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08.02.10

Spiel mich!

spmch-ksw.gifSatelliten? Sind das nicht die Dinger, die im Orbit herumschweben und Signale gen Erde senden? Eigentlich schon. Mitunter lohnt es aber auch, selbst ein Shuttle flottzumachen und Richtung Satellit zu reisen. Wie im Fall der Ausstellung GaMe!, die zur transmediale auf der Liste der Satelliten stand...

spmch-01.gif... und die sich mindestens Game-EnthusiastInnen doch gleich auf die Liste "unbedingt ansehen gehen" setzen sollten. Zumal sie, anders als die transmediale selbst, noch bis 24.03.10 im DAM aufgesucht werden kann.

Mitspielen kann man vor Ort zwar nicht bei allen Games. Todd Deutschs Fotografien aus der Serie "Gamers" beispielsweise funktionieren vielleicht eher als Spiegel (oder Blick durch ihn hindurch, je nachdem). Unser DIY-Tipp dazu: Einfach mal eine Webcam installieren und testen, wie bedröppelt der Wetware-Avatar vor dem Rechner dreinschaut, während man als stolzer Nachtelf seine Raidschlachten schlägt.
Joan Leandre wiederum schubst in seinen Arbeiten mit manipulierter Software selbst routinierte GamerInnen in die Zuschauerposition.

spmch-02.gifAber dann ist da noch Mark Essen, bekannt für seine surrealen Splatter-Games in 8bit- und Collageästhetik. Nach Berlin hat er "The Thrill of Combat" von 2009 mitgebracht, bei dem man mit dem Hubschrauber auf Organspender-Jagd gehen muss. Prädikat "spielbar" - neue Fand wie auch daheim Gebliebene können den Fleischfang übrigens direkt bei Essen für schlappe 4.99 Dollar auf den heimischen Rechner laden.

spmch-3.gifEinen ganz anderen Zugang findet man bei "Tale of Tales" von Auriea Harvey und Michaël Samyn - manchen vielleicht noch aus der net.art-Szene bekannt. Nach dem irgendwie schräg verzauberten, spielbaren Bildschirmschoner "The Endless Forest" haben sie 2009 "The Path" herausgebracht, eine grusig-poetische Variation auf Rotkäppchen (und seine fünf Schwestern, welche die Gebrüder Grimm schnöde unterschlagen haben).

Und schliesslich ist Jason Rohrer mit von der Partie, der sich vor einigen Jahren aus einer Blitzkarriere in der Spieleindustrie aufs Land zurückgezogen hat, um alternative Games zu entwickeln: Optisch mögen seine Spiele ziemlich schlicht daherkommen - dafür setzen sie auf emotionale Komplexität.

Keine Spiele, sondern Spielzeug hat France Cadet mitgebracht: "Gaude mihi" - also "Mach mir Freude!" heisst ihr Schaukel-Robodog. Kann man derzeit im DAM wirklich laut sagen. Weil die ganze Ausstellung Freude macht.

[Bildchen: Gehören natürlich nicht zur GaMe!-Ausstellung oder einer der dort gezeigten Arbeiten. Sollen ersatzweise einfach nur eine Basisformation imaginieren, die immer wieder aufs Neue "SpielMich!" ruft. Ja, die Welt ist eine Scheibe und der Keks ist rund. Und der Ball ist schön. Undsoweiter...]

Von miss.gunst am 08.02.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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