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28.12.07

transmissionskunst (WRT)

kikur_ksw.gifGeht natürlich gar nicht, dass es in diesem Monat noch keinen Webradio-Tipp gab. Ist aber ohnehin längst an der Zeit für eine etwas ausführlichere Würdigung eines Senders, der kaum von ungefähr bereits hie und da im Radar unseres Logs auftauchte: free103point9.

Wobei der kontinuierlich auf der Haupseite laufende Stream eine vergleichsweise neue Einrichtung darstellt - denn lange musste man sich die Termine von Live-Sendungen der regelmässig ausgestrahlten Programme wie auch die Ankündigungen spezieller Produktionen gezielt aus dem Kalender picken.
kikur_g1.gifOder eben in den mittlerweile ziemlich gut bestückten Archiven nach akustischen Genussmitteln wühlen.

Was sich beides natürlich nach wie vor lohnt.
Bevor wir nun - wie in solchen Fällen üblich - exemplarisch die eine oder andere persönliche Emfehlung herauspicken, sei zuvor noch auf weitere free103point9-Aktivitäten hingewiesen, die normalerweise nicht so direkt zum Kerngeschäft einer Kunstradio-Initiative gehören.

Tatsächlich organisiert free103point9 nämlich nicht nur regelmässig Ausstellungen. Sondern betreibt unter dem schönen Namen "Wave Farm" auch ein Klanggarten-Areal, für das zudem Künstlerresidenzen - also Arbeitsstipendien mit Aufenthalt vor Ort zur Realisierung von Projekten im Bereich der Transmissionskunst - vergeben werden. Das vor einiger Zeit vorgestellte FM Ferry Experiment von neuroTransmitter ist beispielsweise im Rahmen einer solchen airtime-Residenz entstanden.

kikur_g2.gifSo weit, so gut - und zwar auch nachträglich bzw. aus der Ferne betrachtet, insofern man eben vielen Projekten in den Archiven nachlauschen kann.
Aus selbigen haben wir für heute zu guter Letzt noch eines ausgewählt, das eigentlich zur so genannten "dispatch series" gehört - Audio-Multiples bzw. Klangkunst-CDs, die normalerweise käuflich zu erwerben sind.

Ausgerechnet aus Anlass einer Kunstmesse, nämlich "La Superette 2007", die Anfang Dezember in New York stattgefunden hat, gab's nämlich auch mal eine EP zum freien Herunterladen. Wobei man, beiseit bzw. der Gerechtikeit halber bemerkt, der Superette zugestehen muss, dass es sich zwar um ein kommerzielles Unterfangen handelt - gleichwohl aber anders als in Miami Beach kaum um einen hochgepushten Glamour-Markt, sondern um eine Plattform für Multiples und performative, also eher schwer an Sammler zu vermittelnde Kunstformen.

Insofern darf man das auf klassischen Kaufhauskunstkitsch anspielende Cover sicher nicht als hämisch hinterrücks lancierte Spitze gegen die Superette verstehen. Sondern wohl eher als - zugegeben: ziemlich verdrehten - Hinweis darauf, dass umgekehrt nicht alles, was wenig oder nichts kostet, billig ist. Insofern selbst billigster Kitsch so manchem teuer ist. Und eine kostenlose Publikation gleichwohl kostbar und köstlich sein kann. Wie "Free For La Superette".

[Bildchen: Die Anregung gleich mal aufgegriffen. Und mit dem greinenden Pierrot sowie der dunkellockig-lockenden Soubrette selbst ein bisschen klassischen Kaufhauskunst- Blog-Kitsch produziert.]

Von miss.gunst am 28.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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