin gerade richtig und sehr viel passender für die Sendung finden. Was Ben Watson aus seiner schier unerschöpflichen Vorrratskammer an wunderbaren, schrägen und oftmals raren Köstlichkeiten hervorzaubert und zum "Late Lunch" kredenzt, ist nämlich genau das Richtige für nächtliche Radiostunden.

    Zum Aperitif können wir vorweg einen kleinen Rundgang auf den Heimseiten von Watson empfehlen, die er zusammen mit seiner Partnerin Esther Lesie betreibt und die auf den etwas martialischen Namen "Militant Esthetix" hören. Dort gibt es unter "Audio Esemplasm" sogar zwei Hörproben mit Sendungen von diesem Jahr zu kosten.
    Und ansonsten wünschen wir einfach, so ab 0:00 Uhr heute (oder an einem der folgenden Sams- bzw. Sonntage) der Webradio-Stream von resonance angeworfen wird: Guten Appetit!

    [Bildchen: Tja, da waren wir wieder etwas eilig und faul - aber die eigentlich für die Ankündigung der Essbaren Landschaften gefertigte Zeichnung passte, fürs Mitternachts-Lunch natürlich leicht variiert, aus nahe liegenden Gründen einfach zu gut...]

    Von miss.gunst am 11.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    09.10.08

    on the road(s) mit alvin curran (WRT)

    vaac_ksw.gifGenauer gesagt: von und mit Alvin Curran. Denn natürlich ist es der Klangkünstler höchstselbst, der uns heute Nacht zu einem "road movie" für die Ohren beziehugsweise zu einem "road audio" oder vielleicht noch treffender zu einer "road art radio hour" - kurzum: einer Radiokunststunde einlädt, die auf ferne Wege führt.

    Als sein Stück "On the Roads" (2007) vor ziemlich genau einem Jahr zum ersten Mal im Rahmen der Klangkunst-Stunde von Deutschlandradio Kultur zur Aufführung (und tatsächlich Ursendug) kam, haben wir aus ziemlich unerfindlichen Gründen leider verpasst, darauf zu verweisen.

    vaac_g.gifDabei klingt schon die Ankündigung ziemlich vielversprechend: Basis der Klangreise sind Field Recordings, die Curran entlang der Via Appia aufgenommen hat - wer Rom kennt und diese Gegend mit eigenen Augen und Ohren erlebt hat, wird wissen, dass eine solche Audio-Tour zugleich das Zeug zur Zeitreise hat. Zwar schreibt Curran selbst von einem "unmöglichen Versuch, die illusionäre Gegenwart des alten Roms zu erfassen" und natürlich geht es um Vergegenwärtigung - aber wer weiss schon, welche Bilder dann das Innere Auge hervorholt, wenn man sich erst einmal auf dem antiken Pflaster akustisch "on the road" begegben hat?

    Vorweg schon einmal hineinhören (und vielleicht auch mit dem Träumen beginnen) kann man übrigens auf Currans Heimseiten, wo sich in der Werkliste drei Hörproben zu "On the Road" eingestellt finden.

    Das Hauptgericht gibt es dann über die Welle oder den Webradiostream von Deutschlandradio Kultur, zur gewohnten Klangkunst-Radiostunde, also in der Nacht zum Freitag um 0:05 Uhr.

    [Bildchen: Tatsächlich die Via Appia nahe Rom (leicht transformiert) - das Originalfoto stammt von Lora Beebe und wurde netter Weise unter GNU in die Wikipedia Commons transferiert - Merci!]

    Von miss.gunst am 09.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    04.10.08

    oscillatomium (WRT)

    oamr_ksw.gifRadiokunst-FreundInnen haben allen Anlass, heute Abend den Webstream unseres Londoner Lieblingssenders resonance.fm anzuwerfen - und im Anschluss bis in den jungen Morgen dabeizubleiben.
    Jedenfalls so sie geneigt sind, sich auf Schwingungen einzuschwingen.

    Sarah Washington und Knut Aufermann a.k.a. mobile radio ist es zu verdanken, dass wir uns für mehrere Stunden ins Oscillatomium begeben können: Im Rahmen der Brüsseler Nuit Blanche werden sie mehrere Stunden lang live aus dem Atomium Radiokunst-Stücke senden, die sich rund um Oszillationen ranken, mit Oszillationen arbeiten und natürlich selbst Oszillationen sind.

    oamr_g.gifMit von der Partie sind mehrere Stationen, die sich wie resonance.fm im Kunstradio-Netzwerk radia.fm engagieren (welchselbiges wiederum treuen LeserInnen dieses Log.Buchs aus zahlreichen vorauf gegangenen Einträgen bekannt ist): Rádio Zero aus Lissabon (wo kürzlich erst das RadiaLx-Festival stattgefunden hat), Radio Campus aus Brüssel und free103point9 aus New York.
    Sowie als KünstlerInnen neben den beiden InitiatorInnen (die eine wie der andere Log-LeserInnen aus zahlreichen Einträgen und den Zürcher Radiokunstfans auch live vom Elektromagnetischen Sommer '07 sowie aus dem Walchturm bekannt) unter anderem Gívan Belá, Jacqcues Foschia, Ian Helliwell, martiensgohome, Wendy Van Wynsberghe, DinahBird und Jean-Philippe Renoult.

    In diesem Sinne: Unbedingt dabei sein und den Webstream von resonance anwerfen, wenn heute Abend ab 19:30 Uhr (CEST, also unserer Zeitrechnung nach) aus der Ilya Prigogine gewidmeten Kugel des Atomium gesendet wird...

    [Bildchen: Imaginiert, wie offenkundig zu erkennen, nichts weiter als eine schwingende, Schwingungen sendene Kugel. Und warum keins vom wunderschönen, grossen A.? Tja... ist nachzulesen in der Wikipedia.]

    Von miss.gunst am 04.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    03.10.08

    dock18 zurück an deck

    d18o_ksw.gifFrohe Botschaft aus Zürich: Das dock18 ist zurück an Deck - mit neuen Räumen in der Roten Fabrik, so dass man dann künftig allfällige Pilgerfahrten prima mit einem Besuch in der shedhalle und/oder im Fabrik-Café am See verbinden kann.

    Das Programm zur Feier der Wiedereröffnung will dabei - auch wenn es eine "Präsentation der Herbst/Winter Kollektion 08/09" verspricht - wohl weniger als Modenschau wahrgenommen werden denn als Menü.
    Schliesslich hat sich das Team um Mario Purkathofer unter anderem die Einrichtung eines neuen Veranstaltungsformats vorgenommen: In Zukunft wird es im Dock18 regelmässig "Dinnershows" geben - bei denen allerdings nicht wie in den derzeit so beliebten TV-Sendungen mit Fernsehköchen kulinarische Leckereien bereitet und kredenzt werden sollen, sondern solche aus dem Metier der Elektrobastelkunst und der Medienkultur.

    d18o_g.gifDem entsprechend sind beispielsweise für die erste Dinner Show am 24. Oktober denn auch Aktive aus dem Kreis der (treuen LeserInnen dieses Log.Buchs aus zahlreichen Einträgen bekannten) Digitalen Allmend als Studio-Publikum eingeladen, um das Menü zu kosten.

    d18o_f.gifVorab aber bietet der heutige Abend - unter anderem mit einem VJ Slam zur Themenreihe "Don't/Eat", einer Performance mit Andres Wanners Kunstautomaten (vergangenen Winter ebenfalls bereits im Log.Buch vorgestellt), einer ebensolchen von Urs Dubacher sowie weiteren AkteurInnen aus dem Umfeld des Atelier Anorg und der SGMK - Gelegenheit zur Feier des Einstands. Und wird sicher auch - das Motto "Don't/Eat" sachte unterlaufend - Appetit machen auf das, was in den kommenden Monaten folgt...

    PS: Um nochmal auf die potentiellen Synergien der neuen Lokalität zurückzukommen: Auch in der shedhalle wird heute Abend eröffnet. Das Motto für die vierte Phase der Projektreihe, Paradoxien und Missverständnisse, mag für sich genommen erst mal ziemlich schwierig und ergo wenig einladend klingen - aber eben die Frage, wie sich Paradoxien und Missverständnisse konstruktiv aufdröseln lassen, ist dabei ja der Punkt. In diesem Sinne: Sicher gut als Apéro für die obig empfohlene Feier geeignet...

    [Bildchen mittig rechts: Demonstriert mit dem Balneum Mariae die moderne kulinarische Variation auf eine Technik, der sich schon die alten Alchemisten bedienten - bei denen es ebenfalls weniger um Essbares denn ums Erfinden ging. Insofern passt's vielleicht zu "Don't/Eat" - und in jedem Fall sei Wikipedia-Commons-Spender Antoinel für das zugrunde liegende Foto gedankt und dieses dem grossen GNU gewidmet.]

    Von miss.gunst am 03.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    02.10.08

    olaf val, monkey up!

    Hoch den Affen! Aber nicht auf die Bäume. Denn der Aufruf ist in diesem Fall ein Ausstellungstitel - der uns am bzw. ab dem heutigen Abend ins Basler [plug.in] locken soll.
    Dort eröffnet nämlich eine Einzelschau mit mehreren Arbeiten von Olaf Val.

    FreundInnen elektronischer Basteleien dürfte er vielleicht noch über die Mignon GameKit-Workshops in Erinnerung sein, zu denen es vergangenes Jahr ja auch einen Log.Buch-Eintrag gab.

    ovhaw_g.gifEbensolche wird man auch wieder in den kommenden Wochen besuchen können - und dabei gleich mit der jüngsten Entwicklungstufe, dem Mignon GameKit 2.0 basteln dürfen.

    Vor allem aber bietet die Ausstellung selbst natürlich Gelegenheit, Olaf Val endlich auch als Künstler kennenzulernen.
    Dass es dabei in Sachen Elektrobastelei nicht weniger "hands on" zugeht als in den Workshops, kann ein Blick ins Werkarchiv verraten, wo schöne Sachen wie eine aus grossen, blinkenden "Pixeln" bestehende Kletterwand namens DIGIGRIPPER oder die swingUPgames schon mal Appetit auf die Bekanntschaft mit neuen Arbeiten machen.

    Und schliesslich heisst das Ganze ja auch "monkey up!" - was eben nichts mit behaarten Primaten zu tun hat, sondern im Elektrobastler-Jargon schlicht das rasche, aber patente Zusammenlöten von Zuhandenem meint.

    [Bildchen: Monkey(s) up!, insofern auch mal wieder auf die ziemlich schnelle Schnelle zusammengefrickelt. An Hardware haben wir aber dann doch nur die Rückseite eines AMD Sempron Prozessors verwendet, die darkone dankenswerter Weise der Wikipedia unter cc-by-sa-Lizenz zur Verfügung gestellt hat. Merci!]

    Von miss.gunst am 02.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    30.09.08

    auf wiederhören tony coulter (WRT)

    tcwh_ksw.gifEigentlich sollten ja mal ein paar Tage Sendepause angesagt sein - also ganz freiwillige, ohne Serverschwächeleien oder ähnliches im Hintergrund.
    Und eigentlich war schon der vor einiger Zeit mal in Richtung WFMU ergangene Webradio-Tipp ein so klarer Fall von Eulen-nach-Athen bzw. Bären-nach-Bern-Schicken gewesen, dass man bei Wiederholungstaten erst recht beschämt erröten müsste.

    Heute allerdings gibt es doch einen ganz besonderen Grund, eine Wiederholungstat zu wagen, wenngleich das Ganze diesmal in mehrfacher Hinsicht ins Retrospektive (und -auditive) neigt.

    tcwh_g.gifAls wir nämlich am frühen Abend, wie - jedenfalls soweit Zeit und Gelegenheit - bereits süsse Gewohnheit geworden, den Webradio-Stream gen WFMU dirigierten, um Tony Coulters stets Perle an Perle reihender Sendung teilhaftig zu werden, erwartete uns dort einerseits ein besonders leckeres Überraschungsrogramm. Fast zu schon zu schön um wahr zu sein: Drei Stunden lang die wahren grossen Anti-Hits eben jener Zeit, die bei manchen Mitmenschen grausamer Weise eher über Titel im akustischen Gedächtnis geblieben ist, welche z.B. von einer grösseren Anzahl elastischer gasgefüllter Hohlkörper handeln oder von Freuden, die sich bei der Beschleunigung des Automobils einstellen...

    Wer das nun verpasst hat, möge sich bei Gelegenheit mal die zugehörige Playlist zu Gemüte führen und dann tränenblind im hauseigenen Plattenarchiv wühlen, ob da wenigstens das eine oder andere entsprechende Stück Trost spenden kann. Wäre aber auch möglich, dass nicht alles auf Rille zuhanden, sondern nur auf längst Richtung ewige Jagdgründe aufgebrochenen bzw. abgeschilferten Magnetbändern... Tja, eben.

    Wirklich zum Heulen ist allerdings, dass Tony Coulter wegen eines anstehenden Umzugs nach Portland mit dieser schönen Show vorerst seinen Abschied von den regelmässigen Sendungen bei WFMU mit uns gefeiert hat. Von daher auch noch einmal an dieser Stelle und zum Mitschluchzen: Thank You For The Music - und (hoffentlich, trotzdem, und sei es nur gelegentlich:) Auf Wiederhören!

    Vielleicht hilft's ja, hin und wieder Richtung Portland in freier Anlehunung an die geschätzte kleine Hymne von Nichts zu singen: "Lieber Gott / Ich wünsch mir so / die TC Show im Radio..."

    [Bildchen: Weil sich tränenblind eben so schlecht zeichnen lässt, haben wir nochmal unsere Radiohasen aus dem Archiv gepackt. Die natürlich sowieso mit uns leiden...]

    Von miss.gunst am 30.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    26.09.08

    kreativität 2.0 @ HMKV

    cgcg_ksw.gifUm den Exkursionstipp der Woche bzw. des Wochenendes konkurrieren eigentlich mehrere Veranstaltungen - aber für BastlerInnen und BricoleurInnen, die ihre Materialen aus den Speichern der digitalen Kultur beziehen, sollte es wohl jene sein, zu welcher der Hartware MedienKunstVerein in die Dortmunder PHOENIX Halle lädt.

    Für einen Ausflug nach Dortmund spricht nebenbei bzw. vorweg bemerkt übrigens auch, dass man sich dort zur Zeit auch die spannende Ausstellung "Anna Kournikova Deleted By Memeright Trusted System" ansehen kann, die sich mit Kunst im Zeitalter des Geistigen Eigentums beschäftigt

    cgcg_g.gifWas nach Massgabe der jüngsten Entwicklungen in diesem Feld eine ziemlich trübsinnig stimmende Schau hätte werden können - aber dafür, das dem nicht so ist, sorgen schon die eingeladenen KünstlerInnen und -gruppen von Daniel Garcia Andújar (von Technologies to the People, ursprünglich auch in der Hausgemeinschaft von irational zu finden) über monochrom und Cornelia Sollfrank bis ubermorgen.

    Ab dem heutigen Freitag (26.09.) bis einschliesslich Sonntag (28.09.) kann man sich aber nun in Vorträgen und Panels auch vertiefend mit Fragen rund um den Komplex "Kreative Arbeit und Urheberrecht" auseinandersetzen. Dass diese derzeit so einigen Menschen auf den Nägeln brennen und es gerade für KulturproduzentInnen Handlungsbedarf gibt, muss an dieser Stelle wohl nicht weiter erläutert werden. Zumal treue LeserInnen dieses Log.Buchs diverse Stränge zum Thema unter anderem an den Einträgen zu den Aktivitäten der Digitalen Allmend, zu Projekten wie kunstfreiheit.ch, der letzten interfiction-Tagung usw. usf. verfolgen konnten. Und natürlich haben wir vor langem auch schon die Mitveranstalterin iRights, die gemeinsam mit dem HMKV das die Tagung verantwortende Projekt arbeit 2.0 ins Leben gerufen hat, vorgestellt.

    Kurzum: Gute Gründe, an diesem Wochenende nach Dortmund zu fahren und dabei zu sein! Wir können das jedenfalls nur wärmstens empfehlen...

    [Bildchen: Ja, ein Gespenst geht um - nicht nur in Europa. Wobei sich in Dortmund dieses Wochendende allerdings gerade jene versammeln, die sich von ihm nicht schrecken lassen wollen. Insofern passt's nur bedingt. Aber es musste mal wieder schnell gehen mit der Imagination...]

    Von miss.gunst am 26.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    22.09.08

    radiokunst satt mit RadiaLx (WRT)

    rlx08_ksw.gifSoll ja Menschen geben, die hin und wieder akustische Fastentage schwören. Keine schlechte Idee in Zeiten omnipräsenter Dauerbeschallung. Aber für den heutigen Montag wollen wir doch eher das Gegenteil empfehlen.

    In Lissabon läuft nämlich seit dem vergangenen Samstag ein wunderbares Radiokunst-Festival, organisiert von Radio Zero - einer äussert regen Partnerstation im Kunstradio-Netzwerk radia.fm (welchselbiges mindestens treuen LeserInnen dieses Log.Buchs aus früheren Einträgen noch bestens bekannt sein dürfte).

    rlx08_g.gifIm Zuge dieses Festivals, das auf´den schönen Namen RadiaLx hört, gibt es natürlich neben Workshops, Performances und Konzerten vor Ort auch Radiokunst-Sendungen satt.
    So eben auch heute, wo tatsächlich bereits ab 07:00 Uhr morgens (sic!) bis in die tiefe Nacht ein regelrechtes Schlemmermahl für unsere Ohren bereitet ist, die gewöhnlich mit solchen Spezereien ja nur in dietätischen Dosen rechnen dürfen.

    Auf dem Speiseplan stehen unter anderem süsse Radiokunst-Stunden mit Produktionen von Harold Schellinx (den treue LeserInnen bereits aus unserem Log.Buch kennen und sicher längst zu Soundblog-Fans geworden sind) und Aymeric de Tapol (der kürzlich noch beim hier ebenfalls mit Einträgen bedachten European Sound Delta-Projekt Klänge gesammelt hat). Und und und...

    ... ergo: nicht länger Log.Buch lesen, sondern den Webstream von Radio Zero anwerfen. Wir wünschen: Guten Appetit!

    Von miss.gunst am 22.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    21.09.08

    errare

    sbrz_ksw.gifVom Offenbacher Hafen in die Schweiz - wo in der Moränenlandschaft rund um Menzingen für den heutigen Sonntag eine ganz besondere Klangkunst-Performance angekündigt ist.

    sbrz_g.gifErklingen soll von und zwischen den sanften Hügeln nämlich ein Duett, das sich zwischen einem präparierten Alphorn und einem Steinxylophon entspinnt. Beides ja nun nicht gerade Instrumente, auf denen man bereits im Vorschulunterricht musizieren lernt oder die einem sonst an jeder Ecke begegnen würden, aus der es schallt.

    Umso mehr sollte diejenigen, für die Menzingen und die Moränen in erreichbarer Nähe liegen, die Neugierde treiben, dieses besonderen Hörereignisses teilhaftig zu werden, das der treuen LeserInnen dieses Log.Buchs bereits bestens bekannte Schlagwerker und Klangbastler Simon Berz aka Badabum zusammen mit dem Komponisten und Alphornisten Roland Dahinden (sowie als unterstützenden Mitstreitern: Andrew Phillip und Michelle Ettlin) allen jenen bereiten wird, die sich zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr an Ort und Stelle einfinden...


    Von miss.gunst am 21.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    17.09.08

    how to stockhausen (WRT)

    msms_ksw.gifIst natürlich keine Bastelanleitung im eigentlichen Sinne, die hier zum Besten gegeben werden soll. Sondern der längst mal wieder fällige Webradio-Tipp - der einfallsreicher Weise (und/oder weil's gerade mal wieder Mittwoch ist?) an das WDR3 open: Studio elektronische Musik geht.

    Dort läuft derzeit nämlich gerade eine Reihe, die nach der Praxis namhafter Komponisten fragt - "how (to)" ist also im Sinne von "Wie haben die das eigentlich gemacht?" gemeint.
    Und heute Abend wird diese Frage an den im vergangenen Jahr verstorbenen Karlheinz Stockhausen gestellt.

    msms_gk1.gifVorgesehen ist aber kein Geisterspräch, sondern eine Verständigung über das Werk, wobei besonders das von Stockhausen bevorzugt zur Anwendung gebrachte Prinzip der Autointerpretation (nein, um Fahrzeuge gehts dabei nicht) unter die Lupe genommen werden soll. In diesem Zuge wird es Ausschnitte unter anderem aus Mikrophonie und aus Kurzwellen geben - kurzum: Fast schon ein Pflichtprogramm für alle die sich ein bisschen für die Geschichte des kreativen kompositorischen Umgangs mit Sende- und Empfangstechniken interessieren.

    Das Ganze zur gewohnten Stunde, also ab 23:05 Uhr.

    Aber ansonsten ist so Einiges anders geworden beim Studio elektronische Musik bzw. genauer gesagt: auf den Webseiten des WDR. Die Seiten werden jetzt nämlich mit einer statischen Adresszeile versehen (was gegenüber dem alten Generationsverfahren mit den ewig langen Zeiten ziemlich elegant ist, denn dahinter steht natürlich nach wie vor ein dynamisches CMS).
    Nur: Abgesehen davon, dass wir uns jetzt still in die Tasche heulen, weil leider keine Weiterleitungen seitens der alten Adressen eingebaut worden ist, ergo keiner der ehedem so gern gesetzten Anker mehr funktioniert, haben wir noch keine Archivadressen für die einzelnen Beiträge ausmachen können. Was natürlich nicht so schön ist, wenn man mit Einträgen wie diesem nebenbei auch ein bisschen Kulturspeicher spielen will...

    [Bildchen: Hat als schematische Darstellung mikrophonen Stereoprinzips, die von Galak76 dankenswerter Weise unter GNU in die Wikipedia Commons gespendet wurde, eigentlich nichts mit Stockhausens Komposition von 1966 zu tun. Aber schön ist sie und lässt sich wie fern auch immer mit einigen der oben angeführten Prinzipien assoziieren,...]

    Von miss.gunst am 17.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    10.09.08

    dorkbot swiss @ walcheturm

    dbsw0809_ksw.gifMindestens für die Annalen: Am heutigen Abend (10.09.) findet fand das September-Treffen der ansehnlichen und stets wachsenden Schweizer dorkbot-Gemeinde im Zürcher Walcheturm statt.

    dbsw0809_g.gifA propos stets wachsend: Das Programm der Veranstaltung bricht durchaus den Jahresrekord - und bei den meisten der illustren Gäste sind entweder direkt über die Ankündigung interne Seiten mit ausführlichen Informationen zu erreichen oder es ist ein Anker zu den jeweiligen Heimseiten der KünstlerInnen gesetzt, auf denen sich dann mehr über die Projekte erstöbern lässt.

    Braucht daher an dieser Stelle eigentlich keine weiteren Details. Nicht verkneifen können wir uns als treue Fans allerdings den Wink, dass unter anderem bzw. unter anderen Flo Kaufmann (s. a. im hauseigenen Archiv) seine grossartige Einrichtung zur phonotechnisch abspielbaren Gravur von Bierdosen vorstellen wird. Dass und wir gut die funktioniert, haben wir schon vor mehr als einem Jahr im Rahmen der Workshop-Tage in Solothurn heftigst bewundert.

    Und abschliessend vielleicht noch der Verweis auf Chun Lee nicht minder spannendes open lab-Projekt, das zudem auch am folgenden - also dem Donners- - Tag (11.09.) gleich nochmals im Rahmen des Ubuntu-Treffens vorgestellt werden soll.

    Von miss.gunst am 10.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    05.09.08

    eine neue... ?

    ae08t_ksw.gifNebenbei bemerkt hat gestern, als wir - mindestens im Geiste - noch bei den Vögeln waren, auch die ars electronica ihre Tore geöffnet.
    Was unter elektronischen Künsten zugeneigten natürlich per se schon vermeldenswert sein mag.

    Erwartungsfroh kann diesmal zudem das gewählte Thema stimmen, das an sich zwar nicht neu ist (denkt man etwa allein an den einen oder anderen kleineren Anlass des letzten Jahres)- aber eines, das unter den gegebenen Umständen eher an Relevanz gewinnt denn verliert:
    Gehen soll es - insbesondere auf der heute beginnenden Konferenz - um die Frage nach den schönen neuen Ökonomien kultureller Produktion in der umkämpften Zone zwischen Informationsfreiheit und Urheberrechtsbestimmungen.

    Dazu und zu all den anderen Dingen, die in den nächsten Tagen in Linz geboten werden, gelegentlich noch mehr.
    Vorher gilt es aber noch über die Spielwiese hinweg zu kommen, welche die Gestalter der Webseiten und des (Corporate) Graphic Design angelegt haben.

    ae08t_g.gif

    Da gibt es nämlich nicht nur ein kleines, von PacMan - ja, wie sagt man am besten: inspiriertes Vilmchen auf der Startseite, das einen vor dem Hintergrund des Themas richtig ins Sinnieren bringen kann.
    Auch mit dem Titel der Veranstaltung wird munter gespielt: "A new cultural ... - a new scientific economy ... a new ..." - ja, was denn nun eigentlich? Hoffen wir doch mal, dass die Standpunkte auf den Podien etwas entschiedener vertreten werden...

    [Bildchen: Ist mehr vom Thema der ars als von irgendetwas anderem inspiriert. Oder?]

    Von miss.gunst am 05.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    01.09.08

    upgrade! international lockt (chain reaction)

    uisk08_ksw.gifZwar kein Aufruf zur Einreichung, aber eine Einladung zur Teilnahme, die gerne weitergereicht werden will. Upgrade! ist ein Format, das die meisten von lokalen Veranstaltungen kennen dürften, die zu denen der dorkbots eine gewisse Verwandtschaft aufweisen - denn sie werden von Menschen organisiert, die ideenreich an diversen Schnittstellen von Künsten, Technologien, Kultur und Gesellschaft agieren.

    Weil Upgrade! aber zudem ein internationales Netzwerk ist, gibt es mehr oder weniger regelmässig aber auch grössere Anlässe, die eigentlich mit Fug und Recht Festival genannt werden können.

    uisk08_g.gifAnfang kommender Woche findet nun ein ebensolches im mazedonischen Skopje statt, organisiert von gleich mehreren lokalen Upgrade!-Initiativen (Upgrade! Belgrade, Upgrade! Berlin - Public Art Lab, Upgrade! Sofia – InterSpace, Upgrade! Istanbul – NOMAD, Upgrade! Skopje) sowie der Inititiative Line. Und was dort unter dem schönen Titel "Chain Reaction" geboten wird, klingt liest sich wirklich verlockend.

    Das Programm umfasst neben einer Ausstellung, diversen Aufführungen für Augen und Ohren wie Performances und Video-Screenings eine lange Reihe mit ziemlicher Sicherheit ganz und gar nicht langweiliger Vorträge und Workshops.

    Könnte sich also - a propos "Kettenreaktion" und soweit es der Kalender gestattet - anbieten, gleich vom einen Festival zum nächsten weiterzureisen...

    Von miss.gunst am 01.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    31.08.08

    grosse vögel, kleine vögel

    bsot_ksw.gif... sind gestern (30.08.) in der Rotunde der Schirn Kunsthalle in Franfurt gelandet. Und werden dort wohl noch ein Weilchen nisten
    Eine unerwartete Oase aus Klang mitten in der Stadt, in farbiges Licht getaucht, die allabendlich wie eine Fata Morgana für ein paar Stunden erscheint und dann wieder vergeht.

    Angelockt hat die Vögel, zwei Zwergohreulen übrigens, Bernhard Schreiner (feld, Archiv). Eingefangen hat er aber nur ihre Stimmen. Schnäbelndes Gurren, das sich bestens mit dem körperlosen Schnarren der Schaltungen versteht. Das heisst: Im Grunde will man gar nicht unterscheiden zwischen dem Gesang aus Gefieder und dem, der von Impuls zu Impuls hüpft. Oder genauer gesagt, hingehört, im Puls selbst ist.

    bsot_g2.gifBevor es dämmerte und dann, Schein geworfen, gleich wieder blauer Morgen werden konnte in der Lichtung gab es - allerdings nur für einmal - noch ein Konzert. Olivier Messiaen, dessen hundertsten Geburtstag es in diesem Jahr zu begehen gilt, und Martin Schmalz, der gerade mit einem Kompositionsstipendium in Frankfurt weilt - gespielt von MusikerInnen der Jungen Deutschen Philharmonie, die dem Franzosen mit ihrem diesjährigen Freispiel eine besonders schöne Hommage kredenzt.

    Was im übrigen auch für Schreiners o.T. (presque rien n°2, blau) gilt. Allem voran der Vögel wegen, und nicht nur, weil es ursprünglich Messiaens Schüler Luc Ferrari war, der einer der beiden Zwergohreulen seinerzeit zärtlich die Stimme stahl.

    Die Oase (presque rien) noch bis um 05.09. jeden Abend ab 20:00 Uhr in der Rotunde der Schirn; das Freispiel der Jungen Deutschen Philharmonie für Olivier Messiaen ebenfalls, aber an anderen und welchselnden Orten (Programm als pdf).

    [Bildchen: Nun, was wohl anderes als zwei Zwergohreulchen, ein wenig wenigstens in Blau getaucht. In ganzer Gefiederpracht sind sie auf einem Foto zu bewundern, das Antonio De Lorenzo und Marina Ventayol machten und dessen hier verwendete und weiter transformierte Bearbeitung von Dysmorodrepanis dankenswerter unter cc-by-sa lizensiert und in die Wikipedia Commons gestellt worden ist.]

    Von miss.gunst am 31.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    28.08.08

    kunstgeburtstag ff. (WRT)

    ab08drk_ksw1.gifSieht fast so aus, als würden sich diesen Sommer sämtliche Sender bzw. -formate mit Neigung zur Radiokunst aufs Feiern eingeschworen haben.
    Aufs Kunstgeburtstag(s)-Feiern, um genau zu sein.

    Denn nachdem wir Anfang des Monats schon einen entsprechenden Webradio-Tipp für den reDeSigning the future ... remix bei SWR2 ars acustica abgeben konnten, steckt in der Nacht zum morgigen Freitag (wie immer ab 0:05 Uhr) nun auch Deutschlandradio Kultur in seiner Klangkunst-Reihe die Kerzen auf dem Kuchen an.

    ab08drk_g.gifUnd wie der Titel "Young and Restless - Art's Birthday 2008 (2)" verrät, sogar schon zum zweiten Mal in kurzer Folge. Letzte Woche gab's nämlich bereits "Young and Wild - Art's Birthday 2008 (1)".

    Beide Sendungen sollen eine Nachlese zu jener bieten, die pünktlich zur eigentlichen Festivität am 18.01.08 ausgestrahlt wurde ("Forever Young"). Wie das am 22.08. klang, ist uns leider entgangen, heute Nacht bietet sich also eine neue Chance. Wobei das Ganze - anders als beim SWR - wohl eher auf ein Wiederhören hinauslaufen wird.

    Nun, aus treuer Kunstgeburtstagsfan-Perspektive sagen wir da doch: Immer gern - warum auch nicht?

    [Bildchen: Indes die Ankündigung beider Geburtstagsprogramme bei Deutschlandradio Kultur ein Schwamm ziert, finden wir das Motto "Schwamm drüber" etwas schnöd und bleiben lieber bei der traditionellen Torte. Das mehr als lecker ausschauende Vorbild danken wir Joey Gannon und stellen auch unsere Mutante unter cc-by-sa.]

    Von miss.gunst am 28.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    25.08.08

    Essbare Landschaften (WRT)

    edbl_ksw.gifFreundinnen und Freunde von Field Recordings aufgemerkt: Auf resonance fm London beginnt heute eine Reihe mit Sendungen, die auf diesem Terrain schwelgen und schwelgen lassen - was in diesem Fall sogar wörtlich zu nehmen ist.

    Edible Landscapes heisst das Projekt, in dessen Rahmen Reisen in die unterschiedlichsten Gefilde unternommen werden, in denen Hören einen umfassenden sinnlichen Genuss bedeuten kann.

    Zwar dürfte wohl nicht alles, was dabei zu erlauschen sein wird, den Verdauungsapparat im engeren Sinne betreffen:

    edbl_g.gif

    "Gloucester cathedral, Elephant & Castle, Romanian sheep and sheperds. The horns of Napoli, vile weather in north London, lightning storms in southern Italy, fireworks in Lewes, carnivals in Mexico. Food being prepared and food being eaten. The sounds of a crop circle being constructed, rural rambles and urban yomping; domestic nothingness and somethingness. The truth about super markets, meat markets, cattle markets, and fruit markets and plenty of action and inaction on buses, trains, planes and tubes and many places inbetween."

    Aber wie die hier zitierte Ankündigung und natürlich auch der Titel der von Richard Thomas editierten Serie mit Beiträgen zahlreicher KünstlerInnen, RadiomacherInnen und anderer Kulturschaffender versprechen, nehmen Nahrungsmittel - vom Rohstoff über die Ware und deren Handel bis zur Zubereitung und Konsumption - hierbei einen zentralen Stellenwert ein.

    Kurzum: Das klingt schon vorweg sehr lecker und wird es auch sicher werden. Akustische Mitesser können sich vom heutigen Montag (25.08.) bis einschliesslich Freitag (29.08.) täglich zu Tisch einfinden - und zwar, so sie nicht sowieso in London weilen und resonance auf fm empfangen könne, per Webstream jeweils um 12:00 Uhr zum Mittags- und um 0:00 Uhr zum Nachtmahl (wobei, notabene, in der kontinentalen Zeitzone jeweils eine Stunde zuzugeben ist).

    Von miss.gunst am 25.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    22.08.08

    kurz, aber herzlich

    omffa_ksw.gifWie schon gute Tradition, wollen wir auch in diesem Jahr wieder den Hut vor jenen ziehen, die es wirklich schaffen, sich kurz zu fassen. Und wie KurzfilmfreundInnen ahnen werden: Mit "kurz" ist im Grunde "kürzest" - und mit dieser Einleitung das One Minute Festival in Aarau gemeint.

    Heute (22.08.) Abend beginnt nämlich die diejsährige Ausgabe des intnationalen Film & Videofestivals für die kompakte Würze - und startet gleich durch mit einer langen Nacht des kurzen Vilms. Wieviel es da zu gucken gibt in mehreren Stunden, die ausschliesslich aus Videos und Filmen bestehen, welche höchstens (!) sechzig Sekunden währen, mag sich jede/r selbst ausrechnen.

    omffa_g1.gifAb morgen gibt es dann wie gewohnt ein Ganztages-Programm (Überschau als pdf), zu dem neben den zahlreichen Wettbewerbs- und Spezialschienen mit Spiel-, Experimental- und Animationsvilmen auch zwei Installationen gehören, die ab morgen Nachmittag im Kunstraum Aarau zu sehen sind:

    Zum einen "Tempo Fugato" von Marianne Büttiker, ein poetischer Bild-Transfer, mit dem - so verspricht es die Künstlerin - Fragmente aus dem Tagebuch ihres Genueser Atelierstipendien-Aufenthalts in Form einer (Video-)Raumzeichnung wiedererstehen sollen.

    Zum anderen lädt Terry Schaufelberger zum "Grossen Duell", bei dem die Zuschauer aktiv eingreifen und per Zeichenstift das Geschehen (und wohlmöglich auch den Ausgang der Auseinandersetzung) mitbestimmen können. Wer seine eigenen gezeichneten Charaktere ins Rennen schicken will, ist dazu herzlich eingeladen - es steht nämlich auch ein Scanner bereit.

    omffa_g2.gif

    Ob es dann wohl auch gestattet ist, einander allenfalls mit Kuchen oder Seifenblasen zu bewerfen oder Blumen zu tauschen?
    Wird sich sicher weisen. In jedem Fall eine grossartige Idee!

    [Bildchen: Von Schaufelbergers Einladung inspiriert, haben wir in einer Einminutenskizze mal schnell eine potentielle Duellantin imaginiert. Die Kampfseifenblase sieht harmlos aus? Wer das meint, hat sie noch nicht im Einsatz gesehen. Nur so viel sei verraten: Wie es sich für eine mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Geheimwaffe gehört, wird sie auch nicht so mirnichs, dirnichts platzen. Vielmehr wird die Gegenseite freundschaftlichst eingeseift...]

    Von miss.gunst am 22.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    20.08.08

    dhomont (WRT)

    fdmr_ksw.gifWie oft geht unser Webradio-Tipp für den Mittwoch an das WDR Studio Elektronische Musik - wird heute aber zudem noch mit einem internationalen Extra verknüpft.

    Im Mittelpunkt der aktuellen Sendung, die heute zur gewohnten Stunde ab 23:05 Uhr ausgestrahlt wird, sollen nämlich Werke von Francis Dhomont stehen.

    Die Ankündigung verspricht mit Ausschnitten aus verschiedenen Werken des Pioniers und Doyens der akusmatischen Musik einen "Blick hinter die Kulissen und ein(en) Werkstattbericht" zu bieten, was ja allemal ziemlich spannend klingt.

    Denjenigen, die vorab und/oder hernach noch weiter in Dhomonts Klangwelten einsteigen möchten, können wir wunderbarer Weise bei dieser Gelegenheit gleich noch einen weiteren Webradio-Tipp mit ans Herz legen.

    fdmr_g.gif

    Im kanadischen Montréal - Dhomonts zweiter Heimat, wo der Franzose über zwanzig Jahre gelebt und gelehrt sowie unter anderem auch die Communauté électroacoustique canadienne (bzw. englisch: The Canadian Electroacoustic Community, kurz CEC) mitbegründet hat - gibt es nämlich den Vertrieb DIFFUSION i MéDIA / electrocd bzw. ÉlectrO-CD, der auf die gleichnamige Initiative von Mitgliedern der Groupe de recherches musicales (GRM) in Paris zurückgeht und entsprechend auf CD-Publikationen aus dem Feld der elektro-akustischen Musik spezialisiert ist.

    Bei DIFFUSION i MéDIA / electrocd kann man nun aber nicht nur Werke von Francis Dhomont erstehen, sondern sie (wie diejenigen zahlreicher anderer KünstlerInnen, die der Vertrieb vertritt) auch über das hauseigene Webradio hören. Womit sich dann natürlich weit mehr als eine nächtliche Radiostunde bestreiten lässt...

    [Bildchen: Dhomonts Musik will natürlich mit dem Inneren Auge gesehen werden. Insofern eher entfernt ein lichter Gruss an seine zweite Heimat, die uns auch sonst und sowieso ans Herz gewachsen ist. Vor-Bild war in diesem Fall ein Foto von Montréal bei Nacht, das MinhCuongTran grosszügiger Weise unter cc-by-sa in die Commons gegeben hat. Merci!]

    Von miss.gunst am 20.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    16.08.08

    radio MACBA (WRT)

    wrmcb_ksw.gifDarf es zum Wochenende vielleicht wieder ein Webradio-Tipp sein?
    Da hätte es doch einen - sogar mit allem Vernehmen nach kontinuierlich ausgebautem und zudem für Klangkunst-FreundInnen jederzeit erreichbarem Programm.

    Nachdem wir gerade gestern (primär auf FM, aber im Übrigen natürlich auch per Webradio zu vernehmen:) in unserer GUNSTradio-Sendung auf dem Frankfurter radio x eines der aktuellen Projekte von Radio MACBA vorgestellt haben, sollte es eigentlich auch im Log.Buch nicht länger fehlen.

    wrmcb_g.gifRadio MACBA, im Hause des Museums für Zeitgenössische Kunst in Barcelona (Museu d’Art Contemporani de Barcelona) angesiedelt, sendet zwar nicht on air, sondern ausschließlich übers WWW. Das heisst: Genau genommen handelt es sich auch um gar kein Radio, sondern um Podcasts, die man sich entweder online anhören oder auch herunterladen bzw. per iTunes abonnieren kann. Aber das tut der guten Sache eigentlich keinen Abbruch.

    Nicht nur steht dort in der von Barbara Held und Pilar Subirà betreuten Klangkunst-Reihe "Curatorial" geradet ein Special namens "Radioaction III" auf dem Programm, das gemeinsam mit dem treuen LeserInnen dieses Logs aus mehreren Einträgen bereits bestens bekanntenNew Yorker Kunstradio free103point9 entstanden ist. Es versammelt zwölf Stücke, die konzeptionell an die Idee von Radio als Medium, Instrument, Material und/oder Thema anknüpfen (mehr dazu und zu den beteiligten KünstlerInnen bei free103point9).

    Auch sonst hat Radio MACBA so einiges Spannende zu bieten. So gibt es aktuell etwa in der Reihe "Research" zwei Sendungen, die dem klangkünstlerischen Werk von Francisco López (s. auch im Log.Buch-Archiv) gewidmet sind, unter den "Specials" ein ebensolches zu Juan Muñoz' Radioarbeiten und in der das Ausstellungsprogramm des Museums begleitenden Serie "Son(i)a" (leider die einzige, die unter cc lizensiert ist) eine Sendung zur Schau "Possibilitat d'acció. La vida de la partitura"("Possibility of Action: the Life of the Score"), welche sich den Formen der zeitgenössischen musikalischen Notation widmet.

