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19.02.08

unmonumental

unmo_ksw.gifMonumental geht es meist dort zu, wo auf Repräsentation gezählt wird. Worauf zielt dann Kunst, die genau das Gegenteil sein will bzw. ist?
Abgesehen davon, dass diese Frage für sich schon mal ziemlich spannend scheint: Gibt es gute Gründe, zu vermuten, dass man hier auf dem Basteln nahe stehende Techniken, Ästhetiken, Strategien stossen kann.

Und tatsächlich bietet das Ausstellungprojekt "Unmonumental", das derzeit im New Museum New York läuft, genau dies [indes das Museum selbst ja gerade eine mindestens im Vergleich zu seinen alten Räumlichkeiten ziemlich monumentale Bleibe bezogen hat - aber das natürlich nur beseit bemerkt...]:

unmo1_g.gifGefragt wird nämlich nach der Aktualität des Collage- bzw. Assemblageprinzips in der zeitgenössischen Kunst.
Die Ausstellung, die ihrerseits natürlich mögliche Antworten versammelt, wurde selbst Stück um Stück aufgebaut. Zunächst startete ein Part zur Dritten Dimension bzw. Plastiken, Skulpturen, Objekten; darauf folgte das, was gemeine Menschen gern mal als Flachware bezeichnen, "“Collage: The Unmonumental Picture”" (nun: es liegt in der Natur der Sache, dass dieser Begriff auf Collagen sowieso in den seltensten Fällen trifft.)

Sodann kamen noch Audio-Arbeiten dazu (u.a. von Vito Acconci, Pauline Oliveros, Seth Price) - wobei man leider nicht erwarten darf, dieser auch aus der Ferne bzw. via WWW teilhaftig zu werden. Dem sind vermutlich mal wieder die Rechtsverhältnisse vor [dafür soll es später eine CD geben. Und nunja: Es gibt sogar eine Ecke, an der die Sache ein wenig klingt - nämlich vom Kurator u.a. eingesprochene Einführungen zu einigen der Objekte.]

unmo2_g.gifDer vierte und letzte Teil der unmonumentalen Schau ist aber dann endlich geeignet, auch aus der Ferne betrachtet zu werden: "Montage: Unmonumental Online" - als Kooperationsprojekt mit rhizome entstanden, wo auch die Heimseiten der Sektion sitzen - stellt nämlich webbasierte Arbeiten vor.
Nun ist es zwar alles andere als schwer, in Geschichte und Gegenwart so genannter Netzkunst Projekte zu finden, die sich in der einen oder anderen Weise auf Montage und Collage beziehen. Ungleich schwieriger ist es vielmehr, aus der schieren Fülle auszuwählen.

Ein Blick auf die Liste der Projekte zeigt denn auch, dass die Zusammenstellung in sich vielleicht schlüssig sein mag, weil eine Vielfalt möglicher Ansätze aufgefächert wird. Aber für fast jedes der Projekte hätten sich gut und gerne andere (und darunter mancher Klassiker) finden lassen, die auf ganz ähnlichen ästhetischen (und technologischen) Ansätzen basieren.

Eines jedoch - das zwar 'erst' 2002 enstanden, gleichwohl sozusagen kometenhaft sofort in die Liga künftiger classics of (vernacular) net.art aufgestiegen ist, und nicht nur weil es so schön schillert - können wir hier uneingeschränkt bejubeln: "Some Universe" von Olia Lialina.
Ohja, animated star-Glamour really rules o.k....

unmo3_g.gif

[Bildchen: Eine eher freie Variation auf ansonsten eigentlich nahe liegende Überlegungen zum Titel des Projekts. Wie (un)monumental etwas daher kommt, ist am Ende eben auch eine Frage der Relationen in den Dimensionen. Kurzum: Relativ...]

Von miss.gunst am 19.02.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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