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29.04.10

Wie Pilze Klingen

wplzkl-ksw.gifOb nun aus dem eigenen Anbau, gesucht und gesammelt oder - wenn mal weder das eine noch das andere fruchtbringend ausgefallen ist - vielleicht doch einfach auf dem Markt erworben: Pilze können durchaus auch anderen Zwecken zugeführt werden als dem Verzehr.

Dass man Pilze porträtieren kann, haben wir ja kürzlich schon mit Blick auf Florian Haas' Malerei gesehen.
Aber sonst?

Aus HOME MADE-Perspektive würde es wohl nahe liegen, mal nach dem Klangpotential von Pilzen zu fragen.
Nun handelt es sich hier natürlich um wenig gesprächige Gesellen - und auch durch andere Lautäusserungen fallen Pilze gemeinhin weniger auf.

Immerhin gibt es einen denkbar prominenten Anhaltspunkt: John Cage hat sich bekanntlich intensiv mit Pilzen beschäftigt. Sein "The Mushroom Book" von 1972 macht sich leider rar und es braucht auch ein bisschen Glück, um eine der darin reproduzierten Grafiken seiner von Pilzen inspirierten Kompositionen mal in einer Ausstellung anschauen zu können (ein im New Yorker MoMa gelandetes Blatt der gleichnamigen Reihe kann man immerhin online betrachten).

Gern würden wir bei Gelegenheit auch das seinerzeit 2002 gesendete Feature "Erinnerungen an John Cage: Mushroom Talk - NachtCageTag" von Klaus Schönig lauschen. Da dort aber keine Wiederholung in Sicht ist, bleibt erst mal nur das Nachlesen an notorischer Stelle, allem voran in den Gesprächen mit Daniel Charles ("For the Birds", gibts beim Merve-Verlag auch in deutscher Übersetzung, die Erstausgabe von 1984 wird gerade wieder aufgelegt. In der New York Times erschien 1981 zur englischen Edition ein schöner Artikel von Edward Rothenstein dazu, der "Sounds and Mushrooms" betitelt und inwzischen auch online nachzulesen ist).
Ansonsten noch online: Zwei Pilzrezepte von Cage.

Tatsächlich ist Cage auch nicht der einzige Pilzfan unter den KlangkünstlerInnen. Fluxus Mitstreiter wie Dick Higgins oder Alvin Curran (u.a. mit getrockneten Pilzen in einer Hommage an Cage) und auch der Circuit Bending-Spezialist Reed Ghazala teil(t)en seine Leidenschaft.
Allein: Davon, dass dies zu einer intensiveren Beschäftigung mit Pilzklängen im engeren und eigentlichen Sinne geführt hätte, ist nichts bekannt.

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Also haben wir noch ein bisschen weiter nach klingenden Pilzen gesucht. Einziger Netzfund bislang: In Margaret Nobles "Sound is Art" Blog gibt es Champignons des in Köln beheimateten Musikers Michael Peters, den der eine oder die andere unter den geneigten LeserInnen vielleicht vor allem als engagierten Looping-Gitarristen kennt. Aber eben, er macht auch noch ganz andere lauschenswerte Sachen...

Vorläufige Bilanz: Klingende Pilze gesucht, ein spannendes Sound (is) Art-Blog und die Heimseite eines interessanten Klangforschers gefunden.
Auch schön. Indes, für sachdienliche Hinweise auf Spuren resp. Sporen musikalischer Myzelgewächse wären wir wirklich dankbar, auch fürderhin...

Von miss.gunst am 29.04.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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