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29.05.05

Wassermusik

Reach, Reach, some leaves
havent hastened near
enuf – Roll, roll, purl
the sand shark floor
a greeny pali andarva
- Ah back – Ah forth -
A shish – Boom, away,
doom, a day – Vein we
firm – The sea is We – vad, tapada, pow
Parle, parle, boom the
earth – Aree – Shaw
Shoo, shush, flut,
ravad, tapavada pow,
coof, lock, roof, -
No, no, no, no, no, no -
Oh ya, ya , ya yo yair -
Shhh –

Jack Kerouac (Appendix zu: Big Sur, London: Flamingo, 1993)*

Was tun, wenn Big Sur fern ist und die Sehnsucht, sich in Wassermusik zu verströmen nah?
In Romainmoîtier nichts einfacher als das. Hinter dem Haus wächst nicht nur Andres Bosshards Klanggarten. Als Platzhirsch musiziert dort tagein tagaus der Bach. Gutgelaunt perlend, beharrlich klopfend schickt er akustische Tropfen auf die Reise über das Ufer, durchs Gezweig ins Haus hinein, wo sein Wasser an den Wänden entlang trippelt oder gleich frech den kürzesten Weg über den Dachstuhl nimmt, da es nachts sehr viel deutlicher zu hören ist als gartenseitig bei offenem Fenster. Wenig wunderlich, dass sich angesichts dieser Kunst nicht wenige wünschen, wie Wasser komponieren zu können.
John Cage gelang es mit seiner "Water Music", Wasser ohne Wasser herzustellen – Wasser also, mit präparierten Instrumente trocken gelegt und dennoch eine Dusche für das dankbar getäuschte Ohr. Der arme Luigi Russolo hatte mit dem Gurgler seines Intonarumori-Orchesters nicht so viel Glück, insofern er gerade danach strebte, das Geräusch um des Geräusches willen zu erzeugen – jenseits einer weiteren Assoziation. Sein ignorantes Publikum dagegen vermeinte "die See im Sommer" oder "einen erfrischenden Regenschauer" zu vernehmen. Zplitsch.**

* Für FreundInnen der Stimmen aus dem Jenseits: Jack Kerouac speaks...

** Zum Weiterlesen entlang der verschlungenen Läufe der Wassermusik sei Douglas Kahns wunderbares Buch Noise Water Meat. A History of Sounds in the Arts, Cambridge & London: MIT Press, 1999 wärmstens empfohlen, das neben einem einschlägigen Kapitel zu Water Flows and Flux eben an anderer Stelle auch Kerouacs Einladung zur onomapoietischen Selbstauflösung enthält.

[Romainmoîtier, Sternzeit ca. 05:27. Leichter Wind.]

Von miss.gunst am 29.05.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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