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10.07.05

Resoundings (Fontana ff.)

... when I became musical, all the sounds around me also became musical ...
[Bill Fontana, Resoundings]

Sicher, das wollen offenbar nicht alle so sehen. Unabhängig von etwaigen Beschwichtigungsgesten in Richtung der leidenden Anrainer seiner "Sound Lines" in Leeds hat Bill Fontana als seit Jahrzehnten kontinuierlich aktiver Klangwerker und Soundforscher jedoch einen Eintrag im Zettelkasten von HOME MADE verdient.

Eigentlich reicht ein Anker auf seine Heimseiten schon aus, um in den Kosmos der "Resoundings" einzuführen.
Gleich auf der Einstiegsseite beispielsweise tuten zur Begrüssung die Nebelhörner der "Landscape Sculpture with Fog Horns" (1981) - anders allerdings als auf so mancher aufdringlichen Sonstwassseite nicht ungefragt von selbst, sondern erst, wenn neugierig auf das Bild geklickt wird. Soviel zur sonischen Rücksichtnahme - die auditiv aufgestellte NetznutzerInnen ganz sicher zu schätzen wissen werden.

Denjenigen, die eher einen solchen intuitiv-akustischen Zugang zu Fontanas Projekten bevorzugen, sei sodann ein Besuch im Bereich "Listen to Sound Sculpture Excerpts" empfohlen.
(Fast) alles Weitere - Informationen zu Projekten, aber auch verschiedene Essays und sogar ein Video-Vortrag - ist wiederum über die "Project Descriptions" zu finden; einschliesslich eines illustrierten Werkkatalogs (1973-1996) im pdf-Format.
Als Lektüre zur Einführung lässt sich dabei insbesondere jener Text empfehlen, der denselben Titel wie seine Heimseite trägt: In "Resoundings" gibt Fontana Auskunft darüber, wie er zu seiner Arbeitweise gekommen ist und was im Zentrum seines Interesses steht: Die Untersuchung der Musikalität von Klangräumen, die in verschiedenen Umgebungen vorzufinden sind, eine Transformation dieser Ambient Sounds, die darauf zielt, sie in der Wahrnehmung neu zu verorten und ihnen auf diesem Wege eine andere Art von Dauer zu verleihen. Eine temporäre Körperlichkeit, wenn man so will, die in den Sound Sculptures zu Konkretionen findet.

Mit Fragen der Gestaltung von Klangräumen - und zwar einerseits solchen, die in der 'Natur' vorgefunden werden können und andererseits solchen, die in noch stärker vom Menschen bestimmten Umgebungen anzutreffen sind - beschäftigt sich der Essay "The Environment as a Musical Resource"; und speziell in den Klang Raum Stadt - wie er etwa in den "Sound Lines" bearbeitet wird - führt wiederum der Essay "The Relocation of Ambient Sound: Urban Sound Sculptures" (undatiert, aber soweit ersichtlich etwa um 1985 verfasst).

Auch für Essays über Bill Fontanas Arbeiten muss man eigentlich nicht weit reisen, insofern auf den Resoundings-Seiten bereits eine Auswahl von Texten versammelt ist. Weil das Ankerauswerfen aber nunmal die Möglichkeit eröffnet, Perspektiven weiterführend zu verorten, hier wenigstens zwei Verweise ins weltweite Gewebe:
Allen voran auf die Seiten des hier schon mehrfach wärmstens empfohlenen kunstradio.at, das neben einem Kurzporträt des Künstlers gleich mehrere audiovisuelle Projektdokumentationen bereit hält. Zum einen zu Fontanas Radioskulptur "Landscape Soundings" (Wien, 1990, mit Hintergrundinfos; da einer der Soundclips bei orangorang lag, ist er inzwischen leider verloren - dafür gibt es aber noch die beiden Kunstradio-Sendungen vom 17.05.1990 und vom 25.05.1990 im Archiv).
Zum anderen zu "Simultaneous Resonances" (Hall in Tirol, 1994, im Rahmen der Ausstellung "Zeitgleich", mit Fotos und Audioclip sowie dem Katalogessay zum Thema "Sound Ecologies" bzw. deutsch: "Klangökologien").

Ebenfalls nicht bei Fontana selbst zu finden sind die französische Dokumentation zu "Perpetual Motion" (Saint-Denis, 1992, im Rahmen des Projektes artifices 2); der Klangbeutel Nr. 54 zu einer Klang-Recycling Skulptur von 1983; oder das Podcast-Interview (siehe Nr. 7) von echoes.org.

Womit der Zettelkasten zu Fontana schon ziemlich gut gefüllt wäre.
Da das alles erst einmal angeschaut, nachgelesen und -gehört werden will, darf es für heute erst einmal bei dieser Sammlung bleiben - mehr zu Fontana wird, versprochen, dann schon recht bald wieder im Radar aufzufinden sein...


Von miss.gunst am 10.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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