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20.03.10

electrosmog festival

esmf10-skw.gifEine gute Gelegenheit, nach all den Ausflügen in den Weltraum die Füsse wieder auf den Boden zu bekommen. Und sie für eine Zeit auch dort zu lassen. Was unter anderem auch dem ökologischen Gleichgewicht äusserst zuträglich ist.

Denn bekannter Massen ist es nicht nur eine ziemliche Umweltsünde, Flugkörper wie Satelliten ins All zu schicken - wo mittlerweile tonnenweise Weltraummüll seine Bahnen zieht. Auch terrestrische Reisetätigkeit stellt eine erkleckliche Belastung des Ökosystems dar.

Genau hier setzt das electrosmog festival for sustainable immobility an. Es hat sich vorgenommen, einigen ökosystematischen Fragen aus wissenschaftlicher, medienkultureller und künstlerischer Perspektive nachzugehen (was derzeit ziemlich im Trend liegt, aber dazu bei anderer Gelegenheit noch mehr) - und beginnt dabei gleich bei einem Thema, das so manche internationale Konferenz zur Nachhaltigkeit bei genauerem Hinsehen ziemlich alt ausschauen lässt, wenn vorweg erst einmal die TeilnehmerInnen aus aller Welt in den Flieger steigen müssen.

Dieses eben nicht besonders nachhaltige Organisationsprinzip kontert das Festival, indem es den Fokus auf "Sustainable Immobility" richtet. Und zwar nicht nur inhaltlich, sondern auch, was die eigene Logistik betrifft: Um teilzunehmen, muss sich niemand besonders weit vom Fleck rühren - denn das Programm wird durch ein Netzwerk von Institutionen und Initiativen bestritten, die ihre lokalen Veranstaltungen in Realzeit aufzeichnen und per Stream online zugänglich machen. Zugleich kann man sich von zuhause aus in verschiedenen Debatten engagieren, kommentieren und so weiter. Und sogar das Workshop-Angebot steht NetzteilnehmerInnen teilweise offen - und sei es auch nur als 'e-learning' zum Fenstlern.

esmf10-g.gif

Wie gut das funktioniert, liess sich schon in den vergangenen zwei Tagen testen - und auch am heutigen Samstag (20.03.10) gibt es noch ein interessantes Programm, zumal die (je nach Zeitzone:) Nachmittags-/Abend-/Nachtsektionen heute vorwiegend von den beteiligten KünstlerInnen-Initiativen in New York, London, Berlin und Amsterdam bestritten werden. Allerdings: Um an den Workshops auch praktisch teilnehmen oder auch die begleitenden Ausstellungen ansehen zu können, muss man sich eben doch vor Ort begeben.

Es ist auch sicher kein Zufall, dass die gute Idee von Menschen wie Erik Kluitenberg und Adam Hyde stammt, die sich mit den Potenzialen der Netzkultur bestens auskennen - und zugleich im die sehr spezifischen Produktionsökonomien in diesem Sektor wissen, zu denen eben unter anderem auch das Tingeln von Konferenz zu Konferenz, von Festival zu Festival gehört.

Wissen müssten die beiden freilich auch, a propos "sustainable immobility": Dass die aktuelle Festivalstruktur vielleicht doch noch keine ideale Ökobilanz garantiert. Denn die fällt nun mal gerade für IT bzw. elektronische Netzwerktechnologie auch nicht besonders günstig aus, wie schon vor zwei Jahren eine Studie des IZT sehr zu Recht monierte (kompakt dazu: ein Gespräch mit Siegried Behrendt auf den Seiten von Deutschlandradio)...

[Bildchen: Tja. Um wirklich auf eine nachhaltige Ökobilanz hinzuarbeiten und nebenbei den Elektrosmog im eigentlichen Wortsinn zu minimieren, müsste wohl auch das bzw. ein nächstes electrosmog festival for sustainable immobility den Stecker ziehen und sich ganz auf die lokal praktizierbaren lokativen Medien konzentrieren. Oder?]

Von miss.gunst am 20.03.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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