« Revolutionary Knitting Circle | Hauptseite | Wiederauferstehung aus dem Jammertal »

31.12.05

Mixtape vom Medium

mm001.gifZum Jahresende und sozusagen als kleines hausgemachtes Party-Präsent für den heutigen Abend hat sich das Medium entschlossen, ein virtuelles Mini-Mixtape mit zünftiger Musik zusammenzustellen.

Basis ist weder ein LeserInnen-Poll (hätte von der Zeit her gut gepasst, aber dummerweise hat das Medium weitgehend verabsäumt, einen ebensolchen zu veranstalten), noch handelt es sich um eine Hitparade.
Aber es sollte doch eine Auswahl von Stücken herauskommen, die mehr oder weniger direkt mit dem Radar dieses LogBuchs verknüpft sind.

Treue LeserInnen werden daher ein Wiedersehen bzw. -hören mit einigen alten Bekannten feiern können - ergänzt um einige Neuzugänge, die sich hoffentlich gut in den Reigen fügen.

over_mon.gifFarewell to Overhead
(mp3 via monochrom.at - Laufzeit 00:05:25)
von / by
monochrom in cooperation with (Oliver) Hangl and (Matthias) Kertal

Dieser wunderschöne Abgesang auf ein dem Exitus zustrebendes Medium wurde den Einträgen vom 21.11.2005 bzw. 22.11.2005 gefeiert. Für die Sammlung des Jahres ist Farewell to Overhead ein absolutes must, zumal uns mit der Bereitstellung des Liedtextes die Möglichkeit zum Mitsingen gegeben wird.

Typewriter Synthesizer
(mp3 via archive.org - Laufzeit 00:02:40)
von / by
Robot Speaker, aus der CD/EP Plastic TV-Channel No. 5

Die Schreibmaschine muss im Park totgesagter Medien natürlich unbedingt vertreten sein. Und wie könnte dies würdiger erfolgen als durch diesen (kurzenabernetten) Track von Robot Speaker a.k.a. Takuma Ebisawa. Das Label BedroomBrain Records scheint es nicht mehr zu geben (jedenfalls steht der Domainname zum Verkauf, daher wird der Anker auch auf den entsprechenden Katalogeintrag bei phlow.de ausgeworfen). Um so erfreulicher, dass dieses hörenswerte Stück zusammen mit seinen KollegInnen bei archive.org ein Zuhause gefunden hat.

tape_k.gif
Boil Up Cassette Tape
(mp3 via archive.org - Laufzeit 00:00:29)
von / by
Robot Speaker, aus der CD/EP Plastic TV-Channel No. 5

Tapes waren in diesem Jahr ja verschiedentlich Thema bei Home Made. In diesem ultrakurzen Track von Robot Speaker werden sie sozusagen anstelle des Neujahrshummers in kochendes Wasser geworfen. Oder so ähnlich.

Blue Danube
(mp3 direkt via comuterhistory.org - Laufzeit 00:01:16)
von / by Ron Mak; aus den Collection Highlights des Computer History Museum.

Derart abgehärtet sind wir nun bereit für ein weiteres Klangbeispiel aus dem schier unerschöpflichen Fundus sterbender Medien und Maschinen. In diesem Fall gleich doppelt nostalgisch, nämlich ein klassischer Wiener Walzer, wiedergegeben von einem (um nicht zu sagen: dem) klassischen Nadeldrucker, dem IBM 1403 aus dem Jahr 1964.

control to efficiency
(mp3 direkt über die Download-Seite von The User - Laufzeit 00:01:22)
von / by The User; aus der "Symphony for Dot Matrix Printers"

Nach zwei eher harschen Soundduschen haben wir uns nun ein etwas sanfteres Klangbad verdient. Um dabei aber bei der Medienarchäologie zu bleiben, ruft das Medium noch einmal einen Ausschnitt aus den im Eintrag vom 17.05.2005 vorgestellten Nadeldruckersymphonien von Thomas McIntosh und Emmanuel Madan a.k.a The User auf. Leider auch nur ein kurzes Vergnügen.

dslm_k.gifI L.O.V.E. YOU
(ram* via mego.at - Laufzeit 00:??:??*)
von / by
DJ DSL; aus dem 12''-release mego 005.