    In Summa hat Radio MACBA bereits jetzt mehr im Kasten, als sich an einem einzigen Sommerwochenende nachlauschen lässt. Und sicher wird das Archiv noch weiter wachsen - wir bleiben also dran...

    [Bildchen: Zeigt eigentlich einen Sendemast bei Königs Wusterhausen - also denkbar weit von Radio MACBA entfernt. Aber es gibt tatsächlich einen Konnex. Das schöne Foto, das Wikipedianer Marcus T. Jaschen unter cc-by-sa den Commmons übergab, erinnerte uns fern nämlich an jenes, welches das Cover der von free103point9 herausgegebenen CD zu Radioaction III ziert.]

    Von miss.gunst am 16.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    13.08.08

    mobiles kino video

    mkvt_ksw.gifGleich noch ein kleiner Nachschlag für die 8bit-FreundInnen - aber nicht nur für diese. Es gibt nämlich wieder etwas von MOBILESKINO zu vermelden (ja genau, das sind die Macher der wunderbaren Game Arcade und anderer spannender Projekte, die analoge und digitale Medienkultur auf unterschiedliche Weise ineinander übersetzen).

    mkvt_g.gifDaniel Bossart aka bossART hat vor einigen Monaten schon für telebasel mash tv ein schönes kleines Porträt über das Elektrobricoleur-Kollektiv gedreht - und auch im Wildpark von polylog.tv eingeheht, wo es nun eben zu bewundern ist.

    Fanden wir grad dieser Tage per Zufall. Und stecken wir natürlich gleich zu den Einträgen unserer kleinen Sammlung mit MOBILESKINO im hauseigenen Archiv.

    [Bildchen: Sieht so gar nicht nach Arcade-Kino aus? Stimmt. Was das soll, wird sich aber noch weisen...]

    Von miss.gunst am 13.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    12.08.08

    superbutton (mit WRT)

    lbtq_ksw.gifSchon sehr sehr lange nichts mehr für FreundInnen der 8bit-Kultur dabei gewesen. Das müssen wir dringend ändern. Und schauen uns doch gleich mal um, was es in der Szene an aktuellen Leckereien gibt.

    Als da wäre beispielsweise unter den jüngeren Netzlabels der 2006 gegründete Superbutton, dessen Veröffentlichungen symapthischer Weise der Gemeinde allesamt gemeinfrei unter Creative Common-Lizenz kredenzt werden.

    lbtq_g.gifGanz wunderbar zur Sommersaison passt beispielsweise das vorletzte Release, das im Juni als zweite Kompilation der Superknöpfe mit dem schönen Titel "LittleBit2Quick"* erschienen ist.
    [*Da der Superbutton keine internen Sprungmarken hat, direkt zur entsprechenden Seite bei archive.org verankert - bei Superbutton selbst kann man die einzelnen Stücke aber ebenfalls direkt anhören bzw. bequem das zip von archive.org abrufen.]

    Gewissermassen ein All Stars-Aufgebot des Freundeskreises, bei dem man entsprechend viele Zuckerl von Bit-Bricoleuren findet, die schon zuvor mit leckeren Superknopf-Publikationen erfreut haben.
    Wenn es noch eine persönliche Empfehlung sein darf: In jedem Fall "In the Raw" von Stay Ali.
    Und wer die schwedische 8bit-Diskokugel noch nicht kennt, sollte sich bei dieser Gelegenheit gleich noch die beiden EPs zu Gemüte führen, die bei Superbutton erschienen sind.

    Last but not least: Ist natürlich kein echtes Webradio, was sich da auf der Heimseite im Fensterchen öffnet. Aber im Bedarfsfall doch so gut wie, weshalb wir das Ganze einfach mal in die Webradio-Tipps reihen.

    [Bildchen: Ja, ziemlich zünftige Cover haben die Superbutton-EPs obendrein. Dieses hier gehört natürlich zu "LittleBit2Quick" und ist als Teil des Gesamtpakets unter cc-by-nc-sa lizensiert. Aber wer hat's gemacht? Vielleicht Superbutton-Betreiber McFiredrill selbst.]

    Von miss.gunst am 12.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    08.08.08

    station rose @ yachtclub

    stryc_ksw.gifNach der doppelten Portion Schwanengesang auf die analoge Kassettenkultur sollte es gut tun, sich zur Abwechslung mal wieder digitalem Optimismus zuzuwenden.
    Dazu gibt es heute Abend (08.08.08) in Frankfurt eine ideale Gelegenheit.

    Und zwar lädt bzw. laden Station Rose - Elisa Rose und Gary Danner, netizens der ersten Stunde und seit zwanzig Jahren gemeinsam auf dem Feld der digitalen Medien und Künste aktiv - zu einer sommerlichen Jubiläumsfeier ein.

    stryc_g.gifBegangen wird diese an einem denkbar bukolischen Ort, nämlich in Hans Romanovs wunderbarem Yachtclub, der nahe der Alten Brücke am Mainufer ankert.

    Um 23:00 Uhr wird es eine (Vor-)Premiere des jüngsten Werks der beiden geben und der Vilm "20 Digital Years - the Movie" gezeigt. Und drumherum wird man auf schwankenden Planken und bei hoffentlich angenehm lauem Abendwind über den Wassern Getränke und Musik geniessen können, welchletztere von Gary verantwortet wird, indes die Visuals dazu wie immer von Elisa kommen.

    Wer im Vorfeld noch einen audiovisuellen Aperitif nehmen möchte, sollte es nicht versäumen, angelegentlich auf der Heimseite von Station Rose einzukehren. Aber Obacht mit der Dosierung. Schaut schliesslich nicht gut aus, wenn man schon sturztrunken auf die Party wankt...

    [Bildchen: Ist weder der Flyer zum Fest noch sonst eine Station Rose-Produktion. Ersteren wollten wir trotz Ermutigung der beiden lieber nicht verwenden, weil wir in Sachen Wiedergaben ja so penibel sind. Ergo versucht - immerhin in schönem STR-Pink und visuell thematisch passend - selbst eine Gratulationskarte zu basteln. Für den Yachtclub (natürlich nicht der Frankfurter, sondern der von Kaunas) unter cc-by-sa danken wir Wikipedia Commons-Spender Wojsyl und für die wunderbare Hybridrose unter cc-by Ulf Eliasson.]

    Von miss.gunst am 08.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    05.08.08

    reDeSigning the future remix (WRT)

    ab08rem_ksw.gifWie schon öfter an einem ersten Dienstag im Monat geht unser heutiger Webradio-Tipp in Richtung SWR2. In der Reihe ars acustica steht nämlich wieder einmal eine besonders spannende Sendung auf dem Programm.

    Als Ursendung und noch dazu mit Live-Bearbeitung soll es ein Remix ausgewählter Produktionen der diesjährigen Feiern zum Kunstgeburtstag geben (mehr zu Kunstgeburtstagen im Allgemeinen sowie speziell zum Jubeltag 2008 natürlich auch im hausgeigenen Archiv).

    ab08rem_g.gifBeteiligt sind am "reDeSigning the future ... remix" der niederländische Vokalartist und Performer Jaap Blonk, der deutsche Minimal-Elektroniker Markus Popp, österreichischen Musiker und Geräuschforscher Martin Brandlmayr und Werner Dafeldecker´(s.a. Polwechsel) sowie der Saxofonist Matthias Schubert.

    Ergo denkbar unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten mit ebenso unterschiedlichen ästhetischen Präferenzen, Vokabularien und Methoden. Kurzum: Das Ganze verspricht eine ziemlich spannende und abwechslungsreiche Angelegenheit zu werden.

    Zu guter Letzt noch eine frohe Botschaft: Diejenigen, die nicht heute Nacht ab 23:05 Uhr das Öhrchen ans Radio pressen bzw. in den Webstream tauchen können, haben übrigens im Anschluss noch eine Woche lang die Möglichkeit, sich die Aufzeichnung online anzuhören (mehr dazu vermutlich hier).

    [Bildchen: Ist natürlich ein Remix des Extremkitschs, den wir seinerzeit als überzuckerte Kunstgeburtstagstorte im entsprechenden Eintrag aufgefahren hatten. Je nun...]

    Von miss.gunst am 05.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    03.08.08

    sound + space (smc08)

    sis08_ksw.gifIst heute schon der Abschlusstag - aber für die Annalen soll trotzdem noch auf die diesjährige DEGEM-Konferenz "Sound und Space" verwiesen werden, die in Kooperation mit den bereits mit einem eigenen Eintrag bedachten inventionen08 in Berlin ausgerichtet worden ist.

    sis08_g2.gifUnd zwar schon allein deshalb, weil es auf den Heimseiten der Konferenz auch eine Abteilung mit den "Proceedings", also den Materialien zu den Vorträgen gibt.

    sis08_g1.gifErgo hat man so einiges Anregende zu schmökern, selbst wenn man nicht an der Konferenz teilnehmen kann bzw. konnte. Wie beispielsweise Simon Emmersons Text zu "Memory and Space" (pdf) oder Marilou Polymeropoulous Überlegungen zu "Sound in Cyberspace: Exploring Material Technoculture" (pdf). Um nur mal zwei weiterzuempfehlen, die wir den eigenen Neigungen entsprechend herausgepickt haben.

    Ist natürlich nicht dasselbe, wie den Vorträgen bzw. Präsentationen beizuwohnen. Aber als kleine Theorieinfusion für das sonntägliche Teestündchen doch durchaus tauglich.

    Von miss.gunst am 03.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    02.08.08

    dorkbot swiss Valbella8

    dsv8_ksw.gifNeue Aktivitäten bei den Schweizer dorkbots, die sich diesmal als "people doing strange things with communication" formieren.
    Hintergrund ist die Kooperation mit einem Projekt, das auf seine Weise ebenfalls neue Wege geht.

    dsv8_g1.gifValbella8 ist Medienprojekt von Menschen mit geistiger Behinderung, die Radio und Fernsehen produzieren. Für Menschen mit und ohne geistige Behinderung.
    Und noch viel mehr.

    Wer Valbella8 und die Beteiligten näher kennenlernen möchte, kann natürlich erst einmal die Heimseite des Projekts studieren (gibt auch ein hübsches Brevier im pdf-Format zum herunterladen).

    Heute gibt es aber zudem auch eine schöne Gelegenheit, sich das Ganze mal aus nächster Nähe - also vor Ort in Valbella - anzuschauen und den MacherInnen persönlich zu begegnen. Unter oben bereits zitiertem Motto laden dorkbot swiss und Valbella8 zu einem Tag der offenen Tür ein, bei dem es mit Podiumsgespräch, Grillen und Konzert zur Sache bzw. um die Sache(n) geht, die in diesem Sommer starten soll(en).

    Valbella8 haben viel vor - aber eben auch Potential: "Die Brillianz einer von der Norm abweichenden Denk- und Lebensart wird in TV, Radio, Zeitung und im Internet für Abwechslung sorgen."
    Besser kann man es nicht sagen. Wir wünschen Valbella8 einen grandiosen Start, viele UnterstützerInnen und viel Erfolg!

    Von miss.gunst am 02.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    01.08.08

    frequenzwechsel im KunstWerk

    fqwk_ksw.gifHeute startet im KunstWerk Köln ein Projekt, das KlangkünstlerInnen ins Rheinland locken könnte.
    Es steht nämlich (ein) Frequenzwechsel auf dem Programm.

    fqwk_g1.gifUnter diesem Rubrum lädt das Elektronik Ensemble "NooK", bestehend aus Gerriet K. Sharma und Dirk Specht, in ein "Audiovisuelles Labor", in dem die beiden über eine Woche lang gemeinsam mit Gästen arbeiten wollen:

    "Die Gesamtsituation der Ausstellungshalle wird in verschiedene Raumzonen / akustische + visuelle 'Inseln' / variable Produktionsorte, Aktionsbereiche unterteilt.

    Zu den Themen 'Interferenz', 'AntiAmbient' und 'XOR - Play' werden mit eingeladenen Gästen – Matthias Neuenhofer(Videokünstler, Köln), Peter Plessas (Komponist, Graz), Volker Hennes (Komponist, Köln), Tobias Grewenig (Medienkünstler, Augsburg), Frank Keutgen (Bildhauer, Plombieres) – vor Ort Positionen erarbeitet, die innerhalb des Ausstellungszeitraumes der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

    Darüberhinaus ist es nach Absprache möglich, während des 'Erarbeitungszeitraums' die Arbeitsmethoden und den Produktionsprozess der beteiligten Künstler kennenzulernen."

    fqwk_g2.gifEröffnet wird das Ganze heute (01.08.08) Abend ab 19:00 Uhr, der Frequenzwechsel per se läuft dann noch bis 08.08. inklusive und soll dann mit einem Konzertabend schliessen.

    Öffnungszeiten:
    Donnerstag + Freitag 17-20 Uhr, Samstag 14-17 Uhr

    'Showtime'/Konzerte:
    Fr. 01.08. (Eröffnung)
    Mo. 04.08. und Do. 07.08.
    Fr. 08.08. (Finissage)
    ... jeweils 20:00 Uhr

    Ort:
    KunstWerk Köln e.V.
    Deutz-Mülheimer Straße 127-129 - 51063 Köln

    [Bildchen: Nicht der, aber ein Frequenzwechsel. Bzw. genau genommen eine gemein erzwungene Modulation. Mangels geeigneterer Alternativen einfach selbst gebastelt.]

    Von miss.gunst am 01.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    30.07.08

    taanila, kurenniemi, karlsruhe

    sdmi_ksw.gifVor mehr als drei Jahren galt seinen Arbeiten einer der ersten Einträge in unserem Log.Buch (auf die dann noch weitere folgten) - nun gibt es für treue Fans eine Gelegenheit zum Wiedersehen.

    Ende vergangener Woche (24.07.08) hat nämlich im Badischen Kunstverein eine Werkschau mit Arbeiten von Mika Taanila eröffnet.

    sdmi_g.gifMit von der Partie ist auch Taanilas Film über den ebenfalls schon mit mehreren Log.Buch-Einträgen bedachten finnischen Computermusikpionier und Netznerd avant la lettre Erkki Kurenniemi, "The Future Is Not What It Used To Be".
    Vergangenen Samstag gab es einen übrigens Beitrag zur Ausstellung im Deutschlandfunk - in dessen Dokumentation Taanila uns wissen lässt, wie wichtig ihm Kurenniemi nicht nur als Subjekt dokumentarischer Arbeit, sondern sozusagen auch generell als Impulsgeber gewesen ist.

    Speziell zu Kurenniemi an dieser Stelle noch ein aktueller Tipp: Das wunderbare ubuweb hat jüngst tatsächlich seinen legendären Film "Electronics in the World of Tomorrow" von 1968 ins Netz gestellt, aus dem in "The Future Is Not What It Used To Be" ja auch Ausschnitte zu sehen sind.

    Last but not least: Fans, die gleich heute nach Karlsruhe pilgern, kommen nebenbei nicht nur in den Genuss der zeitgleich laufenden Ausstellung von Judith Hopf, sondern können abends auch einer Sonderveranstaltung mit Redakteuren des Kunst- und Kulturmagazins Pavillion aus Bukarest beiwohnen, dessen Archiv derzeit ebenfalls präsentiert wird.

    [Bildchen: Hier haben wir mal den Versuch gewagt, uns aus gegebenem Anlass selbst ein DIMI zu basteln. Naja. Herzlichster Dank geht jedenfalls an Pearson Scott Foresman für die Überlassung eines Küchensiebs.

    Von miss.gunst am 30.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    27.07.08

    wassermusik vom carillon

    bcwm08_ksw.gifIst einige Zeit her, dass es an dieser Stelle etwas speziell für FreundInnen von Glockenspielen zu lesen gab.
    Umso schöner, wenn sich dabei nun sogar noch an den lang lang lang vernachlässigten Strang zur Wassermusik anknüpfen lässt.

    bcwm08_g1.gifIm Haus der Kulturen der Welt läuft tatsächlich schon seit Anfang Juli ein gleichnamiges Sommer-Festival.
    Und in diesem Rahmen findet heute das letzte von drei Carillon-Konzerten mit Wassermusik statt.

    Gespielt wird aus wortwörtlich nahe liegenden Gründen das Carillon Berlin Tiergarten, das direkt neben dem Haus der Kulturen der Welt steht.
    Und zwar von Hand und vom Carillonneur Jeffrey Bossin höchstpersönlich.

    Eine Übertragung, gar per Webradio, gibt es leider nicht. Dafür sind aber auf der Heimseite des Berliner Carillon mehrere Video-Clips verlinkt, auf denen man Bossin spielen sehen und hören kann. Beispielsweise das Präludium Nr. 2 C-Dur von Matthias vanden Gheyn.

    Wer es nun nochmal mehr bedauert, das heutige Konzert mit Ausschnitten aus Händels Wassermusik, Werken von Skilbeck sowie Liedern von Froboess, Mancini, Sutherland und Trenet zu verpassen (hier das gesamte Programm als pdf), sollte vielleicht einen Blick auf den Saison-Kalender werfen. Und dann seine nächste Berlin-Exkursion entsprechend planen...

    [Bildchen: Zeigt tatsächlich das Carillon Berlin Tiergarten. Erst noch ausprobiert, wie eine Spiegelung in Wasserwellen ausschauen würde. War dann aber allzugrauslich kitschig, weshalb die dezent an tiefes Tümpelgrün gemahnende Tönung reichen muss. Dank gilt dem Spender der Originalaufnahme in die Wikipedia Commons, Nikolai Schwerg, sowie dem grossen GNU.]

    Von miss.gunst am 27.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    26.07.08

    landgang mit sound (WRT)

    rpesd_ksw.gifVor einiger Zeit haben wir einen Ruf vom European Sound Delta weitergereicht, einem Projekt, in dessen Zuge Radio-KünstlerInnen auf zwei Schiffen rhein- bzw. donauaufwärts reisen.
    Mittlerweile sind beide Schiffe gestartet* und bei jenem, das auf dem Rhein fährt, steht der erste Landgang an.

    rpesd_g1.gifUnd zwar im belgischen Brüssel, wo die beteiligten KünstlerInnen in Kooperation mit dem iMAL media arts lab (das treue LeserInnen natürlich schon aus einem früheren Eintrag kennen), dem atelier de création sonore radiophonique und Radio Panik ein Radiokunst-Minifestival veranstalten.

    Und da das Ganze sowohl über den Webstream von Radio Panik als auch - Dank Radio WNE (dem aus guten Gründen hier auch schon mal ein Webradio-Tipp galt) - über den Radio2Radio-Webstream des European Sound Delta übertragen werden soll, kann man auch aus der Ferne mit dabei sein.

    Und zwar bereits ab 15:00 Uhr, wobei den Nachmittag über erst einmal "radio shoot [sic] stories" auf dem Programm stehen. Im Anschluss an diese satte Portion von in- bzw. diffusions geht es ab 20:00 Uhr dann mit Radio-Kunst-Konzerten weiter - und schliesslich soll der Abend dann die Nacht (ja, irgendwann reichts auch mit der Kunst) zum Tanz bitten.

    rpesd_g2.gifFür diejenigen, die heute schon etwas anderes vorhaben, ein kleiner Trost: Erstens wird dies sowieso nicht die letzte radiophone Veranstaltung sein, mit der das European Sound Delta unseren Sommer bereichert. Und zweitens ist - da über radiator x auch (das Frankfurter) radio x mit dem ESD kooperiert - auch noch ein weiterer Sendetermin für das heutige Programm vorgesehen. Was natürlich dann auch zu Zeiten an dieser Stelle angekündigt werden wird. Stay tuned (... and watch out for our Webradio-Tipps)!

    * Ja, den Stapellauf der beiden Radiokunst-Schiffe hätten wir normalerweise natürlich auch schon im Log.Buch gefeiert. Was aufgrund unserer Technikgau-bedingten Zwangspause leider eben auch nicht ging, tant pis.

    Von miss.gunst am 26.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    25.07.08

    inventionen 08

    inv08_ksw.gifIn Berlin, wo Festivals mittlerweile das ganze Jahr über Saison haben, hat gerade schon wieder* eines begonnen, dass sich FreundInnen von Klangkunst eigentlich nicht entgehen lassen sollten.
    Es hört auf den programmatischen Namen inventionen und wartet nicht nur mit einer Reihe von Konzerten, sondern auch mehreren Ausstellungen auf.

    In ersterer gibt es heute Abend gewissermassen ein 'Klassik'- bzw. Klassikerprogramm - insofern Werke von Debussy, Boulez, Dutilleux und Messaien intoniert werden sollen.

    inv08_g1.gifAber da die wenigsten LeserInnen mal eben in Berlin vorbeischauen können dürften, an dieser Stelle wohl besser die Ausstellungstipps zu den inventionen 08:

    In der Villa Elisabeth sind eine ökosystemische Klanginstallation von Agostino Di Scipio, "Undefined Landscape" von Hans Peter Kuhn [für eine Ansicht der undefinierten (Klang-)Landschaft unter Installationen schauen - will wg. Rähmchen leider nicht direkt verankert werden], die "Wandering Eye Studies" von Ed Osborne sowie fünf Stücke von stadtmusik (Sam Auinger, Dietmar Offenhuber, Hannes Strobl) versammelt (bis 03.08.).

    In der Singuhr Hörgalerie (mehr im Archiv) stellen Studierende von Sam Auinger aus dem Bereich Sound Studies an der UdK Berlin, zusammen mit Klanginstallationen von Michael Moser (Resonant Cuts, 2008)und Akio Suzuki (oto-date NA GI SA, 2008) (bis 14.09.).

    inv08_g3.gifUnd schliesslich kann man in der TU Berlin (wo kommende Woche nämlich dann auch noch die Sound and Music Computing Conference SMC08 zum Thema "sound in space - space in sound" stattfinden wird) Bernhard Leitners Ton-Raum TU Berlin (1984) aufsuchen, der aus Anlass der inventionen 08 mit einem speziellen Programm bespielt wird. Und ausserdem gibt es noch eine bzw. die "sOUNDsPHERE - hOERkUGEL" von Paul Modler und Studierenden des Sound Departments der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe zu bestaunen (bis 03.08.).

    Mithin: Gründe genug, eine kleine Pilgerreise nach B. anzutreten - einmal mehr, da sich eben auch unter den angesetzten Konzerten noch diverse Leckereien verbergen. A propos: Für die Überschau übers dicht bepackte Programm bietet sich neben der eher spröden Heimseite der inventionen 08 auch ein schmucker pdf-Flyer an.

    * Schon wieder: Meint an dieser Stelle ein ganz bestimmtes anderes Festival (na,welches wohl?), das hier im Log.Buch aufgrund unserer Technikgau-bedingten Zwangspause leider nicht zur rechten Zeit gefeiert werden konnte. Bis es dann retro an der Reihe ist, dauert's augrund der aktuellen Einträge noch ein bisschen...

    Von miss.gunst am 25.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    24.07.08

    zwei im zwischenland

    usfkzw_ksw.gifSeit mittlerweile zwei Jahren schon funktioniert die Zürcher Dreikönigsbrücke als Tank-Stelle für Bilder und Klänge. Regelmässig lädt das videotank-Team KünstlerInnen dazu ein, mit bzw. an und in den drei Forellentanks unter dem Brückenbogen zu arbeiten.
    Das sogenannte Sommerfenster über die Monate Juli und August wird nun von einem gemischten Doppel bespielt, das den Ort beim Wort nimmt und in ein Zwischenland entführt.

    Für den visuellen Part zeichnet Ursula Scherrer verantwortlich (s. den Eintrag zu ihren Optosonischen Teestunden im Archiv), die mit ihrem analogen Videomixer Bilder in das Projektionslabyrinth schickt, um sie in der Zone zwischen Brückenbogen und Wasser in immer neuen Kombinationen umherirren und -flirren zu lassen.

    usfkzw_g.gifAdäaquat labyrinthisch gemischte Klänge steuert kein Geringerer als Flo Kaufmann bei (als Experte für elektronische Bicolagen treuen LeserInnen dieses Log.Buchs aus zahlreichen Einträgen bestens bekannt), in dem er Field Recordings von Feuchtgebieten mit seinen selbstgebauten Synthesizern moduliert.

    Zur Eröffnung am 05. Juli hatten die beiden bereits vor Ort eine Konzertperformance gegeben - auf die wir aus bekannten Gründen ja leider haben verweisen können. Ersatzweise für heute (und/oder morgen) eine kleine Ausflugsempfehlung: Dann sind die beiden nämlich gemeinsam im Stuttgarter Kunsttresor - Raum für flüchtige Kunst zu Gast, um ihren Dialog fortzusetzen und eine gemeinsame Konzert/Performance/Installation namens "mittel-land" zu präsentieren.
    Wer sich im Schwabenland aufhalten sollte oder eben anzureisen plant: Zu sehen und zu hören ist das Ganze jeweils von 19-22 Uhr.

    [Bildchen: Aus den üblichen Gründen keines, das aus dem Zwischenland von Scherrer und Kaufmann stammt. Vielemher mussten wir selbst unter einer Zürcher Brücke fischen gehen und haben das Ganze dann ein bisschen aufgemischt. Der Dank fürs Originalmaterial geht an Wikipedia Commons-Spender Ikiwaner und das grosse GNU! Letzterem gehört nun auch das Wellengewaber zu...]

    Von miss.gunst am 24.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.07.08

    schnee stimmen (feldman, WRT)

    mf3vs_ksw.gifBekanntlich haben wir ja selbst eine Neigung, es just zur Sommerzeit im Radio ein bisschen schneien zu lassen. Was je nach aktueller Witterung wahlweise als erfrischend empfunden - oder unter Umständen auch fast schon passen kann.

    Ersteres ist im Juli tendenziell sicher die wünschenswerte Variante. Aber da man derzeit meterologisch so einige Überraschungen erleben kann - wer weiss?

    In jedem und für jeden Fall wollen wir einen Webradio-Tipp nicht unterschlagen, der FreundInnen von akustischen Wintereinbrüchen heute Abend das Herz erfreuen wird. Wie so oft an einem Mittwoch ist es das WDR Studio Elektronische Musik, das uns entsprechend zu beglücken verspricht.

    mf3vs_g2.gifAuf dem Programm steht heute (23.07.08) nämlich Morton Feldmans Stück "Three Voices" von 1982, das um eine Zeile aus Frank O´Haras Gedicht "Why I Am Not A Painter" kreist:

    "Who´d have thought / that snow falls..."
    ["... it always circled / swirling / like a thought / in the glass bowl ...". Sehr schön sowieso - und O'Hara wusste als Freund von Pollock und anderen nur zu gut, wovon er da sprach.
    Schnee fällt bei ihm übrigens auch sonst sehr oft. Aber das nur beiseit für jene, die unsere generelle Leidenschaft für Schnee und Flocken teilen...]

    Eine Premiere ist das natürlich nicht - sogar in diesem Log.Buch haben wir schon einmal auf eine voraufgegangene Ausstrahlung im WDR verwiesen (s. den Eintrag vom 14.02.07).
    Weshalb an dieser Stelle allenfalls noch ein Seiten-Verweis auf nachgetragen werden soll, aus dem sich zusätzlicher Honig saugen lässt: Der Basler Tonhof hat nämlich zwischen 2003 und 2004 "Three Voices" in ein szenisches Projekt transformiert und hierzu eine liebevoll aufbereitete Dokumentation ins Netz gestellt.
    Hat ja vielleicht sogar der eine oder die andere seinerzeit im Nordstern gesehen und gehört?

    Beim WDR gibt es das Ganze heute (wie immer ab 23:05 Uhr) aber dann natürlich 'nur' als Akustik pur...

    [Bildchen: Die Schneeflocken, ursprünglich mal über Madrid unterwegs, haben wir aus den Wikipedia Commons gefischt, wo sie als Spende in die PD gelandet waren. Dafür danken wir - und hoffen, dass es den Flocken nicht zu sehr missfällt, dass wir sie noch ein wenig weiter taumeln lassen...]

    Von miss.gunst am 23.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    28.06.08

    chris watson (WRT)

    frcw_ksw.gifFür FreundInnen von Field Recordings ist er eh eine feste Grösse in der Klanglandschaft - und der eine oder die andere wird sich sicher auch an den Konzertabend erinnern, mit dem er Anfang April im Cabaret Voltaire zu Gast war.

    Heute gibt's nun eine gute Gelegenheit zum Wiederhören und ergo einen kleinen Webradio-Tipp:

    frcw_g.gifDie "Artist's Corner" (ja, der Künstler-Ecke - was leider ein ziemlich vielsagender Reihentitel ist und wie bei allen anderen Sendern ist auch hier die Ausstrahlungszeit nicht gerade auf einem prominenten Sendeplatz gelegen) von hr2 - dem Kulturkanal des Hessischen Rundfunks - ist nämlich just heut Nacht Chris Watson gewidmet.

    Was speziell auf dem Programm steht, ist der Ankündigung desselben leider nicht zu entnehmen.
    Nun, ein Grund mehr, um 23:05 Uhr den Webstream anzuwerfen und die Öhrchen aufzusperren. Hinaus ins Feld kann's dann ja anschliessend noch gehen...

    [Bildchen: Auch ein Field Recording sozusagen, und zwar ein dezent transformiertes. Wofür wir einen an sich prächtigen Acker nochmals umgepflügt haben. Das Original, mutmasslich am Kopfende von Hassloch gelegen, wurde von Georg Slickers fotografiert und dankenswerter Weise unter cc-by-sa den Wikipedia Commons zur Verfügung gestellt. Merci!]

    Von miss.gunst am 28.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    25.06.08

    (radio)kunst zum anfassen (WRT)

    so21k_ksw.gifNuja, Anfassen war eigentlich am vergangenen Sonntag angesagt, als So21 wieder einmal zu seiner beliebten Reihe "Künstler sind ein Problem, im Allgemeinen" in den Zürcher Walcheturm lud.
    Aber für jene, die diese Gelegenheit versäumt haben, lässt sich nun doch wenigstens noch ein Webradiotipp z'Nacht nachtragen.

    Nach der live ins Radio übertragenen Abendveranstaltung gibt's nämlich heute bzw. genau genommen morgen früh ab 0:00 Uhr (und bis 04:00 Uhr früh, *ächz*) noch eine Wiederholung der Sendung auf Radio LoRa.

    Wenn man also z.B. nach anstrengendem Fussballgucken, Nachfeiern/trauern etc. pp. das Gemüt noch mit einem kleinen Kulturschock auffrischen will, könnte diese Aufstellung doch gerade die richtige sein:

    so21k_g.gif

    ... funkloch: ist z.b. eine spieldose in einem loop verdreht usw, sebastian hofmann ... ganzerplatz: simon grab
    ... the fizrok show: «guitarbanjosuperexplosion» philipp schaufelberger ... grauton: karen geyer grautöne trixa arnold turn tables ... akaria fonografica: akarus milbus vonduvall - gitarrenelektronik, videonebulosen, mains flambées/mrs. lafont - panzerdrums, glocken, lichtkontrasten / live übertragung mit birdy barthy mumbai boy ... sprüngli & ratluk: deda - das hörspiel lara stanic, andreas pfister ... dumpf: martin lorenz turntables, trigger, efx ... bug: andreas glauser: crumar organ and manipulated mixing desk, christian bucher: percussion, die geräusche aus glausers alten orgeln und mischpulten steigern sich an buchers perkussiven strukturen, knistern, rasen und zertrümmern sich gleich selber wieder ... engel&dorn : giuseppe spina ... scheich: experimental triphop performance: natasha y. hauri (singer), thomas schönenberg (sideflute, guitar), jean van eisentanz (tubes, metal, others)

    Findet jedenfalls: miss.gunst.

    Von miss.gunst am 25.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    22.06.08

    brückenmusik

    brm08_ksw.gifZeit für einen Ausflug nach Köln? Zum schönen Sonntag würde sich das jedenfalls anbieten, denn ab heute nachmittag 16:00 Uhr wird dort wieder zur Brückenmusik geladen.

    Zwar wird dort nicht - wie das in diesem Log.Buch ja auch schon mal Thema war - die Brücke selbst zum Instrument.
    Aber der Genius Loci kommt der Veranstaltung natürlich durchaus zu Gute, zu der die Kölner Gesellschaft für neue Musik heuer bereits zum vierzehnten Mal unter die Deutzer Brücke lädt.

    brm0_g.gifFür die Installationen wurden diesmal drei japanische Künstler eingeladen: Takehisa Kosugi formiert fünf Tongeneratoren, die ihrerseits ein Ensemble aus Lautsprechern und LED-Lämpchen bespielen, zum Quintet(t); Hiroko Ichihara & Shinichi Yanai wollen mit ihrem "Play Room" zur entsprechenden Fortbewegungsform animieren (die Musik kommt dann sozusagen von selbst ins Spiel, wenn man von Feld zu Feld hupfend jubelt und/oder japst); und Yukio Fujimoto bringt in "18 x 18 (beckoning and spreading)" kleine Spieluhren gross heraus.

    Dazu gibts dann noch täglich Diaprojektionen von Ludo Engels, Tamara Lorenz und Tina Tonagel (s.a. im hauseigenen Archiv) und sowie Automatische Konzerte von Kirsten Reese, Andreas Wagner und Anne Wellmer.
    Letztere am heutigen Eröffnungstag um 16:30 Uhr und 17:15 Uhr; ansonsten bis zum 29.06. täglich um 19:00 Uhr.

    [Bildchen: Die Deutzer Brücke, von uns unbotmässig so transformiert, dass unter ihr ein paar Klänge hängen - wobei sich Brückenmusik-BesucherInnen natürlich nicht auf den Kopf stellen müssen, um die Installationen und Konzerte lauschend zu erkunden. Dank geht an Andreas Toerl, der das prächtige Original fotografiert und in die Wikipedia Commons gespendet hat. Und Merci für den Tipp an Tina Tonagel - die übrigens gerade auch mit dem Marler Videokunstpreis ausgezeichnet worden ist. Was wir, als erklärte Fans von Overhead-Kunst im Allgemeinen und besonders - a2d2a olé - von analogem Video, natürlich grossartig finden. Gratulation!]

    Von miss.gunst am 22.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    18.06.08

    volksmusik vom mars (WRT)

    mmu_ksw.gifUnd wieder mal ein Mittwochs-Webradio-Tipp, der auf eine Sendung des WDR Studio Elektronische Musik verweisen will.
    Dort gibt es seit einiger Zeit eine Reihe-in-der-Reihe namens "Nexus", in der Produktionsnetzwerke bzw. -kollektive vorgestellt werden - und diesmal ist die legendäre Computermusik-Netzwerkband "The Hub" aus Kalifornien an der Reihe.

    Selbige wurde Mitte der 1980er Jahre von Pionieren des Metiers in der Bay Area begründet und ist - in wechselnder Zusammensetzung - bis heute aktiv.

    mmu_g1.gif"Nexus (6): The Hub" verspricht mit den vier angekündigten Stücken nicht nur eine kleine Retrospektive, sondern stellt mit "Martian Folk Music" (1980) auch gleich noch deren unmittelbare Vorläufer, die "League of Automatic Music Composers" vor.

    Zur Einstimmung empfehlen wir wärmstens die Lektüre der kleinen Geschichte dieser beiden Formationen, welche die beiden Mitbegründer John Bischoff und Chris Brown 2003 unter dem Titel "Im Netz zuhause: Experimentelle Musik in der Bay Area" für das Projekt CROSSFADE : sound travels on the web aufgezeichnet haben - wo man sich zudem auch zwei Stücke der beiden anhören kann.

    Und dann heisst es ab 23:05 Uhr: Auf in den WDR3-Webradio-Stream, um der Volksmusik vom Mars zu lauschen...

    [Bildchen: Nur ein Notbehelf, auf die Schnelle: Aber digital ist es, Mars ist drin und Musik auch...]

    Von miss.gunst am 18.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    11.06.08

    diy organisation

    piac08_ksw.gifWie selbstorganisierte Projekte am besten angegangen werden bzw. funktionieren? Ein Pauschalrezept gibt's dafür naturgemäss nicht. Aber schauen, wie es andere machen, kann doch den einen oder anderen hilfreichen Hinweis liefern. Und auch sonst ist so ein Blick über den Gartenzaun ja meistens interessant.

    Einen ebensolchen bietet eine kleine Reihe von Interviews, die im Zuge des vergangenen Pixelache Festivals geführt und nun online publiziert worden sind.

    piac08_g.gifLetzteres, seit 2002 als "festival of electronic art and subculture" im Pixelache Netzwerk eingeführt, hiess heuer nämlich "Pixelache University" und hatte das Thema Lernen bzw. Weiterbildung ins Zentrum gestellt. Und natürlich auf seine Weise umgesetzt.

    Wer die Bildungsmassnahme im März verpasst hat, kann etwaigen Nachholbedarf übrigens auch in der mittlerweile recht reich bestückten Dokumentation zu stillen versuchen. Und nun eben auch nachlesen, was Douglas Reppetto für dorkbot oder David Cuartielles für Arduino bzw. die Arduio Foundation auf die Fragen der Festivalorganisatoren geantwortet haben.

    Von miss.gunst am 11.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    07.06.08

    fisch disch

    fidi08_ksw.gifNein, mit einem fish dish bzw. einem Fischgericht wird hier nicht gelockt. Eher schon will der Titel der Veranstaltung abzüglich des weichen Zungenschlags gelesen werden - auch wenn man ihn vielleicht nicht so hart beim Wort nehmen muss, wie er dann klingen kann...

    fidi08_g.gifUnd: wie es dann klingen kann, wenn sich die Akteure des Abends über ihre Gerätschaften beugen.
    Geladen wird nämlich wieder einmal zu einem kleinen Noise Festival, für dessen Programm mit Theo Goodman a.k.a. buckettovsissors ein auch treuen LeserInnen nicht ganz unbekannter Experte in der Kunst des Krachmachens verantwortlich zeichnet.

    Tatsächlich musste seine feine, aber naturgemäss ebenfalls nicht gerade von zartem Pegel geprägte Konzertreihe "Krach im Hinterhaus" leider aus dem Offenbacher Stammsitz weichen, weil sozusagen drin war, was drauf stand. Dank Stefan Beck haben die FreundInnen des elektronischen und elektroakustisch erzeugten Geräuschs mittlerweile aber eine passende Bleibe im multi.trudi gefunden.
    Und so können wir uns unter anderem auch auf ein Wiedersehen und -hören mit einigen der Beteiligten des bizaar x vom vergangenen Samstag freuen:

    Der Warst wird ebenso wieder aufspielen wie Tobias Schmitt - diesmal allerdings nicht gemeinsam mit Lasse-Marc Riek bzw. als Waldlust, sondern solo als Suspicion Breeds Confidence. Hinzu kommt noch ldx40 (den wir leider beim bizaar x nicht dabei hatten). Und natürlich wird sich auch Gastgeber buckettovsissors die Ehre geben.

    Alles dies (und wohlmöglich noch einiges mehr) im multi.trudi, derzeit im Pförtnerhaus der Frankfurter Hohenstaufenstrasse 13 angesiedelt, ab 20:00 Uhr. 18:00 Uhr, es wird nämlich auch aufgelegt. Und zwar was auch immer wer auch immer mitzubringen lustig ist, auf den Grill.

    [Bildchen: Zeigt, wie unschwer erkennbar, den Flieger zur Veranstaltung. Der leider in unserer Rocktasche ein wenig gelitten hat. Aber die gegen derlei unempfindliche digitale Variante - s. oben links - zierte noch den zunächst kommunizierten Beginn ab Acht, daher darf sie nur im Ausschnitt glänzen.]

    Von miss.gunst am 07.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    05.06.08

    lauter laute (WRT)

    vcl_ksw.gifZeit für einen Webradio-Tipp ist es eh längst mal wieder. Und da in der Klangkunst-Reihe von Deutschlandradio Kultur diesmal die Ursendung eines Stückes ansteht, in der einer wichtigen Referenzfigur für angewandte Radiotheorie Reverenz erwiesen wird, ist er in diesem Fall auch süsse Pflicht.

    Heute nacht bzw. morgen früh (genauer gesagt: am 06.06.08 um 0:05 Uhr, weshalb wir wie immer Tags vorher winken) wird nämlich ein Stück ausgestrahlt, das auf den schönen Titel "Velimir oder Chlebnikovs Karneval der Worte" hört.

    vcl_g.gifSoweit der Ankündigung zu entnehmen, soll es zwar nicht um Chlebnikovs "Radio der Zukunft" gehen, das im gleichnamigen Manifest bekanntlich als "... der grosse Zauberer und Verzauberer ..." gefeiert wird. Sondern um Transformationen zweier Texte, die der russische Dichter während des Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik geschrieben hat.

    Aber wenn Bojidar Spassov und Ulrich Land ihr Opus als "Musik-Hörstück für Laut-Sänger, Laut-Sprecher und andere Laut-Quellen", dann klingt das doch in jedem Fall schon mal vielversprechend und ziemlich radiogen. "Chlebnikov mit digitalen Mitteln"? Wir sind gespannt!

    [Bildchen: Dochdoch. Mindestens in Spurenelementen ist Chlebnikov auch hier anwesend gewesen...]

