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20.10.11

Zeichenmaschine im Tüftlerlab

hckffmdrb-ksw.gifWeil es in diesem Log.Buch ein seit langem gehegtes (wenngleich nicht immer so regelmässiges) Zettelkasten-Fach zu Zeichenmaschinen gibt, soll der Report zum Tüftlerlab-Tag mit dem Hackerspace FFM gleich noch eine Fortsetzung bekommen.

Eine Zeichenmaschine hatten die Bürstenbot-Bauer (bzw. Baulehrer) nämlich ebenfalls ins Museum bzw. ins Tüftlerlab der Do It Yourself-Ausstellung mitgebracht.

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Während auf den Basteltischen fleissig Bürsten und Bürsten in Bewegung gebracht wurden, ging sie im Hintergrund nicht minder fleissig ihrer Bestimmung nach und brachte ein stolzes Werk nach dem anderen zu Papier aufs Whiteboard.

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Selbstredend eine Eigenkreation - deren Entstehung lobenswerter Weise gleichfalls im Wiki des Hackerspace FFM dokumentiert ist.

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KennerInnen der Materie wird es freuen, dass sich die Ahnenlinie der Frankfurter Zeichenmaschine über den Kritzler von Alexander Weber bis zum bekanntermassen hochbegabten Hektor von Jürg Lehni und Uli Franke zurückverfolgen lässt.

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Ob sich Zeichenmaschinen wohl auch miteinander fortpflanzen können? Wer weiss. Vielleicht träumen sie ja schon davon...

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Von miss.gunst am 20.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.10.11

Bürstenbots im Tüftlerlab

hckffmbb-ksw.gifZu den aus nahe liegenden Gründen beliebtesten und immer wieder neu beflügelten (retro-)futuristischen Fantasien zählen zweifellos jene, die dem Menschen hilfreiche Haushaltsroboter versprechen.
Wobei natürlich auch so mancher Zukunftstraum längst Alltagsrealität geworden ist.

Schliesslich haben wir dank der immer weiter vorangestriebenen technologischen Entwicklungen allerlei Helferlein für die unterschiedlichsten Zwecke: Einen brummige Kühlmaschine, die einem das Eis-aus-dem-Keller-Schleppen erspart, hat wohl jede/r daheim. Viele Küchen verfügen über einen Brotröstapparat mit Scheibenschleudersitz. Ah, und nicht zu vergessen das digitale vernetzte Hamsterrad, mit dem uns die kleinen, emsig tretenden Nager neben diversen Dienstprogrammen auch den Zugang zur grossen wwweiten WWWelt eröffnen.

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Aber leider leben wir noch immer nicht in der besten aller möglichen Arbeits- und Freizeitumgebungen. Zum Beispiel will die gute alte Staubschluckmaschine - wie modern sie sich auch geben mag - bei den meisten von uns noch immer im schnöden Handbetrieb zum Dienst geleitet und begleitet werden. Und dann muss man, weil sie in Sachen Feinmotorik ungefähr auf der Stufe "Steinzeit" steht, eh nochmals mit dem Lappen hinterher.

Von ebendiesem - für den Technologiestandort Erde doch eher unrühmlichen - Zu- bzw. Um- bzw. Missstand leben neben der Science Fiction ganze Geschäftzweige, die mit nur graduell eleganteren Lösungen ("jetzt dreieckig - kommt in alle Ecken" [scheitert dafür an Rundungen]), Ersatzbefriedigungsversprechen ("so macht Reinigung richtig Spass" [ah, Duschen?] winken. Ohne natürlich das eigentliche Problem zu beheben.

Indessen, es geht selbstredend auch anders. Wie beispielsweise ein Blick ins Tüftlerlab der Frankfurter Do It Yourself-Ausstellung zeigen kann (mehr dazu auch hier).

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Gleich mehrere "best practice"-Modelle emsiger Reinigungsroboter gibt es dort zu sehen und zu testen.
Natürlich muss es nicht gleich die - für FreundInnen der Kunst besonders empfehlenswerte - Luxus-Variante von Karl Heinz Jeron sein, die beim Saubermachen das legendäre "JaJaJa NeeNeeNee" von Joseph Beuys rezitiert (in Aktion anzusehen auf dem Webseiten ihres Erbauers).


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Als Alternative winkt aus dem Regal nebenan etwa auch schnittiger roter Bürstenroboter, den Daniel Imboden 2008 quasi als Putzkommando-Vorhut seiner nicht weniger emsigen Zahnbürsten-Roboter ins Rennen geschickt hat.
Letztere stehen in Frankfurt zwar aus Artenschutzgründen hinter Glas - aber dafür kann man ja per Bausatz-Bestellung für eine eigene Anzucht sorgen.

Wie das geht - und genau darum geht's bei der Do It Yourself-Ausstellung allgemein und namentlich im Tüftlerlab - liess sich aber auch ganz praktisch vor Ort erlernen. In der sonntäglichen Open Lab-Reihe waren nämlich die Aktiven vom Hackerspace FFM zu Gast. Und zu den DIY-Workshop-Angeboten, die sie mitgebracht hatten, gehörte allem voran: Bürstenbots zu bauen.
Praktisch, hilfreich, gut und obendrein: attraktiv - da kommen wir doch der besten bequemsten aller möglichen Welten wieder ein Stück näher. Oder so.

Und was, wenn man den Workshop verpasst hat?

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Dann findet man eine prima Bauanleitung im Wiki der Frankfurter Hacker. Wo unter anderem auch etwas geschrieben steht, das wohl gerne hier zitiert werden will:

"Es gibt mittlerweile auch kommerzielle Versionen des Bristlebots [...]. Aber das ist natürlich nicht das selbe wie selbst gemacht - finden Sie nicht auch?"

Von miss.gunst am 15.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.10.11

Aufmerksamkeitsungeziefer

afmki-ksw.gifEndlich wieder einmal ein Eintrag für InsektenfreundInnen!
Das diesjährige Coded Cultures-Festival, in dessen Rahmen man den kleinen Krabblern live begegnen konnte, ist zwar schon vorbei.
Aber hier haben wir es mit einer Spezies zu tun, die von solchen Daten doch eher unabhängig ist.

Wie im übrigen auch vom Zyklus der Jahreszeiten, der sonst über Leben und Weben der Hexapoden bestimmt.

Das Aufmerksamkeitsungeziefer, das Julian Palacz im Rahmen von Coded Cultures in Wien ausgesetzt hat ist der Klassifikation nach nämlich ein artverwandter des Vibra-Roboter-Insekts (s.a. mehr zu Letzterem, Zuchtanleitung resp. Bausatz für die schlichteste Variation dieser Spezies bei Daniel Imboden).

Aber eben doch dezidiert anders orientiert, indem es den öffentlichen Raum infiltriert und sozusagen vom Sniper-Posten aus agiert. Es hockt zum Beispiel unterm Kaffeehaustisch und lässt die Tassen sachte wackeln oder versetzt Teile des Tresens in leise Schwingungen. Was vielleicht nicht wirklich stört - gleichwohl jedoch unterschwellig ablenken kann.

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Genau so wie... Ganz richtig. Die netten, scheinbar sozial so segensreichen - tatsächlich aber Aufmerksamkeit saugenden und mindestens die unfreiwillig involvierte Umgebung in der Regel sogar kräftig nervenden kleinen Kommunikationsgeräte. Die eben auch dann, wenn sie nur summen respektive vibrieren dürfen, stets einen guten Schluck der Konzentration ihrer EignerInnen schlürfen.

Nun, zu einer übleren Pest als diese omnipräsenten Aufmerksamkeitsparasiten kann wohl auch Aufmerksamkeitsungeziefer kaum werden. Ehrlich gesagt: Uns gehts da wie anderen mit kommerziell vertriebenen Aufmerksamkeitsabzugsgadgets. Wie gerne hätten wir so ein sympathisch vibrierendes Kakerlakentier.

Von miss.gunst am 06.10.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.08.11

KOELSE

klsezh-ksw.gifKlingt schon wieder kryptisch - ist aber einfach der (Kurz-)Name der "KOkeellisen ELektroniikan SEura", der finnische Gemeinschaft für Experimentalelektronik.
Die wiederum Ende vergangener Woche einen Gastauftritt im Zürcher Walcheturm bestritt.

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An sich würde man sich solche Konzerte resp. Performances sowieso immer am liebsten im Stil der legendären "Happy New Ears"-Serie des Frankfurter Ensemble Modern wünschen. Bei Letzteren werden im ersten Teil die Kompositionen vorgestellt und nach einem kleinen Päuschen dann gespielt.

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Wobei es sich bei KOELSE natürlich um eine etwas andere Art von Klangarbeit handelt, bei der das gemeinsame Experiment und die paralleprozesierende Improviation am Instrumententisch im Mittelpunkt stehen - weshalb es an sich schön wäre, vorher oder hernach mehr über die selbstgebauten Klangerzeuger selbst zu hören.

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Aber dafür hat es auf den KOELSE-Heimseiten dann ein Blog, und gleich noch ein zweites Blog, die Einblick in die Projekte der Gemeinschaft geben. Und wo man dementsprechend auch einiges zu den Instrumenten findet.

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Die sind tatsächlich, mindestens momentan noch, die eigentliche Sensation bei den Finnen. Die Performance selber und der mit den slicken Gerätschaften erzeugte Sound: Schon nicht schlecht. Aber irgendwie, denkt man, müssen sie vielleicht doch noch ein bisl miteinander üben. Jenun. Bei den Talenten: Das wird.

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[Bildchen: KOELSE, einige der Instrumente, und dann nochmals KOELSE in Aktion. War, wie man sieht, recht schummrig und ergo 2s ohne Blitz zu halten. Aber einen kleinen Einblick gibts wohl immerhin...]

Von miss.gunst am 11.08.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.08.11

Bus Obscura

cmbcmb-ksw.gifIm Anschluss an die im Kleinbus installierte Camera Obscura von Anne Euler lässt sich gut noch ein weiteres Projekt vom Kulturbeutel in den Zettelkasten transferieren - das nämlich ebenfalls auf einen Kamerakorpus mit Fahrwerk setzt.

Schon vor gut fünf Jahren nämlich hat der britische Künstler und Fotograf Simon Lee einen Bus entsprechend transformiert.

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Bei seinem "Bus Obscura" handelt es sich um einen veritablen Reisebus, dessen Fenster Lee mit einer Verdunklung versehen und diese dann mit vielen kleinen Löchern durchbrochen hat.
Das Resultat: Innen können Reisende Platz nehmen und die vorbeiziehende Umgebung durch die Gucklöcher betrachten - die wiederum in umgekehrter Richtung als Camera Obscura fungieren.

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Das gesamte Projekt ist auf Lees Webseite zum "Bus Obscura" ausführlich dokumentiert, neben Doku-Fotos zu den Busreisen und Storyboards gibt es sogar Videos, die den Bus Obscura in medias res zeigen.

Sehenswert, auch wenn man nicht selbst mitreisen kann!

[Bildchen: Imaginiert behelfsweise, wie es drinnen in so einem Camera Obscura Multiplex aussehen kann. Oben mit Blick aus den Gucklöchern, unten auf die Wand mit Innenprprojektion (notabene: bei Lee geht beides auf beiden Seiten). Preisfrage: Wieviele grüne Gestalten stehen draussen vor der Tür? Eine - oder vielleicht doch eher vier? PS: Die Gucklöcher sind natürlich vielvielviel zu gross. Das müsste man noch korrigieren...]

Von miss.gunst am 01.08.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.07.11

Camera Obscura Euler

aecob11-ksw.gifNach langer Zeit endlich einmal wieder ein Eintrag zur guten alten Lochkamera mit einem Neuzugang zur Sammlung - und einem dazu passenden Ausstellungstipp...

Die Camera Obscura Euler, die wir heute in unseren Zettelkasten reihen, hat nichts mit dem gleichnamigen Mathematiker zu tun (was sicher auch schön gewesen wäre), sie heisst auch nicht so - Anne Euler ist der Name der Künstlerin, die sie entwickelt hat.

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Und zwar hat Euler 2008 einen Lieferwagen bzw. Kleinbus entsprechend umgebaut und ist damit inzwischen weidlich unterwegs gewesen.
Allerdings nur am Rande als Side Show. Vor allem wurden, wie es für eine künstlerische Verwendung der Apparatur nahe liegt, spezielle Bilder(serien) produziert und festgehalten.

Hierfür hat sich Euler mit der eigenen Negativ-Silhouette des Schattenwurfs aus dem Innenraum in Beziehung zum jeweils projizierten Bild gesetzt - was bei entsprechender Drehung des Projektionsbildes ins Lotrechte zu einer doppelten Umkehrung der Verhältnisse führt und ergo ziemlich effektvoll ist.

Wie Umbau und Aufnahme funktioniert haben, findet sich ausführlich auf den Heimseiten der Künstlerin dokumentiert.
[Hier leider alles nicht direkt zu verankern, weil Eulers Heimseite über Frames läuft. Tja.]

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Diejenigen, die sich gerade in und um Berlin aufhalten, können das Ganze bzw. genauer gesagt: ausgewählte Ergebnisse nun in einer Ausstellung in Augenschein nehmen, die noch bis einschliesslich 06.08.11 im Satellit der HfG Offenbach zu sehen ist.
Und je nach Lust und Laune selbst an einem Camera Obscura Euler-Experiment teilnehmen, denn für den 31.07. lädt Euler zu einem ebensolchen ein. Nähere Informationen sind der Ausstellungsinfo zu entnehmen.

[Bildchen: So ungefähr funktioniert das. Ungefähr. Natürlich ist Anne Euler weder klein noch dreieckig noch rot - eben wegen der Frames war's uns einfach an einer visuellen Erläuterung gelegen.]

Von miss.gunst am 17.07.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.07.11

Loops ff.

pllp11ssq-ksw.gifDas im voraufgegangenen Eintrag wärmstens empfohlene poolloop-Festival ist zwar nun schon wieder vorbei. Aber wie es sich für Loops gehört, läuft eben doch noch etwas weiter...

Zum einen, wie bereits vermerkt, gibt es über die Woche noch weiterhin Gelegenheit, im starkart die Installationen der poolloop-Ausstellung in Augen- und Ohrenschein zu nehmen.

Zum anderen - und das dürfte auch für jene interessant sein, die keine Gelegenheit hatten und haben, selbst in Zürich vorbeizuschauen - sind derweil einige der Loops im Nüsschen-Depot des von uns allweil heiss geliebten Klangsammelhörnchen gelandet.

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So beispielsweise auch die während des Festivals von Valentina Vuksic geheimsten Festplattensounds. Und anderes mehr.
Einfach mal nachschauen bzw. nachhören im pooloop-Label-Spezialverzeichnis bei sonic squirrel!

Von miss.gunst am 13.07.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.06.11

Schöne(r) Flicken

stfl11-ksw.gifMan muss nicht immer gänzlich neue Maschen produzieren. Viele Menschen haben bereits einen vollen Kleiderschrank und von daher erst mal keinen Anlass, selbst zu Nadel und Faden zu greifen. Und wenn besagte Füllung langweilt, vom Zahn der Zeit oder Motten angenagt wird, zieht man eher los, um Nachschub käuflich zu erwerben. Klar ist allerdings, dass es eigentlich auch anders geht.

Wie entweder aus sogenannten alten und deshalb der Zuneigung verlustig gegangenen Stücken neue werden oder auf die eine oder andere Weise zernagte Lieblingsteile gerettet werden können?

Eben: Dafür stehen eine Reihe verbrieftermassen erfolgreicher (oder mindestens Erfolg verprechender) Kulturtechniken zur Verfügung. Zur Reparatur das Flicken und für allfällige Verschönerungen das Sticken beispielsweise. Aber wie ging das doch gleich?

Wie gut, dass sich in Zürich gerade eine schöne Gelegenheit bietet, das eine wie das andere zu lernen oder brachliegende Kenntnisse aufzufrischen. Begleitend zur Ausstellung "Neue Masche" im Museum Bellerive haben Studierende des ZHdK-Bachelors "Vermittlung" eine Reihe von Formaten entwickelt, bei denen Theorie und Praxis des Mittelns neue Verbindungen eingehen sollen. Im Rahmen dieses Projekts, das den Titel "Kunstvermittlung ... und anders" trägt, ist auch "flickstick" von Martina Regli und Inbal Sharon enstanden.

Mit einer mobilen Flick- und Stickstation ziehen die beiden durch Zürich und bieten PassantInnen an, ihre Kleider je nach Bedarfslage zu reparieren und/oder mit Verzierungen zu versehen.

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Erst einmal ist das Ganze offenbar als Service gedacht, der zugleich die beiden Handarbeits- und Kulturtechniken vor Augen und in Erinnerung rufen soll. Selber Flicken und Sticken zu können, ist - Handarbeitsboom hin oder her - eben doch längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

Ob man bei, von und mit flickstick das eine und/oder das andere auch selber ausprobieren und lernen kann? Und/oder ob darüber hinaus in diesem Zuge auch über die Ausstellung gesprochen bzw. eine entsprechende Brücke zu den Themen geschlagen wird, welche die im Museum Bellerive versammelten Arbeiten assoziieren?

Das lässt sich am allerbesten wohl direkt an der mobilen flickstick-Station in Erfahrung bringen. Zum Beispiel am heutigen Mittwoch (01.06.11) von 17 bis 19 Uhr vor dem Gemeinschaftszentrum Zürich-Riesbach. Oder an einem der anderen Termine, die als Tourdaten auf den flickstick-Heimseiten verzeichnet sind...

[Bildchen: Flicken besticken und dann wieder stickend flicken - oder so ähnlich. Hatten wir noch im Archiv, s. den Eintrag vom 10.10.07 zu Open Source Embroidery - haben an den Fotos aber dann nochmal digital herumgeflickt...]

Von miss.gunst am 01.06.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.04.11

Kassettendeck

kssttd-ksw.gifEins daheim stehen bzw. in der Stereoanlage installiert zu haben: Das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Ergo ist es langsam, aber sicher an der Zeit, diesem einst so unentbehrlich scheinenden Gerät ein würdiges Denkmal zu setzen.
Beispielsweise mit einem Kassettendeck im praktischen Buchformat!

Immerhin wäre ist das dann ein Datenträger, dem (hoffentlich) in unserer Kultur noch etwas mehr Durchhaltevermögen beschieden sein dürfte, als den auf besagtem Gerät abgespielten Magnetbändern - die sich ihrerseits ja nun leider auch als weitaus weniger haltbar erwiesen haben.

kssttd-g.gifIst, weil: Eben so ein Kassettendeck in Buchform gibt es nun. Ausgehend von ihrer eigenen Leidenschaft für den vom Aussterben bedrohten Tonträger haben sich Jan Drees und Christian Vorbau auf die Suche nach der verlorenen Zeit begeben und sind quer durch die (Bundes-)Republik gereist, um Kassettengeschichte(n) aufzuschreiben. Dazu haben sie auf die eine oder andere Weise dem Band verbundenen Menschen um Beiträge gebeten bzw. ihnen jeweils drei bohrende Fragen gestellt - darunter DJs wie Hans Nieswandt und Westbam, Künstler wie Gregor Hildebrandt, Andreas Schlaegel und Rafael Horzon, AutorInnen wie Benjamin von Stuckrad-Barre, Alexandra Hennig von Lange und Peter Glaser. Und wie es der Zufall so will, ist auch die Verfasserin dieses Log.Buchs, in dem bekanntlich auch hin und wieder die eine oder andere Aufzeichnung zu Tapes resp. Kassettengeschichten zu Lesen steht, mit von der Partie.

"Kassettendeck - Soundtrack einer Generation" heisst das gerade beim Eichborn-Verlag erschienene Ergebnis der Recherchen. Welches hiermit zur geneigten Lektüre anempfohlen sei.

Wer erst mal spitzen will: Eichborn hat bei Book2Look eine kleine Vorschau ins Netz gestellt - und ausserdem führen Drees und Vorbau ein Kassetendeck-Blog, in dem derzeit unter anderem auch die Termine ihrer aktuellen Lese- und Konzerttour stehen.
Stimmt: Am Ende will man (über) Kassetten eben nicht nur lesen, sondern auch (von ihnen) hören... hoffentlich noch lang...

Von miss.gunst am 02.04.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.03.11

Tönende Haushaltsgeräte ff.

pfnmsk-ksw.gifA propos. So ein Symphonieorchester aus Haushaltsgeräten ist natürlich eine tolle Sache. Aber was, wenn man daheim die Waschmaschine(n), Sauger und Föne nur in haushaltsüblichen Mengen bevorratet hat?
Nun, das heisst nicht, dass man ihre musikalischen Potentiale ignorieren müsste.

Schliesslich hat man ja selbst einmal geübt und mit der Zeit allenfalls den Schlendrian einkehren lassen: Beim Topfschlagen und, darauf aufsetzend, komplexeren Jam-Sessions mit Pfannen, Deckeln und weiteren Gerät dürften die meisten schon in zarter Jugend einschlägige Talente bewiesen haben.

Wo sind die nur hin, mag sich manche(r) fragen, wenn beim Kochen, Tischabräumen, Spülen später lediglich Noise zum Besten gegeben wird?
[Wobei, was heisst hier: "lediglich" - mit Blick auf die in diesem Log.Buch gehegte Zuneigung gegenüber Geräuschen im Allgemeinen und besonders gegenüber Noise müssten wir wohl besser schreiben: "ausschliesslich"...]

Aber natürlich gibt es auch ganz andere Optionen. Alles eine Frage der Übung und des gezielten Blicks in den Küchenschrank - beziehungsweise, wenn man sich nicht auf Küchenmusik bzw. Klänge bescheiden möchte - in die Wohnung ingesamt.

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Wie das ausschauen respektive sich anhören kann, hat vor einigen Jahren - wie der eine oder die andere erinnern wird - kein geringerer als Ola Simonsson gezeigt. Ganz genau, eben jener schwedische Regisseur, Schauspieler und Komponist, der zuletzt mit dem wunderbaren Film "The Sound of Noise" (2010) Furore machte.

Sein Kurzfilm "Music for one apartment and six drummers" von 2001 zeigt uns, wie besagte sechs Schlagwerker in die Wohnung eines gerade zum Spaziergang aufgebrochenen älteren Ehepaars eindringen - und diese, wie bereits der Titel verrät, für die Dauer einer Jam-Session als Hort trefflichst zum Tönen gebrachter Instrumente nutzen. Als solche fungieren dabei nicht nur Haushalsgeräte, sondern auch Mobiliar bzw. eigentlich alles, was so eine Wohnstatt an potentiellen Klangkörpern zu bieten hat.

Gut, die Beteiligten gehen zweifelsohne nicht nur als Einbrecher hochprofessionell zur Sache. Aber ihr kreativer Zugriff aufs Alltägliche nehmen wir doch gern als Anregung, mal im eigenen Umfeld weiter auszulugen...

PS: HörenSehen wollen? Kann man. Wo? Ja ratet mal.

[Bildchen: Hat mit dem Film allenfalls mittelbar zu tun - vielleicht das kleine Unruh-Teufelchen der Küchenmusikimagination?]

Von miss.gunst am 30.03.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.03.11

Blödes Orchester (Petermann)

kgoo-ksw.gifAls Luigi Russolo seine Intonarumori konzipierte, scheint er durchaus auch von den seinerzeit existierenden Haushaltsgerätschaften inspiriert gewesen zu sein. Ob er heute angesichts ganzer Heerscharen von Alt- und Neuware mit einschlägigem Potential überhaupt noch auf eigene Konstruktionen verfallen wäre?

Nun, das wissen wir natürlich nicht und wohlmöglich hätte ihn seine Abneigung gegenüber allzu fleissiger Klangmimese bzw. -abbildlichkeit davon abgehalten.

Aber indes gibt es heute je nicht wenige KünstlerInnen, die das ureigene Klangpotential von sonst zu anderen Zwecken genutzten Geräten sehr zu schätzen wissen und systematisch erforschen. Und die gerade deshalb bevorzugt in unserem Zettelkasten landen.

So nun auch Michael Petermann, seines Zeichen klassischer Musiker, Komponist und Dirigent mit Neigung zum Experiment.
Im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ist gerade (und noch bis zum 30.04.11) eine Sonderausstellung zu sehen, in der er an die zweihundert alte Waschmaschinen, Staubsauger, Brotmaschinen, Mixer, Rasierer und Handföne zu einem veritablen Symphonieorchster versammelt hat - das er selbstredend auch musizieren lässt.

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Wer (noch) keine Zeit hat(te), in den hohen Norden zu fahren, kann dank der Anker, die Petermann auf den entsprechenden Seiten seiner Künstlerorganisation Weisser Rausch, auch zu ausdiovisuellen Berichten gelangen, auf denen man das (gar nicht so) Blöde Orchester spielen sieht und hört.

Besonders empfiehlt sich das Orchesterproben-Video bei Vimeo. Idealerweise aber: ein Konzertbesuch vor Ort. Denn wenngleich sicher auch der heimische Haushalt das eine oder andere Talent aufzuweisen hat: Fürs Intonieren einer ganzen Symphonie braucht es nicht nur viele geübte Instrumentalisten, sondern auch einen, der sie zusammenführt und dirigiert.

[Bildchen: Zeigt ganz offenkundig kein Symphonieorchster, sondern nur ein Duo - das allerdings nicht wirklich intelligent ausschaut. Aber vielleicht klingt's ja trotzdem ganz gut. Für das Original-Küchenmaschinenbild danken wir einem unbekannten Spender in die Wikimedia Commons resp. die Public Domain. Merci!]

Von miss.gunst am 21.03.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.03.11

Plattenteller, Tellerplatten

tllpltt-ksw.gifDass Plattenteller ihren Namen nicht von ungefähr tragen, ist eigentlich evident. Auch wenn der oder die DJ dann auflegt und nicht aufträgt, was er oder sie uns kredenzt.
Nicht ganz so selbstveständlich ist indes, dass das Ganze ebenso in umgekehrter Leserichtung funktionieren kann.

Lassen sich Tellerplatten bzw. Teller als Platten auflegen?

Doch, doch. Das geht. Und wurde uns auch anschaulich unter Beweis gestellt. Das ist zwar inzwischen schon ein bisschen her - aber es gilt ja nach wie vor der gute Vorsatz, Sedimente aus dem Kulturbeutel abzutragen und in den Zettelkastens einzuspeisen. Zumal sich in diesem Fall laufende Stränge zu Themen wie Turntableism und künstlerischen Transformationen des Tonträgers Schallplatte wieder aufnehmen lassen.

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Vergangenen Dezember lud der Basler Plattenladen plattfon zu einem solchen Tellerkonzert ein. Wer sich nun in ehrlichen Grausen windet, weil das ganz nach einem Polterabend zwecks Lagerräumung tönt, in dessen Zuge reihenweise Nadeln übers Porzellan bzw. über die Klinge springen: Keine Sorge.

Denn die Designerin Camille Scherrer, die für den Abend verantwortlich zeichnet, hat natürlich für ein passendes Abspielgerät gesorgt: Anstelle der Nadel tastet eine Kamera die Teller ab - und am Computer werden Muster und Dekors dann in Klang umgesesetzt.

Nebenbei bemerkt: Nicht nur eine nette Variation auf AV-Vjing, sondern auch ein schöner Lebensabend für ausgediente Plattenspieler!

[Bildchen: Eben, so soll es sein - Platte und Teller Hand in Hand. Schliesslich werden sie ja beide auf dem Plattenteller landen. Für den Papa der Platte danken wir Wikimedia Commons-Spender Ramon Vasconcellos und für die Mutter des Tellers den Wikimedia Commoms-Spendern notafish. Und wie die Eltern steht auch den Kindern die cc-by-nc-sa-Lizenz gut zu Gesicht. Merci!]

Von miss.gunst am 17.03.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.03.11

Weniger ist mehr

wmwmkks-ksw.gifWeniger ist mehr: Das klingt erst einmal ziemlich überzeugend, gerade im Kontext des aktuellen Strangs von Einträgen zum Thema Teilen.
Aber ist das wirklich so?

Mit Blick auf Projekte wie SHARISM* oder shareable - oder genauer gesagt: auf Projekte, wie sie durch entsprechende Initiativen angeregt, vorgestellt, vernetzt werden - würde man diese Frage sicher tendenziel mit einem "Ja" beantworten (selbst dann, wenn dieses "Ja" sicher ebenfalls das eine oder andere "Ja, aber" einschliessen mag). Schliesslich geht es beim Teilen genau darum, dass man etwas abgibt, damit aus einem Gemeinsamen ein Mehrwert entsteht bzw. entstehen kann.

Indes kann man sich auch ganz prinzipiell über das "weniger-ist-mehr" Gedanken machen. Insbesondere in Gesellschaften respektive zu Zeiten, die von einem Überfluss an materiellen Gütern geprägt erscheinen, sind mehr oder weniger regelmässig Rufe nach Reduktion zu vernehmen.

Einen veritablen Kult des "Weniger-ist-mehr" will die amerikanische Künstlerin Kelly Sutton initiieren, die mit ihrem Projekt "The Cult of Less" heuer ebenfalls auf der transmediale11 vertreten war.

Wie es sich für Begründer künftiger Kulte gehört, hat sie erst einmal im Kleinen, nämlich bei sich selbst und ihrer persönlichen Habe angefangen. Stück um Stück wurde bzw. wird aufgelistet, fotografiert, beschrieben und ins Netz gestellt, eingeteilt in drei Kategorien: "sell!", "sold!" und "keep!".

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Zweifelsohne zeichnet sich der Kult also durch einen äusserst pragmatische Charakter aus - mit den Basisprinzipien einer kapitalistischen Wirtschaft geraten künftige JüngerInnen auf diese Weise jedenfalls kaum in Konflikt. Auch wenn das Flohmarktprinzip natürlich durchaus einen Beitrag zum nachhaltigeren Umgang mit Konsum- bzw. Gebrauchsgütern leistet, Problemzonen wie voreiliges Wegwerfen oder unsinnige Anschaffungen puffern hilft und inegsamt den Produktionskreislauf entschleunigen kann.

Kurzum: Ein netter Versuch, aber alles andere als spektaktulär.

Eins ist allerdings doch ganz interessant anzuschauen - wenn man nämlich den aufgelisteten (ehemaligen) Besitzstand darauf hin anschaut, welche Dinge bleiben dürfen und welche nicht. Natürlich sind (oder scheinen) die Entscheidungen, die da getroffen werden, erst einmal subjektiv motiviert. Aber es gibt doch gute Gründe zu vermuten, dass so manche Präferenz zugleich einiges über den historischen und kulturellen Kontext bzw. den Zeitgeist verrät, der mehr oder weniger merklich um unser aller Nasen weht.

Mal so gesagt: Ehedem wären "The Sorrows of Young Werther" vielleicht im heimischen Regal geblieben - während es heute dann eher ein ganz anderes "Buch" (bei Sutton: das MacBook Pro) ist, das essentiell erscheint...

Weniger ist mehr? Nun ja. Mehr oder weniger - oder besser gesagt: Das kommt eben doch immer darauf an.

[Bildchen: Wäre auch eine Option für einen "Cult of Less". Also weniger Kekse knabbern? Von wegen. Weniger ist mehr geht da nämlich auch anders. Und fällt also auch weniger schwer...]

Von miss.gunst am 13.03.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.03.11

Noch mehr Teilbares

shrbl-ksw.gifWenn man erst mal darüber nachdenkt, was sich alles teilen lässt, dann ist das doch eine ganze Menge.
Tatsächlich zeigt ein genauerer Blick ja auch: Es kommt weniger auf das "was" als darauf an, wie man teilt bzw. teilen kann...

Das im letzten Beitrag bemühte Beispiel vom geteilten Kleid darf da gern noch einmal herhalten:
Oft wird ja behauptet, dass die Scheidelinie der Teilbarkeit entlang materieller und immaterieller Güter verläuft, ganz nach dem Motto: Wenn mir jemand den halben Kuchen wegfuttert, ein paar Steinchen aus der Kette (oder dem Rechner) nimmt oder eben das Kleid zerschneidet, dann kann das wehtun. Kopiert er aber das Buch, das ich geschrieben habe, ist es immer noch da.

Stimmt natürlich nicht ganz. Wenn das Buch für die Lektüre kopiert wird, freut sich die AutorIn vielleicht (je nach Beteiligung an den Tantiemen) - wird indes nur der Text kopiert und ein anderer Name drüber geschrieben oder werden Credits für gute Ideen nicht gegeben, mit denen sich dann ein Dritter eine goldene Nase verdient oder auch nur kulturelles Kapital einstreicht: Nunja, das ist doch nicht wirklich schön. Dem gegenüber macht es viel mehr Freude, einen Kuchen zu teilen denn ihn allein zu verzehren, die halbierte Kette kann als Freundschaftsarmband funktionieren und wenn man das Kleid nicht längs teilt, sondern Pulli und Rock daraus macht...

Kurzum: Es geht eigentlich immer um die Konditionen - und um das "gewusst wie" eines guten Miteinander(-Teilens). Man könnte, angelehnt an die anglo-amerikanische Praxis auch sagen: Es geht um's Design. Was notabene nicht etwa nur Äusserlichkeiten meint.
Nicht von ungefähr übersetzt man "by design" wie folgt: "mit Absicht".

Eine wahre Fundgrube für einschlägige Anregungen gibt es mit einem Web-Magazin, das auf den schönen Namen "shareable" hört - und im Untertitel besagte Formel führt: "by design".

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"Shareable is a nonprofit online magazine that tells the story of sharing. We cover the people, places, and projects bringing a shareable world to life. And we share how-tos so you can make a shareable world real in your life.
In a shareable world, things like clothing swaps, childcare coops, potlucks, carsharing, community gardens, and cohousing make life more fun, green, and affordable. When we share, not only is a better life possible, but so is a better world."

So lautet das Programm der Initiative - und in der Tat ist shareable prall gefüllt mit Geschichten, die vom Teilen berichten und sehr anschaulich vermitteln, was alles möglich ist.

Dabei geht es aber nicht nur um die Vorstellung von "best practice"-Beispielen. Vielmehr werden auch Fragen und Probleme diskutiert - und für letztere Lösungsvorschläge geboten, die in Projekten erprobt bzw. erfolgreich zur Anwendung gebracht worden sind. Und natürlich kann man sich - a propos praktische Anwendungen - zudem guten Rat in Form von "How-tos" abholen. Nicht von ungefähr ist der am meisten verwendete tag (nicht: Tag - Schlagwort!), wie der Schlagwortindex verrrät, na - was wohl? Genau: "DIY".

Last but not least: Da erfolgreiches Teilen idealer Weise eng mit dem Prinzip des gegenseitigen Gebens und Nehmens verknüpft ist, sind Interessierte dazu eingeladen, selbst aktiv zu werden und nicht nur Kommentare, sondern auch eigene Beiträge für shareable zu schreiben.

Kurzum, eine rundum empfehlens- und unterstützenswerte Initiative!

[Bildchen: Ein Screenshot mit aktueller (Teil-)Ansicht von shareable - gerade mal die linke obere Ecke. Für Design der Seite (läuft mit Drupal) und mutmasslich auch des schönen Typo-Logo zeichnet Free Range Studio verantwortlich. Und obgleich Trademark, ist es wie alle shareable-Inhalte cc-by-nc-sa lizensiert. Das nennt man konsequent. *wow*]

Von miss.gunst am 10.03.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.03.11

Schöner Teilen

shrsm-ksw.gifOb und wie gern Menschen miteinander teilen, hängt sehr von dem ab, was tu teilen ist. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteiltes Kleid ist halbes Kleid. Kurzum: Ganz so einfach ist die Sache nicht - und gerade wenn man für eine Kultur der Commons bzw. des geteilten Kulturguts Sympathien hegt, lohnt eine ausführlichere Beschäftigung mit der Materie.

Zu den Projekten, die während der transmediale11 in der OpenZone siedelten und arbeiteten, gehört eines, das sich eben dies auf die Fahnen geschrieben hat: Sharism.

Wie bitte? Ein neuer -ismus?
Nun, das Basisprogramm liest sich in der Tat wie ein "Sharistisches Manifest":

"SHARISM is a Mind Revolution: The more you give, the more you get. The more you share, the more you are shared. Sharism is an ideology for our Internet Age. It is a philosophy piped through the human and technological networks of Free and Open Source software. It is the motivation behind every piece of User-Generated Content. It is the pledge of Creative Commons, to share, remix and give credit to the latest and greatest of our cultural creations [...]"

"[...]" heisst an dieser Stelle übrigens: Bitte selbst weiterlesen, denn das Manifest ist doch nochmal sehr viel umfassender und geht sowohl auf Fragen der allgemeinen Geisteshaltung wie auch auf konkrete Zelsetzungen in der Netzkultur ein.

shrsm-g02.gif

Um sich ein genaueres Bild von dem zu machen, was die gleichnamige Initiative tatsächlich so treibt, bietet würde sich im Prinzip die Lektüre ihres Blogs anbieten (der nur leider gerade nicht läuft - obwohl wir uns fest einbilden, er hätte das mal getan. Aber egal, denn es gibt eine gute Alternative).

Besser indes, man begibt sich gleich auf das recht gut bestückte SHARISM*-Wiki. Dort nämlich informiert eine Road Map detailliert darüber, was bisher geschah.
Und vor allem anderen kann man die diversen Baustellen der Initiative als Work in Progress in Augenschein nehmen - vielleicht ja auch, um selber mitzutun.

shrsm-g01.gifUm noch einmal auf das einleitend erwähnte halbe Leid vs. das halbe Kleid zurückzukommen: Dass der gute Wille nicht reicht und die Sache mit dem Teilen aus unterschiedlichen Gründen nicht so einfach ist, darüber denken natürlich auch die Beteiligten von SHARISM* intensiver nach. Und eben dazu gab es auch eine Diskussionrunde auf der transmediale11 - die ansonsten aber vor allem Gelegenheit bot SHARISM und SharistInnen direkt kennenzulernen.

Wer noch mehr über SHARISM lesen, hören und sehen möchte:
Da hätte es beispielsweise im Blog des Sharisten Jon Philipps noch einen Text mit Diavortrag sowie diverse Clips bei Vimeo.

[Bildchen: Stammen - wie man sieht - von sharism.org und sind dort (wie hier) mit der cc-by-Lizenz versehen. Vielen Dank fürs Teilen!]

Von miss.gunst am 08.03.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.03.11

Geliebte Geräusche, Sound der Stadt

pcllbb-ksw.gifA propos Londoner Stadtklänge: Vor einigen Monaten hatten wir das Londoner Büro für Stadtklang vorgestellt, das sich als Behörde mit diesem Feld befasst. Es gibnt indes aber auch künstlerische Initiativen, die sich auf ihre Weise für das aurale Wohlbefinden der Bürger interessieren.

Anders als Behörden, die im Hinblick auf die Akustik des urbanen Raums traditionell eher die Aufgaben haben wie die, Messungen vorzunehmen und etwaigen Schaden vom Bürger abzuwenden oder zu begrenzen*, geht ein weiteres Projekt des im letzten Eintrag mit seiner "Sound Data Base" vorgestellten britischen Klangforschers Peter Cusack von der positiven Seite aus.

"Favourite London Sounds" will - wie der Name schon sagt - eben jene Klänge sammeln, welche die Bewohner der Metropole an der Themse positiv wahrnehmen bzw. nicht missen mögen.

Eine recht erkleckliche Auswahl dieser Lieblingsklänge lässt sich im Audio-Archiv der Seite erlauschen. Wer nun meint, es fänden sich dort vorzugsweise Vogelgezwitscher, Blätterrauschen im Hyde Park oder Themsewellengeplätscher: Nein, die Londoner pflegen ganz offenbar keine übermässige Neigung zum Klangidyll. Vielmehr sind es mehrheitlich ganz aus dem Stadtleben gegriffene Alltagsgeräusche, die hier versammelt sind. Und das entspricht sicher auch dem Charakter einer so vielfältig pulsenden Stadt sehr viel besser.
Als Klangporträt wurde 2001 denn auch mit ausgewählten Klängen eine CD produziert.

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Kein Wunder, dass es inzwischen nicht nur von Cusack selbst initiierte Folgeprojekte in anderen Städten gibt, sondern auch KlangforscherInnen, die in seine Fussstapfen treten.

Wie beispielsweise das Projekt "My favourite Brussels Sound", das im vergangenen Jahr von Studierenden des RITS begründet wurde.

Auf den Webseiten selbst ist allerdings bis auf den Call und die Ankündigung einer kleinen Veranstaltungsreihe bislang nichts publiziert worden. Was die Frage aufwirft, ob die Brüsseler tatsächlich keine Lieblingsklänge haben - oder ob sie diese möglicherweise nicht so gern mit anderen teilen?

* Beiseit: Genau genommen müsse man das allerdings relativieren, wie ja nicht zuletzt das eingangs erwähnte Beispiel aus London belegt. Zwar können sich Städte dauerhafte Einrichtungen von Büros für Stadtklang selten leisten. Aber immerhin tragen doch viele Städte mit kommunalen Mitteln dazu bei, dass KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen Klangforschung betreiben können.

[Bildchen: Zugegeben - wir, die wir nicht in London gebürtig sind, hätten durchaus auch den Glockenschlag des Big Ben auf unserer lokalen Lieblingsklangliste. Für das wunderschöne Foto mit Nahansicht der Uhr zur vollen Stunde, das unserem Bildchen als Grundlage dient, danken wir herzlichst Wikimedia-Spender Robin Heymans, der sein Bild sogar der Public Domain überantwortet hat. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 05.03.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.03.11

Klangdatenbasis (Cusack)

pclsdb-ksw.gifZum Thema Klang(forschung) in urbanen Gefilden gibt es an dieser Stelle immer wieder Neues zu berichten.
Zugleich sind aber auch noch längst nicht alle Projekte in den Zettelkasten einsortiert, die schon länger auf diesem Feld aktiv sind.

Wie beispielsweise die "Sound Data Base", die der britische Musiker, Klangkünstler und -forscher Peter Cusack für London eingerichtet hat.

Über eine Google-Map lässt sich der Stadtklangraum erschliessen: Zum einen kann man die bereits eingebundenen Field Recordings - etwa von den eilig hastenden Schritten der Passanten an einem U-Bahnhof zur Rush Hour oder den Glockenschlag des Big Ben - erkunden.
[Beiseit: Ja, ganz ähnlich wie bei den bereits vor einem Jahr vorgestellten LocalSoundscapes von Costas Bissas oder den gleich im Anschluss eingetragenen radio aporee maps. Et vice versa, indes ein jedes dieser Projekte doch ganz eigene Schwerpunkte setzt...]

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Dabei lassen sich sogar mehrere Klänge gleichzeitig zu einem Sadtklangkonzert zusammenführen. Luigi Russolo hätte das, auch wenn der Futurist mit seinen Intonarumori ja eigentlich keinem Naturalismus frönen wollte, wohlmöglich durchaus gefallen - schliesslich ist es doch pure Geräuschpoesie, eine solche Gleichzeitigkeit zu erzeugen, wie sie sonst allenfalls unser Klanggedächtnis im Kopf zu evozieren vermag.

Während das Navigationsfenster "Soundcontrol" die Lautstärken der aufgerufenen Klänge regulieren und anschliessend auch wieder reinen Tisch machen lässt, eröffnet ein zweites Navigationsfenster, eigene Field Recordings aufzuladen.
Und dazu bietet die Londoner Klangdatenbasis auch noch jede Menge Raum.

"Sound Data Base" ist natürlich keineswegs das einzige einschlägige Projekt von Cusack, der schon seit langen Jahren auf diesem Gebiet unterwegs ist. Aber dazu dann in einem eigenen Eintrag noch mehr...

[Bildchen: Ist natürlich kein Screenshot von Cusacks Klangdatenbasis, sondern eine hauseigene Imagination. Für die dieser zugrunde liegende Karte der Londoner Stadtbezirke danken wir herzlichst Wikimedia Commons-Spender Notscott - und lizensieren unsere klingende Karte, dem Vorbild folgend, cc-by-sa-3.0.]

Von miss.gunst am 02.03.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.01.11

Overhead-Instrumente ff. (Blair Neal)

nbovhcm-ksw.gifWo wir gerade wieder mal bei kreativen Transfomationen der vom Aussterben bedrohten Gattung Tageslichtprojektor sind: Da bietet es sich doch an gleich noch ein weiteres Kärtlein aus dem Zettelkasten zu ziehen.

Im vergangenen Frühjahr lockte nämlich ein Eintrag im Blog des Make Magazine, einen Blick auf das "Demotape" zu werfen, das Blair Neal von seinem Projekt "Color a Sound" ins Netz gestellt hat.

Tatsächlich handelt es sich bei der Installation des experimentierfreudigen New Yorker Künstlers um ein veritables "overhead projector musical instrument", wie es der Beitrag in Make titelte: Die Kurbel für Overhead-Folie setzt sozuagen eine Drehorgel in Gang, deren Walze mit drei farbigen Folienstiften bezeichnet wird. Die auf diese Weise komponierten Melodien erklingen, sobald die Folie einen optischen Sensor passiert, welcher die Signale abnimmt, die dann digital in Sounds übersetzt werden.
Sehr elegant, so ein Sequencer im Overhead-Gewand.

[Bewegtbildchen: Color a Sound von Blair Neal auf Vimeo.]

Wenn man schon mal in Blairs Portfolio spazierengeht, sollte man getrost auch mal einen Blick auf die anderen Projekte werfen - da sind wirklich leckere Sachen dabei.

Und währenddessen lässt sich prima der ebenfalls seeehr empfehlenswerten Musik lauschen, die Blair mit seiner Band Bentlikebranches produziert. Die Veröffentlichung ist übrigens unter cc-by-sa lizensiert. *yummie*!!!

