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08.10.07

struckmaschine

strum_ksw.gifIst tatsächlich noch ein Nachtrag zu den Highlights der diesjährigen ars electronica. Der zwar ein wenig warten konnte, weil bereits andernorts angeschwärmt (und auch von KollegInnen wie Régine sattsam mit Text und Bild bedacht). Aber es ist eben doch ein Projekt, das unbedingt in den hauseigenen Zettelkasten gehört: Die struckmaschine.

strum_g1.gifBei selbiger handelt es sich, wie es der Wortlaut schon nahe legt, im Grunde um eine Strickmaschine. Jedoch um eine ganz spezielle - nicht nur, weil sie (bislang jedenfalls) ausschliesslich schicke Schals mit einem Muster aus kleinen Geistern produziert, wie sie weiland vom gefrässigen Pac-Man durchs Labyrinth gejagt wurden.

Diese Schals kann man nicht nur kaufen, sondern muss das auch selber tun. Und zwar per Kreditkarte. Klingt komisch? Ist aber logisch bzw. essentieller Teil des Konzepts. Denn bei der Strickware handelt es sich tatsächlich um eine individuelle Anfertigung, die das Prinzip des "customizing" direkt mit der Kartenzahlung kombiniert: Die eingelesenen Kreditkartendaten werden in Code umgesetzt und bestimmen Anzahl und Folge der Geister, die nach dem Scan des so entstandenen Musters dann von der Maschine in Maschenmode materialisiert werden.

strum_g3.gifIndes belegte die lange Schlange der zahlungsfreudigen AnwärterInnen auf die schicken Schals, dass in Zeiten omnipräsenter E-Cash-Zahlung (von anderen Karten ganz zu schweigen) mit persönlichen Daten recht bedenkenlos verfahren wird - zumal wenn eine leckere Verlockung winkt.
Wiewohl die Geister, die in diesem Fall gerufen werden, wirklich niedlich sind: Schon ein wenig unheimlich, oder?

strum_g2.gifDoch genau darum, solche Überlegungen anzustossen, geht es Fabienne Blanc und Patrick Rüegg bei ihrem an der FHNW Aaarau entwickelten Projekt durchaus auch. Na, umso besser, wenn man auf so bestrickende Weise nicht nur mit seinen persönlichen Daten warm werden kann - sondern auch mit ziemlich wichtigen Fragen rund um deren Schutz.

[Bildchen: Die struckmaschine, ihr Strickwerk und seine LiebhaberInnen kann man eigentlich nebenan bereits bestens bewundern. Darum hier mehr ein Auge auf die Mustererkennung. Die direkt gescannten Maschen - ja, so liefe nämlich dann auch vergleichsweise leichter Hand die Dekryptisierung - stammen von einem kleineren Stück, das dem Medium netterweise als Präsent überlassen wurde. (S)einen ganzen Datensatz gab es nämlich, aller Begeisterung zum Trotz, nicht her. Dafür, für die anderen beiden Aufnahmen und überhaupt ein Grand Merci ans struckmaschine-Team, also Fabienne Blanc und Patrick Rüegg!]

Von miss.gunst am 08.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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