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14.08.05

Was Hirnhälften hören

Zugegenen: die Überschrift des Eintrags ist etwas irreführend. Für die Aufnahme akustischer Informationen sind natürlich nach wie vor jene kopfseitigen Kanäle zuständig, welchen die Ohrwascheln trichterförmig erstere zuzuleiten pflegen.
Aber für die Wahrnehmung dessen, was uns auf diesem Wege an Tönen erreicht, zeichnen eben Hirnregionen zuständig - und wie jüngst der an der Universität Heidelberg arbeitende Neurologe Peter Schneider herausgefunden hat, lassen die individuell unterschiedlichen Aktivitätsmuster in den beiden Hirnhälften hier interessante Rückschlüsse zu.

Darüber wiederum berichtet Stefanie Schramm in einem anregenden kleinen Artikel in der aktuellen Ausgabe der Zeit (Nr. 33/2005).

So geben die Hirnhälften-Aktivitäten offenbar Auskunft darüber, ob Menschen eher auf die Grundtöne ansprechen und Rhythmisches bevorzugen (links) oder sich lieber den Obertönen und dem Melodischen hingeben (rechts) - und dies wiederum korreliert bei professionellen MusikerInnen anscheinend auch mit der Wahl ihres bevorzugten Instruments: Grundtonfans am Klavier, am Schlagzeug und (sic) an der Ersten Geige, ObertonliebhaberInnen am Cello und an der Bassklarinette.

Beruhigend allerdings, dass es sich hierbei nicht um Ausschlussprinzipen handelt. Wobei sich das Medium von HOME MADE auf dieser Basis eigentlich bestens hätte erklären können, warum es gleichermassen mässig Klavier und Cello spielt: unentschiedene Hirnhälfen, die einem gezwungenermassen dem Dilettantismus frönen lassen. Aber ganz so einfach ist es wohl auch wieder nicht...

Wer genaueres wissen will, wird wohl in Fachzeitschriften nachlesen müssen. Mit entsprechenden Quellenverweisen kann das Medium momentan leider (noch) nicht dienen.
Auf den Heimseiten der Heidelberger Neurologie gibt es jedenfalls zu den musikbezogenen Projekten nur eine Liste mit kurzen Abstracts, die durchaus interessant sind - jedoch jeweils andere Fragestellungen fokussieren, und auf denen des Projekts Biomagnetismus, zu dem die Forschungen gehören, sieht es leider auch nicht sehr viel besser aus.

Indes scheint Eines schon aus schlichter Erfahrungsperspektive gewiss: Die Natur hat es doch recht sinnvoll eingerichtet, dass der Mensch mit zwei Gehirnhälften ausgestattet ist, die ihren jeweiligen Wahrnehmungsverarbeitungsvorlieben frönen mögen - in der Regel aber weidlich miteinander kommunizieren.
Schliesslich lassen sich - wie dilettantisch auch immer - weder Klavier noch Cello noch sonstwelche Instrumente ohne hinreichende Zuneigung zu sowohl den rhythmischen als auch den melodischen Elementen spielen.

Von miss.gunst am 14.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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