    Von miss.gunst am 05.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    04.06.08

    wie kranke ideen entstehen

    wkge_ksw.gifKlingt schwer nach Psychopathologie. Ist aber doch eher als etwas kokette Anspielung auf gewisse Rezeptionsmuster gegenüber wuchernden Kunstformen gemeint und könnte ebensogut lauten: Wie gute Ideen entstehen.

    Jedenfalls kündigt mit dieser Wendung Max Andersson sich selbst bzw. einen Vortrag an, den er an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung halten wird.
    Und den wir als Fans kranker Ideen des Schweden einfach empfehlen müssen.

    Über den Vortragstitel haben wir nolens volens aber doch noch ein bisschen grübeln müssen. Und uns im Vorfeld die folgende Theorie zuechtgelegt:
    Mal angenommen, in einem lauschigen Winkel unseres hohlen Köpfchens schlummert ein guter Gedanke.

    wkge_g1.gif

    Glücklich, zufrieden - wie hier im Detail unschwer zu erkennen:

    wkge_g2.gif

    - und rundum gesund reift er dort heran, bis wir seiner gewahr werden...
    wkge_g3.gif

    ... und natürlich der Meinung sind, dass sie einfach herausmuss, so eine glorios gute Idee.
    wkge_g4.gif

    Was für selbige aber unter Umständen ...
    wkge_g5.gif

    - die genau genommen bzw. betrachtet in der Natur der Sache liegen mögen -
    wkge_g6.gif

    ... ganz ungute Folgen haben kann:
    wkge_g8.gif

    Ja, so schnell kann's gehen, dass kranke Ideen entstehen bzw. gute Gedanken ernsthaft erkranken...

    Von miss.gunst am 04.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    02.06.08

    exonemo @ plug.in

    emae_ksw.gifDie sprichwörtliche Post geht diese Woche natürlich in Basel ab - wenngleich dem Anlass entsprechend eher nicht in Sachen DIY-Kultur.
    Mindestens einen Hinweis wollen wir aber doch dem Log.Buch einverleiben: Im [plug.in] ist bzw. sind ab heute nämlich exonemo zu Gast.

    Der japanischen Künstlergruppe, die allem Vernehmen nach tatsächlich das erste Mal in de Schweiz (und überhaupt nach Europa) geladen ist, verdanken wir bekanntlich so sympathische Projekte wie "Roadmovie", mit dem man per Papiermodell zum Selberbasteln, das sich daheim parallel zur online-Doku bewegen liess, an einer Busreise teilnehmen konnte, mit der in 2005 deutsche und japanische Künstler über die Insel tourten.
    Und dem einen oder der anderen dürften sie auch noch über ihre Beteiligung am 56kTV-Bastard Channel in Erinnerung sein.

    emae_g.gifFür das [plug.in] haben sie nun mit UN-DEAD-LINK ein neues Projekt realisiert, das sich mit dem Verhältnis zwischen dem Tod in der physischen Welt und jenem beschäftigt, den die digitalen Stellvertreter der Menschen in der virtuellen Welt von online-Umgebungen wie Computerspielen erleiden.
    Und parallel dazu wird auf der Liste noch ihre DamatsuMouse präsentiert - die neugierige Nicht-zur-Messe-Fahrende aber auch online bei Art-On-The-Wire bewundern können.

    [Bildchen: Ist natürlich nicht die DamatsuMouse von exonemo. Sondern wie so oft weitgehend frei bzw. in diesem Fall eher am aktuellen Projekt der Gruppe entlang assoziiert der Geist einer mausetoten Computermaus, deren Originalleichnam immerhin von einem japanischen Wikipedianer namens Qurren gespendet wurde. Dafür danken wir ihm und dem grossen GNU.]

    Von miss.gunst am 02.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    01.06.08

    ein haus als instrument

    ptb_ksw.gifDass Architektur als Klangkörper funktionieren kann, hat in den vergangenen Jahren immer wieder zu spannenden Experimenten geführt. Beispiels- und in denkbar unterschiedlicher Weise bei Marc Bain, Andres Bosshard oder C.M. von Hausswolff, um nur mal ein paar der KünstlerInnen zu nennen, denen in diesem Log.Buch bereits die eine oder andere Zeile gewidmet worden ist.

    ptb_g.gifMag sein, dass David Byrne erstmal eher unverdächtig erscheint, in diese Linie eingereiht zu werden. Mindestens haben die Talking Heads seinerzeit mit "Burning Down The House" eine etwas andere Umgangsweise mit Gebäuden besungen - nach der sich eine Umnutzung zum Instrument tendenziell erübrigen dürfte.

    Lässt man solche Spässe beiseit, ist es allerdings dann doch nicht gar so ungewöhnlich, bei Byrne auf ein entsprechendes Projekt zu stossen. Schliesslich hat er sich in den vergangenen Jahren immer wieder und mit ziemlich spannenden Interventionen an der Schnittstelle von Musik- und Kunstproduktion bewegt.

    Dieser Tage - genauer gesagt: Seit dem vergangenen Freitag und bis einschliesslich heute (01.06.08) gibt es nun in New York seine Installation "Playing the Building" (2005/2008) zu sehen, zu hören - und zu bespielen.
    Nur zu gern hätten wir da vor Ort vorbeigeschaut. Liegt leider nicht um die Ecke - aber ein Eintrag ins Log.Buch, der muss schon sein.

    [Bildchen: Hat natürlich nichts mit dem hier besungenen Projekt zu tun. Wie das ausschaut(e), kann man im Archiv bei creativetime.org bewundern. Au naheliegenden Gründen haben wir selbst eine Heim-Orgel gebastelt. Das verlassene Haus spendete Milwaukee3181 in die Commons bzw. die Public Domain, die schöne Orgel fand dank einer Zeichnungs-Spende von Pearson Scott Foresman in ebendiese. Grand Merci!]

    Von miss.gunst am 01.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    28.05.08

    königliche sommerfrische

    elvlb_ksw.gifAls DIY-Variation aufs Staatswesen haben vor längerer Zeit auch mal so genannte "Mikro-Nationen" bzw. "micronations" in den Zettelkasten gefunden.
    Nun gibt es Neues zum Thema zu vermelden: Das aus nahe liegenden Gründen besonders sympathische Elgaland-Vargaland erweitert sein Territorium - und zwar in die unmittelbare Nachbarschaft.

    Treuen LeserInnen, die vielleicht sogar seinerzeit den Eintrag gelesen haben, den wir diesem Königreich bzw. diesen Königreichen in 2005 gewidmet haben, mag das vielleicht etwas merkwürdig vorkommen.
    Schliesslich handelt es sich, was die räumliche Ausdehnung angeht, doch mehr um imaginäre Ländereien, die Elgaland-Vargaland besitzt.

    elvlb_g.gifDer Anspruch, den es auf die Territorien erhebt, ist freilich ebenso real wie deren imaginäre Annexion.
    Und nun, da Elgaland-Vargaland im Zürcher Cabaret Voltaire eine Botschaft eröffnet hat, muss eben auch ein Zipfel Schweiz dran glauben.

    Wer jetzt denkt, dafür würde der kleine Zürichsee taugen, hat weit gefehlt. Ein bisschen mehr darf es schon sein - da nehmen wir doch lieber gleich den ganzen Bodensee. Heute laden die Könige um 19:00 Uhr zur feierlichen Butter- bzw. Kaperfahrt Inauguration der Sommerfrische per Bootstour ein. Gestartet wird ab dem Kreuzlinger Hafen. Und dann? Tja, eben:

    "Von diesem Zeitpunkt an und für immer ist die Oberfläche dieses Sees ein physischer Teil der mentalen Territorien (d.h. als das Gebiet zwischen dem Bewusstsein und Un-Bewusstsein) der Königreiche von Elgaland-Vargaland."

    Dem Bodensee wird das sicher nicht schlecht bekommen, winkt doch zukünftig ein mehrfaches an Fremndenverkehr, neben den zu erwartenden KREV-Fans noch die ganzen Mentalreisenden eingeschlossen.

    Die Zürcher wird indes nicht verdriessen, sich mit der Botschaft begnügen zu müssen. Wunderbar baden gehen kann man im See durchaus auch ohne den Adel durch Kunst.

    [Bildchen: Mit Blick auf die Wetterlage haben wir eine Aufnahme ausgwählt, die einen tendenziell erfrischenden Anblick des Terrains bietet, das mit dem heutigen Abend von KREV annektiert werden soll. Für das Original danken wir Wikipedia-Commons-Spender Filzstift und dem grossen GNU.]

    Von miss.gunst am 28.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.05.08

    videoex

    viex08_ksw.gifAb heute heisst es in Zürich wieder einmal: Hopp, auf zum videoex.
    Jedenfalls wollen wir wie jedes Jahr, so auch diesmal den Besuch des Festivals wärmstens empfehlen.

    Und wie immer geben wir natürlich auch eine klitzekleine Portion unseren persönlichen Senfs dazu, was einzelne Teile der Veranstaltung betrifft, deren Besuch wir besonders nahe legen wollen:

    viex08_g1.gifAls da wäre beispielsweise das diesjährige Fokus-Programm CH videofemmes mit Klassikern von Muda Mathis, Käthe Walser und Pipilotti Rist. Sowie die Werkschau mit alten und neuen Arbeiten der Doyenne des österreichischen Experimentalfilms, Mara Mattuschka. Wie überhaupt die Specials, von "Performing as Usual" (Samstag 0:30 Uhr, passender Weise in der Gessneralle) bis zu den beiden Nächten des Underground.

    Dass London diesmal Special Guest bzw. als Gastland mit gleich fünfundzwanzig Einzelprogrammen bzw. -Vilmen vertreten ist, kann ebenfalls locken - wenngleich mindestens den eingeschworenen FreundInnen des Genres ein Gutteil der Arbeiten bereits bekannt sein dürfte. Aber da es sich bei diesem Gutteil auch um gute Arbeiten handelt, mag ja durchaus auch das Wiedersehen Freude machen.

    viex08_g2.gifKurzum: Andere Abendplanungen besser absagen oder verschieben. Denn eine solche Dosis Experimentalvilm bekommt man doch nicht alle Tage - genauer gesagt: In Zürich eben nur einmal im Jahr, beim videoex.

    P.S.
    Wer mehr zum Festival lesen will: Programm-Co-Direktor Kyros Kikos hat vorab einen Trailer Beitrag im Kunst-Blog publiziert.
    Und ebenfalls im Vorfeld des Festivals, nämlich am 21.05.08, ist Johannes Binottos Artikel "Augenöffner in Serie" in der NZZ erschienen.

    Von miss.gunst am 23.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    21.05.08

    dreamachine ff.

    dmgk_ksw.gifVor einiger Zeit hatten wir ja schon mal eine ganze Reihe von Einträgen zur Dreamachine - darunter auch einen anlässlich der Digital Arts Week 2007, in deren Rahmen es auch eine entsprechende Installation zu bewundern gab.
    Diesen Sommer haben Traumaschinen-Fans erneut einen guten Grund, nach Zürich zu reisen.

    Seit Anfang Mai lockt nämlich das Cabaret Voltaire mit einer Ausstellung, an der mit David Woodard einer der bekanntesten zeitgenössischen Dreamachine-Bauer beteiligt ist.

    dmgk.gifGemeinsam mit Christian Kracht (ja, eine Heimseite hat es auch - sowie, logisch, eine bei MySpace) und Ma Anand Sheela (aka Dr. Sheela Birnstiel bzw. umgekehrt) wurde ein Projekt in Angriff genommen, in dessen Zuge die BewohnerInnen zweier von Birnstiel betreuter Heime sich (ausnahmsweise etwas flapsig formuliert, aber das Bild war einfach zu verführerisch:) von der Dreamachine den Kopf verdrehen lassen, um im Anschluss zu malen und zu zeichnen. Die Ergebnisse dieser Reisen ins Innere werden im Cabaret Voltaire ausgestellt.

    Was auch immer man von dieser Versuchsanordnung halten mag, mindestens in einer Hinsicht passt sie doch ganz gut ins Cabaret Voltaire: Als Variation auf die experimentelle Medien-Kunst nämlich. Denn der ist man von Hause aus ja schon seit längerem zugeneigt.

    [Bildchen: Weil wir Standbilder von Dreamachines eben schon in rauen Mengen hatten, diesmal eine Variation - weniger aufs Prinzip, denn in Sachen Psychedelia (ja genau: *hua*). Unschuldiges Ausgangsmaterial war der schöne Schatten, den die Dreamachine auf jenem Foto wirft, das Stever Burnett netterweise in die Public Domain gespendet hat. Grand Merci!]

    Von miss.gunst am 21.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    17.05.08

    cc zum anfassen

    ccho_ksw.gif... gibt es am heutigen Samstag (17.05.) im Zürcher Cabaret Voltaire.
    Beziehungsweise, weil es bei Creative Commons ja gerade nicht ums Grabschen geht: Eine Veranstaltung, die dazu einlädt, sich über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen alternativer Lizenzen zu informieren und mal zu schauen, was damit alles geht.

    ccho_g.gifUnter dem sinnfälligen Motto "Creative Commons - Hands On" (und wohlweislich nicht umgekehrt...) bitten die Initiativen Digitale Allmend und Creative Commons Schweiz zusammen mit Dock18 erst einmal ab 15:00 Uhr zu Tisch bzw. zu "OpenCC"-Tischen, an denen gemeinsam ins Netz geguckt und diskutiert werden kann.

    Um 18:00 Uhr werden dann Markus Beckedahl von netzpolitik.org, Vertreter(innen?) der Musikplattform restorm.com und von Creative Commons Schweiz ein bisschen Butter bei die Kartoffeln geben.

    Und hernach darf dann noch ein cc.relax mit Sound, Videos und Gesprächen für entspannte Zukunftsperspektiven sorgen.
    Reicht ja auch, wenn die Frage, wie die Zukunft des kulturellen Gemeinguts aussehen, spannend bleibt...

    [Bildchen: Ist, wie unschwer erkennbar, das schmucke Plakat zum hier empfohlenen Anlass. Das ist passender Weise auch unter eine cc-Lizenz gestellt, genauer gesagt unter cc-by-nc-sa. Nur dass man dummerweise auf der Fassung, die hier im Eintrag bei cc Schweiz im Netz steht, leider den Namen des/der GestalterIn nicht entziffern kann. Tja.]

    Von miss.gunst am 17.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    13.05.08

    take away fest (light)

    taf_ksw.gifMit "light" assoziiert man (un)dank jahrelanger Abnutzung des Wörtchens in werblichem Zusammenhang mittlerweile gern Stoffe, denen Substanz entzogen worden ist.
    Und wird das Ganze dann auch noch mit "take away" kombiniert, fragt sich die Assoziationsmaschine irritiert, ob jetzt vielleicht auch noch die Frittenbuden betroffen sind.

    Aber keine Sorge: Es geht nur ums "Take Away Festival for Do It Yourself Media", auf dessen Ausgabe 2007 wir letztes Jahr aus guten Gründen verwiesen hatten.

    taf_g1.gifHeute und morgen (13./14.05.) gibt es in London tatsächlich eine abgespeckte Version, die eben nur zwei Tage währt und deshalb von den Veranstaltern mit dem Kürzel "light" versehen wurde.
    Reduziert wurde Dauer und Dichte des Programms (verglichen mit der Vollversion) - aber im Unterschied zu so manchem Diätprodukt ist ersteres eben doch lecker und für diejenigen, die sich im lokalen Einzugsgebiet aufhalten, als Tagestipp unbedingt zu empfehlen.

    Zum Auftakt wird heute im Science Museum die Installation "Listening Post" von Mark Hansen und Ben Rubin (die im Anschluss ein ganzes Jahr lang zu sehen sein soll - kann man also auch für spätere Besuche vormerken, so man aktuell nicht vor Ort weilt).

    Für morgen steht dann tagsüber ein Workshop zum Thema "Local network for objects and the internet of things" (Bruno Latour lässt grüssen) auf dem Programm.

    Und abends lädt Hiromi Ozaki zu einer "Sputniko"-Performance ein. Letzteres tönt natürlich nicht von ungefähr nach jenem kleinen Freund, der 1957 (ff) um die Erde kreiste. Allerdings zeigen die Bildchen auf der Sputniko-Heimseite und auf derjenigen des Festivals ein - ähm: gestricktes Insekt, das sich an den Arm der Künstlerin zu klammern scheint. Wie das wohl mit Satelliten-Signalen zusammenhängt?
    Sollte sich dann wohl in der Performance offenbaren...

    Von miss.gunst am 13.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    10.05.08

    unsichtbare signale

    emsk_ksw.gif... werden an diesem Wochenende nicht nur in Dortmund erforscht. Wem der Weg zum HMKV zu weit ist, kann sich alternativ zum dortigen Workshop mit Martin Howse auch in Basel auf die Suche nach unsichtbaren Signalen machen. Beziehungsweise selbst welche generieren.

    emsk_gg.gifIm Rahmen ihrer Ausstellung "Our Man In India" im Basler [plug.in] (s. den Eintrag vom 10.04.08) setzt die !Mediengruppe bitnik nämlich ihre Reihe "A Hack A Day" fort, die sie vergangenes Jahr im Zürcher Cabaret Voltaire begonnen hatte (auch dazu gibt es einige Einträge im hauseigenen Archiv nachzulesen).

    Nach Basel haben die bitniks Alejo Duque und Lorenz Schori eingeladen, die sich unter anderem im Rahmen von S.O.U.P mit elektromagnetischem Wellenreiten beschäftigen.

    Gemeinsam mit den beiden kann man nun also am heutigen Samstag (10.05.) ab 10:30 Uhr ausschwärmen, um im Rahmen des sechsten Hack-Workshops unsichtbare Signale zu detektieren; im weiteren Verlauf ist dann später noch eine Jam-Session mit dem kolumbianischen Kollektiv berebere geplant.

    [Bildchen: S.O.U.P. möge es dem Medium zeihen - aber es gab ja keine andere Steilvorlage (wie auch bei diesem Thema) und die Assoziation lag so nah... Für die Schöpfung der Kelle bzw. ihres Bildes danken wir Wikipedia Commons-Spender Timus und stellen auch unsere subalterne Kreation unter cc-by-sa.]

    Von miss.gunst am 10.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    09.05.08

    wellen

    ewv_ksw.gifBeim Stichwort "Wellen" möche manche/r angesichts des abrupt eingetretenen Hochsommers vielleicht gleich an ein verträumtes Eiland denken, an dessen Gestade ebensolche rollen - in die man sich dann umgehend zu Erfrischungzwecken werfen kann.
    Auch schön. Aber in diesem Fall sind doch ganz andere Wellen gemeint. Solche nämlich, in denen wir - teils frei-, teils unfreiwillig - sozusagen ständig planschen.

    Heute Abend eröffnet im HMKV Dortmund eine Ausstellung, die eben jenen Wellen gewidmet ist: Den elektomagnetischen nämlich.

    ewv_g1.gif"WAVES - The Art of the Electromagnetic Society" versammelt Projekte von KünstlerInnen, die sich mit den kulturellen Imaginationen sowie den gesellschaftlichen und politischen Enden der Technologien beschäftigen, die wir bzw. die uns mit diesem Spektrum verknüpfen.

    Dass da mitunter eine Menge Paralektronoia im Spiel sein kann, versteht sich von selbst (wenngleich Fans mit einer gewissen Bitterkeit bemerken werden, dass Felix Kubin leider nicht mit von der Partie ist).
    Und nicht zuletzt es geht auch um ganz praktische Erkundungen des Elektromagnetischen Spektrums - wie beispielsweise in dem Workshop "Demons in the Aether", den Martin Howse (treuen LeserInnen natürlich auch kein Unbekannter) am Eröffnungswochenende anbietet - man möchte fast sagen: in technologischer Umsetzung der Pfingstwunder-Idee.

    ewv_g2.gifDa WAVES ursprünglich 2006 von Armin Medosch in Zusammenarbeit mit Rasa Smite und Raitis Smits vom RIXC Center for New Media Culture in Riga konzipiert wurde und ebendort als Ausstellungs- und Symposiumsprojekt eine erste Station hatte, gibt es seit langem nicht nur ein schönes Katalogbuch, sondern auch eine materialreiche online-Dokumentation zu WAVES, die Interesssierten wärmstens empfohlen werden kann. Zur Vorbereitung auf eine Exkursion nach Dortmund - oder, wer es aus welchen Gründen auch immer nicht bis zum 29. Juni ins Ruhrgebiet schaffen sollte, nach Linz. Während der Ars Electronica im September gibts dann nämlich noch eine Chance, in den künstlerischen Reflexionsraum des elektromagnetischen Spektrums einzutauchen - in dessen Wellen wir alle schwimmen, ob wir wollen oder nicht...

    [Bildchen: Hier wurde der sichtbare Teil der Wellen des elektromagnetischen Spektrums in eher unbotmässige Schwingungen versetzt. Für einen Überblick über ersteres eignet sich natürlich sehr viel besser das anschauliche Original, das Philip Ronan erstellte und unter cc-by-sa-Lizenz (bzw. wahlweise GNU) in die Wikipedia Commons spendete. Indes es bei WAVES wiederum, wohlgemerkt, tendenziell gerade um den unsichtbaren Teil geht...]

    Von miss.gunst am 09.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    07.05.08

    alphabete (WRT)

    al_150.gifWie schon öfter mal zu Monatsbeginn können wir gar nicht anders, als dem Dienstags-Webradio-Tipp in Richtung SWR gleich wieder einen für den Mittwoch beim WDR folgen zu lassen.
    Denn für heute hat das Studio Elektronische Musik ebenfalls ein leckeres Menü zusammengestellt.

    al_450.gifDiesmal wird uns Buchstabensuppe kredenzt, akustische natürlich: Die Hörstunde steht nämlich ganz im Zeichen des Alphabets ("eine so willkürliche wie geniale Erfindung", wie es die Ankündigung der Sendung denkbar treffend formuliert.

    Drei kreative Arten, es aufzusagen, werden uns vorgestellt.

    So hat sich der dänische Schlagzeuger Anders Hultqvist für seine "Composition No. 1 - Alphabet" (1997-98) des "alfabet"-Gedichts seiner Landsmännin [skurril, aber so muss man da wohl sagen - eine Land(s)frau wäre ja eher mit ruralen Tätigkeiten assoziiert] Inger Christensen angenommen, um es perkussionistisch zu präsentieren.
    [Im Original sollte man das Gedicht idealerweise schon auf Papier aufsuchen - aber es gibt tatsächlich auch Übersetzungen ins Deutsche bei lyricline.org. Und dank einer bildkünstlerischen Adaptation an einer Hausfassade in Kopenhagen ist auf einer Seite des Projekts erasmus politic city bzw. in einem Artikel von Hans Karssenberg eine schöne Übersetzung ins Englische nachzulesen.]

    Bei Lenka Claytons sprach- und medienanalytischer Variation "Question, Quickly, Quickly" (2007) handelt es sich eigentlich um eine Videoarbeit (einzusehen auf der hier verankerten Heimseite der Künstlerin), die nun offenbar radiophon kredenzt werden soll.

    Und schliesslich steuert der tschechische Komponist Ondrej Adamek mit "Un souffle, une ordre, un rien" (2001) Stück bei, in dem das Alphabet auf elektroakustischem Wege sonifiziert wird.

    Schon alleine, weil wir gerne lernen und in dieser Sendung ganz offenkundig Grundlagenwissen vermittelt wird: Werfen wir also um 23:05 Uhr das (Web-)Radio an!

    [Bildchen: Zeigt verschiedene Alphabetschriften, die allesamt von der phönizischen abstammen. Die anschauliche Grafik dazu wurde von Korny78 verfertigt und zusammen mit der lehrreichen Erklärung unter GNU den Commons überlassen. Dafür danken wir und schliessen uns natürlich auch in der Lizensierung an.]

    Von miss.gunst am 07.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    06.05.08

    erratische blöcke (WRT)

    mtbb_ksw.gifZum ersten Dienstag des Monats lugen wir selbstredend immer erst einmal, was beim SWR in der Reihe ars acustica geboten wird.
    Und wie eigentlich nicht anders erwartet, lässt denn auch der heutige Abend für FreundInnen der Klangkunst als Webradio-Tipp vermerken.

    Tatsächlich steht sogar die Ursendung eines Stücks auf dem Programm, das von einem veritablen Doyen des Metiers komponiert worden ist:
    Maurizio Kagel wird für uns Erratische Blöcke errichten.

    mtbb_g.gifAusgangspunkt ist eine Auseinandersetzung mit einer Technologie, die im Alltag den akustischen Raum erst einmal eher dadurch prägt, dass sie ziemlich unkünstlerisch an den Nervenenden schabt. (Jaaaaa... Ich sitz im Zug... und was man sich sonst alles an Weltweisheit von seinen Mitmenschen anhören kann. Vom mittlerweile wirklich beeindruckenden Spektrum verfügbarer Klingeltonscheuszlichkeiten mal ganz abgeört gesehen... *seufz*)

    Aber als geübter Ex-Fluxist kann Kagel selbst solchen Untiefen des menschlichen Kommunikations(un)vermögens etwas abgewinnen, um daraus etwas zu machen, das man gern an die Mobilfunk-gepeinigten Gehörgänge lässt. Vermuten wir wenigstens - zumal nach dem, was der Komponist selbst in der Ankündigung der Sendung skizziert. Und stellen heute abend ab 23:03 Uhr gespannt unsere Öhrchen auf.

    [Bildchen: Dieser erratische Block scheint auf den ersten Blick wenig mit jenen zu tun zu haben, die Kagels Komposition den Namen gaben. Indes drängte sich uns ein entsprechendes Bild nachgerade unwillkürlich auf, als wir an Mobiltelefone dachten. Ein Schelm, wer als fehlendes Bindeglied eine bekannte Arbeit eines bekannten amerikanischen Künstlers assoziiert, für die Tönendes in Beton gegossen wurde? Nun, Phantasien über gewisse Unterwelt-Praktiken, die auf ihre Weise ebenfalls für Stille sorgen sollen, tun's auch (keine Sorge, wir beziehen die nur aufs Gerät). Das Original des prächtigen Arrangements aus Beton, das sich an der so genannten Schwanheimer Düne findet, wurde von A. Köhler aufgenommen und netter Weise unter GNU den Wikipedia Commons gespendet - die Lizenz übernehmen wir natürlich gern für unser schnödes Derivat.]

    Von miss.gunst am 06.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    01.05.08

    futuresonic

    fuso08_ksw.gifUnd gleich noch ein Festival - ebenfalls nicht wirklich in der unmittelbaren Nachbarschaft, aber doch ein gutes Stückchen näher gelegen: Das futuresonic in Manchester, mit dem sich der Mai denkbar zünftig einläuten lässt.

    Besonders sympathisch ist die aktuelle Ausgabe aus HOME MADE-Perspektive aber weniger wegen des wie immer leckeren Konzertprogramms. Das auch.
    Vor allem aber lockt das Thema, das in diesem Jahr für die Konferenz und die Ausstellung(en) das Motto vorgibt: Social Technologies - also soziale Technologien.

    fuso08_g.gifAnders als man das mit Blick auf die aktuellen Hitlisten in Sachen medialer Phrasengeneration vielleicht vorschnell annehmen könnte, sind damit keineswegs allein einschlägige Entwicklungen in Sachen digitaler Netzwerktechnologie bzw. entsprechender Software gemeint. Das auch. Aber eben nicht allein.

    Denn wie seinerzeit schon aus dem Aufruf hervorging, sollen tatsächlich mehr jene Technologien interessieren, die auch bei herausgezogenem Stecker funktionieren. Was aber keineswegs technophobes Zurückrudern meint.
    Schliesslich ist es ja möglich, dass man aus den Erfahrungen mit digitalen Netzwerktechnologien etwas lernen kann, das sich auch für analoges Netzwerken als nützlich erweist. Zumal man derzeit so einige Kulturpraktiken beobachten kann, die materialisieren, was zuvor im so genannten virtuellen bzw. besser gesagt: digital generierten Raum entstanden ist.
    [Ja genau: Da docken wir auch mit unseren Gründeleien rund um a2d2a an...]

    Ob das Vorhaben hält, was es verspicht und ob sich beispielsweise so putzige Projekte wie "Rubbing Shoulders" in der Praxis bewähren, wird sich weisen - und sicher düfte auch im Rahmen des "Social Technologies Summit" so manche kontroverse Debatte geführt werden.

    Um das zu überprüfen, muss man sich allerdings selbst vor Ort einfinden. Denn mindestens in dieser Hinsicht bleibt futuresonic konsequent "unplugged": Ein Livestream der Konferenz wird nicht geboten. Dafür gab's im Vorfeld - so ganz und gar nicht unplugged sowie in ziemlich corporate-konformistischer Auslegung des Begriffs "Soziale Technologie" - eine Reihe von Pre-Conference-Sessions in Second Life.
    Doch nicht zuletzt um genau diese Art von Gemengelagen soll es eben auch gehen - nicht von ungefähr steht im Themen-Exposé unter anderem zu lesen:

    "[...]'online communities' are based upon an artificial equivalence between 'users' which obscures power relationships and issues of ownership."

    Was wiederum ja durchaus auch für so manche 'offline community' gilt.
    Insofern: Sind und bleiben wir erstmal gespannt...

    Von miss.gunst am 01.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    30.04.08

    bent 08

    bfv08_ksw.gifEs sind schon ganz schön viele - und es werden immer mehr: Festivitäten für FreundInnen der Elektroklangbastelei. Nun hat sich das Bent Festival, das seit 2004 alljährlich stattfindet und damit gewissermassen schon zu den Veteranen zählt, sogar noch eigene Ableger generiert.

    Gleich drei Stationen mit jeweils eigenem Programm gab bzw. gibt es heuer: Zunächst wurden in L.A. und am angestammten Ort in New York fleissig Schaltkreise umgepolt.
    Dieser Tage ist dann noch Minneapolis an der Reihe, einige illustre Gäste aus der Szene zu empfangen bzw. zu Ausstellung, Workshops und Konzerten zu laden.

    bfv08_g.gif

    Um noch spontan eine Ausflug zu planen, dürfte die Distanz wohl doch ein bisschen zu gross sein. Aber wenigstens den Hut ziehen und winken wollen wir. Und sind gespannt, ob das Bent Festival im nächsten Jahr vielleicht weitere Ableger bekommen wird - möglicherweise sogar in unserer Nachbarschaft?

    [Jaja, natürlich sitzen wir dank umtriebiger KollegInnen wie denen von der SGMK und Aktivitäten von dorkbot swiss über so wunderbare Formate wie das DADA-Klangbastellabor von Simon Berz und Kasper König bis zum diy-Festival schon jetzt nicht ganz auf dem Trockenen. Allein der internationale Austausch, der könnte noch ein bisschen mehr Flux vertragen als bisher...]

    Von miss.gunst am 30.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    27.04.08

    framework (WRT)

    fcdad_ksw.gifZum schönen Sonntag wieder einmal einen Webradio-Tipp, speziell (aber nicht nur) für FreundInnen von experimenteller und auf Field Recordings basierender akustischer Produktionen.
    Und zwar einen, den man sich gleich als wöchentliches Fixum im Kalender vermerken kann.

    Wenn er denn nicht längst dort vermerkt ist, denn resonance fm zählt ja sowieso zu den ersten Adressen für einschlägig aufgestellte Ohren und wurde schon dementsprechend häufig in unserem Log.Buch verankert.

    fcdad_g.gifWarum sich darunter bis dato Eintrag zu Framework fehlte, kann insofern unter den ungelösten Welträtseln verbucht werden. Schliesslich haben uns Patrick McGinley aka murmer und die mitunter von ihm mit Gastsendungen betrauten Kollegen schon mit so einigen Stunden spätsonntagabendlichem Soundgenusses beglückt.

    Heute wird es TJNorris sein, der sich neben seinen visuellen Produktionen auch für klangliche Experimentalkultur interessiert und für Framework eine Sendung mit dem vielversprechenden Titel "continental in(di)visibility" produziert hat.
    Was das meint, werden wir hören - und zwar (zur Framework-üblichen Zeit und die CET-übliche Stunde zugerechnet) von 23:00 bis 24:00 Uhr.

    [Bildchen: In Ermangelung einer konkreten Vision haben wir uns vom Titel der noch ungehörten Sendung inspirieren und die Kontinente ein wenig ins Unsichbare driften lassen. Das Vorbild dagegen, dankenswerter Weise von Alex Covarrubias in die PD gespiesen, treibt es eher bunt.]

    Von miss.gunst am 27.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    25.04.08

    dorkbot swiss strikes again!

    dbs0804_ksw.gifNach einer etwas längeren Pause als sonst endlich wieder zurück an Deck: Die Schweizer Fraktion der Menschen, die seltsame Dinge mit Elektrizität machen. Am heutigen Freitag (25.04.08) lädt dorkbot swiss zum konspirativen Treffen in den Zürcher Walcheturm.

    Wie immer hat Monya Pletsch ein rundum leckeres Programm zusammengestellt, in dessen Rahmen heimische wie internationale KünstlerInnen Einblick in ihre elektronischen Hacks und Basteleien geben werden. Und zwar ziemlich viele.

    dbs0804_g.gifWenn wir die nun alle - wie hin und wieder bei vorvergangenen dorkbot-Veranstaltungen - in einzweidrei Sätzen vorstellen wollten, würde dies ein ziemlich langer Eintrag werden. Was für eine Vorankündigung vielleicht doch ein bisschen übertrieben wäre und dabei trotzdem immer ungenügend bliebe.

    Unter den neigungsgemässen Empfehlungen, die wir wie stets nicht schuldig bleiben wollen: Wäre beispielsweise auf die Präsenz von Andreas Glauser zu verweisen, dessen Projekte wir allgemein sehr mögen und der diesmal mit seinen manipulated mixing desks dabei sein wird. Und wer wie wir den Gedankenexperimenten zugetan ist, wird sicher ebenfalls auf die Vorstellung von Martin Kunz' Quantenwurf neugierig sein.

    Zu den illustren Gästen von auswärts zählen diesmal James Stevens aus London, der dort im Rahmen von SPC unter anderem das Projekt Deptford TV organisiert, das er im Walcheturm zusammen mit Adnan Hadzi vertritt - wobei an dieser Stelle beiseit schon mal darauf hingewiesen werden kann, dass die beiden am morgigen Samstag dann auf Einladung der !Mediengruppe bitnik im Basler [plug.in] einen Workshop anbieten (und zwar im Rahmen von "Our Man in India", den näher kennenzulernen wir jüngst ja schon mal empfohlen haben).

    Obendrein wird dann noch von der SGMK ein Mini Workshop aus der beliebten Reihe "diy makeaway - hands on electricity" angeboten, dessen Motto diesmal lautet: "Bau Dir eine kleine Krachmacherschaltung bei Bier und anregender Unterhaltung". Was mit Sicherheit in allen Punkten kein leeres Versprechen ist.

    Zu überprüfen, wie eingangs geschrieben: Am heutigen Freitag abend ab Acht, bei dorkbot swiss im Walcheturm Zürich.

    Von miss.gunst am 25.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.04.08

    akustische archäologie (WRT)

    ixpp_ksw.gifEigentlich sind es ja mittlerweile mehr die digitalen Ruinen(landschaften), mit denen es nicht nur Netzreisende zwangsläufig immer häufiger zu tun bekommen.
    Und ob das früher oder später dann auch zu einer neuen Romantik führen wird, sei mal dahingestellt.
    Für heute gilt es dagegen einen Webradio-Tipp auszugeben, der auf akustischem Wege in eben jene Gefilde geleitet, die man gemeinhin mit dem entsprechenden Topos assoziiert.

    Mit dem Titel "Ruinen-Landschaft" ist jedenfalls die Stunde überschrieben, mit der uns das WDR Studio Elektronische Musik zu seinem angestammten Termin - also Mittwoch 23:05 Uhr - heute eine von Ruinen inspirierte Klanglandschaft kredenzt:

    ixpp_g1.gif"Persepolis" (1971) von Iannis Xenakis, in der Werkliste des Komponisten, Künstlers und Architekten minimalistisch als "electroacousic tape" von 56 Minuten Länge notiert. Was in dieser Sprödigkeit dem ziemlich beeindruckenden Stück vielleicht nicht ganz gerecht zu werden vermag.

    Etwas sprechender und die eher poetisch gehaltene Ankündigung der Sendung beim WDR um ein wenig Emphase ergänzend fällt da sicher die Kurzkritik zu einer CD-Veröffentlichung von "Persepolis" aus, die James Harley 2001 für das Computer Music Journal verfasst hat.

    ixpp_g2.gifDass Reisen in archäologisch interessantes Gelände und die Erkundung von Ruinenlandschaften jedenfalls nicht notwendigerweise etwas mit -Romantik zu tun haben müssen, sondern sich von verfallenden Architekturen auch präzis tektonisch träumen lässt: Das kann man dann aber auch ganz einfach erlauschen, wenn man zur rechten Zeit sein (Web-)Radio anwirft.

    [Bildchen: Haben hilfsweise ans Thema angelehnt Persepolis nochmal digital verfallen lassen. Für die Überlassung der Originalfotografie-Kopie in Form einer GNU-lizensierten Spende in die Wikipedia Commons danken wir GerardM.]

    Von miss.gunst am 23.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    13.04.08

    fumetto!

    fcf08_ksw.gifVorgestern hat in Luzern die aktuelle Ausgabe des fumetto-Festivals begonnen, das wir als Comic-Fans bereits im vergangenen Jahr mit einer kleinen Reihe schwärmerischer Einträge begleitet haben.

    Und natürlich ist auch diesmal das Programm derart dicht mit Leckereien gespickt, dass es fast schwerfällt, eine Auswahl für besondere Empfehlungen zu treffen. Wollen wir aber trotzdem mal versuchen.

    Als da wären unter den internationalen ProtagonistInnen der Comic-Kultur, denen traditionsgemäss Einzelausstellungen gewidmet werden, so unterschiedliche Charaktere (und "characters"-Kreateure) wie Matthew Thurber und Boris Hoppek. Oder die Berliner Raindrops, die nicht nur mit ihren Kreationen umstandslos von der zweiten in die dritte Dimension switchen, sondern auch selbst als Band ihren eigenen Comic-Kosmos gleich mit bevölkern - in Luzern haben sie nicht nur eine Ausstellung im "4 | HSLU – Design & Kunst, Experimentierraum" eingerichtet, sondern gestalte(te)n auch zwei Clubabende mit Filmen und Musik (was die Mehrzahl angeht, eben leider Vergangenheitsform: die Band spielte nämlich bereits zur Eröffnungsparty am Freitag auf).

    fcf08_g.gifNicht weniger spannend der nationale Part, unter dessen Einzelausstellungen beispielsweise eine der von uns heiss verehrten Nadine Spengler ist (hat leider wohl noch immer keine eigene Heimseite, dafür kann man sich andernorts u.a. an Bizeps, ihrem Beitrag zum minimotion-Wettbewerb 2005 ergötzen); mit der Präsentation von Drozophile und jener von Atrabile stellen sich zwei in der Romandie beheimatete Projekte bzw. Verlage vor.

    Ganz zu schweigen von all den vielen kleineren Satelliten-Projekten bzw. Projekt-Satelliten, Tages- und Abend-Sonderveranstaltungen und anderen Gelegenheiten, mit anderen Comic-Fans und vor allem Comic-KünstlerInnen aller nur denkbaren Stilrichtungen zusammenzutreffen, die sich zwar nicht ausschliesslich, aber doch grossenteils abseits des Mainstreams bewegen.
    Der letztes Jahr von Mlle. Wurzeltod extrem charmant betreute Fumetto-Blog hat heuer ein etwas gesetzteres Design bekommen und funkt bislang leider noch nicht so richtig - aber dafür gibts diesmal sogar Podcasts mit einigen der beteiligten KünstlerInnen (zu finden bei den Infos zu den Einzelausstellungen).

    Kurzum: Yummie! Wer kann, fahre hin...

    Von miss.gunst am 13.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    11.04.08

    mapping festival 08

    mfg08_ksw.gifAuch in diesem Jahr lädt Genf wieder zum Mapping VJing & Audiovisual Festival - dessen Besuch wir in guter Tradition wärmstens weiterempfehlen können.
    Eröffnet wurde das Festival bereits gestern mit einem denkbar leckeren Programm.

    mfg08_g1.gifWer das Konzert mit den Chicks on Speed - die vielleicht nicht gerade als ProtagonistInnen einer ausgefeilten VJing-Kultur durchgehen, dafür aber in den letzten Jahren so einige ihren Performance-Konzerten kongeniale Videos produziert haben - verpasst hat, muss aber nicht unbedingt Trauerflor anlegen.

    Denn heute und in den kommenden Tagen geht es entsprechend weiter. Beispielsweise sind für diese Nacht Scanner (aka Robin Rimbaud) sowie weiterer Auftritt von Bubblyfish angekündigt, die bereits gestern mit dabei war. Und am frühen Abend gibt es neben weiteren begleitenden Bildungsangeboten auch eine Session mit VJTheory.

