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26.05.05

Circuit Bending

Beim Circuit Bending geht es, kurz gefasst und wie der Name auch schon sagt, um die gezielte Manipulation von Schaltkreisen – und um die Klänge, die sich auf diese Weise erzeugen lassen. Vorzugsweise werden daher Apparate frisiert, die bereits ein gewisses Basispotential mit sich bringen: Batteriebetriebene Musikinstrumente für Kinder beispielsweise oder anderes Spielzeug, das Tröten und Tönen kann – aber im Grunde sind je nach technischem Know-How dem Basteltrieb sowohl nach oben in Richtung High Tech als auch nach unten in Richtung Low Tech keine Grenzen gesetzt. Zünftige Circuit-Bender ziehen wohl eher Letztere vor...

Für einen kleinen Ausflug in die wunderbare Welt des Schaltkreisbiegens, -beugens und -in-neue-Schlaufen-ziehens sei zunächst die kompakte Einführung von Jörg Werner auf datamath.org empfohlen.

Nicht fehlen darf in der Runde Reed Ghazala, der als CB-Pionier seit den 1960er Jahren das Feld erkundet - und dementsprechend ausführlich in die Kunst des "How to Circuit Bend" einweihen kann. Auf seiner Heimseite präsentiert er verschiedene Bentsounds wie die Töne der Photon-Klarinette (eine Art CB-Version des DIMI-O bzw. des Theremin). Und im Bereich SoundArt hat es unter anderen Instrumenten auch eine Reihe von "Insektophonen" (im Hintergrund zirpt an dieser Stelle unhörbar, aber echt entzückt das bereits als Instektenmusikfan geoutetete Medium von HOME MADE, miss.gunst – erst mal allerdings als unfreiwillige Solistin, denn in Ghazalas Galerie werden die Phone tonlos vorgestellt und man muss wieder zu den Bentsounds wandern, um zu erlauschen, was die "Vox Insecta" zu bieten hat).

Wunderbare Dinge gibt es auch bei Dave Wright von carrionsound zu entdecken. Akustisch mögen manche der manipulierten Spielsachen vielleicht nicht so sehr vom Hocker reissen (wie zb der fies mit den Soundzähnen knirschende kleine Carrion-Computer). Aber die Wunschmaschine scheint ziemlich gut zu funktionieren – jedenfalls wenn man eine Katze ist.

Eher schlicht gestaltet, aber ziemlich informativ kommen die "Warranty Void"-Seiten von CO Windler daher, der als CyberYogi auf seiner Heimseite auch noch andere kreative Basteleien sowie (sic und übrigens aus Fachperspektive) Gesundheitstipps für UserInnen vorrätig hat.

Wortwörtlich nahe liegt schliesslich aus HOME MADE-Labor-Perspektive zum einen der Verweis auf die Aktivitäten der in Basel beheimateten Crew von Drop-da-Bomb und ihr D.I.Y.-Projekt Y-MIXER (inklusive einer Kostprobe fürs geneigte Gehör).
Und zum anderen auf Norbert Möslang, der als Experte des Metiers bei HOME MADE zu Gast sein wird, um in die hohe Kunst des Circuit Bending einzuführen.

Zu guter Letzt – behaupte noch eine/r, der Beschäftigung mit Drähten und Kontakten gehe die Erotik ab – ein weiterführender Hinweis des CB-Grossmeisters Reed Ghazala (im Original natürlich auf seiner Heimseite zu finden):
"Body-contacts are also found through circuit-bending. These allow
electricity to flow through the player's body, flesh and blood now
becoming an active part of the electronic sound circuit. This interface extends players and instruments into each other, creating, in essence, cuit new life forms. An emerging tribe of bio-electronic Audio Sapiens."

("... and insects", souffliert aus dem Hintergrund miss.gunst).

Von miss.gunst am 26.05.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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