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16.02.11

Klangregenwald (@ ctm11)

dtrfrf-ksw.gifDass Wälder Klangräume sind, lässt sich bei jedem Spaziergang erleben. Indes kann es gerade Menschen, die normalerweise eher durch Laub-, Misch- und Nadelwäldern nördlicher Breitengrade streifen, natürlich neugierig machen, wie wohl ganz andere Wälder klingen mögen. Etwa der Regenwald.

Während die einen vielleicht zu Exkursionen aufbrechen, um Field Recordings zu sammeln, hatte David Tudor 1965 eine ganz andere Idee:
Nämlich selbst einen Regenwald aus Klängen zu pflanzen, die aus Fundstücken und einfachen Objekten generiert werden.

Während die erste Komposition eines solchen "Rain Forest" 1968 für Merce Cunninghams gleichnamiges Tanzstück entstand, erarbeitete Tudor in den folgenden Jahren noch mehrere weitere Fassungen, die seinem ursprünglichen Konzept immer besser gerecht wurden.

Dass Tudors Basis-Partitur - die aus einem einzigen Schaltkreis und der Anweisung besteht, dass für die Aufführung keine zuvor schon gespielten Klänge verwendet werden dürfen - KünstlerInnen mit Neigung zum Experiment immer wieder neu inspiriert hat, wundert nicht.

Nun ist im Rahmen des club transmediale (ctm) und auf Einladung von tuned city ein neuer Regenwald, der "Regenwald 2011" entstanden.

Im Eintrag zum Regenwald bei tuned city wiederum grüsst gleich vorweg jener Schaltkreis, der wohl als Keimzelle des Projekts betrachtet werden kann und nun als passendes Signet figuriert.

Es kommt aus der Werkstatt von Derek Holzer (s. a. mehr im hauseigenen Archiv) und Mads Bech Paluszewski, die während der ersten club transmediale-Woche in einem Workshop mit acht weiteren KlanggärtnerInnen die Pflanzungen vorgenommen haben.

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Mit Fotos und Klängen aus dem Berliner Regenwald können wir leider nicht aufwarten - immerin aber mit dem Verweis auf eine kleine Video- und Fotodokumentation zum Regenwald 2010, den Derek Holzer vergangenes Jahr in einem ähnlichen Workshop in Norwegen realisiert hat.

Und für die Archivalien im Zettelkasten: Tatsächlich gab es vor zwölf Jahren schon einmal in Berlin ein ganz ähnliches (und zugleich natürlich ganz anderes Projekt). Die Singuhr - treuen LeserInnen ja ebenfalls aus einer ganzen Reihe älterer Log.Buch-Einträge in Erinnerung - hatte 1999 den amerikanischen Klangkünstler Ron Kuivila, der zu dieser Zeit gerade mit einem DAAD-Stipendium in Berlin arbeitete, zu Gast. Mit einem Workshop und einer Ausstellung bzw. Installation, die ebenfalls direkt an Tudors Regenwald anknüpfte: "The Idea of David Tudor's Rainforest".
Sieht also ganz danach aus, als könnten wir Regenwälder als eigenes Feld in unserem Sammlungsgebiet zur Klanggärtnerrei aufmachen...

[Bildchen: Nicht Tudors noch Holzers Partitur. Und irgendwie siehts auch mehr nach Klangtannen- denn Regenwald aus. Aber je nun...]

Von miss.gunst am 16.02.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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