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03.01.07

Magnetic Migration

mmn_ksw.gifWo jetzt schon wieder Tage lang - wenigstens indirekt - von Mixtapes die Rede war, liegt es eigentlich nahe, ein weiteres Projekt in den Zettelkasten einzutragen, das schon länger einer Vorstellung harrt.
Zumal es, allerdings ohne etwas mit netaudiocharts zu tun zu haben, eben auch die Potentiale elektronischer Medien bzw. Netzwerke nutzt, um der guten alten, leider in Erosion begriffenen Magnetbandkultur seine Reverenz zu erweisen.

Zoë Irvine, die treuen LeserInnen kürzlich schon mal als Kontributorin des Vibrö- Magazins begegnen konnte (s. den Eintrag vom 28.12.06) hat nämlich schon vor ein paar Jahren ein Projekt ins Leben gerufen, das auf den per se schon vielversprechenden Namen "Magnetic Migration" hört.

Worum es geht, lässt sich in zitierenswert poetischer Formulierung seiner Heimseite entnehmen:

"Have you noticed that there are fragments of audiotape flapping in the wind?
Strands can be found all over the world, in gutters, snagged on trees, wherever tape players have ventured it seems they have chewed, snarled and spat too.
These fragments create a shifting inaudible soundscape. Some of the strands have travelled far, they are worn and battered but can be re-spooled, and listened to..."

mmn_g1.gifGenau diesen Fragmenten spürt Magnetic Migration nach, um sie - netzgerecht ins mp3-Format gewandelt - zu erhalten bzw. in seinem Archiv wieder zugänglich zu machen.

In diesem Zuge hat Irvine in den vergangenen Jahren an mehreren Orten Sammlungs-Aktionen realisiert, konkret 2002 eine Recherche-Reise zu einer Einwanderer-Station am Pas de Calais, sowie verschiedene Workshops wie 2003 im Rahmen von Interference Public Sound in East London, 2004 als "Inaudible City Project" ebenfalls in London sowie 2005 in Form eines "Mix Tape"-Workshops im Rahmen der Ausstellung "Save the day" im Kunstbüro Wien.

Darüber hinaus bietet Magnetic Migration aber auch ausserhalb solcher Aktionen die Möglichkeit zur Beteiligung an - sei es nun in Form von Beiträgen zur Mixtape-mp3-Sammlung oder auch in Form einer anderweitigen Kooperation.

Und schliesslich findet sich auf den Seiten auch noch eine schöne Sammlung mit Ankern zu weiterführenden Materialien nicht nur zu dem Projekt selbst, sondern auch zum Thema Tapes und Mixtapes (inklusive ihrer medialen bzw. medienhistorischen, medienkulturellen und künstlerischen Verortungen) bereitgestellt, die - was Irvines eigene Arbeit an dem Projekt betrifft - hier vielleicht noch um ein Interview ergänzt werden kann, das Raimund Minichbauer 2003 mit der Künstlerin und Mixtape-Forscherin für republicart geführt hat.

Alles in allem also fast ein nonplusultra für Mixtapes-Fans, sich die Magnetic Migration gelegentlich in aller Ruhe zu Gemüte zu führen - und dann vielleicht auch einmal in den eigenen Beständen nachzuwühlen, ob dort etwas Spendenswertes seiner Migration vom Magnetband ins mp3-Format harrt.

Von miss.gunst am 03.01.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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