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01.06.11

Schöne(r) Flicken

stfl11-ksw.gifMan muss nicht immer gänzlich neue Maschen produzieren. Viele Menschen haben bereits einen vollen Kleiderschrank und von daher erst mal keinen Anlass, selbst zu Nadel und Faden zu greifen. Und wenn besagte Füllung langweilt, vom Zahn der Zeit oder Motten angenagt wird, zieht man eher los, um Nachschub käuflich zu erwerben. Klar ist allerdings, dass es eigentlich auch anders geht.

Wie entweder aus sogenannten alten und deshalb der Zuneigung verlustig gegangenen Stücken neue werden oder auf die eine oder andere Weise zernagte Lieblingsteile gerettet werden können?

Eben: Dafür stehen eine Reihe verbrieftermassen erfolgreicher (oder mindestens Erfolg verprechender) Kulturtechniken zur Verfügung. Zur Reparatur das Flicken und für allfällige Verschönerungen das Sticken beispielsweise. Aber wie ging das doch gleich?

Wie gut, dass sich in Zürich gerade eine schöne Gelegenheit bietet, das eine wie das andere zu lernen oder brachliegende Kenntnisse aufzufrischen. Begleitend zur Ausstellung "Neue Masche" im Museum Bellerive haben Studierende des ZHdK-Bachelors "Vermittlung" eine Reihe von Formaten entwickelt, bei denen Theorie und Praxis des Mittelns neue Verbindungen eingehen sollen. Im Rahmen dieses Projekts, das den Titel "Kunstvermittlung ... und anders" trägt, ist auch "flickstick" von Martina Regli und Inbal Sharon enstanden.

Mit einer mobilen Flick- und Stickstation ziehen die beiden durch Zürich und bieten PassantInnen an, ihre Kleider je nach Bedarfslage zu reparieren und/oder mit Verzierungen zu versehen.

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Erst einmal ist das Ganze offenbar als Service gedacht, der zugleich die beiden Handarbeits- und Kulturtechniken vor Augen und in Erinnerung rufen soll. Selber Flicken und Sticken zu können, ist - Handarbeitsboom hin oder her - eben doch längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

Ob man bei, von und mit flickstick das eine und/oder das andere auch selber ausprobieren und lernen kann? Und/oder ob darüber hinaus in diesem Zuge auch über die Ausstellung gesprochen bzw. eine entsprechende Brücke zu den Themen geschlagen wird, welche die im Museum Bellerive versammelten Arbeiten assoziieren?

Das lässt sich am allerbesten wohl direkt an der mobilen flickstick-Station in Erfahrung bringen. Zum Beispiel am heutigen Mittwoch (01.06.11) von 17 bis 19 Uhr vor dem Gemeinschaftszentrum Zürich-Riesbach. Oder an einem der anderen Termine, die als Tourdaten auf den flickstick-Heimseiten verzeichnet sind...

[Bildchen: Flicken besticken und dann wieder stickend flicken - oder so ähnlich. Hatten wir noch im Archiv, s. den Eintrag vom 10.10.07 zu Open Source Embroidery - haben an den Fotos aber dann nochmal digital herumgeflickt...]

Von miss.gunst am 01.06.2011 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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