« hamster! | Hauptseite | stadtwaldeslust aughölzli »

26.06.09

knistern üben (mamoru okuno)

mbke_ksw.gifWas wir sowieso mögen: Kleine Übungen, die bei aller Bescheidenheit das Potential haben, grosse Wirkung zu entfalten. Historische Steilvorlagen auf diesem Gebiet haben viele KünstlerInnen im Umfeld von Fluxus vorgelegt.

mbke_g1.gifIm weitesten Sinne in dieser Tradition kann man wohl auch die Arbeiten von Mamoru Okuno ansiedeln, der gerade mit einem Atelierstipendium in Wien weilte und auf der Coded Cultures-Konferenz mit einem Workhop und einer Konzert-Performance mit von der Partie war (mehr zur Konferenz s.a. im hauseigenen Archiv.

Sein Beitrag zur Coded Cultures-Ausstellung versteckte sich bei den kleinen Editionen, die es am Tresen zu erstehen gab: Kleine Kästchen aus transparentem Plastik und Trinkhhalme - jeweils mit ein wenig Folie gefüllt.

Eben solche kleinen Gesten sind charakteristsch für Mamoru Okunos Werkreihe der "Etuden" (mit denen er zuvor auch schon eine ganze Einzelschau im Freiraum des quartier21 bestritten hatte): In schlichte Behälter wird beispielsweise transparente Einwickelfolie gestopft. Hat durchaus schon seine eigenen ästhetischen Qualtäten - aber der springende Punkt ist dabei noch ein anderer, nämlich der Klang.

mbke_g2.gifLässt sich ganz einfach selbst ausprobieren: Einfach in ein leeres (gespültes) Joghurt-Glas die Folie hinein, kräftig zusammendrücken, Ohr an die Öffnung legen. Wie das erst klingt, wenn man es verstärt?
Genau!

Natürlich beschränkt sich die Reihe der Etüden nicht nur auf Experimente mit Joghurtgläsern. Mamoru Okuno geht es ums Prinzip: Alltagsobjekte mit wenigen Griffen in Klanggeneratoren zu verwandeln.

Ansonsten hat er durchaus auch noch andere Dinge auf dem Plan, wie sich unschwer beim Musen auf seinen Heimseiten entdecken lässt. Aber selbst bei seinen kompleren Installationen (s. zum Beispiel die "Drawings" ist Minimalismus der Mittel ein Leitprinzip.
Der wird dann aber eben auch immer konsequent auf seine Potentiale ausgelotet. Keine Langeweile also. Sondern die perfekte Vereinigung von Einfachheit und Komplexität!

[Bildchen: Ja genau. Das kann man ganz einfach mal selber ausprobieren. Hier mit transparentem Plastebecher und schöner grüner Obst-und-Gemüsehändler-Knistertüte. Ist auch gar nicht mal übertrieben: Selbst ohne Verstärkung kann das grosse Knistern gegebenenfalls ganz schön in die Gehörgänge kreuchen. Naja, zugegeben - wenn man das Öhrchen direkt an die Becheröffnung legt...]

Von miss.gunst am 26.06.2009 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

Kommentare

Kommentieren:

Thanks for signing in, . Now you can comment. (sign out)

(If you haven't left a comment here before, you may need to be approved by the site owner before your comment will appear. Until then, it won't appear on the entry. Thanks for waiting.)


Daten merken?