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03.01.10

Radio Jove

jrtsk-ksw.gifWann immer man lustig ist, ein bisschen Planetenradio hören zu können, ist für sich schon einigermassen sensationell. Und mindestens für FreundInnen von Noise-Musik ein idealer Zeitvertreib.
Da könnte natürlich durchaus der Ehrgeiz keimen, selbst eine kleine Empfangsstation zu errichten.

Wer jetzt meint, das sei nur etwas für professionelle WeltraumforscherInnen, indes sich alle anderen eher darauf bescheiden sollten, im heimischen Studio selbst Sounds from Outer Space zu generieren (geht natürlich, s. etwa die Musik von Mars), irrt.

Mit Radio Jove - nicht umsonst auch eine der Partnerorganisationen von Radio Astronomy - gibt es nämlich ein von denkbar berufener Stelle: der Nasa betriebenes Projekt, das angehenden Planetenradio-AmateurInnen auf die Sprünge helfen will.

jrtsk-g1.gifErst einmal bevorratet die Webseite von Radio Jove reichlich didaktisch gut aufbereitetes Unterrichtsmaterial, das bestens in die an sich ja ziemlich komplexe Materie einzuführen geeignet ist. So sind die eigentlich für den Unterricht gedachten "Student questions with answers" im Zweifelsfall auch ganz prima, um längst in eher abgelegene Gedächtnischubladen weggerutschtes Basiswissen wieder aufzurufen und in der Sektion "Library" gibt es nicht nur eine gut sortierte Liste mit online-Publikationen, sondern auch die kompakten "Science Briefs" und das über die aktuellen Aktivitäten in Sachen Weltraumradiowellenforschung informierende Jove Bulletin. Kurzum, wer verstehen will, was man eigentlich so hört, wenn man dem Planetenradio lauscht, ist schon mal an der richtigen Adresse.

Darüber hinaus ermuntert die Organisation aber tatsächlich auch dazu, selbst aktiv zu werden und ganz praktisch in die Radio-Astronomie einzusteigen. Erklärt wird nicht nur, wie ein Radioteleskop funtioniert, sondern auch, wie man eines selbst bauen kann - und damit das gelingt und das Gerät dann auch tatsächlich genutzt werden kann, gibts neben Hardware-Kits auch gleich die geeignete Software, um die empfangenen Daten auszuwerten.

Wer freilich in einer einigermassen belebten Stadt wohnt, wird einige Mühe haben, eine taugliche Empfangsstation zu errichten. Oder besser gesagt: Aufbauen lässt sich so ein Teleskop, ein wenig Platz auf der Wiese vorausgesetzt, selbstredend überall. Nur was es dann alles so empfängt und wieviel davon tatsächlich Emissionen aus den unendlichen Weiten des Weltraums sind, das ist wieder eine andere Frage...

jrtsk-g2.gif

[Bildchen: Ja eben, so kann's gehen, wenn man sein Amateurteleskop in einem Zürcher Hinterhofgärtlein installiert. Wobei eingestanden werden sollte: Die störenden Frequenzen, die sich unters Planetenradio mischen, sind eher als Rauschen im Rauschen zu vernehmen. Aber möglicher Weise hat unser Lauscher ja an eine Sendung mit zünftigem Noise gedacht. Das imaginierte Teleskop-Modell wiederum ist zwar ein bei Backyard-Astronomen gebräuliches, entpricht allerdings nicht jenem, welches man aus dem Jove-Kit basteln kann. Letzteres hat keinen Schirm - was Freihand gezeichnet leider eher nach Wäschespinne ausgeschaut hätte...]

Von miss.gunst am 03.01.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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