Von miss.gunst am 24.01.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.01.11

Gedrucktes geteiltes Glück

tfszz-ksw.gifVergangenen Mai haben wir an dieser Stelle von geteiltem Glück geschwärmt - genauer gesagt: geteiltem Glück in gedrucktem Format.

Seinerzeit lud das Projekt "Thanks for Sharing" kleine, in Eigenproduktion entstandene Kunst-Zines zu einem ganz speziellen Anlass ein: Einer Ausstellung, bei der man nicht nur Schauen, sondern auch lesen, diskutieren und etwas mitnehmen konnte - sozusagen einer Zines-Messe, aber eben ohne Verkauf.

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Inzwischen haben die rührigen InitiatorInnen des Kunstraums d21 eine Dokumentation erstellt, aus der natürlich ebenfalls ein kleines Kunst-Zine geworden ist. Das flatterte uns dieser Tage ins Haus - huuii, wir packen es dann auch gleich mal aus und rufen noch einmal ganz beglückt...

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... Thanks for Sharing!!!

Von miss.gunst am 14.01.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.01.11

Druckende und gedruckte Drucker

drckr-ksw.gifLang, lang ist es her, dass wir begeistert in Zürich den Nadeldrucker-Symphonien von The User lauschten, die Mika Taanila seinerzeit gerade als Optical Sound gefasst resp. kongenial ins tönende Bild übersetzt hatte.

Aber natürlich bieten Drucker auch was ihre primäre Funktion, also das Drucken bzw. das Erstellen von Druckerzeugnissen betrifft, für medienarchäologisch forschende KünstlerInnen gutes Futter.

Über eine eigentlich ganz anderen Dingen geltende Recherche sind wir nun zufällig auf die Fährte von Xavier Antin gestossen. Der in London und Paris lebende/arbeitende Grafik-Designer und Künstler hat im Juni vergangenen Jahres gleich zwei schöne einschlägige Projekte realisiert:

"Printing at Home" ist eine Installation mit respektive Serie von neun gehackten Tintenstrahl-Druckern, die ebenso niederträchtig wie originell zu anderen Zwecken missbraucht werden.

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"Just in Time, or A Short History of Production" wiederum schliesst vier alte Tischdrucker, die aus unterschiedlichen Jahrzehnten des 19. und 20. Jahrhundert stammen, zu einem gemeinsamen Druckprozess zusammen: Der älteste, ein Mimeograph aus dem Jahr 1880, macht mit Magenta den Anfang; darauf folgt ein Matrizendrucker aus 1923, der für die blaue Farbe zuständig ist; ein stolzer Laserdrucker aus 1969 darf ins Schwarze treffen. Und zum guten Schluss sorgt noch ein Tintenstrahler von 1976 für leuchtend gelben Glanz.

Hätten wir natürlich beide gern in Aktion gesehen. Das ist zwar zu spät - aber konsequenter Weise hat Antin sowohl die eine wie die andere Installation in ein (Künstler-)Buchprojekt überführt.
Und beide Büchlein sind nun auch in seinem eigenen online-Shop zu erstehen.

Nun, für nachträgliche Weihnachtsgeschenke (beispielsweise bzw. nur für den Fall, dass es über Sammelleidenschaft hinaus noch Argumente braucht) ist es doch sicher noch nicht zu spät...

[Bildchen: Dieses klassische Modell ist in beiden Installationen resp. Publikationen nicht vertreten - aber eben drum figuriert es in der handgemachtengedruckten Illustration...]

Von miss.gunst am 04.01.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.01.11

DIY Rosige Aussichten

hm-rs-pp-ksw.gifRosige Aussichten beflügeln bekanntlich - und das gilt natürlich auch für einen schwungvollen Start ins Neue Jahr.
Manche Menschen mögen aus diesem Grund entsprechend eingefärbte Sonnengläser erwerben. Dabei geht's doch viel einfacher und schöner: Mit rosigen Aussichten Marke Eigenbau.

Etwa so?

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Falsch, ganz falsch (wenngleich wir niemanden davon abhalten wollen, sich das Bildchen farbig auszudrucken und hübsch gerahmt auf den Schreibtisch zu stellen).

Viel besser funktioniert's, wenn man die Augen eine Zeit in dieses Bildchen versenkt:

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Dann kann man die rosigen Aussichten nämlich überall hin mitnehmen.
In diesem Sinne!

PS: Falls das Zwinkern unseres ansonsten gut getarnten Grüntierchens zu sehr ablenken sollte (zumal man es dann ebenfalls mitnehmen muss...), hätte es selbstredend auch noch eine Variante, in welcher es ganz in Deckung gegangen ist:

hm-rs-gggg.gif

Von miss.gunst am 01.01.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.12.10

DIY Kalender 2011

diyc2011-ksw.gifNein, mit einer Vorschau auf's neue Basteljahr wollen wir dieser Tage noch nicht aufwarten. Denn erst einmal braucht es ja eine Agenda, auf der man die Termine eintragen kann. Ganze genau: Heute geht es um Kalender im Eigenbau.

Nun mögen zwar die meisten mittlerweile Kalender in elektronischen Formaten führen (ist ja auch praktisch wegen der Synchronisation).

Gleichwohl: Schon aus Sentimentalität sollte man sich doch mindestens einen Selbstgebastelten Kalender im Haushalt leisten.
Und dafür hätten wir, so nicht das klassische Template aus Papier zum Kleben und Dichten schon längst bearbeitet ist und die Wände ziert, an dieser Stelle noch ein paar Tipps.

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Wenn das Design ganz ganz schlicht ausfallen soll, kann man sich natürlich auch für diesen Zweck mit einem reinen Kalendarium zum Ausdrucken behelfen, wie es beispielsweise bei Homemade Calendars heruntergeladen werden kann.[Nein, mit HOME MADE haben diese Kalender sonst nichts zu tun...]

Indes darf es doch sicher ein bisschen nerdiger sein, oder?

Klar, dass allen voran unsere Lieblings-Bastelanleitungsplattform instructables da so Einiges in petto hat.

Unter den Klassikern Evergreens etwa den "Keylendar" aus alten Tastatur-Bausteinchen, die man mit Magneten versehen und dann z.B. an der Kühlschranktür befestigen kann. Kleiner Nachteil: Jeden Monat muss man aufs Neue aktiv werden und eigenhändig umsortieren. Grosser Vorteil: Händisch memorierend hat man die Daten immer drauf - und mit einem Griff lassen sich die Tage resp. Steinchen mit Denkzettelchen versehen.

Auch für LiebhaberInnen des guten alten Abreisskalenders ist gesorgt. Anleitungen gibt es beispielsweise für eine einfache Variante, bei welcher der Block von einem schlichten Drahtbügel zusammengehalten wird (den kreativen Energien kann man dafür dann bei der Gestaltung der Tagesblätter freien Lauf lassen - was allerdings, Obacht, im Zweifelsfall 365 Handzeichnungen meint...).

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Alternativ bietet sich für ehrgeizigere BastlerInnen aber auch eine etwas anspruchsvollere, im Ergebnis dafür extrem elegante Variante an, bei der man die Blätter mit einem digitalen Template erstellt. Auch da bedarf es dann natürlich nicht nur entsprechenden gestalterischen Könnens - schliesslich will Tag für Tag auch inhaltlich etwas geboten werden.
Gut möglich also, dass der Eine oder die andere doch lieber gleich nach der schicken Steilvorlage greift, die der instructables-Instruktor not-bob (aka Robert Watkins) schon mal vorgelegt hat und nun als pdf zum Quasi-Selbstkostenpreis anbietet - zumal sein Kalender 2011 dem schönen Thema "Today in Computer History" gewimdet ist.
Die gleichnamige Smartphone-App und das passende Google Gadget gibts übrigens gratis. Wow!

Wo wir gerade bei den nerdigeren Kalenderthemen bzw. den nerdigen Themenkalendern sind: Über einen Tipp im Blog unseres Lieblingsbastelheftchens (ja genau, das ist natürlich das Make Magazine) sind wir auf einen ganz phantastischen Kalender gestossen: Der "Lightning Calculation"-Calendar widmet sich nicht etwa Risikokalkulationen im Bezug auf anstehende Donnerwetter, sondern Techniken des blitzschnellen Kopfrechnens. Igitt? Ganz im Gegenteil: ein eindrucksvoller Beleg, dass man an Mathe durchaus seine Freude haben und dabei auch noch eine ganze Menge lernen kann.

Ersonnen und wirklich wunderschön gestaltet hat ihn der Informatiker, Mathematiker und Physiker Ron Dörfler (auf dessen Heimseiten einschlägig Interessierte übrigens auch noch eine ganze Menge anderer spannender Inhalte finden können, aber das nur beiseit). Das pdf zum Selberdrucken bietet Dörfler zum kostenfreien Herunterladen an - ansonsten kann man aber auch über LuLu.com einen professionellen Druck in Auftrag geben.

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A propos Mathe: Kalender eignen sich natürlich auch per se bestens als Rechenexempel. Für FreundInnen mathematischer Kalkulation indes, die zuvor noch selbst in den Bastelkeller begeben wollen, haben wir zu guter Letzt auch noch zwei auch im mathematschen Sinne elegante Lösungen parat - gebastelt wird dabei nämlich jeweils nur einmal, während der Kalender dann ein Leben lang hält.

Ein recht avanciertes Modell ist bei instructables im Angebot: Der "Perpetual-horizon, laser-cut erasable calendar", für dessen Bau es allerdings - wie der Name schon verrät - unter anderem auch einen Lasercutter braucht.

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Sehr viel schlichter fällt dagegegen das Modell der Evil Mad Scientists aus - ihren immerwährenden Kalender kann man sozusagen aus der Hosentasche und mit wenigen Handgriffen basteln.
Na, wenn das kein feines Projekt fürs Neujahrswichteln ist!

[Bildchen: Unser eigener kleiner Beitrag zum DIY Kalenderbau. Blanko und vorschlagsweise eine Variante für 2011, in der nur die Sonntage eingetragen sind. Wobei das Template eben - wenn schon denn schon - ein Immerwährender Kalender ist. Zum Selberbasteln und -gestalten hat es selbstredend eine Druckvorlage im pdf-Format: Einmal den DIY Kalender mit roten Zahlen (im s/w-Druck dann grau) und einmal DIY Kalender mit schwarzen Zahlen. Ausdrucken, ggf. auf Karton kleben. Je nach Präferenz individualisieren - man könnte ja z.B. auch alle Montage lochen. Hernach ggf. noch mittig falten zum Einstecken oder laminieren... oder oder etc pp]

Von miss.gunst am 28.12.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.12.10

Weihnachtslieder

xms10m-ksw.gifWenn schon, denn schon. Weihnachtslieder sind sicher nicht eines/einer jeden Sache. Andererseits: so ein bisschen Stimmung, einmal im Jahr - zumal es ja auch darauf ankommt, wo und wer die Musik spielt...

FreundInnen der Bittunes wissen das natürlich längst - und nicht nur, weil 8Bit-Sounds eigentlich immer ein wenig nach Glockenspiel klinge(l)n.
Oder ist es vielleicht ein Zufall, dass zu den frühesten Publikationen der 8bitpeoples die angelegentlich auch in unserem Log.Buch gelobte und gepriesene EP "The 8bits of Christmas"* gehört?
[* Da die 8bitpeoples ihre Releases ganzseitig listen, hier bequem bei archive.org]

Nun, für jenen Teil der geneigten LeserInnenschaft dieses Log.Buchs, der ebenso wie die Verfasserin auch zur Weihnachtszeit zu Experimentalelektronik neigt, hätten wir durchaus noch weitere Empfehlungen auf unserer Liste.

Etwa eine weitere Preziose aus dem Bittunes-Klassiker-Olymp: Die "4bit xmas" von monotonik. Rentiere in Raumschiffen mit Nadeldruckerantrieb.* Yay!
[* Für alle Fälle: sie (g)rasen natürlich auch bei archive.org]

Ebenfalls schon ein paar Jahre im Archiv*, aber nach wie vor eine nette Sache: "MiMi Loves Xmas", eine vom japanisch-portugiesischen (Netz-)Label MiMi herausgegebene Kompilation - eine leckere Mischung speziell für Menschen mit Neigung zu Noise und glitchiger Experimentalelektronik.
[* Ja, auch bei archive.org...]

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Oder lieber etwas sanftere Klänge? Auch da hätten wir natürlich etwas. Nach wie vor und im Übrigen nicht nur zur Weihnachtszeit hörenswert: die Feiertagskompliationen von hippocamp, "Xmas Collection pt. 1" und "pt. 2"*.
Zudem gibt es beim (seit einiger Zeit leider nicht mehr aktiven) Nilpferdchen auch eine echte "Weihnachtsplatte", nämlich die ebenfalls sehr schöne "HIPPOCAMP CHRISTMAS COMPILATION 2005"**. DingDong!
[* Auch hier: Teil I und Teil II bei archive.org; ** dito...]

Hochaktiv ist indes das ebenfalls vorzugsweise Experimentalelektronica publizierende Netzlabel RRoborobotica, das in diesem Jahr bereits seine fünfte Christmasaurus Collection veröffentlicht hat.*
[* Ja, genau. Das auch.]
Wer die anderen noch nicht kennt: Sollte sich am besten gleich vertrauensvoll an archive.org wenden, wo netterweise ein Päckchen mit allen fünf bislang erschienenen Weihnacht(s)saurierkollektionen unterm Bäumchen liegt.

Und für alle gilt, HighLowTechBrow-gezwinkert: Enjoy!

Von miss.gunst am 24.12.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.12.10

Handgemachte Karten

hdmhdm-ksw.gifSaisonbedingt mag man beim Stichwort "handgemachte Karten" sicher erst einmal an selbstgebastelte Weihnachtsgrüsse denken. Aber in diesem Fall ist eine ganz andere Sache gemeint - deren Vorstellung allerdings durchaus saisonal motiviert ist.

Gemeint sind nämlich Landkarten und Stadtpläne, die von Hand gezeichnet sind.
Ist mithin eigentlich eh ein Thema, das längst schon in unseren Zettelkasten gehört hätte - handgemacht und hausgemacht ist zwar nicht dasselbe, aber Letzeres geht mit Ersterem denkbar oft zusammen.

Nun werden manche vielleicht denken: In Zeiten, in denen einem das Kartenprogramm einer bekannten Suchmaschine den Weg von A nach B jederzeit und überall auf den heimischen Rechner, das Mobiltelefon oder das Navi spielt, haben hakelige Serviettenzeichnungen ein für allemal ausgedient.

Weit gefehlt, würden wir derlei doch sofort entgegenhalten wollen. So nett besagter Service auch ist - um die Zuverlässigkeit zum Beispiel bzw. insbesondere bei der Darstellung von Fusswegen ist es nicht wirklich gut bestellt. Und das wiederum hat einen guten Grund bzw. direkt mit der Datengrundlage zu tun, auf deren Basis die Vorschläge erfolgen. Die ist nun mal primär aus Autofahrerperspektive verfasst - und automatische Fehldeutungen von fotografisch erfassten Flächen führen dann gern mal dazu, dass Wege garnicht erscheinen oder grosszügige Umrundungen unbebauter Zonen angeraten werden.

Im Gegensatz dazu sind handgezeichnete Karten wiederum allerbestens dazu geeignet, individuelle Ratschläge für besonders schöne, besonders spannende, besonders ruhige etc. pp. Fusswege sowie natürlich persönlich erprobte Spezialtipps loszuwerden. Wie sie gerade in heimischen Gefilden eigentlich bei jede/m zum Repertoire gehören.

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Natürlich haben auch handgezeichnete Karten ihre Häkchen und Haken, abhängig von den Kapazitäten des Zeichners resp. der Zeichnerin. Aber dafür dann eben eine individuelle Note, mit der - wiederum abhängig von den Kapazitäten des Zeichners resp. der Zeichnerin - mitunter sogar eine eigene bildnerische Qualität einhergehen kann.

Eine echte Schatztruhe für LiebhaberInnen dieser Gattung ist die Webpräsenz der "Hand Drawn Map Association". Das von dem in Philadelphia beheimateten Designer Kris Harzinski ist ein Mitmach-Projekt, das handgezeichnete Karten aller Art sammelt - und dabei nicht nur nach Eingang chronologisch publiziert, sondern zudem auch nach unterschiedlichen Gesichtspunkten sortiert.

So kann man zum einen im Archiv ganz konventionell nach Stadtplänen schauen (die dann natürlich teils durchaus unkonventionell ausfallen), aber ebenso nach Karten fiktiver bzw. fiktionaler Orte fahnden. Und dann gibt es auch kuratierte Sammlungen, in denen einschlägige Projekte einzelner KünstlerInnen vorgestellt werden.
Und inzwischen übrigens auch ein sehr schönes Büchlein, das auch bei uns im Handel zu erstehen ist.

Genau, da war noch etwas: Der saisonbedingte Anlass. Zu den Zwecken, denen eigentlich nur handgezeichnete Karten dienen können (es sei denn, man schickt eine Drone oder einen humanoiden Späher des Wegs voraus), gehören nämlich auch jene fussläufigen Workarounds, die zur Meidung vorweinachtlicher Staumassen notwendig werden, wie sie in Einkaufszonen und durch Weihnachtsmärkte entstehen.

Und wenn dann noch - wie dieser Tage - anhaltende Schneefälle dafür sorgen, dass just jene seltener begangenen Pfade, auf die man sonst ausweichen würde, unpassierbaer werden... Tja, dann braucht es ausgeklügelte Karten im Kopf oder, zum Behufe der Weitergabe, eben auch in der Hand...

[Bildchen: Ja, so bescheiden kann's eben mitunter aussehen resp. zugehen. Anstatt von a nach b (oder umgekehrt) gemütlich auf gewohntem Pfad zu wandeln (hellgrün), weicht man zwecks Meidung der Zone - wo nun mal gar nichts geht - auf einen Schleich- und leider auch Umweg aus (dunkelgrrrün). Aber selbst dort sorgen gemeine Hindernisse wie Baustellen und Schneewehenwälle dafür, dass man sich nicht oder nur mühselig fortbewegen kann (gelb). Kurzum: Da hilft dann auch die handgezeichnete Karte nicht - es sei denn, um das ganze Elend darzulegen.]

Von miss.gunst am 18.12.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.12.10

Tischtheremin ohne Theremin (J. E. Oliver)

jtms-ksw.gifEin nahezu unsichtbares Instrument, das von den Händen nicht berührt wird, die es spielen? Da denkt man spontan natürlich erst einmal an das gute alte Theremin.
Aber mit den digitalen Medien stehen auch ganz andere Technologien bereit, um ein solches Instrument zu bauen.

An sich wissen das die LeserInnen dieses Log.Buchs längst, da uns - unter anderem oder vielleicht besser: allen voran - Bruno Spoerri (s.a. mehr im hauseigenen Archiv) nicht nur verschiedentlich mit Theremin-Konzerten erfreut hat, sondern eben schon seit Jahren David Rokebys Very Nervous System in ganz ähnlicher Weise fürs Live-Jazzen nutzt. Und zudem, nicht zu vergessen, vor zwei Jahren beim Zürcher diy*together Festival sogar mit der Wii Entsprechendes vorgeführt hat.

Klar allerdings auch, dass damit noch lange nicht das Ende der kreativen Fahnenstange erreicht ist.
So hat der peruanische Künstler und Computermusiker Jaime E. Oliver ein Instrument namens The MANO Controller (kurz: MANO) konstruiert, das erst einmal wie ein schlichter Tisch ausschaut und eben dann, wenn man seine Hände über dessen Platte manövriert, zauberhafte Klänge hervorbringen kann.

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Das Geheimnis von MANO sind freilich keine Schwingkreise, sondern - ähnlich wie auch beim Very Nervous System - ein optischer Sensor, dessen Signale an einen Computer resp. ein von Oliver geschriebenes Programm weitergegeben werden, das wiederum die Bewegungen der Hände in Klänge respektive Musik verwandeln kann.

Den Aufbau des MANO - mit seiner schwarzen Platte, die von zwei Schreibtischlampen beleuchet wird, darüber eine Videokamera als Sensor, Computer und Audioperipherie ebenso schlicht wie elegant - kann man auf Olivers Heimseiten in Augenschein nehmen. Und dort gibt es neben einem Video, welches den Künstler und sein Instrument in Aktion zeigt ("Silent Construction 2"), auch spannende Einblicke in Details.

So etwa dazu, wie die Daten erfasst werden und sogar Ansätze zu einem HowTo-Tutorial für einen MANO-Eigenbau, inklusive Sourcecode. Wow!

Am heutigen Samstag (04.12.10) wird Jaime E. Oliver im ZKM Karlsruhe im Rahmen des IMATRONIC-Festivals für seine Arbeit der heuer erstmals vergebene Giga-Hertz-Sonderpreis für technische Innovation verliehen. Wozu wir natürlich gratulieren - indes aber der Meinung sind, dass MANO beziehungsweise die Silent Construction Series künstlerisch nicht weniger würdigenswert ist.
Mal ganz abgesehen von den Sympathiepunkten, die Oliver durch die in den Künsten allgemein noch nicht so weit verbreitete OS-Philosophie verdient.

[Bildchen: Kommt nicht aus dem MANO-Manual. Weil wir wie so oft zu ungeduldig waren, noch extra anzufragen, haben wir eben flink händisch eine Hommage fabriziert...]

Von miss.gunst am 04.12.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

31.10.10

Teestündchen mit Niklas Roy (@ Shift Festival 2010)

nrttri-ksw.gifNicht nur das Wiederfinden, sondern auch das Wiedersehen kann bekanntlich Freude machen - und besonders gilt das selbstredend für KünstlerInnen, deren Projekte man schon länger schätzt.
Um so schöner, wenn sich das Ganze mit einem gemütlichen Teestündchen verbinden lässt.

Wie beispielsweise im Fall von Niklas Roy, der zu den im zweiten HOME MADE-Buch "HOME MADE Electronic Arts" vorgestellten TüftlerInnen gehört und dessen (zusammen mit Addad Hannah ins Werk gesetzte) internationale Tanzpartymaschine auch schon hier im Log.Buch gefeiert worden ist.

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Beim SHIFT Festival zeigt er im Rahmen der Ausstellung (s)eine "Grafikdemo" (2004).

Auf dem Schirm eines alten Commodore lässt sich das 3D-Gitternetz-Modell einer Teekanne rotieren. Dass die Kanne nicht nur das Herz von Computerkultur-Nostalgikern höher schlagen lässt, sondern auch mit frappierender Räumlichkeit punktet, hat allerdings weniger mit Roys Programmierkünsten als mit seinem Händchen fürs analoge Basteln zu tun: Was sich hinter dem Glas dreht, ist nämlich ein veritables Drahtmodell.

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Einschenken lässt sich damit - aus nahe liegenden Gründen - zwar trotzdem nur virtuell. Aber wir üben trotzdem mal den galanten Griff. Und hätten mit Dr. Faustroll, der weiland ja mit einem ganzen Boot ähnlicher Bauweise zwischen Wasserinseln schipperte, auch schon den idealen Gast, den wir allzugern mal zu einem Teestündchen mit Grafikdemo bitten würden.

Von miss.gunst am 31.10.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.10.10

Rumkugeln

rkglrkgl-ksw.gifDoch, ernsthaft. Aber erst einmal einen passenden Witz dazu - auch wenn den unter der geneigten LeserInnenschaft sicher jede/r kennt.
Und der geht so: Kommt ein Mann in eine Konditorei...

... und natürlich steht erst einmal, wie es sich für einen guten Kunden in einer Konditorei gehört, ein bisschen in der Schlange an.
Als er an der Reihe ist, fragt ihn die Verkäuferin: "Sie wünschen bitte?"
Er, das Wesentliche seines Begehrs ebenso knapp formulierend: "Rumkugeln!"
Darauf die Verkäuferin, die Augen rumkugelrund, weil mehr als nur ein wenig indigniert - sich dann aber auf die Höflichkeit und den guten Stil des Hauses besinnend: "Bittschön - aber doch besser draussen!"

Nun mag dieser Witz nicht nur einen langen Bart haben, sondern in gewisser Hinsicht auch seines Gegenstands wegen historisch überholt oder mindestens vom Aussterben bedroht sein. [Beiseit: Rumkugeln gehören nämlich, wie Granatsplitter (und, wenngleich aus anderen Gründen: die nur dank gewisser popkultureller, äh: Aufwertungen temporär sogar zu neuer Beliebtheit gelangen Nussecken), zu den mittlerweile in Konditoreiauslagen rar gewordenen Spezereien. In Zeiten von "light" und "low carb" sind sie sind schlicht nicht gerade ein Trendgebäck - und angesichts der Tatsache, dass sie eigentlich auch eine prima Resteverwertungsmöglichkeit für Schokoladiges vom Vortag darstellen, werden sie wahrscheinlich auch von EU-Normen in die Enge einer subsidiären Entweder-Oder-Existenz getrieben: Entweder aus frischen Zutaten handgemacht, ergo hochpreisig - oder als Billigprodukt im Supermarkt des Abgriffs harrend...]

In diesem Fall bringt unser bärtiger Witz jedoch die Sache auf den Punkt. Denn: In Wien gibt gab es gerade Rumkugeln beim Rumkugeln zu bestaunen. In einer veritablen Rumkugelbahn!

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Und zwar im Wiener Museum für Angewandte Kunst (MAK), wo sie anlässlich bzw. im Rahmen der diesjährigen Vienna Design Week auf- bzw. ausgestellt worden war. Verantwortlich für diese wunderbare Konstruktion: Das Designerpaar Katharina Mischer und Thomas Traxler, kurz mischer'traxler, die uns vergangenes Jahr auf der ars electronica schon mit ihrem Projekt "the idea of a tree" ziemlich begeistert haben.

Obzwar zunächst einmal ins Apparative transferierte systematische Reflexion eines Generationsprinzips und zugleich dessen poetische Metapher, bezaubert die Baumwickelei nämllich auch als Rube-Goldberg-Machine (mehr zu dieser Gattung im Eintrag vom 16.09.07).

Erst recht gilt das nun für die Rumkugelbahn. In selbiger legen die bschwipsten Schokobälle einige Akrobatik an den Tag, um an den eigentlichen Ort ihrer Bestimmung zu gelangen. Für besonderes optisches Plaisier sorgen dabei die Stationen, die samt und sonders aus Designobjekten bestehen. Indes man selbst den Lauf der Dinge bzw. um und über die Dinge bequem im Liegestuhl fläzend beobachten kann - und wenn alles rund läuft, springt die Kugel am Ende zielgenau in den schleckfreudig aufgesperrten Schlund.

Na, wer will da noch gelangweilt in Tüten greifen oder gar arglose Konditoreiverkäuferinnen mit verstörenden Fragen plagen?
Eben. Ergo, lieber Weihnachtsmann: Ich wünsche mir heuer unters Bäumchen, na was wohl? Eine Rumkugelbahn!

[Bildchen: Hausgemachte Rumkugeln beim Rumkugeln. Fotos vom Bähnchen hat es bei mischer'traxler und zudem auch ein Rumkugelbahn-Video bei vimeo.}

Von miss.gunst am 11.10.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.09.10

Zeichnen und Senden ff. (drawdio)

jsdrwd-ksw.gifInsofern wir mit Joyce Hinterdings "Induction Drawings" gerade beim Thema Radio-Zeichnungen sind: Da hätten wir doch noch etwas Passendes für den Zettelkasten. Zumal dieses Projekt schon seit dem vergangenen Jahr einer Vorstellung harrt.

Seinerzeit im Zuge der Einträge zur ars electronica 2009 sträflicherweise nicht (mehr) eigens erwähnt, aber nach wie vor interessant ist nämlich das von Jay Silver am MIT Media Lab entwickelte DRAWDIO: Ein Radio, das ebenfalls erst einmal gezeichnet bzw. gemalt werden will, um es in Betrieb zu nehmen.

Das Besondere (und auch der Unterschied zu Hinterdings Projekt): DRAWDIO ist ein DIY-Projekt, zu dessen Nachbau, freudiger Nutzung und Weiterführung eingeladen wird. Und: Der Fokus liegt dementsprechend nicht so sehr auf einem mehr oder weniger statischen ästhetischen Gebilde - sondern auf der Erkenntnis und Erfahrung im eigenen Tun sowie dem Prozess.

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Wie das geht, zeigt Silver auf den DRAWDIO-Seiten und allem voran jener, die den einladenden Titel "Make It!" trägt. Es gilt - mit wenigen, kostenkünstig zu erstehenden Materialien einen Aufsatz für ein Zeichengerät zu basteln, das seinerseits mit leitfähigem Material operiert. Also etwa einem Bleistift (genau, das Graphit). Dank des schlichten Konstukionsprinzips und der anschaulichen Anleitung lässt sich ersteres gut bewerkstelligen - und wer nicht umständlich in den Elekronikladen ziehen will, kann auch einfach einen kleinen Bausatz erwerben (bei adafruit industries ... was uns, oha, gleich an einen ebenfalls schon lang ausstehenden Zettelkasteneintrag erinnert ...). Und dann kann's mit dem Zeichnen und Musikmachen losgehen - mit Stift und Finger auf der Linie wird mn dabei selbst zum Sender respektive zum Radio.

Dass das Ganze auch mit Wasserfarben und per Kupferband leitfähig gemachtem Pinsel funktioniert, liess sich weiland auf der Ars Electronica des vergangenen Jahres weidlich testen, wo Jay Silver mit seinem Projekt im Rahmen der Campus-Ausstellung vertreten war (s.a. den Eintrag vom 08.09.09).

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Aber das ist auch nur eine Möglichkeit, das DRAWDIO-Prinzip zu nutzen und weiter zu entwickeln. Wozu kreative BastlerInnen von Silver übrigens explizit eingeladen sind. Also dann!

[Bildchen: Der schöne Schalt- bzw. Lötplan für die Platine stammt direkt aus dem Anleitungsbereich der DRAWDIO-Seite, die Nahansicht aus dem zugehörigen FlickR-Pool. Beide hat Jay Silver dankenswerter Weise unter einer cc-by-sa-Lizenz bereitgestellt. Und auch die angegebene Credit-Line übernehmen wir gern: Based on work by Jay Silver in the Lifelong Kindergarten group at the MIT Media Lab. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 26.09.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.09.10

Zeichnen und Senden (@ ISEA2010)

jhlgf-ksw.gifBekanntlich die Welt und ihr Raum auch dort, wo Menschen keine Antennen aufstellen, voller Sender und Empfänger.
Allerdings besitzen - wenn man mal Forschungsstationen aussen vor lässt - gemeinhin nur die eingefleischten ParalektronoikerInnen unter uns ein geeignetes Sensorium für die Wahrnehmung dieser Wellen.

Die australische Künstlerin Joyce Hinterding ist eine Expertin für die künstlerische Erforschung des Signalraums, der normalerweise ausserhalb unseres Radars liegt - und der Energien, die ihn generieren.

Zur ISEA2010 RUHR, wo sie wie Verena Friedrich in der Ausstellung TRUST vertreten war, hatte sie eine Reihe von "Induction Drawings" mitgebracht:

Auf den ersten Blick erst einmal ästhetisch durschaus attraktive, aber doch recht schlichte Zeichnungen ornamentaler Formationen, die mit Graphit auf grossformatige Blätter aufgebracht sind. Präsentiert werden sie jedoch auf Tischen, auf denen noch weitere Gerätschaft steht: Angeschlossen an einen Verstärker funktionieren die Lineamente tatsächlich als Antennen. Der Raum wird zum Sender, die Zeichnungen strahlen aus.

Aber was eigentlich? Mindestens kann man, entsprechendes Feintunig der Lauscherchen vorausgesetzt, ohne weiteres feststellen, dass sich das Klangbild bereits bei Annäherung an die Zeichnungen verändert. Und wohl erst recht, würde man es wagen, am "Induction"-Radio selbst zu drehen - also die Linien zu manipulieren. Als brave/r Kunstbetrachter/in macht man das natürlich nicht.

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Und wie ist das nun mit dem Bezug zum Thema der Schau, in deren bzw. dessen Rahmen die Arbeit gezeigt resp. damit gestellt worden ist?
"Die Linien und Schleifen verweisen auf unser Vertrauen in die welterschließende Macht von Medien", steht auf den ISEA-Seiten zur Arbeit zu lesen - etwas verständlicher vielleicht in der englischen Version: "The lines and loops refer to the trust we have in the power of media to discover the world."

Fragt sich dann natürlich, was das dann für ein Vertrauen ist. Verleitet uns der ästhetische Reiz der Graphit-Graphen vielleicht dazu, darauf zu vertrauen, dass auch hinter den Sendungen - die sie hörbar, aber deshalb ja noch nicht verständlich machen - irgendeine Ordnung, Vernunft, gar: Absicht steht?

Vermutlich eher nicht. Oder etwa doch? Nun, können wir wohl auf eins vertrauen: Dass wir ParalektronoikerInnen sind.

[Bildchen: Zeigt natürlich nicht Hinterdings "Loops & Fields Induction Drawings". Unser kleiner Ohrling hat es hier gleich mit einem mächtigen Klumpen des Minerals zu tun. Der Graphitstein stammt übrigens aus Brasilien und wurde von seinem Eigner, Eurico Zimbres, fotografiert. Wir danken ihm für die Bereitstellung der Aufnahme in den Wikimedia Commons unter cc-by-sa-Linzenz - welche ergo auch für dieses Bildchen gilt. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 15.09.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.07.10

Electromagnetic Fountain (Steggell)

emfkb-ksw.gifDas könnte doch noch gut zum bzw. in den Elektromagnetischen Sommer passen: Ein elektromagnetischer Brunnen, der entsprechend erquickliche Labsal verspricht.
Ein elektromagnetischer Brunnen?

Ja, ganz genau. Einen ebensolchen hat Amanda Steggell 2007 entworfen und darauf aufbauend ein ganzes Projekt gesetzt, in dem sie Materialien und Gedanken zu den unsichtbaren Architekturen elektromagnetischer Ströme bzw. Wellen gesammelt hat, in denen wir uns bewegen.

Insofern ist ihr Elektromagnetischer Brunnen allem voran ein archivalisch sprudelnder Quell, der Kontextwissensdurst stillen kann: Beispielsweise zur Ästhetik von Antennen oder zu künstlerischen Projekten, die sich mit Elektromagnetismus befassen (und da sind auch einige dabei, die uns noch nicht in den hauseigenen EM-Radar gegangen sind).

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Aber natürlich ist es auch für Steggell selbst nicht beim Entwurf respektive der schönen Zeichnung dazu geblieben, die Per Platou seinerzeit vom EM-Brunnen angefertigt hat.
So konnte man ihren Elektromagnetischen Brunnen noch bis vor wenigen Tagen in einer Ausstellung des Norsk Telemuseum bewundern.

Auf dessen Heimseiten ist er nach wie vor in Text und Bild(ern) dokumentiert - und auf diesem Wege gelangt man auch ganz bequem zu einem bei Youtube eingestellten Video sowie einer FlickR-Seite zur Electromagnetic Fountain.

Bleibt also nur noch zu wünschen, dass dieser schöne Prototyp mal in Serie geht. Den so einen elektromagnetischen Brunnen hätten wir gern auch selbst vor dem Tore vor der Tür.

[Bildchen: So würden wir uns eine Variation des Elektromagnetischen Brunnens vorstellen. Diese hier könnte beispielsweise nächtens in Rapperswil auf dem Fischmarktplatz aufzusuchen sein. Für das unserer Imagination zu Grunde liegende Foto der dort normalerweise sprudelnden Fontänen danken wir herzlichst Wikimedia Spender Roland zh (= aus Zürich?) - und wie dieses steht auch unseres unter cc-by-sa...]

Von miss.gunst am 26.07.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.07.10

DIY Fächer für die Ferien

fsbsb-ksw.gifFerien haben bzw. machen wir hier zwar noch nicht. Aber die Temperaturen stehen nahe der Marke hitzefrei - und da ist es eine Sache der Vernunft, einen Takt langsamer zu schalten, dem Rechner ebenfalls längere Kühlungszeiten zu gönnen und mal ein Sendepäuschen einzulegen.
Doch natürlich nicht ohne zuvor noch einen zünftigen Basteltipp loszuwerden...

fsbsb-g1.gifMit dem bleiben wir selbstredend beim Thema - es soll also schon etwas Erquickliches dabei herauskommen.

Unser Ausgangslage bzw. -frage: Was tun, wenn man am Rechner sitzt, diesen gern in Richtung Sommerfrische verlassen würde, aber leider nicht ausbüxen kann? Genau: Wir nehmen uns ein Beispiel am guten Gerät und basteln uns etwas, das uns selbst ein kühles Lüftchen zuwedelt.

Das Nächstliegende (von wegen wir sind ja Techies und haben zudem auch just, wo wir diese Zeilen tippen, das Maschinchen vor der Nase resp. bei Fuss): Den Ventilator ausbauen und selbst verwenden.

fsbsb-g2.gifDazu hätte es bei instructables.com natürlich schon die eine oder die andere Anleitung... Aber wäre das gegenüber unserem Rechner nicht doch etwas gemein? Wir wollen ja nicht, dass er uns zusammenbricht.

Also darf es für einmal analog und unplugged sein: Wir basteln uns einen Fächer, mit dem sich lässig ein kühler Hauch in Richtung de perlenden Schweisses auf der Stirn wedeln lässt.

Damit es jetzt nicht zu kompliziert wird (mit dünnen, aber stabilen Plastestreifen oder Holzblättern, die man aufeinanderlegt und im Fall der Plaste: unten mit der Nietenzange zusammenlocht bzw. im Fall der Holzplättchen, was selbstredend die edelste Lösung ist, bohrt und mit einer weichen Lederschnur wickelt - aber wer hat derlei im Büro schon zur Hand?):

fsbsb-g3a.gifEs gibt ja auch die schlichte Lösung, die man noch aus dem Kindergarten kennt - und für die brauchen wir in der Minimalfassung nur Kleber, Klebeband und ein Blatt idealer Weise etwas stabileres Papier. Schöne Anleitungen gibt es an einschlägiger Stelle zuhauf. Wie zum Beispiel - für eine etwas edlere Variante mit verstärkten Seiten und Griff - beim Kidsweb (ja, im Text hat es dort eine kleine Lücke, aber die wird durch die Bilder doch bestens überbrückt).
Hier jedoch die bürotischgerechte ganz ganz simple Variante mit einem einfachen Blatt aus dem Drucker stibitzen Papier...

Die ersten drei Schritte sind oben zu sehen: (1) Man angele sich ein Blatt A4 und falte es in zwei Hälften, die sodann eine jede - erst die eine, dann die andere - wieder und wieder Falte für Falte halbiert werden. Denkbar einfach das, man benötigt nicht mal ein Lineal... um (2) also automatisch das Resultat einer regelmässigen Faltung zu erlangen. Diese führt man auf eine Faltenbreite zusammen (3) und halbiert diese noch einmal per Knick.

Selbiger Knick, der die gesamte Faltenziehharmonika durchzieht...

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... bildet dann den Fuss des künftigen Fächers ...
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... welcher mit simplem Klarsichtklebeband, wie hier in Nahsicht zu sehen erahnen ...
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... einfach fixiert und zugleich stabilisiert werden kann. Der verbleibende Spalt zwischen den zwei Fächerhälften will natürlich ebenfalls noch geschlossen werden. Was mit dem nächsten besten Klebstoff (dünn verstrichen) oder Klebestift funktioniert ...
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... um zu halten aber nach einer kleinen Ruhezeit unter dem sanften Druck einer Büroklemme verlangt ...
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... und schon ist er fertig, der Fächer:
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Oder, nunja, etwas, das einem Fächer mehr oder weniger ähnlich sieht. Wie schon das Bildchen des beispielhaft flink gebastelten Exemplars erahnen lässt: Die Fächelkraft dieses Modells ist bei der schlichten Bauart auf A4-Querformat-Faltungsbasis eher bescheiden. Aber mit minimalem Mehraufwand lassen sich doch bereits merkliche Verbesserungen des Basisprinzips erreichen. Und zwar so:
(1) A4 nicht quer, sondern längs falten - und zudem deutlich schmaler.
(2) Falls verfügbar: nicht nur etwas schwereres Papier, sondern leichtes Karton- oder Tonpapier nehmen.
(3) Zwei, drei der so gefalteten Fächer aneinanderfügen.
(4) Proportionen per Wedeltest prüfen, ggf. Fuss höher abbinden oder beschneiden.
(4) Die äusseren Seiten nochmals mit Karton verstärken - das verlangt eine weitere Wickelung um den Fuss, der dadurch aber auch seinerseits händischer wird.

Siehe da, schon wuppen die Luftmassen, dass es nur so um die Öhrchen zieht...

Von miss.gunst am 05.07.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.07.10

Roboter-Wassermusik

wmmrh-ksw.gifNach wie vor meint es die Sommersonne derart gut mit uns, dass Erfrischungen jeglicher Natur höchst willkommen sind. Nur ist just die Natur mit solchen Erfrischungen vergleichweise geizig. Glücklich, wer seine Stadt nah am Wasser gebaut hat. Und noch schöner natürlich, wenn man diese Erfrischung mit einer der Kunst kombinieren kann.

Das, liebe Anrainer der Limmat, des Zürichsees, der Aare und des Rheins (undundundund) haben die BerlinerInnen Euch mindestens mal für dieses Wochenende voraus. Denn an der Spree wird eine unserer favorisierten Gattungen, nämlich: Wassermusik geboten. Gar solche, die wortwörtlich eines Königs würdig wäre. Und nun das allerbeste: Sie wird von kleinen, fleissigen Robotern gespielt.

Dahinter kann unter besagten Koordinaten eigentlich nur einer stecken: Karlheinz Jeron.

Dass Jeron gern ziemlich agile (und mitunter sogar agitatorische) Roboter in die Welt setzt marschmarsch an die Arbeit schickt, ist treuen LeserInnen dieses Log.Buchs ja bereits bekannt. Passend zur Saison singen sie diesmal, anders als zuvor ihre Kollegen, aber weder Geburtagslieder noch die Internationale. Sondern spielen tatsächlich Variationen von Georg Friedrich Händels Wassermusik auf - ein Teil von ihnen versucht sich (und auch davon dürften die meisten Musikautomaten nur träumen:) in Improvisationen derselben auf der Grundlage der Musiktheorie, welche der Mathematiker Leonhard Euler (mehr hier ;)) in seiner Schrift "Tentamen novae theoriae musicae" von 1739 niedergelegt hat.

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Und wo wird musiziert? Ganz genau: Auf einem Schiff bzw. auf Schiffen - einmal als Tour auf der Spree und einmal als Hafenkonzert auf verankerten Planken. Alle Daten zum neidisch-nach-Berlin-Blicken und seufzen gibt's bei der von uns ebenfals sehr geschätzten allgirls galerie. Leider wohl für einige etwas zu weit weg, um sich auf den Weg zu machen. Aber wunderbar!

[Bildchen: Nicht dass wir selber Wassermusikroboter bauen könnten. Nur imaginiert wie die ausschauen könnten haben wir mal...]

Von miss.gunst am 03.07.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.06.10

Icecast (Eisklänge ff.)

awekstsi-ksw.gifAus aktuellem Anlass bzw. angesichts der nach wie vor vorherrschenden Aussentemperaturen bietet es sich an, weiter nach Erfrischungen auszulugen. Zumal nach solchen, die notfalls auch zur Kühlung am Schreibtisch taugen...

... und das sind (neben der klassischen Schüssel mit kaltem Wasser, die sich gegebenenfalls zur Erquickung von Füssen und Waden diskret unter dem Tisch platzieren lässt) allem voran natürlich akustische.

Wie beispielsweise auch der eisige Strom, den das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung dankenswerter Weise auf den Seiten seines PerenniAL Acoustic Observatory in the Antarctic Ocean (kurz: PALAOA) verfügbar macht: Ein Icecast im eigentlichen Wortsinn.

Tatsächlich dient das wissenschaftliche Erlauschen der arktischen Klanglandschaft im nicht nur kalten, sondern saisonal mitunter auch anhaltend finsteren Polar eine wichtige und stabile Quelle der Datenerhebung dar.

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Der Webstream dagegen ist leider nicht immer so ganz stabil - aber wer seinem Ohr konzentriert erquickenden Eisklänge darreichen möchte, findet diese auch in einer leckeren Auswahl auf einer Extra-Seite. Beeindruckend sind dort insbesondere die singenden Eisberge.

Begleitend dazu kann man sich dann auch noch Videos von den Polarexpeditionen des Instituts ansehen. Und: Mit so gut gekühlten Mütchen respektive klaren Kopf sollten sich FreundInnen des Polaren zudem überhaupt einmal genauer auf den gut gepflegten und äusserst NutzerInnenfreundlich angelegten Seiten umschauen. Die sind nämlich ingesamt dicht bestückt mit anschaulich aufbereiteten Informationen - beispielsweise auch zu brennenden Fragen der Klimaentwicklung. Wirklich toll!

[Bildchen: Zeigt tatsächlich ein Stückchen Ekstroem-Schelfeis - also just jene Gegend, aus der auch die Klänge von PALAOA stammen. Dass unser Ohrling hier unterwegs sein kann, verdankt er Hannes Grobe vomAlfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven, der das Originalbild unter cc-by-sa 2.5 den Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt hat. Letzterer schliessen wir uns an und sagen: Grand Merci!]

Von miss.gunst am 28.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.06.10

Eisgeflüster

icbo-ksw.gifKam doch gerade richtig, dass uns kürzlich über die radiophone Chronostasis die Kompositionen von Andreas Bick wieder in den Radar geraten sind. Denn so lässt sich der Sommer doch erst richtig geniessen!