    Alles weitere inklusive einer Programmübersicht, die auch als pdf zur bequemen Verfügbarkeit bereit gestellt ist, auf den Heimseiten des Mapping VJing & Audiovisual Festival. Fehlt dann eigentlich nur ein Ticket nach Genf...

    Von miss.gunst am 11.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    10.04.08

    bitnik lagert aus

    mgbmi_ksw.gifTja, die Zeiten haben sich geändert. Früher pilgerte man scharenweise nach Indien auf der Suche nach alternativen Lebensphilosophien und -stilen. Mittlerweile setzt das Land nicht nur Massstäbe in Sachen Turbokapitalismus der Zukunft, sondern zählt auch zu den favorisierten Auslagerungsorten für ganze Unternehmenszweige.
    Kein Wunder, dass avancierte Kulturschaffende da nicht länger nachstehen wollen.

    mgbmi_g.gifDie !Mediengruppe bitnik jedenfalls hat die Zeichen der Zeit erkannt und lagert ebenfalls aus bzw. hat ein neues Mitglied in Indien akquiriert.
    Was "Our Man In India" leistet, lässt sich nun im Basler [plug.in] erfahren, wo uns die neue Unternehmensstrategie bitnik im Rahmen einer Ausstellung anschaulich näher gebracht werden soll.

    Zur Eröffnung gibts übrigens auch ein Konzert - das allerdings nicht vom neuen Mit-bitnik in Indien, sondern mit bit-tuner von einem heimischen Soundschaffenden bestritten wird. Na, das haben wir gern: Einerseits Outsourcing bzw. -tasking betreiben und andererseits bei Heimspielen dann schön mit lokalpatriotischer Standortstärkung winken.

    [Bildchen: Ob jenes, welches die Ausstellungsankündigung auf den [plug.in]-Heimseiten ziert, tatsächlich eine Stechuhr zeigt, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber das Ding erinnerte an eine. Weil wir unser Intro ja immer gern mit einem Ausschnitt begleiten, konnten wir ersteres jedenfalls trotz cc-Lizenz nicht verwenden, weil derlei das "nd" untersagt. Also haben wir eine wunderschöne tschechische Stechur aus den Wikipedia Commons gefischt (und die gleich mehr manipuliert als ursprünglich geplant). Das Original stammt von Ludek und ist cc-by-sa lizensiert, ergo gilt das auch für unser Derivat.]

    Von miss.gunst am 10.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    08.04.08

    node08

    n08_ksw.gifZugegeben: Generatives selber machen ist so eine Sache. Denn der Begriff bzw. seine gängigen Definitionen betonen ja gern, dass sich früher oder später dann Etwas selber machen soll. Idealerweise im und als Prozess.
    Aber keine Sorge: Damit das erstens klappt und zweitens etwas dabei herauskommt, das ästhetische Absichten nicht nur suggeriert, sondern sozusagen ehrlich verrät, wollen doch auch ein wenig menschliche Soft- und Hardware zum Einsatz kommen.

    n08_g.gifWie das mit dem Selbermachen Generativer Kunst funktioniert, lässt sich seit vergangenem Samstag und noch bis einschliesslich Ende dieser Woche in Frankfurt im Rahmen von Node08 erkunden - einem Forum, das von VVVV-LieberhaberInnen für ebensolche ausgerichtet wird. Ein Treffen an der Quelle: Schliesslich erblickte die Entwicklungsumgebung für Echtzeit-Generation von Datenströmen bzw. auf diesen basierenden Grafiken und Videos, die mittlerweile von einer höchst aktiven Community genutzt und gehegt wird, dereinst vor Ort bei meso das Licht der Welt.

    Indes die Generaktiven nun täglich in diversen Workshops und Laptop-Sessions fleissig in die Tasten greifen, können mit der Materie Software weniger Vertraute an verschiedenen (Ausstellungs-)Orten erkunden, wie es um die Resultate entsprechender Anstrengungen steht: Sowohl in der Diakoniekirche Weserstrasse als auch im Node08-Hauptquartier sind zahlreiche Installationen zu sehen und (sic: mehrheitlich interaktiv) zu erfahren, die Einblick in das breite Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten geben, das sich mit VVVV eröffnet, von veritablen Spielumgebungen über Klanginstallationen bis zu komplexen Computergraphiken und -Designs, die dann per Fabbing wieder in handgreifliche (und -schmeichlerische) Dimensionen transformiert werden.

    Heute (08.04.08) gibt es obendrein noch als Extra einen Tag mit öffentlichen Vorträgen und Symposium, zu dem kreative Generaktive wie Casey Reas, Paul Prudence von dataisnature, ein Doyen des ästhetischen Umgangs mit Daten wie wie Herbert W. Franke und, als treue Begleiterin gestaltender Forschung bzw. forschender Gestaltung in diversen Datenräumen, Régine Debatty von we-make-money-not-art erwartet werden.
    Und noch einige Menschen mehr, die etwas zu zeigen und zu sagen haben...

    Weitere Infos und ausführliches Programm gibts natürlich auf den Heimseiten von Node08.

    Von miss.gunst am 08.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    29.03.08

    bleepfest berlin

    bf08_ksw.gifZufällig in Berlin dieser Tage? Dann hätten wir doch glatt einen netten Tipp für die Gestaltung der Abendstunden.
    Wie schon im vergangenen Jahr (s.a. den Eintrag vom 01.04.07) werden dort nämlich die letzten Tage im März genutzt, um das bleepfest zu begehen.

    An de grundsätzlichen Prämissen hat sich auch heuer nichts geändert, weshalb wir uns in dieser Hinsicht nicht wiederholen müssen (ansonsten ist alles Wissenswerte auch in den bleepfest-FAQ nachzulesen).

    bf08_g.gifDiesmal findet die von Mstation.org gehostete Veranstaltung zur Förderung der Zuneigung zu elektroischer Musik allerdings nicht in der c.base, sondern in der Galerie Wallywoods statt.

    Letztere scheint, wenn man den Heimseiten Glauben schenkt, sonst weniger auf Elektronika als auf überdimensionierte Sitzgelegenheiten spezialisiert. Aber das sollte vermutlich ebenso wenig schrecken wie das Design der diesährigen bleepfest-Seiten, das leider der aktuellen Retrosexismus-Mode zum Opfer gefallen ist.
    Denn das Programm - und besonders das für den heutigen Samstag Abend (29.03.) schaut doch durchaus geniessbar aus.

    Wers testen will: Seit gestern und noch bis zum frühen Sonntag Abend an oben benanntem Ort, das bleepfest08 in Berlin.

    [Bildchen: Aufgrund nachhaltigen Missfallens an besagtem bleepfest-Design mussten wir zum Behufe der Illustration leider selber piepen. Auch nicht schön. Aber besser als RS.]

    Von miss.gunst am 29.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    27.03.08

    hernoise in karlsruhe

    hndk_ksw.gifGeht natürlich nicht um irgendwelche gendergenerierten Unruhen im akustischen Feld, sondern um eben jenes Projekt, das schon mehrfach mit Einträgen gewürdigt wurde: Hernoise.

    Im Badischen Kunstverein Karlsruhe ist derzeit nämlich eine Ausstellung zu sehen, die den lustigen Titel "Pop! goes the weasel" trägt (verdankt sich sozusagen einem historischen Chartsbrecher, nämlich einem Liedchen, das wohl zu viktorianischer Zeit zum Ohrwurm wurde).

    hndk_g.gifIn der geht es um die künstlerische Auseinandersetzung mit Szenarien und Politiken der musikalischen Popkultur - was als Ansatz an und für sich nun wohl nicht ganz so neu ist, wie das der begleitende Pressetext einfach mal behauptet.
    Aber deswegen ist die Schau nicht weniger sehenswert.
    Unter anderem eben auch, weil sie Gelegenheit bietet, in den Archiven von Hernoise zu gründeln.

    Heute (27.03.) Abend sind zudem im Rahmen des Begleitprogramms die Begründerinnen des Projekts, Emma Hedditch und Irene Revell von Electra zu Gast in Karlsruhe.
    Ergo eine besonders gute Gelegenheit für eine kleine Exkursion.

    Wer das so kurzfristig nicht mehr einplanen kann, sollte mindestens überlegen, was bis zum kommenden Sonntag (06.04.) noch geht - denn dann wird auch "Pop! goes the weasel" die Tore schliessen...

    [Bildchen: Nein, das ist natürlich weder der Planet aus Michael Sailstorfers schöner Variation auf das Kopernikanische Modell noch dessen glitzernder Trabant. Sondern ein dankbar den Wikipedia Commons entlehntes Exemplar, welches wir dann doch mit weit weniger optischem Noise verfremdeten als urpsrünglich mal angedacht. Untersteht, ganz wie der Mutterstern, dem grossen GNU.]

    Von miss.gunst am 27.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    14.03.08

    radio wne @ berlin (WRT)

    rwne_ksw.gifZugegeben: Die Gelegenheit ist nicht von langer Dauer und läuft nurmehr wenige Tage. Aber wie nach Möglichkeit jeder unserer Webradio-Tipps, so wollte auch dieser erst einmal getestet und für gut befunden werden. Das haben wir nun und winken entsprechend mit einer Empfehlung.

    Nämlich in den folgenden Tagen jeweils abends ab 20:00 Uhr (CET) den Webstream von Radio WNE anzuwerfen.

    rwne_g.gifDer schicke Schädel mit dem verwegen blinkenden Ray Ban-Verschnitt sollte dabei nicht zu voreiligen Schlüssen verführen. Ist nämlich nicht gerade ein Doom-Party-Ding, was da übertragen wird. Sondern vielmehr Kunstradio. Und zwar eines, das es erstens nur live via Webstream und zweitens nur periodisch gibt. Verpassten Sendungen kann man dann noch per Blick ins Archiv nachtrauern.

    Wie eben aktuell seit vergangenem und noch bis einschliesslich kommenden Montag aus Berlin, wo täglich von einem Haus- bzw. Atelierbesuch aus gesendet wird.
    Gestern (= Donnnerstag, 13.03.) gabs beispielsweise ein Stelldichein zwischen Jean-Baptiste Bayle (siehe auch seine Heimseite sowie Projektseiten mit GPunkt-Spiegelung und seinen MyOwnSpace) und Jodi Rose, die wir vor gut einem Jahr - ebenfalls anlässlich eines Webradio-Tipps - mit ihrem Projekt "Singing Bridges" vorgestellt haben (s. d. Eintrag vom 17.03.07).

    Ist natürlich nun schon Klang von gestern, aber in den nächsten Tagen stehen ja noch weitere Radio-Hausbesuche an; heute etwa ist Carl Y. bei Séamus O´Donnell a.k.a lifeloop zu Gast - und das dürfte wohl nicht weniger hörenswert sein bzw. werden...

    [Bildchen: Nochmal zugegeben: Für ein reines Streamradio braucht es natürlich keine Antenne. Und das WNE-Schädelchen ist, wie scheuszlich auch immer, schon wesentlich schicker als unser Exemplar. Weil aber keine Zeit war, um Reproduktionsgenehmigungen dafür oder gar für das noch viel schickere Plakat zur derzeitigen Ausstrahlung nachzufragen, haben wir einfach versucht uns vorzustellen, wie unsere Variation aufs Thema aussähe. Ok, schlicht schlecht. Die Zähne danken wir zudem noch einer entsprechenden grafischen Simulation, der wir brav in der Lizensierung folgen, ergo GNU.]

    Von miss.gunst am 14.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    12.03.08

    share it!

    sft08_ksw.gifWer dieser Tage Zeit für einen kleinen Ausflug hat, sollte den vielleicht Richtung Italien machen. In Turin hat nämlich gestern die aktuelle Ausgabe des Share Festivals ihre Tore eröffnet.

    Heuer lockt nun nicht nur die schon vom Titel her vielversprechende Veranstaltung an sich, sondern erst recht die Tatsache, dass der Gastkurator Bruce Sterling heisst - und ein besonders spannendes Motto mitgebracht hat: Manufacturing.

    Mal ganz abgesehen davon, dass Handgemachtes wie auch das Nachdenken über Handwerk(e) derzeit sowieso ganz vorn ist - siehe beispelsweise u.a. Richard Sennetts jüngstes Buch - tönt das doch ganz danach, als fände sich dort etwas Interessantes zu unserem Sammelgebiet namens a2d2a, from analog to digital and back again.

    Siehe da: Was zur Ausstellung "Manufacturing" zu lesen ist, geht doch sehr in diese Richtung - und wie schon vor einiger Zeit aus gut unterrichteten und nahe liegenden Quellen zu vernehmen war, gibt es dort auch einen Teil jener Arbeiten zu sehen, die im Rahmen des hier nicht von ungefähr eigens erwähnten Berliner Generator.x 2.0-Workshops entstanden sind (s.a. weitere Einträge in Marius Watz' Generator.x-Blog, wo es wiederum auch Anker zu Bildsrecken gibt für all jene, die sowohl die Berliner Schau im DAM verpasst haben als auch jetzt nicht nach Turin reisen können).

    Wie das Thema wiederum im Rahmen der Konferenz vertieft wird, kann man sogar aus der Ferne mitverfolgen - mindestens ist ein Live-Stream der Vorträge angekündigt. Na, da schauen neugierige Menschen doch sicher mal rein....

    sft08_g.gif

    Von miss.gunst am 12.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    07.03.08

    hum @ maerzmusik

    smtx_ksw.gifSpät aber doch nicht ganz zu spät eine Empfehlung für diejenigen, die derzeit in Berlin weilen oder vorhaben, das kommende Wochende dort zu verbringen.
    Wofür es gemeinhin sicher immer gute Gründe gibt - momentan aber einen, an den man FreundInnen von Klangkunst vermutlich kaum erinnern muss:
    Wie jedes Jahr um diese Zeit stehen die Zeichen auf MaerzMusik.

    Indes das Festival für aktuelle Musik noch die gesamte kommende Woche über ein ziemlich breit gestreutes Programm bietet, sieht ein besonders interessantes Projekt am Wochenende seinen (voräufig) letzten Aufführungen entgegen: hum - Die Kunst des Sammelns.

    smtx_g2.gifEingeläutet hatten es Julian Klein und a rose is allerdings auch schon im vergangenen Herbst, als sie dem "taxomanischen Parcours" einen taxomanischen Diskurs bzw. ein Symosium zur Taxonomie (und Taxophilie) vorausschickten.

    smtx_g3.gifAusgangspunkt des Konzepts ebenso wie Aufführungsort sind die Forschungssammlungen des Museums für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin - die weltweit zu den grössten und bedeutendsten ihrer Art zählen, anders als die Schausammlungen aber der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind.

    Mindestens temporär lassen sie sich nun jedoch über den hum-Parcours erkunden, in dessen szenischem Verlauf KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen Station um Station (oder sollte man besser schreiben: Klasse um Klasse?) ein Porträt der Sammlungen, ihrer Ordnungen und Bestände entstehen lassen. Das naturgemäss und produktiver Weise je nach Blickwinkel mal realistischer, mal phantastischer ausfällt.

    Wer weiterer Appetitanregung bzw. Exkursionsvorbereiung bedarf, könnte sich gegebenfalls noch das Faltblatt zur Veranstaltung (pdf) oder das Szenarium zum Parcours (pdf) zu Gemüte führen; denen, die das Ganze verpassen werden, mag vielleicht der Katalog als Grundlage oder mindestens erste Anregung für eine entsprechende Zimmerreise dienen.

    Gelegenheit, den Parcours zu erwandern gibts jedenfalls noch am morgigen Samstag (08.03.) Abend um 19:00 Uhr und am Sonntag Nachmittag um 16:00 Uhr.

    smtx_gg.gif

    [Bildchen: InsektenmusikfreundInnen, zu denen wir uns schliesslich auch selber zählen, fällt beim Gedanken an die entomologischen Abteilungen naturkundlicher Sammlungen tendenziell ja eher das Grauen an. Aber es gibt für Taxo- und zugleich Entomophile durchaus Alternativen, Ordnung zu schaffen. Haben das einfach mal probiert und durchnummeriert... Die Ohrenspende für unsere Züchtung verdanken wir David Benbennick; wie das Vor-Bild sind die Hörlinge cc-by-sa linzensiert.]

    Von miss.gunst am 07.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    06.03.08

    wasser ff. (WRT)

    dps_ksw.gifTja, das war fast schon ein bisschen absehbar.
    Nachdem sich schon vergangene Woche das Bad im Klangkunst-Webstream von Deutschlandradio Kultur bzw. dem dort portierten Stockholmer Hafenwasser als äussert erquicklich erwies, können wir heute gar nicht anders als gleich wieder Entsprechendes zu empfehlen.

    dps_g.gifAlso einen Webradio-Tipp für die heutige Sendung (d.h. wie immer in der Nacht zu Freitag, diesmal 07.04., 0:05 Uhr) auszugeben.

    Diesmal ist es die Komponistin und Vokalartistin Isabeella Beumer, die uns zum Sprung in die Fluten einlädt, um mit ihr den "ton des wassers" zu erkunden.

    Denke, der Einladung folgen wir ebenso neugierig wie gern...

    [Bildchen: Ist tatsächlich ein Zipfel von tiefer blauer See, wie der Anker zum Vorbild belegt. Das stammt ursprünglich Lars Lentz und wurde dankenswerter Weise unter cc-by-sa lizensiert. Wie nun auch unsere Mutation.]

    Von miss.gunst am 06.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    05.03.08

    broadcast yourself (av ff.)

    bmmt_ksw.gifWenn wir schon mal beim AV Festival sind, könnte unter den zahlreichen Sonderausstellungen aus HOME MADE-Perspektive eine besonders locken, schon von ihrem Titel her.
    Weil "Broadcast Yourself" doch sehr nach Selbstgemachtem, in diesem Fall eben selbstgemachter Sendung klingt.

    Allerdings geht es weniger allgemein um Optionen für Jederfrau und -mann, sondern - wie schon der Untertitel des Unternehmens klärt - um "Artists' interventions into television and strategies for self-broadcasting from the 1970s to today".
    Und wie vorab eines möglichen Besuches der Hatton Gallery, welche die später nach Manchester weiter wandernde Schau derzeit beherbergt, auch schon derjenige der ausstellungseigenen Webseite verrät, ist dabei tendenziell dann doch eine Menge Professionalität im Spiel.

    bmmt_g.gifEine Arbeit wie Bill Violas "Reverse Television: Portraits of Viewers", der 1984 tatsächlich die Fernsehzuschauer auf die Mattscheibe holte (wobei "selbst" hier eben auch meint: "with a little help from the artist") ist eigentlich die Ausnahme.

    Wer also eine (Kunst-)geschichte des Offenen Kanals erwartet, dürfte bei "Broadcast Yourself" eher in die Röhre gucken.

    Dafür gibts aber eine ganze Menge grossartiger und garantiert jedes offizielle TV-Amüsierprogramm locker toppender Variationen auf klassische Formate zu sehen. Beispielsweise das 1994 als Webcast abgedrehte "El Naftazteca: Cyber Aztec TV for 2000 AD" von Performer Guillermo Gómez-Peña oder ausgewählte Folgen aus demHometape-Kettenvideo "Joanie 4 Jackie 4Ever", das Miranda July 1996 auf den verdienten Erfolgsweg gebracht hat.

    Und mit dem "56k TV Bastard Channel", den Reinhard Storz 2004 auf xcult.org lancierte, ist sogar ein Beitrag aus der Schweiz vertreten.
    Wobei wir bei dieser Gelegenheit festgestellt haben, dass das Programm zwar nicht mehr gewachsen ist, aber tatsächlich immer noch läuft und läuft und läuft. Wer hätte das gedacht.

    [Beiseit: Tja, wenn wir uns brav an die Vorgaben halten, gibts leider keine direkten Links - dafür haben wir, wo möglich, den Weg zu den Original(kopi)en bzw. den Heimseiten der KünstlerInnen gewiesen. Für individuelle Betrachtungen also bitte die Navigation des Menüs der Seite nutzen.]

    [Bildchen: Nicht nur mit Blick aufs Thema, sondern auch auf die gegebene Rechtslage kann hier natürlich nur selbstgemachtes Programm zur Ausstrahlung kommen, sogar das Gerät stammt aus der Public Domain. Ob selbst im Fernsehen zu sein irgendetwas emanzipatorisches oder gar befreiendes hat? Tja, das ist eh nochmal die Frage...]

    Von miss.gunst am 05.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    04.03.08

    broadcast! (av festival, mit WRT)

    av08_ksw.gifFreundInnen der Radiokunst sollten schon seit einigen Tagen ihren Radar in Richtung eines Ortes ausgerichtet haben, der seinerseits ganz im Zeichen der Sendung steht: Nämlich nach Newcastle, wo vergangenen Donnerstag das AV Festival eröffnet hat.

    Dessen auf mehrere Orte und zahlreiche Institutionen verteiltes Programm ist derart reichhaltig, dass man es in einem einzigen Eintrag kaum aufzählen kann. Allein schon dessen Überschau, die es ansonsten auch in einer "interaktiven" (?) Webausgabe mit wildem Skript, umfasst als bequem herunterlad- und blätterbares pdf-Heftchen stolze 39 Seiten.

    av08_gg.gifAus und vorbei ist dabei lediglich Konferenz "Music & Machines" (mehr dazu auf den Seiten des veranstaltenden Culture Lab), bei der unter anderem spannende Sound-Forscher wie Douglas Kahn und geschätzte KünstlerInnen wie Brandon LaBelle oder Joyce Hinterding referierten. Einen Stream zur Übertragung gabs aber sowieso nicht, insofern hält sich das schlechte Gewissen ob des nur nachträglichen Verweises in überschaubaren Grenzen.

    Gesendet wird seitens des AV Festivals ansonsten allerdings ohne Unterlass - und das gleich auf mehreren Kanälen jeweils 24 Stunden lang.

    Auswählen kann man zwischen drei Stationen. Eine davon befindet sich im mima (steht für: Middleborough Institute of Modern Art); hier wird das Sonderprogramm von unserem Londoner Ohrzucker-Lieferanten resonance FM bestritten.

    Harte Konkurrenz erhält es durch eine zweite Station, das AV Festival Broadcast, welches wiederum im lokalen Discovery Museum installiert worden ist. Für das besonders verlockende, weil tatsächlich Tag und Nacht Radiokunst bietende Programm zeichnet übrigens der treuen LeserInnen bestens bekannte Knut Aufermann zusammen mit einem Team von KünstlerInnen verantwortlich.

    Und schliesslich gibt es als dritte Station im Bunde noch "Soundscape FM", das sein Sonderprogramm vom Radiostudio der Universität Sunderland aus Klangladnschaften in den Äther bzw. ins Netz schickt.

    Wer das Webradio-Angebot des AV-Festivals testet, wird zwar mitunter feststellen, dass auf allen drei Kanälen dasselbe läuft. Aber in jedem Fall Klangkunst pur. Und mindestens für diejenigen, die nicht über drei Paar Ohren verfügen (mutmasslich eher die Mehrheit?) bietet das ja doch durchaus schon hinreichend Plaisier...

    Von miss.gunst am 04.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    01.03.08

    lac 2008

    Läuft gerade in Köln und ist im Prinzip auch etwas, das sich BastlerInnen nicht entgehen lassen sollten: Die Ausgabe 2008 der Linux Audio Conference 2008.
    Für all jene, die leider nicht Richtung Rheinland rauschen konnten bzw. können, gibt es glücklicherweise aber auch einige Optionen, wenigstens einiger Beiträge teilhaftig zu werden.

    lac08_g.gifDie in Zusammenarbeit mit der KHM Kunsthochschule für Medien organisierte Ausstellung mit Soundinstallationen ist naturgemäss zwar ausschliesslich vor Ort zu sehen (u.a. mit Baby Doll von Roland Roos, einer noisigen Büchse der Pandora namens Loop von Therese Schuleit, einem Offenen Schaltkreis von Christoph Haag, Martin Rumori, Franziska Windisch und Ludwig Zeller; noch bis inklusive Sonntag 16 Uhr).
    Und auch für die Konzerte - unter denen wohl ganz besonders das am Samstag Abend locken dürfte - muss man sich selbst auf die Socken machen.

    Aber die Vorträge der Konferenz werden diesmal (mindestens: geplanter Massen) sämtlich via Webstream übertragen.
    Wir haben uns, bekannten Neigungen folgend, vor allem denjenigen von Oded Ben-Tal zu "Musical Toys: Interactive Audio for Non-Musicians" am Sonntag (02.03.) um 14:00 Uhr im Kalender notiert.

    Wobei sich - und das dürfte auch für diejenigen ein Trost stiftender Hinweis sein, die beim Blick auf den Konferenzplan feststellen, dass das eine oder andere für sie Interessante bereits gelaufen ist - viele der Vorträge (sowie teils auch begleitendes Bildmaterial) obendrein bereits zum Vor- bzw. Nachschmökern ins Netz gestellt finden.
    Hut ab vor der LAC-Community und ihrer vorbildlichen Organisation!

    [Bildchen: ... und dito, was die ansprechende Gestaltung der Webseite, des neuen Konferenzlogos und des a href="http://lac.linuxaudio.org/?page_id=11" target="_blank">Posters betrifft, das man sich in voller Grösse und Schönheit als A3-pdf bei der LAC08 ebenfalls herunterladen kann.]

    Und noch ein PS: Dass dieser Beitrag später erscheint als eigentlich geplant (und überhaupt zur Zeit ziemlich viele Lücken klaffen), hat mit einem auch treuen LeserInnen schon länger bekannten, aber leider noch immer nicht gebannten technischen Problem zu tun. Dazu wahrscheinlich morgen nochmal mehr. Wenns denn geht... *seufz*

    Von miss.gunst am 01.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    28.02.08

    ströme(n) (WRT)

    ststr_ksw.gifSchliesst sozusagen flüssig an den vorauf gegangenen Eintrag an:
    Ein Webradio-Tipp für eine Stunde Klangkunst-Radio, bei dem es ebenfalls um Ströme geht.

    Der Stream, den es dafür heute Nacht bzw. genauer gesagt um 0:05 morgen früh (also Freitag, 29.02.) aufzurufen gilt, kommt diesmal wieder von Deutschlandradio Kultur.
    Und bietet all jenen, die den seinerzeit auch in diesem Log wärmstens empfohlenen Kunstradio-Geburtstag 2007 seinerzeit nicht so ganz konsequent auf allen beteiligten Kanälen mitgefeiert haben.

    ststr_g.gif"Steam and Ström" heisst die Sendung bzw. das Klangkunst-Stück, das David Fortez unter Mitwirkung von Cécile Broché und der Wellen am Stockholmer Hafen aufgenommen hat.

    Keine Chance, nächtens in den Wellen von Deutschlandradio Kultur zu plantschen?
    Da hätten wir doch gleich noch eine alternative Option: Jederzeit lässt sich nämlich in den mp3-Stream Ström der Übertragung des Stücks beim Österreichischen Kunstradio eintauchen.

    Denjenigen, die übers Lauschen zu Fortez-Fans geworden sind und noch ein wenig schmökern wollen, seien schliesslich die (beide leider seit 2007 nicht mehr bespielten) Blogs von David Fortez - David Fortez: Events und David Fortez: Pieces - zur geneigten Lektüre anempfohlen.

    [Bildchen: Mag zwar auf den ersten Blick nicht so aussehen, aber: Das Wasser haben wir wirklich in Stockholm geschöpft. Dank des schönen Panoramas, das Andreas Witzel aufgenommen und grosszügiger Weise unter GNU publiziert sowie den Wikipedia Commons gespendet hat; die Lizenz gilt daher auch für den transformierten Ström.]

    Von miss.gunst am 28.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    22.02.08

    container (mit WRT)

    cscs_ksw.gifContainer signalisieren Mobilität. Die wiederum gehört in Zeiten der so genannten Globalisierung sowieso in einem Ausmass zum Alltag, das selbst unter EnthusiastInnen mitunter einiges Unbehagen zeitigen kann.

    cscs_g.gifDass gerade KünstlerInnen gern als ProtagonistInnen mobiler Existenz gehandelt werden, lässt sich dem entsprechend ebenfalls kritisch diskutieren.

    Aber es gibt natürlich durchaus auch die Möglichkeit, die positive Seite der Medaille zu betrachten.

    Das scheint sich das in Frankreich beheimatete Projekt "conteners" vorgenommen zu haben - und schliesst denn auch gleich mit einem entsprechenden Selbstverständnis an.

    So werden seit 2005 verschiedene Projekte verfolgt, die allerdings nicht nur mobile KünstlerInnen vernetzen und das Nomadische feiern, sondern auch Gelegenheit zu Reflexion und Diskurs bieten wollen.

    Am heutigen Freitag (22.02.08) lädt conteners beispielsweise zu einem Symposium und Seminartag ein, bei dem es um "Nomadism, new media and new artistic mobility in Europe" gehen soll (mehr dazu im Programm als pdf).

    Leider ist den Ankündigungen nicht zu entnehmen, ob vielleicht sogar ein Livestream von Teilen der Veranstaltung über das projekteigene Radi0 conteners geplant ist.

    Mit einer (halben) Webradio-Tipp-Markierung haben wir diesen Eintrag aber auch mehr aus einem anderen Grund versehen: 2006 gab es nämlich offenbar intensive Radio-Aktivitäten - und deren Früchte sind in Form von Podcasts nach wie vor über die Archiv-Datenbank zugänglich. Einfach mal umschauen, es sind schon einige Leckereien dabei (wie zum Beispiel die Soundwalks und -parks des collectif MU)...

    Nachtrag: Erst verspätet festgestellt, dass wohl aufgrund eines Umbaus der contener-Seiten ausgerechnet die gepriesenenen Hörstücke derzeit an der ausgewiesenen Stelle gar nicht zugänglich sind.
    Nun, dann und vielleicht überhaupt besser gleich an der Quelle fündig werden. Zu Soundpark hat es nämlich, wie neugierige LeserInnen sicher auch schon selbst festgestellt haben, eine eigene Dokumentation auf den Heimseiten des MU-Kollektivs.

    [Bildchen: Haben wir einfach mal ein paar Container gestapelt, weil die eben doch auch nicht ständig unterwegs sein wollen. Das Mutterexemplar holten wir uns aus den Wikipedia Commons, denen Oxam Hartog netterweise sowie unter cc-by-sa eine ganze Herde gespendet hat.
    Die Lizenz zum Nehmen, Teilen, Weitergeben übernehmen wir selbstredend...]

    Von miss.gunst am 22.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    19.02.08

    unmonumental

    unmo_ksw.gifMonumental geht es meist dort zu, wo auf Repräsentation gezählt wird. Worauf zielt dann Kunst, die genau das Gegenteil sein will bzw. ist?
    Abgesehen davon, dass diese Frage für sich schon mal ziemlich spannend scheint: Gibt es gute Gründe, zu vermuten, dass man hier auf dem Basteln nahe stehende Techniken, Ästhetiken, Strategien stossen kann.

    Und tatsächlich bietet das Ausstellungprojekt "Unmonumental", das derzeit im New Museum New York läuft, genau dies [indes das Museum selbst ja gerade eine mindestens im Vergleich zu seinen alten Räumlichkeiten ziemlich monumentale Bleibe bezogen hat - aber das natürlich nur beseit bemerkt...]:

    unmo1_g.gifGefragt wird nämlich nach der Aktualität des Collage- bzw. Assemblageprinzips in der zeitgenössischen Kunst.
    Die Ausstellung, die ihrerseits natürlich mögliche Antworten versammelt, wurde selbst Stück um Stück aufgebaut. Zunächst startete ein Part zur Dritten Dimension bzw. Plastiken, Skulpturen, Objekten; darauf folgte das, was gemeine Menschen gern mal als Flachware bezeichnen, "“Collage: The Unmonumental Picture”" (nun: es liegt in der Natur der Sache, dass dieser Begriff auf Collagen sowieso in den seltensten Fällen trifft.)

    Sodann kamen noch Audio-Arbeiten dazu (u.a. von Vito Acconci, Pauline Oliveros, Seth Price) - wobei man leider nicht erwarten darf, dieser auch aus der Ferne bzw. via WWW teilhaftig zu werden. Dem sind vermutlich mal wieder die Rechtsverhältnisse vor [dafür soll es später eine CD geben. Und nunja: Es gibt sogar eine Ecke, an der die Sache ein wenig klingt - nämlich vom Kurator u.a. eingesprochene Einführungen zu einigen der Objekte.]

    unmo2_g.gifDer vierte und letzte Teil der unmonumentalen Schau ist aber dann endlich geeignet, auch aus der Ferne betrachtet zu werden: "Montage: Unmonumental Online" - als Kooperationsprojekt mit rhizome entstanden, wo auch die Heimseiten der Sektion sitzen - stellt nämlich webbasierte Arbeiten vor.
    Nun ist es zwar alles andere als schwer, in Geschichte und Gegenwart so genannter Netzkunst Projekte zu finden, die sich in der einen oder anderen Weise auf Montage und Collage beziehen. Ungleich schwieriger ist es vielmehr, aus der schieren Fülle auszuwählen.

    Ein Blick auf die Liste der Projekte zeigt denn auch, dass die Zusammenstellung in sich vielleicht schlüssig sein mag, weil eine Vielfalt möglicher Ansätze aufgefächert wird. Aber für fast jedes der Projekte hätten sich gut und gerne andere (und darunter mancher Klassiker) finden lassen, die auf ganz ähnlichen ästhetischen (und technologischen) Ansätzen basieren.

    Eines jedoch - das zwar 'erst' 2002 enstanden, gleichwohl sozusagen kometenhaft sofort in die Liga künftiger classics of (vernacular) net.art aufgestiegen ist, und nicht nur weil es so schön schillert - können wir hier uneingeschränkt bejubeln: "Some Universe" von Olia Lialina.
    Ohja, animated star-Glamour really rules o.k....

    unmo3_g.gif

    [Bildchen: Eine eher freie Variation auf ansonsten eigentlich nahe liegende Überlegungen zum Titel des Projekts. Wie (un)monumental etwas daher kommt, ist am Ende eben auch eine Frage der Relationen in den Dimensionen. Kurzum: Relativ...]

    Von miss.gunst am 19.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    18.02.08

    tape sound riviera (WRT)

    ttt_ksw2.gifWas tun, wenn diverse andere Baustellen eigentlich zu wenig Zeit fürs Log.Buch lassen?
    Nun, beispielsweise im Hintergrund die Öhrchen gespitzt halten, sie hin und wieder genüsslich in Soundströmen baden (s.d.) - und auf dieser Basis lässt sich ja auch immer wieder der eine oder andere Webradio-Tipp weitergeben.

    Wie zum Beispiel für den heutigen Montag Abend. Da steht bei einem unserer Lieblingssender, resonance fm, nämlich The Sound Riviera auf dem Programm.
    Und wer unsere Vorliebe für Tapes und Kassettengeschichten teilt, dürfte schon bei der Ankündigung des Sendungsformats neugierig werden:

    "Poised between Faustus and The Faust Tapes, sandwiched betwixt documentary and collage, lies The Sound Rivieria. A melange of tape recorders and tape of all stripes - magnetic, ferric, lost, found, chewed and boiled."
    ttt_g.gif

    Lauschen wir doch einfach, was uns Dan Hayhurst und Veronica Lavery von sculpture zur Premiere ihres Spezialprogramms mitgebracht haben, das im Anschluss dann noch in sieben weitere Folgen fortgesetzt werden soll. Die Playlist schaut jedenfalls danach aus, als liesse sich das Ganze hören. Oder nicht?
    Ab 21:00 Uhr Londoner Zeit (also 22:00 Uhr in unserer Zone) einfach die bekannte Schleuse öffnen...

    [Bildchen: Träges Tape-Tier. War für heute leider alles, was sich mal eben in zwei Minuten und nebenher hinschludern liess...]

    Von miss.gunst am 18.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    16.02.08

    noplacard strömt

    np08_ksw2.gif... wie bereits im zugehörigen Aufruf Mitte der Woche angekündigt:
    Ab heute (16.02.08.) 20:00 Uhr bis Sonntag Abend werden bzw. bleiben die Sound-Schleusentore geöffnet.

    Inzwischen hat sich der FahrFlutungsplan auf der Heimseite des Streamingfestivals noplacard dicht gefüllt.
    Und schon die gelisteten Namen, Titel, Ländereien lassen eine erquickliche Vielfalt an Klangströmen erwarten.
    [A propos Ländereien: Woran liegt's nur, dass gar keine EidgenossInnen dabei sein werden? Doch wohl kaum an unserer späten Weitergabe des Rufs?!]

    np08s_g.gif

    [Bildchen: Gespannt dem Geströmten entgegenlauschend. Strahl und Tropfen zapften wir wieder mal aus den Wikipedia Commons. Letzere(n) spendete serpentine17ice in die PD, ersteren lizensierte Pavlemadrid unter GNU, also gehört diesem bzw. dieser auch unser Bildchen zu.]

    Von miss.gunst am 16.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    13.02.08

    ruf nach strömen (placard, nomusic, noplacard)

    nplc_ksw.gifKlingt in der Übersetzung wahrscheinlich etwas kryptisch - natürlich sind Klangströme gemeint. Und zwar solche, die einerseits von einem lokalen Fixpunkt und andererseits von verschiedenen Enden des Netzes aus zusammenkommen sollen.
    Wann, wie, wo?

    Am kommenden Samstag (16.02.08) findet in Paris die aktuelle Ausgabe des placard headphone festival statt.

    Das wiederum hat sich in diesem Jahr mit nomusic zusammengeschlossen - einem kollektiven Streaming-Festival, dessen Ausgabe 2007 der eine oder die andere vielleicht schon vermisst hatte (sie fiel nämlich aus, wie wir andernorts bereits beseufzten).

    Als gemeinsames Format wurde nun noplacard ins Leben gerufen - wobei Zusammenschluss und -kunft in bester nomusic-Tradition mit einem Aufruf zur Beteiligung einhergehen.

    nplc_g.gifAlle Details dazu finden sich auf der eigens angelegten noplacard-Heimseite. Und weil es übermorgen schon zur Sache gehen soll: Einfach alles weitere Wissenswerte dort nachlesen, gegegebenenfalls anmelden - und dann am Samstag auf in den Strom...

    Von miss.gunst am 13.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    07.02.08

    segmente cave lang

    sjcpel_ksw.gifDas kann für heute wirklich nur ein flüchtiger Hinweis auf die Schnelle werden.
    Aber: Wer mehr Zeit und Musse hat, sollte sich am Abend in den Zürcher Walcheturm begeben.

    Der lädt nämlich um 21:00 Uhr in der Reihe segmentIe für experimentelle elektronische musik zum Konzert mit Jodi Cave und pe lang.

    sjcpel_g.gifLetzteren werden wir wohl nicht weiter vorstellen müssen, da (nicht nur) vor Ort denkbar bekannt und präsent. Sei es nun über den leerraum, die untitled sound objects oder andere Projekte mit zimoun. Und natürlich war er auch schon früher im Walcheturm zu Gast (so etwa im Dezember 2005 mit zimoun und Mahmoud Refat).

    Diejenigen, die Cave noch nicht kennen sollten, können jedoch vielleicht noch flink bei Frozen Elephants vorbeischauen (was sich, nebenbei bemerkt, sowieso immer wieder lohnt). Dort finden sie - und zwar gleich als erstes Stück auf der ersten Kompilation dieses sehr sympathischen Netzlabels, "The Map is not the Territory" (2005) - eine Hörprobe, welche die Entscheidung für diesen Abend sicher nochmals leichter macht.

    [Bildchen: Ist eher ein unbetiteltes Assoziationsobjekt, wohlmöglich wenig passend einfach für die Wanderung der Imagination. Nunja. Wobei:
    Die eigentlichen Klanglandschaften und -objekte gilt es ja eben auch erst heute Abend zu erkunden...]

    Von miss.gunst am 07.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    06.02.08

    punkte(n) (WRT)

    psm_ksw.gifWie schon öfter geht, wenn man schon mal bei den Sendern in Richtung der angestammten Nischen fürs Experimentelle lugt, die Webradio-Tipp-Staffette direkt vom SWR an den WDR bzw. das Kölner Studio für Elektronische Musik weiter.

    Wo uns diesmal akustische Punkte erwarten - zunächst Solitäre, die sich dann zusammenscharen und schliesslich zur Masse formieren bzw. in einer ebensolchen verschwinden.

    psm_g1.gifDie heutige (06.02.08.) Sendung steht nämlich unter dem Motto "Punkt - Schar - Masse" und wartet dabei mit einem historischen Spannungsbogen auf, der von den 1960er in die 1980er Jahre geschlagen wird.

    Mit Kompositionen von François Bayle [da passen sogar Animationsflashs auf der Heimseite zum Thema, wenngleich nicht ubedingt zum Stück], Claude Ballif, einem Hörstück von Martin Schwarzenlander aka Fischer sowie - schön noisig und von einer Cracklebox assistiert - Dror Feiler an der Klarinette. Also, hinhören ab 23:00 Uhr...

    psm_gg.gif

    [Bildchen: Pünktchen - wie unschwer zu erkennen als schiere Masse, in der Schar sowie solitär. Selbstgemacht. Naja, war nicht so schwer.]

