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09.07.05

Sound Lines (Fontana)

Und gleich schon wieder eine gute Gelegenheit, im Klang Raum Stadt das Pendel zwischen Musik und Lärm schwingen zu hören.
In diesem Fall in Leeds, wo der amerikanische Künstler Bill Fontana derzeit die so genannten "Dark Arches" – eine Ende des 19. Jahrhunders erbaute, katakombischen Eisenbahnbrückenkonstruktion – in eine Klangskulptur verwandelt hat.

Seine "Sound Lines" speisen sich einerseits aus der Geräuschmaschine des Bahnhofs und andererseits aus den Fluten des Flusses Aire, in den zu diesem Behufe Hydrophone* versenkt worden sind. [*Beiseit: Zu diesen Unterwassermikrophonen wird es demnächst noch einen eigenen Eintrag geben. Hat das Medium von HOME MADE bereits versprochen und vorgemerkt...]

Details zu Fontanas Konzept und seinem StadtKlangRaum-Instrument sind einem Pressetext von Lumen zu entnehmen (und auf der Heimseite der auf den künstlerischen Umgang mit AV-Medien spezialisierten Kulturorganisation sieht man derzeit auch den Ort des Geschehens – da sich die aber wieder ändern wird, macht es wenig Sinn, einen Extra-Anker zu legen).

Des Weiteren ist derzeit auch bei BBC-Radio ein Interview zu hören, in dem Fontana mit Mark Saxby über seine Arbeit spricht. [Aber, Achtung: Ist nicht nur eine ram-Datei, sondern beginnt auch mit längeren Meditationen des Moderators über die Preisgestaltung für zeitgenössische Kunst – es braucht also ein wenig Geduld, bis das annoncierte Gespräch zum Zuge kommt.]

Das begleitende "Feature" wiederum, das BBC anlässlich der Inauguration von "Sound Lines" Ende Juni veröffentlicht hat, bringt zwar nicht mehr als den Pressetext, der lediglich um ein Zitat sowie die Production Credits gekürzt und andererseits um ein Zitat aus dem Interview erweitert wurde.
Umso interessanter sind hier allerdings die Kommentare – jedenfalls für den aktuellen Strang rund um ambiente Musik vs. Noise. Eine gewisse Vanessa nämlich, die offenbar in unmittelbarer Nachbarschaft der "Sound Lines" wohnt, mag sich nämlich nicht so recht an der Klangkunst freuen:

"I consider myself to be openminded when it comes to art - but amplified and distorted sounds of trains braking, station announcements and dripping water is absolute torture. We already have enough noise to deal with in this area. If Mr Fontana thinks this is art, he should try and live with it on his doorstep 7 days a week."

Das klingt ganz so, als würde es in diesem Fall nicht viel weiterhelfen, mit weiteren Informationen über Fontanas Arbeit an und in Soundräumen aufzuwarten. Akustische Qual hat ihre Ursache nicht unbedingt in Ignoranz.

Für alle anderen aber, die die nicht so nah dran und eher ein bisschen neugierig geworden sind, werden die Sound-Stadtspaziergänge und Klangraumexkursionen morgen mit einem Eintrag im Zettelkasten fortgesetzt...

  • Die Daten:

    Bill Fontana: Sound Lines
    21.06. bis 20.08.2005
    täglich 07.00 Uhr bis 22.00 Uhr
    Dark Neville Street (Dark Arches)
    Leeds City Centre, LS1 4BR
    www.lumen.org.uk
  • Von miss.gunst am 09.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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