Des Sommers das Öhrchen zur Kühlung an Eis und Schnee zu legen, haben wir ja auch schon früher immer wieder gern empfohlen - und nun eben zu unserer übergrossen Freude entdeckt, dass Andreas Bick unter den zahlreichen Field Recording-Downloads auf seinen Seiten auch zwei einschlägig geeignete anbietet:
"Dispersion von Schallwellen in Eisflächen" und eben auch "Eisgeflüster".
Welchselbiges man sich also sogar auf einem geeigneten Abspielgerät zum Sonnenbaden mitnehmen kann. Toll.

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[Bildchen: Öhrchen auf der Suche nach Kühlung. Den wunderschönen Eisblock, den es gefunden hat, hatten wir schon mal für einen erfrischenden Eintrag aufgesucht (Welcher wars doch gleich? Ah, dieser hier) - fotografiert hat ihn Andreas Tille. Und dankenswerter Weise unter cc-by-sa-Lizenz den Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt - welche ergo auch für das erfrischte Öhrchen gilt. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 23.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.06.10

DIY Stadtlandwirtschaft (Fukuoka)

sdbnf-k.gifMan kann es ja, à propos Eigenzeit, auch mal im Tun enstprechend angehen lassen. Daraus ergibt sich nämlich gleich eine gute Gelegenheit, an den jüngst aufgemachten Faden zur urbanen Landwirtschaft anzuknüpfen.

Unter den vielfältigen Möglichkeiten, die sich für städtisches Ackern bieten, gibt es ja noch einige - und eine davon ist das Anlegen sogenannter Fukuoka-Felder bzw. das Fukuoka-Gärtnern.

Name und Prinzip gehen auf den japanischen Permakultur-Experten Fukuoka Masanobu zurück. Der vertrat im Sinne einer entsprechend auf eine möglichst weitgehend vor menschlichem Übereifer bewahrten Naturkultur bzw. Kulturnatur setzenden Bewirtschaftung die Auffassung, dass die beste Landwirtschaft eine sei, die sich sozusagen selbst beackert.

Im Deutschen gibt es dafür auch den schönen Begriff "Nichts-Tun-Landwirtschaft" (s.a. den englischen Wikipedia-Eintrag zu "Do-Nothing-Farming") - aber so ganz und gar nichts wird bei resp. nach Fukuoka natürlich auch nicht getan.

Um ernten zu können, darf nämlich durchaus auch gesät werden - was insbesondere in urbanen Umgebungen, wo vielleicht doch erst mal ein Boden abgesteckt und renaturiert werden muss, schwer zu vermeiden ist. Doch schon die Bodenaufbereitung wird dann idealer Weise von den Pflanzen und den ihre Ansiedelung begleitenden Lebewesen brav selbst erledigt.

Und wie soll das nun genau funktionieren?
Schaut man sich sicher am allerbesten direkt bei denen ab, welche die Fukuoka-Gärtnerei bereits erfolgreich praktizieren.

In Berlin, das in Deutschland zu den Pioniergebieten in Sachen "Nichts-Tun-Landschwirtschaft" gehört (nein, das ist ausnahmsweise mal nicht doppeldeutig gemeint) und wo an diesem Wochenende der Lange Tag der Stadtnatur steigt, werden aus diesem Anlass sowie auch sonst regelmässig Lehrtouren zu und auf Fukuoka-Feldern angeboten. Winfried Schiffer, der seit acht Jahren Fukuoka-Landbau betreibt und damit seinerzeit schon beim Wettbewerb "Evolutionäre Zellen" punktete, hat vor Ort zahlreiche solche Demo-Felder angelegt, die allem Vernehmen nach in der Tat aufs prächtigste gedeihen.

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Noch etwas praktischer, zumal für jene, die gerade nicht in Berlin weilen? Aber sicher doch. Auf Fukuoka sollen nämlich auch jene kleinen Bällchen zurückgehen, die in jüngerer Zeit über das allgemein beliebte Guerilla-Gärtnern gerade schwer in Mode gekommen sind: Seed Balls (zu Deutsch: Samenbällchen), also spezielle Samenmischungen, die in eine zu Aussatz- resp. Wurfzwecken mit einer Papiergaze umhüllte Lehr-Erdkugel eingeknetet worden sind, von der sie sich auf welchem Boden auch immer sie landen, zum Auskeimen erstmal prima ernähren können.

Anschauen und Nachlesen kann man das auf grob geschätzt 10.000 von Google mal eben in 0,20 Sekunden gefundenen 28.9000 Webseiten - schön kompakt und mit Fukuoka-Bezug z.B. bei milkwood, "Seedballs: from Fukuoka to Green Guerillas"

Wer's ganz genau wissen will, sollte aber getrost auch mal in einer Bibliothek oder Buchhandlung nach Fukuokas zahlreichen Schriften schauen - von denen es auch einige online zu finden gibt. Weiter führt hier das dem Fukuoka-Gärtnern gewidmete Blog naturalfarming.org.

[Bildchen: In Berlin werden bekanntlich nicht nur Samenbällchen geworfen - ob das hier welche waren resp. sind, würde zudem auch die Zeit noch weiter weisen müssen. Kuscheln sich jedenfalls auf dem Rasengrund vor dem Bethanien. Angelegentlich also vielleicht noch mal vorbeischauen, um zu gucken, was da wächst...]

Von miss.gunst am 20.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.05.10

Stadt-Akustik (Urban Audio)

ftuau-ksw.gifDass Städte und Stadtlandschaften mitunter Appetit zeigen und Menschen verschlucken ist ein nicht weniger vertrautes Bild: Vom Moloch Stadt bis zum sogenannten Grossstadt-Dschungel findet es sich längst Literatur und Alltagssprache eingetragen.

Und wenn man sich einmal bewusst den Lärm vor Ohren führt, mit dem der urbane Raum in unterschiedlichen Intensitäten, aber doch durchgängig durchwirkt ist, fällt es auch überhaupt nicht schwer, Colin Blacks Vorstellung eines osmotischen Verschlingens von der Wildnis auf eine Stadtlandschaft zu übertragen.

Könnte man dann vielleicht sogar sagen: Der Enthusiasmus der Futuristen (und anderer) für das Klangspektrum des Stadtlärms stellt so gesehen das Äquivalent zum romantischen respektive romantisierenden Blick auf die Wildnis dar?

Durchaus ein guter Grund mehr, sich für Exkursionen in Stadtklanglandschaften entsprechend zu rüsten. Wie das beispielsweise auch Florian Tuercke macht, wenn er mit seinem Projekt URBAN AUDIO durch die Städte zieht.

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Das wichtigste Rüstzeug stellen dabei eigens für diese Zweck konstruierte Instrumente dar, die - wie etwa das AU1 - geeignet sind, den gierigen Lärm in harmonische Klänge zu transformieren.

Derart ausgestattet kann der Klangforscher seine systematischen Erkundungen des öffentlichen (Lärm-)Raums verfolgen - eben auch ohne Gefahr zu laufen, von Letzterem einfach verschluckt zu werden.

Wer nun neugierig geworden ist, wie das funktioniert. Nachdem Tuercke an diesem Wochenende mit seinem Tourfahrzeug im hessischen Wiesbaden unterwegs war, zieht er nun nach Stuttgart weiter.

Von miss.gunst am 30.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.05.10

StadtLandwirtschaft ff. (City Farmer)

slwsc-ksw.gifWeil wir uns ja nun nicht nur für die schicke Seite des selbständigen Säens und Erntens in Städten interessieren, wollen wir mal ein bisschen weiter nachlegen.
Schliesslich gibt es auch noch andere Stellen, an diesen sich anbaufreudige StädterInnen hilfreiche Hinweise, nützliche Tipps und bei Bedarf auch nahrhaftes Gedankenfutter für die Mittagsjause auf freiem Feld abholen können.

Wärmstens weiterempfehlen können wir in diesem Zusammenhang das kanadische Projekt "City Farmer" und sein Blog "City Farmer News".

Die in Vancouver angesiedelte Initiative ist bereits seit 1978 aktiv, kommt also aus der Gründerzeit des Community Gardening und hat in den Jahrzehnten ihres Bestehens einen entsprechend reichen Schatz an Erfahrung, Wissen und Ressourcen sammeln können.

So sind auf cityfarmer.org, ihrer alten und aus einer schlichte Sammlung sortierter Links zu internen und externen Seite, unter anderem diverse Tutorials zu finden; Schritt-für-Schritt mit Fotos illustriert kann man lernen, wie man einen Wurmkompost anlegt oder den Wasserverbrauch reduziert.

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Richtig spannend wird es dann aber auf der neuen Blogseite, eben den City Farmer News. Da kann man, blogstrukturbedingt, je nach Interesse aus dem Menü der Kategorien wählen - und so beispielsweise alle Beiträge zum Thema "Wild Food" durchforstern, wo es (Stichwort: Free Farming) unter anderem auch ums Wildgärtnern geht und leckere Rezepte für die Verarbeitung der Ernte gibt.

Und wer denkt: "Was haben uns hier in Europa kanadische respektive anglo-amerikanische Stadtlandwirtschaftsprojekte und -konzepte zu interessieren, da gibt es doch wirklich schon geographisch näher liegendes in der heimischen Nachbarschaft?", sollte sich getrost mal einen Beitrag wie den kürzlich erschienenen zu(m) "Agricultural Phenomenon in Philadelphia" (bzw. einem entsprechenden Artikel, der im uns denkbar fern gelegenen Philadelphia Cíty Paper erschienen ist) anschauen. Denn eine Frage wie: "What happens when idealists, entrepreneurs and bureaucrats all latch onto the same trend?" kann man ja durchaus auch andernorts stellen... Oder etwa nicht?

[Bildchen: Nunja, mehr oder weniger passend zur Illustration der speziellen Lektüre-Empfehlung - in diesem Fall aber dann doch an ein europäisches Vor-Bild angelehnt...]

Von miss.gunst am 19.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.05.10

DIY StadtLandwirtschaft (@ FutureEverything)

gtffa-ksw.gifUnter den Projekten, die bei FutureEverything vorgestellt wurden, passt eines derart gut in den aktuellen Strang zum DIY Gärtnern und Ackern, dass wir es doch mal gleich mal in unseren Zettelkasten aufnehmen wollen: The Guide to Free Farming.

Wie der Titel bereits erahnen lässt, handelt es sich um einen Leitfaden, welcher jenen in die tatfreudigen Hände gegeben werden soll, die sich für das Bestellen von Allmende-Grund interessieren.
Und zwar - was wiederum nicht so direkt aus dem Titel abzuleiten ist, aber beim näheren Beäugen des Projekts schnell klar wird - speziell solchem, der sich in Städten findet.

Ausgedacht hat sich das Ganze ein in Paris beheimatetes Designbüro namens 5.5 designers, auf dessen Heimseiten sich - mindestens nach dem aktuellen Stand der Dinge - bislang allerdings (noch) keine weiterführenden Informationen finden.

Gleichwohl wurde der Guide bzw. das gleichnamige Projekt bereits im vergangenen Jahr auf verschiedenen internationalen (Design-)Ausstellungen präsentiert - und dieser Tatsache wiederum verdankt sich, dass es bei designboom einen reichhaltig illustrierten Artikel dazu gibt, der entsprechenden Einblick in das bietet, was wir von der geplanten Publikation erwarten dürfen.

Wie es aussieht, wird es sich dabei um eine Art Katalog handeln, in dem uns eine Reihe elegant gestalteter Werkzeuge und Accessoires für die urbane Landwirtschaft vorgestellt werden. Schön sind die schon. Aber doch sehr dezidiert auf Menschen zugeschnitten, die entsprechende Aktivitäten nahtlos in den durchgestylten LOHA-Alltag einzufügen gedenken.

Um mal bei den Beispielen zu bleiben, welche die Vorschau bietet - und in denen "Farming" übrigens weniger in Richtung Anbau verstanden wird als recht direkt auf's Ernten des Zuhandenen im weitesten Sinne geht:
Da wäre etwa ein elegantes Halbmond-förmiges Handtäschchen aus geschnittenem Metall, das sich zum Netzbeutel erweitern lässt, damit man auf Märkten übrig gebliebenes Obst und Gemüse einsammeln kann. Eine aus nicht minder schnittigem Aluknauf ausfahrbare Teleskop-Angel für's spontane Fischen in Kanälen und anderen Gewässern. Ein schicker Aktenkoffer, in dem sich eine Rattenfalle verbirgt. Ein Camo-Cape, das ebenso wie eine Taubenfalle für den Balkon (und analog zu besagter Rattenfalle) dazu dienen soll, die Fleischzulage zum Abendessen zu besorgen.

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Wie schon gesagt geschrieben: Sehr schön anzusehen - und, vermuten wir mal wohlwollend: zudem zweckdienlich. Was man von gutem Design jedenfalls erwarten würde. Und vielleicht auch ein wenig augenzwinkernd in Richtung besagter Öko-Lifestyler winkend?

Schliesslich mögen urbane Landwirtschaft und auch das, was hier mit "Free Farming" angesprochen íst - nämlich die Nutzung lokaler Ressourcen - in unseren Gefilden im Trend liegen. In anderen Regionen des Erdballs ist die eine wie das andere für viele Menschen eine Überlebensnotwendigkeit.

Mal ganz unabhängig davon, dass man nie wissen kann, wie sich die heimischen Ökonomien perspektivisch entwickeln, dürfte sich freilich auch unabhängig von Lifestyle-Trends und stylischen Accessoires ein Nachdenken über Sinn und Nutzen urbanen Farmens lohnen.
Nur sollte man sich dann auch - und das ist sicher notwendiger als schickes Design - mit hinreichendem Wissen beispielsweise in Bakteriologie (bevor man die Taube brät, will sie ja nicht nur gefangen, sondern auch gerupft und ausgenommen werden) und hierfür geeigneten Instrumenten rüsten. Also doch lieber vegetarisch Ackern?
Hackteriaktivisten, übernehmen Sie!

Von miss.gunst am 17.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.05.10

Stadtgrün Selbst Bestimmen

gbids-ksw.gifSelbstbestimmung ist natürlich auch ganz allgemein eine feine Sache - hier soll es aber nun, wie versprochen, erst mal ums Bestimmen des Bewuchses gehen, der an Haus- und Gehsteigrändern, Mäuerchen und so weiter in Nischen und aus Ritzen lugt.

Glücklicherweise ist das Netz reich an Seiten, die entsprechende Ressourcen bieten. Viele davon werden von Institutionen und Initiativen bereit gestellt, die sich um die Dokumentation und (soweit möglich) den Erhalt der Artenvielfalt bemühen und/oder mit der Kartierung von Biotopen beschäftigen - und dazu gehören natürlich auch Biotope im urbanen Raum.

Dabei wiederum spielen mitnichten nur Pflanzen eine Rolle, sondern auch alles, was kreucht und fleucht. Kreaturen auf allen Fluren sozusagen. Indes uns für heute aber erstmal nur die Botanik interessiert und auf diesem denkbar weiten Feld jene Arten, die ohne absichtsvolles menschliches Bemühen und Ackern im Stadtraum gedeihen.

Je nach Betrachtungsperspektive werden solche Pflanzen unter unterschiedlichen Namen geführt. Stadtmenschen, die daheim ein kleines Gärtlein hegen, werden die meisten von ihnen vermutlich eher als "Unkraut" bzw. "Unkräuter" bezeichnen (was für ein Unwort, beinah schon mindestens so schlimm wie das Wort "Unwort" selbst). Aber immerhin verdanken wir dieser Sicht eine wirklich schöne und vorbildlich gestaltete Plattforum zur "Unkrautbestimmung" mit bestens ausgestatteter Datenbank, bereitgestellt vom "Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe". Die ist - wie der Name des Verbandes schon ahnen lässt - zwar primär auf ländlichen Ackerbau ausgerichtet, funktioniert aber auch für die Bestimmung entsprechender Gewächse auf urbanem Terrain.

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Für viele der als Unkräuter verunglimpften Stadtpflanzen gibt es aber ein sehr viel schöneres, treffenderes Wort. Nein, nicht "Trümmerblume" - das haben wir tatsächlich auch erst kürzlich beim Recherchieren kennen gelernt. Sondern: Ruderalflora. So nennt man alles, was (auch ausserhalb der Stadt) auf Brachen grünt und blüht.

Auch hier hat es eine deutsprachige Seite, die wir wärmstens weiterempfehlen können: Dietmar Brandes, Professor für Pflanzenbiologie an der TU Braunschweig, hat eine kleine Plattform zur Ruderal-Vegetation aufgebaut. Sie enthält zwar keinen Bestimmungsschlüssel, dafür aber Überblicksdarstellungen und Hintergrundinformationen, die ja auch als Augenöffner funktionieren können.

Und wer dann kein Bestimmungsbüchlein dabei hat, sondern - wie auch in unserer kleinen Ausschreibung angeregt - die digitale Botanisiertrommel in Form (s)einer Kamera oder eines entsprechend ausgestatteten tragbaren Telefons, kann eben daheim mit besagten online-Bestimmungshilfen nachbereiten.

Sollte sich das fotogene Gewächs nun nicht unter den Unkräuten (s.o.) finden, dann hilft hoffentlich pflanzenbestimmung.de weiter. Falls nicht: Vielleicht noch mal genauer hinschauen, ob die Pflanze nicht doch Augen und Beine hat?

[Bildchen: Nun gut. Campanula zählt man gemeinhin nicht zu den Unkräuern, auch wenn sie den Boden recht gut bedecken kann. Aber wenn man ihr sagen würde, dass sie nicht in die Stadt gehört - sie würde sicherlich ihr Recht auf Selbstbestimmung behaupten.]

Von miss.gunst am 03.05.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.04.10

Wie Pilze Klingen

wplzkl-ksw.gifOb nun aus dem eigenen Anbau, gesucht und gesammelt oder - wenn mal weder das eine noch das andere fruchtbringend ausgefallen ist - vielleicht doch einfach auf dem Markt erworben: Pilze können durchaus auch anderen Zwecken zugeführt werden als dem Verzehr.

Dass man Pilze porträtieren kann, haben wir ja kürzlich schon mit Blick auf Florian Haas' Malerei gesehen.
Aber sonst?

Aus HOME MADE-Perspektive würde es wohl nahe liegen, mal nach dem Klangpotential von Pilzen zu fragen.
Nun handelt es sich hier natürlich um wenig gesprächige Gesellen - und auch durch andere Lautäusserungen fallen Pilze gemeinhin weniger auf.

Immerhin gibt es einen denkbar prominenten Anhaltspunkt: John Cage hat sich bekanntlich intensiv mit Pilzen beschäftigt. Sein "The Mushroom Book" von 1972 macht sich leider rar und es braucht auch ein bisschen Glück, um eine der darin reproduzierten Grafiken seiner von Pilzen inspirierten Kompositionen mal in einer Ausstellung anschauen zu können (ein im New Yorker MoMa gelandetes Blatt der gleichnamigen Reihe kann man immerhin online betrachten).

Gern würden wir bei Gelegenheit auch das seinerzeit 2002 gesendete Feature "Erinnerungen an John Cage: Mushroom Talk - NachtCageTag" von Klaus Schönig lauschen. Da dort aber keine Wiederholung in Sicht ist, bleibt erst mal nur das Nachlesen an notorischer Stelle, allem voran in den Gesprächen mit Daniel Charles ("For the Birds", gibts beim Merve-Verlag auch in deutscher Übersetzung, die Erstausgabe von 1984 wird gerade wieder aufgelegt. In der New York Times erschien 1981 zur englischen Edition ein schöner Artikel von Edward Rothenstein dazu, der "Sounds and Mushrooms" betitelt und inwzischen auch online nachzulesen ist).
Ansonsten noch online: Zwei Pilzrezepte von Cage.

Tatsächlich ist Cage auch nicht der einzige Pilzfan unter den KlangkünstlerInnen. Fluxus Mitstreiter wie Dick Higgins oder Alvin Curran (u.a. mit getrockneten Pilzen in einer Hommage an Cage) und auch der Circuit Bending-Spezialist Reed Ghazala teil(t)en seine Leidenschaft.
Allein: Davon, dass dies zu einer intensiveren Beschäftigung mit Pilzklängen im engeren und eigentlichen Sinne geführt hätte, ist nichts bekannt.

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Also haben wir noch ein bisschen weiter nach klingenden Pilzen gesucht. Einziger Netzfund bislang: In Margaret Nobles "Sound is Art" Blog gibt es Champignons des in Köln beheimateten Musikers Michael Peters, den der eine oder die andere unter den geneigten LeserInnen vielleicht vor allem als engagierten Looping-Gitarristen kennt. Aber eben, er macht auch noch ganz andere lauschenswerte Sachen...

Vorläufige Bilanz: Klingende Pilze gesucht, ein spannendes Sound (is) Art-Blog und die Heimseite eines interessanten Klangforschers gefunden.
Auch schön. Indes, für sachdienliche Hinweise auf Spuren resp. Sporen musikalischer Myzelgewächse wären wir wirklich dankbar, auch fürderhin...

Von miss.gunst am 29.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.04.10

DIY Pilzbrut Praxis

pbhp-ksw.gifVon den Glühbirnen gleich wieder einen Sprung zurück zu denen, die tendenziell doch eher Dunkelheit zu schätzen wissen: den Pilzen.
Denn zur DIY Pilzzucht sollte es ja noch ein paar praktische Hinweise geben...

Um es geich vorweg zu sagen schreiben: Entsprechend des durchaus nicht nur in New York und zudem auch nicht erst seit gestern florierenden Trends zum Nutzpflanzenanbau auf (eigen-)heimischem Terrain sind entsprechende Informationen im Netz alles andere als rar.

Allerdings verhält es sich selbst mit einschlägigen Artikeln, die in Garten- und Heimwerkermagazinen erscheinen, naturgemäss eher so, dass es (kaum anders als im jüngst verankerten Artikel der New York Times) eher allgemein um die Sache geht. Und die praktischen Anleitungen entsprechend zu kurz kommen.

Daher an dieser Stelle gleich ans Eingemachte - und da lässt sich im deutschen Sprachraum allem voran ein Projekt weiterempfehlen, bei dem sowohl AnfängerInnen bzw. prospektive PilzzüchterInnen als auch Profis so ziemlich alles finden können sollten, was das Herz begehrt: pilzzucht.eu.

Wer dann zu den dort versammelten Informationen, Anleitungen und Tipps noch gerne die eine oder andere Alternative testen möchte:
Wird vielleicht als geeignete Ergänzung die einschlägigen Angebote unserer Lieblings-HowTo-Plattform instructables.com zu schätzen wissen. Zumal die Foren zu den Beiträgen immer noch ein Surplus an bzw. für den Erfahrungsaustausch bieten.

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Da hätte es beispielsweise: Eine sehr schöne, reich illustrierte Schritt-für-Schritt-Anleitung zu den Grundtechniken der Pilzzucht von nak, dann nochmals eine einfache Anleitung von shesparticular, die mindestens für Shitake-Pilze die Praxisprobe bestanden hat.

Und wenn man am Ende dann reichere Ernte einfährt, als man verzehren kann? Hätte es noch ein Rezept zum Pilze Einkochen von Robyntheslug.
Wobei, beiseit: einen sonnigen Balkon o.ä. vorausgesetzt, kann man viele Pilzsorten auch prima trocknen. In Scheiben schneiden, auf Zeitungen auslegen, warten. Und später fädeln und an ein trockenes Plätzchen verbringen. Klappt vielleicht nicht immer. Wurde aber auch schon getestet und für gut befunden.

[Bildchen: Naja. Ein schwacher Versuch, von den Glühbirnen die Kurve zurück zu den Pilzen zu bekommen. Und die Bruthege mit Nestwärme zu assoziieren (gut behütet im kuscheligen Nestchen eben). Pilzbrut heisst das übrigens wirklich.]

Von miss.gunst am 26.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.04.10

Pilzfreundpostille

mrchch-ksw.gifIn direktem Anschluss an den letzten Eintrag gleich noch eine Lektüreempfehlung für PilzfreundInnen und solche, die es dem Trend entsprechend noch werden wollen...

... nämlich ein nettes Weblog namens FUNGI-Insider, das zum auch in gedruckter Form erscheinenden FUNGI Magazine gehört. Dato prangt hier natürlich ebenfalls ein Verweis auf den auch in unseren Zettelkasten gewanderten Artikel zu "DIY Mushrooms" in der New York Times.

Gleich in der nächsten Nachbarschaft tummeln sich jedoch auch mehrere aktuelle Einträge, die sich dem (Wild-)Pilz der Saison widmen: Nämlich der Morchel.

Tatsächlich spriesst auch hierzulande die Speisemorchel (Morchella esculenta) ab April aus dem Boden - und dazu hätten wir für Menschen, die in oder um Frankfurt herum wohnen, auch noch einen schönen Tagestipp.

Derzeit sind im Frankfurter Kunstverein im Rahmen der sowieso sehr sehenswerten Ausstellung Das Wesen im Ding (siehe dazu auch hier) einige von Florian Haas' wunderbaren Pilz-Porträts versammelt.

Passend dazu bietet Florian Haas nun am kommenden Samstag (24.04.) einen Ausflug gemeinsam mit dem Pilzexperten Dieter Gewalt zum Naturreservat Kühkopf an, wo man dann in freier Wildbahn nach Morcheln auslugen kann. Morcheln, höret die Signale...

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[Bildchen: Dass man die niedlichen Morchelchen zum Fressen gern haben kann, ist an sich schon ein Problem. Mindestens für die Morcheln.]

Von miss.gunst am 22.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.04.10

DIY Pilzzucht

plzchn-ksw.gifEin bisschen ausser Saison? Aber mitnichten. Ans Pilze sammeln dürften die meisten zwar erst bei herbstlicher Witterung denken. Doch einmal ganz abgesehen davon, dass auch in der freien Natur zahlreiche Arten im Frühjahr und im Sommer spiessen: Wer selbst sät, kann mitunter alle Tage ernten.

Und wenn man der New York Times glaubt, frönen in jüngerer Zeit immer mehr PilzfreundInnen der Aufzucht ihres Lieblingsgemüses: Wie im kürzlich erschienenen Artikel von Michael Tortorello mit dem schönen Titel "Do It Yourself Mushrooms" nachzulesen, werden auf dem Terrain des Big Apple allenthalben Sporen gestreut beziehungsweise in nahrhafte Holzscheite gepflanzt.

Unter anderem im Secret Garden, einem Gemeinschaftsgarten, der von der New Yorker Eco Station betrieben wird - aber offenbar zunehmend auch in privaten Gärten.

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So gesehen ist die DIY-Pilzzucht natürlich ein Ableger des aktuellen Trends zum Urban Farming, das von all jenen, die nicht auf entsprechende Stadtumbaukonzepte warten wollen, inzwischen einfach selbst in die Hand genommen wird. Aber schon ein ganz spezieller, nicht nur was die Art des Anbaus betrifft. Wohl nicht ganz zufällig wird auch in Tortorellos Text gemutmasst, dass die fremde und seltsame Welt der Pilzgewächse per se schon eine grosse Faszination auf Menschen ausübt.

Für heute wollen wir darüber nicht weiter spekulieren - sondern eben einfach nur den netten Artikel zur geneigten Lektüre empfehlen. How-Tos gibt es dann auch ein andermal...

[Bildchen: Diese Pilzchen sind in der Tat ebenfalls Stadtgewächse - allerdings aus freien Stücken im Gebüsch auf einem Grünstreifen an einer ziemlich dicht befahrenen Strasse gewachsen. Was sie seinerzeit glücklicherweise auch vor der Ernte durch gierige Gärtner bewahrte...]

Von miss.gunst am 19.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.04.10

OpenWetWare

mamkww-ksw.gifSchon klar, dass nicht nur die Hackteria-LaborantInnen gern an und in feuchter Biomasse herumfingern - und zudem auch nicht die einzigen sind, die sich dabei für einen DIY-Ansatz und offenen Austausch von Wissen interessieren. Allein im direkten Umfeld des gerade erst vorgestellten DIYbio-Projekts hätten wir da gleich noch ein best practice-Beispiel weiterzuempfehlen.

Nämlich das grossartige OpenWetWare-Wiki, dessen Name wirklich nicht zu viel verspricht (es sei denn vielleicht, man nimmt ihn zu wörtlich und denkt an einen Foto-Pool für allzu offenherzig präsentierte Zellverbände).

Wer sich vernetzen möchte, wird auch hier mit einem breiten Angebot an Kontakten bedient. Der grosse Schatz des Wikis ist jedoch, was die in der entsprechenden Sektion (Labs & Groups) vorgestellten Initiativen ins WetWare-Wiki einspeisen: Jede Menge Tutorials - wie beispielsweise die von John Christopher Anderson zur Synthetischen Biologie.

Dazu gibt gibt es informative Versuchsprotokolle und eine bestens bestückte Seite zur Materialkunde sowie eine Sammlung mit fuderweise nützlichen Ressourcen. Und sowohl dort wie auch in einem eigenen Bereich tummeln sich zudem auch Links zu Blogs. Und wer noch ein besonderes Bonbon testen möchte: Sicher nicht zuletzt, um den Einstieg in die gemeinschaftliche Bestückung des Wiki zu erleichtern, bietet OpenWetware auch Unterstützung bei der Einrichtung eines Lab-Notebooks an.

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Last but not least - oder mindestens beiseit à propos Blogs: Wie der/die geneigte LeserIn fast schon vermuten wird, sind bei OpenWetWare auch die DIYbiologisten aktiv, weshalb sich an dieser Stelle noch als Ergänzung zum letzten LogBuch-Eintrag noch das DIYbio FAQ empfehlen lässt.

[Bildchen: Ein weiteres aus dem eigenen Labor. Diesmal natürlich zum Thema Wetware... und inspiriert vom Zürcher Hackteria Lab-Panel am Freitag, wo es eingangs ja auch um eine Definition derselben ging.]

Von miss.gunst am 15.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.04.10

DIYbio

mamkkp-ksw.gifIndes die Dokumentation des aktuellen Zürcher Hackteria Lab noch in Arbeit ist, lässt sich gut nach einschlägigen Ressourcen grasen. Und da hätte es doch auch gleich ein verwandtes Projekt, das in diesem Zusammenhang unbedingt vorgestellt werden muss...

... nämlich DIYbio, was für "Do-it-Yourself Biologie" steht und sich in der Tat ganz ähnliche Ziele gesetzt hat wie die Hackteria:

"DIYbio is an organization dedicated to making biology an accessible pursuit for citizen scientists, amateur biologists, and DIY biological engineers who value openness and safety. This will require mechanisms for amateurs to increase their knowledge and skills, access to a community of experts, the development of a code of ethics, responsible oversight, and leadership on issues that are unique to doing biology outside of traditional professional settings."

Soweit und so sprechend die komprimierte Selbstdarstellung aus der obligaten "about"-Sektion, wo es zudem auch ein schönes kleines Vilmchen hat für diejenigen, die lieber schauen und hören als lesen.

An sich steht bei den DIYbiotikern - nicht anders als bei der Hackteria - die konkrete gemeinsame Entwicklung von bzw. Arbeit an Projekten im Vordergrund, für die man sich in lokalen Gruppen vor Ort zusammenfindet. Während im gleichnamigen Bereich der Seite einzelne Spezialprojekte aus dem Netzwerk gelistet sind, die es im Logbuch dann eher angelegentlich in eigenen Einträgen vorzustellen lohnt.

Die Heimseite selbst funktioniert von daher vor allem als Vernetzungs- und Informationsplattform, wobei das eingebundene Blog zwischen den Ankündigungen der Treffen schon auch Berichte, Hinweise auf verwandte Aktivitäten Anderer und auf einschlägige Ressourcen enthält.

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In dem Blog haben wir derweil ein bisschen herumgemust und sind dabei wirklich auf einige spannende Dinge gestossen, die sich an Do-it-Yourself in Sachen Biowissenschaften Interessierte unebdingt mal anschauen sollten.
Weshalb ihnen denn auch die nachfolgenden Logbuch-Einträge gewidmet werden sollen - und die geammelten Links stellen wir dann natürlich auch auf unserer kleinen Baustelle fürs BookOfHackteria ein...

[Bildchen: Mal eine andere Perspektive auf die DIY-Biologie - genauer gesagt: die DIY Mikroskopie, zu der es am Wochenende in Zürich ja auch noch einen Workshop gab... ]

Von miss.gunst am 12.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.04.10

FeldForschungsNotizen (Field Notes)

fffn-ksw.gifUnter "Field Notes" versteht man gemeinhin die schriftlichen Aufzeichnungen, die EthnologInnen bei der Feldforschung vornehmen. Protokolle auf dem Weg vom Rohen zum Gekochten sozusagen...

... bzw. in - historisch nicht ganz korrekter - Anlehnung an den gleichnamigen Titel von Claude Lévi-Strauss, insofern eben die Feldforschung und folglich auch die Feldnotizen ursprünglich mal eine Sache Anthropologen waren.
Welche, so liesse sich ergänzen, diesen Begriff vermutlich von den Feldstudien der Biologen abgeleitet haben.

Indes können inzwischen mit einem erweiterten Feldforschungs-Begriff auch andere Menschen etwas anfangen, die sich nicht im stillen Kämmerlein, sondern sozusagen auf freier Wildbahn mit der Beobachtung von Gegenständen und Lebewesen ihres Interesses beschäftigen.

So nämlich auch jene, die sich der künstlerischen Klangforschung widmen, die ja ohnehin das Field Recording (das wiederum in unserem Log.Buch nicht von ungefähr des Öfteren begegnet) als bewährte Methode kennt.

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Für all diejenigen, die sich für diesen Ansatz interessieren, gibt es nun auch ein Magazin, das den denkbar passenden Namen "Field Notes" trägt. Herausgegeben wird es von Lasse-Mark Riek, der sich auf diesem Feld bestens auskennt (und dessen Label Grünrekorder treuen LeserInnen dieses Logs ebenfalls bekannt sein dürfte) und seinem Kollegen Daniel Knef.

Bis dato sind bereits zwei Ausgaben erschienen, die man wunderbarer Weise auch im pdf-Format direkt bei Grünrekorder herunterladen und lesen kann (wahlweise auf Englisch oder auf Deutsch). Was wir hiermit wärmstens empfehlen wollen.

Von miss.gunst am 05.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.04.10

Weitersegeln im Sound Delta

sdws-ksw.gifGut zwei Jahre ist es her, dass zwei Schiffe Rhein und Donau aufwärts fuhren - und dabei jede Menge Klänge als Fracht von Hafen zu Hafen trugen. Nun sieht es ganz danach aus, als würden im Sound Delta wieder neue Segel gesetzt.

Das Klangkunst-Reiseprojekt als solches, das seinerzeit - wir berichteten - unter dem Titel "European Sound Delta" firmierte (und dessen Grand Tour de Bateau auf den Spuren der beiden grossen Ströme übrigens, einschliesslich der unzähligen Klangtagebucheinträge der mitreisenden KünstlerInnen, nach wie vor online navigierbar ist), wird zwar nicht fortgesetzt.

Aber die Organisatoren von der Pariser Association MU haben sich offenbar etwas Neues ausgedacht - ein Sound Delta Netz, in bzw. aus dem jede/r zu eigenen Klangreisen aufbrechen kann, der oder die über ein smartes Mobiltelephon des bekannten Herstellers mit dem Äpfelchen im Logo verfügt.

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Leider also eine spezifische Besitzstände voraussetzende und sich mit proprietären Praktiken arrangierende Angelegenheit. Was wir eigentlich nicht wirklich gut finden können. Vom konzeptuellen Basisansatz her, die mobile Gerätschaft für Klangkunstsegeltouren zu nutzen, bei denen man in der Tat nie in den selben Fluss steigen ins selbe Boot steigen und auf den selben Gewässern segeln wird, aber eine durchaus sympathische Idee.

Von miss.gunst am 03.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.03.10

Klangspaziergang durch Kalifornien

kklsp-ksw.gifEigentlich hatten wir anlässlich des elektrosmog festivals nach all den Reisen durchs All zur Abwechslung wieder mal festen Boden unter die Füsse bekommen wollen. Darum steht nach den Soundtransit-Flugreisen nun eine Landung an. Und warum nicht im schönen Kalifornien?

Dort lädt nämlich das Projekt "Listening to Nature" zu Klangspaziergängen durch die verschiedenen Regionen des Landes ein.

Zum Einstieg bekommt man eine Karte vorgelegt, über die man die Region für den jeweiligen Spaziergang auswählen kann. Dort angekommen, werden die geographischen und landschaftlichen Konstellationen geschildert und eben einige Bewohner vorgestellt, deren Stimmen in ihrer natürlichen Umgebung sich nun lauschen lässt.

So spreizen sich an der kalifornischen Küste eben nicht (wie man das bei der Imagination der entsprechenden Region vielleicht erst mal vor Augen hat) nur braungebrannte Starlets und SurferInnen, sondern auch Seeelefanten bzw. -löwen. Und dass die Wüste natürlich nicht nur - wie bei Walt Disney legendär ins Bild gesetzt - visuell lebt, sondern auch akustisch, stellen unter anderem Exemplare der Gattung Bufo punctatus unter Beweis.

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Initiiert und erstellt wurde Listening to Nature von Paul Matzner, dem Kurator der California Library of Natural Sounds, die ihrerseits am Oakland Museum of California angesiedelt ist. Übrigens kein Haus wie das Smithsonian, das ausschliesslich der Naturkunde gewidmet wäre, sondern so etwas wie ein Landesmuseum mit vielfältiger Sammlung, das 1969 als "Museum for the People" gegründet wurde.

Von miss.gunst am 30.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.03.10

Klangflugreisen (SoundTransit)

strst-ksw.gifEine weitere Variation der akustischen Zimmmerreise, die zugleich mit einer Klangkartierung arbeitet. Und in diesem Fall kann man sogar Flugreisen buchen!

SoundTransit - das klingt natürlich erst einmal so, als würden sich die Klänge selbst auf die Reise machen. Was sie, so gesehen, sogar ebenfalls tun.

Erst einmal handelt es sich bei diesem Projekt - hinter dem die KünstlerInnen Derek Holzer (mehr im hauseigenen Archiv), Sarah Kolster und Mark Boon stehen - eben tatsächlich um eine gelungene Kombination von Klangkartierung und Zimmerreisebüro.
Der Kern des Ganzen ist eine offene Plattform für Field Recordings, auf die unter creative commons lizensierte Sounddateien geladen, mit einer Kurzbeschreibung versehen und natürlich auf der Landkarte verortet werden.

Reisewilligen stehen verschiedene Wege offen: Man kann die eingespeisten Klänge durchaus auch einzeln aufsuchen, wenn man die entsprechenden, aphabetisch nach Orten oder nach KünstlerInnen sortierten Register wählt.

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Seinen eigentlichen Charme entfaltet SoundTransit jedoch dann, wenn man das Angebot nutzt, sich selbst eine Klangflugreise zusammenzustellen. Umso abwechslungsreicher verspricht diese zu werden, je mehr Transit-Passagen bzw. Zwischenstopps eingelegt werden.

Zusätzliche Boni wie Flugmeilenpunkte gibt es zwar nicht - schliesslich sind schon die Flüge selbst und die damit verbundenen Klanglandschaftserkundungen umsonst zu haben.
Aber wohlmöglich sind gerade Vielflieger schon bald besonders motiviert, das eine oder andere Flugziel mit eigenen Klangdaten zu bereichern oder sogar einen neuen Ort auf die Karte zu setzen.

[Bildchen: Die Öhrchen züchten wir ja inzwischen selbst - aber für den Flieger mussten wir doch auf die Ingenieurskunst anderer vertrauen. Gebaut hat ihn Yann0051 und dann in die commons gespendet. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 28.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.03.10

Klangkarten (radio aporee ::: maps)

raprmps-ksw.gifEben da wir gerade bei den lokalen KlangLandschaften waren: Es gibt gute Gründe, den Seitenverweis auf ähnliche Projekte zu konkretisieren.

radio aporee ::: maps von Udo Noll ist ein ebensolches Projekt - und zwar eines, das die selbst gestellte Aufgabe, Klänge auf der Landkarte zu verorten, vielleicht doch noch sehr viel interessanter angeht als die im letzten Eintrag vorgstellten Local SoundScapes.

Auf den ersten Blick mag das Ganze durchaus ähnlich ausschauen: Wieder ist es eine eingebundene GoogleMap, welche die Verortung visualisiert. Auch hier sind die Verortungen der Klänge rot markiert und geben auf Mausklick hin die mit den lokalen Daten verknüpften spezifischen Informationen und die Klänge frei.

Zwar verzichtet radio aporee ::: maps auf zusätzliche visuelle Informationen - aber das kann man nicht nur als konsequente (und konsequentere) Umsetzung eines Konzepts verstehen, das schliesslich auf Klang fokussieren will. Damit gewinnt der Zimmerreisende etwas hinzu: Nämlich Freiraum für die Imaginationen, die beim Aufruf der Klänge entstehen.

Zudem überzeugt radio aporee ::: maps auch in vielen weiteren Details - und das betrifft nicht nur Kleinigkeiten der Gestaltung, wie die pulsenden Klangpunkte, die doch etwas schöner sind als die GoogleMaps-Flaggen, die Bissas verwendet.

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So gibt es nämlich auch ein Menü, mit dem man sich die bei radio aporee ::: maps ungleich zahlreicheren und geographisch in den verschiedensten Weltgegenden angesiedelten Klangorte bzw. Ortsklänge erschliessen kann. Ein besonderes Goodie stellen zudem die "Soundwalks" da, mit denen ein ganzer Spaziergang - der zuvor im realen (Stadt-)Raum unternommen wurde - nachvollzogen werden kann. Wobei es überlegenswert scheint, dass sich dieser im Prinzip natürlich auch tatsächlich wiederholen liesse, um die Aufnahmen dann mit dem aktuellen Klangerlebnis zu vergeichen.

Und als wenn das alles nicht schon spannend genug wäre: Anders als die bis dato eher hermetisch abgeschlossenen "Local SoundScapes" handelt es sich bei radio aporee ::: maps um ein offenes Projekt, zu dem jeder eigene Klänge bzw. Klangverortungen beisteuern kann. Eben dies befördert auch ein stetiges Wachstum der Klanglandkarte.

Darum im Grunde nicht nur, wie eingangs noch höflich herumgezaudert (wertende Vergleiche zwischen künstlerischen Projekten sind ja immer so eine Sache, weil sie von unterschiedlichen Konzepten und Zielsetzungen ausgehen - und man oft mit den einen eher als mit den anderen sympathisiert, was aber noch nichts über Qualitäten sagt): Mindestens wir meinen, radio aporee ::: maps ist definitiv das interessantere Projekt.

[Bildchen: Ja, das sind schon wieder Nachkommen des Ohrs, das David Benbennick dankenswerter Weise unter cc-by-sa-Lizenz in die Wikimedia Commons gespendet hat. Wird vielleicht doch Zeit, das wir uns mal selber welche wachsen lassen...]

Von miss.gunst am 24.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.03.10

Lokale KlangLandschaften

cssls-ksw.gifReisen, ohne das Zimmer zu verlassen: Das ist natürlich keine genuine Idee des electrosmog festivals, sondern hat eine denkbar lange kulturgechichtliche Tradition*. Aber das kollektive Bekenntnis zur nachhaltigen Immobilität gab uns natürlich eine gute Möglichkeit, mal zu schauen, was die beteiligten KünstlerInnen den Daheimgebliebenen anzubieten hatten.

Zu den im Programm unter "on-line projects and environments" gelisteten Projekten gehört auch "LocalSoundScapes". Wie der Name schon erahnen lässt, geht es dabei um eine Verortung von Klängen im Raum. Und zwar im geografischen Raum, um genau zu sein - sozusagen im gegenläufigen Impuls zu dem der Entortung, der kürzlich bei Anthony Moores beweglichen Raumklängen Thema war.

Tatsächlich kann man den Titel auch mit Blick auf das Konzept und Umsetzung wörtlich nehmen. Auf der Heimseite des Projekts wird man von einer eingebundenen Google Map begrüsst, die direkt nach Schottland führt, wo Costas Bissas während eines Atelierstipendium des distance lab mit seinem Gemeinschaftsprojekt "neuromantic" (ein Projekt zu Slow Tech - so nennen wir das einfach mal - auf dem Lande, das er zusammen mit Tomoko Hayashi realisiert) mit der Anlage der KlangLandSchaft begonnen hat.

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Jede der kleinen roten GoogleMaps-Flaggen führt zu einem Ort, an dem Bissas die lokalen Klänge - vorzugsweise des Arbeitslebens - aufgenommen hat; auf Mausklick hin öffnet sich ein Fenster mit Fotos, Texten und eben einer Sounddatei.

An sich ganz schön in seiner Konzentration - indes das Projekt zugleich 'in a nutshell' etwas präsentiert, das mit der Informations- und Medienkonvergenz elektronischer Netzwerke mitunter auch sowieso zu haben ist: Wenn wir surfen und dabei (beispielsweise im Zuge von Reisevorbereitungen) zu einem Ort recherchieren, nach der Infrastruktur schauen, vielleicht eine Webcam aufrufen...

Nun ist LocalSoundScapes nicht das erste Projekt seiner Art - und anders als andere setzt es nicht auf Zusammenarbeit und Vernetzung beim Ausbau der KlangLand(Schafts)-Karte. Schade eigentlich, oder?

* Beiseit: Wer sich für selbige interessiert und gelegentlich auch einmal selbst lesend auf Reisen gehen möchte, dem kann dieses schöne Buch von Bernd Stiegler zur Zimmerreise, hier bei reiseliteratur-info.de kurz vorgestellt, wärmstens empfohlen werden...
[Bildchen: Markierte KlangLandKarte. Das Öhrchen bzw. sein unmittelbares Vor-Bild lieh uns David Benbennick, der Letzteres aufgenommen und dankenswerter Weise unter cc-by-sa-Lizenz in die Wikimedia Commons gespendet hat. Merci!]