    Von miss.gunst am 06.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    05.02.08

    drehungen und windungen (WRT)

    bjdw_ksw.gifWeil heute (05.02.08) der erste Dienstag im Monat ist, wollen wir den geneigten LeserInnen dieses Logs wieder einmal einen Webradio-Tipp ans Herz bzw. Ohr legen.
    In der SWR-Reihe "ars acustica" wird es nämlich interessante Drehungen und Windungen geben.

    bjdw_g1.gifUnd zwar von und mit Bernadette Johnson, einer in Basel beheimateten Künstlerin, die der eine oder die andere sicher auch über das Forum für Klanglandschaft und/oder ihre Zusammenarbeit mit Muda Mathis kennen dürfte.
    Etwa 1999 fürs Seewasserwerk Frasnacht bei einer Installation, die den den schönen Namen "Der Getränkeautomat lebt" trug.

    bjdw_g2.gifKunstradio-Fans wiederum werden sich möglicherweise an Johnsons Klangräume erinnern, in die man sich im vergangenen Frühjahr entführen lassen konnte.

    bjdw_g3.gifEbenfalls letztes Jahr, im Herbst 2007, hat Bernadette Johnson für ihre "3 akustischen Gedichte" den Karl-Sczuka-Förderpreis des SWR bekommen. Ein guter Grund, selbige einmal zu Gehör zu bringen - wobei die heutige Sendung zudem durch ein Werkstattgespräch komplettiert werden wird.
    Ergo die Empfehlung, um 23:00 Uhr wahlweise am Knöpfchen zu drehen oder in den SWR-Webstream einzutauchen...

    [Bildchen: Frei zum Text imaginierte Drehungen und Windungen im Öhrchen. Das ursprünglich mal so aussah und von David Benbennick den Wikipedia Commons gespendet wurde. Weshalb auch die schnöden Strudelschnecken hier nun mit cc-by-sa 2.0 versehen sind.]

    Von miss.gunst am 05.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    04.02.08

    transmediale im rückspiegel

    tm08p_ksw.gifFür Verschwörungstheorien sind wir in diesem Log.Buch sonst eigentlich nicht besonders anfällig - sieht man von unserer bekannten Neigung zur Paralektronoia ab.
    Aber für die diesjährige transmediale kann man ja mal eine Ausnahme machen.

    Wenngleich wir, das mal nebenbei bemerkt, nicht nur Felix Kubin in Berlin vermisst haben, sondern auch einige andere KünstlerInnen, die mit ihrem Tag- und Nachtwerk eigentlich einschlägig gut in den thematischen Rahmen des Festivals gepasst hätten. Je nun, es gab natürlich auch so genug Sehens- und Hörenswertes zu sehen und zu hören.

    Indes das noch ein wenig sortiert werden will, bevor die eine oder andere Trouvaille mit einer Vorstellung bedacht und eine Summe gezogen wird, haben wir natürlich zugleich ein bisschen rundum geschaut, was bereits an Berichterstattungen ins Netz entlassen wurde.

    tm08p_g.gifLeider scheint der Trend zum Live-Blogging ein wenig abgeflaut zu sein - mindestens haben wir noch kein tm-Tagebuch entdecken können. Was aber wohlmöglich daran lag, dass es in diesem Jahr (erstmals, sic) einen Live-Stream von der Konferenz gab sowie dazu einen begleitenden Chat.
    Oder vielleicht daran, dass die transmediale (ebenfalls eine Premiere:) ihrerseits in den Blog-Trend zur Veranstaltungsbegleitung in eigener Regie eingestiegen ist?
    Oder daran, dass sich Menschen mit Hang zum Synchrontippen in den Chat auch dann eingeloggt haben, wenn sie eigentlich selbst vor Ort waren?

    Jedenfalls liess sich auf der Projektion vor Ort durchaus Substanzielles mitlesen. Anders als Elke Buhr, die sich in ihrem transmediale-Bericht für die Frankfurter Rundschau wenig begeistert über die entsprechenden Optionen äussert, konnten wir dort nicht nur treffende Kommentare und weiterführende Fragen eräugen, sondern sogar den einen oder anderen erhellenden Anker ins Netz.
    Und auch für die - bei solchen Gelegenheiten von KritikerInnen seit je und immer wieder, aber eben nicht immer zu Recht erhobene - Klage eines Missverhältnisses zwischen Botschaft und Mitteln ("Man ist technologisch so avanciert, dass man vergisst, was man mit dieser Technologie eigentlich transportieren wollte") gab es eigentlich kaum Anlässe. Mal ganz abgesehen davon, dass die Ausstellung eine ganze Reihe von Arbeiten versammelte, die demonstrierten, dass Reflexionen über Technologien - auch in der so genannten "Szene" - längst nicht mehr automatisch selbst auf exuberanten Technologie-Gebrauch setzen.

    Was aber umgekehrt nicht heisst, dass man sich von bestimmten Technologien verabschieden müsste. Besonders gern (bzw. im Grunde ebenfalls seit je und immer wieder) wird in diesem Kontext die so genannte "Netzkunst" gedisst - mit Blick auf die transmediale ist in diesem Zusammenhang beispielsweise bei Kito Nedo in einem Beitrag für das Kunstmagazin art nachzulesen, "die klassische 'Netzkunst', welche die Ausstellungsbesucher in der vergangenen Dekade immer wieder nötigte, auf Computerscreens zu schauen und klobige Touchpads zu bedienen", sei "endgültig passé". Nun ist es zwar so, dass sich verschiedene auf der Ausstellung und im Rahmen des bzw. der Bilderberg-Salons präsentierte Projekte gerade dadurch auszeichnen, dass sie kluge Schnittstellen zwischen verschiedenen medialen Sphären schaffen. Und dass für Arbeiten, die - wie das (für den tm-Award nominierte und mit einer Anerkennung bedachte Picidae-Projekt von Mathias Jud und Christoph Wachter) - vor allem für das und im Netz funktionieren, nicht mehr ein Label wie "Netzkunst" aus der Tasche ziehen muss, ist vielleicht eher begrüssenswert. Aber der Gerechtigkeit halber sollte doch mal in Erinnerung gebracht werden: "Netzkunst" im eigentlichen Wortsinn ist noch nie für klassische Ausstellungszwecke gemacht und ergo eben lediglich von KuratorInnen auf öde Monitor-Alleen genötigt worden. Man begegnet ihr nach wie vor dort, wo man auch sonst mehr oder weniger klaglos Netzkekse nascht, nämlich am heimischen Netzanschluss, vis-à-vis.

    [Bildchen: Wie eigentlich unschwer zu erraten eine digitale Wiedergabe des Posters, mit dem die diesjährige transmediale zur Verschwörung aufrief.]

    Von miss.gunst am 04.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    29.01.08

    wandelnder wald

    mftmb_ksw.gifWandelnde Wälder gibt es bekanntlich nicht nur in Märchen, Legenden und Romanen wie Tolkiens The Lord of the Rings. Sondern auch im Bereich der Tarnung von Truppenbewegungen, wie sie schon Shakespeare in Macbeth bedichtete ("... and I thought I saw the forest begin to move").
    Da sich die transmediale dieses Jahr für strategische Operationen interessiert, wundert es nicht, dass sich in ihrem Umfeld auch ein "Moving Forest" formiert.

    Anders als es aus nahe liegenden Gründen getarnten Soldaten gut zu Gezweig steht, so die Tarnung funktionieren soll, handelt es sich in Berlin freilich nicht um schweigende Wälder.

    mftmb_g1.gifZwar geben AKA The Castle, die für diese Performance verantwortlich zeichnen, Shakespeare sowie auf Macbeth zurückgehenden Kurosawa-Film "Throne of Blood" ("Das Schloss im Spinnwebwald") als Inspirationsquellen an. Ihre Eroberungsstrategie zielt jedoch auf den akustischen Raum, so dass die Bewegungen wohl ziemlich deutlich zu vernehmen sein werden: Angekündigt ist "eine 12 Stunden dauernde dramatische Klangperformance", die sich als "Auseinandersetzung mit der Informations- und Kommunikationsarchitektur unserer gegenwärtigen, medialisierten Gesellschaft" versteht:

    "Urbane Informationstechnologie-Rebellen wenden sich gegen geschlossene und unzugängliche Wissensarchive, indem sie alternative, freizugängliche Kommunikationstechnologien wie Niederfrequenz-Stationen und offene Datennetzwerke verwenden, um ihren Marsch gegen das institutionalisierte Zentrum der Macht zu koordinieren."

    Wie das genau funktionieren soll, ist den Heimseiten des Projekts zu entnehmen - und wie es klingt, dürfte dann rund um das transmediale-Quartier im Haus der Kulturen der Welt zu vernehmen sein.

    mftmb_g2.gif

    [Bildchen: Da wir prinzipiell rundum friedfertiges Vorgehen bevorzugen, fällt die Imagination zum Thema entsprechend aus. Die wandelnden Wäldchen kennen treue LeserInnen bereits aus einem Eintrag vom vergangenen März, wir mussten sie nur noch akustisch augmentieren. Für die ursprüngliche fotografische Pflanzung der bzw. des (Mutter-)Bäumchens danken wir jedoch noch einmal gern Francesco, der die prächtige abies nebrodensis via Wikipedia Commons der public domain gespendet hat.]

    Von miss.gunst am 29.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    28.01.08

    milch zwei zucker

    mzz_ksw.gifSchaut von der Überschrift her erst mal ziemlich "off topic" aus. Ist es aber natürlich nicht, da wir - Zeichenmaschinen in Ehren - ja durchaus auch immer wieder gern nach wenigstens ein wenig händisch Fabriziertem lugen. Zumal, wenn es in Zines begegnet.

    So auch in diesem Fall. Geht nämlich weniger um die notorischen Zutaten für Menschen, die ihren Kaffee aus welchen Gründen auch immer einschlägig anzureichern pflegen.
    Sondern um die Produktionen von Milk Two Sugars. Aufgefallen sind sie uns schon vor längerer Zeit mal im creaturemag (treue LeserInnn werden sich vielleicht noch an den Eintrag vom 10.04.07 erinnern).

    Tatsächlich ist Milk Two Sugars selbst ein kleines Zine (das zwar nicht mit Milch, aber durchaus auch wortwörtlich mit einer Portion Zucker ausgestattet daher kommen kann).
    Sowie noch so einiges mehr - wie die Heimseite des Projekts verrät.
    Deren Besuch an dieser Stelle der geneigten LeserInnenschaft einfach mal so, also aus Spass an der Freude, ans Herz gelegt sei - da doch bestens geeignet, um in guter Tradition den Einstieg in die Woche zu versüssen...

    mzz_g.gif

    [Bildchen: Stammt nicht aus bzw. von Milk Two Sugars, sondern ist sozusagen die unschöne Vision, die nachgerade zwangsläufig bei wahren FreundInnen von Zuckerstückchen aufsteigt, wenn sie deren schnöden Schicksals gedenken, sobald jemand seinen Kaffee entsprechend bestellt. Aber keine Sorge: Sie zappeln absichtsvoll noch in sicherem Abstand... Den cc-by lizensierten Milchkaffee haben wir uns via flickr bei Tim Boyd geliehen - vielen Dank!]

    Von miss.gunst am 28.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    25.01.08

    kunstmaschinen ff. mit generator.x 2.0

    jtsc_ksw.gifBis zum Beginn der transmediale dauert es zwar noch gut eine Woche. Aber da der CTM wie immer schon einige Tage früher startet, liegt es nahe, den Radar schon jetzt nach Berlin auszurichten.
    Zumal es gerade im Rahmen des CTM-Programms reichlich Futter in Sachen einiger unserer Leib- und Magenthemen gibt - so unter anderem für FreundInnen maschinengenerierter Kunst.

    Mit von der Partie ist nämlich auch in diesem Jahr wieder Marius Watz mit seinem Generator.x-Projekt. Das wiederum dürfte treuen LeserInnen nicht nur über dessen allgemeine Vorstellung (s. den Eintrag vom 24.09.06), sondern eben auch über das kleine Porträt seiner tegnemaskin in bester Erinnerung sein. So sie nicht sowieso das RSS des Generator.x-Blogs abonniert haben.

    Unter dem Titel "Generator.x 2.0: Beyond the Screen" wird nun in Berlin mit einem Workshop, Präsentationen und einer Ausstellung der Strang in eine Richtung weitergeführt, die uns bekanntlich ebenfalls besonders interessiert: Nämlich die Nutzung von im Digitalen entwickelter Strategien und Ästhetiken für eine Arbeit am Material und im Raum. Wie schon dem im Dezember ergangenen Aufruf zur Beteiligung zu entnehmen, bieten sich dabei aus der Perspektive der Generativen Kunst ganz konkrete Verfahren an:

    "Digital fabrication (also known as 'fabbing') represents the next step in the digital revolution. After years of virtualization, with machines and atoms being replaced by bits and software, we are coming full circle. Digital technologies like rapid prototyping, laser cutting and CNC milling now produce atoms from bits, eliminating many of the limitations of industrial production processes. Once prohibitively expensive, such technologies are becoming increasingly accessible, pointing to a future where mass customization and manufacturing-on-demand may be real alternatives to mass production.
    For artists and designers working with generative systems, digital fabrication opens the door to a range of new expressions beyond the limits of virtual space."

    jtsc_g.gifUnd natürlich muss man sich die Technik des Laser-Schneidens in diesem Zusammenhang etwas ausgefeilter vorstellen, als wir das kürzlich spasseshalber imaginiert haben.
    Am gestrigen Donnerstag gab es im Ballhaus Naunyn die Auftaktveranstaltung mit Vorträgen von beteiligten Künstlern - neben Marius Watz in diesem Fall Boris Müller, Eno Henze und Satoru Sugihara, am kommenden Montag wird noch eine zweite folgen.

    Vor allem aber wird in den nächsten Tagen fleissig im Workshop gewerkelt (übrigens, unter anderem Dank Kooperation mit dem Hyperwerk, mit ziemlich intensiver Schweizer Beteiligung, wie man der Liste der TeilnehmerInnen entnehmen kann) - und die Ergebnisse sollen dann ab Samstag in einer Woche im Digital Art Museum zu sehen sein.
    Wer sich den Vernissagetermin schon mal vormerken will, kann übrigens für den Abend zuvor gleich ebenfalls ein Kreuzchen in den Kalender machen: Da gibts dann nämlich, gute Tradition aufnehmend, im Ballhaus Naunyn noch ein Performance-Konzert mit generativer visueller Musik - zu dem neben Watz, der gemeinsam mit Alexander Rishaug auftritt, alva noto (aka Carsten Nicolai) und Keiichiro Shibuya erwartet werden. Lekker!

    [Bildchen: Ist eine aktuelle Arbeit von Jared Tarbell (hier im sympathischen Porträt), die wir über den Generator.x-Blog entdeckt und sofort ins Herz geschlossen haben - und die eben demonstriert, dass man mit etwas feiner schneidenden Laser-Cuttern als diesem ganz wunderbar Generatives zum Anfassen in 3D kreieren kann. Das Foto hat Tarbell dankenswerter Weise unter cc-by in seinem Flickr-Pool publiziert.]

    Von miss.gunst am 25.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    17.01.08

    kunstgeburtstag 2008 (WRT)

    ab08_ksw.gifTempus fugit: Auch die Kunst ist schon wieder ein Jahr älter geworden. Genau heute? Mindestens gibt es - wie ja bereits vor rund anderthalb Monaten mit einem Aufruf annonciert - zum auch 17. Januar 2008 wieder weltweit Initiativen, die Kunstgeburtstag feiern.

    Und da wir sowohl treue Kunst- als auch KunstradiofreundInnen sind, ergo unsererseits diesen Anlass bis dato stets mit Einträgen gewürdigt haben, feiern wir natürlich auch diesmal mit.

    Erst einmal mit gespitzten Ohren, denn in guter Tradition haben sich an zahlreichen Orten GratulantInnen so formiert, dass die Jubelfeiern im Radio stattfinden beziehungsweise mindestens über einen Sender ausgestrahlt werden.

    ab08_g.gifMit von der Partie sind beispielsweise bzw. erwartungsgemäss das Wiener Kunstradio, das zu diesem Behufe auch diesmal wieder eine eigene Heimseite für die Jubilarin eingerichtet hat; Radio Grenouille, das wir dank des radia-Netzwerks kennengelernt haben, spendet ihr aus Marseille frenetischen Applaus; in Prag schwingen sich tschechische und slowenische KünstlerInnen auf eine Feier im Stil der Swinging Sixties ein; Tokyo, Bratislava und Brüssel wollen gar gemeinsam eine ganze Kunstgeburtstags-Oper zur Aufführung bringen.

    Und natürlich haben auch die in Sachen Kunstradio stets aktiven KanadierInnen bereits die Kerzen auf die Torte gesteckt, um aus Calgary, Vancouver, Ontario, Winnipeg, Missauga und Montréal Gratulationsadressen zu senden.

    Kurzum: Dank der verschiedenen Zeitzonen wird man heute ab dem frühen Abend die ganze Nacht durch Kunstgeburtstag feiern können - alles Wissenswerte inklusive Sendezeiten und Ankern zu den jeweiligen Streams ist wie immer dem Kalender des immerwährenden Art's Birthday Network zu entnehmen.

    Wir gratulieren also und stellen unsere Lauscher auf - indes wir im Hintergrund auch schon selber fleissig mit Papier und Schleifen geraschelt haben, unser Päckchen aber mit etwas Verspätung eintreffen wird...

    [Bildchen: Schwer kitschig, aber so gehört sichs nunmal, mit buntem Zuckerguss und Sahneschicht - oder etwa nicht?]

    Von miss.gunst am 17.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    11.01.08

    regenbogenklangtransformation

    rbrb_ksw.gifFast logisch, dass man nach dem Sturm nach einem Regenbogen lugt. Jedenfalls dann, wenn die Böen des ersteren Vorboten eines heftigeren Gewitters mit ordentlich Ablass von Oben gewesen sind.
    Und wie es der Zufall so will, hätten wir einen passenden Exkursionstipp dazu.

    Die Antwerpener Extracity lädt am heutigen Abend nämlich zur Eröffnung der Präsentation eines Projekts, das von Nico Dockx und Carl Michael von Hausswolff (mehr im hauseigenen Archiv) inittiert wurde und auf den vielversprechenden Namen "Rainbow Audio Transformation" hört.

    Wie an diesem zu erkennen, geht es auch hier um eine akustisch-experimentelle Auseinandersetzung mit dem metereologischen Phänomen: Dockx und Hausswolff haben eine Reihe von Klangkünstler-Kollegen eingeladen, die sieben Farben des Regenbogens in Sound zu übersetzen; für Bonus-Tracks kamen noch Weiss als Summe des Prismas und Schwarz für die Abwesenheit oder Absorption aller Lichtwellen dazu.

    rbrb_g.gifLaut Ankündigung wählten Mike Harding (eigentlich auch Bürger von Elgaland-Vargaland - nur leider funktioniert der Anker nicht) und Philip Marshall Rot und Orange, Finnbogi Pétursson Gelb, Maia Urstad Grün, Leon Milo Blau, Brandon LaBelle (mehr im Archiv) Indigo bzw. Ultramarin und Jana Winderen Violett; C.M. von Hausswolff besetzte, fast schon naheliegend - steht nicht jede Summe des Gesamten Spektrums dem Rauschen des Universums nahe? - mit Weiss das eine und Dockx als Teil des Kollektivs "Building Transmissions" (zusammen mit Kris Delacourt und Peter Verwimp) das Schwarze Loch als anderes Extrem.

    Um von den Licht- zu Klangwellen zu gelangen, gingen die Beteiligten dann zunächst einige Zeit in Klausur, um zu einem gemeinsamen Spektrum zusammenzufinden. Das sich ja eigentlich absehbar zwischen den beiden Polen absoluter Aufladung und Auslöschung bzw. An- und Abwesenheit von Licht und Klang bewegen dürfte. Aber wie das klingt?

    Lässt sich aus der Distanz leider allenfalls phantasieren. Kleiner Trost: So verlockend es immer wieder scheinten mag, an die Enden des Regenbogens zu reisen - wir wissen ja, dass man sie nie erreicht.

    [Bildchen: Rechts, wie unschwer zu erkennen, ein Regenbogen in all seiner Farbenpracht - dankenswerter Weise von Erik Christensen unter GNU den Wikipedia Commons zur Verfügung gestellt. Auch von den Schwingungen her genau die richtige Steilvorlage, wie man am kleinen Ausschnitt im einleitenden Absatz sieht: Gleissendes Weiss und tiefes Schwarz - was wollen wir mehr?]

    Von miss.gunst am 11.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    10.01.08

    sturm hören (WRT)

    ttts_ksw.gifAlle reden vom Wetter? Na, das können wir auch.
    Aber natürlich nicht ganz unmotiviert.
    Weniger, weil es zu Anfang des Jahres tatsächlich auch schon turbulenter zuging in den Lüften, halten wir Ausschau nach einem nahenden Sturm.
    Und zwar, um ihm zu lauschen.

    Was da zu hören sein wird? Dräuendes Rauschen? Dröhnende Wälder und schlagende Läden? Ächzendes Gebälk und berstendes Holz?

    Wohl kaum - jedenfalls nicht heute nacht ab 0:05 Uhr (genau genommen also: morgen früh) in der Klangkunst-Reihe von Deutschlandradio Kultur, der kaum von ungefähr schon öfter in diesem Log ein Webradio-Tipp gewidmet worden ist.

    ttts_g.gifDenn "Archipelago Prospero" von Arsenije Jovanovi? - eine aktuellere (wenngleich keineswegs die jüngste) Produktion des Belgrader Klang- und Radiokünstlers - verweist, wie das der Titel schon erahnen lässt, nicht auf thermische Turbulenzen. Sondern auf William Shakespeares Stück "The Tempest".

    Als Ausgangspunkt für die Komposition dienen dabei jene Wendungen, in denen - nein, eben nicht vom Wetter, sondern von Klängen die Rede ist. Wobei, denkt man allein an den Anfang, das eine das andere ja nicht auschliessen muss: "On a ship at sea: a tempestuous noise / of thunder and lightning heard..."

    Wie das wohl klingt, wenn sich der Sturm über Jovanovi?s akustischer Imagination der Insel des alten Magiers zusammenbraut? Werden wir hören...

    [Bildchen: Auf Sturm! Der aus sicherem Abstand betrachtet natürlich schon ohne Shakespeare ein beeindruckendes Schauspiel ist - dazu unbedingt die ergreifend schönen Wetterwallungen auf dem Foto eines Taifuns anschauen, dem wir unsere noch ein wenig hochgepitchten Wolken entnahmen. Dank gilt dem Wikipedia-Spender und dem grossen GNU!]

    Von miss.gunst am 10.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    09.01.08

    mikro.FM radiowoche (WRT)

    mfm_ksw.gifHoppla, das wäre beinahe an uns vorübergegangen. Wenngleich nicht sang- und klanglos (ganz im Gegenteil) - aber doch ungehört.
    Läuft jedenfalls seit Anfang Januar und noch bis einschliesslich heute (09.01.): Die Radiowoche von und mit mikro.FM.

    mikro.FM ist ein freies Radioprojekt aus Berlin, das aus einer Initiative - der radiokampagne e.V. - hervorgegangen ist, die ihrerseits eigentlich schon seit erklecklich langer Zeit versucht, den entsprechenden Mangel in Berlin zu beheben.

    Der wiederum hat nämlich nichts mit fehlenden RadiomacherInnen, Ideen und Inhalten zu tun (wie auch schon zahlreiche Vorläufer belegen, von denen einige auch in diesem Log als Webradiotipps vorgestellt worden sind - beispielsweise das Radio 1:1, s. d. Eintrag vom 11.06.06)). Auch nicht damit, dass es keine freien Frequenzen gäbe. Es fehlt schlicht an der erforderlichen Genehmigung.

    mfm_g.gifErgo müssen sich Sendefreudige bis dato nach wie vor mit Sonderformaten wie eben einzelnen Radiowochen behelfen, in denen dann wenigstens temporär mal gezeigt werden kann, was eigentlich kontinuierlich möglich wäre.
    Wie eben beispielsweise aktuell mit der mikro.FM-Sendewoche, deren Name nicht von ungefähr an den guten alten Verein mikro e.V. erinnern dürfte; wie dieser ist mikro.FM im bootlab beheimatet.

    Wie eingangs schon eingestanden: Beinahe hätten wir sie verpasst. Heute gibts aber noch eine (vorläufig) letzte Gelegenheit, auch von ausserhalb Berlins via Webstream mitzulauschen. Ab 12:00 Uhr mittags sollen sich verschiedene Berliner Radiogruppen vorstellen - was ein ziemlich buntes Programm verspricht. Wobei der beliebte "Error 404", der beim Versuch erscheint, den entsprechenden Anker zu den Programmdetails zu aktivieren, hoffentlich keine Rückschlüsse auf die Zukunftsaussichten der Initiative zulässt.
    Wir wünschen ihr jedenfalls viel Erfolg!

    Von miss.gunst am 09.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    02.01.08

    BricoLodge (mit WRT)

    brl_ksw.gifDa sich die Bastelarbeit am GUNSTmusikmix tatsächlich noch ein bisschen in die Länge zieht, gibts zum Start ins Neue Jahr erst einmal etwas aus den Tiefen des Kulturbeutels - wo sowieso fuderweise glückliche Funde, auf Exkursionen Gesehenes, Gehörtes und Gesammeltes einer Aufarbeitung resp. Vorstellung im Blog harren.
    Darunter selbstredend auch solche, die hinreichend Futter für die Ohren bieten, um etwaige Wartezeiten auf den Musikmix zu überbrücken - wie beispielsweise BricoLodge.

    Ursprünglich als Netzlabel gestartet, hat die von Jon Vaughn und Carrie Gates begründete, in Kanada beheimatete BricoLodge ihren aktiven Betrieb zwar mittlerweile eingestellt oder mindestens auf Eis gelegt. Aber ihre Archivalien bzw. ihre Veröffentlichungen wirken deswegen noch lange nicht verstaubt.

    Sowieso kann das Projekt schon von seinem aufs Bricolage-Prinzip anspielenden Namen her, vor allem aber durch sein Selbstverständnis Sympathiepunkte sammeln:

    "We believe that people have the right to share. Especially online. All of the art you will find on BricoLodge is free for you to download, enjoy, and share with friends. Audio releases include custom-made, ready-to-print 'cover art' to complete your burned CDs. We abide by and promote the Creative Commons Licence [und zwar, siehe Anker: by-nc-nd] for all of our releases - please read it before you download from us!"

    brl_g1.gifWas nun die obligate persönlichen Empfehlungen einer oder mehrerer Produktionen aus der Sektion "Releases" betrifft [ja, mal wieder ein leidiges Framesystem, deshalb muss bzw. möge selbsttätig links aufgerufen werden, was rechts erscheinen soll], lässt sich zunächst einmal ganz grundsätzlich vorwarnend bemerken:

    Das in der Vorstellung der BricoLodge nonchalant erwähnte Wörtchen "experimental" wird hier denkbarbar gross geschrieben - oder anders gesagt: Wenn es im LeserInnen-Poll der aktuellen De:Bug zum Kapitel "Netzlabel" heisst (und sich auch ziemlich deutlich abbildet), dass das Gros der Stimmen auf Tanzhallentechno und/oder Ambient-Produktionen entfallen ist, dann werden selbige LeserInnen hier kaum auf ihre Kosten kommen. Die meisten Produktionen sind mehr etwas fürs interessierte, konzentrierte Lauschen.
    Und bieten dafür: Angewandte Medienarchäologie (wie z.B. das Vinyl Intervention Trio, brico023, oder Esther B.s "It is not easy for doug engelbart to give a conference when youppi and mad dog are in the house", brico006) und intelligente Dekonstruktion (wie z.B. Nuthres köstliche Britney-Zerlegung "Lost in a Crystal Sky", brico010).

    brl_g2.gifWer sich an diese Ästhetik(en) erst mal adaptieren muss, sollte vielleicht mit brico009 beginnen: "Wear" von Camp rührt und schüttelt seine elektronischen Klangcocktails nämlich ziemlich sanft - ohne dass eine Verwechslungsgefahr mit schlappem Ambientgesäusel bestünde.

    In diesem Sinne: Ruhig mal den Poll Poll sein lassen und lauschen, was sonst noch geht. Zum Beispiel in den Archiven der BricoLodge. Und dort deren hauseigenes Motto mitsingend: "Happy Downloading!"

    Btw: NoType, das Schwesterlabel der BricoLodge floriert übrigens nach wie vor - und publiziert nicht nur ebenfalls unter cc-by-nc-nd-Lizenz, sondern betreibt auf dieser Basis sogar ein kleines Webradio. Für letzteres lässt sich auch einfach der Knopf der Wahl in der unteren Kopfzeile klicken - und schon funktionierts!

    [Bildchen: Wie unschwer zu erkennen, von der schönen Eingangsseite der BricoLodge zitiert.]

    Von miss.gunst am 02.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    28.12.07

    transmissionskunst (WRT)

    kikur_ksw.gifGeht natürlich gar nicht, dass es in diesem Monat noch keinen Webradio-Tipp gab. Ist aber ohnehin längst an der Zeit für eine etwas ausführlichere Würdigung eines Senders, der kaum von ungefähr bereits hie und da im Radar unseres Logs auftauchte: free103point9.

    Wobei der kontinuierlich auf der Haupseite laufende Stream eine vergleichsweise neue Einrichtung darstellt - denn lange musste man sich die Termine von Live-Sendungen der regelmässig ausgestrahlten Programme wie auch die Ankündigungen spezieller Produktionen gezielt aus dem Kalender picken.
    kikur_g1.gifOder eben in den mittlerweile ziemlich gut bestückten Archiven nach akustischen Genussmitteln wühlen.

    Was sich beides natürlich nach wie vor lohnt.
    Bevor wir nun - wie in solchen Fällen üblich - exemplarisch die eine oder andere persönliche Emfehlung herauspicken, sei zuvor noch auf weitere free103point9-Aktivitäten hingewiesen, die normalerweise nicht so direkt zum Kerngeschäft einer Kunstradio-Initiative gehören.

    Tatsächlich organisiert free103point9 nämlich nicht nur regelmässig Ausstellungen. Sondern betreibt unter dem schönen Namen "Wave Farm" auch ein Klanggarten-Areal, für das zudem Künstlerresidenzen - also Arbeitsstipendien mit Aufenthalt vor Ort zur Realisierung von Projekten im Bereich der Transmissionskunst - vergeben werden. Das vor einiger Zeit vorgestellte FM Ferry Experiment von neuroTransmitter ist beispielsweise im Rahmen einer solchen airtime-Residenz entstanden.

    kikur_g2.gifSo weit, so gut - und zwar auch nachträglich bzw. aus der Ferne betrachtet, insofern man eben vielen Projekten in den Archiven nachlauschen kann.
    Aus selbigen haben wir für heute zu guter Letzt noch eines ausgewählt, das eigentlich zur so genannten "dispatch series" gehört - Audio-Multiples bzw. Klangkunst-CDs, die normalerweise käuflich zu erwerben sind.

    Ausgerechnet aus Anlass einer Kunstmesse, nämlich "La Superette 2007", die Anfang Dezember in New York stattgefunden hat, gab's nämlich auch mal eine EP zum freien Herunterladen. Wobei man, beiseit bzw. der Gerechtikeit halber bemerkt, der Superette zugestehen muss, dass es sich zwar um ein kommerzielles Unterfangen handelt - gleichwohl aber anders als in Miami Beach kaum um einen hochgepushten Glamour-Markt, sondern um eine Plattform für Multiples und performative, also eher schwer an Sammler zu vermittelnde Kunstformen.

    Insofern darf man das auf klassischen Kaufhauskunstkitsch anspielende Cover sicher nicht als hämisch hinterrücks lancierte Spitze gegen die Superette verstehen. Sondern wohl eher als - zugegeben: ziemlich verdrehten - Hinweis darauf, dass umgekehrt nicht alles, was wenig oder nichts kostet, billig ist. Insofern selbst billigster Kitsch so manchem teuer ist. Und eine kostenlose Publikation gleichwohl kostbar und köstlich sein kann. Wie "Free For La Superette".

    [Bildchen: Die Anregung gleich mal aufgegriffen. Und mit dem greinenden Pierrot sowie der dunkellockig-lockenden Soubrette selbst ein bisschen klassischen Kaufhauskunst- Blog-Kitsch produziert.]

    Von miss.gunst am 28.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    27.12.07

    nachträglicher erntedank

    gratl_ksw.gifMitunter kann ein bisschen Herbst im Winter für Frühlingsgefühle sorgen. Jedenfalls, so es sich nicht um etwaige Effekte der Klimaverschiebung handelt. Sondern darum, nachträglich noch ein bisschen Erntedank zu feiern.
    Mit einem reich bestückten Gabentisch natürlich.

    In diesem Fall ist es das treuen LeserInnen bereits aus zahlreichen Einträgen bestens bekannte Label Gruenrekorder, das in diesem Sinne Anlass zur Freude gibt.

    gratl_g.gif"Autumn Leaves" heisst die Produktion - was man entweder mit "Herbstlaub" oder eben mit "Der Herbst verlässt uns" übersetzen kann. Und mindestens Letzteres liesse von der Datierung her durchaus auf das klassischen Erntedankfest oder eben Thanksgiving schliessen. Zumal ja auch das Cover mit den zum Abflug bereiten Zugvögeln eine entsprechende Deutung erlaubt gestattet.

    Das Ganze geht offenbar auf ein Buchprojekt von Angus Carlyle zurück, zu dem das Gruenrekorder-Team offenbar etwas beigesteuert hat - welches, war auf die Schnelle leider nicht herauszufinden, aber unsere Neugier ist schon mal geweckt.

    "gratl_g2.gifDenn die Musik- bzw. besser gesagt: Klangkunst-Kompilation, die uns Gruenrekorder aus diesen Anlass schenkt (ja genau, die EP ist frei herunterzuladen), ist wirklich vom Feinsten. Wie im Grunde schon ein Blick auf die Liste der beteiligten KünstlerInnen verrät. Neben Gruenrekorder-Mitbetreiber Lasse-Mark Riek sind beispielsweise Christina Kubisch, Aki Onda, Zoë Irvine (treuen LeserInnen unter anderem durch einen Eintrag zu ihrem Projekt Magnetic Migration bekannt) und Hildegard Westerkamp.
    [Btw: Die hier verankerten Heimseiten sollten mitnichten davon abhalten, die über besagte KünstlerInnen-Liste erreichbaren Label-Seiten aufzusuchen, die nämlich aufs Liebevollste gestaltet sind, weitere Informationen zu den Beiträgen sowie einen eingebetteten Player enthalten, über den man das jeweilige Stück direkt erlauschen kann.]

    Drei (nun gut: eben dann schon herbstliche) Farben stehen als Cover für diejenigen zur Verfügung, die sich den akustischen Erntedank dann gleich auf scheibenförmige Datenträger sichern wollen.
    Wir empfehlen in jedem Fall und allem voran: Sich diese erlesene Selektion leckerster (Feld-)Früchte nicht entgehen zu lassen. Zu Lauschen. Und zu geniessen...

    [Bildchen: Das von Tobias Schmitt gestaltete Cover von Autumn Leaves", in diesem Fall das grüne für CD3 (rechts) sowie der Titel von CD1 (links).]

    Von miss.gunst am 27.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    26.12.07

    winterdisco

    widi_ksw.gifZu den schönsten Gaben für FreundInnen freier Musik zählen zweifelsohne jene EPs, die das Erbe des guten alten Mixtape angetreten haben.
    Also Kompilationen, die nette Menschen für andere nette Menschen zusammenstellen und über die man dann in der Regel auch die eine oder andere Entdeckung machen kann.

    Eben eine solche EP hat uns unser Basler Lieblings-Netzlabel interdisco pünktlich zum Weihnachtsfest auf den Gabentisch gelegt.

    widi_g1.gif"winterdisco" heisst die Kompilation erlesener Köstlichkeiten, die mit den Christbaumkugeln lässig um die Wette glitzern kann. Und eine rundum leckere Sache sowieso.
    Kredenzt werden uns übrigens nicht nur neue Stücke von sowieso hoch geschätzten interdisco-VeteranInnen wie Granny'Ark, Papiro oder and me (a.k.a. Raffael Dörig). Vielmehr hat sich auch der Familien- bzw. Freundeskreis des Labels erneut erweitert - und wenn die Liebesbande weiter halten, wirds in 2008 wohl noch so manche Bescherung geben.

    widi_g2.gifErst mal kommt die "winterdisco" jedoch gerade recht, um beim Eislaufen eine flotte Socke Kufe auf den Teich zu legen.
    Und/oder die leider auch beim Wintersport früher oder später doch ein wenig auskühlenden Glieder hernach zu, *ähm*, heissen bpm zu schütteln.

    Was übrigens ganz sicher gesünder ist, als sich an Hochprozentigem zu wärmen - auch wenn man dann hinterher beim letzten Stück richtig zünftig mitjaulen kann.

    [Bildchen: Ist das wunderschöne winterdisco-Cover. Welchselbiges wir leider duplizieren mussten, weil ID keine grösseren Exemplare in seine zips packt. Konsequenter Weise, wie man konzedieren muss.]

    Von miss.gunst am 26.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    16.12.07

    naschwerk ff.

    mgak_ksw.gifDa es gestern nun um Backwerk ging, lässt sich fortfolgend doch gleich noch etwas im weitesten Sinne Passendes anschliessen.
    Die Zutaten sind jedenfalls ganz ähnlich: Bits und Bytes, die zu etwas zusammengefügt worden sind, das dann sozusagen auf dem Plätzchenteller präsentiert und bis Weihnachten Tag für Tag vernascht werden kann.

    Zwar hatten wir das Ganze gerade erst in der Nachbarschaft bei digital brainstorming vorgestellt - aber da die geneigte LeserInnenschaft vielleicht doch nicht ganz dieselbe ist, wagen wir's doch, unsere Empfehlung auch hier noch einmal kunst zu tun (und setzen eben das bekannte "sorry for x-posting" dazu).

    Eine ganz spezielle Wichtelei zur Vorweihnachtszeit bietet aktuell nämlich ein Projekt des Departements Kunst & Medien an der ZHDK namens Netzriss.org, von Mario Purkathofer (dock18) und Fabian Thommen kuratorisch betreut.

    Auf selbiger Seite, die sich als netzbasierter Schauraum versteht, wird noch bis zum 24. Dezember jeweils von 16 Uhr bis zur entsprechenden Stunde des folgenden Tags täglich ein neues Kunst-, Musik- oder Literaturguezli kredenzt. Natürlich nicht von irgendwem, sondern von so geschätzten ZeitgenossInnen wie Marc Lee, San Keller, Andalus Liniger & Moritz Wettstein, Michael Härdi, Ingo Giezendanner, der !Mediengruppe Bitnik & Sven König undundund, um nur mal einige wenige zu nennen. Zumal ein Vorwissen um die Liste der Beteiligten wenig weiterhilft, denn: Wer wann was einstellt, wird - wie es sich für Wichteleien und auch für Adventskalender gehört, im Vorfeld natürlich nicht verraten. Ein Netzriss mit wechselnder, tendenziell leckerer Überraschungsfüllung also.

    Ob und wie gut es mundet, hängt aus nahe liegenden Gründen sowohl vom Guezli des Tages wie auch vom individuellen Geschmack ab - aber für neugierige Menschen mit Neigung zur zeitgenössischen Kunst lässt sich das Ganze wohl allemal als alternativer Adventskalender empfehlen.
    Zumal: Für Fragen, Hadern, Lob und Tadel steht auch ein Chatfenster zur Verfügung, in dem man zwischen 16:00 Uhr und 17:00 Uhr (sowie, mit ein bisschen Glück, manchmal sogar auch zu anderen Stunden) auf die beteiligten Kunstschaffenden treffen kann.

    Wobei es damit - um allein mal bei den hier vorgestellten zu bleiben - nun also schon drei Adventskalender wären, bei denen man täglich nach leckeren Überraschungen schauen kann (s. eben auch hier sowie dort). Wer soll da noch mit dem Türchenöffnen hinterherkommen? Schliesslich braucht's, zumal nach dem denkbar inspirierenden diy-Festival, auch ein bisschen Zeit für die eigenen Basteleien Bäckereien:

    mgak_a.gif

    Insofern an dieser Stelle keine ausführlicheren Schwärmereien von Netzriss-Füllungen, die - da jedes Projekt nach vierundzwanzig Stunden sang- und klanglos wieder in der Versenkung des Netzrisses zu verschwinden scheint - live eh nicht mehr zu haben, sozusagen vom Plätzchenteller weggenascht sind. Kurzum: (Neu-)Gierig zugreifen, bitte!*

    * P.S. Na gut, verraten wir's. Nicht nur für den Fall, dass sich die geneigten LeserInnen fragen, was eigentlich unter einem Netzriss zu verstehen ist: Einen kleinen Definitionsversuch bietet die hauseigene MediaPedia - und siehe da: Unter den Vorschlägen für Beispiele sind dann auch - mindestens einige - der Adventskalender- Netzriss-Guezli zu finden...

