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08.08.05

Scopitones

Wann sangen die Boogles doch gleich "Video kills the Radio Star"? 1979?
An den derzeit ja wieder gern und viel zitierten Titel musste das Medium von HOME MADE kürzlich aus ganz anderem Grund denken.
Da stolperte es nämlich über eine wortwörtlich sehenswerte Seite zum Vorläufermedium des Musikvideo(clips): scopitones.com.

Von der Technik her geht das Scopitone - eine (Musik-)Film-Jukebox, in der das auf 16mm gedrehte Material dann vom entsprechenden Sound begleitet auf einer Fernsehmattscheibe präsentiert wird - sogar auf die späten 1940er Jahre zurück, wie Robin Edgerton in seiner (ihrer?) History of the Scopitone zu berichten weiss. Der eigentliche Boom kam dann Anfang der 1960er aus Frankreich, schwappte in die USA über - währte aber leider nur kurz.
Und das trotz der in der Regel idealen "chick-to-hunk ratio", wie es Edgerton ziemlich treffend formuliert.

Dummerweise gab es hier wie bei der klaren Parallele zum heutigen (und vorzugsweise dem kommerziellen) Musikvideo in der Befolgung der Grundregeln:

1: Illustrate the story of the song.
2: Make it sexy.

...ein klitzekleines Problem, das offenbar aber für den französischen Export in die USA bedeutsam war: Diese Regeln wurden nämlich auf beiden Seiten des Atlantik sehr unterschiedlich interpretiert und mit einen ebenso unterschiedlichen Publikumsgeschmack hatten die Produktionen zu kämpfen.
Was die ganze Sache offenbar recht schnell unrentabel werden liess. [Beiseit: In der Hinsicht mindestens haben sich spätere Musikvideofernsehsender offenbar vorher schlau gemacht und von vornerein national produziert bzw. programmiert. Deren derzeitige Selbstauflösung könnte man, so gesehen, als die nächste medienökonnomische Konsequenz bezeichnen: Insofern Klingeltöne eben definitiv noch billiger zu produzieren und tatsächlich auch internationaler zu distribuieren sind...]

Glücklicherweise gibt es aber auf diesem Erdenkreise jede Menge LiebhaberInnen dieses selig in die Ewigen Jagdgründe eingegangenen Mediums.
Neben Robin Edgerton, der (die?) auf seinen (ihren?) Seiten so einige leckere Vilmchen versammelt hat, eben allen voran der Blog von scopitones.com, wo (hallo, nette Nachbarn u.a.) reglmässig köstliche Trouvaillen publiziert werden.

Jüngst beispielsweise herrliche Klassiker wie Nancy Sinatra mit "These Boots are Made for Walking" oder Bardot/Gainsbourg mit "Comic Strip".
Oder (naja, not really my piece of cake, but maybe yours) der "Harlem Shuffle".

miss.gunst hat ihr Herz allerdings schlussendlich an ein ihr bis dato unbekanntes Vilmchen verloren: "My Teenage Fallout Queen" von (und mit)George McKelvey. Wish I could be Your Radiation Baby. Yeah.

Von miss.gunst am 08.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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