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01.09.06

fotofilme, fichte, frankfurt

ff_ksw.gifNicht der Freude an Stabreimen verdankt sich dieser Eintrag, sondern natürlich einem konkreten Anlass. Dass von Film (mit F, also nicht: Video) in diesem Log.Buch eher selten zu lesen ist, scheint erst mal logisch: Produktionen in 8 mm, 16 mm oder Doppel-8, den klassischen Formaten für's Hausgemachte, sind selbst ziemlich rar geworden.
Um so mehr Aufmerksamkeit verdient eine Gattung, die neben dem Found Footage-Film (und manchmal als ebensolcher) per se eine starke Neigung in Richtung Heimarbeit hat: Der FotoFilm.

Der muss natürlich nicht, aber kann im Prinzip ganz im Alleingang am Schneidetisch entstehen - ohne Schauspieler, Produktionsteam etc. pp.
Weil er eben aus Fotografien besteht (daher zweimal gross "F", denn natürlich wird so gesehen jeder auf klassischem Material gedrehte Film foto-grafiert). Fotografien jedenfalls, die abgefilmt und damit auf ihre Weise zum Leben erweckt werden.

Funktioniert nicht? Oh doch, das funktioniert in 99,9% der Fälle ganz wunderbar und funkt entsprechend.

ff_g.gifSich davon selbst überzeugen und das Genre in seiner ganzen Vielfalt kennenlernen kann man in diesem Jahr aufgrund eines Projekts, das die VilmemacherInnen (diesmal mit V) Katja Pratschke (mit "Rien ne va plus" sowie ihrem KHM-Abschlussfilm "Fremdkörper" ebenfalls FotoFilmerin) und Gusztáv Hámos zusammen mit dem Hamburger Filmwissenschaftler (und Chris Marker-Experten) Thomas Tode initiiert haben. Es heisst FotoFilme und besteht aus mehreren Themenprogrammen mit ebensolchen - die derzeit durch verschiedene Städte touren.
Im Frühjahr hatte das Medium die Ehre, mit einem Vortrag dabei zu sein, als das Programm auf Einladung der Dokumentarfilminitiative NRW in der Kunsthochschule für Medien KHM Köln Station machte.

Und war rundum begeistert vom Wiedersehen mit so grossartigen Arbeiten wie den FotoFilmen von Leonore Mau und Hubert Fichte, von Chris Marker (dessen La Jetée bekanntlich die Vorlage für Twelve Monkeys lieferte) und anderen. Sowie vom FotoFilme-Nachwuchs aus unterschiedlichen Generationen. Ganz grossartig beispielsweise "COPY SHOP" von Virgil Widrich (aus Österreich, 2001).

Ab heute jedenfalls besteht für diejenigen, die in der Nähe von Fankfurt am Main weilen, wieder Gelegenheit zum Schwelgen in FotoFilmen, denn das Projekt ist bzw. die Programme sind im Deutschen Filmmuseum zu Gast. Diesmal zwar ohne Symposium. Aber, soviel sei verraten: Allein die Live-Synchronisation von Thomas Tode zu La Jetée ist einmalig gut. Vom Film, wie gesagt, ganz zu schweigen.

PS: Nein, das Projekt hat leider keine eigene WWW-Seite. Die ausführlichsten Informationen zu den Filmen gibt es immer noch über die Seiten zur Kölner Veranstaltung bei der DFI.

[Bildchen: Leider kein FotoFilm, sondern schlichtes 8mm-Material. Merci an die Wikipedia, der das Vor-Bild entstammt.]

Von miss.gunst am 01.09.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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