    [Bildchen: Den leckeren Keks haben wir bei George Kelley vom Plätzchenteller stibitzt - durchaus guten Gewissens, denn die Spezerei ist netterweise unter cc-by lizensiert und war deshalb auch in den Wikipedia Commons zu finden; dafür wie immer ein dickes Merci! Für die Füllung kann der Bäcker allerdings nichts in diesem Fall...]

    Von miss.gunst am 16.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    15.12.07

    byte my bits

    bmbk_ksw.gifMusste mal eine Überschrift im englischen Phonem sein, weil es einfach so schön passte. Ansonsten aber fügt sich der heutige Eintrag ganz ins Bestreben, ein wenig (vor-)weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen.
    Und was ist hierfür ein probater Weg?

    Genau, Kekse backen!

    Dummerweise hat, wer zugleich an ca. 1001 anderen Dingen bastelt und vielleicht nebenher auch noch ein bisschen Code schreibt, tendenziell weniger Zeit, zwischendurch noch in die Küche zu huschen.

    bmbk_g1.gifNun: "Zwischendurch" macht bekanntlich nicht wirklich Spass. Da wir bei der Weihnachtsbäckerei aber definitiv welchen haben wollen, gibts im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Entweder man lässt sich von Kindern (und sei es nur: dem, das man selber ist) davon überzeugen, dass Kekse backen im Advent eine prioritäre Angelegenheit ist. Oder man gönnt sich eine kleinere Auszeit in der Küche - für die es dann natürlich eine eher elegante Formel braucht. Also eine, die möglichst einfach ist und funktioniert. Da hätten wir doch eine:

    300 gr. Mehl, 200 gr. Butter, 100 gr. Zucker, 1 Ei, 1 Pck. Vanillezucker, 1 Msp. Backpulver, 1 Prise Salz.

    Zucker kann man auch weniger nehmen. Die Butter sollte es vorher warm haben und ergo weich sein, alles andere tendenziell kalt. Dann werden die Zutaten flink zu einem Knetteig verarbeitet und dieser anschliessend ein paar Stunden im Kühlschrank ruhen gelassen.
    Was dann nach dem Backen aus dem Ofen kommt, ist schlicht und gut wie das Rezept - und der Phantasie bei der Gestaltung der Rohlinge sind ja keine Grenzen gesetzt.

    Mehr geht natürlich immer: Wenn man nur das Grundrezept verwendet, freuen sich die Kekse nach dem Ausstechen ueber Bauchpinselei mit verquirltem Eigelb - oder, wenn sie aus dem Ofen sind, über einen Guss aus Puderzucker Plus (= angerührt mit Zitronen-, Himbeer-, Holdersaft oder was auch immer angenehm und geeignet scheint bzw. zuhanden ist).

    Und so man vielleicht noch etwas weiter variieren will: Bequemere Naturen geben wahlweise gesplitterte oder gemahlene Mandeln, Nüsse, Zimt, Rum resp. Rumrosinen, kandierte Früchte, Kakao und/oder Schokosplitter direkt nach dem ersten Durchkneten in den Teig.

    Und wer es komplexter haben möchte: Die ausgestochenen Rohlinge lassen sich natürlich ebenfalls verfeinern, beispielsweise durch eine Schicht Makronenmasse (Eiweiss, Zucker/Puderzucker, gemahlene Mandeln oder Nüsse).

    bmbk_g2.gifOder man baut mit den gebackenen Formen Türme, für die man in weiser Voraussicht 50/50 ungelochte und gelochte Kreise produziert (geht auch ohne Förmchen: zum Ausstechen ein Glas und einen geeigneten Verschluss nehmen). Die ungelochten werden nach dem Backen mit Marmelade bestrichen, Lockdeckel drauf und anschliessend Guss - in der volljährigen Variante beides mit Schuss.

    Solche Variationen wollen allerdings schon, dass man sich dann doch etwas länger in der Küche aufhält. Insofern werden Löt- und Codewütige vielleicht lieber beim Grundteig bleiben - und, gewissermassen wie gewohnt, eher mehr Sorgfalt auf die Formatierung verwenden wollen.
    Um beispielsweise solche prächtigen Einsen und Nullen - und das ist ja nur die Basis allen Codes - zu generieren wie oben rechts, braucht es entweder einiges Geschick oder entsprechende Förmchen. Oder aber man nietet sich selber welche aus Metallband. Einfachste Griffkonstruktion: Ein stabileres für die Stichseite, darüber ein weicheres längs gefaltet. Und nicht vergessen, vorher zu testen, ob sich beides noch zur gewünschten Form biegen lässt.

    Ansonsten: Einfache Formen aus Zuhandenem nehmen und mit dem (kalten) Küchenmesser schneiden, hinterher mit buntem Guss gestalten. Tetris-Teilchen oder die Pacman-Crew sollten da allemal drin sein, oder?

    [Bildchen: Die wunderbaren Zahlenkekse hat Frau Barnoid gebacken und zum Kosten netterweise mit cc-by-sa-Lizenz in den Flickr-Pool von Make gestellt. Wo sie so lecker dufteten, dass wir nicht anders konnten, als uns selbst ein wenig in Plätzchenfabrikation zu versuchen. Den Teig nahmen wir vom Blech einer Schweizer Wähenbäckerin (hoffen wir mal, es war eine süsse Waie); das Backblech sowie das Mehl zum Bestäuben liehen wir ebenfalls aus den Wikipedia Commons. Letzere sind GNU und Coypleft lizensiert, der - allerdings anonym abgelegte - Teig wiederum cc-by-sa. Was machen wir da?]

    Von miss.gunst am 15.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    14.12.07

    diy kurator (video)

    cfod_ksw.gifWir hätten da glatt noch etwas in Sachen "Tag für Tag", wenngleich es sich diesmal definitiv nicht um einen Adventskalender handelt.
    Dafür ist dann aber eine - wenigstens eine kleine - Neigung zum DIY-Prinzip gefragt.

    Wie die Überschrift schon verrät, gehts dabei gleich richtig professionell zur Sache, insofern man sich tatsächlich selbst zum Kurator bzw. zur Kuratorin machen kann. Und zwar für Video bzw. Video-Kunst.

    "Curator for One Day" ist ein Projekt, das aktuell - genauer gesagt: bereits seit Oktober und bis zum ersten Wochenende im Februar 2008 - vom Nederlands Instituut voor Mediakunst ausgerichtet wird, das die meisten wahrscheinlich noch unter seinem alten Namen Montevideo kennen werden (mindestens diejenigen, die es entweder schon häufiger vor Ort aufgesucht und/oder, beispielsweise als Kuratoren, dort Kunst-Videos ausgeliehen haben).

    Das Prinzip ist einfach und daher auch ganz schnell erklärt: Man muss sich lediglich als KuratorIn-für-einen-Tag registrieren, und dann kann man aus den katalogisierten Sammlungsbeständen sechs Arbeiten zusammenstellen, die dann an dem wiederum aus dem Kalender gepickten Tag tatsächlich bei Montevideo im NIM gezeigt werden sollen.
    Und damit man das Spiel auch ein wenig erst nimmt, ist zusätzlich noch die Erstellung eines kleinen Beipackzettelchens nach Art eines Programm- oder Führungsblatts zur Auslage gefragt, in dem zu jedem Band noch ein kurzer Kommentar abgegeben wird.

    cfod_gg.gif

    Eine derart direkte Einladung zur DIY-Beteiligung am offiziellen Programm einer etablierten Institution kommt natürlich nicht von ungefähr, auch wenn man aus ihr gleich auf den ersten Blick den (Zeit-)Geist von "Web 2.0" (*räusper*) bzw. des DeinKanal auf DeineRöhre winken sieht: Die Schau, in der die selbstkuratierten Tagesprogramme zu sehen sind, heisst VideoVortex (*hach* wie wir das Fensterln lieben... für die Info des NMI bitte hier den derzeit, d.h. am 14.2. jedenfalls: zweiten weiterführenden Anker der Liste aufschlagen) und gehört zur gleichnamigen Konferenz, die vom Institut for Network Cultures zu eben diesem Thema ausgerichtet wird - nämlich neuen, partizipatorischen Strategien der Produktion und Distribution von Video, die wir den webbasierten bzw. Web 2.0-basierten Optionen verdanken.

    Letztere findet am 18./19. Januar 2008 in Amsterdam statt - und dass wir den Besuch wärmstens empfehlen können, versteht sich vielleicht (mit oder ohne DI) von selbst...

    [Bildchen: Haben wir eben mal gemacht, so ein DIY-Videoprogramm mit sechs Bändern, allerdings aus dem eigenen Produktions- bzw. Sammlungsbestand. Den laxen Umgang mit der Perspektive bitten wir geflissentlich zu entschuldigen, aber besser war's auf die Schnelle nicht drin - dafür gibts die einmalige Kombi aus HDTV-Flatscreen in Breitformat mit einem echten 1950er-Fernsehschrank-Appeal. Merci ans GNU.]


    Von miss.gunst am 14.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    12.12.07

    klingender adventskalender

    advkpn_ksw.gifUnd täglich grüsst die Vorweihnachtszeit? Keine Sorge. Ist nur die zweite Hälfte der vorgestern versprochenen Nachholaktion in Sachen musikalische Adventskalenderempfehlungen.
    Wobei: Ein wenig Wiederholung hat es auch - aber die Überschrift des Eintrags verzeichnet nicht von ungefähr doch einen kleinen, feinen Unterschied.

    advkpn_g1.gifIn dem mp3-Adventskalender, den uns mo dieses Jahr auf phlow.net präsentiert, klingelt es nämlich keineswegs.
    Sondern es werden durchweg längere Musikstücke zum wohlgefälligen Genuss entweder online oder eben über ein geeignetes Abspielgerät serviert.

    Natürlich nicht irgendwelche. Vielemhr hat mo von einigen seiner in Netzlabeldingen versierten KollegInnen die Favoriten in Sachen freier Netzmusik eingeholt, so dass nun nach und nach vierundzwanzig Stück Feingebäck an Free Music Charts auf den Teller mit Naschwerk kommen.
    Fast das Beste daran: Anders als bei Apfel, Nuss und Mandelkern, Zimsternen und Maronen werden die Leckereien nicht weniger, sondern mehr.

    advkpn_g2.gifWärmt das Herz und die Ohren - und gefällt uns allein schon vom Prinzip her sehr...

    [Bildchen: A propos wundersame Vermehrung - der ist dann doch eine Grenze gesetzt. Was nämlich mählich schwindet, ist die Adventszeit selbst. Mithin auch die -kalender zu basteln. Weshalb wir uns zu diesem Autorecycling hinreissen liessen. Jonglieren wird hier ja schon länger geübt.]

    Von miss.gunst am 12.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    10.12.07

    klingelnder adventskalender

    advklu_ksw2.gifNein, das ist kein Vertipper. Nachdem die Suche nach einem netten und einigermassen in unseren Radius passenden Adventskalender erstmal sträflich lange schleppte, haben wir nun gleich zwei gefunden.
    Die sollen natürlich nun schleunigst weiterempfohlen werden.
    Und der erste von beiden: Klingelt. Jawohl.

    Oder genauer gesagt: Das, was unser hinter den Türchen harrt.
    Die Halle für Kunst Lüneburg hat in diesem Jahr nämlich das in ihrer Nachbarschaft beheimatete Label Pingipung zu einer entsprechenden adventlichen Gabe überredet.

    Der Kalender ist stilistisch ein wenig dem Design des Pingipung-Logos nachempfunden und vom Bild her an der lauschigen Architektur der Häuser orientiert, die rings um den Lüneburger Marktplatz stehen (BesucherInnen der Halle und/oder der jährlichen Hyperkult-Tagung werden das vielleicht erinnern).

    Doch die nostalgische Fassade birgt dann ganz und gar zeitgenössische Leckerbissen: Tag um Tag bzw. Türchen um Türchen werden uns nämlich Klingeltöne fürs Mobilkommunikationsgerät kredenzt, die von dem Label verbundenen Musikern kreiert worden sind.

    advklu_g.gif

    Eine wirklich schöne Idee und eine echte Wichtelei - der selbst dem Händiwahn abholde Naturen wie die Verfasserin dieser Zeilen, deren Geräte seit je allenfalls vibrieren durften, etwas abgewinnen kann. Angesichts der längst alle Grenzwerte überschreitenden akustischen Umweltverschmutzung durch omnipräsenten Klingelterror vielleicht sogar so etwas wie: Ein künstlerischer Beitrag zur Klangökologie...

    [Bildchen: Weil eine Antwort auf die Anfrage wg. Verwendungsgenehmigung noch ausstand, haben wir schnell selbst eine Betonfassade hochgezogen. Schaut nicht so niedlich aus wie das Original, ist aber immerhin mit Fensterfächern aus Halbedelstein und drin dann theoretisch tauglichen Schallverstärkern bestückt. Das Gestein verdanken wir dem grossen GNU, also ordnen wir letzterem auch das Häuschen zu.]

    Von miss.gunst am 10.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    07.12.07

    diy festival zürich

    diy07_ksw.gifEigentlich muss man's hier ja kaum nochmals ankündigen - aber was, wenn nicht das: Heute ist es endlich so weit, das von der SGMK organisierte Zürcher diy* festival startet in seine zweite dritte* Runde.

    diy07_g.gifZwei Tage lang gibts ein denkbar leckeres Programm, begonnen mit einer Ausstellung, die heute abend ab 20:00 Uhr eröffnet und bei der wir - um mit der Klanggärtnerei und den Zeichenmaschinen nur mal zwei unserer Leib- und Magenthemen anzusprechen - unter anderem einen Singenden Garten von Manuela Johanna Covini durchstreifen und fleissigen Zeichenroboter bei der Arbeit zu schauen können, die von Studierenden des Medienkunst-Bereichs der FHW Aarau konstruiert worden sind.

    Am morgigen Samstag lässt sich dann den gesamten Nachmittag über bei Vorträgen und Präsentationen zu einer ganzen Bandbreite künstlerischer DIY-Projekte mehr über die hohe Kunst des kreativen Elektronik-Bastelns erfahren und/oder das Angebot wahrnehmen, sich in Workshops einschlägig weiterzubilden.
    Und ein beiden Abenden spielen obendrein noch zahlreiche experimentierfreudige Sound- und InstrumentenbastlerInnen auf.

    Kurzum: Es gibt eigentlich gar keine Alternative, als sich heute ab 20:00 Uhr und morgen ab 14:00 ins Dynamo (Wasserwerkstrasse 21) zum diy* festival zu begeben...

    * Peinlicherweise erst vor Ort festgestellt, obwohl's eigentlich auch dick auf den Seiten steht: Es ist tatsächlich schon das dritte diy-Festival, das die SGMK ausrichtet. Allerdings eigentlich erst das erste, das auch so heisst. Mal im Sinne der Geschichtsschreibung dieser würdiger Anlässe nachgetragen.

    [Bildchen: In diesem ist ein ganzes diy* festival versteckt. Kommt optisch natürlich nicht an das Foto von Alessandro Frigerio bzw. die damit von Christoph Stähli gestalteten Webseiten heran, ist dafür aber ein bisschen DIY...]

    Von miss.gunst am 07.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    06.12.07

    phonographischer salon

    phgs_ksw.gifAuch wenn es wieder eine Veranstaltung im fernen Berlin ist: Nachdem wir gerade erst einen Phonographen als Playback-Opernsänger angeheuert hatten, müssen wir sie einfach ankündigen.

    Ab heute lädt nämlich das Seminar für Medienwissenschaft der Humboldt-Universität für drei Tage lang zum Phonographischen Salon.

    phgs_g.gifDer Anlass ist, , wie die Ankündigung verrät, ein denkbar würdiger:

    "Am 6. Dezember 1877 präsentierte Thomas Alva Edison das erste 'Hullo' einer menschlichen Stimme aus dem Phonographen. Dieses geschriene Wort – bezeichnenderweise ungarisch für 'Ich höre' – und das anschliessende Kinderlied 'Mary had a little lamb' verkündeten das Zeitalter der technischen Schallspeicherung und -reproduktion."

    Ob Erfindung und Erprobung des Edison'schen Phonographen wirklich auf den Nikolaustag datieren, darüber scheinen die Geister der Geschichtsschreibung zwar zu streiten (bei "USHistory" rückt man mit dem Nacht- und Nebelbau von am 03.12. durch den Meister selbst skizzierten Plänen diesem Datum aber ziemlich nahe).

    Aber wie auch immer: Die im bzw. vom hauseigenen Medientheater organisierte Veranstaltung verspricht wohl in jedem Fall Theorie und Praxis aufs Schönste miteinander zu vereinen. Und wenngleich der Sprecher der Keynote auf dem Flyer nicht namentlich genannt wird, darf man mindestens dem Titel der Rede nach einen sehr prominenten Kollegen erwarten. Wohlmöglich jenen, der vor einigen Jahren ein nicht minder prominentes und nach wie vor lesenswertes Buch geschrieben hat, das eben seine Kernthese unter anderem auch am Phonographen expliziert?

    Nun, wer sich zur rechten Stunde in den Phonographischen Salon begibt, wird mehr erfahren und sicher Spannendes hören...

    [Bildchen: Ist nur eine Seite des schmucken Flyers, den Lars Schultz für den Phonographischen Salon gestaltet hat. Merci an den Medienbeirat/Sebastian Döring!]

    Von miss.gunst am 06.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    05.12.07

    plunderphonisches radio (@ tesla)

    plupho_ksw.gifIn Berlin wird zurzeit bekanntlich so etwas wie ein inverser Adventskalender gezählt: Zum Ende des Monats schliesst das Tesla seine Türen.
    Zu den zahlreichen Verlusten, die damit zu beklagen sind, gehört auch der Mittwochs-Jour Fixe für Kunstradio-FreundInnen - also RadioTesla, das heute zu einem seiner letzten Abende lädt. Der, damit das Abschiednehmen so richtig weh tut, auch noch einem besonders schönen Thema gewidmet ist: Dem plunderphonischen Radio.

    Schon klar: Aus der Ferne war von RadioTesla leider nichts zu haben - denn anders als sein Name erstmal hoffen lässt bzw. liess, gab es keine Übertragung, weder in den so genannten Äther noch auch via Stream (ergo hier auch keine Webradiotipps). Stattdessen Realpräsenz, quasi die Versammlung um einen imaginären Sender, wie sie durch die individualisierbaren digitalen Formate zunehmend verloren geht.

    pluph_g.gifWar (bzw. ist) aus der Ferne betrachtet natürlich trotzdem blöd, dass ausgerechnet eine Tesla im Namen tragende Radioveranstaltung sich so dezidiert der Reichweite verweigert(e).
    Drum können wir auch diesmal wieder nur eine Empfehlung für Ortsansässige aussprechen - auch wenn wir selbst eben grad bei diesem Abend nur zu gern dabei gewesen wären.

    Wobei uns erste Zeile der Ankündigung:
    "plunderphonic culture, ausgewählte stücke eines neuen genres."
    einerseits lockt (bekanntlich fällt Plunderphonisches direkt in unser Interessengebiet - und derlei war ja gerade auch bei der interfiction 2007 Thema).

    Indes man andererseits aber doch ein bisschen über die Wendung "eines neuen genres" stolpern kann: Schliesslich hat John Oswalds Plunderphonics-Konzept schon gute zweiundzwanzig Jahre auf dem Buckel (s.a. seinen Essay aus 1985, "Plunderphonics, or Audio Piracy as a Compositional Prerogative"). Mal ganz zu schweigen von früheren Praxisansätzen, die in die entsprechende Richtung gingen, sozusagen von Kagel bis zu den Residents. Mehr dazu im informativen Eintrag der (englischen) Wikipedia.

    Ob die Rede vom "neuen Genre" also in etwa so wie die von den "neuen Medien" zu verstehen ist? Geschichtsvergessenheit bzw. ewige Jugend als Positionierungsstrategie?
    Wollen wir für heute mal nicht entscheiden. Aber vielleicht, nein: Ganz sicher hört, wer sich heute Abend in Berlin ins Tesla begibt, mehr...

    [Bildchen: Wie so oft eher frei assoziiert - diesmal zur plunderphonischen Praxis. Den Notensatz für die Versatzstücke selbst vorzunehmen - was ja auch dem Prinzip des Plunderphonischen gar nicht entrsprochen hätte - ersparten uns grossherzige Spender in die Wikipedia Commons sowie das grosse GNU.]

    Von miss.gunst am 05.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    04.12.07

    selber pixeln @ piksel

    piks07_ksw.gifGeht nicht um die Vorstellung eines OS-Programms zur Erstellung von Grafiken, wie man vielleicht vorschnell vermuten könnte. Wenn schon ein bisschen in diese Richtung, dann doch sehr viel weiter: Nämlich um ein ganzes Festival, das sich der kreativen Arbeit auf Open Source-Basis verschrieben hat. Und bei dem Pixel schubsen noch das Geringste ist.

    Der Anlass als solcher ist zwar leider schon vorbei. Soll aber, allein schon um ihn nächstes Jahr nicht zu verschlafen, doch wenigstens einen Eintrag im Log bekommen: Das im fernen Bergen, also in Norwegen beheimatete piksel, "an annual event for artists and developers working with free and open source audiovisual software", ausgerichtet vom auch sonst in Sachen elektronischer Kultur sehr regen Bergen Center for Electronic Arts, kurz: BEK.

    piks07_g.gifIn diesem Jahr gabs nun bereits die siebte Ausgabe, die unter dem sympathischen Motto "Hello Hackability" firmierte und in ihrem reichhaltigen Programm - bestehend aus Ausstellung, Seminar, Workshops und Konzerten - jede Menge ebenso sympathischer AkteurInnen versammelte. Von denen wiederum einige den treuen LeserInnen dieses Logs nicht ganz unbekannt sein dürften.

    Aufzählungen müssen wir uns heute aus Zeitgründen verkneifen - empfehlen aber Neugierigen wärmstens, ein bisschen in den Archiven nicht nur dieses piksel-Fests zu musen. Da lässt sich so einiges Sehens- und Wissenswerte entdecken.
    Bleibt ansonsten zu hoffen, dass piksel08 vielleicht wieder, wie die Ausgaben der voraufgegangenen Jahre, in den Oktober rückt.
    Denn Mitte November haben wir traditionell leider schon etwas anderes vor...

    Von miss.gunst am 04.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    02.12.07

    Blip Festival 07

    bf07_ksw.gifDarf das wahr sein?
    Eigentlich wollten wir am Sonntag ja mal ruhn - haben aber dann mit entzündetem Auge gerade noch gesehen: Dass im wie auch immer fernen New York derzeit das diesjährige Blip Festival läuft.
    Und uns dieses honorige Ereignis, gerade so wie letztes Jahr beinah schon wieder durch die Lappen gegangen wäre.

    So können wir erneut nur auf den letzten Drücker über den Teich winken.
    Immerhin insofern eher lässlich, als wohl kaum jemand eine zeitigere Ankündig gebraucht hätte, um sich noch schnell in einen Flieger zu schwingen - echte 8-bit Fans dürften eine Exkursion eh von langer Hand geplant haben. Und der Rest darf gern mit uns in einem Baggersee von Selbstmitleid planschen; wir sind halt wieder nicht dabei.

    Das Programm ist jedenfalls wieder denkbar lecker, sowohl was die Konzerte als auch was die Präsentationen, Screenings und Workshops betrifft. Schliesslich ist das nicht einfach nur Blip Festival

    "a four-day music and multimedia event taking place in New York City November 29 - December 2, 2007. Focusing on the modern artistic exploration of primitive video game and home computer technology"

    wie das bescheiden auf der Startseite steht. Sondern das Festival für 8-bit-Aktive und kreative Konsolenhacker schlechthin.

    bf07_g2.gifKein Wunder, schliesslich wird es auch von der Szene selbst bzw. ziemlich prominent in dieser Engagierten, den 8bitpeoples organisiert.

    Und dies, wie schon geschrieben bzw. mit Blick aufs Programm leicht zu versichern, auch (*aua*) ohne dort zu sein können: In bewährter Qualität. Heuer gibt es obendrein sogar eine Ausstellung im Begleitprogramm, die unter dem vielversprechenden Motto "B I T M A P: as good as new" steht und von der Brooklyner vertexList ausgerichtet wird. Auch dort ist wieder alles dabei, was Rang und Namen hat, von Cory Arcangel (s. a. im hauseigenen Archiv) über Olia Lialina bis Eddo Stern.

    Nur eins gibt es mal wieder nicht, wie es aussieht: Weder die Konzerte noch die Vilme werden uns armen Ferngebliebenen via Webstream kredenzt. Aber im Grunde ist das natürlich stimmig, mit 8-bit ist schliesslich im Ferntraffic kein Schnitt zu machen...

    [Bildchen: Ist wie unschwer zu erkennen, das offizielle Fetsivallogo, wie für Pressezwecke offeriert. Hach wie schön, wenn man es zur Abwechslung auch mal ganz bequem haben kann und nicht alles selberbasteln muss. Auch wenn letzteres natürlich dem Geist von Blip entspräche...]

    Von miss.gunst am 02.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    01.12.07

    playback oper

    pbop_ksw.gifDiesmal wohlmöglich ohne Paralektronoia, dafür aber wieder einmal in Frankfurt zu Gast: Felix Kubin gibt sich und uns die Ehre - zur Abwechslung im Portikus und mit einem etwas anderen Format: Playback Oper steht auf dem Programm.

    So eine Oper führt man natürlich nicht Solo auf.

    Tatsächlich hat Kubin zusammen mit Andreas Diefenbach und Studierenden der Städelschule eine Woche lang im Rahmen eines Sound-Workshops gewerkelt - und mindestens der Titel, "Die Auferstehung der Taten", lässt Grosses erwarten.

    Die Bühne - eine temporär in Mäcklers Brückenhaus-Reprise gespannte, ein wenig an Friedrich Kiesler erinnernde und mit flirrenden Projektionen aus dem Hause meso bespielte Alien-Architektur von Ben van Berkel - ist ungeachtet ihres raumgreifenden Gestus eher intim; aber genau das dürfte schon für die richtige Grundspannung sorgen. Mindestens potentiell bzw. je nach Perspektive geschickt gebrochene Grandezza hoch drei: Da sind wir doch gern dabei...

    pbop_gg.gif

    PS: Mehr zum "Theatre of Immanence" - das nämlich während der gesamten Ausstellungsdauer regelmässig bespielt werden soll - auch auf den Seiten des Projekts städelschule online group, als dessen Abschluss die Schau fungiert.

    [Bildchen: Wir hingegen haben einen der ersten Opernplayback-Solisten auf die Bühne geschickt – Arie und Auftritt sind Wikipedia Commons-Spender Tomasz Sienicki gewidmet, der ebendort unter CC sein Photo eines prächtigen Phonographen abgelegt hat. Ansonsten reichts für diese Woche wohl langsam mit Ersatzimaginationen aus den Fingern saugen. Wie wär's denn mal mit einer verbrieften und besiegelten Sonderregelung für liebenswerte selbst gebastelte Blogs? Aber auf so etwas werden wir wohl warten müssen, bis die nächste Eiszeit unseren Erdball mitsamt seinen Copyright- und Tantiemenregelungen überzieht...]

    Von miss.gunst am 01.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    30.11.07

    overheads in concert

    ovhb_ksw.gifFernakustisch sind wir mit dem gestern anempfohlenen LMC-Jahreskonzert zwar auch für den heutigen (und den morgigen) Abend gut versorgt.
    Aber diesen Tagestipp dürfen wir einfach nicht unterschlagen, wo wir doch solche Fans des kreativen Umgangs mit Overheadprojektoren sind - und unter unseren treuen LeserInnen ebensolche wähnen.

    In Dortmund - genauer gesagt: bei mex, einem schon seit langen Jahren aktiven Projekt für intermediale und experimentelle Musikprojekte, ist heute (30.11.07) nämlich eine Overhead-Projektor-Band zu Gast.

    ovhb_g1.gifNatürlich nicht irgendeine Overhead-Projektor-Band - im Grunde verbietet sich der unbestimmte Artikel. Denn bei den Mitgliedern der Combo handelt es sich um keine Geringeren als Tina Tonagel, Christian Faubel (derstrudel) und Ralf Schreiber - die hier wohl nicht noch einmal eigens vorgestellt werden müssen.
    S. im hauseigenen Archiv unter anderem die Einträge zur Schönen Sysipha, zum Workshop "Kunst und Musik mit dem Tageslichtprojektor" oder zu den grossartigen Overhead Bots.

    Wäre schon Grund genug für eine Exkursion nach Dortmund, oder?
    Lässt sich aber noch ein bisschen supportieren. Mit, neben, nach, vor (je nachdem, ob man Neigungsperspektiven anlegt oder brav dem Programmablauf folgt) spielen an diesem Abend im mex noch Antoine Beuger sowie Guy de Bièvre, Anne La Berge, Xavier Verhelst aus Brüssel auf, wobei letztere mit ihrer "Very Slow Disco Suit" Tansdielen-Hits auf 20bpm retardieren werden.

    ovhb_g2.gifUnd erwähnenswert ist vielleicht auch noch, dass Maija Julius a.k.a. miss.mex diesen Konzertabend im Rahmen der "PreVisions" zum nächsten "open systems" Festival für aktuelle Musik, Performance und Klangkunst kuratiert hat, das seinerseits wiederum ein Teil von emscher:reloaded ist. Wiewohl Letzteres - vielleicht etwas unfreiwillig - an den Titel eines nichtganzsogrossartigen Kinosequels erinnert: Den Festivaltermin (noch vage: November 2008) merken wir uns gern schon mal vor.

    Bis dahin gibts aber hoffentlich erst einmal noch weitere Overhead-Projektor-Band-Konzerte an diversen anderen Orten. Wie wärs denn beispielsweise mal mit Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Basel, Zürich, um der Einfachheit halber mal eine Tour entlang der Bahnstrecke vorzuschlagen?

    [Bildchen: Rückschau als Vorschau, von und mit der Overhead-Projektor-Band im Original. Der wir hiermit herzlich danken (speziell Tina Tonagel für den Fotoversand!), winken und eine wunderbare Session im mex wünschen wollen!
    Tja, *hua*. Also beim Winken-und-eine-wunderbare-Session-wünschen bleibt's natürlich. Und beim Dank fürs Foto-Senden im Prinzip auch. Nur die Freude an letzteren währte kurz, denn beim zweiten Lesen mussten wir doch tatsächlich einen Hinweis auf Copyright eräugen, das eben leider nicht bei der Band, sondern dem/der/den Fotografen liegt. Also, Satz mit X und - leicht genervt, auch wenns ja zugleich ein Plaisir ist - eben doch noch selber eine Band imaginiert.* Mit bislang nur zwei Mitgliedern. Aber immerhin - und wer will behaupten, dass sie so linkisch spielten wie sie händig und gezeichnet sind...]
    *PS: Als Meditationsobjekte für die innere Anschauung halfen dabei übrigens zwei Fotos von Wikipedia-Commons-Spender Piotrus. Wahlweise unter GNU oder cc-by-sa. Ob das dann auch (eins? beides?) für unsere beiden MusikerInnen gilt? Ach, sucht's Euch für heute doch einfach mal aus...

    Von miss.gunst am 30.11.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    29.11.07

    mach es wie eva - experimentiere! (WRT)

    txee_ksw.gifWar natürlich kein Zufall, dass grad gestern die Empfehlung kam, sich doch mal wieder bei resonance fm zu tummeln.
    Und wer besagter Empfehlung mindestens bis zu den Heimseiten des Senders gefolgt ist, ahnt wahrscheinlich schon, welche weitere Empfehlung für heute folgt: "Take an example from Eve – and Experiment!"

    Unter diesem Motto steht nämlich diesmal das alljährliche Festival des London Musicians Collective (kurz: LMC), welchletzterem wir überhaupt ursprünglich und was die Trägerschaft betrifft massgeblich die Möglichkeit verdanken, so viel Freude mit dem Londoner Radio zu haben.

    Ob sich die schöne Maid, also Eva, die auf dem Plakat der Veranstaltung besagtes Beispiel gibt, in den kommenden drei Tagen vor Ort zeigen wird, werden wir aus der Ferne zwar nicht feststellen können.

    Aber dafür können wir, wie schon im vergangenen Jahr, freudig via resonance fm-Webstream Abend für Abend mitlauschen.

    Was man sich auch heuer nicht entgehen lassen sollte. Denn in der Tat sind eine ganze Reihe von KünstlerInnen mit von der Partie, die sich mit ihrer Experimentierfreudigkeit einen Namen gemacht haben:

    txee_g.gifAm heutigen Donnerstag unter anderem Yasunao Tone, der bereits bei Fluxus mitmischte (Ohrzuckerl abzuholen bei ubu.com, wo es in der Dokumention von Tellus #24/Flux Tellu ein Stückchen gibt); sowie Bob Levene, den der eine oder die andere sicher über seine Installationen und Soundobjekte bzw. selbstgebastelten Instrumente wie etwa den Zymbelplattenspieler oder seine gemeinsamen Aktivitäten mit Rob Gawthrop als Automated Noise Orchestra (s. z.B. dessen speziellen Turntableism) kennen wird.

    Am morgigen Freitag (30.11.) wiederum sind unter anderem die bekanntermassen von uns höchst geschätzen Künstler Charlemagne Palestine und Norbert Möslang (mehr s. auch im hauseigenen Archiv) zu Gast, die an dieser Stelle wohl wirklich keiner weiteren Vorstellung bedürfen.

    Kurzum: Sicher nicht die schlechteste Idee, sich den heutigen und die folgenden Abende jeweils ab 19:00 Uhr britischer Winterzeit, also ab Acht, Zeit fürs Radio zu nehmen bzw. in den resonance fm-Webstream zu tauchen. Wäre ja möglich, dass auch die schöne Eva grad ein Bad im experimentellen Klangstrom nimmt...

    [Bildchen: Wie so oft ein Behelf, aus bekannten Gründen - und so schön wie die Eva des diesjährigen LMC Festivals ist unsere kleine Soundtaucherin wohl nicht. Aber ihre akustische Wünschelrute wird sicher funktionieren.]

    Von miss.gunst am 29.11.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    28.11.07

    resonance revisited (WRT)

    hsra_ksw.gifA propos Radio. Haben wir eigentlich schon richtig gewürdigt, dass einer unserer favorisierten Kunst- und Kulturradiosender - nämlich resonance fm aus London - seine Heimseiten umgestaltet hat und in diesem Zuge auch einen noch komfortableren Zugang zu den dort produzierten Leckereien bietet?

    Haben wir allenfalls am Rande, also über die im Rahmen der letzten Einträge zu Sendungen gesetzen Anker. Also wird es höchste Zeit.

    Denn mit der neuen Gestaltung ist das zuvor eher am Rande geführte und deshalb gern übersehene resonance-Blog nun auf die Mitte der Startseite gerückt. Und damit wird man nun automatisch nicht nur auf allerlei nützliche und appetitanregende Hinweise und Vorankündigungen zum aktuellen Programm gestossen. Sondern bekommt auch so manchen Leckerbissen aus oder zu bereits ausgestrahlten Sendungen serviert, die man dann direkt von der Seite weg anhören kann.

    Ausserdem gibt es eine Extra-Abteilung zu bzw. mit Podcasts, in der sich ebenfalls archivierte Sendungen sammeln.

    Kleine Empfehlungen daraus gefällig? Vielleicht, da wir hier schon länger nichts mehr für diejenigen geboten haben, die unsere Leidenschaft für Comix und Toons teilen:

    Kürzlich hatte Alex Fitsch den ehemaligen Animations-Artisten Grant Rogers zu Gast (dessen aktuelle Bilder auf ihre Weise durchaus auch einen Hang zum Komischen haben) und unterhielt sich mit ihm über seine Arbeit an den TVC-Verfilmungen diverser Klassiker wie etwa der bekannten Häschen-Geschichten von Beatrix Potter-Buch-Verfilmung "The Tales of Beatrix Potter" [wobei, beiseit bemerkt, die hier verankerte Verfilmung von 1971, welche die Zeichnungen in ein von Menschen verkörpertes Häschenballett transformiert, auch gewisser Reize nicht entbehrt - aber das ist natürlich wieder eine ganz andere Kiste...].

    hsra_g.gif

    Die empfohlene Sendung mit dem schönen Titel "I'm ready for my close-up: Great British Cartoons" ist via archive.org komplett ins Netz gestellt. Die besprochenen Toons aus nahe liegenden Gründen nicht. Was gleichwohl über alle Massen bedauerlich ist...

    [Bildchen: Hat aus ebenso nahe liegenden Gründen nichts mit den erwähnten KünstlerInnen und Toons zu tun. Versucht aber wie auch immer vage was Passendes zum Thema zu imaginieren.]


    Von miss.gunst am 28.11.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    24.11.07

    diy noise glitch junk

    jjrl_ksw.gifJa, am besten doch alles auf einmal.
    Jedenfalls geht der Tipp des Tages bzw. die Empfehlung für die Gestaltung des morgigen Abends zur Abwechslung mal wieder nach Stuttgart.
    Und zwar zu jener treuen LeserInnen bereits bekannten Galerie für bewegte Bilder und visuelle Musik, die ziemlich regelmässig mit einschlägig interessanten Veranstaltungen winkt und auf den Namen fluctuating images hört.

    Für diesen Sonntag (25.11.07) nun haben Cornelia und Holger Lund ein Programm vorgesehen, das - wie die obig im Eintragstitel lose gereihten Begriffe bereits andeuten - gleich mehreren unserer Neigungen zuspricht.

    Allem voran geht es nämlich um die Vorstellung eines DIY-Fanzines, das den stolzen Titel Junk Jet trägt und von Studierenden des IGMA Instituts für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen der Universität Stuttgart ins Leben gerufen wurde.

    Über das kann das Medium im Vorfeld nur wenig verraten. Die wie folgt lautende Selbstdarstellung:

    "Junk Jet is a fanzine, a collaborative format set up to discuss subversive and hoaxing pirate works on topics of electronic media and aesthetics. It is both an online publication (including movies, images, software, and pdfs), exploiting all possibilities of multimedia, and an extravagant lo-fi paper publication (including special gifts) on a non-commercial scale. Junk Jet has established an open platform for artists, media theorists, and others to take part in an aesthetic but futile battle against conventional use of modern media. From radio to computer it has collected significant works subverting, boarding or even breaking technological systems, for aesthetic purposes, curiosities, and instincts. Or just for fun. [...]"

    jjrl_g.gif- sowie die Gestaltung der Heimseite und die dort im bzw. als Netzwerk verankerten Personen und Projekte (von Olia Lialina über Staalplaat bis microsound bzw. Kim Cascone, allesamt treuen LeserInnen ebenfalls alles andere als unbekannt) lassen das Ganze jedoch denkbar lecker ausschauen. Mehr dazu dann, wenn die erste Ausgabe getestet und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sogar eher für grossartig denn schlicht für gut befunden wurde (letztere Mutmasssung werden wir hoffentlich alsbald in Richtung Tatsachenbericht schubsen können).

    Damit nicht genug, gibts noch zwei audiovisuelle Performances dazu, von denen die eine der Grazer Pure Data (mehr dazu im Archiv)-Spezialist Peter Plessas bestreiten wird und die andere Serhat Köksal, den wir u. a. vor anderthalb Jahren in Berlin besuchten, als er mit seinem 2-5bz in einem Atelier des Tesla Berlin weilte und im Rahmen des Club Transmediale auftrat.

    Kurzum: Der Gründe genug, den Sonntagabend in Stuttgart zu verbringen. Ab 19:00 Uhr in den Räumen von fluctuating images in der Jakobstrasse 3.

    [Bildchen: Wie so oft aus der Not eines Mangels an attraktiven Alternativen heraus und nicht grad ein gestalterischer Höhenflug. Dafür aber (DIY!) selbstgebastelt. War gar nicht so einfach, eine geeignete Düse zu finden, die dann mit Junk befeuert werden konnte. Der Dank fürs Bastelmaterial geht wie so oft an Wikipedia-Commons-Spender, Lizenzen zur Weiterverwertung: Gemäss dem grossen GNU.]

    Von miss.gunst am 24.11.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    21.11.07

    light spill @ walcheturm

    lspp_ksw.gifReicht heute nur für eine kleine Empfehlung an all jene, die in Zürich weilen: Nämlich sich am Abend in den Walcheturm zu begeben.
    Dort wird eine Ausstellung eröffnet, die allem Vernehmen nach besonders FreundInnen der mit künstlerischen Mitteln betriebenen Medienarchäologie interessieren dürfte.

    Was nebenbei ja auch ganz gut an den gestrigen Eintrag anschliesst, der mit Tina Tonagels "Maschine zur Projektion eines Blumenmusters" auf seine Weise ebenfalls diesem Thema gewidmet war.

    lspp_g.gifIn Zürich jedenfalls wollen Sandra Gibson und Luis Recoder mit "Light Spill" eines ihrer Projekte vorstellen, das den Filmprojektor als Lichtwerfer auf seine Basisqualitäten hin sondiert.
    Ab 18:30 wird zur Vernissage geladen, und um 20:30 Uhr steht dann noch eine Konzert-Performance auf dem Programm, bei dem eine Doppelprojektion von 16mm und Sound eine Rolle spielen sollen.

