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17.06.10

Zeitstau und Eigenzeit (WRT)

chrnsts-ksw.gifZu Zeitmessern und dazu, welches Feld sich hier für DIY-Konstruktionen eröffnet, haben wir im Hintergrund längst ein eigenes Fach im Zettelkasten angelegt - dazu demnächst mehr. Für heute sind sie erst einmal willkommener Anlass für einen Webradio-Tipp.

An Uhren oder genauer gesagt: beim Blick auf die Uhr lässt sich nämlich ein Phänomen erfahren, das auf den schönen griechischen Namen Chronostasis - vulgo: Zeitstau hört. Will man am Zeiger der Zeit beim vergehen zusehen, dann scheint die erste beobachtete Sekunde länger als jene, die ihr folgt.

Eine Täuschung, die weniger im Sehorgan selbst liegt, als vielmehr im Gehirn. Welches vernehmlich "Verweile doch!" ruft, weil ihm dessen Schnelligkeit den Augenblick zu rasch gehen lässt. So entsteht, ausgerechnet Aug' in Auge mit dem geeichten Taktgeber ein Stückenchen Eigenzeit.

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Andreas Bick - der uns vor gut drei Jahren schon mal im Zuge eines Kleinen Field Recordings Festival in den Radar gegangen ist - hat 2009 aus dieser Steilvorlage eine Komposition fürs Radio gemacht. Seine Chronostasis will dem Geräusch der Zeit nachgehen - und legt zu diesem Behufe das Ohr an die tickenden und tackenden Chronometer. Das macht Sinn, denn auch das Ohr kennt die in Richtung Êigennzeit verschleppte Sekunde.

Wie sie sich in den Transformationen des Berliner Komponisten anhört? Lässt sich in der Nacht von heute auf morgen, also am 18.06.10 um 0:05 Uhr bei Deutschlandradio Klangkunst erlauschen.
Dann wird nämlich die ursprünglich für das WDR3 Studio Akustische Kunst produzierte Sendung noch einmal ausgestrahlt.
Warum haben wir sie eigentlich vergangenes Jahr verpasst? Da gab es wohl just so eine Sekunde..

[Bildchen: Wäre vielleicht auch ein Weg, der Chronostasis auf die Schliche zu kommen - wenn man sich in der entscheidenden Sekunde auf diese Weise an die Nase fassen könnte. Die Mutter unseres kleinen Eigenzeitmessers ist übrigens ein handelsüblicher Wecker, den Fastily fotografiert und unter cc-by-sa-Lizenz den Wikimedia Commons gespendet hat, welche ergo auch für dieses Bildchen gilt. Merci!]

Von miss.gunst am 17.06.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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