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10.10.07

OS Embroidery

ose_ksw.gifSchliesst nachgerade nahtlos an den Eintrag zur struckmaschine an - allerdings in mancher Hinsicht komplementär:
Wieder ein Projekt, das klassische Nadelarbeit mit digitalen Technologien kombiniert, diesmal geht's (wie bei den subversive cross stitches) ums Sticken. Hier ist jedoch - wie der Name O[pen] S[ource] Embroidery schon nahelegt - die Offenlegung der Daten als positive Perspektive Programm.

ose_g1.gifAusgangspunkt der Verknüpfung analoger und digitaler Technologie sind in diesem Fall die Parallelen zwischen dem Programmieren und dem Sticken, die beide eine (mitunter mühselige) Kleinarbeit vorstellen und sich zudem auch beide nicht nur durch ein spezifisches Verhältnis zwischen dem "Quellcode" und dessen "Darstellung" auszeichnen, sondern auch die Frage aufwerfen, mit welchen Ökonomien die Offenlegung des ersteren einhergeht.

Jedenfalls meint Ele Carpenter, die Open Source Embroidery seit 2006 betreibt:

"The same arguments about Open Source vs Free Software can be applied to embriodery. The needlework crafts also have to negotiate the principles of 'freedom' to create, modify and distribute, within the cultural and economic constraints of capitalism. The Open Source Embroidery project simply attempts to provide a social and practical way of discussing the issues and trying out the practice."

ose_g2.gifWie das Ganze in die Praxis überführt wird, kann man in Ele Carpenters Blog, Ele Weekend mitverfolgen.

So gab und gibt es bislang verschiedene Open Source Embroidery Workshops, in deren Rahmen nicht nur NadelarbeiterInnen einschlägige Tipps & Tricks austauschen, sondern auch gemeinsame Projekte in Angriff genommen werden können - und bei denen eben auch mögliche Brückenschläge zum digitalen Codieren erkundet werden. Wie beispielsweise die PHP Embroidery, zu der Ian Clark einlädt.

Aktuell steht nun gerade das Teilprojekt "HTML Patchwork" im Vordergrund (und kurz vor seiner Vollendung), zu dem es sogar ein eigenes Wiki (Zugang per Click auf die Farbfelder) und eine passende Anleitung bei instructables gibt. Ziel ist es, gemeinsam ein auf den 265 websicheren Farben basierendes Flickwerk aus Stoff-Sechsecken zu erstellen, die mit den entsprechenden html-Codes bestickt sind.

ose_g3.gifDas finden wir mal eine gute Sache - zumal dabei auch jene WebdesignerInnen etwas lernen können, die grundsätzlich froh aus der gesamten Palette schöpfen und in diesem Zuge mitunter auch fahle Kontraste riskieren, die (un)dank freier Interpretationen unterschiedlicher Hard- und Software entstehen können.

Interessierte mit flinken Fingern können übrigens noch mittun und bis 05. November ein Patch zum Access Space nach Sheffield schicken, wo Carpenter gerade mit einem Projektstipendium gastiert - es harren tatsächlich noch einige Felder (vorwiegend fiesere Farben natürlich) der Übernahme einer tätigen Patenschaft.

[Bildchen: Wir basteln einen meta tag. Ziemlich mühsam (und zweifelsohne mühsamer als handcodieren) - aber wir bleiben dran. Müssen schliesslich für unser Hexadezimalformat-Hexagon üben.]

Von miss.gunst am 10.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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