Weil "back to the roots" ansonsten eigentlich leicht mit jamaikanischem Dub zu assoziieren ist, gibt es nun einen kleinen musikalischen Sprung in die entsprechende Richtung. Natürlich lieben wir unsere DSL-Verbindung, die uns all die schönen Downloads ermöglicht, heiss und inniglich. Und deshalb stimmen wir auch enthusiastisch in den angenehm entspannten Reggae von DJ DSL mit ein. Für die Publikation des Stücks danken wir dem weltbsten aller Wiener Labels, mego. Und das Medium dankt für diesen Lied-Tipp seinem Ex-Kollegen Oliver von interdisco.net.
[* Der Server, auf dem mego seine ram-files liegen hat, will wohl gerade nicht. Hoffen wir mal, dass das nur ein temporäres Problem ist - denn die 2002 bei g-records erschienene Version des Stücks ist leider nicht so gut und ausserdem auch nicht zum Laden freigegeben - folglich in keinerlei Hinsicht eine Alternative...]

Window and Figure, Space and Volume
(mp3 via ftp bei scene.org - Laufzeit 00:05:02)
von / by digitalverein; aus der LP/EP "Changes", erschienen 2004 als release nr. 67 bei thinner.cc.

Ginge es hier darum, des Mediums favorisierte Netzlabel-Veröffentlichungen zusammenzustellen, hätte es angesichts der vielen rasend guten releases bei thinner.cc wirklich die Qual der Wahl. Da das virtuelle Mixtape aber ein Thema hat, greift es diesmal gezielt zur elektronischen Version der LP "Changes" von digitalverein a.k.a. Joerg Schuster, der auch für die viele bzw. die meisten der wunderschönen thinner-Covers verantwortlich zeichnet. Was ja auch in Sachen Dub-Rhythmus ganz gut passt.

uf13_k.gifLoopo
mp3 via archive.org - Laufzeit 00:07:04)
von / by dapayk; 2005 auf der mp3-EP (un)happy anniversery (unfoundsound Nr. 13) erschienen.

Ebenfalls zu den Lieblings-Netzlabels des Mediums zählt unfoundsound, das im Eintrag vom 01.10.2005 zum Thema Hausaufgaben, Heimarbeit verankert wurde. Für das virtuelle Mixtape hat die Abt. "Fleissiges Eselsbrückenbasteln" aus der Jubiläums-CD/EP "Unhappy Anniversary" von ein Stück von dapayk ausgewählt, der in diesem Jahr (nicht: vom Medium, sondern: 'den' Medien) vor allem aufgrund seiner gemeinsamen Produktionen mit Eva Padberg mit Aufmerksamkeit bedacht wurde. Hier hingegen wird eines seiner Soli aufgenommen, weil - naja, tatsächlich weil sich der Titel (und im Grunde auch der Track selbst) im weitesten Sinne mit dem vom Medium mässig fleissig gepflegten Strang zum Looping verknüpfen lässt.

no tv for and me
(mp3 - Laufzeit 00:03:37)
von / by
and me; aus dem interdisco-release id12 "and me - consuming with love"

Da wir gerade beim Thema Lieblingslabels sind: Natürlich muss auch von interdisco ein Track mit dabei sein. Da gäbe es ebenfalls eigentlich jede Menge Lieblingslieder, wie es sich für ein Lieblingslabel gehört, dessen releases in diesem Jahr ja auch hin und wieder direkt empfohlen wurden (siehe z.B. die Einträge vom 12.06.2005 und jüngst vom 25.12.2005). Dem thematischen Radius dieses Mixtapes entsprechend fiel die Wahl jedoch nachgerade zwangsläufig auf ein Stück von "and me" a.k.a. Raffel Dörig. Kein Fernsehen, dafür selbstgemachte Musik? Sicher nicht die schlechteste Alternative.

twi_el.gifRainy Day Inside Games
(mp3 via ftp bei scene.org - Laufzeit 00:02:16)
von / by
Twilight Electric; aus der mp3CD "Razor Blades", 2005 erschienen als Relase Nr. 8BP045 bei 8bitpeoples.

Vom (abgeschalteten) Fernseher ein mindestens auf den ersten Blick relativ harter Schwenk in die Welt der Computerspiele. Auf den zweiten bzw. beim Lauschen relativiert sich diese Härte aber wieder ein wenig - denn: erstens könnte der Anschlus musikalisch mit einigem Biegen und Brechen hinkommen. Und zweitens: Na, auf welchem Schirm hat man (alternativ zum Atari bzw. so es daheim an einem ebensolchen mangelte) seine ersten Pong-Sätze gewonnen? Genau, auf der guten alten Mattscheibe. Ergo geniessen wir den kurzen, aber doch recht angenehmen Regentag, den uns Patrick Johnson a.k.a. Twilight Electric beschert.