Von miss.gunst am 22.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.03.10

OSSI - Satelliten Open Source

shss-ksw.gifUnd siehe da, es geht noch mehr mit den Mini-Satelleliten. Auch in Sachen Selbermachen. Was wiederum besonders die BastlerInnen unter den Satelliten-Fans interessieren dürfte...

Allein der Name des Projekts ist doch schon einmal vielversprechend: OSSI - Open Source Satellite Iniative.

sshss-g2.gifAlso schon noch einmal etwas anderes als: In Stanford Raumfahrttechnik studieren, um an CubeSats basteln zu können (oder an einer anderen Hochschule mit entsprechenden Angeboten - wie beispielsweise Braunschweig, wo es das BEOSAT-Programm gibt, in dem ebenfalls an einem Mini-Satelliten gerabeitet wird).

Andererseits: Um die Finger an den Bau der kleinen Flugwürfel zu bekommen und diese dann in den Weltraum schicken zu können, braucht es doch nicht nur jede Menge Fachwissen. Sondern auch ein entsprechend ausgestattetes Lab. Und, auch nicht ganz unwesentlich: Hernach den Zugang zu einer Raketenstation - denn mit einem schlichten Flugdrachen wird man seine Sonde schwerlich auf die richtige Umlaufbahn bringen können.

shss-g1.gifVon derlei Hindernissen, die sich heimwerkenden SatellitenfreundInnen hinsichtlich einer Realisierung wie auch immer ambitionierter Projekte zweifelsohne nach wie vor entgegenstellen, lässt sich die Open Source Satellite Iniative jedoch nicht schrecken. Ihr Begründer, der Koreaner Song Hojun, hat nicht nur Electrical Engineering und Computer Science studiert, sondern ist auch als Künstler aktiv - und bringt in OSSI beide Talente zusammen.

Einen idealen Einstieg in das Projekt bekommt man mit dem "D.I.Y. Satellite"-Zine, das Song Hojun vergangenes Jahr beim koreanischen Kunstbuch- und Zineverlag mediabus veröffentlicht hat und dessen englische Version es dankenswerter Weise auf den Heimseiten der Open Source Satellite Iniative direkt als pdf zum Ansehen und Herunterladen gibt.

Eine praktische und liebevoll anschaulich handgezeichnete Step-by-Step Bauanleitung mit spielerisch-philosophischen Fransen und anregenden Ideen, die danach rufen, weiter ausgesponnen zu werden. Ganz in unserem Sinne: Best practice, wenn man das mal so frei heraus sagen kann.

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[Bildchen: Oben links ein selbstgestaltetes OSSI-T-Shirt ("I SAT OSSI"), dann hands on Satellitenlöten, vor dem Tauglichkeitstest wird nochmals geladen - und schliesslich darf der kleine OSSI-DIY-Sat eben auch mal an die frische Luft. Übrigens auch ein Beispiel für best practice: Alle diese wunderbaren Fotos hat Song Hojun auf seinen FlickR-Seiten unter cc-by-nc-sa-Lizenz ins Netz gestellt. Grand Merci!!!]

Von miss.gunst am 18.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.03.10

Noch mehr Mini-Satelliten

nmks-ksw.gifJa, da geht noch was. Für diejenigen, die sich für die kleinen CubeSats begeistern konnten - und auch für alle anderen, die ihr Wissen über Klein- und Kleinstsatelliten mehren wollen.

Um die würfelförmigen Weltraumflugkörper sozusagen gattungstheoretisch etwas besser einsortieren zu können, ist allem voran vielleicht die Lektüre des Eintrags über "Kleine Satelliten bzw. "Miniaturized Satellites" recht hilfreich, den die englischsprachige Wikipedia bietet.

nmks-g.gifWeiterführend und überwiegend sogar in deutscher Sprache haben wir aber auch noch einen wirklich heissen Tipp: Die in jeglicher Hinsicht gut sortierten und äusserst liebevoll aufbereiteten Seiten von DK3WN aka Mike Rupprecht, seines Zeichens Informationstechniker. Und leidenschaftlicher Amateurfunker, wie schon sein Rufkürzel verrät.

Als solcher wiederum hat er schon vor bald zwanzig Jahren damit begonnen, sich intensiver mit Satelliten und ihrer Nutzung für den Amateurfunk zu beschäftigen. Entsprechend nahrhaft auch in praktischer Hinsicht sind denn auch die Inhalte, die er auf DK3WN zusammengestellt hat.
Dort gibt es nicht nur einen Satblog, jede Menge Scrips und Technik.

Ein echter Schatz ist aber allem voran - und eben auch für alle, die ganz einfach mal mehr und Genaueres wissen wollen über die in doch recht beeindruckender Zahl und Vielfalt im Orbit kreisenden Raumflugkörper - seine Satelliten-Seite. Schön übersichtlich nach Klassen sortiert und zu jedem einzelnen gibt es dann ein Porträt mit Beschreibung, Bildern, Historie und aktuellen Informationen sowie weiterführenden Links. Toll!

[Bildchen: Ja, eben - noch mehr Mini-Satelliten. Wieviele weitere wohl in den unendlichen Weiten kreisen?]

Von miss.gunst am 16.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.03.10

Einen Tag mal Pi

pdpc-ksw.gifVon der Diskokugel zum Kreis: Das passt nur allzu gut. Und zudem muss man Feste feiern, wie sie fallen!
Heute wird nämlich der Ehrentag für eine Zahl begangen, die nicht nur für unseren Umgang mit Kreisen höchst bedeutsam ist: Pi!

Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen Geburtstag - denn über die Kreiszahl Pi, mit der wir alle spätestens seit Schulzeiten zu rechnen lernen (primär, wenn es um Kreise geht - später lernt man dann die Vorteile der Formel "Pi mal Daumen" kennen und schätzen....), hat allem Vernehmen nach ja sogar schon der gute alte Archimedes nachgedacht.

pdpc-gg.gifVielmehr stammt die Idee zum Pi-Tag - ähnlich wie die für den Bubble Wrap Day - aus den USA, wo 1988 der in San Fransicso beheimatete Physiker Larry Shaw vorschlug, die Datumsnotation 3-34 für den 14. März zum Anlass zu nehmen, Pi alljährlich ein Ständchen zu bringen.

Auch wenn die Sache mit dem Pi(Day) Pie, der sich als passendes Anagramm-Gebäck kredenzen lässt, sprachlich natürlich nur im Heimatland des Pi Day funktioniert: Feiern lässt sich Pi fraglos international!

[Bildchen: Dieser phantastische Pi Pie wurde allem Vernehmen nach bzw. laut Wikimedia Commons an der Technischen Universität Delft gebacken und sein appetitanregendes Bild dankenswerter Weise der Public Domain spendiert. Da rufen wir doch, in Hommage an F.K. Waechter, begeistert: Ein leckerer "Käsekuchen! Käsekuchen!! Käsekuchen!!! Pi-inkie, hierher!"]

Von miss.gunst am 14.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.03.10

Mini-Satelliten

csts-ksw.gifNa also. Da sind sie ja - Satelliten im Eigenbau. Zwar entstehen sie nicht im heimischen Hobbykeller, sondern in im Rahmen eines gross angelegten Forschungsprojekts. Aber das geht durchaus schon in die richtige Richtung...

CubeSat heisst das von der California Polytechnic State University, San Luis Obispo und dem Stanford University's Space Systems Development Lab entwickelte und laut Mission Statement bereits an über sechzig Hochschulen und Schulen mitbetriebene Programm, in dessen Rahmen Studierendende "hands on" an kleinen Satelliten basteln.

csts-g1.gifNeben praxisorientiertem Lernen (das freilich schon primär auf eine professionelle Karriere in der Luftfahrtindustrie vorbereiten soll) steht dabei die Entwicklung kostengünstiger und technisch handhabbarer Alternativen zum Gross-Satellitenbetrieb vorn.

Die bisherigen Fortschritte und Ergebnisse des Projekts kann man sich im Bereich Media ansehen, wo es sowohl Fotos als auch Videoclips der kleinen Würfelsatelliten-Prototypen zu bestaunen gibt. Und zudem hat es auch jede Menge Dokumente, die Einblick in das Projekt und seine technische Seite vermitteln - besonders interessant ist dabei sicher der Bereich Developers, wo unter anderem ein anschaulich aufbereitetes pdf zum Design und Aufbau des CubeSat bereit gestellt ist.

Wired hat vergangenes Jahr dem CubeSat-Lab in Standford einen Besuch abgestattet und dabei ein schönes kleines Videoporträt mit Informationsnähr- und mehrwert gemacht. Und wer sich dazu noch eine kompakte Einführung im Audio-Format gönnen möchte, dem sei der KQUEST Wissenschafts-Radio-Report über das CubeSat-Projekt empfohlen - der übrigens, ziemlich enthusiastisch und schon ein klitzekleinwenig übertrieben (oder vielleicht doch nicht?) von DIY-Mini-Satelliten spricht...

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Von miss.gunst am 11.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.03.10

Wie Satelliten funktionieren

wsff_ksw.gifZeit, wieder den Faden unserer kleinen Reihe zur Weltraumerkundung aufzunehmen - und was würde sich dafür besser eignen als eine mund- bzw. augenundohrengerecht zubereitete Portion Basiswissen. Beispielsweise über Satelliten.

Im Auftrag der euopäischen Satellitenbetreiber SES Astra haben die britischen Werbe- und Designreativen von This is Real Art eine Reihe von sieben kleinen Filmen mit dem schönen Titel "Satellites. A User's Manual" fabriziert, die ebenso kompakt wie unterhaltsam Wissenswertes über die Raumflugkörper vermitteln.

wsff-g.gifDass sie selbsterklärter Massen zugleich als Lehr- und als Werbefilme funktioneren sollen, lässt sich da für einmal verschmerzen (auch wenn man der öffentlichen Bildungsmedienproduktion bei dieser Gelegenheit gern mal dezent zuwinken möchte: auch von dieser Seite könnte sicher gern noch ein Zahn zugelegt werden, was originelle Formate und leckeres Design betrifft...).

Unterm Strich werden BastlerInnen mit Blick auf dieses User's Manual aber wohl eher eins bedauern: Über Satelliten kann man wissen, so viel man will. Für Unternehmungen Marke Eigenbau eignen sich Projekte dieser Dimension leider nicht.
Oder etwa doch? Im Fall der Fälle: Wir lassen uns gern belehren...
Update: Tatsache. Es gibt ja bekanntlich nichts, was es nicht gibt. Schauen wir uns also gerade genauer an...

[Bildchen: Ja, den lieben kleinen Freund haben wir vor einiger Zeit schon mal durchs Log.Buch fliegen lassen. Ist doch nett, dass er sich mal wieder zeigt!]

Von miss.gunst am 09.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.03.10

Unruhige Gerätschaften

kuema-ksw.gifWer sich vergangenen Oktober beim Shiftfestival für die poltergeisternde Küche begeistert hat, sollte in nächster Zeit unbedingt einmal im Cabaret Voltaire vorbeischauen.
Dort sind nämlich ab dem heutigen Donnerstag (04.03.10) weitere inspirierend inspirierte Haushaltsgegenstände zu bewundern.

"Küchenmaschinen auf Abwegen" heisst die kleine Ausstellung mit Arbeiten von Stefan Doepner vom Hamburger Robotik-Kunst-Kollektiv f18 (s.a. die Einträge im hauseigenen Archiv).

kuema-g.gifVor erratisch durch die Räume in der Spiegelgasse wandernden Entsaftern, auf der Toilette tanzenden Toastern oder wildgewordenen Wasserkochern muss man sich allerdings nicht fürchten.
Ganz ähnlich wie der f18-Poltergeist im Einbauschrank eigentlich der perfekte Mitbewohner für einsame Grosstadt-Neurotiker ist (er belebt die Wohnung, nascht aber nie die letzte Marmelade weg oder lässt den Abwasch stehen), so sind auch seine in Zürich gezeigten Artgenossen eher liebenswerte Seelenverwandte, die von ähnlichen Ticks geplagt werden wie manche Menschen. Oder besser gesagt: Diese Plagen auf sich genommen haben und/oder kompensieren.

"Autospoon" ist ein hyperaktiver Teelöffel, das "Midi Picknick" veranstaltet der von zu Mittagspausenmuffeln mutierten Workoholics schnöd im Stich gelassene Jausenkoffer eben einfach mit sich allein
Und die "Automated Table Modification" erweist sich in der Tat als perfekter "Robot Partner" - sie nimmt netterweise gelangweilten BüroarbeiterInnen das ziellose Hin- und Herschieben von Kaffeetasse und Kugelschreiber ab.

Kurzum: Allesamt entpuppen sich die unruhigen Gerätschaften beim genaueren Hinschauen als herzensgute Helferlein und echte Roboterfreunde. So soll es ja auch sein...

Die jüngste Produktion der 2006 begonnen Reihe wird heute um 18:00 Uhr zur Vernissage vorgeführt: Der "Drillbot", den Doepner zusammen mit Lars Vaupel konstruiert hat, den Zürcher (und auch treue LeserInnen dieses Log.Buchs) von seinen Zeichenmaschinen kennen.
Allem Vernehmen nach handelt es sich um eine kletterfreudige Multi-Bohrmaschine (oder einen bohrlustigen Kletterer, je nachdem) - genau das Richtige für bergwandernde Heimwerker oder heimwerkende Bergwanderer, die am Wochenende zwischen ihren Leidenschaften schwanken - und einen guten Freund brauchen, der dann entweder das eine oder das andere bzw. praktischer Weise gleich beides stellvertretend für sie übernimmt...

[Bildchen: Da wir gerade beim Thema Stellvertreter waren: Mama was an American Food Processor (GMTHX to Holonet for donating her to the public domain!). Bilder von den Originalen gibt's in der netten Nachbarschaft bei Digital Brainstorming und die unruhigen Gerätschaften freundlichen Helferlein im Original eben im Cabaret Voltaire zu sehen...]

Von miss.gunst am 04.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.02.10

DIY Archiv für Digitale Kultur

wlyc-ksw.gifArchivprojekte, Sammlungen und Plattformen zur Digitalen Kultur gibt es viele - und meist werden sie (zumal, wenn's ums Archivieren geht) von grossen Institutionen und deren Zusammenschlüssen betrieben.
Aber es geht durchaus eine Nummer kleiner und von der vielleicht ja durchaus realen Utopie beflügelt, dass das Wachstum im Kollektiv befördert werden kann.

So im Fall von WE LOVE YOUR COMPUTER bzw., zu gut Dänisch: VIEL SKER DIN COMPUTER - es handelt sich nämlich um eine Koproduktion mit wesentlichem Anteil dänischer Initiativen.

Worum es genau geht? Wird in der dieser Tage verschickten Einladung erklärt [gab's auch in English, wir zitieren hier nur die deutschsprachige Fassung, dafür gleich mit den entsprechenden Ankern versehen]:

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"Liebe Künstler & Kunstexperten, endlich ist es fertiggestellt:
WE LOVE YOUR COMPUTER...
... ist ein kollektives, offenes Archiv und
Veranstaltungskalender für Medienkunst.
Stöbere, lese, steuere deinen Teil bei und
sag es deinen Freunden:
Es ist für euch gemacht und wird von euch kreiert."

Da das Projekt in dieser Form nun eben erst gestartet ist, findet sich in besagtem Veranstaltungskalender bis dato zwar noch kein Eintrag - und wieviele dem Aufruf Mitzutun folgen werden, bleibt sicher noch abzuwarten (kleiner Tipp: der Sache förderlich wäre es wahrscheinlich, auch die lieben Künstlerinnen und Kunstexpertinnen anzusprechen und das Ganze auch den Freundinnen weiterzusagen... aber das nur beiseit).

Fündig werden kann man allerdings schon in der Bibliothek, wo sich bereits eine stattliche Anzahl von Links zu Texten und weitere Einräge tummeln.

Wer sich einen zünftigen Feuilletonlesesonntag bescheren will, kann also gleich loslegen - und dabei die eine oder andere Inspiration bekommen, gegebenenfalls auch einen eigenen Eintrag einzuspeisen...

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[Bildchen: Also, We Love Our Computerchen auch - was ja schon mal eine gute Voraussetzung ist...]

Von miss.gunst am 28.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

31.01.10

Das grosse Ploppen (DIY)

lupo-ksw.gifWas ist durchsichtig, ohne dass man direkt hindurchschauen könnte oder auch nur wollte? Was dämmt und isoliert, ohne dass nan etwas darin warmhalten könnte oder würde? Was kann man ordentlich krachen lassen - obwohl das eigentlich gar nicht seiner Bestimmung entspricht?

Nein, auch wenn das sowohl die Jahreszeit als auch die letzten Einträge vielleicht nahe legen könnten: Nach Eis ist hier nicht gefragt.

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Sondern nach, na? Richtig geraten: Luftpolsterfolie.
Allem Vernehmen nach 1957 von den amerikanischen Ingenieuren Alfred Fielding und Marc Chavannes erfunden, als sie eigentlich eine neue Tapete hatten entwickeln wollen, ging sie 1960 in die industrielle Produktion - wofür die beiden Erfinder eine eigene Firma namens Sealed Air (zu deutsch: Versiegete Luft) gründeten und das Ganze natürlich als Trademark schützen liessen. In diesem Jahr wird *die* (bzw. *das*) Bubblewrap also stolze 50 Jahre alt!

Indes wird die Luftpolsterfolie weltweit nicht allein wegen ihres unbestrittenen Nutzens geschätzt. Besonders erfinderisch ist der Mensch bekanntlich, wenn es um seinen Lustgewinn geht - und die Luftpolsterfolie hat da Einiges zu bieten. Erstmal taugt sie schon ästhetisch zu Fetisch, was ihre optischen und taktilen Reize betrifft. Und dann kann man die Nippel-Knubbel durch sanften Daumendruck eben auch noch zum Platzen bringen bzw. Ploppen lassen. Dass dieses Vergnügen zudem entweder als Höhepunkt auf das Auspacken eines begehrten Gegenstands folgt oder auch ganz einfach so zu haben ist sowie vor allem umsonst, als reines Surplus, setzt dem Ganzen natürlich das Krönchen auf.

Weil nun die gewöhnliche Luftpolsterfolie erstens nicht immer zuhanden ist und zweitens, was die zum Zerplatzen zu bringenden Bläschen betrifft, irgendwann ein Ende hat, alle Lust jedoch nicht nur nach Nietzsche Ewigkeit will, hat der Mensch mittlerweile auch eine Reihe adäquater Ersatzluftpolsterbefriedigungsobjekte erfunden.

lupo-g02.gifEs gibt also neben dem offiziell lancierten Bubblwrap-Vergnügen nicht nur Seiten wie "Virtual Bubblewrap" für NetznutzerInnen, die ihre Finger nicht wirklich von Tastatur und Maus bekommen, aber trotzdem nicht auf den grossen Plopp verzichten wollen. Sondern auch extra Gadgets für Luftpolsterlüsterne wie das PujiPuji bzw. PutiPuti von Bandai, mit denen man es (jedenfalls so lange die Batterie hält) tatsächlich auch händisch endlos Ploppen lassen kann (jenen, die des Japanischen nicht mächtig sind, sei für Details dieser schöne Artikel bei wired.com an Herz und Hand gelegt).

Gleichwohl: Das wahre Vergnügen sollte eigentich doch DIY im Umgang mit dem Original zu haben sein. In diesem Sinne...

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P.S.: Dass wir den Luftpolsterfoliengeburtstag heute feiern, hat schon auch seinen Grund. Eigentlich ist ja der letzte Montag im Monat Januar der offizielle Bubblewrap-Day. Aber den haben wir leider verploppt verschlafen. Und finden nun, dass sich der letzte Tag im Januar, zumal er auf einen Sonntag fällt, nicht weniger fürs Grosse Ploppen eignet...
[Bildchen: Wovor sich wer hier zu fürchten hat, braucht eigentlich keines weiteren Kommentars. Und ob die Tarnung wirklich weiterhilft, darf angesichts des zu erwarteneden Schicksals jeder LPF wohl mit Fug und Recht bezweifelt werden...]

Von miss.gunst am 31.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.01.10

Acoustic Spacelab

rtsk-ksw.gifWeiter geht's mit der akustischen Weltraumforschung - und zwar mit dem Projekt einer Organisation die sich schon seit langen Jahren auf diesem Gebiet tummelt.

Vor einiger Zeit - nämlich im Zusammenhang mit einem kleinen Eintrag zur Ausstellung WAVES, die 2008 im HMKV Dortmund Station gemacht hat - gab es in diesem Log.Buch einen Hinweis auf das RIXC Center for New Media Culture in Riga, wo die Welle ursprünglich entwickelt worden war.

Und das war eben weder die erste noch die letzte Aktivität, die das RIXC dem elektromagnetischen Spektrum gewidmet hat. Zuvor gab es bereits ein Festival zur Spektrographie, als Teil von Waves eine Solar-Radiostation in Zusammenarbeit mit Radio Astronomy (siehe auch den Eintrag vom 21.05.2006), 2008 wurde noch einmal ganz gross zur Spectropia aufgerufen.

rtsk-g01.gifDie Initialzündung kam jedoch bereits 2001 mit dem Acoustic.Space.Lab, aus der dann als Langzeit-Kooperation von RIXC mit Derek Holzer (mehr im hauseigenen Archiv), RadioQualia (s.o./dito), dem Projekt Atol aus Ljubljana und der Initiative L'audible aus Sydney das gross angelegte Acoustic.Space.Research.Lab-Projekt und die genannten Veranstaltungen hervorgehen sollten.

Leider sind diese beiden Plattformen inzwischen Ruinen Geisterhäuser, insofern zwar die Fassaden noch stehen - aber nurmehr wenige Zimmer eingerichtet sind bzw. viele der internen Lnks ins Leere führen. Aber immerhin lassen sich der Zusammenfassung die Basisdaten zum Programm, zu den beteiligten Akteure und den Publikationen entnehmen - was so gesehen ja auch schon weiterführt.

Einzelne Texte aus den RIXC-Readern sind online auf den gleichnamigen Archiv-Seiten des Zentrums zu finden. Und die seinerzeit aus der Projektarbeit im Acoustic.Space.Lab hervorgegangene CD "Radio Astronomy" (2004) wurde inzwischen bei archive.org hinterlegt. Insofern gibt es für FreundInnen der akustischen Weltraumforschung bzw. Welt-Raum-Forschung also Einiges zum Nachhören und -lesen. Was hiermit wärmstens empfohlen sei.

[Bildchen: Ist eine Hommage ans erste Acoustic.Space.Lab - das Originalfoto, welches nicht ganz unpassender Weise das Radio-Teleskop des Mount Pleasant Radio Observatory von Tasmania in Australien zeigt, verdanken wir der Wikimedia Commons-Spende von Noodle snacks - und wie dieses ist die Variation unter cc-by-sa lizensiert. Grand Merci!

Von miss.gunst am 12.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.01.10

Amateur-Radio-Astronomie

ara-ksw.gifAllen denjenigen, die sich noch intensiver mit der Radioastronomie beschäfigten wollen, lassen sich im Anschluss an Radio Jove noch weitere Plattformen ans Herz legen, auf denen nützliches Wissen und Anregungen vermittelt werden, wie man selbst aktiv werden kann.

Vorab kann zur Anreicherung des Basiswissens zum einen die Lektüre jeweils des deutschen und des englischen Wikipedia-Eintrags zum Thema empfohlen werden.

ara-g01.gifBeide enthalten natürlich auch Verweise auf jede Menge weiterer Ressourcen - und der deutschsprachige hat sogar einen Anker zu einem kleinen Extra-Eintrag zur Amateur-Radioastronomie. Der wiederum führt zu den Projektseiten von Antares e.V., der entprechend engagierten Volkssternwarte im (nord-)österreichischen Michelbach. Hier haben die Michelbacher nicht nur die Einrichtung des eigenen Teleskops dokumentiert, sondern auch eine anschauliche illustrierte Einführung zu Radioteleskopen bereit gestellt.

Aus unerfindlichen Gründen (noch) nicht unter den Wikipedia-Verweisen zu finden sind die Heimseiten des ERAC - The European Radio Astronomy Club. Als Dachvereinigung vereint die ERAC nämlich zahlreiche Vereinigungen und Initiativen aus verschiedenen Ländern - und bietet über ihre Heimseiten den Zugang zu einem denkbar breiten Spektrum an Informationen und Ressourcen rund um die Radioastronomie. Zudem oganisiert sie regelmässig Workshops und Konferenzen, zu denen Enagierte zusammenkommen, um sich über ihre Projekte, Forschungsergebnisse und natürlich über praktisches Wissen auszutauschen.

ara-g02n.gifNicht weniger rührig ist der Schwesterverband in der Heimat von Radio Jove, also jenseits des grossen Teichs: The Society of Amateur Radio Astronomers (SARA). Am Spannendsten ist natürlich die Sektion, in der die Projekte aus allen Bereichen der Radioastronomie vorgestellt werden.

Und wenn wir schon mal auf den Wellen so weit gereist sind, sollte schliesslich auch ein Besuch bei Radio Sky Publishing nicht fehlen.

Vom lässig über FAQ vermitteltem Basiswissen über ein gut sortiertes Spezialangebot zu den Radioemissionen der verschiedenen Planeten und anschaulich dokumentierten Projekten bis hin zu einer feinen kleinen Sektion namens "Fun Stuff", in der sich Juwelen der Amateur-Radiostronomie-Geschichte finden.

Bleibt am Ende vielleicht allenfalls noch die Frage, ob nicht sogar Kosmos mal einen Kasten namens "Der kleine Radio-Amateur-Astronomicus" entwickelt hat...


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Von miss.gunst am 08.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.01.10

Radio Jove

jrtsk-ksw.gifWann immer man lustig ist, ein bisschen Planetenradio hören zu können, ist für sich schon einigermassen sensationell. Und mindestens für FreundInnen von Noise-Musik ein idealer Zeitvertreib.
Da könnte natürlich durchaus der Ehrgeiz keimen, selbst eine kleine Empfangsstation zu errichten.

Wer jetzt meint, das sei nur etwas für professionelle WeltraumforscherInnen, indes sich alle anderen eher darauf bescheiden sollten, im heimischen Studio selbst Sounds from Outer Space zu generieren (geht natürlich, s. etwa die Musik von Mars), irrt.

Mit Radio Jove - nicht umsonst auch eine der Partnerorganisationen von Radio Astronomy - gibt es nämlich ein von denkbar berufener Stelle: der Nasa betriebenes Projekt, das angehenden Planetenradio-AmateurInnen auf die Sprünge helfen will.

jrtsk-g1.gifErst einmal bevorratet die Webseite von Radio Jove reichlich didaktisch gut aufbereitetes Unterrichtsmaterial, das bestens in die an sich ja ziemlich komplexe Materie einzuführen geeignet ist. So sind die eigentlich für den Unterricht gedachten "Student questions with answers" im Zweifelsfall auch ganz prima, um längst in eher abgelegene Gedächtnischubladen weggerutschtes Basiswissen wieder aufzurufen und in der Sektion "Library" gibt es nicht nur eine gut sortierte Liste mit online-Publikationen, sondern auch die kompakten "Science Briefs" und das über die aktuellen Aktivitäten in Sachen Weltraumradiowellenforschung informierende Jove Bulletin. Kurzum, wer verstehen will, was man eigentlich so hört, wenn man dem Planetenradio lauscht, ist schon mal an der richtigen Adresse.

Darüber hinaus ermuntert die Organisation aber tatsächlich auch dazu, selbst aktiv zu werden und ganz praktisch in die Radio-Astronomie einzusteigen. Erklärt wird nicht nur, wie ein Radioteleskop funtioniert, sondern auch, wie man eines selbst bauen kann - und damit das gelingt und das Gerät dann auch tatsächlich genutzt werden kann, gibts neben Hardware-Kits auch gleich die geeignete Software, um die empfangenen Daten auszuwerten.

Wer freilich in einer einigermassen belebten Stadt wohnt, wird einige Mühe haben, eine taugliche Empfangsstation zu errichten. Oder besser gesagt: Aufbauen lässt sich so ein Teleskop, ein wenig Platz auf der Wiese vorausgesetzt, selbstredend überall. Nur was es dann alles so empfängt und wieviel davon tatsächlich Emissionen aus den unendlichen Weiten des Weltraums sind, das ist wieder eine andere Frage...

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[Bildchen: Ja eben, so kann's gehen, wenn man sein Amateurteleskop in einem Zürcher Hinterhofgärtlein installiert. Wobei eingestanden werden sollte: Die störenden Frequenzen, die sich unters Planetenradio mischen, sind eher als Rauschen im Rauschen zu vernehmen. Aber möglicher Weise hat unser Lauscher ja an eine Sendung mit zünftigem Noise gedacht. Das imaginierte Teleskop-Modell wiederum ist zwar ein bei Backyard-Astronomen gebräuliches, entpricht allerdings nicht jenem, welches man aus dem Jove-Kit basteln kann. Letzteres hat keinen Schirm - was Freihand gezeichnet leider eher nach Wäschespinne ausgeschaut hätte...]

Von miss.gunst am 03.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.12.09

Schöner Sternchen Stechen (PRICKBOT)

rspb-ksw.gifSelber mit Nagel und Nadel Sternchen in den Himmel zu stechen ist schön - noch schöner ist es allerdings, wenn man Sterne stechen lässt. Von wem? Nun, da hätten wir doch glatt einen guten Vorschlag, der ausserdem die Herzen der Fans und FreundInnen kleiner Kunstmaschinchen höher schlagen lassen dürfte.

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Auf ein entsprechend entstandenes oder besser gesagt: gerade entstehendes nächtliches Firmament konnte stossen, wer im Mai diesen Jahres das Vergnügen hatte, die Ausstellung des zweiten "Art of the Overhead"-Festivals in Malmö zu besuchen.
[Mehr zum Festival im hauseigenen Archiv - und hätte es damals mehr Zeit gehabt, den gesamten Kulturbeutel auszupacken, dann wäre dieser Log.Buch-Eintrag auch schon ein paar Monate früher erschienen...]

rspb-g02.gifIn einer ansonsten finsteren Nische der weitläufigen Kellergemächer des alten Hafengebäudes glimmte dort mählich ein heller Stern nach dem anderen auf. Wirklich sehr, sehr schön schaute das aus. Das Einzige, was die aufwallende Rührung für einen Moment im Zaum zu halten half, war nachgerade genialisch schlichte Konstruktion, die diesen Sternenhimmel hevorzuzauberte:

rspb-g03.gifÜber der Lichtplatte eines Overhead-Projektors ist in einem Rahmen ein Stück Alufolie gespannt. Und in die werden von einem kleinen, fleissigen Roboter, der in langsamen, erratischen Bahnen auf der Lichtplatte seine Kreise zieht, von unten Löcher in der Folie gepiekt.

PRICKBOT - so heisst der kleine Sternenhimmelstecher nämlich bzw. die gesamte Installation - ist ein Werk des Kölner Künstlers und Miniaturroboterzüchters Ralf Schreiber (s.a. die mittlerweile ziemlich zahlreichen Einträge im hauseigenen Archiv).

rspb-g04.gifTatsächlich ist er ein Verwandter der nicht minder wunderbaren Overhead-Bots und gehört so gesehen auch der Grossfamilie von Schreibers Living Particles an: Wie diese nährt er sich von Licht - nur dass er eben anstatt zu zwitschern und zu summen hin und wieder vor, zurück und seitwärts ruckelt und anschliessend seine kleine Nadel hebt.

Wie zu venehmen ist, soll der PRICKBOT demnächst sogar Geschwister bekommen, die mit unterschiedlich grossen Nadeln dann noch schönere Sternenhimmel stechen können.
Anzuhimmeln aller Wahrscheinlichkeit im Rahmen des von Beyond Expression organisierten Trans/Natural-Festivals ab 27.02.2010 in Amsterdam.

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[Bildchen: Die Fotos der tief ins romantische Herz piekenden gestirnten Nacht und des kleinen Sternenstechers hat Ralf Schreiber selbst auf dem "Art of the Overhead"-Festival gemacht. Wir danken herzlichst für die Bilder und die Erlaubnis zur Reproduktion - und winken bei dieser Gelegenheit nicht nur nach Köln, sondern auch noch mal ganz herzlich nach Malmö. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 29.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.12.09

flipdot hackerspace

fdks-ksw.gif"Hackerspace" ist ein Begriff, der erst einmal ziemlich abgedriftet klingt - dabei meint er doch schlicht, was er sagt: Dass Menschen, die sich experimentiefreudig ans Zerlegen, Um- und Neubauen von Hard- und Software machen, auch Raum brauchen.

Schon klar: Das populäre Bild des Hackers bannt diesen einsam an Tastatur und Schirm. Und an diesem Bild ist natürlich auch etwas dran: Tüftelei kann schnell zu einer einsamen Angelegenheit werden. Schliesslich braucht es dafür Ruhe und Konzentration.

Aber eben auch Austausch: Von Ideen, Tipps und Tricks, von Werkzeugen und von Material. Darum gibt es Hackerspaces - und einer davon ist, gerade erst gegründet und daher noch im Entstehen begriffen: flipdot.

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Die Kasseler Vereinigung, von der bereits im letzten Log.Buch-Eintrag die Rede war, geht zurück auf eine Initiative von Helmut Fligge (Elektrotechniker und Solaringenieur mit gleichzeitiger Neigung, hin und wieder auch mal Sinnlos Blinkende Objekte zu basteln), Reinhold Weber und Olaf Val (der als experimentier- und spielfreudiger Künstler und Bastler den LeserInnen dieses Log.Buchs längst kein Unbekannter mehr ist).

Im Vorfeld der Gründungsveranstaltung haben die flipdotter denn auch gleich einen einladenden Clip gedreht, in dem anschaulich erläutert wird, was denn eigentlich ein Hackerspace im Allgemeinen ist und wie gut sich ein ebensolcher in der lokalen Praxis machen kann.

Nun könnten notorische Nörgler natürlich nölen: Was geht uns eine lokale Hackerspace-Gründung in Kassel an? Kassel ist weit weg und interfiction schliesslich nicht alle Tage...

fdks-g01.gifTja, nur nicht neidisch werden. Aber darüber hinaus pflegen Initiativen, die sich unter den Vorzeichen des Austauschs und kollektiver Produktivität zusammenfinden, auch über den eigenen Radius hinaus tätig auszustrahlen.

Wie man aktuell bereits am und im flipdot-Blog sehen bzw. lesen kann, in dem über das lokale Geschehen hinaus regelmässig Interessantes gepostet wird.

Und zudem steht zu erwarten, dass sich mit der Zeit auch das flipdot-Wiki mit einschlägigen Inhalten füllen wird.

Damit die flipdotter zukünftig so richtig loslegen können, braucht es freilich noch das Allerwichtigste: Nämlich einen Raum, in dem sich der Kasseler Hackerspace dauerhafter einrichten kann.
Bei der hoffentlich alsbald von Erfolg gekrönten Suche wünschen wir natürlich Glück!

[Bildchen: Sind alle von flipdot - für die freundliche Genehmigung zur Wiedergabe geht ein Dankeschön an alle flipdotter. Merci!]

Von miss.gunst am 18.12.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.11.09

Arduino

aui-ksw.gifA propos Arduino. Wer sich für's LilyPad begeistert, sollte sich vorher in Grundzügen natürlich mit dessen Basiselement, dem Arduino-Board beschäftigt haben.

Da ein Blick in unseren hauseigenen Zettelkasten zeigte: Bislang gab's immer mal wieder Querverweise, aber noch keinen eigenen Eintrag zum Thema, wollen wir doch auf die Schnelle mal ein paar Basisdaten zusammentragen:

Einen schönen, kompakten Einstieg bietet schon mal der Wikipedia-Eintrag zu Arduino, der allem voran erklärt, was das Ganze ist: Nämlich eine aus Soft- und Hardware-Komponenten bestehende Physical-Computing-Plattform (leicht tautologisch, den "Physical Computing" meint natürlich genau dies, die Verbindung vom Soft und Hardware), die auf Open Source Basis entwickelt wurde bzw. weiterentwickelt und vertrieben wird.
Massgeblich von ihren ErfinderInnen, dem Team von tinker.it.

Der Artikel vermittelt natürlich auch in der gebotenen Kürze, wie ein Arduino-Board funktioniert. Wer sich für Arduino interessiert, sollte aber trotzdem am besten alsbald die Heimseite des Projekts, arduino.cc aufsuchen. Dort findet man von Dokumentationen bis zu Foren wirklich alles, was das Nutzer- und Entwicklerherz begehrt.

aui-g.gif

Aber vielleicht ist das für jene, die frischweg losbasteln wollen, schon fast wieder ein bisschen zuviel?
Dann müssen erfahrungsgemäss Tutorien her. Von denen hat es selbstredend ebenfalls eine schöne Auswahl auf den arduino-Seiten.

Es gibt aber auch eine empfehlenswerte deutschsprachige Plattform zu Arduino - Freeduino Arduino Microcontroller. Und die stellt im Bereich "Tutorials" gleich eine ganze Auswahl von Webseiten und Publikationen, die von einer projektorientierten Einführung in die Materie bis hin zu Arduino-Bibeln für eingeschworene Mitglieder der Gemeinde so ziemlich alles fuer zu ziemlich alle BastlerInnen-Typen bieten. Davon sind allerdings, zugegeben, die meisten wieder nur in inglisch zu haben.

Mit die netteste und nachhaltigste Möglichkeit, sich in die Materie einweihen zu lassen, stellen natürlich Workshops dar. Wie zum Beispiel? Ja, auch dazu hätten wir etwas. Wird dann aber in einem eigenen Eintrag vorgestellt...

[Bildchen: Nicht, dass wir keine eigenen Fotos von Arduino-Boards gehabt hätten (abwarten, da kommen demnächst wieder welche). Dieses hier stammt jedoch aus dem oben verankerten Arikel in der Wikipedia bzw. aus den Wikimedia Commons und hat die Ehre, von Nicholas Zambetti/tinker.it persönlich für die Nutzung unter cc-by-sa freigestellt worden zu sein. Mille Grazie!]

Von miss.gunst am 30.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.11.09

Lilypad Arduino (Buechley)

lpa-ksw.gifSeerosen für die Kunst? Manche denken da automatisch an Claude Monet. Menschen mit Neigung zur kreativen Elektronik-Bastelei, die zugleich gern Hand an Textiles legen, lässt sich jedoch noch eine andere Nymphaceen-Art empfehlen: Leah Buechleys LiliPad Arduino.

Bei dieser Blüte handelt es sich nämlich um einen kleinen, feinen Bausatz, mit dessen Hilfe sich ebenso elegant wie einfach elektronische, computergesteuerte Funktionen in Kleidung und andere Projekte mit Textilien integrieren lassen.

lpa-g.gifLiliPad Arduino holt das, was man bislang tendenziell mit High-Tech-Wearables assoziiert hat, in die Werkstatt experimentierfreudiger Craftistas.

Damit der Einstieg niemandem schwerfällt, finden sich auf den Heimseiten des Projekts anschauliche Anleitungen, wie man das LilyPad an die eigene Hardware andockt und konfiguriert, die Software installiert und so weiter.

Anregungen, was man dann Feines mit dem LilyPad anfangen kann, gibt es natürlich auch.

Und wer dann so richtig loslegen will, findet im Bereich "Share it!" nicht nur einen Anker zum LilyPad FlickR-Pool, in dem die wachsende Fan-Gemeinde Bilder von entstehenden und vollendeten Projekten postiert.
Sondern auch eine kleine Auswahl von Ankern zu LilPad-Anleitungen auf unserem heissgeliebten instructables - unter denen die eine oder der andere sicher ein feines Projekt für ein passendes Weihnachtspräsent zum Wichteln finden kann...

[Bildchen: Eine wunderschöne Stickarbeit mit LilyPad Arduino aus dem FlickR-Pool "A tribute to Leah Buechley" von Becky Stern - einer phantastischen Elektronikbastel-Künstlerin, der wir demnächst unbedingt auch einmal einen eigenen Eintrag widmen müssen... Lizenz ist cc-by-sa. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 28.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.11.09

Handmade Nation

hmn-ksw.gifWo es liegt, das gelobte Land der neuen Handarbeitskultur? Ist vielleicht in mehrfacher Hinsicht eine schwierige Frage. Trotzdem gibt es schon seit längerem den Vorschlag einer Antwort.
Wie der bzw. die aussieht? Das verrät nicht nur die Sprache, in der die Überschrift dieses Eintrags gehalten ist.

hmn-g1.gifSondern auch ein Buch selbigen Titels, das Faythe Levine und Corney Heimerl im Herbst 2008 herausgebracht haben. Auf seinem Cover wird nämlich die säuberlich gestickte Kontur besagten Landes von zahlreichen Händen stolz emporgehoben. Nein, Grossbritannien ist es nicht und auch nicht Australien oder Kanada. Richtig geraten: Die "Handmade Nation", das ist Nordamerika.

Vielleicht nicht die Wiege des DIY-Prinzips per se - aber im Grunde sogar historisch-politisch mit dem Ethos des Self Made assoziiert. Sowie ganz sicher und unangefochten das Gebiet, von dem aus in den letzten Jahre die intensivsten Impulse in Sachen Selbstgemachtes kamen. In dem die bekanntesten Zentralorgane der Gemeinde beheimatet sind. Und die prominentesten Plattformen für den Vertrieb. Vor allem aber: Viele, viele engagierte Künstlerinnen und Designerinnen, die - teils mit, teils ohne einschlägige Ausbildung - mit handgearbeiteten Dingen nach vorn gegangen sind.

"Hand Made Nation - The Rise of DIY, Art, Craft, and Design" stellt eine Reihe von ihnen vor. Wobei Kapitel für Kapitel tatsächlich als Reise durch die USA und seine Indie-Szene kreativer Handarbeiterinnen funktioniert.

hmn-g2.gifNun hat Faythe Levine einen gleichnamigen Film fertiggestellt - oder besser gesagt: Eben jenen Film, von dem sie bereits im Vorwort des Buches erzählt. Letzteres basiert nämlich auf den Interviews und Porträts, die während ihrer Arbeit am Film entstanden sind. Und wie man sich vorstellen kann, fällt der umso spannender aus, als nun die im Buch porträtierten Craftistas selbst zu Wort können und man einen umso lebendigeren und zugleich differenzierteren Einblick in die Szene erhält.

Wann und wo man den Film sehen kann? Hoffentlich demnächst im Programmkino des Vertrauens. Wer darauf nicht untätig warten will, kann aber auch selbst Vorführungen organisieren. So haben das beispielsweise Steffi Müller und ihre Projektgruppe vom "Aufstand der textilen Zeichen" (s. d. Eintrag vom 22.11.09) gemacht, wo "Handmade Nation" im DIY-Sonntagskino zu sehen war - Skype-Chat mit Faythe Levine inklusive.
Und schliesslich wird man demnächst wohl eine DVD des Films erwerben können - hoffentlich auch in Deutschland und der Schweiz...

[Bildchen: Oben das schöne Stickerei-Patch aus Faythe Levines Projektblog, zu dem man übrigens auch eine Anleitung bei Etsy erstehen kann. Der Erlös kommt dem Film zu Gute. Unten rechts dann das Cover der DVD zum Film. Great many thanks to Faythe Levine for allowing the use of the Handmade Nation logos here - and for the great piece of work she has done!!!]

Von miss.gunst am 25.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.11.09

insektenmusikfilm (liechti)

plsoi-ksw.gifZwischendurch wieder einmal ein Eintrag für FreundInnen und Fans von Insektenmusik. Die kann man nämlich jetzt nicht nur hören, sondern auch sehen - mit ein bisschen Glück sogar im Lichtspielhaus des Vertrauens...

Der Schweizer Filmemacher Peter Liechti - den die Kunstszene unter anderem über seine Porträts von Roman Signer kennt ("Zündschnur" von 1990 und "Signers Koffer – Unterwegs mit Roman Signer" von 1996) - hat jüngst einen neuen Filmessay fertiggestellt, in dem es recht vernehmlich summt und brummt.

plsoi-g.gifGleichwohl ist "The Sound of Insects - Record of a Mummy" - zu deutsch: "Das Summen der Insekten – Bericht einer Mumie", wie denn auch schon der Untertitel verrät, keine Dokumentation über agile Sechsbeiner. Sondern vielmehr ein Stück Filmkunst, das eine Geschichte erzählt: Von einem Jäger, der einen unheimlichen Fund macht - und natürlich von diesem Fund...

Zugleich wäre "The Sound of Insects" kein Film von Peter Liechti, wenn es dabei nicht auch um experimentelle Bild- und Tonkunst ginge, die ihre eigenen Narrationen entfalten. So zeichnet für die Fimmusik kein geringerer als Norbert Möslang verantwortlich (mehr s.a. im hauseigenen Archiv), der dabei unter anderem mit Tomas Korber und Jason Kahn zusammengearbeitet hat.

Kurzum: In jedem Fall eine Empfehlung - auch für jene, welche weder ein Faible für seltsame Geschichten noch für kleine Krabbler haben. Dass für diese wie für jene "Das Summen der Insekten" süsses Pflichtprogramm ist, versteht sich wohl von selbst.

[Bildchen: Ein stummer Schwarm. Nur stellvertretend einegfangen. Bei Peter Liechti sieht so etwas natürlich ganz anders aus. Und hat selbstredend Sound.]

Von miss.gunst am 07.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.11.09

zeichenmaschinen zuschauen

zmvk-ksw.gifEndlich wieder einmal ein Eintrag für FreundInnen von Zeichenmaschin(ch)en - und zugleich eine schöne Gelegenheit für eifrige BastlerInnen, sich mal als Sofakartoffeln genüsslich zurückzulehnen.

