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13.07.10

Grosser Klangkörper G

gsmr-ksw.gifIm Hintergrund wird natürlich mitnichten die ganze Zeit nur gefächert.
Beispielsweise gabs zwischendurch die Gelegenheit, ein ziemlich eindrucksvolles Gebäude als Klangkörper zu erkunden.

Nämlich der Gasometer in Oberhausen. Ein Industriedenkmal, das allem voran erst einmal durch seine stattliche Gestalt beeindruckt. Auch schon schön.
Von unten... Hui. Ganz schön hoch. Scroll, scroll...

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Und von oben, insofern es ebendort eine entprechende Aussicht hat. Knipps...
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Und weils eben so schön ist, wenns so schön ist, gleich nochmal knipps...
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... knippsknipps (*hach*)...
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Richtig interessant wird es aber erst, wenn man den knapp 117 Meter hohen Zylinder auf seine akustischen Potentiale hin abklopft.
gsmr-g06.gifBeispielsweise wortwörtlich, als gigantisches Percussion-Instrument?
Nun, das muss ja nicht gleich in der Phantasie gipfeln, die grosse Dose mit Reis oder Erbsen zu füllen und dann im Takt zu den beiderseits vorbeidonnernden Güterzügen zu schütteln.

Zumal das auch schon ganz von selbst funktioniert: Schall, der von aussen auf den Zylindermantel trifft, wird nämlich allweil auf ziemlich eindrucksvolle Weise ins Innere übertragen. Erst recht natürlich, wenn etwas Gewichtigeres - beispielsweise Regen - direkt auf die schwingende Hülle trifft. Dann hält sich der auf dem Weg von Aussen nach Innen naturgemäss bereits transformierte Schall noch ein gutes Weilchen im Inneren des Baus auf und wandert bzw. wandelt dann wie ein Geist aus Klang durch Raum und Ohr.

Aber das ist längst noch nicht alles. Denn das Innenleben als solches ist eben auch selbst ein Klangkörper, der zugleich als Konzertsaal, Studio und Instrument funktionieren kann. Tatsächlich stehen neben den Ausstellungen (aktuell eine, die in den Kosmos lädt) im Unter- und im Zwischengeschoss, das durch die nach der Stilllegung fest installierte Gasdruckscheibe entstanden ist, auch immer wieder mal Musik und Theater auf dem Programm.

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Klangkunst im eigentlichen Sinne zog 2006 mit Christina Kubischs Installation FeuerLichtHimmel ein. Allerdings musste Letztere(r) für die laufende Sternenschau weichen und anstelle von Kubischs Lichterpantheon schwebt hängt nun ein riesiger Ballonmond über den Häuptern derer, die auf dem flachen Rund der Gasdruckscheibenerdplatte stehen.

Dieses Wochenende, pünktlich nach Toresschluss des normalen Betriebs, durfte sich das Gasometer ganz im Stillen tatsächlich wieder in ein Klanglabor verwandeln. Zwei Tage und Nächte nistete sich eine kleine Gruppe Radio- bzw. Radia-Aktiver ein, um das grosse G zum Schwingen zu bringen. In tragenden Rollen: Die Gasscheibendruckplatte als Bühnen- und Resonanzboden. Etwas weniger als 99 Luftballons. Ein Geist, der wie ein Güterzug klingt. Ein Gewittersturm. Eine Flüstertüte. Stimmen mit und ohne Körper. Ein dunkler Schirm.

Was daraus geworden ist? Werden wir hören.*
[* Ausstrahlung via Kunstradio - aber da wird selbstredend dann rechtzeitig mit einem Webtradio-Tipp gewunken. Versprochen.]

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[Letztes Bildchen: Des Gasometers ursprüngliche Tröte. Inszwischen allerdings ausser Betrieb...]

Von miss.gunst am 13.07.2010 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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