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26.01.09

DIY super sauna kino

skst_ksw.gifGleich eingangs zugegeben: Dieser Eintrag läuft nicht wirklich auf einen Tipp zum Selbermachen hinaus. Denn so ein Super Sauna Kino ist schon ein etwas komplexeres Projekt - und in diesem Fall geht es erst daher erst einmal um die Würdigung eines grossartigen Prototypen, dessen wir ansichtig werden konnten.

Und zwar in Frankfurt, wo dieser Tage ein ganzer Trupp is- bzw. nordländischer KünstlerInnen die Szene aufgemischt hat. Leider nur einen einzigen Abend lang gab es im und um den Bunker in der Schmickstrasse (wo auch das INM angesiedelt ist, aber eben auch Gastateliers der Stadt) Installationen, Videos, Performances, Konzerte.

Alles spannend und insgesamt ziemlich grossartig. Besonders aber besagtes Sauna Kino.
Eigentlich bzw. vor allem eine Installation der Gebrüder Seppo Renvall und Markus Renvall aus Finnland, im Gärtchen hinter dem Bunker und der benachbarten kleinen Gaststätte, die gewöhnlich Hafenarbeitern und Fernfahrern (sowie allen, die es bodenständig mögen) Atzung bietet.

Von Fern betrachtet sah das Ganze erstmal nach Gartenparty aus: Bunte Lichter auf Diskokugeln, die sich zu Elektro drehten. Mittendrin eine Apparatur, die einen (auch für sich schon feinen) Experimentalfilm auf einem kleinen Bildschirm zeigte sowie in beeindruckender Monumentalität an die Rückwand des Bunkers warf. Sowie eine zweite Projektion, ein im Schwimmbad aufgenommenes Unterwasservideo mit einem Pas de Deux, der von einer eleganten Badenixe und einem etwas korpulenteren Badenixerich (wie sich im Gespräch herausstellte: dem einen der beiden Künstler) bestritten wurde - auf der Wand einer ephemeren Konstruktion aus Latten und milchigweissen Plastikfolien, die erst einmal nach Gartenzelt aussah.
Dazu einige Gartenstühle, um sich zur Sichtung von Film und Video bequem niederzulassen. Theoretisch - praktisch wirkten dem die nächtens zunehmend frostigen Temperaturen tendenziell entgegen, indes die Sichtung der Filme dann doch so fesseln konnte, dass man bereitwillig an Ort und Stelle Mund auf Augen auf zum Eissäulchen erstarrte.

Aber eben Letzteres musste mitnichten sein. Denn das vermeintliche Gartenzelt entpuppte sich tatsächlich als: Sauna! Mittendrin der obligate Ofen mit glühenden Steinen, diese zünftig benetzt - und ergo ein Hort wohligster, zeitweise von Dampfschwaden durchzogener Wärme, wie es sich gehört. Flauschige Bademäntel und Handtücher fanden sich ebenso bereit gestellt wie Wasserbottiche für die Erfrischung danach. Wobei die angesichts der Aussentemperaturen natürlich auch einfach per Luftbad abzuholen war.
Und eben dazu drinnen wie draussen Kino. Toll.

skst_g.gif

[Beiseit: Schade nur, dass es harte Konkurrenz gab - da gleich nebenan im Gasthaus ebenfalls eine Art Sauna-Kino geboten wurde. Dort tobte nämlich auf engstem Raum der sprichwörtliche Bär mit Performances und Live-Konzerten. Und just zur nächtlichen Stunde, da draussen ideale Bedingungen fürs eigentliche Sauna-Kino herrschten, drinnen Stimmung und Temperaturen drinnen ebenfalls einen Höhepunkt erreichten. Nunja, Polka-Punk-Bands, deren Lead-Sänger splitternackt aus Gorilla-Kostümen schlüpfen bzw. hüpfen, hat es halt auch nicht jeden Tag...
Das Bildchen hingegen widmen wir selbstredend nicht der letztgenannten Attraktion, sondern der grossartigsten Installation, die diese Wintersaison bislang zu bieten hatte. Allerdings in sträflicher Reduktion (es fehlt das Experimentalfilmkino ausserhalb der Sauna, den Disko-Glam konnten wir nur andeuten, etc. pp. Aber drinnen wird schwer geschwitzt!!! Im Übrigen wirklich nicht die schlechteste Anregung für das nächste DIY-Projekt...]

Von miss.gunst am 26.01.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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