Vorher und hinterher wird erst recht gebastelt, ist doch klar. Woran? An Zeichenmaschinen natürlich.

Gary Warner - ein in diesem Metier aktiver Künstler und Elektronikbastler - hat nämlich die gloriose Idee gehabt, auf Vimeo einen Kanal einzurichten, auf dem es Clips von und mit Zeichenmaschinen anzuschauen gibt. Stolze fünfundvierzig (in Zahlen: 45) Exemplare wurden bis dato eingestellt.
Und als echte Fans freuen wir uns natürlich sehr, dass man dort alten FreundInnen wie sichtbar unsichtbar und Pünktchen Anton wiederbegegnen kann. Das wiederum verdankt sich Andres Wanner aka pixelstorm - der sie seinerzeit zusamen mit anderen Arbeiten seiner Aarauuer Studierenden auf dem Zürcher DIY Festival 2007 präsentierte.

Andres gilt auch unser Dank für diesen tollen Fern-Seh-Tipp - Merci Merci!!!

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Von miss.gunst am 02.11.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.10.09

DIY Poltergeist

gpfpff-ksw.gifZugegeben: Poltergeister haben die meisten nur dann gern, wenn sie auf sichere Distanz ihr Spukwesen treiben. Auf der Leinwand oder der Mattscheibe. Bei den Nachbarn. Aber bitte nicht in den eigenen vier Wänden. Wer hingegegen gern selbst ein Poltergeistlein hätte, der sollte bei f18 in die Lehre gehen.

Die Hamburger Robotiker und Elektronikbastler wissen nämlich, wie man eine gute Portion spukhaftes Leben in der heimischen Küche installiert.

gpfpff.gifEin zünftiger Prototyp namens "Living Kitchen - Happy End of the 21st Century", 2006 entstanden und aus gegebenem Anlass in der Ausstellung des Shiftfestival zu bestaunen (mehr zu belebten Interieurs: auf den f18-Heimseiten unter "Projects"). Da klappern die Wandschranktüren mit Tellern und Tassen um die Wette, auf dem Tisch drehte der Kaffeelöffel Pirouetten dazu.
Die ideale Hausmusik für PoltergeistfreundInnen mit Neigung zur elektronischen Bastelkultur. Und vielleicht auch eine nette Idee für Menschen, die allein leben, aber dabei nicht einsam sein wollen.

Das beste daran: Wenn die Poltergeister dann doch mal nerven, muss man nur den Stecker ziehen. Und schon ist wieder verlässliche Ruhe im Karton Küchenschrank...

[Bildchen: So schnell kann's gehen mit der Be-Geisterung... Unser Dank gilt Eric Pierce, der (s)seinen Herd fotografierte und den Wikimedia Commons spendete. Wie dieser sind nun auch die polternden Pfannen unter cc-by-sa lizensiert.]

Von miss.gunst am 29.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.10.09

DIY Ektoplasmen

eekto-ksw.gifDass die spiritistischen Medien ihrerzeit einen höchst produktiven und ziemlich kreativen Umgang mit Medien-Apparaten und -Technologien pflegten, hat sich längst herumgesprochen. Das gilt natürlich auch für ihre Hervorbringungen wie die sogenannten Ektoplasmen.

eekto-g.gifWenn diese Auswürfe dem medialen Körper abgerungene Geisterscheinungen vorstellen und dementsprechend ihrerseits geisterhaft wirken sollten, liess sich Letzteres besonders gut vor der und für die Kamera inszenieren, wie ganze Konvolute spiritistischer Fotografien belegen.

Aus zeitgenössischer Perspektive mag es da erst einmal konsequent erscheinen, hierfür ohne Umwege gleich die digitale Kamera-Technologie zu engagieren, wie dies im Rahmen des Shift-Festivals Renaud Loda und Sebastien Verdon in ihrer Arbeit "Ektoplasm" (2009) vorschlugen, die als Teil der Nachwuchsschau "in progress" zu sehen war (weitere Bilder auch in Renaud Lodas Blog).

Näher an der Sache dürften gleichwohl jene Ektoplasmen sein, die Zoe Beloff in ihrer wunderbaren Arbeit "The ideoplastic materializations of Eva C" - wiederum im Rahmen der Hauptausstellung des shiftfestivals zu sehen - eben nicht nur imaginiert, sondern auch materialisiert und dann wieder medialisiert hat. Gazeschleier und Seidenhandschuhketten: In einem Instructables-Blog für DIY-Medienkultur würden diese prächtigen Exemplare wohl beste Bewertungen von der Gemeinde eingestrichen haben...

[Bildchen: Naja, ein selbst produziertes Ektoplasma eben...]

Von miss.gunst am 26.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.10.09

DIY schallplatten

glrb-ksw.gifZu spät für eine Ankündigung - aber in den Zettelkasten soll dieser Eintrag doch auch im Nachhinein noch wandern. Allein schon, weil es unter HeimwerkerInnen im Umfeld von HOME MADE ja nicht nur FreundInnen von Selbstgedrehtem hat, sondern auch solche, die nach wie vor den Dreh von Turntables bzw. deren traditionellem Belag schätzen.

Der in Frankfurt angesiedelte Verein zur Förderung von Phonographie und experimenteller Musik lädt seit einiger Zeit schon regelmässig zu spannenden Konzertabenden ein, die meist im Bunkerhorst des Instituts für Neue Medien stattfinden.

glrb-g.gifDort wurde nun - passender Weise parallel zu Buchmesse, die aus anderen nahe liegenden Gründen Anlass zum Nachdenken über die Nachhaltigkeit analoger Medien und ihrer materialen Poetik gab - zu einem Workshop geladen: Kein Geringerer als Theo Goodman a.k.a. buckettovscissors (mehr im hauseigenen Archiv) führte in die hohe Kunst der "Primitiven Schallplattenherstellung" ein.

Lernen konnten die TeilnehmerInnen dabei unter anderem, wie man selbst Schallplatten aus Klebstoff giessen oder auch CDRs mit per Nadel abspielbaren Rillen versehen kann. Für phonographische Aufnahmen ziselierter Violinkonzerte sind solche DIY-Tonträger vielleicht nicht so geeignet. Aber wer ein Herz für Geräuschmusik hat, findet auf diese Weise garantiert ein Stück vom Glück!

[Bildchen: Zwar sind Klebstoffschallplatten von der Anmutung her umgekehrte Schellacken - also weiss wie dieses Exemplar, das wir auf unsere Weise aus einer echten Vinylscheibe gegossen haben (der Dank für deren leihweise Überlassung geht an Wkimedia Commons-Spender 能無しさん und unser Exemplar ist nun wie dieses unter cc-by-sa lizensiert. Echte Glue Records schauen aber trotzdem anders aus - Fotos vom Workshop gibts bei Flickr.]

Von miss.gunst am 20.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.10.09

selbstgedrehtes

sgh09-ksw.gifA propos Halle. Da hätten wir noch etwas für den DIY Zettelkasten: "Selbstgedrehtes". Hat nichts mit gerollter Rauchware zu tun, sondern ist ein in der Saale-Stadt beheimatetes Mini-Festival für - ja, genau: Selbstgedrehtes.

Noch genauer gesagt, geht es um selbst gedrehte "Kurzfilme junger FilmemacherInnen aus der Region Mitteldeutschland / Sachsen-Anhalt (insbesondere Halle, Leipzig, Weimar und Dessau)".

"Selbstgedrehtes" steigt bereits zum siebten Mal in Folge. Bis Mitte September konnten Kandidaten eingereicht werden, dann schaute eine kundige Jury darauf. Die Ergebnisse der Auswahl können am heutigen Mittwoch Abend (14.10.09) sowie noch einmal am 20.10. in Augenschein genommen werden - und in diesem Zuge wird auch noch ein Publikumspreis vergeben.

sgh09-g.gif

Vom bislang Prämierten gibt's leider erst ein einziges Werk zu beäugen, "Agua" von Alejandro Valbuena aus 2007. Macht Lust auf mehr. Wenn nicht online, dann vielleicht vor Ort? Oder auch umgekehrt, hoffen wir mal aus der Ferne. Denn Selbstgedrehtes finden wir doch (fast) immer gut...

Von miss.gunst am 14.10.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.09.09

little bits

tlbtlb-ksw.gifEin ganz bescheidener Name: "little bits". Trifft rein äusserlich auch zu - aber es handelt sich um richtig tolle kleine Teile.
Und, wenn man das mal so sagen kann, eins der absoluten Highlights unter den Projekten, die es auf der diesjährigen ars electronica zu sehen gab.

tlbtlb-01g.gifZu entdecken waren sie in der bereits entsprechend annoncierten Ausstellung des MIT Media Lab im Rahmen von Campus09.

Das Basisprinzip von little bits sind kleine Leiterplättchen, die vorweg bereits so weit zurechtgelötet und mikromontiert sind, dass sie auch von Menschen ohne weitergehende Kenntnisse in Elektrotechnik und Programmierung verwendet werden können. Die auf unterschiedliche Einsatz-Optionen hin vorbereiteten "Kleinen Teile" können dann nach dem Bausteinprinzip frei miteinander kombiniert werden - zusammengesetzt bzw. gehalten werden sie von Magneten.

tlbtlb-02g.gifWenn man sich also die richtigen Bausteinchen holt, kann man im Prinzip sogar klick-klack eine Kaffeemaschine zum Laufen bringen - wie eins der Little Bits-Videos auf Vimeo anschaulich demonstriert.

Alles Wissenswerte über die tollen Kleinen Teile lässt sich auf der Heimseite des Projekts erfahren. Und eine kompakte Einführung im Clip-Format gibt es auch dazu.

Bleibt HOME MADE-seitig eigentlich nur, vor Ayah Bdeir (die beiseit bemerkt übrigens schon reihenweise spannende Projekte entwickelt hat, unbedingt anschauen!) und ihrem Team den Hut zu ziehen:
Die little bits sind wirklich toll - zumal sie OS entwickelt worden sind. Sie laden also zur aktiven Beteiligung.
Auf dass sich die Familie der Kleinen Teile in Zukunft noch weiter mehrt...

[Bildchen: Auch kleine Teile. Aber offenkundig nicht die little bits, von den obig die Rede ist. Tatsächlich sind diese hier aus dem Sommercamp im Ticino entlaufen. Ja, dazu gibt's demnächst auch nochmal mehr... ;)]

Von miss.gunst am 10.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.09.09

wiederhole wiederhole (WRT)

wdhwdh-ksw.gifGenauer gesagt: Grund zur Freude, denn es gibt eine Wiederholung von "Wiederhole 1-8"!
Wie bitte? Doch doch - und auch die etwas kryptische Überschrift des Eintrags bringt den Sachverhalt tatsächlich auf den Punkt.

"Wiederhole 1-8" ist nämlich ein Hörspiel, das der von uns über alle Massen geschätze Paralektronoiker (und Paralektronoia-Forscher) Felix Kubin ursprünglich 2008 für den WDR entwickelt hat.

wdhwdh-g1.gifErstausgestrahlt wurde es seinerzeit am 01.12.2008 - ohne dass es an dieser Stelle eine entsprechende Lauschempfehlung gegeben hätte. Auch auf die ja sonst bei radiophoner Klangkunst so seltene Option, den Genuss in den Wochen darauf noch per Podcast ab- und nachzuholen, gabs damals keinen Hinweis. Seither winden wir uns in tiefer Scham. [Naja, angelegentlich jedenfalls.]

Morgen zu denkbar früher zu wie üblich für Radiokunst tendenziell nachtwachender- oder schlafender Stunde nun winkt endlich die Erlösung aus dem Gewissensgrab: Ab 0:05 wird nämlich bei Deutschlandradio Kultur eine Wiederholung der Sendung ausgestrahlt [Tatsache: an einem Montag - nicht in der Reihe Klangkunst, sondern im benachbarten Genreschächtelchen namens Freispiel].

Womit dann endlich auch noch ein Wort über den würdigen Gegenstand verloren werden kann, dem sich das Ganze widmet und welcher auch (noch vor! der üblichen Schwärmerei) der Grund dieses eindringlichen Hinweises ist: "Wiederhole 1-8" handelt von Gebrauchsanweisungen. Also von jenen gern allen möglichen käuflich zu erwerbenden Dingen beigebenen Zettelchen, die uns - so wir in der Lage sind, ihre sehr eigene Sprache zu verstehen - mitunter sehr absurde Handlungen diktieren wollen. Eine Lektüre, die bekanntlich besonders dann lohnt, wenn man nicht auf sie angewiesen ist...

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Und da wir hier im HOME MADE-Logbuch ja stets interessiert sind, wie's funktioniert, wird das Datum - auch wenn es ja eigentlich ein Webradio-Tipp ist - im Zettelkasten notiert.

Von miss.gunst am 06.09.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.08.09

ipunk (berz)

sbipk-ksw.gifIPUNK. Gesprochen wird's natürlich "I-PUNK". Und zu diesem Bekenntnis hat das kleine Ding auch allen Anlass. Denn es ist ein ziemlich überzeugender, weil entsprechend tönender Beweis dafür, dass Punk noch lange nicht tot ist.

Sondern vielmehr: Erstens zäh und überlebensfähig. Weil zweitens in der Lage, sich weiterzuentwickeln. Und dabei drittens sich an Orten neu zu formieren, wo man ihn nicht vermutet hätte.

Wie beispielsweise in einer kleinen Blechkiste, die dereinst der Aufbewahrung von Tabakwaren der (DDR-)Marke "DREIPUNKT" diente.

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Einem Exemplar dieser Gattung hat Simon Berz ein paar Innereien verpasst, welche sie nun eben als DREIPUNKT am musikalischen Leben teilnehmen lassen.

Und siehe da: Aus dem braven Tabak-Kistchen ist ein echter Punk geworden.

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Drinnen in seinen Eingeweiden hat es nämlich Lichtsensoren und Oszillatoren; erstere werden über die namensgebenden drei Punkte bzw. in diesen befindlichen Löcher angesteuert, indem man eine Lichtquelle annähert und - um's mal so zu sagen: ergebnisorientiert einen oder mehrere der (Loch-)Punkte mit den Fingern bedeckt. Im Pinzip wie bei einer Flöte. Nur dass es eben über "Signal IN" statt über "Signal OUT" und so gar nicht übers Anblasen funktioniert.*.
Und in jedem Fall schön punkig tönt.

* A propos "anblasen" - da hätten wir dann auch ein neues Instrument. Das aber wiederum nicht mit Tönen, sondern mit farbigem Licht reagiert. Doch das soll natürlich einen eigenen Eintrag bekommen...


SGMK & HOME MADE - DIY LABOR TICINO 2009

Von miss.gunst am 27.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.08.09

DIY eiskrem

sgek_ksw.gifAus gegebenem Anlass und zumal es zu später Stunde rund um den Schreibtisch noch immer Saunatemperaturen hat, so dass auch der Rechner laut und vernehmlich nach Kühlung bzw. Ruhe ruft röchelt: Ein paar Rezepte, die genussvolle Linderung versprechen.

Klar kann man Eiskrem auch käuflich erwerben. Aber mal ehrlich: Eingefleischte BastlerInnen wollen auch in diesem Feld Kompetenzen erwerben. Wenn sie ebensolche nicht schon längst besitzen.

Letzteres scheint doch auf so einige jener sympathischen ZeitgenossInnen zuzutreffen, die ihr Wissen gerne weitergeben. Bei unserem Lieblingsbastelrezeptbuch Instructables beispielsweise hat es zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits dreizehn Seiten mit jeweils 20 Einträgen (macht also 260 bzw. werden demnächst sicher so viele sein - momentan fehlen noch ein paar). Nunja, nicht alle führen zum cremigen Glück. Aber doch mehr als genug, um etwas Passendes zu finden, das dem individuellen Geschmack, den zuhandenen Werkzeugen, Aufwandsbereitschaft und so weiter entspricht.

Empfehlungen sind vor diesem Hintergrund eigentlich müssig. Falls es doch welche brauchen sollte: scoochmaroos "Five Minute Ice Cream" - kaum von Ungefähr hoch in der instructables-NutzerInnen-Gunst gelistet - ist wirklich schnell und einfach nachzumachen. So man einen guten Mixer hat (ansonsten wirds schon ein bisschen in die Arme gehen).

Nochmals schlichter und sogar MilchallergikerInnen-freundlich ist das "Quick'n'Easy"-Rezept von Labot2001 (sieht ehrlich gesagt nicht so lecker aus und wir habens persönlich auch nicht getestet - aber anderen hat's wohl geschmeckt, wie die Kommentare verraten).

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Vom bastlerischen *wow*-Effekt her schiesst in der Kategorie "erstaunlich einfach" aber sicher die Instruktion von compatta den Vogel ab: Mit einem Eiskremgerät, das aus einer Hamsterkugel gebastelt wird.
Vegetariern unter den Eiskrem-Fans empfiehlt es sich, den Hamster vorher aus der Kugel zu entnehmen. Und allen anderen - ja, war ein kleiner Scherz - selbstredend auch.

[Bildchen: Das wohl einfachste Rezept: Eine schmackhafte Flüssigkeit mit geeignetem Gefrierpunkt gen selbigem herunterkühlen. Vorher ein Stielchen in den Behälter stecken. Nach Verfestigung entnehmen. Schleck. Imaginiert haben wir das hier für Menthe à l'Eau - und danken Wikimedia Commons-Spender Editor at Large für den Eiswürfel, der die Vorlage lieferte. Wie dieser steht unser Eis unter cc-by-sa.]

Von miss.gunst am 19.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.08.09

DIY helden des alltags

khr_ksw.gifManchen mag es unwahrscheinlich erscheinen, aber es ist eine schlichte Tatsache: Den wahren Helden begegnet man doch im Alltag.
Höchste Zeit, das einmal zu würdigen...

Eine wunderbare DIY-Anleitung, wie man sich diese bzw. jegliche Art von Helden des Alltags höchst anschaulich vor Augen führen kann, gibt es bei Olie Bollen, einem amerikanischen Designerladen für Kindersachen.

Margaret Schankler, die ihn als "stay-at-home mom with a stubborn addiction to childish living" gegründet hat und seither erfolgreich führt, hat sich das Ganze ausgedacht. Sie gibt das Motto "be a nicer kinda heroe" (also: "sei eine nettere Art von Held/in" - gleichlautend mit: "sei ein/e nettere Kinderheld/in") aus. Und zeigt netter Weise eben auch gleich, wie das Schritt für Schritt geht.

Man bnötigt eigentlich nur Schere, Stift, Papier - und natürlich einen scharfen Blick für den Alltag, in dem es sich auch an den unwahrscheinlichsten Orten nur so von wahren Helden tummelt...

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[Bildchen: Voilà! Auch wir haben einen echten Superhelden des Alltags an einem höchst alltäglichen Ort entdeckt.]

Von miss.gunst am 13.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.08.09

what you really need (mit WRT)

wyrn_ksw.gifWas man wirklich braucht: Das tönt definitiv nach nützlichem Wissen!
Um so besser, wenn das Ganze zudem einen Do-It-Yourself-Aspekt hat.
Und zudem noch mit Kunst zu tun.

Das Projekt an sich ist zwar schon gelaufen, aber eigentlich* so lecker dokumentiert, dass es fraglos lohnt, es aus den von der berühmt-berüchtigten Warteschlange bewachten Sedimentschichten unseres Kulturbeutels in den Zettelkasten hinüberzuschaufeln.
*[Oh malheur! Just wo dieser Eintrag puliziert werden soll, gibts auf den im Folgenden so weidlich verankerten Webseiten des Projjektarchivs nur eine Fehlermeldung. Müssen mal eruieren, ob die nur temporär ist...]

wyrn_g1.gif"What you really need"*[autsch, s.o.] lautete jedenfalls die Frage, die das Welser Medienkulturhaus anlässlich des im benachbarten Linz ausgerufenen Kulturhauptstadt-Jahres dieses Frühjahr an Kulturschaffende ausgegeben hat*[autsch, s.o.].

Die Anwtorten wurden natürlich aus guten Gründen primär vor Ort eingesammelt, wo es dann Ausstellungen*[autsch, s.o.] und diverse Sonderveranstaltungen*[autsch, s.o.] gab.

Im Folgenden jetzt nurmehr mit den Ankern, die auch aktuell zielführend sind: Aber parallel sind auf den Heimseiten des Projekts auch einige der Aktivitäten dokumentiert worden: In Form einer Reihe von pdf-Zines, die während der Laufzeit als Wochenschriften erschienen sind und nun auch über die Laufzeit hinaus Wissenswertes zum Thema What You Really Need in Wort und Bild bieten. Und "Bild" inkludiert in diesem Fall beispielsweise auch jede Menge wunderbarer Comix, insofern als Hauszeichner Thomas Krienbaum eingeladen war.

Sowie eine Reihe von Radiosendungen (darum auch: Webradio-Tipp) von Ingo Leindecker, die man - was in angesichts der aktuellen Lage natürlich besonders praktisch ist - sehr bequem auch über die Heimseiten des Künstlers im Bereich "Audio" (das erste Kasterl links, Player unten) anhören kann.
Freudige Ergänzung, denn so ist wenigstens eins der Hefte zu erlangen: Dort gibts quasi als Programmheft auch eins der "What You Really Need"-Breviere (No. 6, pdf) - also einfach mal lauschen, lesen... und hernach wirklich wissen, was man wirklich braucht...

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Von miss.gunst am 09.08.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.07.09

DIY sommerakademie (interflugs)

iffa09_ksw.gifFortbildung kann so eine schöne Sache sein. Auch zur Sommer- und damit tendenziell Ferienzeit? Aber sicher doch. Jedenfalls, wenn es sich um die interflugs summer academy handelt.

Selbige findet derzeit (und noch bis zum 13.08.09) in Berlin statt, wo interflugs beheimatet ist. Die interdisziplinäre Organisation der Freie Klasse der Universität der Künste (UdK) wird dieses Jahr stolze zwanzig Jahre alt. 1989 gegründet, um durch die Organisation autonomer Seminare, Workshops und Gastvortragsreihen für mehr Selbstbestimmung im Kunststudium zu sorgen, hat sich interflugs immer wieder erfolgreich von Innen verjüngt und ist inzwischen fast schon selbst eine Institution geworden.

Das Jubiläum wird nun in bester interflugs-Tradition durch ein geballtes Programm mit Workshops, Vorträgen, Filmen - kurzum: in Form besagter Sommerakademie gefeiert.

"... a Do It Yourself -art-academy organised by students, free and for all, a platform for creative and independent thinking about the circumstances of artistic work and education."
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Und zwar extra muros der UdK: Im lange Zeit eher etwas verrufenen, seit jüngstem allerdings tendenziell ultrahippen Neukölln (sic, südlich vom Maybachufer eröffnet derzeit im gefühlten Fünf-Minuten-Takt Kunsträume, Ateliers, Szeneläden und -lädchen, Bars) wurde die Manege, ein auf dem Campus Ruetli gelegenes Jugendzentrum bezogen. Bei "Jugendzentrum" denkt manche/r vielleicht an trostlose Keller mit Kickern und Flippern und einem Boxbeutel in der Ecke. Von wegen. Die Manege wird nämlich von einer Künstler-Initiative namens Fusion betreut, die mit den Jugendlichen offenbar ständig wilde Plastiken basteln (die dann nebenbei noch als Hollywoodschaukeln, Bänke oder was auch immer dienen) - das Ganze sieht jedenfalls wie ein bewohnbares Fantasy-Game aus. Und funktioniert tatsächlich grossartig. Jedenfalls als Ort für die interflugs academy.

Können wir hier mal eben so behaupten, weil nämlich gerade mehrere Tage lang getestet. Und für rundum, aber wirklich rundum für grossartig befunden. Grossartiges Programm an einenm grossartigen Ort, von einem grossartigen Team organisiert. Von den aus Italien, Russland, Grossbritannien, Belgien, den Niederlanden, sogar Korea eigens angereisten TeilnehmerInnen ganz zu schweigen.

Kurzum: *wow*.

Etwas längere Version: (inter-)Flugs nach Berlin fahren. Mitmachen, so lange es bzw. die interflugs summeracademy noch geht...

Von miss.gunst am 29.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.07.09

mundgeblasen

bfbl_ksw.gifNein, nicht venezianische Vasen. Mundgeblasen geht auch mit bzw. auf Bierflaschen. Klingt eher nach spontaner Musikeinlage zu später Partystunde?
Als solche könnte das Ganze natürlich theoretisch durchaus taugen.
Erst einmal handelt es sich jedoch um einen Zettelkasten-Eintrag zum Thema: Instrumente.

bfbl_g.gifDen endlich einmal nachzuholen gibt nicht zuletzt jener zu Mamoru Okunos Etuden einen idealen Anlass - denn auch hier geht es um einen Künstler aus Japan, der seine Klangkunst-Experimente aus schlichtem Alltagsgut heraus entwickelt.

Tetsuya Hori lebt momentan zwar in Berlin, kennengelernt haben wir ihn und seine Bierflaschen aber in Frankfurt im Rahmen des diesjährigen Nipponn Connection-Festivals.

Wenn sich Testuya Hori auf seinen Heimseiten selbst als "composer, object-player, pianist" bezeichnet (wobei er durchaus auch noch weitere akustische, elektroakustische und elektronische Instrumente spielt), dann deutet sich erstens schon mal an, in welche Kategorie Flaschen und Flaschenspiel fallen. Und zweitens lässt sich erahnen, dass es noch andere Gegenstände gibt, die von ihm zu Instrumenten umfunktioniert werden.

Mal kurz reinschauen und -hören, was das konkret meint, lässt sich anhand der Clips, die Testuya Hori unter "Videos" eingestellt hat. Und ansonsten empfehlen wir wärmstens, sich bei Gelegenheit zu einem der Live-Konzerte des Künstlers zu begeben.

[Bildchen: Zeigt natürlich nicht den Künstler. Wohl aber eine der Techniken, die bei seinen Konzerten zum Einsatz kommt. Die Mutter der musizierenden Flasche hat Sönke Kraft aka Arnulf zu Linden für die Wikimedia Commons fotografiert und unter GNU FDL 1.2 lizensiert. Was dito auch für die Tochter gilt.]

Von miss.gunst am 07.07.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.06.09

knistern üben (mamoru okuno)

mbke_ksw.gifWas wir sowieso mögen: Kleine Übungen, die bei aller Bescheidenheit das Potential haben, grosse Wirkung zu entfalten. Historische Steilvorlagen auf diesem Gebiet haben viele KünstlerInnen im Umfeld von Fluxus vorgelegt.

mbke_g1.gifIm weitesten Sinne in dieser Tradition kann man wohl auch die Arbeiten von Mamoru Okuno ansiedeln, der gerade mit einem Atelierstipendium in Wien weilte und auf der Coded Cultures-Konferenz mit einem Workhop und einer Konzert-Performance mit von der Partie war (mehr zur Konferenz s.a. im hauseigenen Archiv.

Sein Beitrag zur Coded Cultures-Ausstellung versteckte sich bei den kleinen Editionen, die es am Tresen zu erstehen gab: Kleine Kästchen aus transparentem Plastik und Trinkhhalme - jeweils mit ein wenig Folie gefüllt.

Eben solche kleinen Gesten sind charakteristsch für Mamoru Okunos Werkreihe der "Etuden" (mit denen er zuvor auch schon eine ganze Einzelschau im Freiraum des quartier21 bestritten hatte): In schlichte Behälter wird beispielsweise transparente Einwickelfolie gestopft. Hat durchaus schon seine eigenen ästhetischen Qualtäten - aber der springende Punkt ist dabei noch ein anderer, nämlich der Klang.

mbke_g2.gifLässt sich ganz einfach selbst ausprobieren: Einfach in ein leeres (gespültes) Joghurt-Glas die Folie hinein, kräftig zusammendrücken, Ohr an die Öffnung legen. Wie das erst klingt, wenn man es verstärt?
Genau!

Natürlich beschränkt sich die Reihe der Etüden nicht nur auf Experimente mit Joghurtgläsern. Mamoru Okuno geht es ums Prinzip: Alltagsobjekte mit wenigen Griffen in Klanggeneratoren zu verwandeln.

Ansonsten hat er durchaus auch noch andere Dinge auf dem Plan, wie sich unschwer beim Musen auf seinen Heimseiten entdecken lässt. Aber selbst bei seinen kompleren Installationen (s. zum Beispiel die "Drawings" ist Minimalismus der Mittel ein Leitprinzip.
Der wird dann aber eben auch immer konsequent auf seine Potentiale ausgelotet. Keine Langeweile also. Sondern die perfekte Vereinigung von Einfachheit und Komplexität!

[Bildchen: Ja genau. Das kann man ganz einfach mal selber ausprobieren. Hier mit transparentem Plastebecher und schöner grüner Obst-und-Gemüsehändler-Knistertüte. Ist auch gar nicht mal übertrieben: Selbst ohne Verstärkung kann das grosse Knistern gegebenenfalls ganz schön in die Gehörgänge kreuchen. Naja, zugegeben - wenn man das Öhrchen direkt an die Becheröffnung legt...]

Von miss.gunst am 26.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.06.09

grossartiger goodiepal (AOH)

scsc_ksw.gif"Goodies" sind bekanntlich das, was man im schweizer- und auch sonst im deutschen Sprachraum als Guetzli kennt: Also Bonbons und andere kleine Leckereien bzw. Gaben. Ein "pal", mit "goodies" eng assoziiert, könnte also jemand sein, der mit Leckerli hantiert und sie unters Volk zu bringen pflegt.

Könnte hinkommen - wenngleich sich Kristian Vester aka Goodiepal nun wirklich nicht als Zuckerlonkel oder Weihnachtsmann präsentiert.

Zur diesjährigen Ausgabe von "Art of the Overhead" (mehr im hauseigenen Archiv) war er dem Anlass entsprechend zudem mit einer Performance-Lecture angereist, in der ganz anders ausgeteilt wurde: Nämlich - wie schon die Ankündigung verriet - mit "Five steps in a Gentleman's War on the stupidity of modern computer music and media based art in general".
Ganz grossartig, aber in Worten schwer zu reproduzieren.

Mitgebracht hatte er freilich auch sehr anschauliche und fassbare Beispiele für alternative Produktionsweisen, mit denen man vor allem dem Markt geschuldeten Politiken der "Updates", "Relaunches" und "Upgrade", die mitunter wenig bis nichts mit konzeptuellen, ästhetischen oder sonstwie Nutz und Lust bringenden Verbesserungen zu tun haben, entgegen halten kann.

Darunter war zwar leider nicht die zauberhafte Zwitschermaschine der "Mechanical Birds", die man auf seinen Heimseiten bewundern kann - inklusive Bewegtbild und Zwitschertonspur zum Herunterladen.

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Aber auf dem eigens aufgebauten Präsentationstisch versammelt und teils während, teils nach dem Vortrag auch aufs charmanteste vorgeführt wurden von Herrn Goodiepal jede Menge in liebevoller Heim- und Handarbeit hergestellte Goodies.
Darunter diverse Künstlerbücher mit Partituren von Kompositionen, eigenwillig angeordnet und ziseliert wie die das Gesicht des Künstlers zierende Barttracht. Sowie zu skurrilen Arabesken und anderen mehr oder weniger merkwürdigen Formen ausgesägte (aber gleichwohl abspielbare) Tonträger-Objekte, bei denen schon die Titel denkbar verlockend klangen. Wie zum Beispiel: "Black Dystopian Swiss Cheese"

Haben wollen? Gibt's zusammen mit anderem Goodiecheese bei der britischen Smallfish-Distribution. Und natürlich direkt bei Herrn Goodiepal - und ebendort auf bzw. über seine Heimseiten sowieso noch so einige leckere Goodies mehr...

[Bildchen: Ist natürlich nicht Goodiepals "Black Dystopian Swiss Cheese". Sondern ein nicht minder u- und dystopischer schwarzer Schweizerkäsemonolith, der auf seine Weise düster summen kann. Hört man im Bildchen leider nicht (oja, wird Zeit, dass wir das auch noch lernen). Für die gemeinfreie - allerdings vertikale - Emmentaler Käse-Steilvorlage danken wir herzlichst dem Wikipedia Commons-Spender Dominik Hundhammer.Grand Merci!]

Von miss.gunst am 20.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.06.09

laute objekte (AOH)

vlos_ksw.gifWas haben laute Objekte mit tendenziell eher stillen Apparaten wie Overhead-Projektoren zu tun? Erst mal nichts, sollte man meinen.
Aber nicht umsonst kamen erstere und letztere schon einmal in einem Eintrag gemeinsam vor.

Denn gemeint sind in diesem Fall natürlich die Loud Objects aus New York - bei denen es sich bekanntlich um Subjekte handet, die unter dem entsprechenden Label bzw. Namen entsprechende Objekte herstellen und mit diesen einschlägig hantieren.

Und hantiert wird tatsächlich gern an, mit und auf Overheadprojektoren. Wie eben jüngst -ja, wir sind noch immer beim Auspacken des Kulturbeutels - im Rahmen eines der Konzertabende von "Art of the Overhead" in Malmö (mehr dazu in unserer kleinen Serie).

Wie das dann auschaut? Nun: Direkt auf der Glasplatte werden kleine Schaltungen und Drahtgewirr live gelötet - bis es tönt.
Wie sich das dann anhört? Na, ganz einfach: Laut. Mal mehr ins Gezwitscher gehend. Mal pures Noise (wenn Noise denn als pur bezeichnet werden kann).

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Auch schön - aber noch viel schönen war: Erstens die Loud Objects-Installation in der Ausstellung, eine Reihe von "Archived Perormances" (Bildchen gibts, leider nicht verankerbar, auf der Loud Objects-Heimseite, s. blaues Kästchen), die per Kopfhörerchen-als-Lautsprecherchen sich ganz dezent mit niedlichem Fiepen und Kruscheln vernehmbar machten.

Und dann selbstredend die leckeren Loud Object Noise Toys, von denen eine ganze Horde den Weg nach Malmö gefunden hatte und die für ein paar Krönchen am Tresen der Bar zu erstehen waren. Gemein allein, weil ein jedes Noise Toy anders tönt: Die Qual der Wahl...

[Bildchen: Tja, was ein echtes Lautes Objekt ist, kann wohl auch eine Sirene zur akustischen Verzweiflung bringen. Die Mutter unserer gequälten Frau S., eine Pneumatische Sirene, hat Thomas Schulze fotografiert und unter GNU bzw. cc-by-sa den Wikipedia Commons zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!]

Von miss.gunst am 18.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.06.09

moids

mmo_ksw.gifDochdoch, die heissen tatsächlich so. Waren bis vergangenen Sonntag noch live als zwitscherndes Gespinst in der Ausstellung zu Coded Cultures im Freiraum des quartier21 zu bestaunen - sind aber zugleich Teil eines Projekts, das längerfristig betrieben wird.

Bereits seit 2004 arbeiten Saita Kazuki, Soichiro Mihara und Hiroko Mugibayashi - damals noch mitten im Studium - zusammen daran, möglichst einfache, variabel miteinander kombinierbare akustische Einheiten zu entwickeln, die dann als gemeinschaftliche Formationen eine möglichst hohe Komplexität entfalten sollen: moids.

mmo_g.gifBasis einer jeden Einheit ist ein Mikrochip, der über einen Audio-Eingang und einen Audio-Ausgang verfügt. Dieses bereits fuer die moids der ersten Generation geltende Grundprinzip wurde für die Version 2.0, bei der wir bzw. die moids mittlerweile angelangt sind, technisch und seitens der Programmierung des Chips noch weiter vereinfacht - die Offenheit der "receptive units" und mit dieser die potentielle Komplexität der moid-Gewächse noch weiter erhöht.

Mehr über die moids ist auf den noch im Aufbau befindlichen Heimseiten des Projekts zu erfahren, wo es auch einen kleinen Clip (hier verankern wir der Bequemlichkeit halber mal dessen Youtube-URL) mit moids in Aktion zu sehen (und zu hören) gibt.

Last but not least, nämlich unbedingt erwähnenswert: Die moids sind ein open source-Projekt - wer sich also bemüssigt fühlt, mitzutun und das Ganze Richtung Generation 3.0 (oder 3.1. ff.) voranzutreiben, folge dem eigens mitnotierten Anker: github.com/kinoshita-lab/moids-app/tree/master.

[Bildchen: Die moids, in der Coded Cultures-Ausstellung, in ihrer ganzen Pracht! Aufgenommen und unter cc-by zur Verfügung gestellt vm moids-Team selbst - auf flickr hat es noch weitere schöne Fotos. Und übrigens auch einen Schaltplan... also EntwicklerInnen, frisch auf...

Von miss.gunst am 15.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.06.09

tretris!

ttrgb_ksw.gifJubiläen wollen gefeiert werden bzw. geben Anlass, die JubilarInnen zu feiern, dazu sind sie da. Heute hätten wir eines für die 8-bit-Gemeinde, die vermutlich sowieso schon längst Fähnchen mit bunten, kleinen Quaderförmchen darauf schwenkt: Tetris hat Geburtstag!

Gratuliert wird natürlich allenthalben (aktuell sogar von einer prominenten Suchmaschine, die aus diesem Anlass mit einem entsprechenden Bildgruss winkt), sodass man die Erfolgsgeschichte des Spiels nicht nur in der Wikipedia (englisch oben verankert, die deutsche Variante ist etwas magerer und hat Fehlerchen) nachlesen kann.
Sondern zum Beispiel auch in einem Arikel bei CHIP online, zudem es auch eine nette kleine Bildstrecke mit diversen Klonen anzuschauen gibt.

Empfehlen lässt sich ergänzend die kurze Geschichte des Spiels, die (Mit-)Entwickler Vadim Gerasimov auf seiner "Tetris Story"-Seite erzählt - wo es übrigens auch die Originalversion des Spiels zum Herunterladen gibt.

ttrgb_g.gif

Mit die schönste Hommage dürfte jedoch nach wie vor das mittlerweile bereits legendäre Tetris-Performance-Vilmchen sein, das uns die geniale Crew von Mega64 bereis 2004 kredenzt hat (wer F-Player nicht so mag, kann es sich auch bei Youtube anschauen - und ansonsten: alle mal zurücklehnen, wie produktiv das Trio inzwischen gewesen ist).

Wobei natürlich auch The Original Human TETRIS Performance von Guillaume Reymond inzwischen schon zu den Klassikern auf dem Feld gehört (und auch hier gilt: Noch mehr solcher schönen leckeren Sachen gibt's übrigens auf den Seiten von Reymonds Atelier und Agentur NotSoNoisy - die auf jeden Fall auch mal einen eigenen Eintrag im Zettelkasten braucht...).

Weitere Vorschläge für fliegende Steinchen, die uns direkt ums Eck begegen können?
Nehmen wir für entsprechende Vorstellungen im Log.Buch gern entgegen, denn so ein Jubiläum muss ja nicht an einem Tag abgefeiert werden...

PS: Ja, dass es das Ganze inzwischen auch als kommerzielle TV-Show hibt, haben wir auch mitbekommen. Ist aber dann doch etwas weit weg von DIY...

Von miss.gunst am 06.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.05.09

laterna fantastica (milkmilklemonade, AOH)

flgoh_ksw.gifAber ja: Der historische Apparat, mit dem man Phantasmagorien an die Wände zauberte, heisst Laterna Magica.
Und selbstredend ist diese Tradition auch ganz nah, wenn sich MilkMilkLemonade um den Overhead-Projektor versammeln. Doch warum erscheint dann ein grob gepixeltes "Loading..." auf dem Schirm?

8-Bit-EnthusiastInnen haben bei den Aufführungen in der Tat ebenso viel zu jubeln wie FreundInnen historischer Projektionskunst, wenn MML ihr "Speedy Happy Dangerbear Game" anwerfen.
Genau genommen hängt das eine mit dem anderen sogar ursächlich zusammen:

"Milk Milk Lemonade were the kids whose parents couldn't afford a Spectrum or an Atari, so they made their own computer game with the aid of analogue, OHP technology. So far, they've completed level 2., but they're pretty sure what might happen in levels 3, 4 & 5 ..."

Ehrlich gesagt: Das Mitleid ob der schmalen elterlichen Geldbörse hält sich angesichts der kreativitätsfördernden Konsequenzen arg in Grenzen.

flgoh_g.gif

In Malmö bei "Art of the Oerhead" wurden nämlich alle Levels durchgespielt - und es war schlichtweg grossartig, dabei zu sein und mit dem kleinen Eisbären mitzufiebern, der zunächst auf der heimischen (Eis-)Scholle, dann an einem karibischen Strand, hernach in einer zunehmend in apokalyptische Auflösungszustände trudelnde Grossstadt Punkte heimste, um am Ende... aber wir wollen ja nicht alles verraten.

Schliesslich können Neugierige ("Mama, when does the Icebear appear?!") ja selbst mal dafür sorgen, dass MilkMilkLemonade in ihrer Nachbarschaft ein Gastspiel gibt und zur Fantastic(oh!) Magic Lantern Show lädt. Und dann alle Levels spielt...

[Bildchen: Kein wirklicher Ersatz für die grossartigen Screens von MilkMilkLemonade - und noch nicht mal ein Eisbär. Nunja. Aber warum nicht auch mal einem kleinen Projektor die Chance geben, zu punkten. Und sei es nur auf Level 0,5....]

Von miss.gunst am 26.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.05.09

glockenspiel ff (friedman)

dfof_ksw.gifMit erklecklicher Verspätung, aber dennoch: Wieder einmal ein Eintrag für FreundInnen der Kunst des Glockenspiels. Wenngleich er nun nur noch für den Zettelkasten ist.

Kunst am bzw. mit dem Carillon gab es diesmal (und leider auch nur an einem einzigen Tag) im Rahmen des Projekts "Playing the City"*, das Matthias Ulrich Ende April bis Anfang Mai für die Frankfurer Schirn Kunsthalle realiert hat. Zweieinhalb Wochen mit Aktionen und temporären Eingriffen von KünstlerInnen im (mehr oder weniger) öffentlichen Raum, die eben diese Öffentlichkeit auf ihre Potentiale abklopfen sollten.
[* Noch, dh zu Eintragszeitpunkt, existiert die Seite - da zu einem bewusst auf Zeitlichkeit angelegten Projekt ist freilich die Frage: Wie lange noch. Falls also nicht mehr, gehört das quasi zum Konzept...]

dfof_g1.gif

Ín diesem Rahmen hat Dara Friedmann - den meisten vielleicht eher über ihre Videoarbeiten bekannt (z.B. über ihre Ausstellung im Kunstmuseum Thun 2002) - eine Experimentalanordnung weitergeführt, die sie erstmals 2007 in New York realisierte. Dort mischten sich Freiwillige - vom Parkwächter bis zur Sekretärin - unauffällig unter die PassantInnen, um dann mehr oder weniger unvermittelt aus vollem Halse einen bekannten Musical-Song zu schmettern.
[Einen Text zu dieser Arbeit, passender Weise "Musical" benamst, kann man beim New Yorker Public Art Fund finden; einen Bericht mit Bildern von Campbell Robertson bei Newsgrist.]

In Frankfurt wurde das, was in New York durchaus auch schon als Idee im Hintergrund stand - nämlich einem "Ohrwurm" (*, s.o.) zur Sichtbarkeit zu verhelfen - nun mit verschiedenen "Verstärkern" geprobt: Friedman hatte eine Reihe von StrassenmusikerInnen eingeladen, an verschiedenen Orten mit ihrem jeweiligen Instrument und natürlich Stimmzugabe "You can't always get what you want" von den Stones zu intonieren. Die Besonderheit in diesem Fall: An allen diesen Orten gab es im Anschluss ein Echo, das den "Ohrwurm" noch einmal bekräftigend repetierte und auf seine Weise weitertrug.

Dazu gehörte die Audio-Anlage eines lokalen Kaufhauses, die Orgel des Kaiserdoms und schliesslich - bzw. genau genommen zuerst, denn die Aktionen fanden nur an wenigen Tagen statt und diese hatte den Anfang gemacht: Das Carillon der direkt am Römer gelegenen Alten Nikolaikirche.
[... die, beiseit, übrigens auch eine eigene Heimseite hat, auf der es weitere Informationen zum Carillon gibt und sogar Klängen des Glockenspiels gelauscht werden kann.]

dfof_g2.gif

Das "Ohrwurm"-Konzert vor Ort war - dank aller Beteiligten, und ganz besonders der engagierten Carilloneurin der Nikolaikirche - ein Erlebnis für sich. Und hat sicher auch den einen oder die andere Ortsansässige darauf aufmerksam gemacht, dass es an dieser zentralen Stelle eigentlich regelmässig Live-Konzerte hoch oben in der Luft gibt, die auf ihre Weise Klänge in den Himmel und in die Gehörgänge tragen. Ob sich Dara Friedmans "Ohrwurm" - von seinen anschliessenden Auftritten einmal abgesehen - dann wirklich noch weiter verbreitet hat, wissen wir allerdings nicht...

[Bildchen: So ungefähr ist's gewesen, ganz bestimmt. Für die Fotografue des Glockenturms danken wir herzlich Wikipedia Commons-Spender Mylius, der sie unter cc-by-sa lizensiert hat - was folglich auch für unser Bildchen gilt.]

Von miss.gunst am 18.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.05.09

wellen der welt (wildproject)

wprww_ksw.gifSchon lang zum schönen Sonntag keinen Lesetipp mehr geboten? Da hätten wir doch glatt etwas besonders Feines aus der (mittlerweile ins monströse gewachsenen) Warteschlange.
Ein elektronisches Zeitschriftenprojekt, das wir sowohl im Allgemeinen wie insbesondere mit seiner aktuellen Ausgabe empfehlen wollen.

