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01.09.07

radioexperimente (a2d)

ret_ksw.gifNach kleiner Sendepause wird nun noch mal zurückgespult und direkt an den Eintrag vom 28.09. angeschlossen, der dem Auftakt der Reihe "From Analog to Digitial", kurz: a2d gewidmet war.
Denn in der ersten Folge ging es ja gleich um ein Leib- und Magenthema dieses Logs, nämlich um Radioexperimente.

ret_g2.gifZum Aufwärmen zeigte erst einmal Enrique Erne mit dem auf pure data basierenden netpd, das elektronischen MusikerInnen die Zusammenarbeit in Echtzeit gestattet, ein gutes Werkzeug zur gemeinsamen Erstellung von Klangstücken - die dann entweder für Kunstradiosendungen verwendet oder eben natürlich auch per se wie Webradio online gesendet und abgerufen werden können; Monya Pletsch (von dorkbot swiss, s.a. im Archiv) und Martin Feuz (digitale allmend; auch hierzu mehr im Archiv) stellten mit dem Zürcher Ableger des von Marc Shepard initiierten tacticalsoundgarden.net eine Möglichkeit vor, Klänge zur Abwechslung mal nicht nur zu senden, sondern auch zu pflanzen.

Nach diesen beiden so gesehen eher in der Nachbarschaft des radiophonen Raums angesiedelten Projekten luden Annette Schmucki und Reto Friedmann vom Blablabor zu einem veritablen Radio-Konzert. Das Orchester bzw. den Chor stellten vier bis zu diesem Moment in selbstvergessenem Schlummer vor sich hin dämmernde Gruppen von Helden einer vergangenen Zeit vor, die nun noch einmal zum Leben erwachen durften. Aus ihrer anfangs noch wirr-kakophonen Vielstimmigkeit erhoben sich alsbald zwei zum dialogischen Gesang - jeweils eins der Geräte war nämlich mithilfe eines sehr speziellen Zauberstabs in ein willfähriges Gefäss der Blablaboranten verwandelt worden (verräterisch wie wir sind: es handelte sich um einen bekannten und vor allem wegen seines schmucken Designs beliebten mp3-Player mit seit jüngstem zu erstehenden Aufsatz für automobile Anwendungen).

Sebastian Hofmann war mit seiner jüngst in diesem Log schon mal umworbenen Funkloch-Konzertperformance zu Gast, bei der im Raum verteilte Radioempfänger bald als Verstärker, bald als eigenwillig mitmusizierende Bandmitglieder fungieren - während Hofman selbst aus elektronisch generierten Klangbausteinen Kompositionen zimmert, die dann mit verschiedenen analogen Eingriffen ihren Feinschliff erhalten.

ret_g1.gifZum krönenden Abschluss des Abends gabs dann noch ein Konzert von Sara Washington und Knut Aufermann (mehr im Archiv), die ja gerade erst mit ihrem mobile radio in Zürich Station gemacht hatten, um im Rahmen des elektromagnetischen Sommers anderthalb Wochen lang live vom Kunsthof an der Limmatstrasse aus Klangkunst zu senden.
Diesmal waren sie nun mit ihrem Gemeinschaftsprojekt tonic train (ebenfalls bereits mit Einträgen im Archiv vertreten) zurückgekehrt, in dem die beiden per circuit bending Noise in Musik verwandeln und Knut an den Antennen seines Radiothereminmutanten Wellen zu Klängen formt.

Fazit: Vom Feinsten und gerne mehr davon. War ein langer Abend und hätte getrost noch weiter in den Morgen reichen dürfen. Aber wir müssen uns ja noch ein bisschen Energie aufheben für die nächsten vier Folgen.

Achja, natürlich war da noch was: Auch das Medium durfte zwischendurch (selbstgewählte Carte Noire) noch ein paar Kleinigkeiten aus seinem Zettelkasten ziehen. Dazu dann aber, weil wie vor Ort versprochen noch ein paar Anker zum weitergründeln gereicht werden sollen, morgen* übermorgen ff. mehr...

*Ja, der Eintrag vom Sonntag ist schon für anderes reserviert. Wird auf seine Weise jedoch auch zum Thema passen.

[Bildchen: Ob die beiden Radiotierchen musikalisch sind? Müsste sich wohl an einem eigenen Konzertabend weisen. Komponiert wurden sie jedenfalls aus Geräten, die verschiedene freundliche Spender in den Wikipedia Commons unterstellten. Die Mehrzahl als Gabe an die Public Domain, der Weltempfänger gehörte jedoch dem GNU - und so denn auch das, was bei den Kreuzungen herausgekommen ist...]

Von miss.gunst am 01.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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