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14.07.07

verkabelter wahnsinn, niedervolt, agitpop

cama_ksw.gifUnd Digital Arts Week zum Dritten. Allein schon, weil auf den beiden bislang nur so nebenbei erwähnten Ausstellungen "Low Voltage" und "Cabling Madness" steht - was aus HOME MADE-Perspektive schon mal ziemlich verlockend klingt.
Entscheidend ist aber natürlich dann, was drinsteckt.

Gucken wir also mal.

cama_g1.gifAlso zum einen: "Low Voltage", in der Halle des ewz-Unterwerk Selnau untergebracht. Nun könnte man ja naiverweise erwarten, dass sich die Schau etwas direkter auf die titelgebende Niedervolt-Spannung bzw. auf Schwachstrom bezieht.

Dagegen winkt das DAW-Kuratorium mit einem ziemlich hochgetunten Konzept, das die Volte fertigbringt, die Geste der Erwartungserzeugung als solche ("coming soon") mit Clubbing ("chill out"), "coolness" und (jetzt bitte festhalten:) Duchamps Konzept einer nicht retinalen Kunst zu verbinden:

"So beyond the animalism of club visitors, the 'put your mind on ice' situation of a chill out room and the absolute necessity of remaining fool and idiot proof, the exibition content proves not only the Digital Art Weeks 'coolness', but the fact that exhibitions that can have a hard core intellectual edge hidden in the shadows of retinal beauty are 'coming soon'. To paraphrase what Marcel Duchamp perhaps once uttered [...]"

Okay. Also dann.
Ist vielleicht wirklich nicht die leichteste Übung, das wieder mit der kleinen Auswahl der Arbeiten zusammenzubringen, die unter diesem hohen Dach versammelt sind. Darunter übrigens zwei alte Bekannte: Lars Vaupels kleine fleissige Zeichenroboter (mehr zur Gattung im hauseigenen Archiv sowie, mit Bildchen, auch in der Nachbarschaft bei digital brainstorming). Und - als Gemeinschaftsarbeit von Corinna Mattner (popupshop), Sebastian Ulbrich und Art Clay - eine Dreamachine-Installation namens "The 3rd Mind" (mehr zum Thema ebenfalls im Log.Buch-Archiv - zur Hintergrundinfo speziell diesen Einrag, entre chien et loup).

Und wie sieht es mit dem Verkabelten Wahnsinn aus, der im Cabaret Voltaire untergebracht ist und als Surplus noch von einer Performance-Serie begleitet wird?

cama_g2.gifDer bzw. die gleichnamige Ausstellung muss sich auch ziemlich recken, um irgendwie das zu füllen, was man mit ihrem Titel gern assoziieren würde. Zweifelsohne leckeren Cocktails leckere Namen von mal mehr, mal weniger leckeren Kunstwerken zu geben und "Mad Mixing" über die Karte zu schreiben, ist eins. Aber "Cabling Madness" vielleicht doch etwas anderes. Wobei: Wie ist man eigentlich verdrahtet, wenn man ausgerechnet - bunte Schlieren hin oder her - mit einer Mischung aus: Bananekirsch, Minzsirup, BluCu und weissem Rum (*brrr*) der Dreamachine zuprosten will (Ok: der Drink heisst Dream Machine. Ist also etwas ganz ganz anderes).

Ebenfalls nicht wirklich so leicht mit verkabeltem Wahn in Verbindung bringen lassen sich die Agitprop-Materialien von Agitpop. Aber, immerhin: Dabei gehts nicht um die Feier reitender Leichen, die Jungs sind auch selbst vor Ort präsent - und versprechen, nachdem heute gestern mit der "Acoustic Show" sozusagen (ok, mehr oder weniger:) unplugged Klassikerabend war, am morgigen heutigen Samstag (14.07.07) im ewz-Unterwerk Selnau eine "Electric Show" zu bieten. Und darauf kann man dann durchaus uncool-mehr-als-nur-Niedervolt gespannt sein, oder?

[Bildchen: Bevor die Kabel dem Wahn anheimfielen, dienten sie ganz brav in der Telekommunikation. Jetzt huldigen sie nur noch dem grossen GNU...]

Von miss.gunst am 14.07.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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