Ergonomics of Java
(mp3 via ftp bei scene.org - Laufzeit 00:04:00)
von / by
Amor Antiquita aus der mp3CD "Metallic Sonatas", 2005 erschienen als Relase Nr. 8BP053 bei 8bitpeoples.

Zugegeben: Dieser Track landet vor allem anderen wegen seines netten Titels auf dem virtuellen Mixtape des Mediums. Man kann sich natürlich fragen, was die 8bit-Gemeinde überhaupt mit Java zu schaffen hat. Immerhin gibt es auf diese Weise gute vier Minuten Zeit, um über diese Frage zu meditieren.

nulls_hw.gifode2mypixel
(mp3 via ftp bei scene.org - Laufzeit 00:02:17)
von / by
Nullsleep aus der mp3CD "Hello World", 2001 erschienen als Release Nr. 8BP017 bei 8bitpeoples.

Ich liebe meinen Pixel. Im Singular, wohlgemerkt. Nunja, das hört man auch. Aber so ein wirklich schlichtes Stück 8bit-Musik klassischer Machart muss auf dem virtuellen Mixtape selbstredend ebenfalls vertreten sein. Zumal Nullsleep ebenso wie Twilight Electric zur Core-Group der 8bitpeoples gehört.

Last Computer Game Ninja
(mp3 via archive.org - Laufzeit 00:04:11)
von / by
Hectopascal; aus der EP "Pixies and Pixels", CANDY001 bei Candymind

Bei HectoPascal hingegen dürfen es, wie ja auch schon der Titel der zugehörigen EP andeutet, ein paar Pixel mehr sein - und das gibt dann gleich auch einen satteren Sound, um den letzten Computerspiel-Ninja zu feiern. Ursprünglich erschienen bei Candymind, einem auch sonst sehr empfehlenswerten Netzlabel.

cand_fer.gifTV and Chipsy
(mp3 via archive.org - Laufzeit 00:03:51)
von / by
Bruno Ferrari; aus der EP "Take it like a Woman", CANDY010 bei Candymind

Eben deshalb können wir auch noch für das nächste Stück bei Candymind bleiben, damit der grossartige Bruno Ferrari mit "TV and Chipsy" dafür sorgen darf, dass sich die vom streitbaren letzten Computergame-Ninja aufgewühlten Bits'n'Bytes wieder entspannen. Anders als bei and me werden wir also eher explizit in die Couchpotatoe-Lounge eingeladen. Wo es sich in diesem Fall aber zweifelsohne wohl sein lässt.

Sounds of a Computer Dying
(mp3 via archive.org - Laufzeit 00:17:43)
von / by
Dub Ya Children Eaterz; erschienen 2004 als GOD57 bei godrekidz.com

Nachdem wir bei bzw. mit Bruno Ferrari entspannen durften, kann nun nochmal eine etwas rauhere Gangart eingelegt werden. Zu den Sounds of a Computer Dying lässt sich nämlich durchaus sagen: Drin was draufsteht. Und es handelt sich um einen ziemlich langen, anstrengenden Todeskampf.

ppho.gifSad Robot
(mp3, auf dem Heimseiten-Server der TU Darmstadt abgelegt - Laufzeit 00:05:08)
von / by Pornophonique; 2004 als einer der beiden Tracks der ersten "LP"-CD der Pornophoniker erschienen.

Eben deshalb haben wir uns am Schluss des virtuellen Mixtapes noch einmal ein ganz ganz schönes Lied zum Mitsingen verdient. Das bekommen wir in diesem Fall von Pornophonique serviert. Und damit es mit dem Mitsingen gut klappt, gibt es hier auch noch den Liedtext dazu.

So. Das sind jetzt zwar weder 90 bzw. 60 Minuten, wie es sich für ein Mixtape der alten Schule eigentlich gehören würde, sondern gerade etwas mehr als eine gute Stunde Musik. Aber mit den Medien ändern sich auch die (Lauf-)Zeiten - eine der Annehmlichkeiten des digitalen Formats ist in diesem Fall tatsaechlich, dass man das Ganze nicht mehr auf die Sekunde genau hinfummeln muss. Was ja nicht heisst, dass so ein Mix weniger liebevoll zusammengestellt wäre.

Und damit wünscht das Medium allen LeserInnen frohes Feiern heute Abend und einen guten Rutsch!

Von miss.gunst am 31.12.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

Kommentare

Kommentieren:

Thanks for signing in, . Now you can comment. (sign out)

(If you haven't left a comment here before, you may need to be approved by the site owner before your comment will appear. Until then, it won't appear on the entry. Thanks for waiting.)


Daten merken?