Selbiges trägt den Titel "Wildproject" und ist die Revue des gleichnamigen Verlags, der inzwischen auch begonnen hat, schöne Bücher herauszugeben.
wprww_g.gifUnd wie vielleicht noch nicht der Titel ("wild" nennt sich ja Einiges), wohl aber der Untertitel "l'ecologie culturelle" verrät, dreht sich dabei alles um künstlerische und kulturelle Auseinandersetzungen mit Ökologie.

Nun gab's vor bald vier Jahren in diesen Log.Buch ja schon einmal einen Eintrag zur Acoustic Ecology - und wer die dort ausgelegten Stränge (und andere wie die für KlanggärtnerInnen, für Vogel-, Insekten- oder WassermusikfreundInnen usw.) wieder aufnehmen möchte, ist bei der Wildproject-Revue per se und namentlich bei der aktuellen Ausgabe ganz bestimmt an der richtigen Adresse.

Die derzeit neueste Nummer 4 vom März 2009 ist nämlich den "ONDES DU MONDE : TERRITOIRES SONORES DE L'ECOLOGIE" gewidmet. Worüber wir jetzt an dieser Stelle keine Romane schreiben werden - denn gelesen werden wollen ja die wirklich lesenswerten Essays selbst...

Von miss.gunst am 10.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.05.09

AR scratching

scrscrscr_ksw.gifEigentlich eine klassische Tonträgermanipulations- und Soundgenerationstechnik aus der Vinyl-Ära: Das Scratching.
Und etwas, das man - Eingriff hin oder her - vielleicht nicht sofort mit kreativer Bastelkunst in Verbindung bringen würde.

Wie hiess das doch seinerzeit auf gut Hessisch, cf. the famous and talented Rodgau Monotones? "Eeeh, was machst'n Du da mit mei'm Pladdeespieler?" "... kabbuttt" - "Dreggsagg!!"

scrscrscr_g1.gifNun haben Künstler wie Strotter (s.a. im hauseigenen Archiv), dass die richtige Mischung aus brachialem und sensiblem Umgang mit Material und Technik auf dem Feld des Turntableism durchaus einen innovativen Zug zeitigen kann. Aber an Scratching düften doch eigentlich die Wenigsten denken, wenn seine Nähnadeln beharrlich über mit Heftpfaster beklebte schwarze Scheiben schaben.

Tatsächlich sind jüngst jedoch auch Verfahren entwickelt worden, die das Scratchen im klassischen Sinne weiterbringen wollen - und zwar so, dass der Tonträger selbst dabei eine bislang unbekannte Überlebenschance erhält:

Zunächst einmal hat Todd Vanderlin eine einfache, aber effektive Methode entwickelt, bei der AR (= Augmented Reality)-Transfers mittels Markern eine zentrale Rolle spielen.*
Wie das ausschaut und (wie gut das) funktioniert, kann man in einem kleinen Lehrfilm bestaunen, den Vanderlin bei vimeo abgelegt hat.

scrscrscr_g3.gif[* Denjenigen, die sich zu diesem Thema noch ein wenig solides Basiswissen erwerben wollen, sei ein Aufsatz (pdf) von Markus Färber empfohlen, der auf den Seiten der Distributed Systems Research Group der ETH Zürich zu finden ist.]

Und um noch eins drauf zu setzen, hat dieser Tage Theodore Watson von F.A.T. (Free Art & Technology) mit einem kleinen Spezialanwendung für einen beliebten mp3-Player nachgelegt. Konzeptuell und technisch gesehen ist sein Plattendrehen auf dem iPod (und auch dazu gibts natürlich einen Clip) zwar doch nochmal etwas anderes.
Aber zweifelsohne auch sehr schick.

scrscrscr_gg.gif

[Bildchen: Gemeine Krätze in Aktion - vielleicht hülfe da auch eine AR-Transformation, um die Haut der kleinen Scheibe zu retten? Seine Ahnin - echtes Vinyl - wurde den Wikipedia Commons unter GDFL spendiert, daher ist auch dieses Schreckensszenario entsprechend lizensiert.

Von miss.gunst am 03.05.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.03.09

oh no? oh yes!

lwrp_ksw.gifMontag gesehen, gleich für einen Eintrag vorgemerkt - und mittlereile macht er schon (blog)weltweit die Runde: Ein kleiner Pappkamerad, der uns ein Schildchen mit den mahnenden Worten "The End is Near" entgegenreckt.

lwrp_g.gifNicht, dass wir die Warnung beim Wort nehmen würden. Aber wenn Endzeitstimmung derart herzig vorgetragen wird wie von dem Roboter, den Larry West aka Mark Skull aka gebastelt und in den Strassen von Philadelphia ausgesetzt hat, dann muss einem doch das Herz erweichen. Und die Botschaft will an andere Fans von Sad red robots weitergegeben werden.

Für diejenigen, die durch die Strassen seiner Heimatstadt streifend des Demo-Bots ansichtig werden, hat Larry West eigens einen FlickR-Pool eingerichtet - der sich aber natüürlich auch einfach nur mit teilnahmsvollem Wohlgefallen aus der Ferne betrachten lässt. Und damit der Kleine fürderhin auch weltweit FreundInnen sammeln kann, gibt es nun sogar eine MySpace-Seite. Bräuchte dann wahrscheinlich als nächstes auch eine auf Facebook - aber ob die pessimistische Papprobos aufnehmen? Eher nicht, ist ja kein sehr vielversprechendes Kundenprofil... andererseits: mit Blick auf die soziale Dynamik bzw. die nachfolgende Fangemeinde... wer weiss...

Apropos Fangemeinde: Nicht nur in Philadelphia hat der Larry-West-Robot schnell eine ebensolche gefunden - sondern innert weniger Tage eben schon wwweit.
Und wir zählen uns (in diesem Fall mal ohne rot zu werden ins Horn soziodynamisch gepushter Aufmerksamkeitsökonomie trötend) gern dazu.

[Bildchen: Oh Yes! Der Larry-West-Robot in voller Pracht, da sein Kreator die Porträts nettereise unter cc-by-nc-nd in besagten FlickR-Pool gestellt hat. Merci!]

Von miss.gunst am 26.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.03.09

DIY Wolken

wsm01_ksw.gifWie man selbst Wolken macht? Weiss - mindestens ansatzweise - wohl jede(r), die oder der gelegentlich Wasser kocht.
In der Küche kann man solche selbstgemachten Wolken allerdings selten gut gebrauchen.
Willkommener sind sie andernorts.

Beispielsweise auf Bildern. In Öl oder aquarelliert machen sie nicht nur in der Landschaftsmalerei einiges her, wie ein Besuch im nächstgelegenen Kunstmuseum anschaulich bestätigen wird.
In der Fotografie wiederum schätzt man sie schon der Lichtqualität wegen vor der Kamera. Und natürlich sollten sie dann auch auf dem Fotohimmel gut ausschauen. Genau das ist - anders als bei den gemalten Wolken - aber nicht immer der Fall. Schliesslich lassen sich Wolken nicht einfach dazu bitten, möglichst fotogene Formationen anzunehmen.

wsm01_g.gifIn Zeiten digitaler Bildgeneration bietet es sich insofern nachgerade an, sich im Fall des Falles selbst zu behelfen. Und damit wären wir wieder bei der eingangs gestellten Frage angelangt.

Einschlägige Antworten bzw. Anleitungen bietet beispielsweise Don Baumanns Artikel "Wolken Marke Eigenbau", der kürzlich in der Netzwelt von Spiegel online erschienen ist.

Für diejenigen, die es danach drängt, sich weitere einschlägige Kenntnisse zu verschaffen: Don Baumann ist zusammen mit Christoph Künne Herausgeber bzw. Macher einer einschlägigen Fachzeitschrift namens DOCMA - Magazin für digitale Bildbearbeitung - auf deren Heimseite es übrigens auch eine ganze Sparte mit "Tipps & Ticks" gibt. Das Wolkenmachen ist dort zwar nicht dabei, aber die durchaus verwandte Kunst, einen neuen Himmel zu machen. Je nach Bedarf angemessene Bewölkung inklusive.

[Bildchen: Wir haben uns auch mal an Wolken Marke Eigenbau versucht. Allerdings auf unsere Weise. Nein, aus diesem Strato-Cumulus regnet es vermutlich so schnell nicht. Wir üben derweil noch ein bisschen weiter...]

Von miss.gunst am 18.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.03.09

DIY geldautomat (kriegerowski & tempel)

ebga_ksw.gifZugegeben: Zu den architektonischen Blickfängern à la Eiffelturm, Golden Gate oder Neuschwanstein, die man sich gern im Kleinformat fürs heimische Regal nachbasteln möchte, zählt ein solcher Apparat eher nicht. Und ganz so slick und schick wie ein Designer-Papertoy kommt er auch nicht daher.

ebga_g1.gifDennoch stellt er ja für manche eine Pilgerstätte dar. Und eine Art Objekt des Begehrens - mindestens mittelbar, wobei ja eigentlich nur eine Station auf dem Weg zum wie auch immer vermeintlichen Ziel.

Wen es nun nach einem kleinen Hausaltärchen im Eigenbau gelüstet, sollte gelegentlich mal bei Christoph Tempel und Christine Kriegerowski vorbeischauen. Für ihr Projekt "Umzäunte Gemeinsachaft" haben die beiden nämlich einen tollen Bankomaten entworfen, der bis vor kurzem zusammen mit einem nicht minder attraktiven Jobcenter-Automaten (s. Fotos) im GEHAG-Forum Berlin zu bewundern war.

ebga_g2.gifUnd für besagten Bankomaten gibt es eben Ausschneidebogen (pdf) zum Selberbasteln.
Das finden wir natürlich super. Auch wenn uns dann vom Display, *huch*, irgendwie eine ganz seltsame Botschaft entgegenwinkt.

Die Steilvorlage in Lebensgrösse im Originalformat ist übrigens seit vergangenen Freitag und noch bis zum 26.04.09 in Hamburg bei white trash contemporary zu sehen. Im Rahmen der Ausstellung "Cash Cow Flow" - was ja vielleicht noch Hoffnung auf eine wie von Zauberhand veränderte Display-Meldung zum Kontostand macht...

[Bildchen: Wir haben uns erstmal freestyle einen kleinen GeldKontoasuzugsautomaten gebastelt. Am Resultat der Ausgabe ändert das aber offenbar leider nichts...]

Von miss.gunst am 01.03.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.02.09

internationale tanzpartymaschine (hannah & roy)

idp_ksw.gifHarrte eigentlich schon seit Monaten auf der Warteliste für einen Zettelkasten-Eintrag. Nun hat es endlich eine idealen Anlass, dieses grossartige Projekt gebührend zu feiern: International Dance Party von Addad Hannah und Niklas Roy.

idp_g1.gif2007 in Montréal entstanden, kommt die Internationale Tanzparty in Gestalt einer schlichten Black Box daher - prall gefüllt mit einem Innenleben, das tatsächlich alles mitbringt, was es für ein zünftiges Tanzvergnügen braucht (ausser den Gästen und der guten Laune - aber bei einer derart guten Basis werden erstere nur so strömen und letztere stellt sich ja schon beim blossen Anblick der IDP von selber ein...): Eine komplettes Soundsystem, DJ-Sets inklusive (von Badd Spellah, übrigens auch separat zu saugen), plus Lichtanlage mit Strobo und Diksokugel, sogar an einen Nebelwerfer wurde gedacht.

Dabei handelt es sich nicht etwa - wie man auf den ersten vorschnellen Blick annehmen könnte - einfach nur um ein kompaktes, transportables DJ-Set im Flugkoffer, das PartyfreundInnen dann DIY an geeignetem Ort installieren müssen, um mit der Sause loszulegen. Die IDP macht tatsächlich alles selbst!

idp_g2.gifDank eines eigebauten Radars beginnt sie zu spielen, sobald Menschen im Raum sind. Je mehr diese sich bewegen, desto lauter wird die Musik, desto wilder die Light Show usw. usf. - und damit letztere wirkt, kann sie gegebenenfalls sogar per Signal für Raumverdunklung sorgen.

Kaum zu glauben? Wer nicht auf der transmediale war bzw. die Ausstellung des ctm09 im Kunstraum Kreuzberg besucht hat, kann ja mal das schöne Demo-Video anschauen, das Hannah und Roy zur IDP produziert haben. Besser aber noch selbst in Berlin vorbeischauen, denn bis 01.03. ist das Ganze noch live zu bestaunen und zu betanzen...

[Bildchen: Ja, das loben wir uns da loben wir Niklas Roy und Addad Hannah doch gleich noch einmal. Nicht nur so eine grossartige Maschine bauen, sondern auch noch mit einer cc-by versehen - *yay*! Wobei: Unser heimliches Lieblingsding ist ja das, *äh*, IDP-Mini-DIY-Bastelset für Sparheimer. Gibts im Shop.]

Von miss.gunst am 17.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.02.09

structures + tagmag (CTM09)

ctmsm_ksw.gifSo schnell kann's eben gehen: Mit dem Januar sind schwuppdiwupp auch die transmediale und der club transmediale schon wieder vorbei.
Da wird es doch dringend Zeit, wenigstens nachträglich noch ein paar Rosinen fürs Log.Buch zusammenzuklauben.

ctmsm_g2.gifDie erste und besonders dicke gibt's beim club transmediale, der dieses Jahr sein erstes rundes Jubiläum feierte.
Und zwar mit einer einschlägigen thematischen Setzung, unter der sich dann jede Menge spannende Veranstaltungen versammelten:
"STRUCTURES – Backing-Up Independent Audio-visual Cultures"

Dass sich unter denen auch so Einiges fand, das mit den eigenen Neigungen korrespondiert, liegt angesichts des Fokus auf selbstorganisierte (und -gebastelte ;)) Strukturen nahe. Und dazu lässt sich dann durchaus auch das eine oder andere retrospektiv in den Zettelkasten sortieren.

ctmsm_g1.gifFür heute sei im Sinne der Nachlese und zum Nachlesen (inkl. Nachschauen und Nachlauschen) erst einmal das eigens angelegte Structures-Blog empfohlen, der bislang weiter aktualisiert und mit Dokumentationen u.a. der Panels angereichert wird.

Dort sind unter anderem auch drei Sonderausgaben des TAGmag/Structres abzuholen, das eigens für den ctm produziert wurde.
Das aus den Niederlanden stammende TAGmag ist sonst eigentlich ein typisches Kunst-Zine - schön zu blättern, allerdings ohne zwangsläufig darüber hinaus noch einen weiteren, etwa themenorientierten Mehrwert zu transportieren. Der ergibt sich, was mit dem Konzept des Magazins zusammenhängt, mehr über den Bezug zu dem jeweiligen Projekt, anlässlich dessen die jeweilige Ausgabe entsteht.

ctmsm_g3.gifBei den drei aktuellen Spezialausgaben ist dies im weitesten Sinne der Radius des ctm-Mottos Structures - was ziemlich gut funktioniert.
Der Bequemlichkeit halber daher direkt weitergereicht: Die Structures-Blog-Einträge zu Ausgabe 1, 2 und 3.

[Bildchen: Sehr minimalistisch und eher fern mit der Farbgebung des TAGmag/Structures-Coverdesigns assoziiert bzw. assoziierbar, wenn man denn will. Aber was tun - wie so oft sind in diesem Fall die KünstlerInnen/DesignerInnen weit davon entfernt, ihr Opus unter CC zu lizensieren. Was wiederum zu den 'Structures' des Betriebssystems gehört, die immerhin auch bei der einen oder anderen der ctm-Veranstaltungen diskutiert wurden...]

Von miss.gunst am 07.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.02.09

blogsbd (@ angoulême)

rcdc_ksw.gifWeil es allfällige Einträge zur transmediale nun eh nurmehr nachträglich geben kann, gönnen wir uns zum schönen Sonntag doch einen Blick auf eine andere Leckerei, die uns mindestens ebenso am Herzen liegt wie die elektronische Kunst und Bastelkultur: Die kleinen gezeichneten Bildchen, die man - zumal wenn sie sich zu Geschichten zusammenfügen - gern Comix Comics nennt.

Einen passenden Anlass gibt bzw. gab es dieser Tage nämlich auch - und zwar keinen geringeren als das berühmte (und dementsprechend sogar in der deutschprachigen Wikipedia über einen Eintrag verfügende) Festival International de la Bande Dessinée d'Angoulême.

Selbiges geht heute zwar ebenfalls zuende. Aber mal abgesehen davon, dass es über eine wirklich reich ausgestattete Webpräsenz mit zahlreichen Extensionen wie zum Beispiel einem eigenen WebTV-Tagebuch verfügt [lässt sich leider nicht direkt verankern, das Knöpchen zum Aufschalten ist aber leicht zu finden], wollen wir einfach mal die Gelegenheit ergreifen, auf BlogsBD.fr, die (also: *die*) Webplattorm für französische ComichzeichnerInnen und ihre Aktivititäten aufmerksam zu machen. Aus nahe liegenden Gründen nicht nur etwas für jene, die gerne ihre Raufe mit Feeds füllen, um bei den Webcomics ihres Herzens keine neue Folge zu versäumen. Sondern schlicht und ergreifend das zentrale Expeditionsbiwak, von dem aus es sich wieder und wieder zu neuen Archipelen und Kontinenten der Beglückung aufbrechen lässt, die es in diesen Gefilden zu entdecken gilt.

rcdc1.gif

Für diejenigen, die selten reisen oder gar erstmals das Fernglas auf französische Webcomics ausrichten, sind die Spezialprojekte von BlogsBD.fr ein idealer Ausgangspunkt. Wer im vergangenen Herbst festiblogs - das eigene Festival der französischen Comic-Blogs - verpasst hat, kann übrigens immer noch mit erheblichem Informations- und Lustgewinn in dessen Webseiten wühlen.
Aktuell aber bietet es sich an, auf den "Révélation Blog" zu schauen, der zum gleichnamigen Preis bzw. Wettbewerb gehört, welchselbiger eben auch Teil des Festivals von Angoulême ist und mit dem der (Jahres-)beste Nachwuchs in Sachen Webcomics gekürt werden soll.

Heuer hat verdientermassen LOMMSEK das Rennen gemacht, der als er sich unter die drei Favoriten gekürt fand, schonmal einen schönen Beitrag zu Thema Dresscodes bei der Preisverleihung lieferte [obwohl die, hallo Hütchen, bei einem Comicfestival doch sicher nicht halb so grausam sind wie jene anderer Branchen, bei denen man im sündhaft teuren Designerfummel über einen roten Teppich schleichen muss]. Gratulation!

rcdc2.gif


[Bildchen: Das angesprochene Problem. Und unser Lösungsvorschlag - der allerdings aus naheliegenen Gründen nur für rote Teppichtierchen gilt... Jedenfalls: Undress to impress übersetzt man im Zweifelsfall doch sicher auch mit "chapeau!"]

Von miss.gunst am 01.02.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.01.09

DIY pollock?

jpdd_ksw.gifEigentlich hatten wir für heute einen ganz anderen Eintrag vorgesehen.
Aber dann stuppste uns eine grosse Suchmaschine darauf, dass sich heute der Geburtstag von Jackson Pollock jährt. Der als Vertreter des Abstrakten Expressionismus ja erst einmal nicht unebdingt der nächst liegende Kandidat fuer Notizen in diesem Log.Buch wäre. Aber...

... schon das zum putzigen Rechteck geschrumpfte Drip Painting anstelle des Logos besagter Suchmaschine warf die Neugier nährende Frage auf: Wie kann man nur? Pollocks Entgrenzung des Bildraums in eine von stumpfen Variablen bestimmte Suchergebnis-Sammlung von eher kleinen, mehr oder weniger schlecht aufgelösten und ganz sicher nicht immer ganz urheberrechtskonform ins Netz gestellten Bildchen übersetzen, die in den unendlichen weiten des WWW kursiert?

Da scheint eine konzeptuelle Übertragung der Idee des Drip Painting, wie sie der Künstler Miltos Manetas in seinem Projekt www.jacksonpollock.org vornimmt, als Hommage doch ein wenig passender. Natürlich auch für unser Log.Buch, denn bei Manetas kann man sich selbst als digitale/r Tropfenwerfer/in betätigen.

jpdd_g.gif

[Bildchen: Da wir nicht grad die grössten Pinselschwinger sind, halten wir es in Sachen Drip Painting eher mit der Methode, der sich ax Ernst seinerzeit bediente und die man praktischer Weise auch schon im Kindergarten lernt: Einfach eine Dose mit Farbe füllen, unten ein Löchlein hinein und das Ganze dann an einem Henkelchen über dem Bildträger schwenken. Die schicke Dose ist eigentlich eine Milchkanne und wurde von Pearson Scott Foresman in die Public Domain gespendet. Grand Merci!!!]

Von miss.gunst am 28.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.01.09

DIY Sprudel (Priestley)

Normalerweise ist schlichtes re-blogging nicht unsere Sache, aber in diesem Fall liegt es doch einfach zu nahe, mit einem weiteren wissenschaftsgeschichtlich interessanten Rezept direkt an den Eintrag zu Edgar Allan Poes DIY Kleber anzuschliessen.

In der netten Nachbarschaft bei BoingBoing gab es nämlich gerade vor ein paar Tagen erst einen schönen Artikel von Steven Johnson - der kürzlich ein (mutmasslich sehr spannendes) Buch über Joseph Priestly und seine Position in der Wissenschafts- und Kulturgeschichte publiziert hat ("The Invention of Air").

jpspr_g1.gifIn diesem Artikel, in dem es ebenfalls um Priestley geht, weist Johnson auf Passagen aus dessen "Experiments and Observations on Different Kinds of Air" (1774-1777; einen klitzekleinen Auszug aus dem zweiten Band gibt es hier) hin, in denen der Wissenschaftler erklärt, wie man - nunja, Sprudel herstellen kann.

Anders als bei Poe's Kleber ist es da allerdings nicht mit einem kleinen Rezeptchen getan, dass sich in zwei Zeilen weiterreichen liesse. Man muss schon geneigt sein, ein paar Seiten in den "Experiments" zu lesen, um Priestleys Anleitung "How To Impregnate Water With Air" folgen zu können. Und das eine oder andere Laborgerät braucht es auch.

Angesichts dieser Umstände werden die meisten wohl doch eher beim Kauf von Sprudelwasser bleiben - oder eben die unten abgebildete Methode erproben.
Falls aber jemand wirklich loslegen möchte: Bei "Today in Science" hat es immerhin einen anschaulich aufbereiteten Auszug der entsprechenden Passagen aus den "Experiments..." zur Sprudelprodukion, Schautafel zur Experimentalanordnung inklusive.

jpspr_g2.gif

Und ansonsten können und wollen wir bei dieser Gelegenheit gleich noch Julian Rubins Sammlung zur Entdeckung des Sauerstoffs weiterempfehlen. Da hat es gleich eine ganze Reihe anregender Links, auch zu Anleitungen mit etwas einfacheren Experimenten...

Von miss.gunst am 21.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.01.09

DIY Kleber (E. A. Poe)

shsh_ksw.gifMag auf den ersten Blick etwas merkwürdig wirken. Aber es bietet sich tatsächlich an, Edgar Allan Poe zum 200. Geburtstag in diesem Log.Buch einen Zettelkasten-Eintrag zu widmen.
Und wie die Überschrift verrät, hat das nicht einmal (jedenfalls nicht primär) mit persönlichen Neigungen für sein literarisches Oeuvre zu tun...

Vielmehr gilt das spezielle Interesse einem Aspekt seines Werks, das meist nur randständig Beachtung findet - und den beispielsweise der sonst recht ausführliche Artikel zu Poe in der englischen Wikipedia bislang sogar gänzlich unterschlägt.

shsh_g1.gif1839 veröffentlichte Poe nämlich ein Buch zur Muschelkunde - mit dem stolzen Titel "The Conchologist's First Book: or, A system of Testaceous Malacology". Der E.A. Poe Society of Baltimore (der wir auch die hier verankerte Ansicht des Titels verdanken) ist diese Tatsache natürlich bekannt - und auch sonst hat sich der Coup, der Poe mit dieser Publikation gelang, schon länger herumgesprochen. Spätestens seit der ziemlich prominente Paläontologe Stephen Jay Gould in seinem Bestseller "Dinosaur in a Haystack" (1995) dem Buch ein ganzes Kapitel gewidmet hatte.

Im Anschluss an Gould widmete dann z. B. John H. Lienhard "Poe's Conchology" eine Folge der "Engines of Ingenuity"; entsprechende Notizen finden sich hier und dort in Blogs; kompakt informiert auch eine Seite zum Buch, die von der Library of Virginia zu dem in ihren Beständen befindlichen Exemplar ins Netz gestellt worden ist.

shsh_g2.gifUnd gerade dieser Tage ist (ebenfalls anlässlich des Jubiläums) unter dem schönen Titel "Es war die Schnecke und nicht der Rabe" ein lesenswerter Beitrag von Matthias Glaubrecht - Evolutionsbiologe, Kurator für Weichtierkunde und Leiter der Abteilung Forschung am Museum für Naturkunde in Berlin - in der Welt im Druck sowie online erschienen.

Poes Coup bestand darin, dass er zwei kurz zuvor erschienene Bücher zum Thema geschickt kompilierte - und die unter seinem Namen erschienene Ausgabe auf dem Markt erfolgreich genug war, um sein schmales Budget aufzubessern.
Wie Matthias Glaubrecht in seinem Artikel jedoch sehr zu Recht hervorhebt, steckt in der Kompilation durchaus einiges wissenschaftliches Innovationspotential, das sich dem Umstand verdankt, dass Poe aus verschiedenen Quellen schöpfte und diese teilweise auch bearbeitete.

Auf eine der kuriostesten Eigenleistungen des Dichters in Sachen Muschelkunde hat Liliane Weissberg in einem Aufsatz aufmerksam gemacht, den sie 1994 zum Katalog der Ausstellung "Die Erfindung der Natur" beigesteuert hat.
Poe pflegte nämlich seine Lektüre-Notizen zu Büchern, die gern etwas umfangreicher ausfielen und deshalb nicht mehr in die Randspalten passten, auf Zetteln weiterzuführen, die er dann an die entsprechenden Seiten klebte. Und zwar mit Hilfe einer selbst angerührten Klebepaste.

shsh_g3.gifDeren Rezept hatte der Dichter, so Weissberg, wahrscheinlich während seiner Arbeit an "The Conchologist's First Book" und der Lektüre seines Kompilationsmaterials entdeckt - und zwar vermutlich in Thomas Browns "The Conchologist's Text-Book. Embracing the Arrangements of Lamarck and Linnaeus..." (Glasgow 1835). Brown schreibt dort sehr ausführlich über den Kleber und seine Verwendungsmöglichkeiten bei der Reparatur bzw. Restauration von Muscheln.

Und da es hier ja um DIY geht, wollen wir besagtes Rezept für die "Gummi Paste" natürlich nicht unterschlagen:

"Weisser Zucker-Süssstoff 2 0z. / Gewöhnlicher arabischer Gummi 4oz. / Oxengalle ein Teelöffel voll."

Klingt, als seien die Zutaten nicht an jeder Ecke zu haben? Es gab es auch noch ein alternatives Rezept für einen Kleber, das Poe selbst erwähnt und das wohl aus dem zweiten von ihm kompilierten Muschelkunde-Buch, nämlich Thomas Wyatts "A Manual of Conchology. According to the System laid down by Lamarck..." (New York 1938) stammt. Damit dürften es die meisten allerdings nicht wirklich einfacher haben - der Grundstoff ist hier nämlich ein Pulver aus Tragant...

[Bildchen: Haben wir eigentlich mal für einen ganz anderen Kontext gebastelt, als wir in einer Vortragsankündigung freudig von "shell life" anstatt von "shelf life" lasen (was eben ein Verleser war). Passen aber insofern, weil sie deshalb von Anfang an eine angeklebte Randnotiz waren. Gesammelt wurden die Muscheln - eine prächtige japanischen Auster, vom niederländischen Nutzer GeraldM unter GNU bereitgestellt, sowie von Akigka isländischer Miesmuscheln, ebenfalls unter GNU sowie cc-by-sa lizensiert - in den Commons der Wikipedia. Merci!]

Von miss.gunst am 19.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.01.09

tapedeck

mgsk_ksw.gifDa wir gerade beim Thema "Die Kassette als Objekt" waren, können wir doch gleich noch einen weiteren Zettel dazu in unseren -kasten legen.
Zugegeben: Unser eigenes Herz hat zwar vor allem für die liebevoll zusammengestellten Mixtapes und deren meist kongenial selbstgebastelte Hüllen geschlagen...

... aber ein wenig Sachkunde ist natürlich auch nicht schlecht.Zumal dann, wenn sie zum Erhalt des Wissens um eine im Verfall begriffene Kultur beiträgt.

Sehr verdienstvoll auf diesem Gebiet ist zweifelsohne das Projekt tapedeck.org. Es hat mittlerweile 355 (verschiedene!) Exemplare gesammelt, die einst den Aufnahmefreudigen zur Verfügung standen.
Nun kann man wenigstens ihre äusserliche Erscheinung andachtsvoll beäugen. Gerne auch sortiert nach Marke, Spieldauer oder Beschichtungsqualität...

mgsk_g.gif

[Bildchen: So sah unsere Vorstellung von gut sortierter Sachkunde vor tapedeck aus. Nein, nicht nach Farben. Natürlich alphabetisch. Wobei wohl selbst die Imagination der ehrenrettenden Anmerkung bedarf: Die Mixtape-Titel in dieser Zeichnung sind der Logik der Sache geschuldet. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Kassetten des eigenen Bestands sind ausgeschlossen.]

Von miss.gunst am 10.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.01.09

basteln mit kassetten

jlc_ksw.gifMal wieder etwas für Tape-Fans bzw. FreundInnen von Kassettengeschichten. Bislang haben wir uns - wann immer es einen Eintrag zum Thema gab - ja mehr mit Projekten befasst, die sich den Magnetbändern im Inneren der Gehäuse widmen und dem, was auf diesen gespeichert war oder nicht.
Zur Abwechslung gibt's nun mal einen Basteltipp, der das Objekt als solches in den Mittelpunkt stellt.

Bei instructables (wo sonst?) sind wir nämlich kürzlich auf eine Anleitung für ein nettes kleines Spielzeug gestossen, das die meisten zwar schon kennen werden - und wohlmöglich auch schon einmal selbst gebastelt haben: Eine Jakosbleiter.

jlc_g11.gif

Vermutlich aber nicht aus Kassetten, oder? Und überhaupt frischt man doch gern hin und wieder seine Kenntnisse auf. Zumal, wenn es dafür so eine schöne Steilvorlage wie in besagter Anleitung gibt, nämlich diesem Clip.
jlc_g2.gif

Logisch, dass man das unbedingt mal selbst ausprobieren will.
Allerdings braucht es dafür, genau...
jlc_g3.gif

... die entscheidene Ingredienz.
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Und zwar nicht nur in einfacher Ausführung. Sondern sechs Mal.
jlc_g5.gif

Wenn sich eben dies freilich - was bei einem vergehenden Medium ja durchaus der Fall sein könnte - als schwierig bis unmöglich erweisen sollte (zumal die Anleitung nicht ganz zu Unrecht das Basteln mit noch verpackte Kassetten nahe legt)... nun... dann raten wir zu einer kleinen Variation:
jlc_g6.gif

Von miss.gunst am 03.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.12.08

vitamine! (hübner, oscillatorfruitsalad)

khofs_ksw.gifWas brauchen wir im Winter auf jeden Fall reichlich? Genau, Vitamine. Und wie nehmen wir die vorzugsweise zu uns? Auf der klassischen Papiertüte vom Wochenmarkt stand es: "Esst mehr Obst".
Kein Problem, nur zu gern. Am Besten geht's mit lecker Obstsalat. Und ein prima Rezept dafür hat...

khofs_g1.gif
... Klaas Hübner, der uns nämlich beim Zürcher diy* Festival einen besonders feinen Obstsalat kredenzte: Oscillatorfruitjuice.

Im Detail gab's das Rezept zum Mitmachen und frei Haus beim gleichnamigen Workshop. Und gleich am Freitag Abend ein konzertantes Probeschnabulieren auf der Bühne.

Zugegeben: War im ersten Moment schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig, per Serviette verdrahtet loszulöffeln und coram publico dabei die seltsamsten Geräusche zu produzieren. Herr Knigge hätte vermutlich Bedenken angemeldet. Aber geschmeckt hat's gut, auch den Öhrchen - und weckte durchaus den Appetit auf mehr.

khofs_g2.gifWem nun das Wasser im Munde zusammenläuft (was schon mal sehr gut ist, weil tatsächlich eine wichtige Voraussetzung für die Klanggeneration ;)): Keine Sorge. Das diy*-Festival ist zwar vorbei.

Doch das nächste - diesmal in Bern - ist ja bereits für kommendes Frühjahr angekündigt, und vielleicht gibt es dort oder eben an einem anderen Ort eine neue Gelegenheit, an einem von Klaas Hübners Kochkursen teilzunehmen.

Falls ja, wird das sicher rechtzeitig in Hübners Matchees-Blog bekannt gemacht werden. Bis dahin kann man ebendort stöbern, was der in Berlin beheimatete Künstler und Klangbastler sonst so treibt. Zusammen mit seinem Kollegen Wilm Thoben Laut gebende Luftballons aufhängen beispielsweise oder DIY Lampen bauen oder Beep-Piep-Knarz- bzw. Circuit Bending-Konzerte geben.

Wie letztere so klingen? Einfach mal bei den Matchees-MySpace-Seiten reinhören. Oder, soweit erreichbar: Sich am heutigen Montag (15.12.08) Abend um 21:00 Uhr in Berlin bei madame claude einfinden (Lübbener Str. 19, U-Bahn Schlesisches Tor). Da fiept, knarzt und piept es dann sogar live...

[Bildchen: Rechts sehen wir einen Arbeitstisch mit Oscillator-Früchten, Foto von Klaas Hübner (cc-by-nd) aus matchees FlickR-Strom. Und links lässt sich erahnen, wie der Osciallatorfruitsalad bzw. das zugehörige Konzert aussah. Wie es sich anhörteleider nicht. Für die Minneola (die eigentlich aus Plastik hätte sein sollen) danken wir Hedwig Storch (cc-by-sa), für den tollen Obstsalat Bangin (cc-by) - beides Wikipedia Commons-Spenden, dafür ein exztragrosses Merci!]

Von miss.gunst am 15.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.12.08

hahafresh circuit bending (lazenbleep)

hhfgl_ksw.gifKlingt ein bisschen bizarr, der Titel dieses Eintrags? Darf er, weils durchaus passt. Sollte jedenfalls genau das Richtige für die Circuit Bending-Gemeinde sein, die in diesem Log.Buch ja schon sträflich lang kein Futter mehr gefunden hat.

Hahafresh heisst nämlich das wunderbare Blog, das Benjamin Maxwell Goldstone aka George Lazenbleep betreibt und auf dem es jede Menge einschlägige Leckereien des unermüdlichen Baslers, Künstlers und Musikers zu kosten gibt.

Kennen lernen konnte man ihn und seine Künste kürzlich auch aus nächster Nähe, nämlich auf dem Zürcher diy* Festival. Dort gab er nicht nur in Workshops weiter, wie man (s)eine Fun Box bauen kann. Sondern am Freitag Abend auch noch aus lauter Lust und Laune ein spontanes Performance-Konzert, in dem diverse Querverdrahtungen als vollwertige Ersatzband fungierten.

Verpasst? Nicht wirklich zu ersetzen - aber Trost winkt auf und über Hahafresh, wo sich durchaus auch der eine oder andere Anker zu online Lauschbarem picken lässt.

hhfgl_g.gifZu faul zum Suchen?? [Sollte man eigentlich, weil man dabei unweigerlich auf so viele andere spannende Dinge wie zum Beispiel grossartige selbstgzeichnete Anleitungen zum Circuit Bending oder ein schnuckeliges gebendetes Stylophon stossen wird...]
Na gut: Es gibt auch noch einen direkten Weg zum Gehörgangglück, nämlich gesammelte Werke auf soundclick.com. Und natürlich Lazenbleeps Video-Sammlung mit Konzerten und diversen Basteleien in Aktion.

Will also noch jemand behaupten, dass in diesem Eintrag nicht drin ist, was drauf bzw. drüber steht? Eben.

[Bildchen: Tja. Es hat viele tolle Fotos von/mit/über George Lazenbleed und seine grossartigen Bendings im Netz. Aber keins davon blinkte uns mit Commons an. Auch keine Zeit gehabt, nochmal nach welchen zu fragen. Also haben wir uns ganz blöd und nichtsosuperhaha hin- und eine Fun Box vorstellen müssen (was wir eigentlich hätten besser können sollen bei all dem schönen Anschauungsmaterial... Aber sogar den Draht mussten wir uns heute bei den Wikipedia Commons leihen. Dafür danken wir dem GNU. *seufz*]

Von miss.gunst am 14.12.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.11.08

singende festplatten ff.

hddsko_ksw.gifAuch nicht wirklich neu - muss aber einfach auf den Eintrag zu Valentina Vuksics Harddisko folgen.
Denn aus nahe liegenden Gründen haben sich auch schon andere Menschen damit beschäftigt, woher denn das fiese Ticken, Schaben oder Simmern aus dem Türmchen unter dem Schreibtisch rührt...

Eine schöne kleine Sammlung potentieller Chorstimmen hat beispielsweise Oliver Feiler seit 2004 aufgebaut, zu jeder seiner Dying Hard Disks gibt's dabei ein kleines Porträt in Wort und Bild.

hddsko_g.gifDie ihrerzeit mal als erste Adresse geltende Kollektion Schwanengesänge fiepender Festplatten bei Hitachi gibt es wohl leider nicht mehr (von ihr zeugen nurmehr diverse begeisterte Blog-Einträge - ja, auch Webseiten vergehen - und dies meistens in aller Stille...).

Aber dafür stehen die Greatest Hits des 2006 von Gizmodo auf deren Basis lancierten Dance Track-Contest nach wie vor für Hartgesottene TänzerInnen am Rande des Vulkans zur Verfügung; eine Auswahl der entsprechend gekürten lässt sich u.a. über einen entsprechenden (und seinerseits bereits vom digitalen Verfall gezeichneten) Eintrag bei Gizmodo anspielen - und wer die gesamte Sammlung von immerin 96 Eingängen durchhören durchgrooven möchte, kann das ebenfalls tun.

[Bildchen: Die Imagination von vorgestern weitergeführt und, wenn es doch schon die passenden Dance-Tracks hat, gleich einmal ein paar bewegungsreudige Gestalten auf die Tanzfläche der Harddisco (ok, mit c) geschickt. Selbige verdanken wir einer wunderbaren Aufnahme von Alpha six, die via Flickr unter cc-by-nc-sa in den Wikipedia Commmons landete. Grand Merci! Your pictures *are* great! 8)]

Von miss.gunst am 05.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.11.08

harddisko

hdscr_ksw.gifIn der Ausstellung des SHIFT Festival gab es auch Gelegenheit zum Wiedersehen (und -Hören) mit einer ganz wunderbaren Arbeit, die nun auch endlich einmal ihren gebührenden Platz im Zettelkasten bekommen soll: Harddisko von Valentina Vuksic.

Tatsächlich ist, am Strang der sterbenden und noch einmal wiederbelebten Speichermedien weitergedacht, auch der Weg vom Tape (s. "The Loop" im Eintrag von vorgestern) zur Platte nicht weit.

hdscr_g.gifDenn Vuksic hat - wie schon der Name "Harddisko" ahnen lassen mag - für ihre Installation dahingeschiedene Festplatten gesammelt, geöffnet, mit einem Tonabnehmer versehen und zum Orchester vereint. Das spielt nun für uns auf.
Und siehe da, eben jene letzten Seufzer, die man sonst nun wirklich nicht hören mag, das leise Wimmern und klägliche Klicken, welches sonst Computernutzer in Angst und Schrecken versetzen kann (wenn sie es denn vernehmen), erklingen mit einem Mal wohl in den Ohren: Minimal Music, fast schon meditativ.
Oder eben doch ein bisschen unheimlich, sobald man realisiert, was man da eigentlich hört...

A propos 'hört': Den Klängen der Harddisko nachlauschen (und Bilder verschiedener Installationen der Arbeit seit ihrem Entstehungsjahr 2004 anschauen) kann, wer die Dokumentationsseite zum Projekt besucht; frische Bilder von Harddisko beim SHIFT Festival gibt es wiederum im Pool der fleissigen SHIFT-Festival-BloggerInnen.

[Bildchen: Aus nahe liegenden Gründen keine Nahaufnahme der Harddisko, sondern schlicht die - nachmalig leicht zerkratzte - Aufnahme einer geöffneten Harddisk, die Dave Indech unter GDFL in die Wikipedia Commons gespendet hat. Hier die Platte, dort die Hand an der Nadel... erinnerte uns an... *yeah*, Scratching!]

Von miss.gunst am 03.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.11.08

the loop

dwtll_ksw.gifZettelkastenkandidaten in der Ausstellung zur diesjährigen Ausgabe des SHIFT Festivals zu finden, legte schon das Thema Record Record nahe - unter anderem, weil die künstlerische Auseinandersetzung mit Aufzeichnung und Speicherung erfahrungsgemäss gern mit einem Umbau von Datenträgern, Medien und Apparaten operiert.

Mehrere einschlägige Beiträge gab es denn auch in der Sonderschau "SHIFT IN PROGRESS" - die von Studierenden der Schweizer Kunsthochschulen bespielt wurde und erstmal eigentlich nicht besagtem Thema verpflichtet war.

dwtll_g.gifGleich gegenüber dem Haupteingang beispielsweise lockte ein Container mit merkwürdig murmelnden Innereien: Auf einer fast raumfüllenden Tischplatte ausgebreitet mehrere zerlegte Rekorder, vom einfachen Plaste-Kassettenblaster bis zum Tape-Deck, zierlich eingefasst von einer stummen Schlaufe Magnetband - indes eine zweite eben ihre gewundene Spur von Gerät zu Gerät zog, um sich mählich transformierende Klänge zu transportieren. Die Essenz der gerade noch bestehenden, aber mählich vergehenden Kassettenkultur gleichsam für alle Sinne be-greifbar gemacht: Aufnahme und Wiedergabe in unaugfhörlichem Wechsel zwischen bespieltem und überspieltem Band - eine kleine Feier auf die Vergänglichkeit eines instablilen Kulturspeichers, Last und Lust zugleich.

Soweit die Installation "The Loop" von Daniel Werder und Timo Loos*, von der wir hier aus nahe liegenden Gründen kein Bildchen zeigen können. Das unter anderem auch fleissig fotografierende Team des SHIFT Festival Blog hat immerhin nächtens mal in den Container geschaut und ein besonders charismatisch glimmendes Eckchen der Arbeit abgelichtet. Worum sich das Ganze eigentlich dreht, geht aus der Aufnahme freilich nicht hervor.

[* Beiseit: Die beiden haben als Künstler leider keine eigenen Heimseiten; insofern kann man allenfalls auf jene ihrer gemeinsamen Band namens monorev verweisen. Die wiederum ist allerdings nicht sehr experimentell unterwegs...]

[Bildchen: Tja, so sah es natürlich auch nicht aus...]

Von miss.gunst am 01.11.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.10.08

b*tong

btbs_ksw.gifWäre ja längst Zeit für eine Nachlese zum SHIFT Festival - wobei nicht nur Nach- sondern auch Mitlesen, -hören und -sehen ja auch schon während der SHIFT-Tage ganz wunderbar über den SHIFT Festival Blog möglich war. Aber das eine oder andere der vielen Highlights muss doch auch dem hauseigenen Zettelkasten einverleibt werden.

Wie zum Beispiel das Kopfhörerkonzert mit b*tong - organisiert von (wen wundert's:) unserem Basler Lieblings-Netzlabel interdisco.

btbs_g.gifWer sich an diesem Abend, Kopfhörer über den Ohren und eingekuschelt in eine warme, rote Flauschdecke, in der Kleinen Halle niedergelassen hatte, blieb. Aber wo eigentlich? Denn der Körper war dann mal weg und auf der Reise in Landschaften, die fern und doch präsent und plastisch wuchsen, sich unaufhörlich verwandelten. Kino für die Imagination. Ganz Geräusch, das nicht nur Klang, sondern mehr war - Strruktur, Körper, Raum, Architektur.

Nun sind wir ja sowieso erklärtermassen verliebt in noisige Experimente mit Gerätschaften und Field Recordings. Aber selbst Menschen, die ihre Neigungen sonst nicht in diesem Feld verorten würden, sollten sich doch gelegentlich mal die eine oder andere der Produktionen von b*tong zu Gemüte führen.

Futter für Neugierige (und zukünftige Fans) gibt es obendrein nicht nur auf Tonträgern, sondern beispielsweise auch bei archive.org, wo etwa die im Mai diesen Jahres publizierte EP-SAusgabe von microsleep wartet. Oder bei NOECHO records, wo man nach wie vor sein Album "Structures" bekommt.

Beides natürlich kein Ersatz für Live-Experimente wie eingangs besungene Reise ins Innere der Gehörgänge. Aber lecker in jedem Fall...

[Bildchen: Tatsächlich Beton, ergo nicht gleich b*tong - aber doch in einem Zustand, in dem noch alles offen ist. Das Material haben wir von den Wikipedia Commons bezogen und danken dem Spender des Ursprungsbildes sowie dem grossen GNU.]

