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05.03.08

broadcast yourself (av ff.)

bmmt_ksw.gifWenn wir schon mal beim AV Festival sind, könnte unter den zahlreichen Sonderausstellungen aus HOME MADE-Perspektive eine besonders locken, schon von ihrem Titel her.
Weil "Broadcast Yourself" doch sehr nach Selbstgemachtem, in diesem Fall eben selbstgemachter Sendung klingt.

Allerdings geht es weniger allgemein um Optionen für Jederfrau und -mann, sondern - wie schon der Untertitel des Unternehmens klärt - um "Artists' interventions into television and strategies for self-broadcasting from the 1970s to today".
Und wie vorab eines möglichen Besuches der Hatton Gallery, welche die später nach Manchester weiter wandernde Schau derzeit beherbergt, auch schon derjenige der ausstellungseigenen Webseite verrät, ist dabei tendenziell dann doch eine Menge Professionalität im Spiel.

bmmt_g.gifEine Arbeit wie Bill Violas "Reverse Television: Portraits of Viewers", der 1984 tatsächlich die Fernsehzuschauer auf die Mattscheibe holte (wobei "selbst" hier eben auch meint: "with a little help from the artist") ist eigentlich die Ausnahme.

Wer also eine (Kunst-)geschichte des Offenen Kanals erwartet, dürfte bei "Broadcast Yourself" eher in die Röhre gucken.

Dafür gibts aber eine ganze Menge grossartiger und garantiert jedes offizielle TV-Amüsierprogramm locker toppender Variationen auf klassische Formate zu sehen. Beispielsweise das 1994 als Webcast abgedrehte "El Naftazteca: Cyber Aztec TV for 2000 AD" von Performer Guillermo Gómez-Peña oder ausgewählte Folgen aus demHometape-Kettenvideo "Joanie 4 Jackie 4Ever", das Miranda July 1996 auf den verdienten Erfolgsweg gebracht hat.

Und mit dem "56k TV Bastard Channel", den Reinhard Storz 2004 auf xcult.org lancierte, ist sogar ein Beitrag aus der Schweiz vertreten.
Wobei wir bei dieser Gelegenheit festgestellt haben, dass das Programm zwar nicht mehr gewachsen ist, aber tatsächlich immer noch läuft und läuft und läuft. Wer hätte das gedacht.

[Beiseit: Tja, wenn wir uns brav an die Vorgaben halten, gibts leider keine direkten Links - dafür haben wir, wo möglich, den Weg zu den Original(kopi)en bzw. den Heimseiten der KünstlerInnen gewiesen. Für individuelle Betrachtungen also bitte die Navigation des Menüs der Seite nutzen.]

[Bildchen: Nicht nur mit Blick aufs Thema, sondern auch auf die gegebene Rechtslage kann hier natürlich nur selbstgemachtes Programm zur Ausstrahlung kommen, sogar das Gerät stammt aus der Public Domain. Ob selbst im Fernsehen zu sein irgendetwas emanzipatorisches oder gar befreiendes hat? Tja, das ist eh nochmal die Frage...]

Von miss.gunst am 05.03.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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