    Eine kleine Vorschau bietet die Dokumentation einer Installation des Projekts aus 2006 auf den Seiten des Imagefestivals - aber das Eigentliche ist wie immer natürlich nur vor Ort zu haben...

    [Bildchen: Notgedrungen wie so oft völlig frei assoziiert - in diesem Fall wurde sozusagen der Light Spill von aus den Wikipedia Commons gefischter Filmprojektoren fixiert. Oben links dank Spender Rama und unter cc-by-sa-Lizenz; unten rechts dank Spender Chabacano und unter Hut des grossen GNU.]

    Von miss.gunst am 21.11.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    31.10.07

    radiophonic & radia (in) b.

    rpho_ksw.gifErsteres lief leider auch parallel zum SHIFT Festival: radiophonic in Brüssel.
    War ein sehr lecker programmierter (und allem Vernehmen nach auch sehr fruchtbringender) Anlass mit Workshops und Konzerten, zu dem sich eine Reihe treuen LeserInnen dieses Logs nicht ganz unbekannte Radio-KünstlerInnen und Kunstradio-Initiativen zusammengefunden haben.

    So war unter anderem silenceradio.org (s. auch im Archiv den Eintrag vom 29.08.06) mit von der Partie und Anna Friz (mit zahlreichen Einträgen im Archiv) war mit einer Installation vertreten.

    rpho_g.gifUnd schliesslich hat das hier bekanntlich hoch geschätzte und entsprechend oft verankerte radia.fm-Netzwerk, das zahlreiche VertreterInnen entsendete, mit seiner Radioactive Radiophony einen ganzen Sonntag gestaltet.

    Retrospektiv kann man sich natürlich nun nurmehr nachlauschend am radiophonic-Programm delektrieren.
    Aber sobald die Tränchen des Bedauerns, nicht in Brüssel gewesen zu sein, im Augenwinkel getrocknet sind, heisst es frohgemut gen Berlin schauen: Dort findet nämlich in den kommenden Tagen bis inklusive Samstag mit "Imagine Radio 2.0" ein grösseres Treffen der radia.fm-Netzwerk-Aktiven (sowie einiger weiterer einschlägig tätiger Aktiver) statt, das mindestens an den Abenden mit (Radio-)Performance/Konzerten auch für diejenigen Fenster öffnet, die sich mehr auf der Seite der HörerInnen wohlfühlen.

    Am Donnerstag Abend ab 20:00 Uhr gibt es ein micro.fm-Konzert mit Tetsuo Kogawa in der C-Base und am Freitag dann ab 21:00 Uhr im M12 eine grosse Radioparty mit den Beteiligten. Kurum: So Zeit und Gelegenheit, empfiehlt es sich tatsächlich, mal wieder Plan B. zu aktivieren...

    Von miss.gunst am 31.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    30.10.07

    radiovisionen @ tesla b.

    ravi2_ksw.gifVon den Radiovisionen im Tesla Berlin war hier vor Längerem schon einmal etwas zu lesen - in diesem Monat gabs nun nochmals einen ganzen Schwerpunkt zum Thema, sozusagen auf allen Kanälen.
    Ausser per (Web-)Radio. Leider. Denn mangels Zeit und Gelegenheit für Berlin-Exkursionen ist das Ganze an uns weitegehend vorübergegangen.

    ravi2_g.gifNur für den Fall, dass jemand vor Ort sein sollte: Heute (Di. 30.10.07) ab 20:00 Uhr gäb's noch mal eine Chance, nachzufassen.
    Da werden nämlich bbm, also die Beobachter der Bediener von Maschinen, zum Gespräch in den Tesla Klub einladen.

    Und in diesem Zuge vermutlich auch über das Wochenende berichten, an dem sie ein Gruppenexperiment zu einem unserer Leib- und Magenthemen, nämlich dem Mental Radio veranstaltet haben. In Theorie und Praxis sozusagen. Bei dem wir nun wirklich aus bekannten, guten Gründen nicht mal geistig dabei sein konnten - sprich: eben selbiges Wochenende gehörte selbstredend (nicht nur in Gedanken, aber eben auch) dem SHIFT-Festival*.

    Soweit, so eilig... und bei Gelegenheit sicher noch den einen oder anderen Zettelkasteneintrag - denn Radiovisionen im Allgemeinen wie auch speziell das mentale Senden behalten wir natürlich auch weiter im Blick. Auf dem einen oder anderen Kanal...

    * Bei dieser Gelegenheit: Grand Merci an die Festival-BloggerInnen für den netten Link zurück - und herzliches Winken vice versa!

    Von miss.gunst am 30.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    26.10.07

    shift am start

    sh07p_ksw.gifFür das SHIFT Festival, das gestern in Basel die Pforten öffnete, haben wir eigentlich schon weidlich auf verschiedenen Kanälen geworben (ja, natürlich auch auf diesem).
    Besser einmal zu viel als einmal zu wenig?

    sh07p_gk.gifKein Problem, zumal uns das Schwerpunktthema "Access" ja sowieso interessiert - nicht zuletzt mit Blick auf die nahende interfiction, die sich ja mit ganz verwandten Fragen beschäftigen wird.

    Nur muss für heute wegen Hochbetrieb auf allen Baustellen erst mal bei einem kurzen Winken bleiben. Und der schlichten Empfehlung, sich schleunigst an den Ort des Geschehens zu begeben.

    Der wir nach Möglichkeit natürlich auch noch folgen werden. Wenn's sich zeitlich ausgeht, selbstredend auch mit dem einen oder anderen Bericht - indes derweil alternativ zum Mitlesen einfach mal der SHIFT Festival Blog empfohlen sei...

    Von miss.gunst am 26.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    19.10.07

    copy? (copy!07 festival ff.)

    cfz07n_ksw.gifIn Zürich läuft nach wie vor das copy!07-Festival. Dessen weidlichen Besuch wir natürlich nicht von ungefähr wärmstens empfohlen haben bzw. nach wie vor empfehlen. Rundherum.
    Zum Wochenende hin scheint es allerdings dann doch weniger ums kreative Basteln rund um die Originalkopie zu gehen, sondern tendenziell mehr Showtime, Perfomance und Party angesagt zu sein.

    Was hier im Log wiederum Gelegenheit bietet, ein bisschen Richtung Metaebene zu schauen.

    Wer sich mit Blick auf die Programmatik einerseits und das Programm andererseits vielleicht auch schon sachte gefragt hat, wie sich beide eigentlich zueinander verhalten (etwa: wollen die Performances nicht nur an- sondern auch abgeschaut werden?), wird sicher das Interview lesenwert finden, das Chris Köver für das (Web-)Magazin Zünder der ZEIT mit Mario Purkathofer - wildprovider- und dock18-Aktiver sowie eben Co-Kurator des Festivals - geführt hat.

    cfz07n_g.gifNicht, dass das dort Gesagte alle Reibungswiderstände wegschmirgeln würde (dürfte auch weder möglich noch beabsichtigt sein). Und noch weniger wollen wir behaupten, dass wir mit allem so einfach einverstanden wären: So hat beispielsweise das angesprochene Prinzip der Wertsteigerung durch Verknappung zweifelsohne Tradition und funktioniert. Aber ob man es deshalb ohne Not freudig übernehmen muss bzw. ob sich hierzu keine vernüftige Alternative finden lässt, das steht doch noch mal auf einem ganz anderen Blatt.

    Dennoch: Die Lektüre lohnt, und sei's nur, um sich weiter Gedanken um ungelöste Probleme zu machen. Was ja niemanden vom freudigen Festivalfeiern (und -kopieren) abhalten muss...

    [Bildchen: Ja, eben. Drum. Einschlägigen Aufforderungen folgend auch hier ganz einfach superkreativ die Kopien nochmals durch den Kopierer geschickt...]

    Von miss.gunst am 19.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    16.10.07

    vinylnegative (mehr share ff.)

    mlpn_ksw2.gifGeht nicht? Gibts nicht? Mais oui, und wie. Was sich heute im Rahmen des Copy!07-Festivals in Zürich sogar studieren lässt: Die hohe Kunst der Vinylkopie.
    Und zwar ganz ohne Digitalisierung.
    Statt Rip-Mix-Burn wird nämlich - sic! - geklebt.

    Auf dem Programm steht dort nämlich für diesen Dienstag ein grosser DIY-Copyshop mit einer ganzen Reihe von Workshops. Samt und sonders spannend sowie einer Vorstellung in eigenen Einträgen wert - die wir hier im Log.Buch nicht alle auf einmal unterbringen können.

    Deshalb wird erstmal derjenige vorgestellt, der vor der Hand vielleicht nicht unbedingt das vermittelt, was man gemeinhin unter "nützlichem Wissen" in Sachen passgenauer Vervielfältigung von Daten(trägern) versteht. Dafür aber um so originellere Ergebnisse zu zeitigen verspricht.

    mlpn_g3.gifGeleitet wird er von dem in Genf beheimateten Künstler Frédéric Post (hat anscheinend keine eigene Heimseite, dafür aber gibt es ein ziemlich gut aussgestattetes Dossier, das anlässlich einer Ausstellung des Kunstraums EVERGREENE angelegt worden ist).

    Post verfolgt nämlich seit einiger Zeit ein Projekt namens "Miracol": Mithilfe von Kleber werden Negativ-Abdrücke von Schallplatten hergestellt. Was natürlich dann auch bedeutet, dass die weissen Klebstoff-Geisterscheiben, so sie als Tonträger zum Einsatz kommen, gänzlich anders klingen.
    Aber wie? Rückwärts? Oder wie sonst klingt eine spiegelverkehrte Plaste-'Schellacke'?

    Wird man wohl heute Nachmittag in der Tonimolkerei testen können, wo der DIY-Copyshop ab 16:00 seine Tore öffnet und zum Mittun lädt.

    Wer sich auf Posts Miracol-Lektionen schon mal theoretisch vorbereiten will: Über das erwähnte Dossier gelangt man auch an ein pdf zu den mirakulösen disques en colle.

    [Bildchen: Hier haben wir es uns mal wieder ziemlich bequem gemacht. Vinyl-Negative hatte es nämlich schon im hauseigenen Archiv. Allerdings keine analogen - sondern lediglich in schnöder Digitalkopie - angefertigt seinerzeit in Hommage an ein durchaus ähnliches Projekt, die gefrorenen Schallplatten von Claudia Märzendorfer. Und damit das Ganze nicht langweilig wird, haben wir sie zur Feier des copy!07-Fests gleich nochmal kopiert...]

    Von miss.gunst am 16.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    15.10.07

    share is in the air (copy festival)

    cfz07_ksw.gifLetzten Herbst glänzte Zürich mit dem netlabelfestival (natürlich auch in diesem Log seinerzeit weidlich bejubelt) - dieses Jahr wird gleich noch eins draufgelegt und das Teilen als Kulturtechnik schlechthin gefeiert:
    "share is in the air!" ruft das Copy Festival 07, das ab heute (15.10.) Abend eröffnet wird.

    cfz07_g.gifUnd zwar mit einer Party in der Boschbar (Sihlquai 240), wo ab 22:00 Uhr Tim & Puma Mimi von alpinechic vorstellen werden, was sie unter einem Remote Konzert verstehen. Sowie garantiert auch demonstrieren, dass sich dieses Format bestens eignet, um zünftig in die Festivalwoche hineinzufeiern.

    Wer sich im Vorfeld schon mal die Ohren anwärmen will, aber nichts von den beiden daheim hat, muss übrigens nur mal an entsprechender Stelle auf den Labelseiten vorbeischauen. Schon kann das remote remote Konzert beginnen...

    [Bildchen: Wie man eigentlich sieht, per Screenshot von den Heimseiten des Copy Festival 07 kopiert. Und zwar - um mal die erweiterte Bandbreite anzudeuten, von der es in den nächsten Tagen schon noch mehr zu berichten geben wird (aber auch, weil es ein bisschen mehr zum Stil von Tim & Puma Mimi passt) - etwa so, wie es einst auf dem Film einer Kamera gelandet wäre.]

    Von miss.gunst am 15.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    11.10.07

    selber machen und essen (sónar nits)

    goi_ksw.gifKlingt nach Kochkurs, oder? So ganz falsch ist die Assoziation nicht - schliesslich heisst die Veranstaltung, die für den heutigen Donnerstag Abend (11.10.07) mindestens denen wärmstens ans Herz gelegt werden soll, die anlässlich der Buchmesse oder sowieso in Frankfurt weilen,"COOKING & DO-IT-YOURSELF".

    goi_g2.gifZudem will ja erst einmal etwas zubereitet werden, bevor Suppe gefasst werden kann. Und das darf wiederum durchaus beim Wort genommen werden, auch wenn es sich in diesem Fall primär um musikalische Leckereien handelt.
    Denn diese handeln teils von Essbarem - teils werden sie sogar direkt mithilfe von Nahrungsmitteln produziert:

    Im Rahmen der Sónar Nits, deren Gastspiel in Frankfurt dem diesjährigen Katalonien-Schwerpunkt der Buchmesse zu verdanken ist, gibt sich heute nämlich das Erste Wiener Gemüseorchester die Ehre (welchselbiges nicht von ungefähr längsthin mit einem eigenen Eintrag im Zettelkasten verankert worden ist).

    Ob DIY-Orchester bzw. Instrumentenbastelspezialist Cabo San Roque dazu passend vor allem mit Küchengeräten (Brot- statt Waschmaschinen beispielsweise) musiziert, ist im Vorfeld schwer zu sagen; aber wer ihn noch nicht kennt, sollte sich unbedingt die auf seiner MySpace-Seite kredenzten Kostproben zu Gemüte führen, so es noch einer Anregung des Appetits bedarf.

    goi_g1.gifMit Matthew Herbert gibt es dann noch einen echten Experten in Sachen gepflegter Esskultur - denkt man an seine als Radio Boy publizierten sonischen Reflexionen über die Mechanics of Destruction einer bekannten Fast Food Kette oder sein Projekt Plat du Jour.

    Ach ja - gekocht wird übrigens tatsächlich auch. Nicht mit Ferran Adrià - aber von einem anderen katalanischen Kollegen, nämlich Jordi Vilà. Da gehts dann aber nicht so sehr ums Selbermachen - allenfalls ums selber essen resp. den gepflegten genussvollen Verzehr.

    Das nicht eben Unwichtigste noch zum Schluss: Die Sónar Nits zur Frankfurter Buchmesse finden seit gestern und noch bis einschliesslich Samstag allabendlich im TAT an der Bockenheimer Warte statt; ein jeder Abend ist einem speziellen Thema gewidmet: Gestern war ACTION, morgen ff. gibt es noch WORD(s) und COLOUR(s) - jeweils mit illustren Gästen. Abendessen ab 19:30 jedoch nur auf Einladung; der konzertante Part folgt dann jeweils ab 21:30 bis in die süsse Nacht.

    [Bildchen: Haben wir, unserer DIY-Neigung entsprechend, in Hommage an das Erste Wiener Gemüseorchester selbst gebastelt. Den Vorgaben der Wikipedia-Spender der Feldfrüchte entsprechend sind die Möhrenflöten unter GNU lizensiert; das Schlagwerk aus prächtigen Maiskolben verdankt sich einer Aufnahme von Johann Jaritz und kommt mit cc-by-sa.]

    Von miss.gunst am 11.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    06.10.07

    ausweitung der klangzone

    esswk_ksw.gifIst eigentlich schon zur ars electronica in den Kulturbeutel gewandert - wird aber aus gutem Grund erst jetzt ausgepackt:
    Seit gestern lässt nämlich die "expansion sonore", die in Linz im Rahmen der Campus 2.0-Ausstellung vorgestellt wurde, vor Ort in Basel erlauschen.

    Grundidee des Projekts, das von Nica Giuliani und Andrea Gsell a.k.a. île flottante entwickelt wurde: Eine Ausweitung der Klangzone - beziehungsweise die Ausdehnung des Klangraums von (Dr)Innen nach (Dr)Aussen, vom Privaten ins Öffentliche. Allerdings nicht etwa so, wie man sich einen Lauschangriff vorstellt.

    esswk_g3.gif

    "Aus Fassaden einzelner Gebäude wachsen an verschiedenen Orten in der Stadt kristalline Objekte, sogenannte 'expansions'. Über diese sichtbaren Schnittstellen dringen akustische Innenwelten des Gebäudes nach aussen. PassantInnen können über ihr persönliches Mobiltelefon ins Hausinnere lauschen, fantastische und wirkliche Geschichten des Gebäudes anzapfen und ein ungeahntes Innenleben entdecken.
    KünstlerInnen und AutorInnen verschiedener Sparten schaffen diese Hörstücke, beleben damit die nicht öffentlich zugänglichen Innenräume mit unerwarteten, imaginären Bildern und lassen Orte in neuem Licht erscheinen."

    In Basel wird das Projekt in zwei Phasen realisiert; am gestrigen Freitag (05.10.) eröffenete die erste mit Beiträgen von Roland Unterweger, Timo Kröner, Iris Rennert & Oliver Friedli sowie Knut & Silvy.
    Sowie mit einer kleinen Feierstunde im [plug.in], begleitet von Oliver Hagmann (treuen LeserInnen nicht nur als Musiker und DJ, sondern auch als Mitbetreiber des netlabels interdisco bekannt)- der wiederum mit einem Beitrag in der zweiten Phase des Projekts vertreten ist. Diese wird vom 27.10.07 bis 18.11.07 an vier weiteren Orten im Stadtraum zu erkunden sein, dann ausserdem mit Manon Bellet sowie Esther Hiepler & Max Philipp Schmid (und Knut & Silvy sind weiterhin mit von der Partie).

    esswk_g4.gifUnd schliesslich gibt es anlässlich des SHIFT Festival am 25.10. nicht nur neben den Stationen der ersten Phase noch eine weitere, für die Hildegard Spielhofer verantwortlich zeichnet. Sondern praktischerweise auch Elektrobikes auszuleihen, damit auch temporäre BaselbesucherInnen neben dem eh schon recht reichhaltigen Festivalprogramm eine realistische Chance haben, sich auf dem Weg zu den vertreuten Kleinodien zu machen.

    Aber keine Sorge: Dafür, dass das Ganze nicht in unzeitgemässes Ostereiersuchen ausartet, ist gesorgt. Auf den "expansion sonore"-Projektseiten hat es einen Orientierungsplan.

    [Bildchen: Tja. Die Klangstücke sind nur teils CC-lizensiert, an Fotos wollen wir da lieber gar nicht erst denken - zumal sich die Hauptsache ja sowieso nicht ab-bilden lässt. Insofern die Kristallklangexpansion, wie so oft, frei assoziiert - und aller Dank gebührt Halvard Hatlen aus Norwegen, der den Wikipedia Commons und der Public Domain einen wunderschönen Bergkristall spendete.]

    Von miss.gunst am 06.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    04.10.07

    international sputnik day (WRT)

    isd_ksw.gifWenn Weggefährten Geburtstag haben, muss natürlich zünftig gefeiert werden. Auch wenn jener Jubilar, um den es in diesem Fall geht, seinerzeit angeblich bei BewohnerInnen in der westlichen Hemisphäre erst mal eher Angst und Schrecken ausgelöst haben soll.
    Aber das ist wohl sowieso ein Mythos.

    Denn als Sputnik, genauer gesagt: Sputnik I am 04. Oktober 1957 fröhlich fiepend seine erste Runde um die Erde drehte, war die sowjetische Satellitenkugel wohl vor allem der US-amerikanischen Konkurrenz ein Ärgernis. Nun gab es zu Hochzeiten des Kalten Krieges mit Blick auf die damit eröffneten Möglichkeiten der Raketensteuerung durchaus auch Gründe, etwas ängstlicher Richtung Osten zu schauen. Sicher aber noch bessere, entsprechende Ängste zu schüren.

    isd_g.gifSoweit es den überlieferten Dokumenten zu entnehmen ist, scheinen die meisten Menschen vor allem anderen fasziniert gen Himmel geblickt zu haben, wo Sputnik natürlich nur als kleiner blinkender Punkt zu erkennen war. Schliesslich handelte es sich hier vor allem um eins: Eine echte Pionierleistung in Sachen Raumfahrt.

    Und die hat den Kalten Krieg eindeutig überlebt - wie sich just in diesen Tagen zeigt, in denen sich die "Eroberung des Weltraums" durch eine kleine silberfarbene Kugel zum fünfzigsten Mal jährt.

    Artikel mit Gratulationen gibt es allenthalben zu lesen (beispielsweise in telepolis, in der ZEIT und in der NZZ, um nur mal ein paar deutschsprachige Medien zu verankern). In der Sternwarte Bochum ist eine Sonderausstellung namens "50 Jahre Sputnik" zu sehen.

    Vor allem aber wird der International Sputnik Day begangen.
    Francis Hunger - Künstler, Kurator am Hartware MedienKunstVerein Dortmund und seit einiger Zeit Herausgeber der Sputnik Gazette (deren Abonnement wir bei dieser Gelegenheit wärmstens empfehlen wollen) - hat ihn organisiert und für den heutigen Donnerstag inklusive der Nacht auf den Freitag zusammen mit internationalen MitstreiterInnen ein reichhaltiges Programm für die Geburtstagsfeier zusammengestellt.

    isd_g2.gifDa Sputnik selbst bekanntlich durch seine Funksignale mit der auf dem Erdboden harrenden Menschheit kommunizierte, lassen sich natürlich auch die GratulantInnen nicht lumpen und senden ihrerseits fleissig in die unendlichen Weiten des Weltraums Netzes.

    In diesem Sinne: Völker Sputnik-Fans, höret die Signale! Und fiept gegebenenfalls mit...*

    * Ja, auch das treue Medium hatte eine GUNSTradio-Sondersendung vorbereitet. Ob die zur vorgesehenen Stunde gestreamt werden kann, steht jedoch noch in den Sternen. Mindestens wird es aus äusserst irdischen, immerhin passenderweise: verkehrspolitischen Gründen nicht die abendliche Live-Sendung geben können. In jedem Fall wird die Radio-Séance für Sputnik aber in der nächsten regulären GUNSTradiosendung am Freitag, 19.10.2007 von 14-15 Uhr auf RadioX/Frankfurt ausgestrahlt. Und via Webstream WWW-weit zu empfangen sein

    [Bildchen: Logo des International Sputnik Day - Merci an Francis, sowieso!]

    Von miss.gunst am 04.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    03.10.07

    happy happy robot

    poro_ksw.gifErinnert sich noch jemand an den "Sad sad robot", der Ende 2005 vom zum Jahreswechsel kredenzten mp3-Mixtape winkte? Den kleinen roten Roboter, der sein rostiges Schicksal beklagte?
    Nun: Eigentlich hat er doch garkeinen Grund, derart herzzereissend aufzuheulen. Ganz im Gegenteil.

    Mindestens sollte man das meinen, wenn man durch die Ausstellung "Die Roboter kommen" streift, die vor einiger Zeit bereits im Berliner Museum für Kommunikation gastierte und seit gestern Abend nun in der Frankfurter Dependance zu sehen ist.

    poro1_g.gifDenn einerseits kann es natürlich schon ein ganzkleinwenig melancholisch stimmen, all die wunderbaren, aufs liebevollste konstruierten bzw. gebastelten KollegInnen versammelt zu sehen.
    Andererseits: Kann etwas ausgemustert werden, das doch von vornherein eher Prototyp war? Ganz zu schweigen von den spielerischen Experimenten, Phantasien und Utopien, die ohnehin ihr Eigenleben jenseits des Zweckhaften führen?

    Solange es Menschen gibt, die ein Herz für Roboter haben, steht jedenfalls nicht zu befürchten, dass sich der Deckel der Kiste endgültig schliesst. Und das belegte auch die Begeisterung, mit der das lokale Publikum gestern anlässlich der Eröffnung bis spät in die Nacht durch die Ausstellungsräume streifte.

    Einschlägig anfeuert übrigens nicht nur durch die Hymne vom "sad sad" bzw. "sad red robot", sondern gleich durch ein ganzes Konzert von pornophonique. Prädikat: Grossartig.
    Dochdoch, dass muss einfach so gesagt werden.

    Also nicht, dass wir irgendetwas anderes erwartet hätten. Aber erstens kommt die Kombi aus 8-bit, Akustik-Gitarre und (aber hallo, was für einer:) Stimme live schon nochmal direkter und schwungvoller rüber. Und zweitens ist es eben auch einfach schön, wenn man die Lieder auch mal mit anderen Fans im Chor singen kann - ohja, man kann und muss sozusagen, zumal alle grossen Hits von den pornophonikern grosszügigerweise frei ins Netz gestellt worden sind.

    poro2_g.gifAusserdem gab es natürlich auch Gelegenheit, sich anschliessend zünftig um das leider in viel zu geringer Stückzahl mitgeführte pornophonique-Merchandising zu prügeln bemühen bzw. neben den liebevoll mit verschiedenen Comic-Covern gestalteten "LP"-CDs schicke Shirts zu erstehen. [Beiseit bemerkt: Geht Letzteres, heisser Tipp an alle leer ausgegangenen bzw. in der Ferne verharrenden Fans, auch online jederzeit.]

    Und hernach liess sich - musikalisch zünftig untermalt von machtdose-DJ Gregor Schubert - eben um so stimmungsvoller zurück in die Ausstellung ziehen, um den dort versammelten kleinen und grösseren Roboterfreunden zu huldigen.

    Soweit für heute - zur Ausstellung selbst bei Gelegenheit nochmal mehr. Aber morgen steht erst einmal gleich die nächste historische Hommage an...

    [Bildchen: Ist der wunderbare sad sad sad red robot von pornophonique natürlich. Auch einen haben wollen? Geht, wie beschrieben, ganz einfach und zwar hier.]


    Von miss.gunst am 03.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    02.10.07

    Lochkameras aus Litauen

    lkvil_ksw.gifWird Zeit, ein paar Dinge aus dem Kulturbeutel auszupacken, die während der Exkursion nach Litauen dort gelandet sind.
    Wie beispielsweise eine zu-, jedoch unweigerlich auffällige Häufung von Lochkameras, auf die im Šiuolaikinio meno centras (kurz: ŠMC) bzw. dem Contemporary Art Centre (CAC) von Vilnius zu stossen war.

    Genauer gesagt: Eine Lochkamera und eine Camera Obscura - wobei letztere bekanntermassen ja nichts anderes als eine begehbare und (in der Regel) filmlose Variante, im Grunde ein Vorläufer von ersterer ist, der es dieser allerdings seinerseits voraus hat, ein bewegtes Bild zu liefern.
    [Genau, zum Thema Camera Obscura lässt sich auch das eine oder andere aus dem hauseigenen Archiv fischen.]

    lkvil_g1.gifDie Besonderheit jener Camera Obscura im CAC war jedenfalls weniger, dass es sich nahe liegender Weise um eine künstlerische Variation auf das Prinzip handelte bzw. handelt, insofern die Installation von Jurgita Remeikyt? Teil einer Ausstellung namens "Among Us" mit ausgewählten Positionen zur zeitgenössischen (Foto- und Video-)Kunst aus Litauen und diese wiederum noch bis 28. Oktober im CAC zu sehen ist.

    Vielmehr entpuppte sich das schwarze, rechteckige Zelt im Innenhof des Gebäudes als Multiples Bildgenerationsgehäuse. In dem (nicht nachgezählt, aber doch vermutlich:) hunderte von kleinen kreisrunden kopfstehenden Projektionen des Aussenraums überraschten.

    Gern hätten wir an dieser Stelle noch ein Bildchen oder wenigstens passende Anker zu dieser Arbeit geliefert. Richtig passend schaute die (Galerie?-)Adresse www.pinhole.lt aus - die gerade aber ganz und gar unzugänglich ist. Aber vielleicht lässt sich gelegentlich noch etwas nachlegen.

    Ebenfalls nicht mit Bild verfügbar, aber doch wenigstens zu beschreiben ist Lochkamera Nummer Zwei. Auch sie ist Teil besagter Ausstellung und gehört zu einer Reihe von Fotografien, die Vilma Šileikien? beigesteuert hat. Mit ihrer Serie namens "Pagaminta Lietuvoje" ("Made in Litauen", 2004/2005) dokumentiert die Künstlerin, die sonst im Museum arbeitet, Objekte, die von Menschen aus unterschiedlichen Anlässen für den Eigengebrauch oder als Geschenke angefertigt wurden; zusammen mit den Fotos werden auf kleinen Schautafeln die zugehörigen Geschichten gereicht.

    lkvil_g2.gifBeispielsweise ein genähtes Schatzkästlein aus Ansichtspostkarten, mit freigeschabten Röntgenfotos als Ersatzplastikbezug verstärkt, das der Schafhirte Pranas 1960 während eines Krankenhausaufenthaltes bastelte; Fliegenklatschen aus Schuhsohlen; Spikes aus alten Büchsen, die im Winter das Ausgleiten auf eisglatter Strasse verhindern sollen (und in der Handtasche ihrer Besitzerin, einer älteren Dame, zugleich als potentielle Verteidigungswaffe gegen Diebesattacken eines alternativen Einsatzes harren).

    Und eben eine kleine Lochkamera, aus einer Zigarrenkiste gefertigt.
    Sie gehörte einst, wie dem beigestellten Text zu entnehmen ist, dem Künstler und Fotografen Gintautas Trimakas - der, womit sich die virtuelle Sammlung litauischer Lochkamera-Kunst gleich noch einmal erweitern lässt, seinerseits auf diese Art der Fotografie spezialisiert ist und für jedes seiner Projekte eine neue Lochkamera bastelt. Die wir hier ebenso wenig zeigen können wie das von seiner Kollegin dokumentierte Exemplar - aber immerhin sind in diesem Fall bei der Litauischen Fotografen-Vereinigung auch einige seiner Bilder zu finden.

    [Bildchen: Wiedergegeben werden können aus den üblichen Gründen eben weder die litauischen Lochkameras noch ihre Bilder. Zum Ausgleich haben wir - wie so oft seufzend und stümperhaft - selbst eine Camera Obscura gebastelt. Das Panorama von Vilnius, das sie projiziert, ist sehr viel schöner allerdings auf der Fotografie zu betrachten, die Wikipedia-Spender Umnik im August diesen Jahres machte und dankenswerter Weise unter cc-Lizenz in die Commons gab.]

    Von miss.gunst am 02.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    28.09.07

    dorkbot swiss @ walcheturm

    vgal_ksw.gifBleiben wir doch gleich in Zürich. Und praktisch bei der Sache.
    Schliesslich locken wieder einmal die Schweizer dorkbots in den Zürcher Walcheturm.
    hacienda-Wetter hat es dieser Tage zwar nicht - aber dafür wie gewohnt ein leckeres Programm.

    Einen wesentlichen Teil des Abends werden die Gäste aus Kroatien - Kruno Jos?ti, Ivan Nikolic und Anna Sobczak - bestreiten, um eine ganze Reihe unterschiedlichster Projekte (EEII, MMKamp, FTR, Imromondays, GentleJunk NetLabel, FRSM u.a.m.) vorzustellen und anschliessend mit bzw. als digitalorganica zu performen.
    Weil es sich bei letzterem um eine "cellular automata music show" handelt, wird Ivan Nikolic?vorher noch eine kleine Einführung zu Zellulären Automaten kredenzen.

    vgal_g.gifAus Zürich kommen Karel Kulhavy und Guerkan Senguen dazu, um ihr VGA lamp-Projekt vorzustellen:

    A simple digital circuit that creates a valid VGA signal where the R, G, and B components can be adjusted. This allows to use an old CRT monitor as a coloured lamp where an arbitrary color can be set. Can be used for example for bedroom lighting.

    Als Dreingabe verspricht das Twibright Labs-Mitglied Kulhavy uns dann nochmals die Vorzüge des Twibright Optar (einen d2a-encoder, ums mal ganz schlicht zu machen) näher zu bringen.

    Und wahrscheinlich gibt es sowieso noch einiges mehr - auf jeden Fall aber einen kurzweiligen Abend mit spannenden Projekten und der Gelegenheit, aus erster Hand Details zu erfahren bzw. zu erfragen.

    Von miss.gunst am 28.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    27.09.07

    lehm aus lehm (mit musik)

    gzwo_ksw_n.gifWeil keine Zeit für Exkursionsberichte ist, gibts gelegenheitshalber grad noch einen Tagestipp für Zürich.
    Der im übrigen nicht nur mit Musik, Medien und Kunst zu tun hat. Sondern durchaus auch mit DIY-Kultur. Im weitesten Sinne jedenfalls.

    Schliesslich kann man im legendären Golem - eine aus Lehm geformte Gestalt, der mittels Zauber Leben eingehaucht wurde - schon so etwas wie einen "selbst gemachten Menschen" sehen. Aber das nur beiseit.

    gzwo_gn.gifNicht weniger legendär sind die Stummfilme, die Paul Wegener dieser Figur und ihrer Geschichte widmete - allen voran derjenige von 1920, "Der Golem und wie er in die Welt kam".

    Insofern wundert es wenig, dass er zu jenen Klassikern des frühen Films gehört, die gerade in den letzten Jahren immer wieder zu experimentellen Vertonungen eingeladen haben. [Wiederum beiseit: So unter anderem auch Thomas Köner - an dessen aktuelle Ausstellung im [plug.in] sich bei dieser Gelegenheit nochmals erinnern lässt.]

    Das Projekt Golem 2000, für das sich die Musiker der Formation Less (David Weber, Simon Berz, Stefan Landolt und Roger Hürlimann) mit der Künstlerin Michelle Ettlin zusammengetan haben, geht einen Schritt weiter, insofern es den Film selbst als Material versteht und der Legende per audiovisuellem Remix ein eigenes Leben einhaucht. Dass dabei auf der Bühne mönchskuttenartige Gewänder getragen wurden, kann erstmal als arg merkwürdige Referenz anmuten - doch so unstimmig ist es nicht, auch der expressionistische Stummfilm war seinerzeit in Sachen Kostüm- und Kulissengestaltung alles andere als historiengetreu.

    Wie auch immer: Nicht nur weitere Hintergrundinfos, sondern auch Bilder (inklusive bewegte) sowie Kostproben fürs Ohr gibt es auf den Heimseiten von Golem 2000 - heute Abend um 21:00 aber geht es nochmals live zur Sache, denn dann wird im Zürcher Bazillusclub die Neuerscheinung des Tonträgers zum Projekt gefeiert. Ist doch mal eine Alternative zu "I c-c-can make you a ma-ha-ha-ha-han..."...

    [Bildchen: Die sehr ansehnliche Golem 2000-Graphik, wie sie u. a. auch den Titel der Pressemappe (pdf) schmückt.]

    Von miss.gunst am 27.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    17.09.07

    gut genug für euch (und besser)

    gefy_ksw.gifZur Abwechslung und wie immer wieder mal gern zum Wochenbeginn ein bisschen Musik. Aber natürlich nicht irgendwelche.
    Vielmehr verdankt sich die Empfehlung der betreffenden Formation erstens der Linz-Exkursion, von der ja noch weiter Bericht erstattet werden sollte (bzw. einem extrem erfrischenden Konzert ebendort). Und zweitens der Tatsache, dass sich die dort genossene Performance auch insgesamt ganz prima in den Interessenradius dieses Logs fügt.

    Angefangen schon mal damit, dass besagtes Konzert im Roten Krebs und dort im Rahmen eines kleinen, sehrsehrfeinen Specials des Instituts für erweiterte Kunst namens "Welcome to the Jungle of the Real" stattfand. Letzteres übrigens unter Mitwirkung des Hyperwerk organisiert. [Btw: Ziemlich nett muss schon die Avatars-Get-A-Life-Party am 07.09. gewesen sein. Leider verpasst, da an dem Tag noch andernorts verpflichtet.]

    gefy_g.gifSehr sympathisch auch der Hintergrund, aus dem die beiden Mitglieder dieser Kombo kommen: Raumschiff Engelmayer exploriert ansonsten mit Bulbul das NoiseTrashPluriversum, Karin Brüll kennen und schätzen wir sowieso aufgrund ihres Einsatzes bei den (Tschuldigung, geht nicht ohne dieses Attribut:) grossartigen Schwestern Brüll.
    Und beide zusammen sind eben seit zwei Jahren GOOD ENOUGH FOR YOU. Aber natürlich noch viel viel besser als das.

    Nun ist das hier bekanntlich (bis auf sehr sehr seltene Ausnahmen) kein Konzertkritik-Blog. GOOD ENOUGH FOR YOU sind aber auch nicht irgendeine nette Band, sondern eher so etwas wie ein glamouröses KonzeptPerformanceTrash-Duo, das hitverdächtige, das heisst: durchaus auch tanzbare Installationen produziert. Oder so ähnlich. Kuhle Kostümierung und selbstgebastelte Instrumente inbegriffen - unter letzteren ein von Mlle. Brüll mit Hingabe gezupftes E-Beil sowie an des Herrn Raumschiff verlängertem Rücken applizierte Buttock-Bongos (nennen wir grad mal so mangels offiziell verfügbarer Benamsungen).

    Ausserdem: Tolle Texte (natürlich streckenweise auch mitsingtauglich, auch wenns ein bisschen Übung braucht) und ein preisverdächtiger Tonträgertitel, "Wer hat von meiner Installation gegessen" (CD, bei 22.Jahrhundertfuchs; zudem gibts noch eine mit Acid Pauli aka Console produzierte schicke blaue Single bei disco b).

    Kleine Auswahl von Ohrzuckerln hat auf den MySpace-Seiten von GEFY; bei YouTube ein kleines Bandporträt von senf.tv. Das allerdings, wie gut gemeint auch immer, allenfalls ein Gran des unschlagbaren Charmes der Guten vermittelt.

    Von daher (aber eh klar): Besser mal nach den nächsten Konzertterminen auslugen. Als da wäre zum Beispiel kommenden Samstag (22.09.) einer im Maria in Berlin. Zu weit weg? Nun, wie das Medium bereits munkeln hörte, dürfen vielleicht auch die ZürcherInnen schon mal Vofreude auf ein Wiedersehen schüren. Wenn nicht wieder dort, dann an einem anderen Ort vor Ort. Weil, wie es der Zufall ein guter Geist so will bzw. plant, auch der nächste popupshop an der Limmat stattfinden soll. Und wenn alles gut geht, zu diesem würdigen Anlass dann möglicherweise auch GOOD ENOUGH FOR YOU Glück und Freude verbreiten werden... toitoitoi...
    gefy_g2.gif
    [Bildchen: War leider keine Zeit, eins von diesen wunderbaren Bandfotos anzufragen; es handelt sich also mal wieder um eine Begelfsimagination. Irgendwie ein bisschen inspiriert von der Gitarrenwunderaxt - wobei das Exemplar von Mlle Brüll, nix pink, ein kerniges handelsübliches ist. Der Dank für den Glam geht an Inkwina; der für die Axt im Haus an Luigi Chiesa. Merci und cc-by-sa.]

    Von miss.gunst am 17.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    14.09.07

    fm fähre (WRT)

    fmfe_ksw.gifIn diesen Tagen haben sich, wie seit 2001 jedes Jahr im Frühherbst, viele Blicke nach New York gerichtet. Durchaus auch mit einer historischen Referenz im Hintergrund, aber doch einer wesentlich erfreulicheren, heisst es nun die entsprechende Ausrichtung des Radars noch ein bisschen beizubehalten:
    Für das FM Ferry Experiment.

    1967 nämlich war schon mal das von Charlotte Moormann begründete New York Avant-Garde Festival (1963-1980) auf jener berühmten Fähre gelandet, die Staten Island mit Manhattan verbindet.

    fmfe_g.gifIn Hommage an diese historische Okkupation der Staten Island Ferry haben Valerie Tevere und Angel Nevarez von neuroTransmitter (erst kürzlich mit ihrem WUNP Radio in unseren Radar geraten) nun ein Projekt initiiert, das ebenfalls wieder einen Webradiotipp wert ist:

    An acht Tagen im September (14./15., 20. bis 22. und 27. bis 29.09.) wird nämlich vom Hurricane Deck der Staten Island Ferry aus Kunstradio gemacht bzw. gesendet - und erfreulicher Weise ist das FM Ferry Experiment eben nicht nur auf lokaler Frequenz, sondern auch via Webstream zu empfangen; wohl damit nichts schief geht, sogar über zwei Stationen, nämlich zum einen das treuen LeserInnen bereits einschlägig bekannte Kunstradio Free103Point9 sowie über das lokale Community-Radio WSIA 88.fm.

    Auf dem Programm (Dank der slicken Flash-Programmierung der Seite leider nicht direkt verankerbar, *seufz*) stehen jede Menge Leckereien; darunter nicht nur Hörkunst namhafter KollegInnen von Brandon LaBelle (mehr im Archiv) über Phill Niblock und Carsten Nicolai bis Martha Rosler (um mal die denkbar grosse Spannbreite anzudeuten).
    Sondern auch solche, die uns in Form von Live-Performances bzw. -Auftritten aus dem Fährenstudio nähergebracht werden.