Von miss.gunst am 29.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.10.08

papierfliegerei

dmkpf_ksw.gifFür den Fall, dass der eine oder die andere bereits plant, dem gestern annoncierten Aufruf zum "New Millennium Paper Airplane Contest" zu folgen, sollte unbedingt noch auf eine Adresse verwiesen werden, an der es sich in Sachen Papierflugzeuge bestens kundig machen lässt - inklusive Bauanleitungen für die Praxis: Die Papierfliegerei.

dmkpf_gn2.gifDieser von Dieter Michael Krone eingerichtete Hangar für selbstgefaltete Flugobjekte enthält alles, was das Herz von Papierflieger-Fans und BastlerInnen begehrt:

Wissenswertes zu Materialkunde, Physik und Geschichte der Papierfliegerei, Literaturhinweise und Links, natürlich eine grosse Galerie mit den unterschiedlichsten Modellen - sowie nicht zuletzt: Bauanleitungen satt!

Ja, wenn wir in die nur hineingeschaut hätten, als wir Freihand unser Übungsexemplar falteten... Aber für Fortbildungsmassnahmen ist es sicher nicht zu spät.

A propos: Für letztere ist sicher auch Dieter Michael Krones im vergangenen Jahr erschienenes "Handbuch der Papierfliegerei" zu empfehlen - zumal die deutsche Ausgabe des erwähnten Klassikers derzeit vergriffen ist und man allenfalls mit der englischen Vorlieb nehmen muss.

[Bildchen: Diesmal passend zum Eintrag die sogar anschaulich animierte Anleitung für ein professionell gefaltetes Exemplar. Sie stammt von Dieter Michael Krone von der Papierfliegerei - der sie netterweise ausserdem der Wikipedia sowie Nutzungen wie dieser zur Verfügung gestellt hat. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 14.10.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.09.08

brückenmusik ff. (WRT)

atp_ksw.gifIst schon etwas länger her, dass es in diesem Log.Buch um Brückenmusik ging: Mit den Sound Lines von Bill Fontana und seiner Harmonic Bridge, sowie natürlich den Singing Bridges von Jodi Rose.
Nun können wir unserem Zettelkasten endlich einen weiteren Eintrag einverleiben.

atp_g.gifIn Frankfurt - genauer gesagt: zwischen Frankfurt und Offenbach hat nämlich der kanadische Percussionist Michael Gambacurta sein Ohr an die Kaiserleibrücke gelegt. Und in der Eisenkonstruktion, über die tagtäglich (sowie nachtnächtlich) ohne Unterlass Fahrzeuge rollen, ein Autophon - also einen Selbstklinger - entdeckt.

Mit Kontaktmikrophonen hat er sodann der schwingenden singenden Brücke an verschiedenen Stellen und zu verschiedenen Zeiten Klänge abgelauscht, in sein Studio entführt und dort gemeinsam mit dem auf Neue Musik spezialisierten Tonsetzer Matthias S. Krüger ein Brückenkonzert komponiert.

Selbiges ist noch bis einschliesslich kommenden Sonntag (21.09.08) in einer Klang-Raum-Installation im Rahmen des Festival Junger Talente im Hafen Offenbach zu hören, wo die beiden zusammen mit dem Künstler Yuki Higashino einen kleinen Container eingerichtet haben. Und zwar vis à vis der Kaiserleibrücke, die man - Kopfhörer über und Brückenkonzert im Ohr - dann per Fernrohr auch mit den Augen abtasten kann.

Mit ein bisschen Glück können zudem auch jene der Brückenmusik lauschen, die sie zugleich produzieren, wenn sie auf dem Weg von Frankfurt nach Offenbach oder vice versa auf der A 661 den Main überqueren: Auszüge aus dem Konzert werden nämlich mehrfach täglich auch über radio x ausgestrahlt und sind ergo auch im Autoradio zu vernehmen.

Und wer des gesamten Konzerts im Radio teilhaftig werden (sowie noch ein bisschen mehr über seine Entstehung erfahren) will, schaltet heute (19.09.) einfach ab 14:00 Uhr den richtigen Sender bzw. die passende Sendung ein...

Von miss.gunst am 19.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.09.08

Zwitschermaschine (ae08)

bzbz_ksw.gifMit der kleinen Reihe zur ars und zu Vogelstimmen, die auf der diesjährigen ars electronica zu vernehmen waren, sind wir tatsächlich noch immer nicht am Ende.
Denn auch in der Ausstellung "Cyberarts" im OK Offenen Kulturhaus konnte man auf ein Genist stossen, aus dem es - mindestens zeitweise - munter zwitscherte.

bzbz_g1k.gifDabei schauen die seltsamen Wesen, die sich in der Linzer Installation von teNts "Call <-> Response" zu einem Zirkel versammelt fanden*, nun wirklich ganz und gar nicht nach Vögeln aus.

Eher schon können die kugelförmigen "Köpfe" von der Materialanmutung her an Nester erinnern - ein Eindruck, den auch das kleine Foto auf der ars-eigenen Seite zu "Call <-> Response" recht gut vermittelt, wo sie anders als im OK direkt in einem Baum befestigt zu sein scheinen.

bzbz_g2k.gifTatsächlich handelt es sich jedoch um zwei verschiedene Experimentalanordnungen, die teNt bzw. Macoto Cuhara im Rahmen seines Projektes verfolgt hat.

Das geht aus der ausführlicheren Dokumentation auf seinen Heimseiten hervor (die wir - dank der wie je heissgeliebten Frames - hier leider nicht mit direkten Verweisen verknüpfen können dürfen).

Dort werden insgesamt drei Konstellationen von "Call <-> Response" vorgestellt: In der ersten (B2C) wird dem System die Sprache der Vögel gelehrt, in der zweiten (C2C) - die der Linzer Konstellation entspricht - zwitschern die Computer miteinander, in der dritten (C2B) schliesslich nehmen letztere wieder Kontakt mit den Federtieren auf.

bzbz_g3k.gifUm diese Konversationen zu ermöglichen, hat teNt mit Hilfe einer Modellierungs-Software die Syrinx bzw. den Stimmkopf von Vögeln nachgebildet, sodass sein System in der Lage ist, eine eigenständige Zwitschersprache zu generieren und sozusagen selbst zur Vogelkolonie zu werden (C2C).

Es kann aber eben auch von anderen Vögeln lernen (B2C) - und da Vögel bekanntlich ihrerseits ziemlich sprachbegabt sind, sollte das auch umgekehrt funktionieren (C2B).

"Theoretically possible types of birds in general, including extinct ones and those that never existed" soll seine Zwitschermaschine zu simulieren in der Lage sein.

Schade eigentlich, dass sie im OK eingesperrt war(en). Denn was wäre das erst in der Nachbarschaft zum Traumvogelbaum für ein Konzert geworden...

[Bildchen: Schlichter Versuch der eher systemischen Veranschaulichung einer Computervogelkommunikation. Nicht gerade dem Leben abgeschaut. Und natürlich erst recht nicht der hier bezwitscherten Installation.]

Von miss.gunst am 15.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.09.08

traumvogelbaum (ae08)

uiai_ksw.gifUnd wieder, wie angekündigt, zurück zu den Vogelstimmen. Im kleinen Park an der Donaulände zwischen dem Lentos Kunstmuseum und dem Brucknerhaus hatte sich zur ars electronica nämlich eine ganz besondere Gattung eingenistet.

Eigentlich ist der Uirapuru (Cyphorhinus aradus) vorzugsweise in einer Brasilianischen Legende heimisch, dergemäss das kleine, sonst eigentlich im Urwald hausende Federtier nur ein einziges Mal im Jahr seinen Gesang erklingen lässt. Welchselbiger dann jedoch so wunderbar sein soll, dass alle anderen Tiere bezaubert verstummen.

uiai_g.gifNun erwiesen sich die Linzer Fauna und insbesondere die zur ars besonders zahlreich die Donaulände bevölkernden Grosssäuger zwar als nicht ganz so ehrfurchtsvoll. Aber mindestens einige von Letzteren dürften sich durchaus gezielt am bezeichneten Ort eingefunden haben, um Tao G. Vrhovec Sambolecs in Zusammenarbeit mit Byung Jun Kwon entwickelter Variation auf die Legende zu lauschen:
A Tree is Dreaming of Uirapuru.

Versteckt im Gezweig warteten von Solarzellen betriebene Kassettenrecorder auf Sonnenschein, ein jeder mit Fragmenten elektronischer Vogelrufe ausgestattet - die sich allerdings nur zu einem bestimmten Sonnenstand zum eigentlichen Uirapuru-Lied zusammenfügen sollten.

So schlicht und schön und unaufdringlich, wie sich die Installation in die festivalökologische Nische fügte, hätte es das vielleicht gar nicht gebraucht, um den Traumvogelbaum ins Herz zu schliessen. Da uns aber das Wetter derart hold war und die Sonne Hochsommer spielte (und vielleicht auch, weil auch wechselseitige Spiegelungen zwischen Donau, Lentos und Brucknerhaus die Strahlen immer wieder aufs Neue zusammengeführt haben?), konnte man fast meinen, der legendäre Moment für den Uirapuru-Gesangs dehne sich über den ganzen Tag...

... beiseit vielleicht noch für FreundInnen künstlicher Nachtigallen Uirapurus: In der jüngeren Geschichte der elektronischen Kunst lassen sich auch bei Eduardo Kac Spuren einer entsprechend benamsten Arbeit finden. Die Dokumentation der Installation auf den Seiten des ICC InterCommunication Center in Tokio sind leider aus dem Netz verschwunden. Aber im MedienKunstNetz kann man noch einen kleinen Einblick gewinnen: Kacs Uirapuru sang - sic - als fliegender Fisch!

[Vom Cyphorhinus aradus gab es leider kein Bildchen, das uns in den Commons entgegengeflattert wäre - dafür aber von einem nicht minder musikalischen Microcerculus marginatus; weil man den Linzer Kollegen nicht sah, haben wir ihn auch ein wenig unsichtbar gemacht. Der Dank für das Bild geht an José Loiza, Aves y Conservación - Merci!]

Von miss.gunst am 13.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.09.08

seifenblasenharfe (ae08)

sbah_ksw.gifEigentlich könnten wir den Strang zur Sprache der Vögel zu Vogelstimmen gleich nahtlos weiterführen. Aber den anstehenden Rückblick auf die diesjährige ars electronica darf diesmal ein besonders charmantes Instrument eröffnen.

Selbiges war bzw. ist (mindestens am heutigen Tage noch) eingangs der Sonderausstellung mit Arbeiten von Studierenden zu finden, die heuer von solchen der Universität Tokio - genauer gesagt: dreier ihrer Studiengänge (der Graduate School of Interdisciplinary Information Studies III, der Graduate School of Information Science and Technology und der Graduate School of Engineering) - eingerichtet wurde.

sbah_g.gifEs hört auf den schönen Namen "ephemeral melody" und ist im Grunde eine Art elektroakustische Äolsharfe, die jedoch nicht mit Wind, sondern mit Seifenblasen bespielt wird: Per Handkurbel lassen sich schillernde Blasen produzieren - und wenn diese dann von zartem Lufthauch auf die Reihe von Kupferstäben getrieben werden, die gleichsam die anzuschlagenden Saiten vorstellen, erklingt das Instrument.

Auf seine Weise also ein very nervous system, das sich (vom Entsenden der Seifenblasen einmal abgesehen) allerdings ganz dem gezielten Zugriff entzieht, um stattdessen - eben wie eine Äolsharfe - poetische Zufallsmusik zu spielen. Prädikat: Schlicht und ergreifend wunderschön!

Wäre zu wünschen, dass Risa Suzuki, Taro Suzuki, Makoto Iida, Seiichi Ariga und Chuichi Arakawa - die talentierten ErbauerInnen der Seifenblasenharfe von "ephemeral melody" - vielleicht so viel Gefallen an der Arbeit in diesem Metier finden, dass sie in Zukunft noch weitere Zufallsmusikinstrumente produzieren.

[Bildchen: Zeigt natürlich nicht die Seifenblasenharfe selbst, sondern ein Gestiebe der zarten Sphären, mit dem man gut und gern ein ganzes Konzert auf dieser spielen könnte. Das grossartige Foto stammt von jurbvetson und wurde dankenswerter Weise zunächst als "Bubble Rain" bei FlickR unter cc-by publiziert, bevor es dann entsprechend lizensiert in den Wikipedia Commons landete. Grand Merci!

Von miss.gunst am 08.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.09.08

birdsong

bsnl_ksw.gif"Nur einer?" werden da treue LeserInnen fragen, die unsere Vorliebe für grosse und kleine Vögel bzw. Vogelstimmen teilen.
Aber nein: birdsong ist nämlich der Name eines sehr netten Netzlabels, das schon längst einmal vorgestellt werden will.

In Israel beheimatet, widmet es sich - dem schönen Motto "specializing in creative home recordings" entsprechend - Musik, die weniger durch hyperperfekte Produktion denn durch eine gewisse Eigenwilligkeit besticht.

Was aber mitnichten heisst, dass dem von einem der birdsong-Vögelchen frohgemut getschilpten Aufruf "low-fi forever!" (zu sehen in der Seite, die der Selbstvorstellung gewidmet ist) durchgängig so streng gefolgt worden wäre. Mindestens könnte man sagen, dass birdsong einfach mit einer anderen Art von high fidelity brilliert.

bsnl_g.gifJedenfalls ist es ein abwechslungsreiches Vergnügen, in den Veröffentlichungen von birdsong zu stöbern. Und natürlich sind wir auch um Empfehlungen nicht verlegen. FreundInnen von Spielzeuginstrumenten bzw. hacked toys dürften etwa an Broken Music feat. Her Highness (birdsong003) besonderen Gefallen finden; Fans von Tapes bzw. der Kassettenkultur lacht sicherlich schon das Cover von The lonesome executive's fantastic tape recorder (birdsong002) an.

Was aber nicht heissen soll, dass etwa nur die ersten Releases das Herz wärmen würden. Beispielsweise könnte die derzeit jüngste EP, "Drop - a 4 note soundtrack" von Cherly KaCherly auch eine schöne Gelegenheit bieten, unseren lang vernachlässigten Strang zur Wassermusik mal wieder aufzunehmen. Nur dass letztere ja leider gerade auch meterologisch, sozusagen im O-Ton, draussen vor der Tür zu haben ist. Und daher keine akustische Verstärkung braucht...

[Bildchen: Das wunderbare Original - Mdfs unter GNU den Commons anvertraute Aufnahme eines Rotkopfspechtes - war nicht umsonst heute Wikipedia-Bild des Tages. Fiel wirklich schwer, es zu modifizieren - nur damit das Ergebnis ein wenig danach ausschaut, als picke das Vöglein an einem Mikrophon...]

Von miss.gunst am 04.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.08.08

superoorsworld!

suo_ksw.gifUm die Woche wieder einmal mit einer kleinen Leckerei aus den Gefilden der wunderbaren Webcomics zu starten: Da gibt es einen ganz besonders feinen, der obendrein noch an den jüngst wieder aufgenommenen Strang zu 8bit anknüpfen lässt.

Superoorsworld!
Bereits zwei prächtige pdf-Episoden hat der französische Künstler Jonathan Silvestre* ins Netz gestellt, die dazu einladen, in die wilde und bunte Welt des pixelohrigen Superbärchens einzutauchen.

suo_g1.gifGleich in der ersten, "PRINCESS SOS (pdf)" muss es eine klassische Aufgabe erledigen und - wie das in Märchen und Games so üblich ist - eine entführte Prinzessin aus den Klauen fieser Widersacher berfreien. In "FUTCHEBOF" (pdf) wiederum versucht der Superheld auch noch Superfussballer zu werden. Na, ob ihm das gelingt?
[Beiseit: Nichtfrankophone ComicfreundInnen müssen übrigens nicht fürchten, dass die Antwort auf diese Frage für sie kryptisch bleibt: Das Superbärchen kommt, ganz wie ein Game, ohne Worte aus.]

Wer sich das Warten auf die bereits angekündigte dritte Superoors-Episode verkürzen will, darf sich übrigens ein Set der Super-Charaktere herunterladen und selbst am Spintisieren mit Super-Ours Superoors versuchen. Die hat Silvestre nämlich - wie man es sich für einen Sprite mit sicherlich rasch wachsender Superbärchenfangemeinde nur wünschen kann - in einem kleinen Päckchen zum herunterladen ins Netz gestellt. (Achtung, das Bärchen schnarcht!)

suo_g2.gifOhjagenau: Die wunderbare Wunderwelt des Superbärchen ist wunderbarerweise unter cc-by-nc-sa Lizenz gestellt! Weshalb wir diesen Eintrrag auch glücklich mit Superbärchen und Supercharakteren illustrieren können. Was natürlich besonders super ist...

[Bildchen: Oben rechts sieht man - in Superepisode eins - den Superbären in Aussicht auf eine entsprechende Entlohnung bei Befreiung der Prinzessin hunderfache tausendfache Honigkraft ausstrahlen. Und unten links unser erster kleiner Versuch, selbst einen Superbärenstrip zu basteln und den schnarchenden Superbären in Sphären zu versetzen, wo die Rüsselei am wenigsten stört... Hoffen, geholfen zu haben...]

[* PS: Ja, Jonathan Silvestre hat im Prinzip auch eine Heimseite. Aber die verankern wir momentan mal noch nicht, weil es noch keine Indexpage gibt und man dort gleich ins Innerste der Verzeichnisse blicken (und gelangen) kann. Was ja vielleicht nicht im Sinne ihres Besitzers ist. Den Hinweis auf den Superbären fanden wir übrigens bei Drawn!, was auch ein Superblog ist.]

Von miss.gunst am 18.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.08.08

rss art (nyffeler)

fnra_ksw.gifZum schönen Sonntag ein besonders schönes (Netz-)Kunstprojekt, das zudem - was die ganze Sache nochmals schöner macht - auf die eine oder andere Weise zum Mittun animieren will.

Obendrein kommt es von einer Künstlerin, die auch sonst allerlei Beglückendes produziert - wie beispielsweise das frenZINE, auf das kaum vom Ungefähr schon in diesem Log.Buch eine kleine Ode verfasst worden ist. (Ja, das frenZINE gibt es nach wie vor - die bis dato jüngste Ausgabe ist dem Thema "Schlafwandeln" gewidmet und steckt, wie immer bei Franziska Nyffeler, voller wunderbarer Bilder und tagheller Träume...).

Nun hat Nyffeler also ein neues Projekt ins Leben gerufen - und man könnte beinahe sagen, eine neue Gattung; "RSS Art".
In guter Tradition der Mail Art bzw. diese auf die Web 2.0- [nja, schreiben wir doch einfach mal:] Netzkonditionen weiterdenkend und -führend gibt es Kunststücke im Abonnement bzw. für diejenigen, die lieber nach Gusto und Zufall gucken kommen, auch ohne letzteres:

"While Mail Art etc. are sent out actively to their respective recipients, with RSS Art the recipient has to get active and subscribe to the feed. Or visit the website. We feel this to be a very viable art form for our times, in which people suffer from information overload and are getting bombarded with unsolicited emails left and right."

Was Nyffeler über ihr Projekt schreibt, lässt sich natürlich sowieso nur unterzeichnen. Obendrein hat sie ihre RSS Art aber auch noch in anderer Hinsicht hundert Prozent netz- bzw. webgerecht formatiert: Nicht nur sind die einzelnen Kunstpoststücke unter einer Creative Commons-Lizenz by-nc publiziert, die das Weitergeben ermöglicht. Sie ermutigt auch dazu, selbst tätig zu werden und sich in die vielleicht bald ja schon wachsende Gemeinde von RSSartists einzureihen. Dazu muss man natürlich erst einmal Bilder träumen. Doch bei so einer schönen Steilvorlage fällt das vielleicht ja gar nicht so schwer...

fnra_g.jpg

[Bildchen: Ist das RSS Art Kunststück vom 23.04.2008 (cc-by-nc Fransziska Nyffeler natürlich), das wir zugegebener Massen auch wegen unserer Neigung zu dahinsterbenden Medien ausgewählt haben.]

Von miss.gunst am 10.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.08.08

tape talks

ttt_00_ksw.gifWie eigentlich abzusehen, hat uns die Lektüre der drei gestern empfohlenen Artikel auch selbst nicht ganz unberührt gelassen. Allein schon, weil wir uns ja auch sonst gern Gedanken über instabile Medien, verfallende Daten und den Staub der Zeit machen.

Ergo haben wir dann doch ein wenig Trauerarbeit in Sachen Kassettenkultur geleistet, nach den sterblichen Überresten dahinscheidender Magnetbänder Ausschau gehalten und unsere Ohren gespitzt, um den Unterhaltungen der Untoten zu lauschen...

ttt_00_g1.gif
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ttt_00_g3.gif
ttt_00_g4.gif

Fortsetzung folgt...

Von miss.gunst am 07.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.08.08

the tape is dead (long liveth the tape)

ttid_ksw.gifDie Kassette ist tot? Nun, dass sie zu den vom Aussterben bedrohten Arten Medien gehört, wissen wir schon lang und haben uns ja auch in diesem Log.Buch bereits weidlich darum bemüht, dem ein wenig entgegenzuwirken.

Anstelle einer Kondolenzliste gibts deshalb zum Thema auch heute lieber Lektüre-Tipps in diesem Sinne: Gleich drei lesenswerte Artikel, die sich zwar einerseits mit dem Dahinsterben der Kassettenkultur befassen, aber zugleich auch diverse Anregungen zu konstruktiver Trauerarbeit bereit halten.

ttid_g.gifDer eine ist jüngst unter dem Titel "Say So Long to an Old Companion: Cassette Tapes" in der New York Times erschienen, der andere - auf ersteren aufsetzend - bei Telepolis ("Das lange Ende der Kassette...").

Beide listen eine ganze Reihe von Projekten, und in Letzterem findet sich denn auch der Verweis auf die dritte Lektüreempfehlung des Tages, nämlich Malte Mühles Artikel "Nimm mein Mixtape, Baby!", der am 03.07.08 in der Hannoverschen Allgemeinen erschienen ist.

Also: Lesen, so lange es den Gegenstand, dem die drei Texte huldigen, noch gibt? Nun ja, wer weiss. Angesichts des Verfalls digitaler Daten im Netz überleben vielleicht sogar manche Magnetbänder noch etwas länger...

[Bildchen: Zeugen zwar einerseits von unserer tiefen Trauer. Aber nicht von Ungefähr handelt es sich um weisse Schleifen. Wir meinen ja eigentlich, wie oben bereits ausgeführt: Heiter weiter so lange es noch geht. Aber mehr dazu dann morgen...]

Von miss.gunst am 06.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.08.08

diesel sweeties e-books

dswcb_ksw.gifZum Wochenbeginn wieder ein Zuckerl für Fans von Webcomics: Und zwar in Sachen Diesel Sweeties, die wir ja schon vor einiger Zeit mal mit einem Eintrag bedacht hatten.

Gerade diejenigen, die erst spät entdeckt haben, wie gut die tägliche Dosis Diesel Sweeties ihnen bekommt, werden sich über die Neuigkeiten freuen, die es zu vermelden gilt.

dswcb_g1.gifDie mittlerweile schon legendären ersten Folgen des leckeren Webcomics kann man sich nämlich nun auch kompakt in Form von praktischen Diesel Sweeties Webcomic Books im pdf-Format einverleiben.
Das Beste daran: Sind selbstredend die Inhalte. Aber gleich danach in der Rangfolge steht die frohe Botschaft, dass auch die E-Books zum freien Herunterladen verfügbar sind.

Womit im Prinzip genug Geld in der Börse übrig bleiben sollte, um vielleicht endlich ein elektrisches Schaf T-Shirt mit einem elektrischen Schaf darauf zu erstehen. Ziemlich zünftig und sehrsehr schick, s. d. Objekt der Begierde mit passendem Diesel Sweetie dazu. Oder doch lieber ein Paar der neuen Pixel Socks, damit man endlich auch zeigen kann, worauf man steht?

[Bildchen: Ein Grand Merci geht, wie schon beim letzten Mal, an Richard Stevens. Auch dafür, dass er uns nach wie vor treu mit der täglichen Dosis Diesel Sweeties beglückt - und das bei gestiegenen Rohstoffpreisen...]

Von miss.gunst am 04.08.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.07.08

solides wissen (xkcd webcomix)

rmipc_ksw.gifUm mal wieder die gute Tradition aufzunehmen, die Woche mit einem tendenziell heiter stimmenden Eintrag zu starten:
Warum nicht gleich mit einem Klassiker unter den Webcomics - xkcd.

Seit 2005 erfreut sich eine mutmasslich exponentiell wachsende Fangemeinde an den Strichmännchen-Zeichnungen des studierten Physikers Randall Munroe, der mittlerweile wohl sogar seinen Lebensunterhalt mit den Comics verdienen kann.

Umso höher mag man es ihm anrechnen, dass er sie nach wie vor unter einer Creative Commons-Lizenz publiziert.
Was es uns wiederum ermöglicht, an dieser Stelle eines unserer jüngsten Lieblingsstücke direkt wiederzugeben. Es ist der tiefen Weisheit gewidmet, die mancher Wikipedia-Artikel birgt:

rmipc_g.gif

Beiseit: Ist weder die erste und wahrscheinlich auch nicht die letzte Spitze, die Munroe auf die Gemeinschaftsenzyklopädie platziert. Aber weil er erstere ebenso gerecht wie letztlich liebevoll in der gesamten Computerkultur verteilt, kann sie auch treue Wikipedianer kaum verdriessen. Die haben xkcd übrigens sowohl in der englischen als auch in der deutschen Ausgabe längst Artikel angelegt, die - na, sagen wir: doch von der etwas informativeren Sorte sind als die von Munroe aufs Korn genommene Kategorie.

[Bildchen: Eine Originalkopie von xkcd No. 446, unter Creative Commons cc-by-nc 2.5 lizensiert. Ein grosses Merci geht an Randall Munroe!]

Von miss.gunst am 28.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.07.08

grelle musik

gmg_ksw.gifKlingt ein bisschen wie Gelbe Musik? Ganz falsch ist die Assoziation nicht, denn auch hier kommen Kunst und Klang zusammen. Allerdings nicht analog, auf Tonträgern und in Berlin, sondern in Graz und im Netz.

gmg_g1.gifLetzteres gehört ganz entscheidend zum Konzept: Grelle Musik geht es nämlich – wenngleich nicht ausschliesslich, so doch mit einem deutlichen Schwerpunkt – um Musik und Klangkunst in der digitalen Kultur. 1982 von Werner Jauk als "Plattform zur Realisierung experimenteller Formen der akustischen und visuellen Künste" begründet, werden seither auf diesem Feld regelmässig Forschungs- und Praxisprojekte initiiert und durchgeführt, von denen die meisten ihrerseits Netzwerke aktivieren.

So auch aktuell jenes, für das Grelle Musik KünstlerInnen und TheoretikerInnen verschiedener Disziplinen nach Stellungnahmen und Beiträgen zum "musikalisierten Alltag der digital culture" fragte.

gmg_g2.gifHeute (01.07.08) findet Am 01.07. fand im legendären Grazer Dom eine Netzkonferenz- und Konzerttag statt, in dem die Antworten in Form von Kurzvorträgen und audiovisuellen Beiträgen vorgestellt werden wurden.
Wer mag, kann mochte, konnte auch aus der Ferne mit von der Partie sein – denn die gesamte Veranstaltung wird wurde per Stream im bzw. ins Netz übertragen. Und es gibt gab sogar die Möglichkeit, sich per Skype-Schaltung auf die eine oder andere Weise live einzubringen.

Aufgrund unserer Zwangspause kommt dieser Eintrag nun leider zu spät, um zu solcher Teilnahme zu laden. Was natürlich ziemlich schade ist. Aber da bei Grelle Musik im Allgemeinen und im Speziellen auch zum Netzkonferenz-Konzerttag auch sonst einige interessante Materialien archiviert sind, lohnt auch ein nachträglicher Besuch. So kann man nun beispielsweise in aller Ruhe in den Statements stöbern, die KünstlerInnen und TheoretikerInnen auf Jauks Anfrage hin eingereicht haben.

[... ja, ein kleines Notizzettelchen vom braven Medium ist auch dabei. Welchselbiges aber nur der Begleitbrief zum eigentlichen Beitrag ist - der seinerseits ein Stückchen Radio war und ergo radiophon gesendet wurde, flüchtig in Raum und Zeit ...]

Von miss.gunst am 22.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.06.08

waldstück

ckwst_ksw.gifA propos Field Recordings. Da hätten wir doch gleich noch etwas in der Hinterhand - und zwar direkt aus dem schönen Hessenland.
In selbigem erklingt - natürlich nicht nur um des Reimes willen, zum Glück: Ein Waldstück.

Zumal das Hörstück zum Waldstück bzw. das gleichnamige Projekt von Christoph Korn - treuen LeserInnen ebenfalls kein Unbekannter (s. den Eintrag zu Sorge und Kapitalismus) - nicht unbedingt naturromantische Glückseligkeit assoziieren lässt.

ckwstk.gifKorn lässt nämlich das webbasierte Akustikidyll Stück um Stück verschwinden.
Seit dem 05. Februar diesen Jahres schwinden täglich ca. 78 Sekunden der ursprünglich vierundzwanzig Stunden dauernden Aufnahme automatisch bzw. nach dem Zufallsprinzip.
In etwa drei Jahren wird der Wald dann gänzlich in Wohlgefallen ins digitale Nirvana aufgelöst haben.

Zuvor und für die Rundfunkarchive soll es dann in diesem Herbst aber noch eine Übertragung des Hörstücks im Hessischen Rundfunk geben.

Wer jetzt denkt: Wenn ich dem Waldsterben 2.0 sowieso keinen Einhalt bieten kann, dann bleib ich mindestens mit den Ohren dran, ist so gesehen sicher nicht auf dem Holzweg.
Ähnlich sieht Korn jedenfalls die Sache auch, wenn er in seiner Notiz zum Projekt tröstet:

"Es ist nicht Nichts, was bleiben wird, sondern 24 Stunden durcharbeitete und, wenn man so will: durchwachte 'Zeit'."

Diese Arbeit leisten, heisst anderes wachsen lassen: die
Imagination. Was in der Tat nicht nur poetisch, sondern auch politisch
wichtig ist. Denn wenn die verkümmert, verschwinden nicht nur Wälder...

[Bildchen: So ungefähr stellen wir uns vor dem inneren Auge vor, was in diese Fall eben nur das Ohr erleben kann - wenn überhaupt. Den Schwund erträumten wir auf der Grundlage eines Waldstücks, das - anders als Korns Original - auch nicht in Hessen, sondern im Saarland wächst und von Oliver Herold unter cc-by 3.0 den Wikipedia Commons anvertraut wurde. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 30.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.06.08

öffentliches stricken

wkd08_ksw.gifSträflich spät, aber ganz unterschlagen wollen wir ihn eben doch nicht: In die stets wachsende Schar weltweiter Aktionstage hat sich nun auch ein World Wide Public Knit Day eingereiht.

Nun muss Stricken, Häkeln und Sticken natürlich sowieso nicht im stillen Kämmerlein stattfinden. Schliesslich ist Handarbeiten seit einiger Zeit - unter anderem ja auch in der Kunst - derart en vogue, dass man drinnen wie draussen, on- wie offline alle naslang entprechend erstellten Kreationen sowie eben auch deren KreateurInnen begegnet.

wkd08_g.gifUnd selbst dort, wo man sich explizit auf klandestine Strickzirkel bezieht (s. d. Eintrag vom 30.12.05 zum Revolutionary Knitting Circle), wird deshalb noch lange nicht die Öffentlichkeit gescheut - ganz im Gegenteil geht es gerade darum, selbige für politische Statements zu schaffen und zu nutzen.

Der World Wide Public Knit Day, 2005 von Danielle Landes begründet, hat sich da eher der Basisarbeit lokaler Gemeinschaftsbildung verschrieben.
Um ihn zu begehen, muss man sich eigentlich nur bzw. -geneigten zum bezeichneten Datum - dem 14.06. - mit Gleichgesinnten zusammenfinden und fleissig der Nadelarbeit frönen.

Hiefür allerdings stellt Landes zum einen ein Sortiment an Blanko-Einladungen und anderen Materialien zur Verfügung, die auf das eigene Projekt zugeschnitten und dann per Mail, per Web oder ganz klassisch in Form von Flyern verteilt werden können. Zum anderen lassen sich die geplanten Veranstaltungen dann auch auf der World Wide Public Knit Day vermelden, wo umgekehrt dann Mitstrickwillige nach Strickkreisen in ihrer Nähe suchen können.
Und wenn man dann (s)einen gefunden (oder selbst einen begründet) hat - wer weiss, vielleicht wird ja mehr und wohlmöglich sogar ein ganz revolutionärer Strickzirkel daraus?

Heuer noch einen kleinen hausgemachten "Kip" (= Knitting in Public)-Kreis ins Leben zu rufen, werden wir wohl auf die Schnelle nicht mehr schaffen - zumal wir eh anderweitig alle Hände voll tun haben und uns ausserdem mit unserer eigenen kleinen Werkgemeinschaft schon gut versorgt wähnen dürfen.
Aber wie das mit Jahrestagen so ist: Sollte es ja im nächsten wieder eine Chance geben...

[Bildchen: So schaut eine Blanko-Einladung zum aktuellen World Wide Public Knit Day aus. Logo und Gestaltung: Danielle Landes.]

Von miss.gunst am 14.06.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.05.08

wie's fuktioniert

fgzz_ksw.gifZur Abwechslung mal wieder was Handfestes für den Zettelkasten.
Neben dem "Wieso, weshalb, warum" gehört zu den wichtigsten Fragen, die nicht nur Kinder sich und anderen stellen, bekanntlich diese: Wie funktioniert das eigentlich?
Gut, wenn man da weiss, wo man nachschlagen kann.

fgzz1k.gifGeht natürlich nach wie vor in schlauen Büchern - gern erinnern wir uns an eines, das noch aus dem Jugendfundus der Eltern stammt und den schönen Titel "Wie funktioniert das?" trägt. Allein schon der anschaulichen Illustrationen in bester enzyklopädischer Tradition wegen hat es einen Ehrenplatz im Regal. Allerdings mehr in antiquarischem Sinne, denn dem Erscheinungsdatum entsprechend ist doch so Einiges - sowohl was die erläuterten Geräte als auch was das Hintergrundwissen betrifft - vom raschen Lauf der Zeit längst überholt.

Heute hingegen schlägt nicht nur der Nachwuchs gern im Netz nach. Und da wiederum gibt es selbstredend nicht allein die Wikipedia, sondern auch allerlei Spezialangebote.

Wie beispielsweise "How Stuff Works", wo sich entsprechende Erläuterungen en masse finden - und zwar nicht nur auf den denkbar weiten Bereich der Wissenschaft und der Technik bezogen.

fgzz2k.gif

Das hauseigene Test Dept. hat die obligaten Stichproben vorgenommen und ist zu folgenden Ergebnissen gekommen:
Mal reinspitzen lohnt eigentlich fast immer. Bestechend klar und anschaulich zum Beispiel das Kapitel zum Thema Radio.

fgzz3k.gifDem Gegenstand entsprechend eher obskur, dafür aber sehr amüsant: Die Einträge im Bereich "Supernatural Sciences". Dochdoch, da kann man auch nachlesen, wie Geister funktionieren (und mindestens diesem Artikel gebricht es eigentlich nicht an Seriosität).

Aufstossen könnte möglicherweise dagegen, dass Kunst als Unterkapitel von "Entertainment" firmiert. Aber das ist mittlerweile ja auch bei so mancher Zeitschrift bzw. deren Webpräsenzen nicht anders. Insofern sollte es FreundInnen der Künste nicht weiter schrecken. Auch wenn sie sich dann vielleicht doch die Lektüre von Einträgen ersparen werden, in denen mal eben in wenigen Zeilen erklärt wird, wie Kunst funktioniert.

Von miss.gunst am 25.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.04.08

kreative artistik (ruppert & murlot)

zfap_ksw.gifAbsichtsvoll im voraufgehenden Eintrag zum fumetto nicht genannt, weil sie einen eigenen bekommenen sollten: Die beiden grossartigen und äusserst versatilen Zeichner Florent Ruppert und Jérome Mulot.
Sie auch übertragend als Artisten zu deklarieren (denn artistes sind sie als frankophone Comic-Künstler natürlich sowieso), macht dieser Tage durchaus wortwörtlich Sinn.

Tatsächlich haben sich die beiden für das Festival nämlich eine regelrechte Zirkusnummer ausgedacht.
Nein, keinen Drahtseilakt - sie zeichnen live mit Tigern!
Einige Ergebnisse dieses waghalsigen Unterfangens finden sich bereits auf den fumetto-Seiten dokumentiert.

zfap_g0.gifZu Fans des Duos sind wir - zumal sonst nicht unbedingt den zirzensischen Künsten zugeneigt - allerdings vor schon längerem und aufgrund anderer, nicht minder origineller Inventionen der beiden geworden. Denn Ruppert/Murlot haben sich bereits mehrfach als Medienarchäologen mit historischen Augenweiden beschäftigt, um sie kongenial in eigene Projekte zu transformieren.

So beispielsweise mit ihrem "Phenakistiscope du Bal", das eine zeichnerische Animation des gleichnamigen Optischen Spielzeug vorstellt.

Oder mit den "Images Cryptées de Reportage", die das Prinzip eines entsprechenden Bilderrätsels aufnehmen. Deren Funktionsweise lässt sich per pdf-Druck bequemstens selbst ausprobieren - und wie das Ganze vom Grundsatz her geht, kann man auf John Rauschs Puzzle-Welt an einem einschlägigen historischen Exemplar bewundern.

zfap_g.gifDieser Tage widmen sich die beiden also nun in Luzern beim fumetto der angewandten Comic-Artistik - und wie man es nicht anders erwarten würde, entfaltet sich sozusagen auch hier der Zauber der Manege...

[Bildchen: Als DIY-Freundin mussten wir das Prinzip natürlich unbedingt mal selbst ausprobieren. Ergo ein erster - etwas arg eilig ausgeführter hektisch dahingekritzelter - Versuch. Eben weil der denkbar kunstlos ausgefallen ist und nur Demonstrationszwecken dienen soll, gibt's denn auch die Auflösung gleich anbei. Nunja, da heisst es: Üben, üben, üben!]

Von miss.gunst am 17.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.03.08

no matter (a2d2a ff.)

noma_ksw.gifLeicht zu erraten, welchen der Beiträge zu "Mixed Realities" wir sofort ins Herz geschlossen haben: Nicht etwa egal welchen, sondern eben jenes Projekt, das auf den Namen "No Matter" hört und aus gutem Grund auch einen eigenen Eintrag im Zettelkasten bekommt.

Allein schon, weil wir imaginäre Objekte innig lieben - und es um so grossartiger finden, wenn sie greifbare Gestalt gewinnen.

noma_g4.gifNatürlich gibt es eine Reihe von Sphären, in denen imaginäre Objekte seit je zu Hause sind. Und gleich nach der Phantasie zählen dazu auch solche, in denen die Einbildungskraft nicht nur selbstgenügsam waltet, sondern tatkräftig zum Bilden drängt: In der Literatur mit Worten, in der bildenden Kunst mit Materialien und in optischen Medien.
Wobei, à propos Medien, der Reiz und die Qualität dieser Sphären eigentlich eher darin liegen, dass bei aller Gestaltung auch seitens der Rezeption für die Imagination noch hinreichend Spielraum bleibt - etwa in dem Sinne, wie McLuhan die kalten bzw. kühlen Medien gegenüber den heissen definiert.

Aber was sagt die tätige Einbildungskraft, wenn man sie in eine Welt aus Polygonen schickt, deren Zusammensetzungsoptionen sich ästhetisch erst einmal eher auf der Ebene von Fertighauskatalogen und Tiefkühlmenues zu bewegen scheinen? Nun: Selbst wer SL vorzugsweise als Zweitleben-Puppenstube oder als Variation aufs Süsse Jenseits sieht (beides Optionen, die uns nicht ganz zufällig in den Sinn kommen), wird zugeben müssen: Heiss können das gerade deshalb so viele finden, weil es ebenfalls eher zu den kühlen Medien zählt, vorgefertigte Polygonen hin, aus dem RL abgekupferte Ökonomien her.

noma_g3.gifTapfer haben wir daher immer wieder mal getestet. Und das Ganze trotzdem stets aufs Neue für grässlich befunden. Umso mehr freuen wir uns regelmässig über Projeke, die ohne SL zwar nicht denkbar gewesen wären - aber die Schraube doch ein entscheidendes Stückchen weiterdrehen. Wie eben beispielsweise "No Matter" von Victoria Scott und Scott Kildall.

Die beiden haben nämlich zunächst einmal eine Reihe kreativer SL-BewohnerInnen gegen eine Entlohnung in schnöden Lindendollars damit beauftragt, aus Polygonen imaginäre Objekte zu basteln - und zwar, wie sich das für SL gehört, nach Vorbildern aus dem ersten Leben. Um nicht zu sagen: Klassikern unter den imaginären Objekten. Beispielsweise auf der Liste: Ein fliegender Teppich, der Heiligen Gral, das Bildnis des Dorian Gray (um schon mal vorzugreifen: autsch).

Nun liegt es zwar in der Natur der Sache, dass die schönste Vorstellung in SL notgedrungen zu Tand gerinnt. In dessen eigentliche Heimat mitnehmen lassen sich die Objekte aber normaler Weise nicht.
Anders bei "No Matter": Denn die Polygonen haben Scott und Kildall anschliessend auseinandergefaltet und zu Vorlagen für Ausschneidebögen gemacht, aus denen dann wieder Pappmodelle gefertigt wurden. Imaginäre Objekte zum Anfassen - gibts nicht? Gibts also doch.

noma_g2.gifIn voller Grösse sind sie derzeit nun in der Ausstellung "Mixed Realities" zu bewundern. Ist ein weiter Weg und eh weiter weg als SL? Kein Problem: Viel spannender ist es nämlich sowieso, auf der Heimseite des Projekts die Liste der Objekte durchzugehen, wo es zu einem jeden einen anderen Bogen gibt, auf dem zusammen mit den Objekten auch die Hintergründe ihrer Herstellung zu ergründe(l)n sind.

Unsere klaren Favoriten: Der Monolith aus 2001 (mal ganz harmlos nämlich und garantiert stumm, ohne dräuendes Drone-Gesumm), das tragbare Loch (weil man so was immer gut gebrauchen kann - auch wenn das Loch in der Umsetzung durchaus etwas löchriger hätte ausfallen dürfen - irgendeine Nische bräuchte die Imagination ja doch) sowie allen voran das Big Dumb Object (sowieso, sonnenklar), von Cheen Pitney gross-artig umgesetzt. Prima praktisch eigentlich auch Clyde Lindmans Vorschlag, den Topf mit Gold nicht am bekanntlich schwer erreichbaren Ende des Regenbogens zu platzieren - sondern einfach selbiges am Topf zu fixieren.

noma_g5.gifUnd dann hätten wir noch einen Sonderpreis zu vergeben: So sehr wir mathematische Modelle mögen, in diesem Fall aber nicht für das Objekt.
Sondern? Tja, einfach mal raten. Kleiner Hinweis: Auch das schicke Outfit seines Schöpfers ist es nicht...

[Bildchen: Für die Reproduktionsgenehmigung danken wir mittelbar natürlich auch den kreativen Auftragsdesignern - vor allem aber Scott Kildall und Victoria Scott. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 20.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.03.08

gemischte realitäten

tmrb_ksw.gifZwar muss man "Manufacturing", wie es beim dieser Tage in unseren Radar gegangenen Share Festival Thema war, nicht unbedingt gleich mit einer (Re-)Materialisierung des Digitalen assoziieren. Aber dass und wie man diese Begriffe zusammendenken kann, hat durchaus mit der Überlagerung von und den diversen Oszillationen zwischen analogen und digitalen Realitäten zu tun, die für unsere gegenwärtige Kultur charakteristisch sind.

Anfang Februar (07.02.08) hat turbulence.org - seit mehr als zehn Jahren als Plattform für netzbasierte Kunstprojekte aktiv - nun eine Ausstellung eröffnet, deren Exponate sämtlich mit entsprechenden Strategien operieren:

"Mixed Realities", noch bis zum 05.04. in der Huret & Spector Gallery des Emerson College in Boston zu sehen,

tmrb_g.gif

"is an international networked art exhibition that explores the convergence — through cyberspace — of real and synthetic places made possible by computers and networks."

Wohlgemerkt wird die Vermischung hier explizit in beide Richtung gedacht (also nicht nur a2d2a) - wobei die Simulation und/oder virtuelle Spiegelung des Materiellen im digitalen Raum natürlich sozusagen von Anfang an das Nachdenken über letzteren gepprägt hat. Ergo nun wirklich nichts Neues ist. Was sich in diesem Bereich drchaus geändert (und wenn man so will: auch weiter entwickelt) hat, sind die Ansprüche und Ziele einerseits und die Wahrnehmung andererseits. Vom Ufer einer ohnehin stark vom Umgang mit Digitalem geprägten Kultur hüpft man als andere/r in diesen Fluss, als man es etwa in den 1980ern gewesen wäre.

Soweit ein wenig küchenphilosophisches Begleitgemurmel zur Empfehlung, sich mindestens mal die digitale Seite der Exponate von "Mixed Realities" anzuschauen - und wir werden den Faden dann dieser Tage an jenem Ende ein wenig weiterspinnen, das uns daran besonders interessiert.

Von miss.gunst am 18.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.03.08

Lost Sound

lt2_ksw.gifDieser Eintrag wäre beinahe schon vergangene Woche in Verbindung mit einer Veranstaltungsempfehlung im Zettelkasten gelandet. Aber von der haben wir aus praktischen Gründen dann abgesehen - oder hätte eine/r der geneigten LeserInnen mal eben ins belgische Leuven rauschen können?
Nun: Für FreundInnen von Kassettengeschichten und anderen Zeugnissen der vergehenden Tape-Kultur wäre das sicher eine feine Sache gewesen.

