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17.08.05

Kunstradio (WRT)

Nicht irgendeines. DAS Kunstradio: kunstradio.at. Wieder eine Eule nach Athen, zumal auch in diesem Logbuch schon zahlreiche Anker in seine Richtung ausgeworfen worden sind.
Aber eben ein absoluter Pflichteintrag in der Reihe der Webradio-Tipps, und ein klar in den Zettelkasten gehörender dazu.

Gegründet im Dezember 1987 - zunächst als wöchentliche Radiosendung auf ORF1 - ist das Kunstradio nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch international längst eine Institution (eine bescheidene Kurzfassung seiner Historie und Programmatik sind hier nachzulesen). Selbst seine Webpräsenz konnte in diesem April bereits ihr zehnjähriges Jubiläum feiern. Der guten Pflege der letztgenannten Einrichung ist es wiederum zu verdanken, dass das Kunstradio tatsächlich als Webradio funktioniert - und zwar als eines, das dann, wenn andere Lieblings-Livestreams versagen, in seinen Archiven garantiert noch eine hörenswerte Sendung hat. Jeden Sonntag kommt nach wie vor eine neue hinzu.

Wunderbarer Weise sind (fast) alle Sendungen in voller Länge als mp3-files online abrufbar; unter dem jeweiligen Sendedatum, zu dem im Archiv zunächst jeweils ein akustisches Probierhäppchen angeboten wird, liegen zudem in der Regel weitere Informationen zu den vorgestellten KünstlerInnen, Projekten und Programmen.
Nicht alles ist gleichermassen aufregend, klar. Die jüngste Sendung vor der aktuellen Sommerpause (die übrigens keine Sendepause ist, sondern vom Literaturstudio bestritten wird) bespielsweise, Gue Schmidts Reise ins Land mit den 1.200 Kühen, bimmelt vielleicht ein bisschen arg alpenlandromantisch daher. Gehört andererseits aber durchaus in den Radius dessen, was Bill Fontana im Rahmen seiner Klangraumforschung betreibt.

Den LeserInnen dieses Logbuchs sei an dieser Stelle jedoch eine Sendereihe aus dem Archiv empfohlen, die bestens an bereits eröffnete Stränge und namentlich an den gestrigen Eintrag anchliessen kann:
Die Reihe Re-Inventing Radio nämlich, zu der auch die kleine Klausurtagung gehört, die am vergangenen Wochenende in Kooperation mit dem bereits vorgestellten Radio Copernicus stattgefunden hat.
So wurden in Teil II zur ars electronica 2004 nicht nur zahlreiche Radiokunst- und Sound Art-Projekte vorgestellt.
Rundherum gab es noch eine siebenteilige historischen Serie, in deren dritten Teil zum Thema Klingende Objekte eben auch Cages Credo zur Zukunft der Musik zum Zuge kommt.

Aber das nur als Anempfehlung nebenbei. Denn das Schöne an den gut bestückten Kunstradio-Seiten ist ja, dass sich jede/r selbst auf eine Entdeckungsreise in die Archive geben und fündig werden kann.
Zumal es ausser Radiosendungen auch noch allerlei anderen interessanten und informativen Stoff vorrätig hat, von Projektdokumentationen über KünstlerInnenporträts bis zu Essays zur Radiokultur und -theorie.

Chapeau also vor der noch immer unermüdliche aktiven kunstradio-Gründerin Heidi Grundmann - und natürlich dem gesamten kunstradio-Team!


Von miss.gunst am 17.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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