    Mit dabei unter anderem Ralf Homann von schleuser.net bzw. dem Radiostudio der Weimarer Bauhausuni, Sandra Skurvida & Jud Yalkut (!) und die School of Missing Studies.

    Das alles und noch viel mehr ab dem heutigen Freitag (14.09.07) ab 12:00 Uhr New Yorker Zeit (bis jeweils vier Uhr nachmittags) - ergo bei uns sechs Stunden später. Da richten wir doch gern unseren Radar aus und sperren unsere Öhrchen auf...

    [Bildchen: Die e-Postkarte mit dem schicken FM Ferry Experiment-Logo, das Steve Varga für das Projekt gestaltet hat.]

    Von miss.gunst am 14.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    06.09.07

    pneuma monoxyd

    tkam_ksw.gifAuch wenn andernorts gerade ganze Festivals locken - die Empfehlung des Tages geht klar nach Basel.
    Mindestens sollte sich, wer noch nicht zur Ars Electronica aufgebrochen ist, heute Abend im [plug.in] einfinden.

    Zur Eröffnung seiner Ausstellung PNEUMA MONOXYD - die neben der gleichnamigen Installation eine Reihe neuer Fotoarbeiten umfasst - wird Thomas Köner nämlich zu einem Konzert einladen.

    tkam_g.gifWer - um nur mal bei den Ortsansässigen zu bleiben - im November 2004 im Rahmen der VIPER in Köners Installation "Banlieue du Vide" in der Kunsthalle eingetaucht ist (wo Überwachungskamera-Bilder verschneiter Strassen einer polaren Welt einander so perforieren, dass sie in kontinuierlicher Metamorphose verschmelzen, während zugleich molekularisierte Klangpartikel in die Knochen kriechen) oder wer im Rahmen der Basler Museumsnacht seine Soundperformance im Museum für Gegenwartskunst erlebt hat, wird sich diesen Termin vermutlich sowieso schon längst im Kalender angestrichen haben.

    Allen anderen sei nicht nur das Konzert, sondern natürlich auch der Besuch der Ausstellung wärmestens ans Herz gelegt. Was leider mangels Zeit einfach mal so stehen bleiben muss, insofern das treue Medium seinerseits nämlich gerade die Koffer packt, um in Richtung Linz zu entschwinden. Von wo aus dann aber hoffentlich der eine oder andere Eintrag gesendet werden kann (momentan schwächelt der Server leider wieder mal, toitoitoi dass das nicht wieder in einer Zwangssendepause endet...)

    Mehr zu Thomas Köner natürlich auch im hauseigenen Archiv und speziell zu seinen Installationen dann angelegentlich auch auf treuem Papier (und online) in der Oktober-Ausgabe des Kunst-Bulletin.
    Die Ausstellung selbst ist im [plug.in] jedenfalls noch bis 14.10. zu sehen. Und im Anschluss kann man dann gleich eine Exkursion ins Ruhrgebiet planen, wo der Hartware MedienKunstVerein diesen Winter eine umfassende Einzelschau zeigen wird.

    [Bildchen: Neineinein, sehen denen von Thomas Köner ganz und gar nicht ähnlich. Alles andere als das. Sondern: Wie immer frei zum Gegenstand assoziiert und dabei im Dunkel auf ein Kohlenstoffmonoxyd-Molekül gestossen...]

    Von miss.gunst am 06.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    02.09.07

    Radio Danièle (WRT)

    rdcw_ksw.gifSeit dem vergangenen Wochenende zeigt die Kunsthalle Zürich eine Einzelschau des amerikanischen Konzeptkünstlers Christopher Williams. Sehenswert in jedem Fall - aber davon abgesehen würde man in einem Log mit besonders freundschaftlichem Verhältnis zur DIY- und Bastelkultur vielleicht doch eher einen Hinweis auf die Ausstellung erwarten, die ein Stockwerk tiefer zu sehen ist, wo Olaf Breuning - auch wenn er mittlerweile vozugsweise basteln lässt - wie gewohnt einer entsprechenden Ästhetik frönt.

    Aber hier soll es ja auch gar nicht um Williams' Ausstellung selbst gehen. Sondern um ein echtes Highlight ihres Rahmenprogramms.

    rdcw_g1.gifAnlässlich seiner Schau in der Galleria d’Arte Moderna in Bologna hatte Williams nämlich im Frühjahr diesen Jahres zusammen mit dem Künstler und Kritiker John Kelsey ein spezielles KunstRadio-Format entwickelt, mit dem er nebenbei auch dem legendären "Radio Alice" Reverenz erwies, das 1976 als erster freier Radiosender Italiens in Bologna auf Sendung gegangen war:
    "Radio Danièle", benannt nach der 2006 verstorbenen Regisseurin Danièle Huillet (wem dieser Name sträflicher Weise nicht so viel sagen sollte: mehr zu den Filmen, die sie gemeinsam mit ihrem zweiten Mann Jean-Marie Straub drehte, u.a. in der Wikipedia).

    Hiefür hatten die beiden zahlreiche KünstlerInnen und Künstlergruppen (unter anderem: Paul McCarthy, Albert Oehlen, Bernadette Corporation, Jutta Koether & Steve Parrino) sowie diverse Initiativen eingeladen, Musikmixe und experimentellere Formate zu entwickeln oder gegebenfalls auch vorhandene Produktionen einzureichen - mit dem Ergebnis, dass seinerzeit mehrere Monate lang regelmässig gesendet werden konnte.
    Das komplette Archiv von Radio Danièle ist nach wie vor auf den Seiten des Bologneser Senders Radio Citta Del Capo abrufbar, wo die einzelnen Sendungen übrigens auch zum Herunterladen zur Verfügung stehen.

    rdcw_g2.gifWährend der Laufzeit der Zürcher Schau in der Kunsthalle sollen diese Sendungen nun nicht nur über Radio LoRa ausgestrahlt werden, sondern es ist auch eine Fortsetzung des Radio Danièle-Konzepts geplant:

    "Comprised of a mix of live and pre-recorded material, music and discourse, radio plays, rants, mix-tapes, play lists, experimental, urban, folk, hardcore, and pop sounds. You can listen to Radio Danièle on Radio LoRa from Sunday night until Wednesday night at 2 am. Sometimes for 7 Minutes, sometimes for 4 hours."

    Wer kann, der kann, muss man mit Blick auf die Ausstrahlung des Programms wohl seufzen. Jedenfalls: Heute Nacht - oder vielleicht besser gesagt: morgen früh, nämlich zu der extrem privilegierten Sendezeit zwischen 02:00 Uhr und 04:00 Uhr a.m. können hartgesottene Kunstradio-Fans lauschen, wie die Ankündigung diesmal ausgelegt wird, wenn A.R.E. WEAPON ("A New York-based band who make songs about New York") auf Sendung geht.

    [Bildchen: Haben natürlich nichts mit Christopher Williams zu tun, dem so ein Geschmuddel nicht in die Fototüte käme. Reine Notlösung, basierend auf Radiogeräten der 1970er - für die wie so oft den Wikipedia Commons zu danken und dem grossen GNU eine Widmun zuzuwinken ist.]

    Von miss.gunst am 02.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    25.08.07

    schöner lichtwerfen ff.

    kmtp02_ksw.gifNachdem wir jüngst den Workshop rund um "Kunst und Musik mit dem Tageslichtprojektor" wärmstens weiterempfohlen haben, ist es nun natürlich allerhöchste Zeit, mal nach den Ergebnissen des Arbeitstreffens zu schauen.
    Die wurden nämlich bereits und werden heute Abend* noch einmal in einer eigens anberaumten Overhead-Party öffentlich gemacht.

    Zu dieser steuert eine ziemlich illustre Runde Lichtwürfe bei - neben den Veranstaltenden, also Christian Faubel von derstrudel, Tina Tonagel und Ralf Schreiber sind unter anderem mit von der Partie:

    kmtp02_g.gifSara Kolster, die einige mehr über ihre Sound-Projekte kennen dürften (s. z.B. sound transit - eine Plattform, die hier schon seit geraumer Zeit in der Warteschlaufe für einen Zettelkasten-Eintrag sitzt). Sowie die sowieso (solo und gemeinsam) ziemlich grossartigen loud objects (in diesem Fall vertreten durch Tristan Perich sowie, als Projektgästen, Leah Wechsler und Chris McDonald).
    Womit so dezent als möglich angedeutet sei: Dass es nicht nur Leckeres zu sehen, sondern auch zu lauschen gibt.

    Insofern: Wer Zeit und Gelegenheit hat, möge sich ab 19:00 Uhr in der Kölner Moltkerei Werkstatt einfinden.*

    [Bildchen: Merci an Ralf Schreiber und Christian Faubel für die Zusendung - und Verneigung vor Cordula Körber ob des ansprechenden Plakats.]

    * Autsch, autsch. Nicht nur dass der derstrudel-Server schwächelte (wahrscheinlich aus Eifersucht, wo es diesmal ja um eine Hommage an analoge Technologie ging). Auch hier im Log ist mit der Publikation etwas schief gelaufen. Streik der Automaten. Tja.

    Von miss.gunst am 25.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    24.08.07

    DIY arbeit (9to5 +n, mit WRT)

    wnea_ksw.gifZu einem klassischen "9to5-Job" würde eigentlich gehören, das Wochenende frei zu haben. Aber es geht auch anders, sowieso. Und wo kein Feierabend, gibts natürlich auch keinen Sonntag - genauer gesagt: Das alles muss man sich schon selber machen, wenn man sich die Arbeit selbst organisiert. So ganz gut klappt das offenbar nicht immer - und das gilt offenbar nicht nur für hard blogging scientists, ums mal gleich im branchenüblichen denglisch zu formulieren.

    In Berlin wird jedenfalls derzeit genau zu diesem Komplex kollektiv durchgearbeitet, schon seit Donnerstag abend und noch bis zum kommenden Sonntag früh. Und damit angesichts der Tatsache, dass man zusammen nebenbei auch Spass an der Freude haben kann, keine Missverständnisse aufkommen, heisst das Ganze programmatisch "9to5 - Wir nennen es Arbeit Festival Camp".

    wnea_as_g.gifVerantwortlich für Konzeption und Organisation zeichnen die in der Sache denkbar kompetenten und durch die Publikation des Buches von Holm Friebe und Sascha Lobo, "Wir nennen es Arbeit", selbst in echten 9to5-Freak-Kreisen denkbar prominenten BetreiberInnen der Zentralen Intelligenz Agentur - die treuen LeserInnen dieses Logs unter anderem auch über die hier schon früh heftig angehimmelte Riesenmaschine bekannt sein dürfte.

    Im hauseigenen Blog, der während der drei Tage und Nächte live fleissig weiter bestückt werden soll, setzt man schon vorab ganz professionell auf embedded journalism - wie auch immer zarte Anflüge von Kritik werden entsprechend lässig abgewedelt. Dabei hat die HNA mindestens insofern recht, dass sich weniger betuchte Bohemiens und Bohemiennes womöglich vor allem tagsüber den Spass an der Freude des Arbeitens über Arbeit gönnen können. Dann ist das Programm nämlich für Umme, während für die hellen Nächte eben schon ein paar Eurolein locker gemacht werden müssen. Kultgetränkekonsum exklusive, versteht sich. [Beiseit: Müssten da nicht eigentlich alle, die das Selbstverständnis der VeranstalterInnen teilen, freiwillig ein Businessticket erwerben?]

    Allerdings gibts als Dreigabe zum Dreitagesticket das obligate Fan-Shirt; ausserdem kann man sich, wie sich's für eine Veranstaltung des DIY-Minikapitalismus gehört, auch über aktives Mitwirken als TellerwäscherIn HelferIn freien Eintritt erwirken. Obendrein darf vor Ort sogar genächtigt werden - klar, weil man sich in einer Agentur beim Arbeiten ja auch wie zu Hause fühlen soll. Obwohl wir ja eigentlich längst gelernt haben, dass man superökonomischer Weise besser gleich das eigene Heim zum Arbeitsplatz erklärt.

    Zudem ist es tatsächlich auch so, dass - wie klug formuliert wird - die meisten Veranstaltungen "from 9to5" stattfinden. Was freilich nicht bedeutet, dass es sich dabei auch um die begehrenswertesten Veranstaltungen der Veranstaltung handelt, die zu den üblichen Bürozeiten zu haben sind. Weil das ja auch eine seltsame Hierarchie einführen würde, die sich - zumal unter den Kriterien sogenannter freiberuflicher Arbeit - schwerlich mit einer Art Nacht- oder Überstundenzuschlag erklären liesse. Also klassisches Intellektuellendumping versus DJ/MusikerInnen-Glamfaktor? Oder Verbilligung aufgrund notwendiger Eigentbeteiligung? Viel einfacher: Gemeint ist nicht zwischen 09:00 und 17:00 Uhr, sondern 9to5 p.m.

    wnea_bs_g.gifAber wie auch immer bzw. wie prekär man die fröhliche Identifikation mit einem neuen Bohème-Begriff finden mag (der nämlich nicht nur aus dem 19. Jahrhundert stammt, sondern als klassischer Künstlermythos bis heute für eigentlich mit eher unerfreulichen Konsequenzen für die freiwillig wie die unfreiwillig von entsprechenden Projektionen Betroffenen einhergeht): Das Programm als solches (gibts auch als schickes pdf-Heftchen) ist schlicht und ergreifend ziemlich lecker, erwartungsgemäss.

    Insofern: Schön, wenn man dieser Tage in Berlin sein kann und nicht anderweitig anderswo, *aehm*, arbeiten muss.
    Wobei, à propos. Multitasking ist bei uns superflexiblen Patchworkern ja sowieso eine Selbstverständlichkeit. Weshalb wir glatt noch so etwas wie einen Webradio-Tipp hätten. Bei den Berliner Campern handelt es sich nämlich um freiwillig gläserne Werktätige; wird inklusive Abendprogramm alles gestreamt. Und wer beide Streams nicht stereo schafft, kann das Verpasste sogar als Podcast nachhören. Klappt bislang bestens. Also, Kommando zurück und neue Frage: Warum an die Spree fahren, wenn man wie gehabt weiterarbeiten und trotzdem an der berufsbezogenen Fortbildungsmassnahme teilnehmen kann?

    [Bildchen: Nunja, steht im Grund drauf wie drin. Die A- und die B-Seite des Lebens in der analogen wie der digitalen Bohème. Wir wissen schon auch, wovon wir so träumen, wenn der Tag lang ist. Oder etwa nicht?]

    Von miss.gunst am 24.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.08.07

    Segmente mit OptoSonic Tea

    osot_ksw.gifZu spät, aber dennoch: Ganz ohne Eintrag geht das wirklich nicht. Schlimm genug, wegen Abwesenheit das Konzert des Monats verpasst - und es noch nicht einmal angekündigt zu haben.
    Gestern war nämlich im Zürcher Walcheturm kein Geringerer als Phill Niblock zu Gast.

    Und das auch noch mit einer Veranstaltung, die bestens ans Thema des kürzlich vorgestellten CAMP Festival anknüpfen lässt: Diesmal ging es im Rahmen der Segmente-Reihe für elektronische Hörkunst nämlich um das Miteinander von Bild und Ton.

    Hierfür hatte man aus New York ein genau auf diesen Zusammenhang spezialisiertes Format eingeladen, das dort die Diapason Gallery unter dem schönen Namen "OptoSonic Tea" eingerichtet hat - eine ganz spezielle Teestunde, bei nicht nur Becher des belebenden Gebräus kredenzt, sondern eben auch Projekte im Bereich audio-visueller Live-Performance vorgestellt und diskutiert werden.

    osot_g.gifBetreut wird OptoSonic Tea von den Künstlerinnen Katherine Liberovskaya und Ursula Scherrer.

    Beide waren denn auch in Zürich vertreten, wo Scherrer mit der Sound-Künstlerin und dorkbot swiss-Organsitorin Monya Pletsch (zum Schnuppern: ein paar ihrer am SNM der ZHdK entstandenen Projekte) und Liberovskaya mit Jason Kahn jeweils einen eigenen Programmteil bespielte.

    Und dazu, davor eben noch Phill Niblock. Hoffen wir mal, dass dieses Highlight der Saison einen entsprechenden Zuspruch erfahren hat.

    [Bildchen: Nicht eben des Anlasses würdig - da zum Basteln grad so gar keine Zeit ist, musste die kürzlich ebenso unwürdig zur elektronischen Teezeremonie eingeschenkte eingeschüttete Schale nochmals herhalten. Diesmal Faust Tasse aufs Auge bzw. Auge in Tasse optophonisch assoziiert. Der Dank für die Ingredienzien geht an die Wikipedia Commons und ans grosse GNU]

    Von miss.gunst am 23.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    18.08.07

    one minute film festival 07

    omvff_ksw.gifAlso: Dieser Eintrag könnte sich eigentlich schon deshalb kurz halten, weil sein Gegenstand keine Längen duldet.
    Weder im einen noch im anderen Sinne: Schliesslich verlangt ein Filmfestival, das eigens für Vilme da ist, die nicht länger als eine Minute über die Leinwand flackern, dass diese zugleich kurzweilig sind.

    Logisch, denn sonst würde sich die Zeit ja trotz messbar kurzer Dauer unbotmässig dehnen.

    omvff_g1.gifDarum also denkbar bündig:
    Seit gestern und noch bis zum morgigen Sonntag läuft in Aarau das one minute film festival. Und weil das Motto "wenig ist mehr" schon für die eingereichten Werke selber gilt, kann das Programm zum Ausgleich natürlich um so mehr des kurzen Guten (oder: des guten Kurzen) bieten.

    Eine Übersicht über das Programm gibt es bequemer Weise als pdf zum Herunterladen, ebenso wie den Katalog in niedriger Auflösung fürs Betrachten am Schirm sowie in der druckfähigen höher aufgelösten Variante.

    Bleibt von hier aus nur noch: Frohes Sichten zu wünschen!

    P.S.: Auch wenn's zeitlich konkurriert: Gestern gab es beim nicht von ungefähr wärmstens empfohlenen Stuttgarter CAMP festival im Anschluss an die Vorträge Previews der Performance-Sets, die heute und morgen laufen werden. Mehr als lecker. Und bei Gelegenheit vielleicht noch mal mehr - für heute einfach: Fahre hin, wer kann.

    Von miss.gunst am 18.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    17.08.07

    CAMP (07) stuttgart

    cf07_ksw.gifGeht natürlich zur Abwechslung auch mal ein bisschen harmonischer, was das Miteinander von Bild und Ton betrifft.
    Wobei: noise ja durchaus als eine mögliche Erscheinungsform von visueller Musik verstanden werden kann.
    Allerdings eben nur als eine von vielen.

    Das CAMP Festival in Stuttgart will jedenfalls in dieser Hinsicht prinzipiell schon eine etwas grössere Bandbreite bieten.

    cf07_g1.gifCAMP klingt zwar vielleicht erst mal nach Camping (und damit nach einem in diesem Log ebenfalls gelegentlich gern verfolgten Strang.
    Tatsächlich steckt in diesem Fall hinter den vier Buchstaben aber ein Akronym, das als "Creative Arts and Music Project" entschlüsselt werden will. Welches wiederum als "Plattform und Forschungslabor für KlangkünstlerInnen, MusikerInnen und KünstlerInnen aus den Bereichen Video, Installation, Projektion und digitale Medien" fungieren soll.

    Gestern und vorgestern (15./16.08.) gab es zu diesem Behufe bereits Workshops mit diversen geladenen Aktiven aus diesen Tätigkeitsfeldern. Und heute wird ab 19:00 Uhr zu einem öffentlichen Vortragsabend und Podium zum Thema Visuelle Musik geladen; mit Axel Stockburger, dem RL-Alter Ego des braven Mediums sowie als hochkompetentem Moderationsteam Cornelia und Holger Lund von fluctuating images.

    cf07_g2.gifMorgen und übermorgen (18./19.08.) jeweils ab 21:00 Uhr werden dann die beteiligten KünstlerInnen die entsprechende Praxis in Form von Konzerten und VJ-Performances vorführen.
    Mit dabei u. a. Masayuki Akamatsu, Ricardo Caballero, Stuart Crundwell, Fried Dähn, Friedrich Förster, Philipp Geist, Kasumi, VJ Oxygen, Solu und Sabine Weissinger.

    Alles dies im Württembergischen Kunstverein Stuttgart, wo ausserdem täglich bis Mitternacht die CAMP Bar zu audiovisuellen Leckerbissen Cocktails kredenzt.

    Von miss.gunst am 17.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    16.08.07

    sexy noises

    onoi_ksw.gifLeider tendenziell etwas weit entfernt für einen idealen Veranstaltungstipp - so man nicht in Berlin wohnt oder gerade dort zeltet.
    Ist aber erstens so ein leckeres Programm, dass es quasi reflexartig einfach weiterempfohlen werden will.
    Und zweitens besteht die wie auch immer vage Hoffnung, dass weniger Privilegierte wenigstens per Webradio mitlauschen können.

    Die DIENSTbar im [][][]raum bittet nämlich schon wieder zum noise-Vergnügen, ganz nebenbei an einem schlichten Donnerstagabend ein richtiges kleines Mini-Festival. Mindestens verspricht der Abend ziemlich sexy zu werden.

    Mit den wilden Performern von Cock E.S.P. (Stoff zum Warmwerden nicht nur auf der obligaten MySpace-Seite, sondern - inklusive Fotos und Videoclips en masse - auch auf den Heimseiten; und für Wissbegierige zudem ein bisschen Bandgeschichte in der Wikipedia).

    onoi_gk.gifGleich mit zwei Acts ist das (beiseit: überhaupt ziemlich interessante) Netzwerk der ORIGAMI-Republik vertreten - einem Zusammenschluss, dem es ungeachtet seines netten Namens weniger ums kunstvolle Falten kleiner Papiere geht. Dafür um viele andere schöne Sachen.
    In Berlin wird jedenfalls zünftig aufgespielt, und zwar von und mit Origami Genitalia (Eric Hofferber und Emil Hagstrom, welchletzterer auch bei Cock E.S.P. aktiv ist - logisch eigentlich, der Weg von C nach G ist nicht sehr weit).

    Sowie Tore H. Bøe a.k.a. Origami Boe (ebenfalls mit einer OB-MySpace-Seite ausgerüstet. Klar). Zu dem wir vielleicht einfach mal das in der Veranstaltungsankündigung mitgeschickte Zitat von Lasse Marhaug weitergeben, wie auch immer es ankommen mag:

    "I started the Origami Replika show, after 5 minutes Boe came, fell on
    his face when trying to get on stage, then proceeded to not plug his
    microphone in, but jumped around in Masonna-like fashion, blood gushing from his mouth (you'd never believe this guy has written several books of p0p). Much applause afterwards, we sold a lot of tapes and records, but nobody spoke to us."

    Ja dann. Nein: Ja und dann bleibt noch (kann man sagen: als Stargast des Abends? Na, aus Fanperspektive gönnen wir uns das mal) kein Geringerer als Sudden Infant (auch er mittlerweile mit MySpace-Seite) anzukündigen. An dessen kleines, feines, einfach schönes Konzert fast just genau vor einem Jahr in Solothurn - genau, bei der von Strotter organisierten bzw. aufs liebevollste kuratierten HOME MADE-Reihe im Künstlerhaus - wir uns ebenso gern wie etwas wehmütig erinnern. Das Konzert gab natürlich keinerlei Anlass zur Wehmut. Eben drum ist es aber um so bedauerlicher, heute nicht in Berlin zu sein. Oder?

    Wer hingegen in der deutschen Hauptstadt weilt: Begebe sich ab 21:00 Uhr an die DIENSTbar im [][][]raum in der Schwedenstrasse 16, Berlin-Wedding.
    Und wir anderen gucken dann mal hoffnungsfroh, ob wie so manches mal zuvor auch heute der Webstream aktiviert wird...

    [Bildchen: Eigentlich selbst zur Feier des Tages was falten wollen. Leider hierfür keine Musse gefunden. Und dann zum Glück in den Wikipedia Commons ein Methan-Molekül entdeckt, das sogar passender Weise etwas Phallisches hat. Wenngleich natürlich nicht ganz so eindeutig wie die liebevolle Bastelarbeit im Logo-Pic bei Cock E.S.P.]

    Von miss.gunst am 16.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    15.08.07

    was mit gesten geht (WRT)

    cwlb_ksw.gifVor genau einer Woche ging es an dieser Stelle um das Verhältnis von Körper und Klang im Radio, genauer gesagt: Um eine Radiokunst-Sendung, die sich eben diesem Thema widmete.
    Wer das spannend fand, sollte sich die auch die aktuelle Folge der Reihe des WDR Studio Elektronische Musik zu Gemüte führen, die heute (15.0.07) Abend ausgestrahlt wird.

    Diesmal liegt der Schwerpunkt auf dem oft eher schwierigen Verhältnis der elektronischen Musik zum Körper und seinen Gesten - zu dessen glücklichen Effekten es gehört, dass es zahlreiche MusikerInnen und KomponistInnen kreativ und mit spannenden Ergebnissen bearbeitet haben.

    Dementsprechend harrt unser eine Sendestunde, die ein Highlight nach dem anderen verspricht.

    Mit dabei ist zunächst einmal Anla (ehem. Alan) Courtis - in diesem Log schon mal anlässlich seines Solo-Auftritts in der Frankfurter curmbox vorgestellt - mit "Studio for Wire Plugs" (1991; tatsächlich auf Klangerzeugungen aus einem Kabelstecker basierend. Das Stiück wurde auf seinen "Tape Works" publiziert - einige Impressionen kann man sich von daher aus den Rezensionen dieses Tonträgers zusammenklauben).

    cwlb_g.gifAlsdann das International Theremin Orchestra mit Touchless II (1998; auf Andrew Gartons alten Heimseiten kann man sich nicht nur über das Projekt Touchless informieren, sondern findet auch schnell zur Dokumentation von Touchless I hineinlauschen - übrigens eine Kunstradio-Produktion).

    Weiter geht es mit Michael Waisvisz, dem Erfinder der besonders unter Noise-Fans allseits geschätzten cracklebox (die in diesem Log natürlich auch schon mal herumgeisterte), von dem Crackle revisited (1977) zu hören sein wird.

    Als nächstes wird dann Laetitia Sonami - ursprünglich Datenhandschuhbewehrt - zum Gespräch mit einer Glühbirne bitten ("Conversation with a Light Bulb", 2000 - sollte im Prinzip in Auszügen auch unter den Audio-Stücken auf ihrer Heimseite anzuhören sein. Ist es aber leider nicht, klassische Frustration: file not found. *seufz*).

    Anschliessend und zum guten Schluss gibt es noch Ausschnitte aus Rolf Gehlhaars "Cusps" (1992) sowie "Area/Puls" (2000) vom bzw. von (der) Sensorband, bestehend aus Edwin van der Heide, Zbigniew Karkowski, Atau Tanaka.

    Kurzum: Mehr als nur eine nette Geste, was das Studio Elektronische Musik und da heute ab 23:05 Uhr in der Themensendung "Gesten, übersetzt" kredenzt. Und wunderbarer Weise eben auch per Webradio mitzulauschen.

    [Bildchen: Die hier geborgte Glühbirne spendete 1997 den Wikipedia Commons, die flink zu Datenhandschuhen umgewidmeten Gummigreifer stammen aus selbiger Quelle; ersterer folgend untersteht auch die Konversation als solche dem grossen GNU]

    Von miss.gunst am 15.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    12.08.07

    pong pop party

    moub_swn.gifMachen wir ja selten, aber heute muss es einfach sein. So oft gibt es Einschlägiges für 8-bit-Fans ja nicht anzukündigen. Dafür kommts demnächst ganz dicke, wenn die - in diesem Log bereits weidlich gepriesene - Ausstellung pong.mythos in Bern gastiert.
    Im Vorfeld wird aber erst einmal zünftig gefeiert: Mit einer pong.mythos Warm Up-Party in der Dampfzentrale.

    Glasglockenklar, dass da auf jeden Fall micromusic vertreten sein muss (mehr dazu u.a. natürlich auch in den hauseigenen Archiven) - in diesem Fall mit Carl und Wanga als DJ Bitmixer-Dreamteam.

    pmoub_g2.gifDamit aber nicht genug, haben sich - à propos Team - zudem die mittlerweile ja schon beinah legendären teamtendo aus Paris angekündig. Jö - dass es die noch gibt! [Also nicht etwa nur (noch) im Film. Und, ja: natürlich nicht auf/mit einem MySpace. Nur 1111 echte Freunde. Kein Wunder, dass da nicht mehr so viel läuft....]

    Ebenfalls zu Gast aus der französischen Hauptstadt: Jean-Nipon bzw., genauer gesagt: Jean-Nipon.
    [sic!, insofern der Gute nämlich seine MySpace-Präsenzen quasi schizo aufgespalten hat und letztere für die musikalischen Aktivitäten zuständig ist. Das eigentlich nur beiseit bemerkt, aber: So verständlich seine Weigerung, auf den Heimseiten die MySpace-üblichen Freundesheere zu sammeln - warum legt er erstere dann überhaupt in so einer Fertigbauhausrabatte an? Wie wärs denn mit einer schlichten Webseite für diesen Zweck, und Ruhe ist - vom Fehlen der nahezuzwangsläufigen Designpein mal ganz abgesehen).

    Support für die aus anderen Städten geladenen kommt nahe liegender Weise, da Moustache die low+n-Tech-Sause organsiert, von den Round Table Knights. [... die natürlich auch eine Tafelrunde auf MySpace haben. Auf der in der Kopfzeile, *huch*, tatsächlich "Christian Raps" blinkt. Also echt jetzt? Nur wenn: Dann wären Kreuz- und Tafelritter vielleicht nicht die idealen Role Models für reformierte Missionen, oder?]

    pmoub_g3.gifUnd, last but not least: Die passenden Walldisplays werden von der foederation geliefert, die unter anderem ja auch fürs schicke Outfit der Tafelritter sorgen.

    So weit, so ohnehin schon zu wortreich für eine Partyankündigung. Flyer gucken, lecker finden und hingehen reicht allemal auch.

    [Bildchen: Eben besagter Flyer, im digitalen Format bequemerweise bei micromusic abgeholt. Andere hübsche Bilder hat es ansonsten in der netten Nachbarschaft bei digital brainstorming, das die Party mitorganisiert.]

    Von miss.gunst am 12.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    11.08.07

    nebochant (strotter @ aarau)

    straa_ksw.gifAuf nach Aarau. Witterungsbedingte Widrigkeiten werden uns da nicht abhalten können. Zumal es kein Hochwasser braucht, um hin und wieder einen Leuchtturm wie den Kunstraum anzusteuern, der seit einiger Zeit regelmässig mit spannenden Ausstellungen und Aktivitäten wie der Reihe Musikzimmer blinkt, in deren Rahmen in diesem Jahr beispielsweise auch schon Norbert Möslang ein Gastspiel gab.

    Seit gestern Abend ist dort nun eine Ausstellung zu sehen und zu hören, die sich wirklich nicht entgehen lassen solltet, wer sich für entsprechende Gratwanderungen auf experimentellem Terrain interessiert.

    straa_g0.gifStrotter, der Bauer im Anzug, ist bekanntlich Experte für Sondierungen dieser speziellen Scholle. Und er sorgt natürlich auch diesmal dafür, dass Letztere erstmal gepflegt in die Brüche und dann ordentlich in Bewegung gerät.
    Bewährte Partner bei dieser besonderen Form der Beackerung von Feldern der Klangkunst sind, wie (fast) immer bei Strotter, die guten alten Lenco-Plattenspieler, deren robuste Konstruktion seinen mitunter brachial wirkenden - eigentlich aber ziemlich feinsinnigen - Eingriffen entgegen kommt. Oder sollte man vielleicht besser sagen schreiben: Trotzt?

    Je nachdem. Menschen, die Schallplatten grundsätzlich nur mit Samthandschuhen anfassen und schon in ihrer Kindheit die jüngeren Geschwister ihrem geheiligten Gerät zum Abspielen derselben (der Platten, nicht der Geschwister) allenfalls auf Sichtweise sich anzzunähern gestatteten: Dürften bei Strotter schon ziemlich ins Schwitzen kommen. Gnadenlos werden in Reichweite des Drehtellers Gegenstände mit Schraubzwingen fixiert, Nadeln gegen Nägel ausgetauscht, Tonträger gezielt versehrt, beschnitten, beklebt oder gegen etwas ausgetauscht, das nie und nimmer abspielbar erscheint. Und sich dann aber wundersamer Weise als idealer Geräuschgenerator erweist.

    straa_g1.gifWas derart beschrieben erst einmal nach grober Gewalt an Gegenständen und kruder Dekomposition klingen mag, tönt ihm Ohr aber eben alles andere als roh. Rauh vielleicht anfangs - doch dann drehen sich Schlaufen um Brüche zu minimalistischen Kompositionen von maximaler Komplexität. Wider die Langeweile des Vorhersehbaren, eine Ode ans Eigenleben des Materials und der Apparate. Ein Erntedankfest für die Gesänge, die man diesem entlocken kann.

    Nebochant heisst die Ausstellung übrigens. Was in etwa: Einfaltspinsel, Depp oder Trottel meint. Das passt natürlich zum Strotter, der sich als stoischer Kehrrichtsammler an den Rändern der diversen Betriebssysteme versteht. Scheinbar einfältig wie dazumal Simplicius Simplicissimus zeigt, was eine Harke ist - und dass sie mitunter besser klingen kann als eine Harfe.

    P.S.: Am besten gleich schon mal vormerken, bitte: Am Freitag, den 31.08.07 um 21:00 gibt Strotter Inst. in der Inst. von Strotter sein #47 Nebochant Konzertperformancekonzert.

    [Bildchen: Stammen ursprünglich aus Kollegen Sternenjägers Beutekescher bzw. vom ersten HOME MADE Klangtag 2005. Aus gegebenem Anlass kontrastgrob in Pixel geschnitten.]

    Von miss.gunst am 11.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    10.08.07

    kleines field recordings festival ff. (mit WRT)

    kfrf3_ksw.gifAnfang des Jahres, im Februar, haben wir in diesem Log.Buch mehrfach freudig Richtung Berlin gewunken, wo zu dieser Zeit das zweite Kleine Field Recordings Festival ausgerichtet wurde.
    Und da die Feldrekorder eine ziemlich fleissige und rege Gemeinde sind, gibt es nun schon wieder Anlass, den Radar auf Berlin auszurichten.

    Tatsächlich wurde nämlich für den heutigen Freitag (10.08.07) das dritte kleine Field Recordings Festival angesetzt, wie Rinus van Alebeek in seinem kfr-Blog informiert.

    Und wieder wird mit akustischen (und performativen) Leckerbissen nicht eben gegeizt. Schon ab 11:00 morgens (sic!) sollte es ursprünglich bei Staalplaat in der Torstrasse mit einer Radio-Stream-Session losgehen, die nun (*räusper*: auch BlogleserInnenfreundlicher) wohl erst um 14:30 Uhr beginnt.
    Tobias Luther von radioINCORRECT - schon beim letzten Kleinen Field Recordings Festival Rettung und Glück aller Nicht-Ortsansässigen - hat hierfür ein wunderbares Programm zusammengestellt, das en detail auf den radioINCORRECT-Blogseiten nachzulesen ist. Unter anderem mit: Einem Live-Skype-Fieldrecordings-Mix von Luis und Rui Costa von Binaural, einer soniumpa.net-basierten Audio-Performance von Xabier Erkizia & Tüsüri, sirr-Macher Paolo Raposo (ebenfalls live).

    kfrf3_g.gifKonzertant weiter geht es vor Ort dann ab 17:30 Uhr mit Stephane Leonard, rauschpartikel und der phantastischen penelopex a.k.a. Marta Zapp.

    Als wär das nicht schon kfrf satt können sich FreundInnen plöder Polygonenspielplätze ab selbiger Stunde aber auch alternativ in Second Life tummeln, wo Björn Eriksson (detailliertes Programm ebendort) sozusagen ein Parallel(welt)festival organisiert hat. Mitzuverfolgen ist es im [][][]raum (auf dessen Webseite tatsächlich immer noch der nette Skelett-Combo-Flyer prangt, von dem wir neulich anlässlich der noisedienstbar schwärmten).

    Naja. Wichtiger vielleicht (und für alle, die nicht über eine Neigung zur Multiplikation ihrer ID verfügen auch etwas bequemer - denn bekanntlich verfügt man selbst bei einem Maximum an Parallelexistenzen noch immer nur über ein einziges Paar tauglicher Gehörorgane zur Rezeption): Dass es vor Ort im a [][][]raum ab 22:30 Uhr mit Live-Performances weitergeht, für die sich Andreas Bick (mit seinem Radiostück "Frost Pattern"), Yehlin Lee a.k.a. Rio und Soichiro Mitsuya a.k.a. Stupidity angekündigt haben.

    Ziemlich dicke also auf einen einzigen Freitag - und das alles hier schmächlicherweise auch erst auf den letzten Drücker kommuniziert (ja, vielleicht sollte man doch noch ein paar Blogfeeds abonnieren *und* lesen). Aber wie auch immer. Wer mag und kann, sperre seine Lauscherlein auf.

    Oder aber versuche sich tunlichst heute Abend - nicht something, aber: somehwere (at/to a) completely different (place) - dorthin zu begeben (Herzensempfgehlung des Tages eigentlich, die - weniger den widrigen Witterungsverhältnissen denn der persönlichen Agenda geschuldet - hier leider erst etwas verspätet würdig bedacht werden wird.)

    [Bildchen: Passt nicht wirklich so grossartig, weil a) Kassetten ja nun nicht mehr der meistgenutzte Datenträger für Field Recordings sind und sich b) das Gros der diesmal Beteiligten nicht unbedingt dem Noise-Kult verpflichtet fühlt. Aber es musste einfach schnell gehen (s.o.), und so dankt das Medium Tomasz Sienicki, dem Wikipedia Commons-Spender der Mutterkassette, deren Lizensierung zufolge auch dieser Spross sowohl cc-by-sa 2.5 als auch GNU lizensiert sein sollte (wie auch immer das gleichzeitig zusammengeht, *seufz*). Sowie Martin Kuentz für die Benachrichtugung, die wiederum diesen Last-Minute-Tipp erst möglich gemacht hat...]

    Von miss.gunst am 10.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    09.08.07

    bizaar @ buskers bern

    bbf07_ksw.gifStrassenmusik ist seit je eins der Felder, auf denen DIY-Kultur blüht. Und das Buskers Festival in Bern seit bald zwanzig Jahren in dieser Hinsicht ein fester Ort auf der Landkarte.
    Auch in diesem lockt es wieder mit einem satt bestückten Programm in die Aare-Stadt. Und dazu gehört heuer als Neuerung auch ein besonderer Basar, nämlich der Bizaar.

    Das klingt tatsächlich erstmal nach einer Variation auf den legendären "Bazaar Bizarre", der seit einigen Jahren Boston und mittlerweile noch drei anderen US-amerikanischen Städten (Frisco, L.A. und Cleveland) stattfindet, um unter dem Motto "Not Your Granny's Craft" haufenweise eher schrägen Auffassungen von Hand- und Bastelarbeit zugeneigte ZeitgenossInnen zusammenzuführen.

    Das Berner Konzept ist allerdings ein wenig anders angesetzt; wenigstens geht es hier nicht so direkt um einen Marktplatz oder eine Messe für Selbstgebasteltes, -genähtes, -gestricktes oder -gehäkeltes. Im Wortlaut des der Webseite:

    "Der Bizaar ist nicht ein kommerzieller Kunst-, Handwerks- oder Handelsmarkt, sondern eine Plattform für Kunstschaffende und Kreative, ein Versuchsfeld für interaktive Ideen."

    bbf07_g.gifUm genau zu sein: Sind es neun Projekte, die sich im Rahmen des Bizaar vorstellen und teils (von wegen: interaktiv) auch tatsächlich auf die eine oder andere Art und Weise zur Beteiligung einladen.
    Darunter sogar eines, wo in (medien- und apparategestützter Handarbeit) Tragbares gestaltet werden kann, nämlich bei der Druckwelle der Theaterkompagnie mesarts, die - auch mitgebrachte Entwürfe - per Siebdruck auf Stoff zu bringen verspricht. Ebenfalls noch bastelnah: Die Rotsch-O-Maten, die allerdings auf der Basis von Holzbausätzen oder Papierbastelbögen nur noch zusammensetzt bzw. gefaltet werden wollen (ziemlich nett dabei: der Gobbleraurus, der sich mühsam wie das sprichwörtliche Eichhörnchen ernährt).

    Daneben gibt es aber auch Mitmachangebote wie einen Hochzeitsautomaten, das StandESamt von Markus Hegi, wo man sich um 20 Franken trauen und beringen lassen kann. Eine Beichtinstallation von Andrea Nottaris namens "Schuld und Sühne" - die laut Beschreibung speziell Berner ProtestantInnen zur Abbitte ermutigen soll (logisch, denn KatholikInnen brauchen hierfür ja nun keine Kunst) und dazu, (sic:) ihre Hände in Unschuld zu waschen. Was ja eigentlich biblisch belegter Massen eher des weder-Katholiken-noch-Protestanten-noch überhaupt-Christ