In Zusammenarbeit mit der heimischen Musikveranstaltungsorganisation und -Plattform (K-RAA-K)3 organisiert das dort ansässige Kunstzentrum stuk nämlich neuerdings eine Veranstaltungsreihe namens "Displaced Sounds".

lt1_g.gifUnd gleich der erste Abend, der am vergangenen Donnerstag (13.03.08) stattgefunden hat, versammelte eine ganze Reihe spannder Projekte.

Darunter eben auch ein Video, das dem schnöden Schicksal der einst so verbreiteten Magnetbandwickel gewidmet ist: "Lost Sound" von John Smith und Graeme Miller.

Zwar ist die Gelegenheit, "Lost Sound" in Leuven zu sehen, dahin.
Aber das Video als solches gibt es - wie ja schon unser Anker anzeigt - bei der Londoner Distribution Lux (btw die Adresse schlechthin für künstlerische Vilmproduktionen aus UK und, wie miss.gunst gern aus eigener Erfahrung bestätigt, auch ein zuverlässiger Partner für die Organisation einschlägiger Veranstaltungen). Was an dieser Stelle sagen will: Wer gerne einmal selbst einen Vilm- und Musikabend zum Thema zu gestalten gedenkt, weiss hiermit, wo es zu bekommen wäre...

lt2_g.gif

[Bildchen: Standbilder aus "Lost Sound" kann man auf der verankerten Projektseite bei Lux anschauen - aber leider nicht von ebendort entnehmen und reproduzieren (d.h. man könnte schon, aber man darf natürlich nicht). Ergo mussten wir mal wieder ein Surrogat imaginieren. Ging ein bisschen schnell - aber man sieht wohl schon, wie verloren das verstossene Medium in die Weltgeschichte blickt...]

Von miss.gunst am 16.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.03.08

sägevögel & co (tierstimmen ff.)

ssv_ksw.gifEigentlich ein Fall von Eulen nach Athen - aber dieser Eintrag muss doch auf den voraufgehenden folgen.
Gewidmet ist er natürlich dem wohl grössten europäischen Tierstimmenarchiv, nämlich demjenigen der ehrwürdigen British Library.

ssv_g1.gifDie Sammlung der "Wildlife Sounds" als solche ist in ihren Beständen - ähnlich wie ihre Berliner Schwesterinsitution - online zwar nur über ihren Katalog zu bestaunen und eben dann vor Ort zu konsultieren.

Gleichwohl ist aber auch eine erkleckliche Anzahl von Kostproben für NetznutzerInnen zugänglich. Und zwar über die Themen-Beiträge des Bereichs "Listen to Nature", deren Lektüre zudem allerlei Wissenswertes vermittelt.

Unser Herz gehört dabei, wie treue LeserInnen aus guten Gründen ahnen werden, einerseits den gefiederten KlangkünstlerInnen bzw. der "Language of the Birds".
ssv_g2.gifUnd dort wiederum namentlich jenem Kapitel, das der Aneignung anderer Sprachformen bzw. der akustischen Mimikry gewidmet ist.

Andererseits gibts aber auch einige Töne, welche die Ohren von InsektenmusikfreundInnen erfreuen dürften. Unbedingt empfehlenswert, weil sonst nicht überall geboten (und von ähnlich entspannender Wirkung wie das Geräusch sanft prasselnden Regens - so man dabei vor dem geistigen Auge nicht Selbstgestricktes vernichtende Mottenlarven imaginiert): Die friedlichen Fressgeräusche von Bombyx mori bzw. Seidenraupen in mutmasslich erklecklicher Zahl.

[Bildchen: Illustrieren, wenngleich von einem im entsprechenden Kapitel zu erlauschenden Hörbeispiele inspiriert (nämlich einem Sägearbeiten intonierenden Braunbauch-Laubenvogel), selbstredend gerade nicht das Phänomen der lingustischen bzw. vokalen Mimikry bei Vögeln. Stammen vielmehr aus unserer kryptoornithologischen Sammlung, alles Exemplare, deren Stimmen leider nicht überliefert sind. Mehr zu diesem Thema im voraufgegangenen Eintrag. Für die Gene unserer Züchtung danken wir Mnemosines Spende in die PD...]

Von miss.gunst am 11.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.03.08

tierstimmen

tsta_ksw.gifA propos Museum für Naturkunde: Nicht nur InsektenmusikfreundInnen seien bei dieser Gelegenheit darauf verwiesen, dass besagte Institution unter anderem auch ein grosses Tierstimmenarchiv beherbergt - das allem Vernehmen nach nicht nur in Deutschland seinesgleichen sucht.

Das heisst: Wie die Sammlung im weltweiten Vergleich dasteht, ist unter dem gleichnamigen Menüpunkt nachzulesen [nämlich auch nicht schlecht; viel schlechter finden wir gerade, dass sich die Menüpunkte nicht direkt verlinken lassen].

tsta_g1.gifAber um solche sportlichen Ränge soll's an dieser Stelle ja sowieso nicht gehen. Sondern schlicht um die Würdigung einer für alle mit Ohren ausgestatteten Wesen inbesondere auch längerfristig wertvollen Archivierung akustischer Schätze. Denn ist ja nun leider nicht auszuschliessen, dass sich die Quellen der Klänge in vivo früher oder später rar machen werden, sei es nun durch die fortschreitende Reduzierung der Artenvielfalt oder durch andere mehr oder weniger "natürlichen" Veränderungen.

Allein aus diesem Grunde, also weil es sozusagen zur Erhaltung der akustischen Artenvielfalt beiträgt und damit einen potentiellen Wissensspeicher darstellt, wandert das Tierstimmenarchiv auch in unseren Zettelkasten. Indes KlangbastlerInnen auf der Suche nach einer Alternative zu Field Recordings beim Blick in die Datenbank feststellen werden, dass es in selbiger nur die archivalischen (Meta-)Daten nachzulesen - ergo für sie nichts zu holen gibt.

Zudem bieten sich für letzteren Zweck ja auch ganz andere Ressourcen an. Von denen wir selbstredend längst welche in unserem Kulturbeutel gesammelt haben und sicher auch mal vorstellen werden. Kommt Zeit, kommt Klang...

[Bildchen: Zeigt einen Vogel, dessen Stimme sich garantiert weder im Berliner noch in irgendeinem anderen Tierstimmenarchiv dieser Welt befindet. Nämlich einen Hongshanornis longicresta bzw. eine Rekonstruktions-Zeichnung seiner mutmasslichen Erscheinungsform zu Lebzeiten, die Pavel Riha angefertigt und grosszügiger Weise unter GNU/GDFL den Wikipedia Commons zur Verfügung gestellt hat; diese Linzenz gilt ergo auch für unsere Mutation zum Nachbild. Rar macht sich bei diesem Tier übrigens nicht nur die Dokumentation der Stimme, sondern es scheint auch sonst nur wenig über seine einstmalige Existenz zu finden zu sein. Fast möchte man träumen, es stamme aus Borges' Book of Imaginary Beings...].

Von miss.gunst am 09.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.02.08

macht was (zeichenmaschinen ff.)

ydm_ksw.gifJa von wegen. Steht zwar "You don't matter" drüber und sozusagen auch dahinter.
Aber ansonsten ist man doch sehr produktiv.
Oder war es wenigstens mal, als es darum ging, eine Maschine so um- bzw. aufzurüsten, dass man jetzt machen lassen kann.

ydm_g1.gifUnd The Plotting Machine macht ihre Arbeit wirklich beeindruckend gut - ganz egal, ob es gilt, Lettern auf's Papier zu bringen, auf Stoff aufzutragen, auf Wachstafeln oder gar in Vinyl zu fräsen.

Dass sie so schön schreiben kann, verdankt sie übrigens ebenfalls einer Art Kunst- bzw. Schreibmaschine: Nämlich dem Scriptographer, einem Plug in, das Jürg Lehni für ein bekanntes Zeichenmaschinchen Grafikprogramm entwickelt hat. Es muss ja nicht immer die Orientierung am Abstrakten Expressionismus sein, welche die Latte legt...

Wobei: Sich am "O di Giotto" üben bzw. Kreise ziehen - das kann The Plotting Machine als automatisch geniale Künstlerin natürlich auch.

Btw. für einschlägig Interessierte gegebenfalls beachtenswert: Auf der Einstiegsseite von You don't matter gibts gerade einen Aufruf für ein geplantes Ausstellungs- und Publikationsprojekt - für das unter anderem nach "Constructed or converted machines that are now able to produce something visual" gesucht wird. Von wegen "You don't matter"...

ydm_gg.gif

[Bildchen: Ja von wegen, zum Zweiten Dritten: Macht nämlich in der Tat was, nämlich einen Riesenspass: Die gute alte Wachskratztechnik aus dem Kindergarten mal mit Maschinenhilfe, also im Digitalen zu erproben. Wobei der Handarbeitsanteil dann allerdings zu einem etwas weniger attraktiven Ergebnis sorgt, als dies die Plotting Machine im Verein mit dem Scriptographer hinbekäme. Man kann halt nicht alles haben....]

Von miss.gunst am 23.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.02.08

DIY Analoge Digitaluhr (a2d2a)

mfad_ksw.gifZugunsten der Webradio-Tipps ist die Rückschau auf die transmediale bislang zu kurz gekommen - insofern wird es höchste Zeit, ein absolutes Highlight unter den Exponaten zu würdigen.
Mit dem thematischen Schwerpunkt der tm08, also Verschwörungen, hat das Ganze zwar wenig zu tun. Dafür aber um so mehr mit dem, was in diesem Log besonders interessiert.
Denn wer wäre wohl nicht neugierig zu erfahren, wie sich mit wenigen Mitteln und Griffen eine Digitaluhr basteln lässt?

Genau das wird nämlich in dem 2007 enstandenen Projekt "Standard Time - die selbstgebaute Zeit" von Mark Formanek höchst anschaulich demonstriert.

mfad_g.gifMan benötigt: Allem voran eine gute brilliante Idee, Dachlatten oder andere Holzbretter geeigneten Zuschnitts, Werkzeug zum Bohren und Schrauben sowie weiteres Zubehör zum temporären Fixieren der Teile - und jede Menge helfende Hände, denen neben besagtem Werkzeug und anderer nützlicher Ausrüstung (wie einer Leiter) vermutlich auch ein geigneter Zeitmesser zur Verfügung stehen sollte. Plus einen Ort, an dem die Uhr errichtet werden kann - im Video handelt es sich um eine Brache in Berlin, wie der Fernsehturm im Hintergrund erkenntlich macht.
Und last but not least eine fähige Crew, welche die wie auch immer mühsam verstreichende Zeit elegant in bewegte Bilder zu bannen weiss.

Und dann? Ist alle Minute Umbau angesagt. Mehr nicht. [Aber auch nicht weniger, beiseit bemerkt - wieviel Mühe erst die Hamster haben werden, die Prozessoren in unseren Rechnern zu betreiben?!]
Kurzum: Das demonstrierte Prinzip ist ebenso schlicht wie überzeugend.

Die frohe Botschaft an all jene, welche sich das mähliche Verstreichen der "Standard Time" noch nicht andernorts wie beispielsweise zuletzt im Rahmen der transmediale vor Augen geführt haben:
Zwar nicht die gesamten 24 Stunden, aber immerhin ein paar kurzweilige Minuten gibts wahlweise auf den Heimseitseiten des Projekts oder aber beim Datenstrudel zu sehen, dessen Team Formanek bei der Realisierunng treu zur Seite stand. [Ja genau, die Datenstrudler sind schon öfter mit ins Geniale lappenden Clips aufgefallen - wie zum Beispiel diesem hier...].

P.S.
Sollte der eine oder die andere über das kryptische Kürzel in Klammern gestolpert sein: Das lösen wir bei Gelegenheit noch auf...

[Bildchen: Um passend Bewunderung zu bekunden, ebenso flink wie fahrlässig aus digitalisierten Holzlatten eine Wortanzeige zusammengeleimt. Eigentlich hätte hinter das "TOLL" noch ein Ausrufezeichen gehört, aber das war uns als Laien statisch zu kompliziert. Indes Formaneks Zeitanzeiger sogar den obligaten Doppelpunkt zwischen Stunden und Minuten besitzt...]

Von miss.gunst am 10.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.01.08

paintr (kunstmaschinen ff.)

rmp_ksw.gifDa es gerade wieder um Generative Kunst ging: Eigentlich eine gute Gelegenheit, gleich ein weiteres Projekt vorzustellen, bei dem ein Programm als Zeichen- bzw. Malmaschinchen funktioniert.
Und sozusagen auf dieser Basis automatisch Bilder produziert.

Wer jetzt - ebenfalls automatisch - an Cornelia Sollfranks net.art generator(s) denkt, liegt zwar vom Prinzip her nicht ganz falsch. Aber diese geniale Art der künstlerischen Arbeitsdelegation haben wir ja nun schon längst mit einem Zettelkasteneintrag bedacht.

rmp_g2.gifAuf den ersten Blick schauen die Werke, die Rob Myers mit seinem paintr auf den Bildschirm zaubert, auch so gar nicht nach klassischer Netzkunstgeneratorenproduktion aus. Denn die assoziiert man doch tendenziell mit dem guten alten Collage-Prinzip und dessen Ästhetik: Bilder werden aus dem Netz gefischt und auf die eine oder andere Weise rekombiniert.

Der paintr dagegen agiert tatsächlich eher malerisch. Schon wenn sich das Bild aufbaut, möchte man fast an jene "Painting by Numbers" bzw. "Malen nach Zahlen"-Sets denken, die etwa auch die selbsterklärte Kunstmachmaschine Warhol als Vorlage schätzte.

Ganz so einfach macht es sich jedoch Myers mit seiner Kunstmaschine nicht. Vielmehr hat er ein Programm geschrieben, das seinerseits mit verschiedenen Anwendungen zusammenarbeitet - nämlich dem Farbschema-Generator colr, flickr als Fotodatenbank sowie Autotrace für die Konvertierung von Bitmap-Dateien in Vektorgrafiken - und dabei vom Künstler auch jeweils mit Ein- bzw. Vorgaben gefüttert werden will. Welche das waren, geht aus Texten hervor, die sich auf jeder Galerieseite unter den Bildern finden.

Was dieses Projekt besonders sympathisch macht: Dass es schon bei der Wahl der Fotovorlagen auf die Lizensierung mit cc-by-sa achtet - und auch die auf diese Weise entstandenen Meisterwerke (logischerweise) unter selbiger publiziert werden.

rmp_g3.gifIst doch wunderbar, wenn sich auf diese Weise die geneigte Betrachtung des Projekts bzw. den Zettelkasteneintrag anschaulich illustrieren lässt! In diesem Fall handelt es sich um das "paintr image 42" - genauer gesagt: dessen Abbildung (hier natürlich ebenfalls unter cc-by-sa. Die wohlweislich keinesfalls das Original ersetzen kann - nicht nur, weil unter diesem steht, wie und auf welcher Basis es entstanden ist (und sich dabei nebenbei auch das Kriterium unserer Wahl offenbart). Sondern auch, weil man diesem - wie es sich für Generative Kunst idealerweise gehört und die hier dokumentierten Phasen nur ansatzweise vermitteln - tatsächlich beim Entstehen zuschauen kann.

[P.S. Dochdoch, die beiden Bildchen, die ja auch nur zwei Zustände einer paintr-Produktion sind, haben so ziemlich auf den Pixel das gleiche Mass. Ist lediglich noch ein weiteres kleines Surplus des Verfahrens, dass es Basiswissen in Sachen optische Täuschungen in Erinnerung ruft...]

Von miss.gunst am 27.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.01.08

kaugummikugeln zu klängen

kgse_ksw.gifBei den Stichworten "Kaugummi" und "Klangerzeugung" dürften den meisten ein schlichtes "Plopp!" in den Sinn kommen. Klar, das geht immer.
Aber ob man mit Kaugummikugeln noch ganz anders Musik machen kann?
Kann man. Sogar um so besser, wenn man sie gar nicht erst zerkaut.

Dies belegt eine ziemlich originelles Interface, das Hannes Hesse, Andrew McDiarmid und Rosie Han im Rahmen eines Semesterprojekts an der UC Berkeley entwickelt haben: Der Bubble Gum Sequencer.

Ganz richtig, es handelt sich tatsächlich um einen Sequenzer, der auf der Basis von Kaugummikugeln funktioniert.

kgse_g.gifMan benötigt dazu schöne dicke Exemplare besagter Süssigkeit in mehreren leuchtenden Farben - sowie eine Konstruktion, die aus einem speziellen "Spielbrett", einer unter diesem platzierten Kamera und einem Computer besteht, der natürlich mit verschiedenen Programmen ausgestattet sein muss: Allem voran einem zur Verarbeitung von visuellem Input (dem, den man mit den Kaugummikugeln generiert) in MIDI-Signale, das von den drei Entwicklern geschrieben wurde. Und dann kann es sozusagen wie gewohnt weitergehen, bis zur Endausgabe der jeweiligen Komposition.

Das "Spielbrett" dient der Komposition und besteht im Grunde nur aus einem Gitter mit Löchern, auf welche die Kaugummikugeln gesetzt werden: Position und Farbe der Kaugummikugeln bzw. im Gesamten deren Folge(n), die von der Kamera abgenommen werden, bestimmen Klangfarben und Rhythmus der Komposition. Welchselbige auf diese Weise bereits im Tun bzw. im Prozess wunderbar anschaulich - quasi mit Händen zu greifen und selbstredend auch gleich mitzuhören ist.
Ein Verfahren, das sich nicht zuletzt bestens für gemeinschaftliches Musikmachen (und sicher auch für den Musikunterricht) eignet.

Noch viel besser als das hier geschehen kann wird der Bubble Gum Sequencer in einem kleinen Clip erklärt, den es auf der Heimseite des Projekts anzuschauen gibt. Was hiermit wärmstens empfohlen sei!

[Bildchen: Zeigt aus der Nähe, wie man die Kaugummikugeln auf dem "Spiel"- bzw. "Kompositionsbrett" platziert. Noch mehr leckere Bilder und vor allem besagten Clip gibt's wie gesagt auf den Heimseiten des Projekts. Der Dank geht an die drei Erfinder und besonders Hannes Hesse, der die schöne Dokumentation auf seinen Seiten eingerichtet hat!]

Von miss.gunst am 23.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.01.08

will work for food (zeichenmaschinchen ff.)

wwff_ksw.gifDer Name - eigentlich eine klassische "Sandwichman"-Zeile, mit der Menschen ihre Arbeitskraft für den sprichwörtlichen Hungerlohn anbieten - sagt es bereits: Hier wird nicht nur fortfolgend ein weiteres Zeichenmaschinchen vorgestellt. Sondern eines, das nachgerade furchterregend fleissig ist.

Um genau zu sein: Es handelt sich sogar um eine ganze und allem Anschein nach konjunkturbedingt wachsende Schar von Maschinchen, die unter diesem Motto kreative Dienstleistungen zu verrichten versprechen.
Was wirklich erst einmal ziemlich unheimlich klingen kann.
Besonders in den Ohren von KünstlerInnen, die sich nun nicht ganz zu Unrecht Gedanken um Lohndumping und anstehende Forderungen nach Mindestlöhnen machen werden.

wwff_g0.gifDenn dass Zeichenmaschinchen und ihre Produktionen ihnen schon per se ernsthafte Konkurrenz machen können, dürfte klar sein. Treue LeserInnen und Kunstmaschinenfans werden sich sicher noch an unseren Bericht über den kleinen sim gishel erinnern, der - wie unschuldig auch immer aus seinem Räderwerk lugend - seinerzeit so manchem menschlichen Kollegen das bereits sicher geglaubte Weihnachtsgeschäft vermiest haben dürfte, als er zur Adventszeit 2006 in der Berliner allgirls Galerie eine Zeichnung nach der anderen produzierte. [Beiseit bemerkt: Inzwischen könnten auch Bewegtbildschaffende kalte Füsse bekommen, denn mittlerweile macht sim gishel sogar Videos.]

Tatsächlich handelt es sich bei den kleinen Gesellen, die nun schon seit einiger Zeit den Kunst- bzw. Arbeitsmarkt aufmischen, um seine Geschwister, die Karl Heinz Jeron im Rahmen von "will work for food" ins Rennen schickt.
Dass sie nicht nur zeichnen können, sondern auch singen - nämlich passender Weise die Internationale (mehr hier) sowie ein herzliches "Happy Birthday" - macht sie natürlich sowieso schon mal zu einer schwer zu schlagenden Mitbewerbern in der Branche.

wwff_g1.gifUm so schlimmer, dass sie dann obendrein auch noch die kunstmarktüblichen Preise unterbieten - was mit Blick auf manche Auktionen zeitgenössischer Kunst zwar nicht so schwer erscheinen mag. Aber man weiss ja, dass deren Charts wenig mit der Realität der ökonomischen Verhältnisse zu tun haben, in der die Mehrheit der Kunstschaffenden arbeitet und lebt.

Sie selbst sehen das natürlich ganz anders: Wie in ihrem Manifest nachzulesen ist, wollen sie - den Thesen von Pierre Bourdieu in seinem Buch "Gegenfeuer" (Konstanz 1998) folgend - die derzeit bekanntlich immer weitere Kreise ziehende neoliberale Arbeitsökonomie, die in der Tat in den flexiblen und für minimales Entgelt Maximales leistenden Kulturschaffenden ihre Avantgarde hat, mit einem Gegenfeuer bekämpfen bzw. deren eigenen Waffen schlagen helfen.

Ob ihnen das auf diese Weise gelingt? Nun, das kann jede/r selbst überprüfen. Und das geht ganz einfach - nämlich, indem man gegen die Einsendung von Naturalien eins der kleinen Maschinchen für sich engagiert.

wwff_g2.gifFür SkeptikerInnen, die vielleicht noch unentschlossen sind, ob sie dieses wirklich sehr verlockende Angebot wahrnehmen sollen, arrangiert Karl Heinz Jeron gern kleine Kochshows (ja, auch die Kollegen im Fernsehen sollten sich warm anziehen), zu denen man potentielle Ingredienzien oder Naschwerk zum Nachtisch mitbringen kann, um dann in den doppelten Genuss einer Mahlzeit und einer Vorführung des Könnens der mehrfachbegabten Maschinchen zu kommen.

Wie etwa kürzlich zum Erntedankfest in Berlin. Und gerade aktuell im Rahmen des Stuttgarter Filmwinters, wo seit Freitag und noch bis zum heutigen Sonntag (ja, Sonntagsarbeit!) Abend im Gustav Siegle Haus am Leonhardsplatz 28 fleissig gekocht, gesungen und gezeichnet wird. Wer vor Ort weilt, sollte also hurtig etwas Essbares einpacken und kann dafür dann am Abend wahrscheinlich wohl genährt sowie mit Kunst beglückt heimwärts ziehen.

Zu spät? Zu weit? Keine Zeit, noch Richtung Schwabenland aufzubrechen? Nun: Wie schon geschrieben, besteht ja durchaus auch aus der Ferne Gelegenheit, ein Tauschgeschäft anzuzetteln.
Und vielleicht findet der eine oder die andere ja sogar Gefallen an der Idee, Karl Heinz Jeron und seine kleinen fleissigen Maschinchen zu einem Kunst-Koch-Happening einzuladen?
Günstiger als bei und mit "will work for food" ist - Trend zum Lohndumping hin oder her - ein solches Rundumpaket zurzeit jedenfalls wohl kaum zu haben...

[Bildchen: Die kleinen fleissigen Maschinchen von "will work for food" bei der Arbeit. Grand Merci an Karl Heinz Jeron für die Sondergenehmigung zur Wiedergabe und die freundlich erwirkte Befreiung von verwertungsrechtbedingten Gebühren! Wer jedoch in den vollen Genuss ihrer beeindruckenden Fähigkeiten kommen will, sollte sich nicht nur den Clip auf der "how to"-Seite des Projekts anschauen, sondern tunlichst seine Vorratskammer konsultieren und sie selbst engagieren.]

Von miss.gunst am 20.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.01.08

stempel(n) und kunstmaschinen ff.

mgstm_ksw.gifZeit, zu einem unserer Lieblingsthemen zurückzukehren. War nämlich kein Zufall, das neulich die Aufmerksamkeit ausgerechnet vom bzw. von Stempelmaschinchen besonders gefesselt wurde.
Denn die Kombination von Stempeln und Kunstmaschinen begegnet derzeit auch noch an anderer, ziemlich prominenter Stelle.

mgstm_g1.gifUnd zwar in der Ausstellung "Kunstmaschinen - Maschinenkunst", die aktuell noch bis Ende Januar (31.01.08) in der Frankfurter Schirn Kunsthalle zu sehen ist und im Anschluss nach Basel ins Tinguely Museum weiterreisen wird.

Die versammelt natürlich ein ganzes Fuder idealer Kandidaten fuer Zettelkasteneinträge - was im Grunde auch längst auf der Liste steht. Mal ganz abgesehen davon, dass sich Kunstmaschinenfans die Schau als Ganzes keinesfalls entgehen lassen dürfen. Zumal sie ja nebenbei einige interessante Fragen stellt - wie beispielsweise die, wer da nun eigentlich der bzw. die KünstlerIn ist: Der oder die KonstrukteurIn der Kunstmaschine - und/oder auch das jeweilige Maschinchen selbst? Und wie sieht es mit dem Anteil derer aus, die - wenn sie sich am Produktionsprozess beteiligen können, wie das bei einigen der Kunstmaschinen der Fall ist - schliesslich auch die Ästhetik der Werke mitbestimmen?

Über solche Fragen haben wir auch schon an anderer Stelle nachgedacht - und sind dabei am Ende nicht von ungefähr an den Stenmpeln hängen geblieben, die in der Schirn bei jeder Kunstmaschine liegen, mit der man ein Kunstwerk zum Mitnehmen produzieren kann. Die wurden nämlich speziell für die Ausstellung angefertigt - dienen aber nicht nur der Beglaubigung, dass das jeweilige Blatt von einem der Maschinenkünstler stammt.

mgstm_g2.gifVielmehr setzt damit auch die Schirn ihre Signatur bzw. prägt der Gemeinschaftsarbeit von KünstlerIn, Kunstmaschine, und BesucherIn wortwörtlich ihren Stempel auf. Ein Branding durchs Betriebssystem, dem wiederum nur jene Kunstmaschinenproduktionen entgehen, die sich von vornherein einer tätigen Einmischung durch Dritte als abhold erweisen.

Was unter dem Strich aber nicht nur den Eindruck vermitteln kann, dass die vom kuratorischen Konzept gestellten Fragen eher rhetorisch aufzufassen sind. Sondern auch ziemlich einprägsam auf den Anspruch der Institution auf die Position der Ko-Produzentin verweist.

mgstm_g3.gif

[Bildchen: Gern hätten wir hier die durchaus für sich schon sehr ansehnlichen Abdrücke der Stempel gezeigt, die den Arbeiten von Damien Hirst, Olafur Eliasson, Cornelia Sollfrank beigegeben sind. Doch da die ja gleich mehrere AutorInnen haben, wird wohl auch die Sache mit den Rechten entsprechend komplizierter sein. So dass wir mal wieder selbst produzieren mussten... Und: Oja, das ist in der Tat so ein dummer 'Genetiv'-Apostroph, wie wir seiner sonst ja selbst gern spotten. Gehört in diesem Fall aber doch dazu - das Schildchen musste ja zum Maschinchen passen, das seinerseits offenkundig nicht der lichtesten Konstruktionen eine ist.]

Von miss.gunst am 13.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.01.08

zeichenmaschinen ff.

stst_ksw.gifA propos glückliche Funde und anderes Abzuarbeitendes aus dem Kulturbeutel. Besonders viel hat sich da natürlich zu unserem Leib- und Magenthema Zeichen- und andere Kunstmaschinchen angesammelt.
Um also gleich mal wieder ein Bröckchen des entsprechenden (wie auch immer imaginären) Bringschuldgebirges abzutragen...

... heute, nein noch keins der vom letzten Zürcher diy-Festivals im Hintergrund inspirierten Kurzporträts.
Sondern eine kleine Vilmempfehlung.

Die erfolgt aus leidigen Gründen etwas umständlich.

stst_g.gifDabei sollte es eigentlich das Herz um so mehr erfreuen, wenn kreative junge Menschen phantastische Dinge basteln - wie in diesem Fall ein ganzes Fuder köstlichster Zeichen- und Malmaschinenkreationen, sogar eine Art Was-passiert-dann-Maschine ist dabei. Wenn eben diese Menschen dann beschliessen, ihren Spass an der Freude mit der grossen weiten Welt zu teilen. Einen klasse Clip machen resp. schwungvoll schneiden und diesen obendrein mit einer Musik hinterlegen, die besagten Spass an der Freude nochmal, weil bestens passend, multipliziert.

Aber ach, wir wissen ja: Die Verhältnisse, sie sind nicht so - weshalb der Spass an der Freude dann mitunter auch ganz schnell ein jähes Ende finden kann. Soweit kommt es, hoffen wir mal, in diesem Fall nicht. Wohlmöglich haben sie ja sogar eine Spezialgenehmigung.

Wie auch immer. Brav und korrekt, wie wir nun mal sind, splitten wir unsere Bewertung einerseits in: "Yes, DIY" bzw. "Try that at home (or wherever"), was die zum Einsatz gekommene Bastellust in Sachen Kunstmaschinchen betrifft. Und mahnen andererseits: "Don't usw.", was besagte musikalische Unterlegung bzw. deren Publikation angeht.

Und wer sich auf dieser Basis die Empfehlung (einerseits) bzw. das abschreckende Beispiel (andererseits) mal ansehen möchte: Gebe in das Suchfenster des bekannten DuKanals (nein, nicht DU) "zeich(n)en maschine projekt" ein. Auf englisch natürlich.

[Bildchen: Das haben wir selbstredend selbst erstellt. Mit einem imaginären Stempelzeichenmaschinchen - die Idee der écriture automatique lässt sich schliesslich noch ein wenig weitertreiben. Und ja: das Ganze nimmt auf seine Weise durchaus direkt zum Eintrag Bezug. See-it-yourself...]

Von miss.gunst am 03.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.12.07

Kunstautomat

awka_ksw.gifKunstmaschinen gehören ja bekanntlich sowieso und jederzeit zu den bevorzugten Sammlungsgegenständen dieses Logs.
Um so erfreulicher jedoch, wenn man den obligaten Zettelkasten-Eintrag obendrein mit einem heissen Tipp für diejenigen verbinden kann, die noch nicht alle Weihnachtspräsente beisammen haben.

awka_g1k.gifIm vergangenen Jahr musste man, um einer vergleichbaren Empfehlung zu folgen - nämlich um sim gishel bei der Arbeit zuzusehen bzw. eine der Produktionen dieses kleinen fleissigen Zeichenroboters zu erstehen - nach Berlin zur allgirls gallery pilgern.

Diesmal heisst es hingegen: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah?
Heute (21.12.) Abend eröffnet nämlich auf dem Toni Areal die Kunstszene Zürich 2007. Und mit dabei ist - an Stand Nummer 280 (Sektor 2, s. den als pdf verfügbaren Hallenplan): Andres Wanner.

Den wiederum kennen treue LeserInnen nicht nur als Initiator und Organisator des bzw. der pixelstorm-Awards (s. den Eintrag vom 06.01.07). Sondern auch als Mentor einer ganzen Familie munterer Zeichenmaschinen, die im Rahmen seiner Lehre im Bereich Medienkunst an der FHW Aargau entstehen und von denen einige erst kürzlich beim Zürcher diy-Festival brillierten (s. den Eintrag vom 07.12.07).

Tatsächlich hat er aber auch selbst einen Kunstautomat gebaut - und zwar einen, der es ihm erspart, zu einem ebensolchen werden. Man kennt ja die unglücklichen Künstler, die sich ihr Einkommen dadurch verdienen müssen, dass sie sich auf Strassen und Plätzen, Messen und Festen als Porträtzeichner verdingen. Huschhusch muss das gehen, je schneller, desto besser. Doch wehe die Nase ist zu schief geraten, dann wird ums Honorar gefeilscht.

Wanners kluge Alternative, die stattdessen den Porträtierten einen Teil der Initiative überlässt:

"Der Kunstautomat zeichnet Porträts von BesucherInnen und verkauft diese als Miniaturen. Ausgehend vom Livebild einer Videokamera tastet er in einer zeichnerisch anmutenden Umsetzung gegenständliche Konturen ab. Die Porträtierten nehmen durch Stillstehen oder Bewegung am Bild teil, und bestimmen den Moment, in dem eine Miniatur ausgedruckt wird. Lassen Sie sich zeichnen!"

Letzterer Aufforderung können wir uns im Sinne einer herzlichen Empfehlung nur anschliessen - zumal auf diese Weise ja eben vielleicht noch die eine oder andere Weihnachtsgabe erstellt und erworben werden kann. Und falls das nicht mehr klappen sollte: Bis 06.01.2008 wäre dann noch Zeit, Versäumtes nachzuholen!

[Bildchen: Der Kunstautomat in seiner ganzen Pracht - Grand Merci an Andres Wanner für die Sendung!]

Von miss.gunst am 21.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.11.07

lizenz zum lieben

idll_ksw.gif... oder vielleicht etwas präziser: Ein ziemlich liebenswerter Ansatz zur Frage "Wie sähe eigentlich eine Lizenz aus, die aufs Wesentliche geht?"
Aus juristischer Perspektive ist dieses Wesentliche aus nahe liegenden Gründen die Klärung der Rechtsverhältnisse.
Die ihrerseits aber aus ebenso nahe liegenden Gründen nicht im Vordergrund steht, wenn Menschen sich mitteilen und etwas mit anderen teilen wollen.

Denn dass in diesem Zusammenhang auch die Rechtsverhältnisse interessieren (müssen), ist ja doch eher etwas, was man im Sinne verantwortungsvollen bzw. -bewussten Handelns auf der Agenda hat. Aber zugleich wohl kaum als Hauptmotiv dieses Handelns bezeichnen würde.

idll_t1.gifWer beispielsweise ein Netzlabel betreibt, muss sich zwangsläufig Gedanken um Lizenzen machen. Das Eigentliche an der Sache ist jedoch: Die Musik.

Ebenso - und auch da kommen bekanntlich schnell die Rechtsverhältnisse mit ins Spiel - sieht es in Sachen Ökonomien aus. Die müssen im weitesten Sinne stimmen, sonst geraten Projekte schnell in Schwierigkeiten. Nur: Allein des Geldes wegen ein Projekt aus dem Boden zu stampfen, sollte man sich mindestens in den Künsten vielleicht doch lieber von vornherein sparen.
Eine Online-Plattform fürs Herunterladen von Musik: So etwas kann man natürlich als Geschäftsidee verfolgen. Aber ein Netzlabel, bei dem die Musik kostenfrei weitergegeben wird? Wohl kaum.

idll_g.gifWas wiederum nicht heisst, dass sich NetzlabelbetreiberInnen weder Gedanken ums Geld noch solche um Linzenzen machen müssen. Im Gegenteil. Gleichwohl: Wenns aufs oder ums besagte Wesentliche geht, steht eben, wie gesagt bzw. geschrieben, doch eher etwas anderes vorn. Und das sind die Neigung. Die Zuneigung. Die Sympathie. Die Liebe zur Sache und zu den Menschen, die sich dieser Sache ebenfalls verschrieben haben. [Grosses Wort, aber wofür klopft das Herzchen, sieht man mal von seiner selbstredend nicht ganz unwesentlichen biologischen Basisfunktion ab? Genau.]

Anders und etwas konkreter:
Wenn man nun - wie am vergangenen Wochenende bei interfiction - fragt: "Auf welchen Grundlagen arbeiten?", dann ist in diesem Sinne klar, dass Rechtsverhältnisse und Ökonomien nicht die einzigen Grundlagen sind, auf denen Kunst-, Kultur- und Wissenproduktion ruhen und aus denen sie schöpfen. Sondern vielmehr auch das Emotionale zählt. Und zwar möglicherweise ziemlich viel.

Dummerweise hat das im Gestus des Gebens und Freigebens per se, kaum aber in den gängigen Lizenzen seinen Ort, die dieses Geben und Freigeben begleiten. Auch in einer Lizenz wie den Creative Commons blinkt es allenfalls zwischen den Zeilen hervor oder ist etwa dort untergebracht, wo man wem-auch-immer grosszügig gestattet, eine mit viel Liebe (scil.: Schweiss und Tränen) gebastelte Eigenkreation nach Lust und Laune zu verwenden und gegebenenfalls sogar auseinanderzunehmen.

idll_t2.gifUmso sympathischer daher der Vorschlag, den Oliver Hagmann und Raffael Dörig von interdisco machten (genau, eben jenes bekanntlich und nicht von Ungefähr zu unseren Lieblingsnetzlabels zählt).
Die Essenz ihres Vorschlags fasst ein kleiner Flyer, den sie in Anlehnung an die bekannten, die ökonomischen und juristischen Aspekte fokussierenden Logos der CC-Lizenz gezeichnet haben und der eben als Versuch verstanden werden kann, auch mal das Wesentliche bzw. die wesentliche Motivation zu fassen, auf welcher die Netzlabelarbeit bei interdisco basiert.

Spricht für sich, oder?

idll_t3.gifP.S.: Ja, klar kann man da auch gleich wieder mit Einwänden winken. Wie sie allerdings vor allem auf dem sumpfigen Boden von Binsenweisheiten spriessen. Wie beispielsweise: "Wo es um Geld geht, hören Freundschaft und Liebe schnell auf".
Und auch seitens sonst ziemlich leidenschaftlicher Musiker kann es, wie C. Cay Wesnigk von onlinefilm.org wusste, durchaus divergierende Auffassungen geben. So findet sich bei Frank Zappa ("Packard Goose", "Joe's Garage") folgende Ungleichung:

"Information is not knowledge. Knowledge is not wisdom. Wisdom is not truth. Truth is not beauty. Beauty is not love. Love is not music. Music is THE BEST..."

Soviel zu den feinen Unterschieden. Aber manchmal muss man eben auch aufs Ganze gehen, oder etwa nicht?
Merci jedenfalls an Oliver für den Hinweis und an Raffael fürs Nachschlagen des Zitat bei WikiQuote - und an alle beide fürs Bildchen bzw. dessen freundliche Wiedergabegenehmigung. Unter CC oder unter LL? Ratet mal...

Von miss.gunst am 22.11.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.11.07

schöne sysipha (@ monitoring)

ttmzpeb_ksw.gifMit Berichterstattungen zur diesjährigen interfiction einzusetzen wäre wohl etwas vermessen. Aber es gab dort wie auch drumherum doch so einiges, das auch bestens für Einträge in den HOME MADE Zettelkasten taugt.
Wie beispielsweise zu einem unserer Lieblingsstränge in Sachen angewandter Medienarchäologie, der schönen Kunst, Overhead-Projektoren ein würdiges Gnadenbrot zu verschaffen.

ttmzpeb_g2.gifSo konnte man nämlich im Rahmen der dokfest-Ausstellung Monitoring einer jener Arbeiten begegenen, von denen hier vor nicht allzulanger Zeit im Zusammenhang mit dem Kölner Workshop "Kunst und Musik mit dem Tageslichtprojektor" die Rede war (siehe die Einträge vom 04.07.07 und vom 25.08.07:

Der grossartigen "Maschine zur Projektion eines Blumenmusters" von Tina Tonagel.
Die - wie man auch auf Tina Tonagels Heimseiten, auf denen sich ein kleines Porträt dieses wunderbaren Apparates findet - nachsehen und nachlesen kann, besagtes Blumenmuster nicht nur projiziert, sondern vor allem anderen erst einmal produziert.

Ergo eine echte Kunst- bzw. Mal- bzw. Zeichenmaschine ist und als solche nicht nur zugleich in die entsprechende Zettelkasten-Abteilung dieses Logs gehört. Sondern sich eigentlich auch gut in der aktuellen Ausstellung zu Kunstmaschinen in der Schirn Kunsthalle gemacht hätte.

Schliesslich walzt die schöne Sisypha unermüdlich und weitestgehend selbständig besagtes Blumenmuster einerseits auf die Endlosfolie, was zum Einen bzw. auf der einen Projektionsfläche zu sehen ist.

ttmzpeb_g1.gifUnd im Grunde liesse sich ihr Name sogar noch erweitertn, da sie in diesem Zuge mitnichten allein die FreundInnen floraler Ornamentik versorgt, sondern obendrein auch diejenigen abstrakter Kunst auf ihre Kosten kommen lässt. Denn im Rundlauf der Folie wird das Blumenmuster andererseits natürlich auch wieder verwischt, so dass die Folie auf ihrem Transportweg wieder gereinigt werden muss - was dann ins Bild der zweiten Projektion eingeht.

Mithin lässt sich ihr auch nicht nur stundenlang bei der Arbeit zusehen, sondern sogar weidlich über selbige philosophieren. Etwa darüber, ob die glücklichste Kunst(maschine) dieenige ist, die ihr eigenes Werk stets auch selbst zerstört und von daher in ihrem ungebremsten Schaffensdrang dennoch das ökologische Gleichgewicht zwischen der An- und Abwesenheit von Kunst bzw. ihrer Erscheinung respektiert.

[Bildchen: Zeigen, wie unschwer zu erkennen, die schöne Sysipha daselbst, also die Maschine zur Projektion eines Blumenmusters - mit Grand Merci an Tina Tonagel, die ihre kreative Kreation in Kassel übrigens während aller Ausstellungstage treulich höchst persönlich betreute.]

Von miss.gunst am 20.11.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.11.07

the street knit project

strstr_ksw.gifBislang hat sich ungeachtet des zügig Richtung Winter fortschreitenden Kalenders der Herbst grossenteils eher spätsommerlich angefühlt. Berlin im November ohne Handschuhe und Mütze beispielsweise: Unglaublich - aber wahr. Ab kommende Woche soll es nun jedoch wirklich etwas kälter werden. Was man allerdings wohl nur dann so richtig goutieren kann, wenn man über eine heimelig geheizte Wohnstatt und kühlere Temperaturen kompensierende Kleidung verfügt.

Wie es dagegen jenen geht, die weder das eine noch das andere besitzen, kann sich vielleicht noch am ehesten (und selbst dann: allenfalls äusserst vage) vorstellen, wer mal während einer längeren Wander- oder Fahrradtour fern jeder Zivilisation in Wetterwechsel kam - und merkte, dass Handschuhe, Regenjacke oder ähnlich Essentielles daheimgeblieben sind.

Natürlich gibt es - mindestens in den so genannten Wohlstandsländern - in den meisten Städten und Gemeinden Organisationen, die Kleidung für Bedürftige sammeln und ausgeben. Richtig gute Wollware, und die wärmt bekanntlich noch am Besten, ist dort allerdings tendenziell eher rar. Von Selbstgestrickten trennen sich schliesslich die Wenigsten gern (es sei denn, es wurde ihnen unverlangt von wohlmeinenden Verwandten aufgedrängt) oder erst, wenn die Motten wenig davon übrig gelassen haben.

strstr_g2.gifGenau an diesem wunden Punkt setzt das in Toronto beheimatete "Street Knit Project" an: Per Netzwerk werden Strickspenden organisiert; Hilfsbereiten, denen es an Vorlagen, Erfahrung und/oder Ideen mangelt, Links zu online verfügbaren Strickmustern zugeliefert - und seit jüngstem ist es sogar möglich, einfach nur Wolle abzugeben.
[Ja, auch das macht Sinn angesichts der Tatsache, dass gesponnenes Tierhaar in den vergangenen Jahren nicht eben billiger geworden ist - zumal im Vergleich, vor allem aber in Folge einer mit Preisdumping konkurrierenden Bekleidungsindustrie, die sogar Handgestricktes so günstig unter die Leute wirft, dass Selber machen nicht allein aus Zeitgründen wie echter Luxus wirkt.]

Kurzum: Eine gute Idee und ein unterstützenswertes Projekt. Wobei praktisches Mittun in diesem Fall selbstredend lokale Präsenz verlangt.
Wäre also die Frage, ob es in der Schweiz schon etwas Vergleichbares hat und wenn ja, wo? Einschlägige Hinweise nimmt miss.gunst gern entgegen - und würde die Adressen dann auch hier im Log publizieren. Winter wirds schliesslich auch in unseren Längen- und Breitengraden. Und sicher gibt es sowohl Bedarf wie auch potentielle StrickwarenspenderInnen vor Ort. Oder?

[Bildchen: Tja. Gerne hätten wir das Street Knit Project nicht nur gelobt, sondern auch anschaulich mit Logo verlinkt. Da es zu diesem jedoch einen Copyright-Verweis gibt, lassen wir Letzteres lieber. Und mussten statt dessen mal wieder stümpern - was wie so oft allein mit Hilfe grosszügiger Wikipedia-Commons-SpenderInnen möglich war; speziell für die Maschen ist Brian Sawyer zu danken, weswegen das optisch leider eher kümmerliche Ergebnis nicht wie die Strasse mit GNU, sondern cc-by-sa lizensiert werden muss. Oder beides? Wie auch immer - unter dem kalten Asphalt jedenfalls wuchert der Wollschal, so viel ist gewiss.]

Von miss.gunst am 04.11.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.10.07

read this book (shift ff.)

rdb_ksw.gifVom SHIFT Festival gäbe es eigentlich nur Gutes zu berichten, was den Anlass als solchen betrifft. Allerdings wurden die Angebote, sich auf denkbar vielfältige Weise mit unterschiedlichen Aspekten des Themas "Access" zu beschäft